stimm, Spid und Sport
brganq 129. ' Nr. 138
Sportbeilage der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung (Rendsburger Tageblatt)
Rofemeyer gewinnt das Eêşşslrenņsn
Dienstag, den 16. Juni 1936
•300 000 brannten darauf, den Großkampf in den Eifcl-
Ergen mit zu erleben. Auf 152 Parkplätzen standen die
àhrzeuge der Rennbesnrher aus unzähligen Ländern,
oehntausende von Krafträdern, ein unübersehbares Heer
^"** Fahrrädern, Tausende von Omnibussen und der
Heerwnrm der mit KdF.-Sonderzügen Angekommenen
"°t-n ein eindrucksvolles Bild. In diesen Tagen gab es
ļj* Rheinland und in Westfalen bis an die Grenze des
Landes nur eine Parole, nur ein Gespräch, das Eifel-
^ilnen mit seinem Kampf der Wagen nnd Räder.
Was in Sen nenn Stunden, die das Rennen währte,
Fahrer aller Gruppen geleistet haben, läßt sich nur
Hwcrlich in Worten ausdrücken. Garstig war die sonst
slbvne Eifel an ihrem Festtag, immer wieder hüllte
|! e ihre waldreichen Bergspitzen in undurchdringliche
^belschleicr, und daß dennoch überhaupt solche schnellen
okiten, wie die Ergebnisse zeigen, gefahren werden
Lünten, grenzt fast ans Wunderbare.
Immer wieder jagten schwere Regenböen über die
Rennstrecke, die teilweise völlig im Nebel verschwand,
dann folgte ein Wolkcnbrnch dem andern. Es war
die Hunderttausend^ die schutzlos rings um den
'*** ll 0, allen Wettcrunbilden zum Trotz, nicht wichen und
Zankten, ein mehr als nasses Wochenende.
Aber wer möchte dieses 10. Eifelrennen in seiner
Erinnerung missen Nach einem auf Biegen nnd Brechen
führten Kampf lüste der junge Rosemeyer (Auto-Union)
'ņ der 7. Runde Caracciola und Nnvolari, die bis zur
Zweiten und sechsten Runde die Führung hatten, ab,
3hr trotz Regen und oft undurchdringlichem Nebel über-
ikgcn sicher und schnell als Sieger sein Rennen nach
danse. Noch niemals sahen wir Rosemcyer so beherrscht
Bitten Rennwagen meistern, ja, das Jubiläums-Eisel-
^»nen war sein Meisterstück. In seiner Hand allein
: a 8 der deutsche Sieg, denn sämtliche drei Alfa Romeos
Scuderia Ferrari lagen in geschlossener Front in
J e ** letzten Runden hinter ihm, nur ein geringes Ber-
n, und der Sieg wäre uneinbringlich verloren
en.
Start der Champione.
Wieder kracht ein Schuß, 14 große Rennwagen setzen
ņch donnernd, heulend »nd singend in Bewegung. Ro!e-
3>eyer (Auto-Union) schiebt sich als Erster vor. Nnvolari
rechts vorbei, mutz aber noch warten, nnd während
"ieses mitreißenden StartduellS schießt Caracciola (Mer-
c côeê) auf der Betongeraden liuksautzen an allen ande
an vorbei, ans der dritten Reihe in Führung gehend.
Perlenschnur der Wagen zieht an den Tribünen
Jrbei, vorn Caracciola, am Hinterrad schon Nnvolari,
°»nn Rosemcyer, v. Branchitsch, Lang, Stuck und Brivio.
Dieses Startbild war das packendste, was in einem
Untschen Rennen gezeigt wurde- mit nnr 1» Runden
5; 228 Kilometer war das Eifelrennen eines der kür-
èssten Rennen der Grand-Prix-Wagcn. Wenn im Juli
"*e Wagen wieder zum Große» Preis von Deutschland
0l *f dem Ring erscheinen, und wenn es dann über
5000 Kilometer geht, wird man die Sache ein wenig ruhi-
p* angehen lassen können. So aber hieß es, ohne Rück
et au f j,a3 Unwetter, Volldampf vom Start bis zum
'bicii Ņls am Voranzeiger kurz vor Beendigung der
Zweiten Runde wieder Caracciolas Startnummer 1 ans-
AäUrmt, geht cs wie ein elektrischer Schlag durch die
fassen. Schon braust er heran, schießt wie ein Pfeil
"ähin, eine Sekunde dahinter aber liegt Nnvolari. Bis
iunr vierten Platz bleibt es unverändert. Stuck irnb Chi-
haben im Mittelfeld je einen Platz gutmachen kön
nen, »och aber spielen sie keine Rolle.
