Die BêgMņdrwg zur Neuregelung
der Kraftfahrzeugversicherung
^3» der Kraftfahrzeugversicherung wird jetzt die
Şelbstbeteiligung der Kraftfahrer an der Versiche
rung und damit an dem Schadensfall eingeführt,
zwar hat der Haftpflichtversicherte für jeden
Schaden mit der halben Jahresprämie auszukörn
en. Fjjx Vollkaskoversicherung beträgt die
^lbstbeteiligung einheitlich IM, 300 oder 500 MM.
Ott der Teilkaskoversicherung ist eine Selbstbeteili-
nicht vorgesehen.
^Aus Anlaß dieser Neuregelung veranstaltete die
^arifgeweiuschaft der Kraftfahrzeugversicherer, die
s ,e fe Reform in engstem Zusammenarbeiten mit
Reichsverkehrsministerium getroffen hat, einen
^npfaug, auf dem der Vorsitzende, Direktor Dr.
Oerlach (Hamburg), die Notwendigkeit dieser Aende-
'Ungen darlegte. Der Vortragende ging zunächst
die Nebenwirkung der Motorisierung Deutsch-
ands ein, die infolge der stark anfallenden Schäden
Urch Zunahme der Unfälle für die Kraftfahrzeug-
^rsicherung von sehr nachteiliger Wirkung geme
in ist. Als wesentlichste Verlustquelle sei die Zu-
şamwensetzung des Personenkraftwagenbestandes zu
^Zeichnen. 1930 betrug der Anteil der Wagen bis
»wei Litern am Gesamtbestanö 56 vH, 1935 war
/Eşer auf 92 vH gestiegen. Diese kleinen Wagen
Ahlten aber nur eine Prämie, die dem Bedarf der
Versicherer nicht entspreche, so daß sich das Prämien-
şîifkommen qualitativ verschlechtert habe. Die
Mimmsten Verlustquellen seien aber die schweren
^nstkraftwagen.
Die Hauptlast der Unfallsteigerungen entfällt auf
' e Haftpflicht-Versicherung. Es galt also, Mittel
u>id Wege zu finden, diesem Uebelstand abzuhelfen
^ņd zu versuchen, die Schadensseite zu beeinflussen,
^"bei schien der Versicherung die Prämienerhö-
die an sich notwendig gewesen wäre, als
Mittel ungeeignet. Man sei schließlich zu der Ueber-
'^'Ugung gekommen, daß eine Umgestaltung der
^rsicherung derart erfolgen müsse, daß der Krast-
Ofjier in Zukunft einen Teil der finanziellen Fol-
3e f n seiner Unfälle selbst tragen müsse. Deshalb
?'ŗd in Zukunft weder in der Haftpflicht noch in
^ Kaskoversicherung die Möglichkeit bestehen, sich
°Şne Selbstbeteiligung zu versichern. Dabei habe
^>an selbstverständlich den sozialen Gedanken in den
Vordergrund gestellt. Der Versicherungsnehmer
?uhlt also nunmehr in der Haftpflichtversicherung
jeden Schaden die Hälfte der Iahresprämie,
è'e die Versicherungsgesellschaft bis zur Regelung
e8 Schadens vorlegt. Von diesen zweifellos tief
Anschneidenden Maßnahmen verspreche man sich
^Ne starke erzieherische Wirkung. Ob die 50 vH
Şelbstbeteiligung ausreichten, müsse noch abgemar
kt werden. Falls große Erfolge erzielt würden,
onne man dann auch eher an eine Prämiensen-
^Ng denken. Besonders wichtig sei jedoch, daß diese
Maßnahme sobald als möglich für den gesamten
Ķtaftfahrzeugoersicherungsbestaud wirksam werde.
werden deshalb laufende Verträge so schnell
^ie möglich auf die Selbstbeteiligung umgestellt.
Der Vortragende setzte sich dann noch mit den
^rschiedenen Vorschlägen auseinander, die im Zu-
.unrnienhang mit der Tarifreform erörtert worden
ļ! n& - Eine Bonuszahlung für schadensfreie Ver-
^'cherte wurde mit der Begründung abgelehnt, daß
î^şe Idee nicht in das Gebilde der Deutschen
' ^aftfahrzeugversicherung hineinpasse. Außerdem
^ke die Schadensbeteiligung wie ein umgekehrter
^°nus. Dem Hinweis auf England, wo dieses
^hstem eingeführt sei. müsse entgegengehalten wer-
eit , daß es sich dabei um eine einfache Wettbewerbs-
uge handle Mit der Zwangshaftpflichtversicherung
^be man in anderen Ländern so ungünstige Er
klungen gemacht, daß sie zu einer Einführung in
Deutschland nicht ermutige.
