letzte Dinge ringender Hamlet, Schillers Mar
quis Posa und sein Don Carlos, Ibsens grü
belnder Peer Gynt, Strindbergs, Kleists,
Hebbels, Grabbes, Moritz Jahns, Hamsuns,
Bluncks, Streuvels, Bestes, Grieses, Wie-
cherts, Mahls, Hinrichs Zeichnungen — mit
tönen sind nur einige Namen genannt — sind
Gestalten, die den niederdeutschen Menschen
zutiefst erregen können.
Ms ewige Versuchung stellt der nordische
Schiüsalsglaube den Menschen unserer Land
schaft zwischen Teufel und Gott, zwischen die
Zucht, die Ordnung und das Chaos. So tritt
uns der nordische Mensch in den alten Mythen
der Edda entgegen. So gestalten ihn Bach und
Beethoven in den gewaltigen Tonsymphonien,
îo zeichnet ihn uiļs Dürer in seinem Gemälde
„Ritter, Tod und Teufel". Der Niederdeutsche
ist nie frei von einer geheimen, prüfenden
Skepsis. Einer seiner Haupteigenschaften
dürfte sein, daß er seine Fragestellungen
kühler auswirft und nüchterner, sachlicher zu
beantworten sucht, als es vielleicht anderwärts
der Fall ist.
Die Feststellung der eigenen Art und Hal
tung können keine Wertung anderer Land
schaften in sich schließen. Dem Niederdeutschen
litzgt eine überhebliche Wertung des Südens
schon darum nicht, weil in ihm die Sehnsucht
in freiere, sonnigere, hellere Bereiche — siehe
auch die ganzen Südzüge nordischer Menschen
— viel zu mächtig ist.
Deutschland liegt als eine Ordnungsinsel im
Chaos der Welt. Der Deutsche unserer Zeit
hat sich der sich hieraus ergebenden Gefahren
lage bewußt zu werden. Eine niederdeutsche
Bewegung hat schlechthin deutsche Aufgaben zu
erfüllen. Wir empfinden es als unseren
deutschen Auftrag, in der Sprache und Ge
bärde unserer Landschaft, die im niederdeut
schen Raum ruhenden Kräfte anzusprechen, sie
zu binden, einen Ordnungs- und Führungs
kern wachsen zu lassen und die freigelegten
Energien als unseren niederdeutschen Beitrag
zum Reich in den Gesamtstrom einströmen zu
lassen. Niederdeutschland liegt auf der Brücke
zwischen Nord und Süd. Man kann an
nehmen, daß sich diese Arbeit auch zwangs
läufig in einer zunehmenden kulturellen Ver
ständigung der nordischen Völker unterein
ander auszuwirken vermag.
Ein besonderer Auftrag ist Niederdeutsch
land auch noch durch seine Lage als deutsches
Tor zur Welt überantwortet.
Die Vereinigung „Niederdeutsches Ham
burg" umfaßt neben kulturtragenden Stellen
der Partei und des Staates bereits fast sämt
liche vor der Partei liegenden Vereine und
Verbünde. Aufgabe der Vereinigung Nieder
deutsches Hamburg muß sein, als steter Mah
ner und Mittler einer niederdeutschen Ent
wicklung das kulturelle Gesicht unserer Stadt
und unseres Raumes verstärkt herauszuarbei
ten. Das Leben der zahlreichen Vereine und
Verbände gilt es in diesem Sinne zu aktivie
ren. Die hier maßgeblichen Männer sollen den
Mitgliedern ihre Heimat lebendig werden
lassen, ihren Blick über ihren engeren Heimat
bereich hinaus in das weite Kampfseld der
Welt heben, sie an den Werken unserer großen
Meister den Höhenflug lehren, an Hand der
Geschichte auf ihre Verpflichtung gegenüber
‘V'n niederdeutschen Aufgaben hinweisen, si»
hineinstellen in die gesamtdeutsche Aufgabe,
mit anderen Worten also vorbereiten auf das,
was wir die totale geistige Mobilmachung un
seres Volkes heißen.
