Full text: Arnulf von Kärnthen

103 
Ein nächtlich Schreckbild hatt' ihn aufgescheucht 
Aus seiner Ruh, und unsrer Priester Wort 
Rieth ihm gar eifrig zu der Sühnefahrt. — 
Er ist nicht heimgekehrt — im fremden Land 
Liegt er im Grab mit seiner Fahrt Gefährten. — 
Ich hab belauscht der Leute heimlich Raunen, 
Wenn sie von Fieber sprachen und von Gift, 
Das in den Wein zu mischen weiß manch Weib 
Am Tiberstrand. — — O geht nicht hin nach Rom! 
Arnulf: 
Der Kindheit Schrecken spricht aus Euch. — Wie viel 
Würd wagen nie der Mann, wenn wahr stets wär, 
Was in den Märchen Kinderherzen schreckt! 
Pta: Des Herzens Ahnen trog noch nieinals mich! 
Der leiderfahrnen Seele öffnet sich 
Ein ander Aug, vom Tage nicht geblendet. 
Zu schauen in den dunklen Grund der Zeit. 
Arnulf: Ich aber muß dem Licht des Tages nach 
Die Völker führen ans der Zukunft Weg! 
Zu Rom erkenn ich meiner Herrschaft Ziel; 
Des Weltreichs Krone ist bestimmt für mich! 
B t a: Der engen Furcht entschwingen sich kann noch 
Der schwachen Franen Seele nicht empor 
Zu solchem freien Flug, wie Euer Geist. 
r n u l f! Die Zeit wird lehren solchen Flug auch Euch! 
Pta: Der Himmel füg's, daß würdig ich deß werde! 
Arnulf: Ihr seid's in Eurer Schönheit reinem Glanz! 
Kommt, Königin; wir gehn voran zum Fest! 
7> weit e x E d l e r: 
Dies Hochzeitsfest wird kurz nur sein. — Die Fahrt 
Gen Rom drängt aus der Brust die Freude mir, 
Die heitern sorgenlosen Sinns ich hegte! 
(Sil) mit Ota, bic Fürsten folgen.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.