Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

stimm, Spid und Sport 
brganq 129. ' Nr. 138 
Sportbeilage der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung (Rendsburger Tageblatt) 
Rofemeyer gewinnt das Eêşşslrenņsn 
Dienstag, den 16. Juni 1936 
•300 000 brannten darauf, den Großkampf in den Eifcl- 
Ergen mit zu erleben. Auf 152 Parkplätzen standen die 
àhrzeuge der Rennbesnrher aus unzähligen Ländern, 
oehntausende von Krafträdern, ein unübersehbares Heer 
^"** Fahrrädern, Tausende von Omnibussen und der 
Heerwnrm der mit KdF.-Sonderzügen Angekommenen 
"°t-n ein eindrucksvolles Bild. In diesen Tagen gab es 
ļj* Rheinland und in Westfalen bis an die Grenze des 
Landes nur eine Parole, nur ein Gespräch, das Eifel- 
^ilnen mit seinem Kampf der Wagen nnd Räder. 
Was in Sen nenn Stunden, die das Rennen währte, 
Fahrer aller Gruppen geleistet haben, läßt sich nur 
Hwcrlich in Worten ausdrücken. Garstig war die sonst 
slbvne Eifel an ihrem Festtag, immer wieder hüllte 
|! e ihre waldreichen Bergspitzen in undurchdringliche 
^belschleicr, und daß dennoch überhaupt solche schnellen 
okiten, wie die Ergebnisse zeigen, gefahren werden 
Lünten, grenzt fast ans Wunderbare. 
Immer wieder jagten schwere Regenböen über die 
Rennstrecke, die teilweise völlig im Nebel verschwand, 
dann folgte ein Wolkcnbrnch dem andern. Es war 
die Hunderttausend^ die schutzlos rings um den 
'*** ll 0, allen Wettcrunbilden zum Trotz, nicht wichen und 
Zankten, ein mehr als nasses Wochenende. 
Aber wer möchte dieses 10. Eifelrennen in seiner 
Erinnerung missen Nach einem auf Biegen nnd Brechen 
führten Kampf lüste der junge Rosemeyer (Auto-Union) 
'ņ der 7. Runde Caracciola und Nnvolari, die bis zur 
Zweiten und sechsten Runde die Führung hatten, ab, 
3hr trotz Regen und oft undurchdringlichem Nebel über- 
ikgcn sicher und schnell als Sieger sein Rennen nach 
danse. Noch niemals sahen wir Rosemcyer so beherrscht 
Bitten Rennwagen meistern, ja, das Jubiläums-Eisel- 
^»nen war sein Meisterstück. In seiner Hand allein 
: a 8 der deutsche Sieg, denn sämtliche drei Alfa Romeos 
Scuderia Ferrari lagen in geschlossener Front in 
J e ** letzten Runden hinter ihm, nur ein geringes Ber- 
n, und der Sieg wäre uneinbringlich verloren 
en. 
Start der Champione. 
Wieder kracht ein Schuß, 14 große Rennwagen setzen 
ņch donnernd, heulend »nd singend in Bewegung. Ro!e- 
3>eyer (Auto-Union) schiebt sich als Erster vor. Nnvolari 
rechts vorbei, mutz aber noch warten, nnd während 
"ieses mitreißenden StartduellS schießt Caracciola (Mer- 
c côeê) auf der Betongeraden liuksautzen an allen ande 
an vorbei, ans der dritten Reihe in Führung gehend. 
Perlenschnur der Wagen zieht an den Tribünen 
Jrbei, vorn Caracciola, am Hinterrad schon Nnvolari, 
°»nn Rosemcyer, v. Branchitsch, Lang, Stuck und Brivio. 
Dieses Startbild war das packendste, was in einem 
Untschen Rennen gezeigt wurde- mit nnr 1» Runden 
5; 228 Kilometer war das Eifelrennen eines der kür- 
èssten Rennen der Grand-Prix-Wagcn. Wenn im Juli 
"*e Wagen wieder zum Große» Preis von Deutschland 
0l *f dem Ring erscheinen, und wenn es dann über 
5000 Kilometer geht, wird man die Sache ein wenig ruhi- 
p* angehen lassen können. So aber hieß es, ohne Rück 
et au f j,a3 Unwetter, Volldampf vom Start bis zum 
'bicii Ņls am Voranzeiger kurz vor Beendigung der 
Zweiten Runde wieder Caracciolas Startnummer 1 ans- 
AäUrmt, geht cs wie ein elektrischer Schlag durch die 
fassen. Schon braust er heran, schießt wie ein Pfeil 
"ähin, eine Sekunde dahinter aber liegt Nnvolari. Bis 
iunr vierten Platz bleibt es unverändert. Stuck irnb Chi- 
haben im Mittelfeld je einen Platz gutmachen kön 
nen, »och aber spielen sie keine Rolle. 