Nnvolari vor „Carratsch".
Die dritte Runde geht zu Ende. Das Feld schießt über
Dettingcr Höhe. Nnvolari liegt vorn, Caracciola
5 Sekunden Abstand, weitere 4 Sekunden später folgt
Aosemeyer, und in Reservestellung liegen v. Branchitsch
Mercedes und Stuck für die Auto-Union. Warum
°°«nügt sich v. Branchitsch mit dem vierten Platz? 130er
fünden war er im Training gefahren. Ist er heute
übertrainiert?
Zwei deutsche Rivalen.
. Die vierte Runde neigt sich dem Ende. Nnvolari hat
****len Vorsprung vergrößern können. Da jagt Rose
gger an Caracciola vorbei. Was ist mit Rudi? Schon
Ņ er 21 Sekunden gegen den führenden Italiener per
len. Branchitsch liegt noch immer an vierter Stelle,
^äirn folgen Lang, der zweite Mann von Alfa Romeo,
"livio, dann Farina. Varzi und Chiron, während Stuck
“>* 10. Stelle zurückgefallen ist Ei» kurzer Aufenthalt
°*n Depot beweist, daß seine Maschine Aussetzer hatte.
^ch°n ist der Schoden behoben. Stuck jagt dem Felde
!*»ch. Setzt aber auch Branchitsch zum Angriff an. auch
9*n muß Caracciola weichen. Und jetzt jagen Rosemeyer
"*>t 8 Sekunden Abstand und dann Brauchitsch hinter
^**t Italiener her.
„Carratsch" fällt aus.
langsam fährt Caracciola bei seiner Box vor, steigt
Neubauer hält kurze Zwiesprache mit ihm, der
Janm ist aus. Man befühlt die Reifen, vielleicht haben
te Bremsen gestreikt, für Caracciola ist das Eifel-Ren-
zu Ende.
Es geht um den Sieg.
,3. Runde' Nnvolari und der blonde Bernd Rosemeyer
,A>eßen vorbei. 20 Meter Abstand voneinander, so jage»
le in die Südkchre nnd auf der Gegengradcn. Endlich
.Acbeņ auch einmal die Tribünenbesucher ein giganti-
Ringen.
..Rad an Rad — „schnappt" sich Roscmeyer den Jta-
-Isüer. Zehntanscnde toben hier vor Begeisterung, wir
re» im Lautsprecher von Kehre zu Kehre den Jubel
800 000 sich fortpflanzen. Selbst die Eifel hellt sich
0ï Freude über diesen Großkampf der Nationen wieder
l *f- Aber noch immer ist die Strecke naß, und doch stei
fn die Rundengcichwindigkeiten von Minute zu Minute.
Nebel aus der Strecke.
.Die Freude über die bravouröse Fahrt des jungen
^"lemeyer wird wenig später getrübt durch schwere
i?belsch,vaden, die sich über den größten Teil der Strecke
wegziehen Wir hören Meldungen, daß teilweise
E*üe 50 Meter Sicht herrscht.
,. Sekunden liegt Nnvolari schon zurück, der jetzt sicht-
° verhalten führt. Unvorstellbar, wie die Fahrer über-
x5**Pt in dieser Waschküche bei beschlagene» Brillen und
eiben etwas sehen können. In der 8. Runde fällt
nun Nuvolari, Brivio und
' /^rauchitsch ans.
^Hinter Roscmeyer liegen
?**r*na, also die gesamte Fcrrai-Mannschaft, geschlossen
Fuchs auf der Spur. Wird Rosemcyer mit den
^işen durchhaltcn? Wird er seinen Vorsprung gegen
, dreifache Ucbcrmacht behaupten können? Endlich
es in die letzte Runde, nicht einmak die Helfer
şscmeycrs ans der Auto-Union-Box vermögen ihm ein
»?Ģen z„ geben, daß er mit etwa 1*/- Minuten vor
üvvlari liegt und das Tempo mäßigen soll.