Bei aller Anerkennung einer notwendigen
volkskundlichen und volkstümlichen Forschung
und Brauchtumspflege wird eine starke nieder
deutsche Bewegung nicht rückwärts, sondern
stets nur vorwärts schauen dürfen.
Das Niederdeutsche ist unsere Kraft schlecht
hin, pflanzen wir unsere Fahnen auf Höhen,
die weithin sichtbar sind.
Ein zwangloses Beisammensein führender
Männer aus dem niederdeutschen Kultur
leben im Reichshof bot Gelegenheit zu einer
eingehenden Aussprache über die brennenden
Fragen der Gegenwart und der nahen Zu
kunft.
LuMerre über SslsàîMd
und den oslfnesischen Inseln.
DNB. Berlin, 12. Juni. Das Reichsluft
fahrtministerium teilt mit:
Der Luftraum über dem Gebiet von Norder
ney (mit Ausnahme der Insel Norderney) —
Wangerooge — Rote Sand — Wesermünde —
Elsfleth — Oldenburg — Leer — Aurich —
wird in der Zeit vom 16. Juni 1936, 18 Uhr,
bis 18. Juni 1936, 2,90 Uhr, für alle Luftfahr
zeuge gesperrt.
Den Flugzeugen des planmäßigen Luftver
kehrs ist das Durchfliegen des Luftsperrgebie
tes in einer Höhe unter 600 Meter gestattet.
Zuwiderhandlungen werden nach dem Luft
verkehrsgesetz bestraft, sofern nicht nach ande
ren Strafgesetzen,eine höhere Strafe verwirkt
ist. Ausnahmen von dieser Verordnung kann
das Luftamt Hannover zulassen.
* # *
Die englische Himalaja-Expedition plant,
wie aus Kalkutta gemeldet wird, trotz des an
Stärke ständig zunehmenden Monsums noch
einen letzten Versuch zur Besteigung des
Mount Everest. Die Expedition hat ohne Mor
ris und Humphries in der Nähe des Ronbuk-
Gletschers angesichts des Gipfels Lager bezo
gen. Für die Besteigung soll ein neuer, bisher
noch nicht versuchter Weg eingeschlagen wer
den.
Streiflichter aus der
Eine Wendung àter der Ueberschrift „Hofs-
Englands an nung auf ein neues Locarno"
Deutschland. veröffentlichen „Times" den
Bericht ihres Berliner Kor
respondenten über das Vorwort, das Botschaf
ter von Ribbentrop für die Sammlung diplo
matischer Dokumente von den Vorverhand
lungen zum Locarno-Vertrag bis zu dem
kürzlich von der britischen Regierung an die
deutsche Regierung übersandten Fragebogen
geschrieben hat. In dem Bericht der briti
schen Zeitung wird unter anderem von Rib-
bentrops Meinung vermerkt, daß nach den
vielen Verletzungen an Sinn und Wortlaut
des Locarno-Vertrages durch die nichtdeutschen
Partner die Rheinlandsbesetzung genau so
selbstverständlich sei, wie die Nacht dem Tage
folge. Es heißt in dem Artikel weiter, daß
sich Deutschland über die Wiedererlangung der
Souveränität in bezug auf den Rhein in kei
ne Unterhaltungen einlassen werde. Die Tat
sache der wiedererlangten Souveränität habe
die Vorbedingungen für einen Geist und eine
Atmosphäre der Versöhnung zu schaffen,
welche allein möglich sei unter gleichberechtig
ten Staaten. Es sei Deutschlands ernsthafte
ster Wunsch, mit den Nachbarländern einen
ehrenhaften und dauerhaften Frieden zu
schließen und ein neues Locarno im Westen
auszubauen.