Ichranken für die Mode
z. Reichstagnng der Wirtschaftsgrnppe
^leidungsindustrie
^'kd sich mit mehreren Fragen beschäftigen, die
dienen sollen, den volkswirtschaftlichen Nutz-
îekt der deutschen Bekleidungswirtschaft zu stei-
u. a. mit der allzu großen Betonung des mo
schen Elementes. So sehr das Bedürfnis nach
^ 'vechslung berechtigt ist, so scharf muß dagegen
Mung genommen werden, daß dieses Bedürfnis
rücksichtsloser Geschäftsspekulation ausgenutzt
j Haben wir es doch in der Vergangenheit er-
%
& daß
in einer Zeit, wo alles darauf ankam,
Masse zu sparen, die Mode bewußt übermäßig
tì e,te Röcke, die 5—6 Meter Stoff erforderten, be
tätigte. Eine Lenkung der Mode ist also dringend
^wendig. Für dre Wirtschaft würde sich daraus
^ größere Stetigkeit des Absatzes und der Pro-
d tion ergeben. Auch die vielfach noch unnötig
. °ße Kosten verursachende Musterung könnte da-
auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt
î.^drn. Die Bekleidungsindustrie erwartet von
Rationalisierung der Mode also erhebliche
ņ^îeile. Selbstverständlich muß diese Nationali
sing nach der Seite des Verbrauchers hin er-
werden durch eine Rationalisierung
1 Fabrikation und der Verkaufsorgani-
z^in. Verlustquellen müssen beseitigt werden und
Kampf gegen die Materialvergeudung muß mit
Entschiedenheit aufgenommen werden. Die
^^1Untergruppen der Wirtschaftsgruppe sind dabei
Unterlagen für die Unkostenberechnungen und
^ .Autistische Erfassung der Auftragseingänge, der
jq, ngsbestände, der Beschäftignngskurven usw.
^ schaffen. Auch eine umfassende Marktanalyse ist
eitung, die den Bedarf an Fertigkleidung
in den verschiedenen Gegenden systematisch erfassen
soll. Eine für die Allgemeinheit bedeutungsvolle
Maßnahme ist schließlich die Prüfung der Frage,
welche Stoffbreiten für die Verarbeitung am ratio
nellsten sind. Die bisher marktgängigen Stoffbreiten
können für sich diese Eigenschaft keineswegs in
Anspruch nehmen. Es wird dabei auch die Frage der
Zuschneidctechnik geprüft werden müssen, so daß
man schließlich zu einer Stoffbreite als Norm
kommt, die die beste Auswertung des Stoffes bei
geringstem Abfall ermöglicht. Welche Werte hier
der Volkswirtschaft erspart werden können, wird
schon bei oberflächlichem Ueberschlag über den Be-
kleidungsbedarf klar. Schließlich wird auf der Ta
gung die Schaffung von Gütezeichen, wie sie für
die Lederbekleidung schon bestehen, geprüft werden.
Zur Aufklärung der Verbraucherschaft sollen für
Gummimäntel, Lederbekleidung, Wäsche usw. Be
handlungsvorschriften herausgegeben werden, die
ebenfalls bezwecken, den vorzeitigen Verschleiß zu
vermindern und so den Rohstoffbedarf der Textil
industrie zu verkleinern.
Der Papierkrieg im Siedlungsban
Der thüringische Ministerpräsident Marschier
sprach auf einer Tagung der Arbeitskammer Thü
ringen über den Siedlungsbau und die damit bis
her gemachten Erfahrungen. Der Ministerpräsident
betonte, daß ein Gestrüpp von Bestimmungen im
mer noch als ein großes Hemmnis für den Sied
lungsbau empfunden werden müsse. Es sei ausge
rechnet, daß 22 lfd. Meter Formulare notwendig
seien, ehe bei einem Siedlungsbau der erste Spaten
stich gemacht werden könne.