(v-, dj bangen wir, zu toll ist der Nebel, da huscht ein
^überschatten durchs Ziel, erkennen wönuen wir, die
^o-Union war es, einer der stolzesten Triumphe
aller Zeiten. Bier Wagen am Start, alle vier am Ziel
und den Sieg dazu. Noch nachträglich erfuhren wir, daß
o. Brauchitsch mit dem Graben Bekanntschaft gemacht
hatte, wodurch seine Hinterachse beschädigt wurde, was
ihn später zur Aufgabe zwang. Bei Caracciola hatte der
Stoßdämpfer gestreikt, es ging nicht mehr.
Das eine der beiden großen Renne» ans deutschem
Boden ist siegreich beendet. Aber nicht kampflos war die
ser Sieg. Und das erhöhte die Freude über diesen Tri
umph. Mehr als zu allen andern Zeiten sind die Alfa
Romeos wieder zu schweren Gegnern herangewachsen,
und bas ist gut so, denn Sport ist Kampf, und Kampf im
Sport bedeutet Fortschritt.
Die Ergebnisse:
1. Rosemeyer-Deutschland (Auto-Union) 1:58:41,1 gleich
117,1 Km.-Std.
2. Nuvolari-Jtalien (Alfa Romeo) 1:58:54 gleich 115,1
Km.-Std.
3. Brivio-Jtalien (Alfa Romeo) 1:59:30,2 gleich 114,5
Km.-Std.
4. Farina-Jtalien (Alfa Romeo) 1:59:58,3 gleich 114,25
Km.-Std.
6. Lang-Deutschland (Mercedes-Benz) 2:02:28 gleich 117,7
Km.-Std.
8. Chiron-Deutschland (Mercedes-Benz) 2:03:33 gleich
110,75 Km.-Std.
7. Barzi-Deutschland (Auto-Union) 2:03:35,2 gleich 110,75
Km.-Stdt.
8. Stuck - Deutschland (Auto-Union) 2:03:36,3 gleich
110,70 Km.-Std.
9. V. Delius-Deutschland (Anto-Union) 2:05:53,2.
10. Zanelli-Jtalien (Maserati) 2:04:14,3, eine Runde zu
rück.
Von den FußhMselderri
Die erste Hauptrnnbe um den v. Tschammer-Pokal
führte in Hamburg Victoria uud Dessau 05 zusammen.
Den Mitteldeutschen ging ein großer Ruf voraus, hatten
sie doch Hertya-BSC.-Berlin, Eimsbüttel und den HSV.
in den letzten Wochen schlagen können. Victoria lieferte
eine ausgezeichnete Gesamtleistung und spielte die Des-
sauer in der zweiten Halbzeit in Grund und Boden. Mit
8:1 (2:0) blieben sie siegreich und sicherten sich damit die
Teilnahme an der nächsten Runde.
Eine Ueberraschnng kommt aus Kiel, wo Holstein gegen
die Lübecker Polizisten mit 1:2 das Nachsehen hatte. Der
Sieg der Gäste kam erst in der Verlängerung zustande
und war insgesamt sehr glücklich. Holstein verlor schon
nach zehn Minuten Linken durch Feldverweis und war
trotz hervorragender Aufbauarbeit Ludwigs im Sturm
sehr schwach.
In Berlin blieb Hertha-BSC. gegen Eimsbüttel nach
feinem und ausgeglichenem Ringen knapp 3:2 (1:0) sieg
reich. Der Nordmarkmeister war in besserer Form als
in seinen letzten Spielen, arbeitete im Angriff aber
glücklos und kam dadurch um einen möglichen Sieg, zu
mal den Berlinern ein Elfmeter zu Hilfe kam.