*
Zwei Urteile zur Die Turiner „Stampa" be-
Chamberlain-Rede zeichnet die Erklärungen
aus Italien. des britischen Schatzkanz
lers Chamberlain als das
logischste und bündigste Dokument, das man
von englischer Seite seit dem Beginn der „abes-
sinischen Angelegenheit" besitze. Es müsse vor
allem unterstrichen werden, so betont das Blatt,
daß ein sehr maßgebendes Mitglied des briti
schen Kabinetts rückhaltlos den Fehlschlug des
Sanktionsexpcrimentes zugegeben habe. Ita
lien verfolge die Entwicklung, die eine entschei
dende Wendung mit sich bringen könnte, mit
größter Aufmerksamkeit. Die Abschaffung der
Sühnemaßnahmen sei ein Akt, der der Ent
wicklung einer neuen europäischen Lage voran
gehen müsse. Frankreich trage die Verantwor
tung für eine Politik, die nicht nur mit dem
Geiste und dem Buchstaben genau festgelegter
Abmachungen in Widerspruch stehe, sondern
unsinnig und gefährlich werden würde.
Vom halbamtlichen „Giornale d'Jtalia" wird
die Rede des Schatzkanzlers Neville einer ein
gehenden und im wesentlichen zustimmenden
Prüfung unterzogen. Das Blatt verweist dabei
besonders auf die natürlichen Berührungs
punkte, die zwischen England und Italien in-
bezug auf die „neuralgischen Punkte" am
Rhein, in Mitteleuropa und im Mittelmecr be
ständen, und betont, daß Italien während sei
nes harten Abwchrkampfes gegen den Sank
tionskrieg immer alle Türen für eine euro
päische Zusammenarbeit großen Stiles offen
gelassen habe und zu einer solchen Zusammen
arbeit auch bereit sei.
Worte und Taten
in Oesterreich.
In seiner bedeutsamen
Rede beim Appell der
Vaterländischen Front in
Wien ist der österreichische Bundeskanzler u. a.
auch auf das Verhältnis Oesterreichs zum
Dciltschen Reich zu sprechen gekommen und hat
dabei ein erfreuliches Bekenntnis Oesterreichs
zum deutschen Kulturkreis ausgesprochen.
„Wir haben keinen Anlatz," so sagte er, „eine
Mauer aufzurichten." Die Genugtuung über
dieses Bekenntnis zum deutschen Kulturkreis
scheint aber leider verfrüht zu sein, denn be
reits einen Tag nach der Rede des Bundes
kanzlers hat sein eigenes Amt, nämlich das
Bundeskanzler-Amt, u. a. ein Buch verboten,
das seit 14 Jahren unangefochten in Oesterreich
gelesen und verbreitet werden konnte und ge
rade eines von denen ist, in dem die Einheit
des deutschen Kulturkreises zum Ausdruck
kommt. Es sind „Die13Büchcrderdeut-
s ch e n Seele" von Wilhelm Schäfer. Das
Werk ist zum ersten Mal erschienen im Jahre
1922 und hat seither Auflage um Auflage er
lebt. Es ist in seinem Inhalt durchaus unver
ändert geblieben und selbst das Wort Natio
nalsozialismus kommt auf seinen 408 Seiten
nicht ein einziges Mal vor. Staatspolitische
oder sicherheitspolitische Gründe können dem
nach für ein solches Verbot nicht maßgebend
gewesen sein. So bleibt nur übrig anzunehmen,
daß wir jetzt auch in diesem Falle mit jenen
Mauerleutcn zu tun haben, die unablässig be
müht sind, zwischen dem deutschen Volk im
Reich und in Oesterreich jene trennende Mauer
aufzurichten, die der österreichische Bundes
kanzler einen Tag vor diesem Verbot abge
lehnt hat, weil er für die Oesterreicher ein Be
kenntnis zum deutschen Kulturkreis ausge
sprochen hat.