Nnvolari vor „Carratsch". 
Die dritte Runde geht zu Ende. Das Feld schießt über 
Dettingcr Höhe. Nnvolari liegt vorn, Caracciola 
5 Sekunden Abstand, weitere 4 Sekunden später folgt 
Aosemeyer, und in Reservestellung liegen v. Branchitsch 
Mercedes und Stuck für die Auto-Union. Warum 
°°«nügt sich v. Branchitsch mit dem vierten Platz? 130er 
fünden war er im Training gefahren. Ist er heute 
übertrainiert? 
Zwei deutsche Rivalen. 
. Die vierte Runde neigt sich dem Ende. Nnvolari hat 
****len Vorsprung vergrößern können. Da jagt Rose 
gger an Caracciola vorbei. Was ist mit Rudi? Schon 
Ņ er 21 Sekunden gegen den führenden Italiener per 
len. Branchitsch liegt noch immer an vierter Stelle, 
^äirn folgen Lang, der zweite Mann von Alfa Romeo, 
"livio, dann Farina. Varzi und Chiron, während Stuck 
“>* 10. Stelle zurückgefallen ist Ei» kurzer Aufenthalt 
°*n Depot beweist, daß seine Maschine Aussetzer hatte. 
^ch°n ist der Schoden behoben. Stuck jagt dem Felde 
!*»ch. Setzt aber auch Branchitsch zum Angriff an. auch 
9*n muß Caracciola weichen. Und jetzt jagen Rosemeyer 
"*>t 8 Sekunden Abstand und dann Brauchitsch hinter 
^**t Italiener her. 
„Carratsch" fällt aus. 
langsam fährt Caracciola bei seiner Box vor, steigt 
Neubauer hält kurze Zwiesprache mit ihm, der 
Janm ist aus. Man befühlt die Reifen, vielleicht haben 
te Bremsen gestreikt, für Caracciola ist das Eifel-Ren- 
zu Ende. 
Es geht um den Sieg. 
,3. Runde' Nnvolari und der blonde Bernd Rosemeyer 
,A>eßen vorbei. 20 Meter Abstand voneinander, so jage» 
le in die Südkchre nnd auf der Gegengradcn. Endlich 
.Acbeņ auch einmal die Tribünenbesucher ein giganti- 
Ringen. 
..Rad an Rad — „schnappt" sich Roscmeyer den Jta- 
-Isüer. Zehntanscnde toben hier vor Begeisterung, wir 
re» im Lautsprecher von Kehre zu Kehre den Jubel 
800 000 sich fortpflanzen. Selbst die Eifel hellt sich 
0ï Freude über diesen Großkampf der Nationen wieder 
l *f- Aber noch immer ist die Strecke naß, und doch stei 
fn die Rundengcichwindigkeiten von Minute zu Minute. 
Nebel aus der Strecke. 
.Die Freude über die bravouröse Fahrt des jungen 
^"lemeyer wird wenig später getrübt durch schwere 
i?belsch,vaden, die sich über den größten Teil der Strecke 
wegziehen Wir hören Meldungen, daß teilweise 
E*üe 50 Meter Sicht herrscht. 
,. Sekunden liegt Nnvolari schon zurück, der jetzt sicht- 
° verhalten führt. Unvorstellbar, wie die Fahrer über- 
x5**Pt in dieser Waschküche bei beschlagene» Brillen und 
eiben etwas sehen können. In der 8. Runde fällt 
nun Nuvolari, Brivio und 
' /^rauchitsch ans. 
^Hinter Roscmeyer liegen 
?**r*na, also die gesamte Fcrrai-Mannschaft, geschlossen 
Fuchs auf der Spur. Wird Rosemcyer mit den 
^işen durchhaltcn? Wird er seinen Vorsprung gegen 
, dreifache Ucbcrmacht behaupten können? Endlich 
es in die letzte Runde, nicht einmak die Helfer 
şscmeycrs ans der Auto-Union-Box vermögen ihm ein 
»?Ģen z„ geben, daß er mit etwa 1*/- Minuten vor 
üvvlari liegt und das Tempo mäßigen soll. 
