Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

u ' 
Toni Aaggler / 
^heberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Mauz, 
München. 
^ Nachdruck verboten. 
"Schau, was hätt'st denn an dem Toni", 
"Mmt die Bäuerin wieder das Wort. Sie ver- 
ģîht dabei, daß sie vor kurzem noch bei ihrem 
•piitm ganz anders über den Toni geredet 
p. „Passiert ihm einmal was auf der Jagd, 
ann stehst da. Hab's erst die Woch gelesen, 
ļ ņ wieder ein paar Forstbeamte ihr Leben 
Men mußten im Kampf mit den Wilderern. 
Mo, sei g'scheit, Dirndl! Beim Herrn Kerber 
??st eine gesicherte Zukunft. Und gern hat er 
auch, ich weiß es von ihm selber. Der tät 
j!’* jeden Wunsch von den Augen ablesen. Den 
^nst du um den Finger wickeln, wenn du's 
"^stehst." 
»Ich mach ihn aber net!" schreit Monika laut 
M, den Wortschwall der Mutter unterbre- 
Ņd. „Und damit für alle Zeit ein End mit 
°EW Unsinn ist, sag ich dir: Ich laß vom Toni 
M, und mag kommen, was will. Ich hab ihm 
ļreu versprochen und ich werd sic ihm halten." 
• trotzig verläßt Monika die Stube und geyr 
îņ ihre Kammer. 
Fürs erste ist die Brandlin mit ihren Hei- 
Msplünen abgeblitzt. Nun sucht sie ihrem 
^ann die Partie mundgerecht zu machen, 
üeber eine Stunde redet sie auf ihn ein. Der 
Rauer unterbricht sie kaum mit einem Wort 
!>nd raucht seine Pfeife. Als sie dann endlich 
ist, sagt der Brandi: 
»Reden kannst wie ein Advokat. Aber Über 
zügen kannst mich net. Was soll unser Dirndl 
! n der Stadt? Das is grad so, als wenn ich 
Bergwald einen jungen Baum ausreiß 
^Nd ln einen fremden Boden versetz. Nach ei- 
Jahr is er krank und stirbt ab. Uns 
Rauernleut macht das Stadtleben krank. Wenn 
?ir noch einen Buben hätten, der den Hof 
vornehmen könnt, wär die Sach anders. Und 
Überhaupt brauchen wir uns dadrum net 
Zeiten. Das is der Monika ihr Sach." 
„Wenn du so dahcrredst, kanns freilich nix 
Werden. Damit unterstützt du bloß die Starr 
köpfigkeit von dem Dirndl. Wir müssen sie 
.avon überzeugen, daß es ihr Glück is, wenn 
R den Kerber Heirat." 
„Das kann ich net", sagt der Bauer ruhig 
^üd klopft seine Pfeife am Ofen aus. „Wer 
jagt dir denn überhaupt, daß dös dem Madl 
sein Glück wär? Ich kenn mich schon aus. Du 
hast einen Narren g'fressen an dem jungen 
Kerber und meinst, jetzt muß ich auch in das 
seiche Horn blasen. Ich mag aber net. Wenn 
şich die Monika von sich aus entschließt, dann 
lst's was anders. Zwingen tu ich sie ans kei 
nen Fall." 
Damit geht der Bauer aus der Stube und 
Das Spiel verarm 
Kriminalskizze v. Herbert S t e i n m a n n. 
. „Na, wenn es darauf ankommt, dann kann' 
>a auch schließlich Bobby Hill der Täter ge 
wesen sein", scharf und klingend warf der 
Rnge Lord Nasham die Worte in die Runde 
èer kleinen Herrengesellschaft, die sich auf 
schloß Nasham um den Kamin in der Däm- 
werstunde dieses Tages versammelt hatte.. 
Keiner der Männer nahm den scharfen, an 
keifenden Ton dem Besitzer des Schlosses 
ììbel. Schließlich, wenn man vor noch nicht 
Stunden eines der schönsten und wertvoll- 
uen Familienschmnckes in ganz England be 
hubt worden ist, kann man nicht rosiger 
Laune sein. 
Bobby Hill selber, ein etwas schlacksiger jun 
ger Mann mit dem typischen Gesicht des bla- 
üerten Nichtstuers, gähnte nur zu der Aeuße 
rung des ihm befreundeten Schloßherrn, 
^ber in seinen wasserhellen Augen war ein 
WItsames Glitzern. 