ck
Der Bolschewismus J-r Moskau läuft zur
als Kriegshetzer. eut 3ülm, der
man höre und staune
— den Titel trägt „Das Vaterland ruft". —
Bekanntlich lehnt die Doktrin des Kommu
nismus den Begriff „Vaterland" grundsätzlich
ab, ebenso wie Volk und Nation, an die auch
nur zu denken dem internationalen Proleta
rier strengstens verboten ist. Man fragt sich
daher verwundert nach Gründen und Hinter
gründen jenes merkwürdigen Filmtitels und
gerät dabei an einen Artikel des „Journal de
Moscau", eines von der Komintern speziell
für die Auslandspropaganda hergestellten
Blattes. In diesem Artikel wird der „sowjet-
patriotische" Film eingehend besprochen. Es
stellt sich heraus, daß es sich um einen Kriegs
film handelt, um die Darstellung eines Zu
kunftskrieges zwischen der Sowjetunion und
einer fremden Macht, die zwar nicht direkt
beim Namen genannt, aber bildlich doch so
deutlich gekennzeichnet wird, daß selbst der
einfältigste Klassenkämpfer ohne weiteres in
den — selbstverständlich als Angreifer darge
stellten — fremden Truppen solche des neuen
Deutschlands erkennt. Der Besprechungsarti
kel des „Journal de Moscau" läßt daran kei
nen Zweifel. Wir zitieren aus ihm wörtlich
folgende Sätze: „Und dann beginnt der
Herzklopfen erregende Teil des Filmes, der
ein wahrheitsgetreues Bild des Luftkrieges,
bietet. Einer nach dem anderen der Apparate
der Sowjet-Bombengeschwader stürzt ab. Am
Horizont ist der Gegner zu sehen, man kann
ihn von weitem erkennen an dem unheilvollen
schwarzen Hakenkreuz, das er an den Flügeln
trägt." Das Blatt vergißt nicht hinzuzufügen,
daß das Moskauer Kinopublikum den Sinn
der Verwendung des deutschen Hoheitszeichens
in jenem Film wohl begriffen und verständ
nisinnig beklatscht habe.
Die neue SsWMtVerfKssmrg
Amtlich wird der Entwurf der neuen Sow
jetverfassung bekanntgegeben, der nach einem
Vortrag Stalins von dem Zentralvollzugs
ausschuß angenommen wurde. Der Verfas
sungsentwurf ist, wie es in der amtlichen
Miteilung heißt, den Werktätigen zur Begut
achtung vorgelegt worden und soll nunmehr
vom Rätekongreß beraten werden, der zu die
sem Zweck auf den 26. November d. Is. ein
berufen wurde.
Der Verfassungsentwurf besteht aus 12 Ka
piteln und 146 Paragraphen. Der erste Teil
behandelt den Staatshaushalt und die Grund
lagen des staatlichen Lebens. Im Kapitel
„Die höchsten Organe der Staatsgewalt" wird
vorgesehen, daß an Stelle der bisherigen Kör
perschaften, die die höchste gesetzgebende und
vollziehende Gewalt ausübten, und zwar des
Rätekongresses und des Zentralvollzugsaus-
schusses, der Oberste Rat der Sowjetunion
tritt, der nach der neuen Verfassung die ein
zige gesetzgebende Gewalt des Landes bilde,
während sein Präsidium zugleich die höchste
ausführende Gewalt besitzen soll. Der Oberste
Rat wird auf die Dauer von vier Jahren ge
wühlt und zwar, wie es der Entwurf be
stimmt, auf der „Grundlage des allgemeinen»
direkten und geheimen Wahlrechts". Jeder
Bürger der Sowjetunion vom 18. Jahre ab
soll das aktive und passive Wahlrecht besitzen.