Das GiftgeZste-Arteil
des Reichsgerichts
Ein Rechtsstreit über die früheren amerikanischen
sog. „Giftgerste"-Lieferungen fand jetzt vor'dem
Reichsgericht seinen Abschluß. Es handelte sich be
kanntlich um einige größere nordamerikanische
Gerstelieferungen aus dem Jahre 1928, die bei der
Verfütterung an Schweine zu Gesundheitsstörungen
geführt hatte. Dem jetzigen Reichsgerichtsurteil lag
folgender Tatbestand zugrunde: Ein Gutsbesitzer in
Schleswig-Holstein hatte tut Jahre 1928 von der
Getreide AG. „Donaugerste" bzw. „Donaurussen
gerste" zur Schweinefütterung gekauft unter der
ausdrücklichen Vereinbarung, daß keine amerika
nische geliefert werden dürfe. Nach der Verfütte
rung der Gerste erkrankte ein großer Teil der
Schiveine, mehrere gingen ein. Bakteriologische
Untersuchungen abgestochener Schweine ergaben
Schweinepest bzw. das Vorhandensein von Para-
typhusbazillen. Auf Grund von Untersuchungen
der gekauften Futtergerste teilte das „Institut für
experimentelle Tierpsychologie" in Altona-Stellin
gen mit, daß auf der Gerste der Pilz Gibberella
Saubinettii festgestellt worden sei. Es müsse sich also
Aufgaben Md Forschuugarbeiteu im Wohnungsbau
Auf der Festsitzung der Deutschen Akademie für
Bauforschung hielt Reichsarbeitsminister Selöte
einen Vortrag über die Beziehungen zwischen zwi
schen Sozial- und Wohnungspolitik. Die Aufgaben
in den nächsten Jahren sind verschiedenartig. In
erster Linie kommt die Förderung der Kleinsied
lungen und der Volkswohnungen sowie die Sanie
rung der Altstädte in Frage. Die Schwierigkeit
liegt darin, daß mit verhältnismäßig begrenzten
öffentlichen und privaten Miteln Hochwertiges ge
schaffen werden muß. Bei der Durchführung soll
eine besondere Fürsorge für die Minderbemittelten
beobachtet iveröen, während die Kleinsiedlung vor
allem weite Kreise der Arbeiter umfassen muß.
Dabei soll die Miete im Jahr ein Drittel des Ein
kommens nicht übersteigen, was nur bei einer
Senkung der Baukosten möglich ist. Auf der ande
ren Seite sollen die Wohnungen gegenüber dem
früheren Zustand verbessert werden. Die Reichs-
rcgierung plant eine notwendige Senkung der
Stockwerkzahl, eine Auflockerung der Bauweise,
eine Durchsetzung der Baublöcke mit Grünflächen,
Spiel- und Sportplätzen, Zuteilung von Haus
gürten, und nicht zuletzt fordert sie Rücksicht auf
Besonnung und Belichtung. Um die Baukosten zu
senken, soll die Selbsthilfe der Siedler möglichst
eingeschaltet werden. Um ausreichende Erträgnisse
aus der Beivirtschaftung zu erzielen, wird eine
entsprechende Mindestgrüße und Güte des Nutz
landes zur dringenden Notwendigkeit.
Der Bauforschung harrt, um die besten Wege und
Formen zu suchen, ein großes Arbeitsgebiet. Bor
allem ist es notivendig, die Bestform für Grund
risse und Ausschließung, für die Kosten der Erschlie
ßung und für die Verbesserung des Siedlungspla
nes zu finden. Hinsichtlich der Baustoffe und Bau
weisen ist eine Prüfung darüber notwendig, welche
gut und wirtschaftlich und welche nicht brauchbar
sind. Die Zunahme des Verkehrs erfordert eben
falls Untersuchungen, wie die Häuser besser gegen
Schall und Erschütterung geschützt werden können.