. „Wenn Mylord scherzhaft wird, bekomme ich 
wdesmal einen Kinnbackenkrampf", äußerte 
er frech und gähnte abermals ungeniert. Er 
erhob sich langsam, dehnte sich und näselte: 
"Ģute Nacht, ich gehe zu Bett. Mich interessiert 
Refer Polizist aus London ebensowenig wie 
Re geheimnisvolle Persönlichkeit, die seit 
Achter Zeit systematisch englische Schlösser 
wahrend gesellschaftlicher Veranstaltungen be 
raubt. Wünsche, wohl zu ruhen." 
Und schon war er mit seinem schleppenden 
Ģang aus der Halle verschwunden. 
„Komischer Kerl!" knurrte Renders, der 
ļigerjäger, hinter ihm her. „Wie ein Mei 
dendes Raubtier. Man sollte fast meinen, 
ärtur hat recht." 
Lord Artur Nasham znckte die Achseln. 
„Man könnte auf den Gedanken kommen 
Unà darf doch niemanden verdächtigen. Es 
Reibt eine Frage offen: wer hat mir in der 
Rächt am Spieltisch den Safeschlüssel aus der 
Westentasche gezogen und seclenrnhig oben im 
Schlafzimmer das Safe ausgeräumt?" 
, „Das kann schließlich jeder von uns gcwe- 
wn sein", ließ sich die Baßstimme von Sir 
^verland vernehmen, „alle haben wir neben 
gesessen und gestanden, und alle sind wir 
Rumal aus dem Zimmer gegangen. Einige 
Wollen im Park gewesen sein, andere auf ih- 
^ur Zimmer. Ich selbst habe in der Biblio- 
Hochlarrdsroman von Harrs Ernst 
macht seinen Rundgang durch den Stall. Als 
er über den Söller geht, zögert er ein wenig 
an Monikas Tür. Dann drückt er die Klinke 
nieder und tritt ein. 
„Wer is da?" kommt eine Stimme aus dem 
Dunkel. 
„Ich bins, Monika", antwortet der Brandl, 
und tastet an der Wand nach dem Lichtschalter. 
Monika zeigt kein Erschrecken und kein Ver 
wundern über das späte Kommen des Vaters. 
Es ist, als habe sie darauf gewartet. 
Der Brandl setzt sich auf die Bettkante, sagt 
vorerst gar nichts und blickt nur auf das 
kleine, goldene Kreuz mit dem blutroten 
Rubin in der Mitte, das Monika am Hals 
trägt. 
„Wo hast denn das Kreuz! her?" fragt er 
dann. 
„Der Toni hat mir 's zum Christkindl 
g'schenkt." 
„Der Toni? So, der Toni." 
Der Brandl stützt die Ellbogen auf die 
Knie und schaut sich in dem kleinen Zimmer 
um. Da hängt unter anderem auch ein Bild 
von seinen Eltern. Biederkeit und Ernst spre 
chen aus den harten Gesichtern. Der Brandl 
steht auf und stellt sich vor das Bild. 
Monika betrachtet den breiten Rücken des 
Vaters. Sind die Schultern nicht schon ein 
wenig vornüber geneigt? Und wie grau an 
den Schläfen das Haar schon ist! Der alte 
Michl, der schon über fünfzig Jahre auf dem 
Hof ist, hat noch pechschwarzes Haar. 
Ein heißes Gefühl des Mitleids quillt in 
Monika auf. Sie sicht auf einmal dem Vater 
ins Herz, sieht die große Einsamkeit und Leere 
in seinem Innern und denkt verzweifelt darü 
ber nach, wie sie ihm helfen könne. 
Da dreht sich der Bauer um und kommt wie 
der an das Bett. 
„Ich wollt dich eigentlich was fragen, Mo 
nika. Wegen dem jungen Kerber. Wirst ihn 
net mögen, gelt?" 
„Nein, Vater. Den mag ich net." 
„Hab mir's schon denkt. Aber die Mutter, 
weißt, die hat mir heut abend den Kopf so 
vvll'redt, daß ich mir denkt hab, ich muß dich 
selber fragen. Wenn du ihn also net magst, is 
die Sache schon entschieden. Mir wärs so net 
recht gewesen, denn du mußt ja einmal den Hof 
übernehmen. Du sollst mir net in die Stadt. 