(v-, dj bangen wir, zu toll ist der Nebel, da huscht ein 
^überschatten durchs Ziel, erkennen wönuen wir, die 
^o-Union war es, einer der stolzesten Triumphe 
aller Zeiten. Bier Wagen am Start, alle vier am Ziel 
und den Sieg dazu. Noch nachträglich erfuhren wir, daß 
o. Brauchitsch mit dem Graben Bekanntschaft gemacht 
hatte, wodurch seine Hinterachse beschädigt wurde, was 
ihn später zur Aufgabe zwang. Bei Caracciola hatte der 
Stoßdämpfer gestreikt, es ging nicht mehr. 
Das eine der beiden großen Renne» ans deutschem 
Boden ist siegreich beendet. Aber nicht kampflos war die 
ser Sieg. Und das erhöhte die Freude über diesen Tri 
umph. Mehr als zu allen andern Zeiten sind die Alfa 
Romeos wieder zu schweren Gegnern herangewachsen, 
und bas ist gut so, denn Sport ist Kampf, und Kampf im 
Sport bedeutet Fortschritt. 
Die Ergebnisse: 
1. Rosemeyer-Deutschland (Auto-Union) 1:58:41,1 gleich 
117,1 Km.-Std. 
2. Nuvolari-Jtalien (Alfa Romeo) 1:58:54 gleich 115,1 
Km.-Std. 
3. Brivio-Jtalien (Alfa Romeo) 1:59:30,2 gleich 114,5 
Km.-Std. 
4. Farina-Jtalien (Alfa Romeo) 1:59:58,3 gleich 114,25 
Km.-Std. 
6. Lang-Deutschland (Mercedes-Benz) 2:02:28 gleich 117,7 
Km.-Std. 
8. Chiron-Deutschland (Mercedes-Benz) 2:03:33 gleich 
110,75 Km.-Std. 
7. Barzi-Deutschland (Auto-Union) 2:03:35,2 gleich 110,75 
Km.-Stdt. 
8. Stuck - Deutschland (Auto-Union) 2:03:36,3 gleich 
110,70 Km.-Std. 
9. V. Delius-Deutschland (Anto-Union) 2:05:53,2. 
10. Zanelli-Jtalien (Maserati) 2:04:14,3, eine Runde zu 
rück. 
Von den FußhMselderri 
Die erste Hauptrnnbe um den v. Tschammer-Pokal 
führte in Hamburg Victoria uud Dessau 05 zusammen. 
Den Mitteldeutschen ging ein großer Ruf voraus, hatten 
sie doch Hertya-BSC.-Berlin, Eimsbüttel und den HSV. 
in den letzten Wochen schlagen können. Victoria lieferte 
eine ausgezeichnete Gesamtleistung und spielte die Des- 
sauer in der zweiten Halbzeit in Grund und Boden. Mit 
8:1 (2:0) blieben sie siegreich und sicherten sich damit die 
Teilnahme an der nächsten Runde. 
Eine Ueberraschnng kommt aus Kiel, wo Holstein gegen 
die Lübecker Polizisten mit 1:2 das Nachsehen hatte. Der 
Sieg der Gäste kam erst in der Verlängerung zustande 
und war insgesamt sehr glücklich. Holstein verlor schon 
nach zehn Minuten Linken durch Feldverweis und war 
trotz hervorragender Aufbauarbeit Ludwigs im Sturm 
sehr schwach. 
In Berlin blieb Hertha-BSC. gegen Eimsbüttel nach 
feinem und ausgeglichenem Ringen knapp 3:2 (1:0) sieg 
reich. Der Nordmarkmeister war in besserer Form als 
in seinen letzten Spielen, arbeitete im Angriff aber 
glücklos und kam dadurch um einen möglichen Sieg, zu 
mal den Berlinern ein Elfmeter zu Hilfe kam. 
