Literarisches Echo
Stirbt das Plattdeutsche?
Von Erich B o ck e m ü h l.
Ist es wirklich so wesentlich mit dem Rück-
gang der Mundart, wie man allgemein sagt?
Ja, es ist so wesentlich und viel wesentlicher
Noch, als viele Leute in den Städten wissen
und als vielen Leuten aus dem Lande zum Be
wußtsein kommt. Selbst aus dem platten Lande,
wo nur Bauern wohnen, geht der Prozentsatz
der Plattdeutsch sprechenden Kinder von Jahr
zu Jahr zurück, und es gibt Landschulen, in
denen vielleicht nur noch etwa 26 Prozent der
Kinder die Mundart sprechen. Man bedenke
aber eins, nämlich, daß zwischen Plattdeutsch
sprechen und die Mundart beherrschen noch ein
sehr bedeutender Unterschied besteht. Es gibt
in jeder Mundart Ausdrücke, die ihr so durch
aus ureigentümlich sind, daß man sie ins
Hochdeutsche höchstens durch Umschreibungen
übertragen kann. Entsprechende hochdeutsche
Worte sür diese plattdeutschen gibt es nicht.
Wenn wir einmal nachsehen wollten, wieviel
Erwachsene selbst in einer bäuerlichen Gegend
diese ganz besonderen mundartlichen Aus
drücke noch gebrauchen, dann würden wir uns
über die Matzen wundern über die geringe
Zahl.
Als Luther die Bibel übersetzte, schuf er erst
unter Zugrundelegung der sächsischen Kanz
leisprache die hochdeutsche Sprache, die deutsche
Schriftsprache. Luther ist auf den Markt gegan
gen, um den Leuten anfs Maul zu sehen.
Luther hat seine Bibelsprache keineswegs etwa
nach einer blassen Schreibstubenausdrucksweise
gestaltet! Immerhin lagen die Tatsachen aber
nun so, datz derjenige, der nunmehr in Be
ziehung der Bibel etwa Schriftsprache sprach,
nicht zugleich Mundart sprechen konnte.
CV
17. Jahrhundert nahm die Büchcrpro-
duktion in Deutschland sehr zu. Im 19. Jahr
hundert kam die Eisenbahn. Eisenbahn, Tech
nik bis zum Radio des letzten Jahrzehnts sind
die Ursachen des Schwindens der Mundart in
unseren ländlichen Gemeinden. Und vom Lande
soll die erneuernde Volkskraft in die Städte
strömen! Wie die Sitten und Gebräuche
schwanden, wenigstens ihre Aktualität, so
schwanden die Trachten und die Lieder, die
einer Landschaft eigen waren, so schwanden
aber auch mehr und mehr die Nachtigallen
und die Wiedehüpfe und die Königsfarne und
der Sonnentau und der Frauenschuh — so
schwanden Schlichtheit und Einfachheit der Sit
ten dieses und jenes ...
Ter Wissenschaftler, der Pfarrer, der Lehrer,
der Arzt, der Ingenieur und der Kaufmann
und der Offizier — u. wer denn nun noch in
dieser Verbindung in Betracht kommen kann
—, sie alle müssen hochdeutsch sprechen. In
einer Zeit, als der Hamburger Handel noch
eine begrenzte Hamburger Angelegenheit war,
sprachen die Senatoren oder wie sie damals
hießen, plattdeutsch in ihren Sitzungen, und
ihre Geschäftsbücher wurden plattdeutsch ge
schrieben. Das würde aus naheliegenden
Gründen heute unmöglich sein. Wenn die
Druckschriften und Vorschriften, die der Orts
bauernführer zugeschickt bekommt, samt und
sonders hochdeutsch abgefaßt sein müssen, dann
ergibt sich schon, daß der Ortsbauernführer
zumeist hochdeutsch spricht. Zumeist- denn wenn
es sich einmal darum handelt, eine Sache un
zweideutig klar auszusprechen, vor allem im
persönlichen Verkehr, in welchem das ange
stammte Plattdeutsch das, was hinzustellen ist,
viel besser formt als das doch und doch immer
wieder versagende und die Möglichkeiten be
grenzende Hochdeutsch. Der Ortsbauernführer
kann zur Not in seinen Versammlungen ohne
Hochdeutsch auskommen, der Kreisbauernfüh
rer schon weniger, und der Lanöesbauern-
führer würde mit seiner Mundart sozusagen
unverstanden bleiben.