Freilich, einmal hab ich g'meint, ich müßt dir 
auch den Toni verbieten, weil er doch einmal 
kein Bauer is und — ich muß schon sagen wie 
es is — weil einer rein müßt, der viel Geld 
mitbringt. Aber ich will dir dein Glück net 
zertrümmern. Nimm ihn, den Toni, wenn ihr 
alt genug seid zum Heiraten. Was dann den 
Hof anbelangt, so bleib ich drauf als Bauer, 
bis vielleicht ein Enkel herangewachsen is. 
Aber vieles wird anders werden müssen in 
Zukunft. Und du hilfst mir dabei, gelt, Madl?" 
Monika nimmt seine schwere Arbeitshand 
in ihre Hände und streicht leise darüber. Wie 
sie dem Vater jetzt in die Augen sieht, merkt 
sie einen feuchten Glanz darin. Da weiß sie, 
daß ein Vaterherz bereit ist, ihrem Glück zu 
liebe ein schweres Opfer zu bringen. Und sie 
birgt ihren Kopf in die Kissen und weint. 
Zum Tag des Noten Kreuzes. 
Am 13. und 14. Juni veranstalret das Deutsche Rote Kreuz eine 
Straßensammlung. Wir zeigen einen Ausschnitt aus der Tätigkeit 
dieser Einrichtung, die heute unentbehrlicher denn je ist: Sanitäts 
übung am Flugzeug. (Weltbild, K.) 
Da geht der Brandl jtrll hinaus, hinunter 
in die Stube, sucht Tinte, Feder und Papier 
und schreibt an den Kerber. 
Die Monika habe keine Lust, in die Stadt 
zu gehen. Ueberhaupt habe sie den Rudolf nicht 
lieb, und er möge deshalb auch nicht mehr in 
ie dringen. Als Vater werde der Kerber wohl 
auch begreifen, daß man ein Kind zu so was 
nicht zwingen kann, weil doch ein Leben sehr 
lang ist, noch länger aber, wenn zwei Menschen 
miteinander Hausen sollen, die von Haus au-- 
nicht zueinander passen. Bauernblut müsse 
da bleiben, wohin es gehört, nämlich zu Wiese 
und Acker und Wald. 
Tief aufatmend steckt der Brandl den Brief 
ins Kuvert und schreibt die Adresse drauf. 
Damit er ganz sicher sei, trägt er den Brief 
noch in dieser Nacht zum Postkasten. 
Was ist mit Juta? 
Graf Bruggstein ist seit einigen Tagen von 
seiner Winterreise zurück. 
Toni sitzt mit seinem Herrn am Ufer des 
Kiefernsees und betrachtet ihn von der Seite. 
Das Gesicht des Grafen sieht grau und ver 
fallen aus. Aber die Bergluft wird ihm schon 
wieder gut tun und ihn braun machen. Es ist 
noch jedes Jahr so gewesen. 
Der Graf seinerseits betrachtet wieder den 
Toni. 
Eigentlich hat sich dieses junge Gesicht gar 
nicht viel verändert. Etwas härter ist es viel 
leicht geworden. Es ist das Antlitz eines bis 
in den letzten Winkel seiner Seele sauberen 
Menschen. Der Graf hat ihn heute schon be 
trachtet, allste von der Pirsch heimgegangen 
sind. Es liegt eine federnde Energie in jeder 
Bewegung des Jägers, eine Energie ohne 
Hast, die wundervolle Energie der Jugend. 
Der Blick aus diesen dunklen Augen ist der 
Blick eines Mannes, der mit sich, mit der Welt 
und mit allem, was dahinter steht, im Rei 
nen ist... 
Es ist ganz still um die beiden. Sie sitzen 
unter der milden, warmen Maiensonne, die 
schon langsam zu sinken beginnt, jeder mit 
seinen Gedanken beschäftigt. 
Das Wasser spielt plätschernd zu ihren 
Füßen. Manchmal schnellt weiter draußen 
eine Forelle auf. Ihr silberner Leib blitzt 
einen Moment tu der roten Sonne, dann ist sie 
wieder verschwunden. 
Plötzlich fällt der Name „Juta" in die 
Stille. 