Gleichzeitig fordert die Luftverteidigung die Er
forschung der notwendigen Maßnahmen zur Er
höhung des Luftschutzes, ohne daß der Bau uner
träglich verteuert wird. Die Notwendigkeit der
Baukostenscnkung erfordert ferner eingehende Un
tersuchungen, welche Fehlerquellen beim Bau
betrieb, an der Baustelle oder im Baubüro noch vor
handen sind und durch bessere Organisation aus
geschaltet werden können, eine Fülle vvn Auf
gaben, die nur im Zusammenwirken mit allen be
teiligten Kreisen, nämlich den Behörden, den Archi
tekten, den Organisationen des Wohnungsbaues,
der Bauwirtschaft, dem Handwerk, den Finanzinsti
tuten und den Technischen Hochschulen zu lösen sind.
Die Reichsregierung erkennt besonders an, daß die
Akademie für Bauforschung seit den 16 Jahren
ihres Bestehens planmäßig darauf hingearbeitet
hat, alle diese Kreise zur gemeinschaftlichen Arbeit
zusammenzubringen; ein Streben, das 1936 zum
endgültigen Erfolg führte.
Der Leiter des Reichsheimstättenamts der DAF,
Dr. Lndwici, sprach über „Siedlung und Bau
forschung". Auf dem Gebiete der Bauforschung war
man früher viel zu wenig um die Erforschung der
großen Zusammenhänge bemüht. Es kommt darauf
an, festzustellen, wie jeder Baustoff entsprechend
seinen Eigenschaften verwendet werden muß, um
den besten Gesamterfolg zu erzielen. Auch bei der
wirtschaftlichen Bewertung der Baustoffe und Bau-
iveisen kann man nicht nur einfach von den augen
blicklichen Preislagen und Beschassungsmöglichkeiten
ausgehen, man muß auch an die Auswirkung plan
voller heimischer Rohstoffbcwirtschaftuug und an
die Transportmöglichkeiten denken.
Für die praktische Arbeit auf dem Gebiete der
Bauforschung haben wir zunächst zu unterscheiden
zwischen der erforderlichen und nur zum Teil durch
geführten Bestandsaufnahme und der neuen Auf
gabenstellung. Die Bestandsaufnahme hat einer
gründlichen Erforschung der vorhandenen Baustoffe,
Baukonstruktionen und Bauverfahren zu dienen.
Eine Anordnung über Tallöl
bestimmt, daß dieses nur noch mit Zustimmung der
Ueberwachungsstelle für industrielle Fettversorgung
zu Firnis oder zu Anstrichstoffen, die Firnis ganz
oder teilweise ersetzen sollen, verwendet werden
darf. Außerdem unterliegen Tallöl oder mit Tallöl
hergestellte Anstrichmittel den Verwendungsbe
schränkungen, die sonst vorgeschrieben sind.
Jtzehoer Ferkclmarkt vom 13. Juni
Auftrieb: 77. Preise: 78—82, 74—78, 66—74, 50
bis 66. Handel mittel, Markt geräumt.
Kieler Ferkelmarkt vom 13. Juni
. Auftrieb: 81. Handel: flau. Preise: 65—70 Pfg.
ie Pfund, 14—26 MM je Stück.
Henwcrbclehrgang in Niebüll.
kr. Die landwirtschaftliche Schule Niebüll hatte
am 13. 6. die Bauern zu einem Heuwerbungslehr-
gaug eingeladen. Auf einer Fenne von Nis R. Nis
sen, Langstoft, sprach Dr. Butenschön über Schwe-
öenreuter und deren Vorteile im Betrieb. An
schließend baute er mit Dr. Grothe einen Schwe-
denreutcr auf. Die Anschassungskosten stellen sich
pro Hektar auf etwa 50 MM. Die Bauern sind ge
willt, in diesem Jahre ihr Heu z. T. auf Schweden
reutern zu ernten.
Die Kennziffer der Großhandelspreise
stellt sich für den 10. Juni auf 104,1 (Vorwoche
104,0). Hauptgruppen: Agrarstoffe 106,0 (plus 0,2),
industrielle Rohstoffe und Halbwaren 93,3 (plus
0,1) und ind. Fertigwaren 120,7 (plus 0,1).
Pslichtversammlnng der Bäuerinnen
Am 12. Juni fand in der Landwirtschaftlichen
Haushaltungsschule in Hademarschen die Bezirks
versammlung der Bäuerinnen des Kreises Rends
burg zusammen mit der Monatstagnng des Reichs
nährstandes statt. Erschienen waren die Kreis-
bäuerin Frau Rohwer, der Kreisbauernführer Sieh.
