Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Toni Zaggler / 
Urheberrechtsschutz durch Berlagsanstalt Mauz, 
München. 
31) Nachdruck verboten. 
Rudolf ist maßlos verblüfft. Er hat bei sei 
nem Vater auf starken Widerstand gerechnet. 
„Was sagt denn der Brandl dazu?" fragt 
der Senior weiter. Rudolf zuckt die Achseln. 
„Ich weiß es nicht. Bisher hab ich auch mit 
dem Mädl noch nichts Bestimmtes bespro 
chen." 
„Der Brandl ist zwar ein vernünftiger 
Mann. Aber immerhin, es.könnte sein, daß 
er gegen eine solche Verbindung ist. Was 
dann?" 
Rudolf meint etwas unsicher: 
„Wir hätten allerdings die Möglichkeit, ihn 
dazu zu zwingen." 
„Ganz richtig, mein Junge. Ich hab gar nicht 
geglaubt, daß du so praktisch denken kannst. 
Also, versuch es einmal, und wenn du auf 
geradem Wege nichts erreichst, dann muß man 
eben Druck dahinter setzen." 
Alle beide lachen. Der Alte dröhnend und 
laut, wie es seine Art ist, der Junge zieht nur 
den linken Mundwinkel herab. 
Der fernen Moni, über die hier verhandelt 
wird, singen die Ohren. Wird sicher der Toni 
sein, der jetzt an sie denkt, mutmaßt sie freudig 
erschreckt... 
Werbung um Mouika. 
Der Brandl geht mit dem Kerber vom Holz 
schlag herunter. Wieder hat ein schönes Stück 
Wald daran glauben müssen. Dem Brandl 
blutet das Herz dabei. Aber es hilft nichts. 
Er braucht bares Geld. Mit den Steuern ist er 
im Rückstand, der Stall bedarf der Erneuerung 
und die Dicnboten wollen, wenn die Woche um 
ist, ihren Lohn. 
Es ist ein milder Vorfrühlingstag. An den 
Bäumen stehen die Knospen, prall und bereit, 
jeden Augenblick sich zu entfalten. Auf den 
Wiesen recken sich schüchtern die ersten Blumen 
in der jungen Sonne und die Wolken sind 
schon rund wie im Sommer. 
Schweigend gehen die Männer nebeneinan 
der her. 
„Immer noch nicht überlegt?" meint Kerber, 
als sie vom Wald heraus in einen Feldweg 
einbiegen. 
Der Brandl schüttelt den Kopf. 
„Herr Kerber, was hab ich dabei zu über 
legen? Ihr Antrag ehrt mich natürlich. Aber 
es ist der Monika ihr Sach, darüber zu ent 
scheiden. Drängen tu ich sie auf keinen Fall." 
„Sollen Sie auch gar nicht. Absolut nicht 
drängen!" 
„Die Monika is auch noch jung", wehrt der 
Brandl leise ab. 
„Was heißt jung! Ich habe meine Frau mit 
achtzehn Jahren geheiratet. Und wie gesagt: 
es braucht ja auch nicht Hals über Kopf zu 
gehen. Die Hauptsache ist vorerst, daß die jun 
gen Leute sich einig werden." 
Während die zwei langsam gegen Sintsbach 
Hochlandsroman von Hans Srnft 
wandern, steht der Kerber junior bei Monika 
im Garten und spricht auf sie ein. 
„Können Sie mir denn immer noch kein 
Wort sagen, das mich hoffen ließe?" 
Monika richtet sich von ihrer gebückten Stel 
lung auf, stützt die eine Hand auf den Spaten 
und schiebt mit der anderen das weiße Kopf 
tuch in den Nacken, weil ihr bei der Arbeit 
warm geworden ist. 
„Ich hab Ihnen doch das letzte Mal schon 
g'sagt, daß Sie sich keine Hoffnungen machen 
sollen." 
„Warum denn nicht. Ist mir vielleicht schon 
ein anderer zuvorgekommen?" 
Monika blickt nachdenklich über ihn weg. 
Wenn sie ihm jetzt sagt, daß dies der Fall sei, 
dann hätte sie vielleicht Ruhe vor dem zu 
dringlichen Werber. Aber etwas in ihr sträubt 
sich dagegen, und sie sagt: „Nein." 