Als Vertreter des Gaues Nordmark sind nunmehr
nur noch Victoria und die Polizei-Lübeck im Pokalwett
bewerb beteiligt. Wenn die Hohclnfter Glück bei der
Auslosung haben und ihre Form des letzten Treffens
wiederholen können, darf man durchaus die Hoff
nung haben, daß sie auch die nächste Runde siegreich
überstehen
Schleswig-holsteinische Fuhballergebnisse.
Der HSV. konnte auch das zweite Spiel seiner Nord-
markreise überlegen siegreich gestalten. Nachdem am
Sonnabend Flensburg 08 6:0 geschlagen ivnrdc, gcwan-
Tem Eiselsicger Rvseincycr
Korpsführer Hühnlein überreicht dem Autounionfahrer Rosemeyer
den Siegerkranz nach seinem schönen Erfolge im 10. Internationa
len Eifelrennen. (Weltbild, K.)
Spsrt srrfs Land
Im Aufträge des Reichssportführcrs sind in allen
Gauen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen
37 Wandersportlehrer nnd 19 Wandersportlehrerinnen
tätig. Da die ländlichen Gebiete und vor allem die
Grenzlande bevorzugt werden, arbeiten in Ostpreußen
und im Gau Nordmark je 6. in Pommern 6, in Schlesien
5 und in Baden auf verhältnismäßig kleinem Raum
5 Wandersportlehrer und -lehrcrinnen. I» Branden
burg, Sachsen, im Gau Mitte und Bayern sind je 4
Wandcrsportlehrer und -lehrcrinnen tätig, im Gau Nie
dersachse», Westfalen, Niederrhein, Nordhcssen und
Württcinber je 2 und im Gau Südwest 1 Waliderspvrt-
lehrer.
Was ist ein Wandersportlchrer?
Schon der Name Wandcrsportlehrer besagt, daß die
Arbeit nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist nnd
daß der Lehrer nicht immer die gleiche Gemeinschaft, die
Leibesübungen betreiben will, zu betreuen hat. Jede
Woche, ja oft jeden Tag, ist der Wandcrsportlehrer an
einem anderen Ort. So aber gerade wird cs möglich,
daß sehr viel Volksgenossen in den Landstädten und ans
den Dörfern an den Lehrstunden und Kursen eines be
sonders befähigten und ausgebildeten Sportlehrers teil
nehmen können. Um eine Uebersicht über Art und Tätig
keit der Wandcrsportlehrer zu bekommen, seien einige
Zahlen genannt, im Februar 1936 wurden allein von den
Wandersportlehrern, also ohne die 19 Sportlehrerinnen,
insgesamt 13 075. darunter 3113 Schüler an bäuerlichen
Werkschulen, 2869 Schüler der Landschulen, 687 Land
lehrer, 1305 Volksgenossen aus verschiedenen Formatio
nen und Verbänden in Lehrgängen zusammengezogen
und mehrere Tage hintereinander besonders geschult.
Der Wandersportlehrcr ei» Freund der Dorsjugend.
Der Wandersportlchrer muß nach seiner schwierigen
Tageöarbcit ans viel Behaglichkeit im Leben verzichten.
Nur in der Arbeit selbst und in ihren Erfolgen kann er
Befriedigung finden. Immer muß er mit frohen Augen
und lachendem Mund, voll Schwung und Kraft unter
seinen Schülern als Vorbild stehen. Die Dorsjugend
kennt ja alle diese neuen Gedanken nnd Dinge nicht, die
der Wandcrsportlehrer bringt, sie bildet sich erst an ihm,
an seinem Können und Auftreten eine Vorstellung von
den Leibesübungen Wohl kaum ein Lehrer hat so die
Möglichkeit, durch seine Person zu wirken, wie der
Wandcrsportlehrer es kann. Kein anderes Fach birgt
so viel Erlebniswerte in sich als die Leibesübungen,
darum darf auch der Sportlehrer seine Stunde nicht im
landläufigen Sinne „abhalten", sondern muß seine
Stunde auch wirklich zu einem Erlebnis werden lassen.
Auch in einem körperlich schwerfälligen Dorfjungen ver
mag er mit Geduld und Liebe Freude an der Bewegung,
das Erlebnis des Leibes, zu wecken. Für ihn gibt es
keine Müdigkeit oder Unlust, nie ist er gleichgültig oder
verärgert, überheblich oder nur sachlich. Außer seinem
überragenden sportlichen Können besitzt er die Fähigkeit,
aus einem vollen und frischen Herze» auch reiu mensch
lich als Vorbild zu wirken.