Als Vertreter des Gaues Nordmark sind nunmehr 
nur noch Victoria und die Polizei-Lübeck im Pokalwett 
bewerb beteiligt. Wenn die Hohclnfter Glück bei der 
Auslosung haben und ihre Form des letzten Treffens 
wiederholen können, darf man durchaus die Hoff 
nung haben, daß sie auch die nächste Runde siegreich 
überstehen 
Schleswig-holsteinische Fuhballergebnisse. 
Der HSV. konnte auch das zweite Spiel seiner Nord- 
markreise überlegen siegreich gestalten. Nachdem am 
Sonnabend Flensburg 08 6:0 geschlagen ivnrdc, gcwan- 
Tem Eiselsicger Rvseincycr 
Korpsführer Hühnlein überreicht dem Autounionfahrer Rosemeyer 
den Siegerkranz nach seinem schönen Erfolge im 10. Internationa 
len Eifelrennen. (Weltbild, K.) 
Spsrt srrfs Land 
Im Aufträge des Reichssportführcrs sind in allen 
Gauen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen 
37 Wandersportlehrer nnd 19 Wandersportlehrerinnen 
tätig. Da die ländlichen Gebiete und vor allem die 
Grenzlande bevorzugt werden, arbeiten in Ostpreußen 
und im Gau Nordmark je 6. in Pommern 6, in Schlesien 
5 und in Baden auf verhältnismäßig kleinem Raum 
5 Wandersportlehrer und -lehrcrinnen. I» Branden 
burg, Sachsen, im Gau Mitte und Bayern sind je 4 
Wandcrsportlehrer und -lehrcrinnen tätig, im Gau Nie 
dersachse», Westfalen, Niederrhein, Nordhcssen und 
Württcinber je 2 und im Gau Südwest 1 Waliderspvrt- 
lehrer. 
Was ist ein Wandersportlchrer? 
Schon der Name Wandcrsportlehrer besagt, daß die 
Arbeit nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist nnd 
daß der Lehrer nicht immer die gleiche Gemeinschaft, die 
Leibesübungen betreiben will, zu betreuen hat. Jede 
Woche, ja oft jeden Tag, ist der Wandcrsportlehrer an 
einem anderen Ort. So aber gerade wird cs möglich, 
daß sehr viel Volksgenossen in den Landstädten und ans 
den Dörfern an den Lehrstunden und Kursen eines be 
sonders befähigten und ausgebildeten Sportlehrers teil 
nehmen können. Um eine Uebersicht über Art und Tätig 
keit der Wandcrsportlehrer zu bekommen, seien einige 
Zahlen genannt, im Februar 1936 wurden allein von den 
Wandersportlehrern, also ohne die 19 Sportlehrerinnen, 
insgesamt 13 075. darunter 3113 Schüler an bäuerlichen 
Werkschulen, 2869 Schüler der Landschulen, 687 Land 
lehrer, 1305 Volksgenossen aus verschiedenen Formatio 
nen und Verbänden in Lehrgängen zusammengezogen 
und mehrere Tage hintereinander besonders geschult. 
Der Wandersportlehrcr ei» Freund der Dorsjugend. 
Der Wandersportlchrer muß nach seiner schwierigen 
Tageöarbcit ans viel Behaglichkeit im Leben verzichten. 
Nur in der Arbeit selbst und in ihren Erfolgen kann er 
Befriedigung finden. Immer muß er mit frohen Augen 
und lachendem Mund, voll Schwung und Kraft unter 
seinen Schülern als Vorbild stehen. Die Dorsjugend 
kennt ja alle diese neuen Gedanken nnd Dinge nicht, die 
der Wandcrsportlehrer bringt, sie bildet sich erst an ihm, 
an seinem Können und Auftreten eine Vorstellung von 
den Leibesübungen Wohl kaum ein Lehrer hat so die 
Möglichkeit, durch seine Person zu wirken, wie der 
Wandcrsportlehrer es kann. Kein anderes Fach birgt 
so viel Erlebniswerte in sich als die Leibesübungen, 
darum darf auch der Sportlehrer seine Stunde nicht im 
landläufigen Sinne „abhalten", sondern muß seine 
Stunde auch wirklich zu einem Erlebnis werden lassen. 
Auch in einem körperlich schwerfälligen Dorfjungen ver 
mag er mit Geduld und Liebe Freude an der Bewegung, 
das Erlebnis des Leibes, zu wecken. Für ihn gibt es 
keine Müdigkeit oder Unlust, nie ist er gleichgültig oder 
verärgert, überheblich oder nur sachlich. Außer seinem 
überragenden sportlichen Können besitzt er die Fähigkeit, 
aus einem vollen und frischen Herze» auch reiu mensch 
lich als Vorbild zu wirken. 