„Na, also", sagt Rudolf, wieder angefeuert. 
„Wenn dies nicht der Fall ist, warum sträu 
ben Sie sich dann dagegen? Sieh einmal, 
Mouika" — er sagt plötzlich du zu ihr —, „was 
bist du hier, wenn du einmal einen Bauern 
nimmst? Du hast nur Arbeit, Sorgen und 
Pflichten. Bei mir hast du ein sorgenloses Le 
ben, du kannst dir jeden Wunsch erlauben. 
Ucberlege dir das einmal ganz genau, Moni 
ka." Er faßt nach ihrer Hand, die immer noch 
auf dem Spaten liegt. „Ich liebe dich, Monika. 
Liebe dich, wie nichts sonst auf der Welt." 
Monika blickt in seine Augen und erschrickt 
fast vor der heißen Flamme, die ihr daraus 
entgegenbricht. Ein tiefer Atemzug hebt ihre 
Brust. 
„Darf ich offen mit Ihnen reden?" 
„Sag nur „du" zu mir. Bitte, sag 's." 
„Also gut. Du sagst, du hast mich gern. Das 
kann schon sein. Was aber nützt dös alles, 
wenn ich dich net gern haben kann." 
Rudolf ist über dieses Geständnis in seiner 
Eitelkeit tief getroffen. Aber er lächelt. 
„Ich habe keine Liebe verlangt. Du sollst 
mich erst kennen lernen, dann wirst du mich 
auch lieben." 
Monika schüttelt seine Hand ab. Ihr Blick 
sucht Wald und Berge. Dann sagt sie fest: 
„Nein, das kaun ich nie. Das weiß ich be 
stimmt." 
„Man täuscht sich manchmal, gerade in solchen 
Dingen, die das Herz angehen. Nichts ist so 
unberechenbar wie das Herz." 
„Ich täusch mich net", sagt Monika kurz 
und stößt den Spaten von neuem tief in die 
weiche Erde. 
Rudolf wendet sich beleidigt ab und geht auf 
das Haus zu. In der Stube wartet die 
Brandlin schon auf ihn. 
„Und? Was sagt sie jetzt, die Monika?" 
„Sie will einfach nicht!" stößt Rudolf ärger 
lich heraus. 
„Aber Herr Kerber! Sie dürfen sich bloß 
net einschüchtern lassen. So ein Glück für un 
ser Madl! Das hätt ich mir nie träumen las 
sen. Haben S' nur ein bißl Geduld, Herr Ker 
ber. Was ich als Mutter tun kann, das 
g'schieht. Auf mich können Sie sich verlassen. 
Was sagt denn Ihr Herr Vater dazu? Weiß 
er es schon?" 
„Natürlich weiß er es. Er drängt mich so 
gar zum Heiraten. Es muß eine Frau in 
unser Haus. Schon siebzehn Jahre, seit meine 
Mutter tot ist, schaffen wir mit fremden Leu 
ten." 
Rudolf starrt zum Fenster hinaus auf 
Monika. Ein Bild frischer Jugend und un 
verbrauchter Kraft. Mit solch einem jugend 
frischen Mädl könnte er sich schon auch in der 
Stadt zeigen,' den nötigen Schliff würde er ihr 
bald beibringen. Nein, er wird die Moni 
nicht mehr auslassen. Und er wendet sich an 
die Brandlin. 
„Ich wäre Ihnen natürlich sehr verbunden, 
ist immer 
hilfsbereit. 
Ranch alte §rau hat er schon über 
die Straße geführt. §ür andere 
ist er hinüber gesprungen, um da» 
Gewünschte zu besorgen. Am 
liebsten holt er Or. Getter- 
Erzeugnisse) denn die kennt er 
am „hellen Kopf", und er weiß, 
»aß sie gut find. Achtung- 
ausfchneiüen! Preisaufgabel 
Die Stadt der Reichspartertage wird schöner. 
Ein Blick auf die Haupttribüne des Zeppelinfeldes, das jetzt einer durchgreifenden 
Neugestaltung unterzogen wird. Das Eisengerüst im Hintergrund dient der Auf 
stellung des Säulenabschlusses. Die Säulen werden aus deutschem Naturstein errich 
tet und erhalten eine Höhe von 20 Meter. (Heinrich Hoffmann, K.) 
wenn Sie mir behilflich sein könnten, das 
Mädl umzustimmen." 
