Rendsburg, den 1. April 1936.
Rendsvurger Sippenforschung und Sippenpflege
Austausch von Material — Nutzbarmachung für die Allgemeinheit
Die Renösburger Arbeitsgemeinschaft für
Sippenforschung und Sippenpflege, die der
NS.-Kulturgemeinöe Abt. Volkstum und Hei
mat angegliedert ist, hielt in diesen Tagen ihre
Monatsversammlung ab. Sie will in der For
schungsarbeit helfen und fördern, insbesondere
unter den Renösburger Familienforschern den
Austausch des Materials ermöglichen, damit
Doppelarbeit vermieden wird. Wie wichtig dies
ist, zeigte die Versammlung. Trotz einer nur
geringen Teilnehmerzahl waren 8 Mitglieder
in der glücklichen Lage, festzustellen, daß sie zur
gleichen Sippe gehören. Ein Austausch von
Forschungsergebnissen ist natürlich nur mög
lich, wenn der Arb.-Gem. alle Volksgenossen
aus Rendsburg und Umgegend bekannt sind,
die Familienforschung betreiben. Sie richtet
daher in diesen Wochen an alle Schulen und
Formationen ein Rundschreiben, in dem ge
beten wird, die Namen der Familienforscher
mitzuteilen, und bittet auch an dieser Stelle
sämtliche Renösburger Forscher — auch solche,
die zum Nachweis der arischen Abstammung
forschten — um Mitteilung der Anschriften an
den Obmann M. Franzen, Alte Kieler Land
straße, oder Fr. Drews, Wallstr. 54. Irgend
welche Verpflichtung zum Beitritt oder dergl.
übernehmen die Einsender nicht. Sie werden
lediglich gebeten werden, die von ihnen er
forschten Linien und Orte anzugeben und spä
ter auf einem einheitlichen Vordruck Abschrif
ten der Ahnen-, Stamm- oder Sippschaftstafel
zu überlassen.
Einige Mitglieder waren Anfang Februar
bei der Schleswiger Arbeitsgemeinschaft
zu Gast. Aus dem Bericht über die Schleswiger
Tagung konnten die Mitglieder manches ler
nen, zumal ein Vortrag über „Sinn und Be
deutung unserer Familiennamen" wiederge
geben wurde uud die Deutung der Namen der
Mitglieder erfolgte. Ein Angehöriger der Ar
beitsgemeinschaft schilderte Erlebnisse bei den
Angler Sippenforschern. Die Arbeitsgemein
schaft dieser Landschaft hatte Ende Februar
über 300 Sippenforscher nach Süderbrarup ein
geladen. Die Schilderung war besonders in
teressant für die anwesenden Forscher aus
Angeln, da die einzelnen Quellen genannt
wurden, aus denen man in Angeln schöpfen
kann. Falls Angler Forscher aus Rendsburg
und Umgegend Näheres erfahren wollen, wer
den sie gebeten, der Arbeitsgemeinschaft ihre
Anschriften mitzuteilen.
Zum Schluß wies der stellv. Obmann darauf
hin, daß nach seiner Erfahrung in vielen Fa
milien Bücher vorhanden sind, die der Allge
meinheit nutzbar gemacht werden können. Ge
dacht ist an gedruckte Familienchroniken, Hei
matbücher, Kirchspielschroniken, Steuerrcgister-
und Bürgerbuchabdrucke u. ä. Ueber die Bü
cher, die Mitglieder zur Verfügung stellen, soll
ein Verzeichnis geführt werden. Die Arb.-Gem.
wäre sonstigen Einwohnern dankbar, wenn sie
ebenfalls das in ihrem Besitz befindliche Ma
terial durch Mitteilung ihrer Namen (unter
Bezeichnung der Bücher) an die Arbeitsge
meinschaft für die Allgemeinheit bereitstellen
würden. Nur durch Mitwirkung aller beteilig
ten Kreise kann das Ziel der Arb.-Gem. er
reicht werden zum Wohle von Volk und Rasse.
Frühlmg im Schrehergarten
„Vergeht nie, daß das Recht, welches das
heiligste ist, das Recht auf die Erde ist,
die man selbst bebauen will."
Adolf Hitler.
Mit dem letzten Flecken Schnee, der schmolz,
begann es in den zahlreichen Kleingärten in
und um Rendsburg lebendig zu werden. Letztes
Jahr war man schon etwas früher dabei, aber
diesmal sorgte der kalte Nachklapp dafür, daß
die Schneeglöckchen lange verborgen blieben.
Wer gesehen hat, wie die zarten weißen Blü
ten trotz Eis und Schnee zum Lichte durchbra
chen, der ist um ein Erlebnis in der Natur
reicher.
Sonnenschein schimmert übers Land, und wir
machen uns auf zum Besuch einer größeren
Schrebergartenkolonie. Hier und da tönt das
emsige Hantieren mit Säge und Hammer. Not
wendige Reparaturen an Gartenlaube, Um
friedung und Geräten werden vorgenommen.
Dampfend zieht ein Pferdegespann über die
breiten Wege und bringt den kostbaren Dung
zu den Gärten. Schade, daß man sich nicht reich
licher damit versehen kaun, aber 7 Mark für
eine Fuhre ist viel Geld, und die meisten Päch
ter müssen die Groschen zweimal herumdrehen.
ehe sie ausgegeben werden. (Vielleicht läßt ge
meinschaftlicher Bezug eine Verbilligung zu.)