SmAfļnfà 
Xwtcbilmty mis ftti (fyomtu. 
nett die Rotheubanmer um Sonntag gegen eine Stadt 
Vertretung von Schleswig hoch mit 7:1 (3:0). 
Borussia-Kiel gegen Rostock 4:0. 
Preußen-Itzehoe gegen Borwärts-Hambnrg 10:8. 
Reichsbahn-Sportverein Husum gegen BsL.-Heide 2:2. 
KTV. Kilia gegen Rasensport-Hamburg 4:4. 
* 
KreiZļWmģ der FutzhMereme 
in Schleswig 
In Schleswig fand am gestrigen Sonntag eine Tagung 
der in der Gruppe „Nordmark" des Gaues VII des 
Reichsbundes für Leibesübungen (Fachamt F»ßball( 
zusammengeschlossenen Fußballvcreine statt. Nach einem 
Grnßwort des Kreisfachamtsleiters Künzel-Kicl wurde 
den Sportkameraden Dr. Alslev-Schleswig, Jensen- 
Flensburg, Lühmann-Flensbnrg, Medias-Flensburg 
und Petersen-Husum in Anerkennung ihrer langjährigen 
Vereinsarbcit je ein Ehrenbrief des Deutschen Fnßball- 
bnndcs überreicht. Der Kreisfachamtsleiter betonte n. 
a., daß die Prvpagaudaarbeit in der Nordniark noch mehr 
gepflegt werden müste. Die Spielstarke habe sich in ein 
zelnen Vereinen erfreulicherweise gehoben. Eine beson 
dere Notwendigkeit sei die Pflege und Ausbreitung des 
Fußballspiels in den Kreisen der Jugend. Dr. Alslcv 
wies darauf hin, daß in einzelnen Vereinen die erfor 
derliche Disziplin völlig fehle. Z B. sei es vorgekommen, 
daß ein Verein zu einem angesetzten Spiel überhaupt 
nicht angetreten war. Zum Schluß der Tagung dankte 
Bezirksführer Fögc-Kiel den Schleswiger und Flens 
burger Fußballvereinen für ihr gutes Mitwirken bei der 
Austragung der Bezirks-Pokalspiele. 
Frauen glänzen 
Bei den am Sonntag in München durchgeführten Ober 
bayrischen Leichtathletik-Meisterschaften stellte Gisela 
Mancrmeyer, deren gleichmäßig großartige Form mit 
Recht Bewunderung erregt, im Diskuswerfen mit 47,99 
Meter einen neuen Weltrekord auf. Sie verbesserte ihren 
eigenen bisherigen Weltrekord von 46,90 Meter, aufge 
stellt am 28. August 1935 in Dresden, also ganz beträcht 
lich. Das war jedoch nicht die einzige hervorragende 
Leistung bei dieser Veranstaltung. Im Speerwerfen 
wartete Lisa Gelius mit einem deutschen Rekord auf. Mit 
einem Wurf von 45,22 Meter verbesserte sie den bis 
herigen Rekord, den Ellen Branmüller 1932 in Berlin 
mit 44,64 Meter aufstellte. Die Branmüllersche Leistung 
loar damals sogar Weltrekord, der inzwischen von der 
Amerikanerin Gindel auf 46,745 Meter verbessert wor 
den ist. 
LeichļaļhlêAàhL stürzen 
Bei den Kreismcistcrschaften in Leipzig konnte sich der 
Leipziger Long den ihm von Leichnm am vergangenen 
Sonntag mit 7,76 Meter entrissenen Weitsprnngrekord 
wiederholen. Er stellte mit 7,81 Nieter einen neuen 
deutschen Rekord aus, der gleichzeitig Europarckord be 
deutet. 
Neuen Weltrekord über zwei Meile» erzielte in Prin 
ceton (USA.) der Amerikaner Donald Lash, der mit 
8:58,3 Nurmis Weltbestleistung aus dem Jahre 1931 um 
1,8 Sekunden verbesserte. 