Der Tagung vorauf ging eine Besichtigung der
Web- und Werkarbeiten, welche die Schüler der
Lehranstalt angefertigt hatten. Die Webmeisterin,
Frl. Jebens, gab die erforderliche Aufklärung. Die
Leiterin der Lehranstalt, Frl. Plambeck, behandelte
das Gebiet Ärt {
Die Ferkelmärkte
in der Woche vom 8. bis 13 Juni 1936
WarktplStz»
Gruppe I
Leck . .
Niebüll .
Bredstedt
Flensburg
Durchlchnili
„ Dorw.
Gruppe II
Husum . .
Schleswig .
Rendsburg
lkckernförde
Siel ... .
Nortori. . .
Nrumünster
Durchschnitļ
„ Dorw.
Gruppe III
tzademarich.
Heide . . .
Meldori . .
Itzehoe. . .
Schnelsen .
Altona. . .
Wandsbek .
Durchschnitt
. Dorw.
Gruppe IV
Bramstedt .
Kaltenkirch.
Segeberg .
Oldesloe. .
Raßedurg .
Mklln . . .
Schwärzend.
Durchschnitt
1588
1636
Preise
in Ml je Stück
4—6
W.
18 20
1618
17 20
18 21
20 22
14 18
18 20
16-20
16-18
460
16 19
17-19
»OW>4 65(20 22122-25i
6-8
W.
20-21
18 20
18-22
21 23
->3 25
13-23
20 23
20 23
18 20
üb. 8
W.
20 22
23 25
26 28
25-27
20 22
>2 30
24 32
t ^je'/ikļ
leicht
60-72
70-74
65-75
65 70
74-77
75 79
7080
78-83
ichw.
60 72
64- 67
65- /5
65-70
74 77
64-18
70 80
75-80
Marktoerlaui
Handel
langsam
mittelmäh.
Mittelmaß.
gut
Mittelmaß
gut
flau
flott
flott
Mittelmaß
langsam
flott
langsam
flau
Räumung
geräumt
s. geräumt
geräumt
l. geräumt
geräumt
geräumt
geräumt
geräumt
geräumt
n. geräumt
geräumt
n. geräumt
s. schlepp,
lebhaft
mäßig
n. geräumt
geräumt
n geräumt
um amerikanische Gerste oder um eine Mischung
gesunder Gerste mit amerikanischer sog. „Giftgerste"
handeln. Nachdem noch ein Staatsinstitut zu dem
gleichen Resultat gekommen war, erhob der Bezie
her der Gerste Schadenersatzklage gegen die Ver
käuferin mit der Behauptung, daß er durch das
Schweinesterben über 300 000 MM Schaden erlitten
habe. Seine Klage ist ohne Erfolg geblieben. Ober
landesgericht Kiel und Reichsgericht haben auf Ab
weisung der Schadensersatzansprüche erkannt. Diese
sonderbar anmutende Entscheidung beruht im we
sentlichen auf den folgenden Rechtsgründen:
Allerdings spräche die Aufeinandersolge der Vcr-
fütterung der Gerste und die sich anschließende Er
krankung der Schiveine zunächst für den ursächlichen
Zusamcnhang zwischen der Gerstenfütterung und
dem Vorliegen von Virusschmeinepest. Trotzdem
sei nicht geklärt, an welcher Krankheit die Schweine
zugrunde gegangen seien. Es liege nahe, daß die
Todesursache Schweinepest sei, die schon latent in
den Tieren vorhanden gewesen sein könne. Ta
somit ein schlüssiger Beweis dafür nicht erbracht sei,
daß der Schaden des Klägers auf die Gerstenfütte-
rung zurückzuführen ist, habe seiner Klage nicht
stattgegeben werden können. Beachtlich hierfür sei
noch, daß das Reichsministerium für Ernährung
und Landwirtschaft auf gerichtliche Befragung er
klärt habe, daß die sog. „Giftgerste" den Gesund
heitszustand von Schweinen sehr oft ungünstig be
einflußt habe, daß jedoch Fälle, in denen bas Ver
enden von Schweinen „einwandfrei und ausschließ
lich" auf die Verfütterung von „Gtftgerste" hätte
zurückgeführt werden können, nicht bekanntgewor
den seien. So seien im Spätherbst 1928 nach der
Verfütterung amerikanischer „Giftgerste" zwar
15 000 Schweine erkrankt, aber nur fünf davon
seien eingegangen. — Aus den Gesichtspunkten arg
listigen Verschweigens oder positiver Vertragsver
letzung sei eine Schadcnshastung nicht herzuleiten,
da die Verkäuferin und ihre ausländische Liefe
rantin nicht gewußt hätten, daß die Gerste gemischt
gewesen sei. „Reichsgerichtsbriese." (II 79/36. — 7.