Es ist nämlich das, daß es für den rapiden
Rückgang der Mundart in den Zeiten vor
allem nach dem Kriege keine vernünftigen und
nur negative Gründe gibt. Die Heiligenver-
chrung des Stehkragens ist die Ursache, die
ganz unglückliche und verderbliche Verehrung
einer zweifelhaften städtischen Kultur, die Ver
ehrung aber immer nur des Außenseitigen,
des drüberhin-Sensationellen einer solchen
Kultur, die Verehrung einer ganz außenseiti
gen Bildung, die man schon lange mit dem
Umlaut als Bükdung lächerlich gemacht hat.
Nein, da, wo es sich für den Bauer als not
wendig erachtet, hochdeutsch sprechen zu müs
sen, da soll er es tun, weil es sein muß. Da
aber, wo es nicht notwendig ist, da wirkt jeder
Fehler nun eben lächerlich. Und wenn manche
Leute auf jeden Fehler, den sie sprechen, auf
merksam gemacht würden, sie würden sicherlich
bald in die heimatlichen Gehege ihres Platt
deutsch zurückkehren, wo sie so zu Hause sind,
daß sie sich nicht der Gefahr auszusetzen brau
chen, auf Irrtümer und etwaige Verirrungen
aufmerksam gemacht zu werden.
Kann es wohl Sachlichkeit sein, kann es
Bolkstumsverpflichtnng sein, kann es Einfach
heit des Wesens, Treue, Liebe zur Heimat,
Liebe zur Verwandtschaft, Verbundenheit mit
den Ahnen, kann es denn überhaupt etwas
Positives sein, dies Hochdeutsch in einer
Seele, die nicht in der größeren Kompliziert
heit dieser Sprache lebt'?! Ja — wessen Den
ken über den Rahmen des heimatlichen Lebens,
dessen irgendwie berufliche Verantwortung
und dessen wahrhaftes Bildungsbedürfnis
hinausgeht, der wird schon ins Hochdeutsche
hineinkommen, gleich, ob er eine Katstelle von
25 oder einen Hof von 325 Morgen hat. Wen
aber der Beruf in dieser Weise zwingt, der
wird von der höheren Warte seiner Bildung
und in tieferer und weiterer Erkenntnis aus
seine angestammte Mundart um so weniger
verleugnen, als er ihre Bedeutung für Hei
mat und Volkstum weiß.
KttliurelltzS Mosaik
Lizzie Mauörick hat aus der Handlung
vonKleists „Zerbrochenen Krug" ein Tanzspiel
gestaltet, dessen Uraufführung in der Berliner
Staatsoper stattfindet.
*
Im Rahmen der Juni-Festspiele in Zürich
fand gestern die Festpremiere des Leharschen
Singspiels „Giuditta" statt, bei der der bereits
in Zürich eingetroffene Lehar selbst die Vor
stellung leitet.
#
Für die diesjährigen Salzburger Festspiele
ist die Zahl der Festkonzerte der Wiener
Philharmoniker vermehrt worden.' Bruno
Walter leitet drei Konzerte, Pierre Monteur-
Paris, Arturo Toscanini, Felix von Wein
gartner und Artur Rodschinski übernehmen
je ein Konzert.