Wir sehen ein Stück Grünkohl, das böse von
den Vögeln zerfressen ist,' auch Porree wurde
nicht verschont. Man kann daraus ermessen,
wie schwer es für die armen Tiere in den Ta
gen der Schneewehen gewesen ist, sich notdürf
tig am Leben zu erhalten.
Der Baumpfleger hat ganze Arbeit gemacht.
Mancher Pächter wird seine Bäume nicht wie
dererkennen, so entschieden sind alle langen
Triebe der Schere zum Opfer gefallen. Ver
hältnismäßig viele junge Obstbäume wurden
gepflanzt, da nach dem Willen der Regierung
jeder brauchbare Fleck Erde einen Baum tra
gen soll. Einige Gärten fallen durch ihre be
sondere Pflege auf. Im Herbst wurde das
Land umgegraben und sämtliches Unkraut ent
fernt. In anderen Gärten hat sich das Unkraut
recht breit gemacht und bereitet dem Pächter
Kummer, wenn er nicht radikal vorgeht. Im
Kleingarten muß Gemeinschaftsarbeit obenan
stehen. Was nützt es z. B., wenn der eine Un
kraut bekämpft und vom Nachbarn kommt der
Unkrautsamen wieder herbeigewcht? Wenn
nicht alle dagegen angehen, ist die Arbeit
umsonst.
Krokus blühen und Tulpen und Osterblumen
werden uns auch bald erfreuen. Aufmerksam
keit verdienen hier und da die mit dem neuen
Kompostierungsmittel der Düngerfabrik ange
setzten Komposthaufen.
Wir kommen mit einigen Pächtern ins Ge
spräch. Man ist froh, wieder raus an die Luft
zu kommen. In den Knochen wird man es
zwar spüren, daß es ungewohnte Arbeit ist.
Aber es ist schön und von eigenem Reiz, Frei
zeit hier zu verbringen. Die Rentabilität?
Der Pächter ist im allgemeinen froh, wenn er
das bare Geld, das er hineinsteckt, an Früchten
wieder erntet und mit einem Vorrat in den
Winter gehen kann. So bei 800—1000 Quadrat
meter muß man wenigstens mit 60 Mark Un
kosten in jedem Jahr rechnen.
Tag für Tag ziehen sie in ihren Garten,
Hand- und Kopfarbeiter. Leicht ist es ihnen
bei kargem Boden nicht gemacht, der Erde mög
lichst hohe und gute Erträge abzuringen. Aber
wieviel Freude bringt so ein Schrebergarten!
Seht euch nur den selbstbewußten Kolonisten
an, wenn er Sonntags wie ein König auf
„seinem" Grund schreitet. Wie leuchten seine
Augen voll Stolz, wenn der Sonntagsspazier
gänger gerade seinen Garten bewundert.
Wie glücklich tummeln die Kinder! Und dann
als Krönung des Ganzen so ein gemütlicher
Sonntagsnachmittagskaffee zur Belohnung
für die lange Wocheuarbeit. Ach ja, das ist fein!
Sommerfemefter
der Benoaltoņgsakademie
Am Donnerstag, dem 2. April, beginnt das
Sommersemester der Zweiganstalt Rendsburg
der Verwaltungsakademie der Nordmark. Zur
Eröffnung spricht abends im Musiksaal der
Mittelschule Gauredner Dr. phil. Walther
Große Sehenswürdigkeit in der Schleuse.
Die Hohe Straße nach dem Wahlsieg.
So sah es am Montag überall in den Renösburger Straßen aus.
Flagge neben Flagge, dazu am Abend die brennenden Kerzen in den
Fenstern. lPhot.: Landeszeitung.)
Als der Kaltcnkirchener Dampfer „Jussuf"
aus der Unter- in die Obercider geschleust
wurde, tauchte plötzlich in der Schleusenkam
mer unter dem Heck des Schiffes ein ganz un
gewöhnliches Seetier empor, das aus der
Nordsee unbemerkt die Eider aufwärts gekom
men sein muß.
Es gelang, das fabelhaft aussehende Unge
heuer zwischen den Schleusentoren zu halten.
Von Zeit zu Zeit steigt es mit dem langge
streckten, ungefähr 3 Meter messenden Leib
aus dem Wasser hoch und fletscht die Zähne.
Heute gegen Abend wird das Tier in einem
Stahlnetz gefangen und in einem Bassin ins
Zoologische Institut der Universität Kiel
zwecks Ergründung von Art und Lebensweise
geschafft. Wer das seltsame, mit drei Flossen
versehene Lebewesen sehen will, hat noch Ge
legenheit dazu.
Ein glücklicher Schnappschuß wurde in Eile
zum Bild entwickelt. (Aufn. Olzsch.)
Ostern auf dem Balko
Und zusehen müsse«, wie die andern hinaussah"
ren? Oder bestenfalls mitgenommen werden, dorthin,
fahren müssen, wohin die andern wollen?
Jetzt »ja« sagen > und Sie machen Ihre Osterfahrf
im eigenen Wagen, wohin Sie wollen! Gleich »ja«
sagen > dann sind sogar die Einfahrkilomeier schon
überwunden! ļ
Sie haben keinen Gründ, noch zu warten! Bewah-'
rungsfrist? Die 1936er OPEL-Modelle sind schon
zehntausendfach bewährt. Lieferschwierigkeiten ? Je
des Modell steht sofort zu Ihrer Verfügung.
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Vertreter: T. H. SIEVERS - RENDSBURG - Paradeplatz
Landeszeitung
Rendsburgs: Sägeblatt
Mittwoch, de» 1. April 1938.
*29. Jahrgang. / Nr. 78. / Zweites Blatt.