4. 1936.)
EînheîtsgîîtebestîmmUNgSK
für Stein- und Beerenobst
Die Anordnung Nr. 81, betr. Reichseinheitsvor
schriften für die Sortierung und Verpackung von
Stein- und Beerenobst, bringt fest umrissene Be
griffe für die einzelnen Güteklassen und Größen,
um minderwertige Ware, die nicht auf den Frisch
markt gehört, von vornherein ihrer richtigen Ver
wertung, der Marmeladenherstellung, zuführen zu
können. Jede Menge, die der Erzeuger an den
Handel oder an die Industrie absetzt, mutz von nun
ab nach den in der Anordnung festgelegten Bestim
mungen sortiert und verpackt werden. Sollten un
billige Härten für einzelne Erzeuger durch die
strikte Durchführung der Sortieruugsbestimmungen
eintreten, kann der Vorsitzende der Hauptvereini
gung im Einzelsalle Ausnahmen zulassen. Unbillige
Härten können beispielsweise durch ungünstige
Witterung eintreten, durch die etwa die gesamte
Ernte eines Erzeugnisses nicht den vorgesehenen
Anforderungen bezüglich der Größe entspricht, so
daß eine zeitlich begrenzte Herabsetzung der Min-
destgrößen erfolgen muß. Keine Härte dagegen be
deutet es, wenn etwa zusätzlich Arbeitskräfte ein
gestellt werden müssen, denn die Mehrausgaben
hierfür werden durch bessere Preise für das gut
sortierte Obst bald ausgeglichen sein.
Großhandels-Kundgebung im Osten.
Anläßlich der konstituierenden Veiratssitzung
der Bezirksgruppe Ostpreußen der Wirtschafts
gruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel am
14. 6. in Königsberg erklärte der Leiter der Bc-
zirksgruppe, Deichgräber, u. a.: Es ist leider eine
bekannte Tatsache, daß die Bedeutung des Groß
handels in der Oeffentlichkeit unterschätzt wird.
Aber wir werden nichts unversicht lassen, um den
berechtigten Wünschen des Großhandels bei allen
Behörden und Parteistellen und in der Oeffent
lichkeit Gehör zu verschaffen. Wir wollen darüber
hinaus aber auch dafür sorgen, daß in unseren
eigenen Reihen Sauberkeit und Ordnung herrscht,
und alles das ausmerzen, was sich mit der alten
deutschen Kaufmannsehre nicht vereinbaren läßt."
Devisenbewirtschaftnng und Ausschlagung
einer ausländischen Erbschaft.
In vereinzelten Fällen ist die Frage von Be
deutung geworden, ob die Ausschlagung einer aus
ländischen Erbschaft durch den inländischen Erben
oder Miterben genehmigungsbeöürftig ist. Die
Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat der
Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe deren
Ansicht bestätigt, daß die Ausschlagung einer sol
chen Erbschaft keine genehmigungsbeöürftige Ver
fügung über Forderungen oder ausländische
Wertpapiere usw. im Sinne des Devisenrechts
darstellt. Denn die Erbschaftsausschlagung ist über
haupt keine Verfügung über die einzelnen zum
Nachlaß gehörenden Gegenstände, sondern bedeutet
lediglich eine nachträgliche Bcseitgiung der durch
Erbfall zunächst eingetretenen Rechtsstellung.
Ein drittes Zusatzabkommen zum dcntsch-tnrki-
sche» Handelsvertrag ist am 19. Mai zwischen dem
Deutschen Ueich und der Türkischen Republik un
terzeichnet worden. — In den mit 4K vH verzins
lichen Reichsschatzanweisnngeu wurde die Begebung
neuer Abschnitt per 1. 12. 1939 zum Zeichnungs
kurs von 10214 vH erforderlich, nachdem die bisher
zum Verkauf gestellte Serie per 1. 9. 1939 ausver-