Diese demokratische Maske, mit der sich die
Bolschewistische Partei bekleidet, um im Sinne
einer Verstärkung der Volksfrontidee im Ans
lande propagandistisch zu werben, wird aber
wieder in dem Artikel gelüftet, in dem es
heißt, daß das Recht der Aufstellung von
Kandidaten außer der Kommunistischen Partei
nur noch die Gewerkschaften, die Jugendver
bände, Genossenschaften und kulturellen, d. h.
ebenfalls kommunistischen Organisationen be
sitzen. Das Gleiche ist hinsichtlich der angeb
lichen „Duldung jeder Religion" zu sagen.
Dieser Satz erscheint besonders heuchlerisch, zu
mal in dem gleichen Artikel auch die Freiheit
der antireligiösen Propaganda ausdrücklich
festgestellt wird.
Tie roļe Wh in Frankreich.
Der Verband der französischen Industriellen
beziffert die Neubclastung der Industrie durch
die Arbeitergesetze auf mindestens eine halbe
Milliarde Fr. pro Jahr. Infolge der Aus
stände und der Fabrikbesetzungen der letzten
Woche seien für mehr als 200 Millionen Fr.
Auslandsaufträge zurückgezogen worden.
In Paris hat am Donnerstag das „Komi
tee für den Zusammenschluß der Volksmassen"
getagt. In der Tagung gelangte der kommu
nistische Antrag einstimmig zur Annahme, am
14. Juli, dem Erinnerungstag des Bastillen
sturms, in ganz Frankreich Riesendcmonstra-
tionen zu veranstalten, um den Sieg der Ge
werkschaften und der Arbeiterklasse zu feiern.
Eine 24stündige Arbeitsruhe wird in ganz
Frankreich ausgerufen werden.
Rote Sowjetsahnen sieht man seit Mittwoch
auf den elsässischen Gewerkschastshäusern. Sie
wurden am Mittag entfernt, prangten aber
schon am anderen Morgen wieder. Die Vor
fälle in Kolmar, wo im Hause eines Emi
granten große Mengen Munition gefunden
wurden, werden in der elsässischen Presse leb
haft besprochen.
Aus der Provinz wird u. a. gemeldet, daß
Rouen am Sonnabenömittag wegen des
Streiks der Elektrizitätsarbeiter ohne Strom
sein wird. In Lyon hatten streikende Arbeiter
ein Vezirksrathaus besetzt. Daraufhin wurde
sofort eine starke Abteilung republikanischer
Garde entsandt, die die Streikenden zwang,
das Rathaus wieder zu räumen.
*
Ķ-SîuàK-Noche von öex frsnZiMchen
Kammer geuchmW.
DNB. Paris, 12. Juni. Die Kammer hat mit
385 gegen 175 Stimmen den Gesetzentwurf
über die Einführung der 40-Stunden-Woche in
seiner Gesamtheit angenommen und sich darauf
vertagt. Der Entwurf ist am Freitagnachmit
tag sofort an den Senat gegangen.
Die Regierungssorm m Ssulsch-
Südweslafrika ein FchWag.
Ein Ausschuß der S ü d a s r i k a n i s ch e n
Union, die Mandatsmacht von Deutschsüö-
westafrika ist, ist auf einer gesetzgebenden Ver
sammlung in Windhuk einmütig zu dem
Ergebnis gekommen, daß die gegenwärtige Re
gierungsform sich als ein Fehlschlag erwiesen
hatte. Der Vorsitzende von Zyl äußerte seine
Bedenken für die Ungewißheit des Landes, zu
mal die Bestrebungen des deutschen Teils der
Bevölkerung darauf hinausgingen, daß Süd
westafrika in naher Zukunft an Deutschland
zurückgegeben werden soll. Eine Einverleibung
als fünfte Provinz unter diesen Umständen
wäre nicht angebracht.
Tschiang Kaischeks Vernunft siegte:
halt in Südchina.