„Ich Habs Ihnen ja g'sagt. Nur Geduld 
müssen S' haben. Ein kleins bisserl Geduld. 
Wenn Sie das nächste Mal kommen, sieht die 
Sach schon anders aus. Ich kenn mein Mädl. 
Die hat meinen praktischen Sinn. Und ich 0^ 
ja schon allweil gesagt: Meine Moni ist zu fei» 
für einen Bauern. Die is zu was Besserem 
geboren." 
Die beiden können nicht mehr weiterreden, 
weil der Brandl mit dem Kerber die Stube 
betritt. 
Kurz darauf fahren die beiden in ihrem Wa 
gen aus dem Hof. 
Als Monika bei Einbruch der Dämmerung 
den Spaten aus der Hand legt und in die 
Stube geht, empfängt sie die Mutter mit der 
Frage: 
„Was hat denn der Herr Rudolf g'sagt?" 
„Ach der!" macht Monika und trocknet sich 
die Hände ab. 
„Aber du wirst doch net unfreundlich mit 
ihm g'wesen sein?" erschrickt die Brandlin. 
„Hätt kein Grund, mit ihm unfreundlich zu 
sein." 
„Das wär auch ganz verkehrt. So eine Par 
tie darfst dir net auskommen lassen." 
Monika geht an den Schalter und knipst das 
Licht an. 
„Was für eine Partie? Ich mag ihn doch 
net." 
„Das kommt schon noch. Verlaß dich darauf. 
Wie ich deinen Vater geheiratet hab, da hab ich 
ihn auch net so gern g'habt wie heut." 
Monika ist's einen Augenblick, als setze ihr 
Herzschlag aus. Ihre Augen bekommen einen 
harten Glanz. 
„Du hast ihn nur wegen dem großen 
genommen?" fragt sie hart und beinahe ver 
letzend. „Hätt'st du den Vater auch mögen, 
wenn er ein armer Holzknecht g'wesen wär?" 
„Ja", sagt die Brandlin nach einer Weile, 
und die Tochter senkt den Kopf,' denn sie hat 
an der zögernden Antwort erkannt, daß die 
Mutter nicht die Wahrheit gesprochen hat. 
Es wird eine Weile ganz still. Nur die große 
Standuhr tickt dazwischen. 
(Fortsetzung folgt.) 
m 
- -i 
a — a — be - 
— e — e — e — 
hen — hö — i 
— man — na — 
Silbenrätsel. 
bie — bon — bren — bro — eher — der 
ei — en — et — fant — fun — gel —- gin — 
— ing — is — kö — la — lam — le — lis 
ne — ne — nen — ner — ni — ni — pel — 
sehen — se — sen — sen — son 
■ to — um — wer — zel. 
Ģ 
Mi 
à şşM 
ï&MÜ 
ra — ri — sa — sa — sa 
— spa — tai — to 
Ans obigen 55 Silben smb 19 Wörter zu bilden, deren An 
fangsbuchstaben, von oben nach unten, und dritte Buchstaben, 
von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort ergeben. 
1. Dickhäuter, 2. Religion, 3. italienische Hafenstadt, 4. natür 
liches Heilmittel, 5. Gesäß, 6. europäische Hauptstadt, 7. weibli 
ches Jnielt, 8. Nibclungengestalt, 9. Heilanstalt, 10. Muse, 11. 
Geivur; 12. Insektenfresser, 13. landwirtschaftliches Gerät, 
14. Wirbelwind, 15. Alpcnpaß, 16. Metall, 17. Molch, 18. euro 
päischer Staat, 19. spanischer Fluß. 
rta 
Süi 
m 
ms 
Kreuzworträtsel. 
Waagerecht:!, europäisches Gebirge, 4. nordischer Dich 
ter, 7. Jagdgöttin, 3. italienische Hafenstadt, 9. Gewässer, 11. 
Handwerkszeug, 13. Tierhaut, 15. Haarschmuck, 17. Raubtier, 
18. englische Schulstadt, 20. Teil des Rades, 23. Orientierunas- 
mittel, 26. türkischer Titel, 27. Hunncnkönig, 28. wohlhabend. 
