Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

’arme. 
die Forstbeamten hatten so vorzügliche 
gewählt und angewiesen, Timm Tie- 
Eïê selbst hatte ausgesucht. Der Frevel wurde 
ķâèMMLMMM 
-s- 
Teilen der Provinz etwa 160 Vertreter 
.Ishleneil waren. Aus dem erstatteten (5>c= 
luftsbericht ist zu entnehmen, dast die ßiech- 
, wgsvvrlage ein Versicheruugskapital von 
„/‘*41 000 JiJl ausweist. Weiter geht aus dem 
h"'cht hervor, daß sämtliche Schaden ohne Er- 
*01,1,0 einer Londerumlage gedeckt werden 
nitten. Tie Umlage sür das Jahr 1006 wird 
sj.,-! o. Psg. je 1000 JlJi Versicherungssumme 
. "gesetzt. Im weiteren Verlauf der Sitzung 
è"'chtete Direktor Baumeister-Kiel dann über 
Möglichkeit einer mündclsicheren Anlage 
r Reserven bei den Spar- und Tarlehns- 
während Tr. Marbeck-Berlin über die 
„ch'chtmitgliedschast des Rückversicheriingsver- 
zur Wirtschaftsgruppc Privatvcrsichcrun- 
Fachschaft Feuerversicherung, svrach. Als 
UQ )1tcr Tagungsort wurde Sylt bestimmt. 
due Holstein 
, x - Reun,iiniìcr, 11. Juni. Ein schwerer Ein- 
kuchgtziebstahl wurde in der stacht zum Dvn- 
„^stag in einem Goldivarengeschäst in der 
^ckidsburgcr Straße verübt. Ter unerkannt 
.^kommene Täter erbeutete 20 Uhren und 
^ goldene Ringe, nachdem er die Ladenscheibc 
„ch einem Ziegelstein zertrümmert hatte. — 
Kirchendach gestürzt ist der hiesige Täch 
ter Albert Z., der mit Reparaturarbeiten 
Dach der Großenasper Kirche beschäftigt 
Die Ursache des Absturzes ist unbekannt. 
Verunglückte trug einen schweren Arm- 
°ruch 
. und Schulterverletzungen davon und 
^Urde dem hiesigen Krankenhause zugeführt. 
due dem Ģedddesaûl 
Tagung des Flensburger Schwurgerichts 
^ in Schleswig. 
^ Schleswig, 11. Juni. Das Schwurgericht 
Flensburg, das seit Dienstag in Schleswig 
."gl, verhandelte am Mittwoch gegen die 32- 
ņ OUge Ella Knutzen geb. Thomsen aus SchleS- 
Gll wegen gewerbsmäßiger Abtreibung und 
Erbrechens gegen das keimende Leben. Tie 
Graftaten sind in den Jahren 1033 und 1934 
fangen worden. Die Angeklagte wurde vor 
'üigen Tagen in Hamburg verhaftet und 
Zirde aus der Untersuchungshaft vorgeführt. 
Cs 
rn gab an, von dem in Untersuchungshaft be- 
Adlichen Fritz Knutzen verleitet worden zu 
Tie Angeklagte war geständig in fünf 
'Willen Straftaten begangen zu haben. Nach der 
o*'ugenvernehmung beantragte der Staatsan 
walt öte Angeklagte wegen gewerbsmäßiger 
Abtreibung zu drei Jahren Zuchthaus zu ver 
urteilen unter Anrechnung der erlittenen Un- 
^rsuchuugshaft und die bürgerlichen Ehren-, 
wchte für die Dauer von fünf Jahren abzuer- 
rnnen. ykach eineinhalbstündiger Beratung 
"urde folgendes Urteil verkündet: Die Ange 
nagte wird wegen gewerbsmäßiger Abtrei 
bung zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. 
^>e erlittene Untersuchungshaft wird voll au 
frechnet. Der Angeklagten werden die bürger 
ten Ehrenrechte für fünf Jahre aberkannt, 
ich der Urteilsbegründung betonte der Vor- 
pmöc, daß in den bisher abgeurteilten Ver 
ehren das Urteil so niedrig gehalten sei, weil 
fide Angeklagte von Anfang an voll gcstän- 
O'g gewesen seien. 
. ej. Flensburg, 12. Juni. Krankenkassenbci- 
?àge veruntreut. Der bei der Ortskranken- 
fşse in Kappeln beschäftigt gewesene W. St. 
GZ Kappeln war in schlechte wirtschaftliche 
Zur Hundertjahrseier der Hohenwestedter Schiitzcngilde. 
DieGildc vor dem Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges. Lichtbild: H. Trcde, Hohenw. 
Dr. Goebbels als Zeuge im Banunglücks-Prozcß. 