Graf Bruggstein hat ihn ausgesprochen und 
Toni ist darüber aufs höchste verwundert. Hat 
ihm doch einmal der Graf verboten, den Na 
men zu nennen. Und nun spricht er selber 
von ihr. Ja, den Blick über das Wasser zu 
den Bergen gehoben, spricht Graf Bruggstein 
von seiner Tochter. 
„Dich soll ich grüßen, Toni", sagt er so neben 
bei. 
„Dank schön", antwortet Toni." „Wie gehts 
ihr denn?" 
(Fortsetzung folgt.) 
thek eine halbe Stunde nach einem Werk über 
alte Juwelen gesucht, uud Räubers, Sie wa 
ren doch auch mal eine halbe Stunde weg!" 
„Genau wie Bobby Hill!" brummte der Ti- 
gerjäger wieder. Deutlich stand der Aerger 
auf seinem sonnenverbrannten Antlitz geschrie 
ben. „Aber zum Teufel, wer ist Bobby Hill?" 
„Bobby Hill", sagte Dr. Bliß in seiner do 
zierenden Art, „ist ein junger, verschwenderi 
scher Erbe, ein Faulpelz ersten Ranges, aber 
ein lieber Kerl, wenn er nicht gerade seine 
Launen hat." 
„Und wovon lebt Bobby Hill eigentlich?" 
fragte Renders. 
Wieder trat eine peinliche Pause ein. 
Eine helle Stimme von der Tür her unter 
brach sie. 
„Zerbrechen Sie sich nicht die Köpfe, Gentle 
men, Sie vermuten ja doch alle, daß ich von 
den Diebstählen auf englischen Schlössern 
lebe!" 
Die Männer in der Runde blickten auf. Da 
stand Bobby Hill in seinen Trenchcoat gehüllt 
und hatte einen kleinen, offenbar sehr schwe 
ren Koffer in der Hand. Er lächelte leicht. 
„Und da ich einen solchen Verdacht aus mir 
nicht sitzen lassen kann, so reise ich auf der 
Stelle ab. Mein Wagen wird eben vorge 
fahren." 
„Das wirst du nicht tun!" Eisig und drohend 
klang Lord Arturs Stimme. 
„Sie müssen sich der Polizei genau so zur 
Verfügung stellen wie wir alle. Bobby," 
warnte Sir Overland, „Inspektor Webster 
wird gleich hier sein." 
„Inspektor Webster?" fragte Bobby gedan 
kenverloren. 
Sein Lächeln war verschwunden. 
„Aber meine Herren", protestierte Renders, 
der Tigerjäger, „wenn Mr. Hill zu gehen 
wünscht, wer will ihn halten? Er ist ein freier, 
englischer Bürger " 
Der Ton einer Hupe klang vom Hauptpor 
tal her. Aber Bobby wußte, daß es nicht die 
Hupe seines Wagens war. 
„Vermutlich muß ich nun doch bleiben!" 
Resigniert zuckte er die Achseln. 
„Inspektor Webster von Scotland Yard!" 
meldete der Diener. 
Und dann stand auch schon ein breitschultri 
ger, mittelgroßer Mann im Zimmer und ließ 
den Blick seiner klugen Augen in die Runde 
schweifen. Langsam ging er auf Bobby zu. 
„Mr. Hill, wenn ich nicht irre. Wir — hm 
kennen uns doch! Wollen Sie abreisen, Mr. 
Hill?" 
„Ja, das wollte er, Inspektor," klang ner 
vös die Stimme Lord Arturs auf, „aber ich 
möchte doch nicht glauben! " 
„Der Glaube, Mylord, ist nicht immer das 
geeignete Hilfsmittel für Scotland Aard. 
Wissen ist mehr, und so hätte ich gern gewußt, 
was Sie, Mr. Hill, iu diesem Koffer hier 
haben?" 
„Meine Sachen", antwortete Bobby trocken, 
aber es klang nicht sehr humoristisch. 
„Ich würde Sie bitten, mir einmal Ihre 
Sachen zu zeigen. Ich interessiere mich selbst 
für Pyjamas und Haarbürsten. Bitte, öffnen 
Sie den Koffer, Mr. Hill!" 
Aber ich bitte Sie, Inspektor, es ist doch 
unmöglich, daß Mr. Hill Renders war 
es, der protestierte. Webster ließ sich nicht be 
irren. 
„Oeffnen Sie den Koffer!" 