29. Verwandter, 30. Abfall. — Senkrecht:!. Männername. 
2. Laubbaum, 3. Sinnesorgan, 4. Insektenfresser, 5. Ticrkörper- 
teil, 6. Tageszeit, 10. Gefahr für Schiffe, 11. schnell, rasch, 12. 
Flachland, 14. männlicher Vorname, 16. Papageienart, 18. 
Metall, 19. Schreibhilfsmittel, 21. gewalztes Metall, 22. Baum. 
24. Fisch (Mehrzahl). 25. Verpackungsgewicht. 
m 
'Ş 
\ :■ mm 
mi 
Billige Fahrt. 
„Drei Segel" sind mein Hab' und Gut. 
Du fragst mich, was man damit tut? 
Ein Zeichen nur brauchst du umzuplaciercn, 
und sorglos kannst du durch die Welt klischieren, 
denn was die Fahrt kostet, ob wenig, ob viel, 
du hast's ja und wählst nur noch das Reiseziel. 
Magisches Gitterrätsel. 
a — a — a — a — a — c — c — e — e — e — e — h — i 
— i—k — k — k — k — 1 — 1 — m — m — 0 _ r — r _ 
r — r — r — r — s — s — s — s 
Aus obigen Buchstaben bilde man Wörter, die, waagerecht 
„ Doppel-Pyrmmdenrätsel: 1. a, 2. Ar, 3. Arm, 4. Ralim, 
5. Mauer, 6. Mauser, 7. Masuren, 8. Maserung, 9. Grausen, 
10. Gauner, 11. Anger, 12. Gera, 13. Ger, 14. er, 15. e. 
Aus der Lösung kann man hören: 1. (F) liefen, 2. (E)norm, 
3. (R)adler, 4. (S)turm, 5. (E)strich, 6. (N)acht, 7. (G)astronom, 
8. (E)pik, 9. (L)ukas, 10. (D)rache. — Fersengeld. 
Silbenrätsel für in der Fliegerei Bewanderte. 1. Rumpler, 
2. Zeppelin, 3. Rohrbach, 4. Plncschow, 5. Lilienthal, 6. Lange- 
chaps, 7. Aerodroni, 8. Drachenflieger, 9. Aichelc, 10. Tribuene. 
— Richthofen. 
Rcchensportaufgabe: 
lüM 
E 
4 I 5 I 81 
toi 7 iarsrrn 
IM 
Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1. Spessart, 7. Tor, 8. 
Eber, 9. Elbe, 11. Obi, 12. Elk, 15. Mob, 17. Ida, 19. Seni. 
21. Null, 22. Ton, 23. Grisette. — Senkrecht: 1. Sterling, 
2. Pol, 3. Erbe, 4. Abo, 5. Rebe, 6. Trichine, 10. Elni, 13. Kos, 
14. A-Dur, 16. Bett, 18. Ali, 20. Rost 
Bridge-Aufgabe: 
1. 0-3, 5, *3, <>9 
2. 09, D, 3, 6 
3. 07, 8, chK, ÖD 
4. *5, 9, D, K 
5. .>10, A, B. 04 
6. *>7 - 
B in Abwurfzwang, gibt er OKönig, so macht Z, nachdem 
er -> gestochen hat, OBube und zieht dann O. Gibt B ein O, 
so Nlacht Y noch zwei OStiche. 
2a. OD, 7, 8, chK 
3. 06, 9, D, 3 
4. chD, K, 5, 9 
5. •><;, A, B, 04 
6. *7 - 
B wieder in Abwnrfzwang, weiter wie oben. Y, Z Machen 
und senkrecht gleichlautend, in die Figur einzusetzen sind. 
1. Wechselfieber, 2. Galakiitsche, Staatswagcn, 3. Frucht. 
Geleitet von W. Koppe. 
Aufgabe Nr. 10. 
Hinterhand reizt bis 120, Mittelhand hält 120 und spielt 
Groß-Spiel aus der Hand mit folgenden Karten: 
sch.?) 
+ T + 
*++ 
+ + 
0 
c? 
<2> Q 
Q L>. 
Mittelhand gewinnt sein Groß-Spiel und erhält 66 Auge«. 
Hinterhand hat folgendes Blatt:
	        
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