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ist im Prozeß wegen des Einsturzunglücks in 
der Hermann-Göring-Straße in Berlin Reichsminister Dr. Goebbels als Zeuge 
geladen worden den unser Bild bei der Aussage zeigt. Aus dem Tisch vor dem 
Minister das Modell der Baugrube. (Atlantic, K.) 
führen waren, daß er größere Ausgaben für 
Krankheit in der Familie zu leisten hatte, Alle 
Versuche, Gelder bei Banken nnü-Sparkassen- 
aufzunehmen, um seine Verpflichtungen zu er 
füllen, scheiterten. In seiner Not veruntreute 
er in der Zeit vom Herbst 1933 bis Oktober 
1935 einen Betrag von 206 RM., indem er 
eingezahlte Krankenkassenbeitrüge nicht ab 
führte. Nach Aufdeckung der Verfehlungen 
hat er den Betrag mit Hilfe seiner Verwandten 
wieder zurückbezahlt. Wegen fortgesetzter 
Untreue wurde St. vom Flensburger Schöf 
fengericht zu einer Gefängnisstrafe von zwei 
Monaten und zu einer Geldstrafe von 50 RM. 
verurteilt. 
rrhültnisse gekommen, die darauf zurückzn- 
Es blieb bei dem versuchten Einbruchsdiebstahl 
eg. Flensburg, 11. Juni. Um seine Schul 
den bezahlen zu können, hatte der erst 
19 Jahre alte W. aus Bögelhuus zusammen 
mit einem anderen jungen Mann beschlossen, 
sich Geld durch einen Einbruch in das Post- 
gebäude in Wesby zu beschaffen.»Jìşş April d. 
Js. gingen sie nach Eintritt der Dunkelheit 
nach der Post, losten von einem Fenster den 
Kitt und waren gerade im Begriff, die Scheibe 
herauszunehmen, als sie ein Geräusch in dem 
Gebäude vernahmen und nun die Flucht er 
griffen. Wegen Einbruchsdiebstahls hatte sich 
W. vor dem Flensburger Schöffengericht zu 
verantworten. An sich steht auf Einbruchsdieb 
stahl eine Zuchthausstrafe, und nur bei Vor 
handensein von mildernden Umständen kann 
auf eine Gefängnisstrafe erkannt werden. 
Das Gericht prüfte auch, ob in diesem Falle 
die Amnestie Anwendung finden kann, da es 
bei dem Versuch geblieben ist. Der junge 
Mann hat aber später seinem Vater einen 
größeren Geldbetrag entwendet, von dem er 
einen Teil verbrauchte, bis er in Baden ver- 
èlus der KoràrsMe des Timm 
SiLVers in EMhühren 1CW 
Quelle: Staatsarchiv in Kiel. 
^^is zur Aufhebung der Flurgemeinschaft im 
pahre 1823 hatten die Bauern in Embühren 
dem landesherrlichen Hauler Gehege Hau-, 
«uk, ' " « 
Pllch- und Weidegerechtigkeit. Bei der Aufhe- 
evrss V ^ ... f! — IX 
, Ug öer Allmende wurden sie dafür mit Höl- 
'Pngeu und unurbaren Heide- und Moorlün- 
freien abgefunden. Wer vor 1823 gezwungen 
-Gr zu bauen, hatte Anspruch auf unentgelt 
iche Lieferung von Bauholz aus dem Gehege, 
,,°ch sollten die Bäume für diesen Zweck nur 
ach Anweisung der Forstbeamten geschlagen 
ş rrüen. Diese Vorschriften wurden aber vicl- 
ş ch nicht eingehalten. Die Bauern suchten und 
mnden Bäume, die ihnen geeigneter erschienen 
Js die angewiesenen. Wenn die Forstbeamten 
Pf dem Posten waren, mußten die Bauern 
S x Verfahren mit Holzbrüche büßen. In den 
?rstantenlisten des Staatsarchivs finden sich 
GÜrsach Fälle von Holzbrüche für Bauern 
"s Saale. 