Bobby Hill sah ihn starr an. 
„Gut denn!" Die Schlösser scharrten. Der 
Deckel sprang auf. Obenauf lag ein Schmuck- 
etui. 
Webster nahm es mit einer raschen Bewe 
gung heraus. Im nächsten Moment glitzerte 
und funkelte er in seiner Hand — der Schmuck 
von Schloß Nasham! 
„Aber das ist ja unmöglich!" stöhnte Ren 
ders in die Stille hinein. 
Lord Artur beugte sich vor, prüfte mit zit 
ternden Händen den Schmuck. 
„Ja, er ist es, kein Stück fehlt." 
„Und ist er auch wirklich echt, keine Nach 
ahmung etwa?" fragte Renders wieder. 
Lord Artur sah ihn an. 
„Dies hier ist wirklich der echte Schmuck von 
Schloß Nasham. Es existiert zwar noch eine 
Nachahmung, aber das wissen außer mir nur 
noch einige wenige Personen." 
„Das ist unmöglich. Artur, vielleicht ist die 
ser Schmuck da doch die Nachahmung!" Ren 
ders erregte sich ordentlich. „Mir will nicht in 
den Sinn, daß — —" 
„Daß der Dieb wahrscheinlich eine Nach 
ahmung des berühmten Schmuckes von Schloß 
Nasham erwischte!" 
„Aber das ist ja Irrsinn!" fuhr Renders 
auf, und sein Gesicht war schweißig vor Er 
regung, „hier steht doch der wahre Dieb, Bobby 
Hill ist doch ohne Zweifel der Täter !" 
„So?" fragte Webster ironisch, „wissen Sie 
das so genau, Mr. Renders?" 
Der Tigcrjäger machte eine wütende Bewe 
gung. 
„Zum Teufel, Inspektor, verschonen Sie 
mich mit Ihren faulen Witzen. Klarer konnte 
der Beweis doch gar nicht sein. Nehmen Sie 
den Mann fest! Sie machen einen mit Ihrer 
Fragerei ja geradezu nervös!" 
„Ich wußte noch gar nicht, daß Sie Nerven 
haben", näselte Bvbby Hill dazwischen. 
Renders war aufgestanden und ging mit 
federndem Schritt zur Tür. Als er an Bobby 
Hill vorbeikam, siel etwas dumpf auf den 
Teppich. Bobby bückte sich und hielt Renders, 
der unwillkürlich stehen blieb, einen Gegen 
stand hin. 
„Sie haben etwas verloren", sagte er kalt. 
Renders sah ihn betroffen an. Unwillkürlich 
fuhr seine Hand nach der Westentasche, aber 
Inspektor Webster kam ihm zuvor. 
„Sehr richtig, Mr. Renders, dort steckt der 
echte Safeschlüssel, den Sie Lord Artur gestoh 
len haben, immer noch! Sie haben sich genug 
verraten, nehmen Sie die Hände hoch!" 
Renders Gesicht wurde brutal, die Maske 
des Gesellschaftsmenschen siel ab. Aber die 
dunkle Mündung der Pistole vor seinem Ant 
litz beruhigte ihn sofort. 
„Hill!" 
Bobby trat an Randers heran und zog ihm 
mit offenbar geübten Fingern ein großes 
Etui aus einer besonderen Tasche des Rockes. 
„Und hier ist der gestohlene Schmuck oder 
vielmehr die Nachahmung! Lord Artur wird 
mir bestätigen, daß wir verabredeten, während 
der Dauer der Herrengesellschaft die Imitation 
in den Safe zu tun. Der echte Schmuck kam in 
sichere Verwahrung!" 
Webster verbeugte sich vor Lord Artur und 
grüßte die anderen Herren. Hill drückte dem 
Lord die Hand und schritt hinter Webster und 
seinem Gefangenen her. Verwundert blickte 
ihm die Runde nach. Keiner außer Lord Artur 
wußte Bescheid. 
„Wer, zum Teufel, ist Bobby Hill?" fragte 
die Baßstimme Sir Overlands. 
Webster wandte sich in der Tür um. 
„Bobby Hill ist, seitdem ich ihn von seinem 
Leichtsinn kuriert habe, Detektiv-Sergeant in 
Scotland Jard — und wie ich glaube, kein 
schlechter!" 
Dann schlug die Tür hinter ihm zu.
	        
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