-!- * * 
Nulschlands Wsliklasse im Tennis 
erneut bewiesen 
Man kann wohl mit Recht die Behauptung aufstellen, 
daß selten ein Davis-Pokalspiel so schnell entschieden 
worden ist, wie das Deutschlands gegen Irland. Am 
Freitag brauchten Gottfried von Cramm nnd Hcnncr 
Henkel 123 Minuten, am Sonnabend im Doppel 45 Mi 
nuten und am Schlutztag 88 Minuten. Das sind zusam 
men 256 Minuten, in denen Irland mit 6 : 0 geschlagen 
wurde. Daß Irland besiegt wurde, war allen klar, aber 
wie es geschlagen wurde, das war das Ucberraschenüe. 
I» dieser Form brauchen wir eine Begegnung mit 
Jugoslawien in Agram nicht zu sürchten. Eine heiße 
Junisonne bestrahlte am Sonntag das rotwcitze Tennis 
stadion, an der Hundekehle, als vor gut 2000 Zuschauern 
Heinrich Henkel und Rogers um den vierten Punkt zu 
kämpfen begannen. Der Anfang war überraschend und 
in gewissem Sinne auch gleich das Ende. Der Deutsche 
gewann seinen Aufschlag, Rogers den seinen und dann 
der Henkels dazu 2:1 für den Iren! Aber dann kam die 
zweite Ueberraschnng: Henkel machte jetzt 17 Spiele 
hintereinander und siegte nach insgesamt 38 Minuten 
mit 6:2, 8:0, 6:0, wobei er nur im vierten Spiel des 
zweiten Satzes Schwierigkeiten hatte, Rogers niederzu 
halten. 
Nach einer längeren Pause stellte dann Gottfried 
von Cramm innerhalb von 60 Minuten das 5:0 durch 
einen 6:2-, 6:3-, 6:2-Sieg über McVeagh her, der stärker 
als an den Vortagen spielte, aber dennoch unseren Mei 
ster nie in Verlegenheit bringen konnte. Im zweiten 
Satz hatte der Deutsche bei 5:1 schon einen Satzball, als 
McVeagh plötzlich aufkam und zwei Spiele eroberte. 
Aber es war nur ein Strohfeuer, Cramm zog unwider 
stehlich davon und Deutschland in die Schlußrunde. 
-!- * » 
Am Rendsburgs Ruderregatta 
Im Bootshausc der Nndergesellschaft Germania-Kiel 
fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung des 
Schleswig-Holsteiniichen Regatta-Vereins statt, die von 
allen Vereinen der Provinz gut besucht war. Den größ 
ten Raum nahmen die Besprechungen über die Regatten 
in Anspruch. Nach dem Ausfall der Einfelder Regatta 
war zu befürchten, daß Rendsburg nnd Flensburg ein 
gleiches Schicksal haben würden. Nach übereinstimmenden 
Meldungen aller Ruderoereine wird dieses auf keinen 
Fall für die am 28. Juni in Rendsburg stattfindende 
Jugend-Frauen- und Gig-Regatta zutreffen. Es ist sogar 
anzunehmen, daß die Schüler- und Jugendrenncn eine 
Rekordbcsetziing erfahren werden, da die Kieler Schüler- 
Rudervercine allein schon über 20 Meldungen abgeben 
werden, wozu wieder mit zahlreichen Meldungen ans 
Hamburg und Lübeck zu rechnen sein wird. Für die 
Frauen-Wettbewerbe haben auch die Vereine aus den 
Hansestädten Verhandlungen mit dem Regatta-Verein 
eingeleitet. Da für die Gigrenucn außer den deutschen 
Ruderern Nordfchleswigs auch Vereine aus Mecklenburg 
iWismarj Interesse zeigen, ist auch hier mit guter Be 
setzung zu rechnen, wenn die einheimischen Vereine 
sich selbst beteiligen. Meldeschluß ist Mittwoch, 17. Juni. 
Einstimmig wurden die neuen Satzungen angenom 
men nnd für das laufende Geschäftsjahr die bisherigen 
Beiträge festgesetzt. Bon den Mitgliedsvereinen ist die 
Rudergesellichast Friedrichstadt a. b. Eider ausgetreten, 
da sie als Unterabteilung des Turnvereins dem Fach 
amt I angeschlossen ist. Ferner hat sich die Rudcrgesell- 
schaft Lauenburg den Hamburgern angeschlossen, da sie 
wassersportlich dem Elbeacbiet anachört.
	        
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