Keiner hat schwerer büßen müssen als der 
Gllhufner Timm Sievers in Embühren. Er 
Ztte 1693 oder 1694 ein neues Wohnhaus er 
füll Es ist 1912 unter dem Besitzer Markus 
Grbs abgebrannt. Wer das Haus noch gekannt 
fll wird sich gewiß gewundert haben über die 
deraus schweren eichenen Balken über der 
Men Diele. Auch die Sparren waren wie 
j.ņich aus Eiche, denn Nadelholz fehlte noch 
unsern Waldungen, aber hier waren sehr 
,drke Stämme verwandt worden, die man 
o, uzmeise aufgeschnitten hatte. Bevor das 
§?us einen Schornstein erhielt, hatte der 
tzduch das Holz vorzüglich konserviert. An 
Tu Sparren war noch zum Teil die Rinde er 
halten. 
aufgedeckt und es wurde entsprechend der gu 
ten Wahl über ihn eine Holzbrüche verhängt, 
daß ihm die Augen übergehen konnten. Er 
weigerte sich zu zahlen und erklärte, daß sein 
Hof diese Last nicht tragen könne. Er wandte 
sich mit einer Beschwerde an den damaligen 
Amtmann, einen Markgrafen von Branden 
burg-Kulmbach, der ein Verwandter des Kö 
nigs war und auf Gut Drage residierte. In 
seinem Schreiben erklärt er, das angewiesene 
Holz sei kein Bauholz gewesen, sondern nur 
Feuerholz. Er bat darum, die Brüche nieder 
zuschlagen. Sie gehe weit über seine Leistungs 
fähigkeit. Zum Beweise verweist er auf sein 
geringfügiges lebendes Inventar: 5 alte 
Pferde, 2 kleine Füllen, 5 Kühe, 4 junge Be 
ster, 4 Kälber, 2 alte Schweine und 8 kleine 
Ferkel. Der Amtmann schickte die Eingabe zum 
Bericht an seinen Stellvertreter in Rendsburg. 
In sehr devoten Ausdrücken empfiehlt die 
ser, von der Brüche nichts zu erlassen. Der Hof 
des Timm Sievers sei einer der besten im 
ganzen Amte Rendsburg, und wenn er nur 
über ein so kümmerliches lebendes Inventar 
verfüge, so könne es nur an einer schlechten 
Wirtschaftsführung liegen. Er kenne genug 
Bauern, die aus dem Hofe etwas ganz anderes 
herauswirtschaften würden. 
Die Holzbrüche blieb nach diesem Bericht na 
türlich bestehen. Da Timm Sievers nach wie 
vor erklärte, nicht zahlen zu können, wurde 
gegen ihn das Konkursverfahren eröffnet. Der 
Konkursverwalter stellte zunächst die Schulden 
fest. Eingetragene Schulden waren nicht vor 
handen. Vom Bau her standen nur noch einige 
unbedeutende Handwerkerrechnungen aus. 
Von Bedeutung war nur allein die allerdings 
sehr hohe Holzbrüche. 
Am 23. Januar 1696 erfolgte eine Inventar 
aufnahme. Darin sind verzeichnet: 12 alte und 
2 junge Pferde, 14 Kühe, 7 junge Bester, 8 
Kälber, 16 Schafe, 2 Schweine, 3 Pflüge, 2 
Eggen, 4 Wagen, 6 aufgemachte Betten, 2 Gra 
pen, 8 Forken, 10 Tonnen Roggen, 16 Tonnen 
Roggen im Stroh, 2 Tonnen Buchweizen und 
3 Tonnen Buchweizen zur Saat usw. 
Ob für jene Zeit unter Berücksichtigung der 
Größe der Stelle das Inventar als geringfü 
gig zu gelten hat oder nicht, entzieht sich unse 
rer Beurteilung, aber soviel ist ersichtlich, daß 
Timm Sievers nicht zahlungsunfähig war. 
Sein Starrsinn nützte nichts,' er mußte zahlen. 
Da ein anderer Bauer des Dorfes namens 
Sievers bereit war, für ihn die Bürgschaft zu 
übernehmen, wurde der Konkurs aufgehoben. 
Die schöne Stelle blieb im Besitz der Familie 
bis auf den heutigen Tag, wenn auch bei mehr 
fachem weiblichem Erbgang der Name Sievers 
auf ihr erloschen ist. 
Im Jahre 1706 teilte Timm Sievers die 
Vollhufe. Für seine Tochter Grete Sievers 
trennte er eine Halbhufe ab. Sie verheiratete 
sich mit Jürgen Bollert aus Haale. Durch 
weiblichen Erbgang ist auf dieser Stelle der 
Name Votiert erloschen. Besitzer ist heute Her 
mann Trede. 
Auf der Stammstelle ist seit 1700 viermal 
weiblicher Erbgang erfolgt. Zweimal heiratete 
ein Sievers aus dem Dorf die Erbtochter, 1869 
Detlev Harbs aus Holtdorf. Dessen Enkelinnen 
haben die Halbhufe 1930 geteilt. Die älteste 
heiratete Detlev Struve von Wienböken, die 
zweite Otto Hebbeln aus Lütjenwestedt. 