SmAfļnfà
Xwtcbilmty mis ftti (fyomtu.
nett die Rotheubanmer um Sonntag gegen eine Stadt
Vertretung von Schleswig hoch mit 7:1 (3:0).
Borussia-Kiel gegen Rostock 4:0.
Preußen-Itzehoe gegen Borwärts-Hambnrg 10:8.
Reichsbahn-Sportverein Husum gegen BsL.-Heide 2:2.
KTV. Kilia gegen Rasensport-Hamburg 4:4.
*
KreiZļWmģ der FutzhMereme
in Schleswig
In Schleswig fand am gestrigen Sonntag eine Tagung
der in der Gruppe „Nordmark" des Gaues VII des
Reichsbundes für Leibesübungen (Fachamt F»ßball(
zusammengeschlossenen Fußballvcreine statt. Nach einem
Grnßwort des Kreisfachamtsleiters Künzel-Kicl wurde
den Sportkameraden Dr. Alslev-Schleswig, Jensen-
Flensburg, Lühmann-Flensbnrg, Medias-Flensburg
und Petersen-Husum in Anerkennung ihrer langjährigen
Vereinsarbcit je ein Ehrenbrief des Deutschen Fnßball-
bnndcs überreicht. Der Kreisfachamtsleiter betonte n.
a., daß die Prvpagaudaarbeit in der Nordniark noch mehr
gepflegt werden müste. Die Spielstarke habe sich in ein
zelnen Vereinen erfreulicherweise gehoben. Eine beson
dere Notwendigkeit sei die Pflege und Ausbreitung des
Fußballspiels in den Kreisen der Jugend. Dr. Alslcv
wies darauf hin, daß in einzelnen Vereinen die erfor
derliche Disziplin völlig fehle. Z B. sei es vorgekommen,
daß ein Verein zu einem angesetzten Spiel überhaupt
nicht angetreten war. Zum Schluß der Tagung dankte
Bezirksführer Fögc-Kiel den Schleswiger und Flens
burger Fußballvereinen für ihr gutes Mitwirken bei der
Austragung der Bezirks-Pokalspiele.
Frauen glänzen
Bei den am Sonntag in München durchgeführten Ober
bayrischen Leichtathletik-Meisterschaften stellte Gisela
Mancrmeyer, deren gleichmäßig großartige Form mit
Recht Bewunderung erregt, im Diskuswerfen mit 47,99
Meter einen neuen Weltrekord auf. Sie verbesserte ihren
eigenen bisherigen Weltrekord von 46,90 Meter, aufge
stellt am 28. August 1935 in Dresden, also ganz beträcht
lich. Das war jedoch nicht die einzige hervorragende
Leistung bei dieser Veranstaltung. Im Speerwerfen
wartete Lisa Gelius mit einem deutschen Rekord auf. Mit
einem Wurf von 45,22 Meter verbesserte sie den bis
herigen Rekord, den Ellen Branmüller 1932 in Berlin
mit 44,64 Meter aufstellte. Die Branmüllersche Leistung
loar damals sogar Weltrekord, der inzwischen von der
Amerikanerin Gindel auf 46,745 Meter verbessert wor
den ist.
LeichļaļhlêAàhL stürzen
Bei den Kreismcistcrschaften in Leipzig konnte sich der
Leipziger Long den ihm von Leichnm am vergangenen
Sonntag mit 7,76 Meter entrissenen Weitsprnngrekord
wiederholen. Er stellte mit 7,81 Nieter einen neuen
deutschen Rekord aus, der gleichzeitig Europarckord be
deutet.
Neuen Weltrekord über zwei Meile» erzielte in Prin
ceton (USA.) der Amerikaner Donald Lash, der mit
8:58,3 Nurmis Weltbestleistung aus dem Jahre 1931 um
1,8 Sekunden verbesserte.