*
Die Duisburger Oper wird im kommenden
Winter vier Ur- und drei Erstaufführungen
bringen, von denen zwei Operetten sind. Die
Opcrn-Uraufführungen sind: Therstap-
pens „Lord Savilles Verbrechen"
(der Text hierzu wurde nach Oskar Wildes
Novelle vom Komponisten selbst geschaffen),
Erich Sehlbachs „Galilüi", Spon-
t i n i s „ V e st a l i n " in neuer textlicher und
musikalischer Bearbeitung von Schäfer,'
Reutters „Doktor Johannes
F a u st" und Otto mar Gesters „Ma
dam e L i s e l o t t".
*
Die englische Firma „Pascal Produc
tions" will Bernard Shaws „Pygmalion"
in neuer Bearbeitung verfilmen.
*
Greta Garbo wird zusammen mit Char
les Boyer in einem neuen Metrofilm mit
dem Titel „Beloved" herauskommen.
*
Nach einer Meldung der Agenzia Stesani
aus Budapest hat Prof. L. P a t a l in einem
Antiquariat Partituren von 16 angeblich ech
ten Kompositionen von Beethoven entdeckt,
die mit eigenhändigen Anmerkungen des Mei
sters versehen waren.
*
Die auslandkundliche Bildungsarbeit, deren
Pflege sich die Heidelberger Universität mit
Ferienkursen in englischer und französischer
Sprache angelegen sein läßt, soll als interna
tionale „Sommer-Universität" zu einer stän
digen Einrichtung werden.
Auf dem Wachbergc bei Dewitz in der
Nähe von Taucha wurden bei Ausschach
tungsarbeiten für ein Siedlungshaus ein zer
trümmertes Gefäß mit Leichenbrand und
zwei 23(H) Jahre alte massivbronzene grün-
patinicrte Armreifen gefunden. Bisher wur
den in Sachsen solche Armreifen, die nur aus
dem keltischen Siedlungsgebiet Süddeutsch
lands bekannt sind, nicht gefunden. Da aber
die Kelten ihre Toten nicht verbrannten, son
dern begruben, muß man annehmen, daß diese
besonders wertvollen und aufschlußreichen
Armringe von den germanischen Sweben
stammen, die ihre Toten verbrannten.
❖
Oberhalb des Maastales wurde in Stein
jetzt erneut ein außerordentlich interessanter
Fund gemacht. Es handelt sich um eine Be
gräbnisstätte aus der Merowinger Zeit (460
bis 760). 50 Gräber wurden freigelegt, die
Gegenstände merowingischer und römischer
Herkunft enthielten.
*
Zur Zeit finden umfassende Arbeiten statt
zur Wiederherstellung des Ulmer Münsters.
Wertvolle Teile sollen wieder dem Geiste der
Zeit ihrer Entstehung nähergebracht werden.
Es wurden bereits die Uebermalungen der
wertvollen Fresken der Ulmer Malerschule
aus dem 16. Jahrhundert vor dem Eingang
zum Chor und im SüdwestflUgcl entfernt.
Am 13. und 14. Juni feiert das holsteinische
Städtchen Reinfeld sein 750jähriges Bestehen.
Dabei wird unter Mitwirkung des Kammer
orchesters und der Kammeroper in Lübeck „Die
Magd der Herrin" von Pergolesi aufgeführt
werden. Reinfelö ist bekannt als Gebnrtsstadt
von Matthias Claudius, dem „Wandsbecker
Boten".
Josephs Legende.
Auf Veranlassung der thüringischen evan
gelischen Landeskirche sind wertvolle Kunst
schätze aus der Kirche des Dorfes Bibra bei
Meiningen untersucht und von dem bekannten
Forscher Gustav Bier als Altäre aus der
Werkstatt Tilmann Riemenschneiders festge
stellt worden.