Die Hufe des Timm Sievers war eine der 
beiden ersten Stammhufen des Dorfes und 
wohl schon seit der Dorfgründung in der glei 
chen Familie. Die jetzigen Bauernfamilien 
Trede, Struve und Hebbeln können ihren 
Stammbaum auf sie zurückführen. Die ehema 
lige Vollhufe har vor 1706 ein Areal von ettva 
180 Hektar umfaßt, wobei allerdings das Land 
eingerechnet ist, was 1823 bei der Aushebung 
der Allmende den beiden Halbhufen zufiel. Der 
Stellvertreter des Amtmannes hatte also 1694 
die Leistungsfähigkeit der Stelle richtig einge 
schätzt. Es wäre beklagenswert, wenn 1695 der 
Konkurs durchgeführt worden wäre. 
Hinrich Sievers, Altona 
hastet wurde. Wegen seiner Jugend und bis 
herigen Unbescholtenheit wurde eine Gefäng 
nisstrafe von zwei Monaten als ausreichende 
ühne angesehen. 
Die B§rMSgLNSVLrtzUtm??L 
Lirres Bmlern ssr 200 Zschrerr 
Nach dem Lesen der Ucbcrschrist wird sich 
icher inanch einer sagen, was kann ein Bauer 
viel an Vermögen vor 200 Jahren besessen 
haben'? Trotzdem mir viele alte Akten bekannt 
iind, war ich selbst über den Reichtum er- 
taunt. 
Es handelt sich hierbei um die Hinterlaffen- 
chaft von Marx Ehlers (aus Hamdors) und 
Antje Ehlers, welches der Vcrmögcnsvcrwal- 
ter aufnehmen und versiegeln ließ. Tie auf 
gezählten Gegenstände nehmen einen Raum 
von 12 Seiten an, und schon ails diesem 
Grunde bin ich gezwungen, nur einen kur 
zen Auszug zu bringen. Ich nehme aber an, 
daß von den Möbeln, Schmucksachen usw. noch 
heute etwas bei den Erben vorhanden ist. 
1. An barem Geld war vorhanden: 
Mark Schilling 
In einem versiegelten Beutel 131 12 
Dänische Kronen 106 
In einem ledernen Beutel 212 
An Species Mark 377 
Doppelte und nieselte Dukaten 140 
Courant 
Dänische Kronen 
Specie Mark 
An Schmuck: 
Silberne Kette von 4 Loth 
Silberne Knöpfe und Haken 
8 silberne Löffel 
600 
63 
43 
5 
115 
31 
1777 
An Bett und Bcttsgcwand 
etwa für 
4. An Kleider etwa für 
An Leinen-Grät etwa für 
6. An Zinnenzeug: 
19 zinnerne Schüssel, wiegen 
46 Pfund 
10 Teller, 1 Schale 
5 Kannen 
2 Schüsseln, 2 Teller, 2 Butter- 
teller 
1 zinnerner Pott 
2 alte Schalen 
2 Leuchter 
1 Schale, 1 Flasche 
an Messing: 
2 Leuchter, Lichtschcren, Grapcns, 
Kessel usw. etwa 
An Kupfer: 
2 kupferne Kessel 
8. An hölzern Zeug 
9. An Bücher, Gläser, Spiegel, 
Krüge 
10.2 Kühe 
11. Ausstehende Gelder etwa 
21 
Hiervon gehen ab: Dienstlohn, 
Begräbnis, Teilungskosten 
11 
60 
5000 
7487 
571 
6916 
Dieses Geld bekamen: 
1. Von der Erbverlasserin-Seite --- l A 
Jacob Carstens, ihr Bruder, in Hohn, 
Bruderkinder zu Sorgbrück — 2 Personen, 
Bruderkinder zu Bergenhusen (4- 1 Erbe 
aus Neumünster), 
Bruderkinder zu Hösten = 6 Personen. 
2. Bon Marx Ehlers Seite — 54 
Seine Schwester Anna Goschen-Hamdorf, 
Schwesterkinder in Hamdors (5 Personen), 
Schwesterkinder zu Bargstall (2 Personen), 
Schwesterkinder zu Rendsburg, 
Schwcsterkinder auf Bokelhop, 
Bruder-Tochter-Kinder zu Rendsburg. 
Die Summe mm 7000 Mark machte damals 
den Betrag von 280 Kühen aus. 
Ein ähnlicher Nachlaßbrief ist auch von Eg 
gert Ehlers-Hamdorf vorhanden. 
Rudolf C a r st c n s c n, 
Großbnchwald über Neumünster. 
IF!3€H' 
11. Juni 193&.abds 
6 H16 
Warsch. 
Wetteraussichten für Sonnabend, d. 13. Juni: 
Mäßige, über West rückdrehende Winde, wolkig 
bis bedeckt, zunehmende Nieöerschlagsneigung. Im 
weiteren Binnenlande gewittrig, mäßig warm. 
- -V : 7 
. .
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.