-!- * *
Nulschlands Wsliklasse im Tennis
erneut bewiesen
Man kann wohl mit Recht die Behauptung aufstellen,
daß selten ein Davis-Pokalspiel so schnell entschieden
worden ist, wie das Deutschlands gegen Irland. Am
Freitag brauchten Gottfried von Cramm nnd Hcnncr
Henkel 123 Minuten, am Sonnabend im Doppel 45 Mi
nuten und am Schlutztag 88 Minuten. Das sind zusam
men 256 Minuten, in denen Irland mit 6 : 0 geschlagen
wurde. Daß Irland besiegt wurde, war allen klar, aber
wie es geschlagen wurde, das war das Ucberraschenüe.
I» dieser Form brauchen wir eine Begegnung mit
Jugoslawien in Agram nicht zu sürchten. Eine heiße
Junisonne bestrahlte am Sonntag das rotwcitze Tennis
stadion, an der Hundekehle, als vor gut 2000 Zuschauern
Heinrich Henkel und Rogers um den vierten Punkt zu
kämpfen begannen. Der Anfang war überraschend und
in gewissem Sinne auch gleich das Ende. Der Deutsche
gewann seinen Aufschlag, Rogers den seinen und dann
der Henkels dazu 2:1 für den Iren! Aber dann kam die
zweite Ueberraschnng: Henkel machte jetzt 17 Spiele
hintereinander und siegte nach insgesamt 38 Minuten
mit 6:2, 8:0, 6:0, wobei er nur im vierten Spiel des
zweiten Satzes Schwierigkeiten hatte, Rogers niederzu
halten.
Nach einer längeren Pause stellte dann Gottfried
von Cramm innerhalb von 60 Minuten das 5:0 durch
einen 6:2-, 6:3-, 6:2-Sieg über McVeagh her, der stärker
als an den Vortagen spielte, aber dennoch unseren Mei
ster nie in Verlegenheit bringen konnte. Im zweiten
Satz hatte der Deutsche bei 5:1 schon einen Satzball, als
McVeagh plötzlich aufkam und zwei Spiele eroberte.
Aber es war nur ein Strohfeuer, Cramm zog unwider
stehlich davon und Deutschland in die Schlußrunde.
-!- * »
Am Rendsburgs Ruderregatta
Im Bootshausc der Nndergesellschaft Germania-Kiel
fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung des
Schleswig-Holsteiniichen Regatta-Vereins statt, die von
allen Vereinen der Provinz gut besucht war. Den größ
ten Raum nahmen die Besprechungen über die Regatten
in Anspruch. Nach dem Ausfall der Einfelder Regatta
war zu befürchten, daß Rendsburg nnd Flensburg ein
gleiches Schicksal haben würden. Nach übereinstimmenden
Meldungen aller Ruderoereine wird dieses auf keinen
Fall für die am 28. Juni in Rendsburg stattfindende
Jugend-Frauen- und Gig-Regatta zutreffen. Es ist sogar
anzunehmen, daß die Schüler- und Jugendrenncn eine
Rekordbcsetziing erfahren werden, da die Kieler Schüler-
Rudervercine allein schon über 20 Meldungen abgeben
werden, wozu wieder mit zahlreichen Meldungen ans
Hamburg und Lübeck zu rechnen sein wird. Für die
Frauen-Wettbewerbe haben auch die Vereine aus den
Hansestädten Verhandlungen mit dem Regatta-Verein
eingeleitet. Da für die Gigrenucn außer den deutschen
Ruderern Nordfchleswigs auch Vereine aus Mecklenburg
iWismarj Interesse zeigen, ist auch hier mit guter Be
setzung zu rechnen, wenn die einheimischen Vereine
sich selbst beteiligen. Meldeschluß ist Mittwoch, 17. Juni.
Einstimmig wurden die neuen Satzungen angenom
men nnd für das laufende Geschäftsjahr die bisherigen
Beiträge festgesetzt. Bon den Mitgliedsvereinen ist die
Rudergesellichast Friedrichstadt a. b. Eider ausgetreten,
da sie als Unterabteilung des Turnvereins dem Fach
amt I angeschlossen ist. Ferner hat sich die Rudcrgesell-
schaft Lauenburg den Hamburgern angeschlossen, da sie
wassersportlich dem Elbeacbiet anachört.