❖
Die Rcichskammcr der bildenden Künste
gibt folgendes bekannt: Die Deutsche Gesell
schaft für Goldschmiedekunst, Berlin, in Ge
meinschaft mit der Bremer Kunstschau in der
Vöttcherstraße zu Bremen veranstaltet einen
Künstler-Wettbewerb „Bildnisse deutscher
Generalintendant Prof. Otto K r a u ß ^
soeben die Oper „Rembrandt von Rijn" von
Paul von Klenau zur alleinigen Urauffüh
rung an den Württembergischen StaatZkhca-
tcrn, Stuttgart, angenommen, wo im
1933 auch des Dichterkomponisten Oper „şşu
chael Kohlhaas" ihre vielbeachtete Urauffşş
rung erlebte.
ŞchrMàM
Jmmelmann, der Adler von Lille, eines Fliegers
Werdegang und Erfüllung. Herausgķ
ben von seinem Bruder. Verlag: K. F. Koehi^*-
Leipzig. Geb. 2,85 NM. .
Ein schöneres Denkmal konnte unserem Fliegerhch
den von Lille nicht gesetzt werden als dieses Buch
nes Bruders. Deutschland ist wieder ein starkes
der Luftwaffe geworden — und dem jungen Nachwlķ
kann nichts Wertvolleres gegeben werden als Erin»^
rnngswerke des klangvollen Fliegerdreigestirns: 3 111 *
melmann, Boelcke, Richthofen. Dieses Buch des Kochick-
Verlags ist besonders lobend zu erwähne», da das fl c '
gebene Material zum größten Teil aus der Feder
Jmmelmanns stammt. Es sind die Briefe, die er
seine Mutter schreibt, Briefe, die in packender Weist
feine Lnftkämpfe schildern.
Briefe, die an das Elternhaus geschrieben werden«
haben seelenvolleren Klang, da sie nicht für d>s
Oeffentlichkeit bestimmt sind. Darum, und weil
leutnant Jmmelmann trotz all der Ehrungen, die Ģ'
an der Front zuteil wurden, immer ein einfachek-
pflichtbewutzter Mensch geblieben ist, kann das Buch
Vorbild und bestes Mahnmal sein. Die Briefe werde»
durch einen eingehenden Bericht über die Jugendzeit
und des Fliegers Werdegang umrahmt. Ueberslckş
karten und Fotographien vervollständigen das preise
iverte Werk zu einem kleinen Edelstein, der in keines
Bücherei fehlen sollte. Der Einband zeichnet sich durch
besonderen Geschmack aus.
Neue Dramen des Niederdeutschen Bühnenvertriebs.
Der R i ch a r d - H e r m e s - Verlag bringt innerhalb
seiner Reihe „Niederdeutsche Bücherei" zwei neue Ķ»'
mödicn heraus. „Taakeltüiich", eine Komödie vo»
Herbert Bell m er. Diese Komödie des durch de»
„Smarten Hahn" bekannten niederdeutsche»
Verfassers erlebte eine erfolgreiche Uraufführung as»
Oldenburger Landcstheater. Eine Charakterkomödie, i»
deren Mittelpunkt ein starrköpfiger Landwirt während
23 Jahre mit seiner früheren Geliebten hadert. Durch
einen Schelmenstreich deren Tochter wird der verioik-
rende Faden gelöst.
„Bradhirings", Fischlänner Knmedi in 3 Akten t«»
Erich H I, m m e l - H e l l. Fröhliche Liebesabenteuer
zweier Töchter eines Kapitäns aus dem Mecklenburgs
scheu Fischland. Spritzige, urwüchsige Dialogführung,
besonders in de» Zwiegesprächen der burschikosen M>"
ken. Neben der technisch einwandfreien Handlungsfüh'
rung des Dichters zeichnet sich das Spiel durch das
feine und tiefe Empfinden für Landschaft, Sagengut
und Menschen der Heimat aus. Dr. Th.
HeiLers Ecks
Ein Wunder.