Die Armeen der chinesischen Südwest-Pro-
vinzen haben nach übereinstimmenden Mel
dungen den Vormarsch nach Norden einge
stellt. Der Ausbruch des Bürgerkrieges mit
seinen unabsehbaren Folgen ist damit ver
mieden.
Der Oberkommandierende der 1. Kwantung-
armee, General Uuhan-Mau, gibt offiziell be
kannt, daß seine Truppen bei Tschentschau
Stellungen bezogen haben, um neue Befehle
abzuwarten. Von anderen Truppenabteilun
gen der gestern noch fest zum Kriege gegen Ja
pan entschlossenen Kantonregierung liegen
ähnliche amtliche Meldungen zwar nicht vor,
jedoch scheint der feste Entschluß des Marschalls
Tschiang Kaischek, den wegen der unzureichen
den Kräfte völlig sinnlosen Krieg gegen die
Japaner nötigenfalls mit allen Streitkräften
der Nationalregierung zu verhindern, die
Kwantungführer endlich zur Vernunft ge
bracht zu haben.
$lm%t Post
Rerchsmrnister Dr. Goebbels hat der Olym-
pia-Ftlm-GmbH. unter Leitung von Lcni
Riefenstahl die gesamten Verfilmungsrechte
der Olympischen Spiele des Sommers über
tragen.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht wurde vorn
Prinzregenten Paul in Audienz empfangen.
Neuerungen im höheren Luftflottenkommando.
Der Führer hat infolge des Todes von
Generalleutnant Wever eine Neuordnung der
Stellenbesetzung im Reichsluftfahrtministeri
um befohlen. Generalleutnant Kesselring, bis
her Chef des Luftwaffenverwaltungsamtes,
wurde zum Chef des Luftkommandos ernannt.
An seiner Stelle wurde Oberst Volkmann, bis
her Höherer Fliegerkommandeur im Luft-
kreis 111, mit der Wahrnehmung der Geschäfte
des Chefs des Luftwaffenverwaltungsamtes
beauftragt. Generalmajor Wimmer, bisher
Chef des Technischen Amtes im RLM., wurde
zmn Höheren Fliegerkommandeur im Luft
kreis lll und an seiner Stelle Oberst Udet
zum Chef des Technischen Amtes ernannt.
Neville Chamberlain als Lebensretter.
DD. London, 12. Juni. Der englische Schatz
kanzler Neville Chamberlain rettete im St.
James-Park einem etwa vier Jahre alten
Knaben das Leben. Der Knabe war in den
großen Teich gefallen, der diesen Park ziert.
Der St. James-Park ist dadurch berühmt, daß
in ihm morgens und mittags Regierungsmit
glieder und Diplomaten Londons Erhvlungs-
spaziergünge machen. Chamberlain sprang in
voller Kleidung dem von der Gefahr des Er
trinkens bedrohten Kinde nach und brachte es
an Land.
Mit dem Kraftwagen in die Rhone.
In der Nähe von Grenoble stürzte ein mit
vier Personen besetzter Kraftwagen über das
Brückengeländer in die Rhone und sank sofort.
An dieser Stelle ist der Strom über acht Meter
tief. Die Toten konnten noch nicht geborgen
werden.
Verantwortlicher Hauptschriftleitei unb Herausgeber: Fer
dinand M o l l e c.
(Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlman».
Verantwortlich für Politik: Fcrd. Möller: für den ört
lichen und allgemeinen Teil: Ädolf Gregort; für den roitt-
fchaftlichen Teil: Dr. Ll. Bicltelbl: für den provi»'
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg.
Bild verantwortliche: Ressortleiter.
Verantwortlicher Änzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg.
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg.
D-A. Echleswig.Holfteinifche Landeszeitung (Rendsburgs
Tageblatt — Hohcnweftebter Zeitung / Die Landp°?
Hansrau-Hademarfchen — Süderbraruper Tageblatts
D.-A. .V 36 über 13500 Pl. Nr. 7.