Einst hatte Ampère Gäste und erging sich
mit ihnen im Garten, eifrig über wissenschaft
liche Fragen diskutierend. Als einer der Ge
lehrten sich nicht zu seiner Ansicht bekennen
wollte, verließ Ampère, der Widerspruch nuk
schlecht vertrug, die Gruppe und schritt allein
zwischen den Beeten daher. Plötzlich mischte er
sich wieder unter die Gäste, sprach von dem
Problem der Wärmeverteilung und der Son
nenbestrahlung und führte sie an eine große
Glaskugel, die als Vogelschreck zwischen den
Beeten stand. „Sehen Sie", sagte er, „die Kugel
steht mitten in der Sonne uild ist trotzdem
oben kalt und unten ganz heiß". Niemand
wollte solche Naturwidrigkeit glauben, und
eine aufgeregte Unterhaltung setzte ein übet
die wissenschaftliche Begründung dieses
Wunders".
Erst beim Essen verriet Ampère seinen Gä
sten die wahre Lösung: er hatte die Kugel vor
her umgedreht.
Der Familienschmuck.
„Meine Familie besitzt einen alten Schmuck
aus kostbaren Steinen, der sich von Genera--
tion zu Generation vererbt hat."
„Meine Familie hat auch einen Stein-
schmuck aufzuweisen. Er ist zwar nicht gerade
kostbar, dafür aber recht kostspielig. Bei uns
vererben sich nämlich von Generation zu Ge
neration die Gallensteine."
in einer weiten Schleife ausholend die Gegner
und stößt dann auf einen der Engländer
hinab. Dauerfeuer aus beiden Rohren veran
laßt den Vikkers stark drückend der Front zu
zustreben. Aus der nordöstlichen Gruppe lösen
sich jetzt zwei Flugzeuge: ein Vikkers, der, um
seinen Kameraden zu entlasten, auf den neu
angreifenden Fokker Hinabstotzen will und kurz
darauf ein Fokker (Lt. Mulzer). Tie Fokker-
flieger Vfw. Prehn und Uffz. Heinemann aber
glauben ihren im Kampf verbissenen Staffel-
führer durch den von oben herabstvßenden
Vikkers in Gefahr, lösen sich von ihren Geg
nern. Prehn gelingt es, diesen neuen Gegner
zu binden, so daß sein Staffelführer seinen
Gegner unbelästigt bearbeiten kann. Heine
mann aber schwebt in diesem Augenblick un
belästigt über dem Ganzen und beobachtet nun
Folgendes: Während Prehn sich mit dem neuen
Vikkers herumschießt, geht sein Staffelführer
auf kürzeste Entfernung an seinen Engländer
heran, der nach wenigen Sekunden steil nach
unten abkippt. Er sieht, wie Jmmelmann den
steilen Gleitflug des Engländers von seiner
Höhe aus beobachtend begleitet. Jetzt schießt
ein Fokker an Jmmelmann vorbei in die Tiefe
hinter dem Vikkers her. Es war Lt. Mulzer,
der wegen Benzinmangel an Landung denken
mußte und so den Vikkers mit zur Erde be
gleitete, um ein etwaiges Entkommen über
die Front zu verhindern,' der Engländer setzte
seinen Vikkers unbeschädigt auf eine Wiese
dicht bei Lens. Mein Bruder hatte sein letztes
Opfer gut getroffen, wie zahlreiche Treffer
im Apparat bewiesen. Der Führer war an
der Schulter getroffen und starker Blutverlust
hatte ihn zu schneller Landung veranlaßt.
Heinemann aber sieht weiter, wie sein Staf
felführer, da er sein Opfer in der Obhut eines
anderen Fokker sieht, sich den zurückgebliebe
nen Engländern zuwendet, die Entfernung
von etwa 1000 Meter bis zum nächsten Eng
länder zum Steigen benützend. Da bäumt sich
plötzlich Jmmelmanns Fokker auf, geht über
den linken Flügel nach unten, richtet sich
wieder auf und fliegt mit eigentümlich wip
pender Bewegung des Schwanzteiles gerade
aus.
Jetzt aber mußte sich Heinemann den Fein
den wieder zuwenden, denn drei Vikkers
stürzten sich ans Prehn. der immer noch mit
einem Engländer im Kampfe lag. So hat er
das Ende seines Staffelführers nicht mit an
sehen müssen.
Augenzeugen von der Erde aus aber be
richten: Nach den auch von der Erde aus deut
lich wahrgenommenen Schwankungen trennte
sich plötzlich der hintere Teil des Rumpfes
mit den Steuerflächen vom Vorderteil. Der
Vorderteil mit dem Führer aber rast wie ein
Stein mit unheimlich pfeifendem Geräusch in
die Tiefe, wobei die Tragflächen wie die Blät
ter eines Kartenhauses nach oben zusammen
schlagen und sich vom übrigen lösen. Mit
dumpfem Aufschlag beendet der Rumpf mit
Motor und Führer seinen Absturz aus 2000
Meter Höhe.
Man öffnet dem Toten den Lederrock, man
findet den „Pour le mêrite" ... in der Wäsche
das Monogramm: M. I... . „Jmmelmann"!
Schach in RendsÄMg
Geleitet von C. Hinz, Rendsburg.
Schachnachrichten: Rendsburger Schachklub von 1885.
Spiellokal: Haus des Arbeitervereins von 1848, Kanzlei-
straße.
Spieltage: Dienstagabends 28.15 Uhr, Sonntagmorgens
lab 8 Uhr freier Schachverkehr), Schachsreunde sind an
beiden Spieltagen willkommen.
An den beiden letzten Klubabenden wurde wohl eifrig
gespielt, doch kamen nur zwei Turnicrpartien zustande.
Jocrges und Rath lieferten sich am ersten Spieiabend
eine Hängepartie. Bei der Fortsetzung am zweiten
Abend konnte Joerges einen Pluspunkt für sich heraus
arbeiten. In der Partie Hinz—Zettler erreichte Hinz
Baiicrngewinn, übersah jedoch durch zu schnelles Spiel
eine Mattbrohung des Gegners und gab auf. In der er
sten Gruppe sind bisher die Punktergebnisse noch ziem
lich gleich, so datz sür jeden Teilnehmer die Aussicht,
Sieger zu werden, besteht.
Lösung: Problem Nr. 8 (22) von Gebr. Tiedemann.
1. Lb8—f2, &5-Ö4+; 2. Sg5Xs7, e4-e3, 3. S&7—f5#.
1. . . ., c4—e3; 2. Ld7—f5 + , ,®53—&4; 8. SgöXsZG.
1. ... ., Cf7—e6, 2. Ld7Xe8, 65—&4; 3. <Sai—cS#.
Problem Nr. 9 von C. Hinz. 1. Tg6—H6 (jetzt ist
Schwarz gezwungen, den T zu ziehen, da sonst das
Matt auf h 3 nicht zu decken ist), . . ., Tfl—f2, 2. Sf8—
c4 + , Kg3Xf2: 3. Dc2XTf2G.
Richtige Lösungen zu beiden Aufgaben sandten ein:
C. Rath, Büdelsdorsdors: W. Baggc, W. Langerhder,
Rendsburg, H. Matzen, Lehrer i. R., Brecklum.
Für unsere Partielöser! Beim letzten Freundschafts
wettkampf Rendsburg—Eckeriiförde ergab sich in der
Partie Krause—Rath nach dem 34. Zuge von Weiß
<Db2—b4> die nachstehende Stellung. Schwarz konnte
jetzt mit einigen eleganten Zügen — trotz Einstehopfer
— das Matt erzwingen. Wie mutzte sich das Spiel ab
wickeln?
Partieaufgabe Nr. 4.
Schwarz: Rath.
WZ!
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p* pF.gF'** à
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■'.«sin'/, WArny/, yyyy/y yttfay/,
Weiß: Krause.
Zuschriften und Lösungen sind einzusenden an & ctt
Rendsburger Schachklub, Haus des Arbeiterveretn^-
Kanzleistratze Lösungsfrist 14 Tage. Lösungsbckaünt-
gäbe in 3 Wochen.