Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

ist erstaunlich. Die bewußte falsche Darstellung 
von unseren Ahnen, die uns frühere Zeiten 
gegeben haben, ist der wahren Erkenntnis von 
ihrer außerordentlichen Kulturhöhe gewichen. 
Wörtlich sagte der Redner: „Und wir sagen 
uns mit aller Deutlichkeit los von den uns 
untergeschobenen jüdischen Erzvätern und be 
kennen uns mit Stolz zu unseren deutschen 
Ahnen. Wer diese Ahnen beschimpft, beschimpft 
unser ganzes Volk, also auch jeden einzelnen 
Volksgenossen." 
Wir wissen, daß die früher an unseren Hoch 
schulen betriebene sogenannte objektive Volks 
bildungsforschung den falschen Kündern Vor 
spanndienste leistete. So leugnete sie beispiels 
weise die kulturelle Schöpferkraft des Bauern. 
Aber wir wissen heute, daß ohne diese Schöp 
ferkraft das ganze Volk nicht möglich und le 
bensfähig ist. Volkstum kann man nicht mit 
dem klügelnden Verstände ergründen, sondern 
nur mit dem Herzen und dem Glauben. Mit 
diesem Glauben erleben wir heute die Neuge 
staltung und Neuerkennung des deutschen 
Ahnenerbes. Der Glaube unserer Ahnen, der 
durch die Jahrhunderte hindurch als kultur- 
unfähig bezeichnet wurde, war, das wissen wir 
heute wieder mit aller Bestimmtheit, von einer 
solchen Lauterkeit, wie sie kaum noch vorstell 
bar ist. Nur seine Tiefe hat es überhaupt er 
möglicht, daß sich andere Glaubensvorstellun 
gen in seinem Gebiete festsetzen konnten. Von 
den ungetreuen Sachwaltern fordern wir unser 
Erbe zurück, damit es als Odal von unseren 
eigenen Herzen verwahrt sei. So wird uns die 
Ahnenverehrung zum ersten Gebot unserer 
Volkstumsarbeit und wie es hier mit dem 
Glauben ist, ist es auch mit dem Recht und mit 
der Sprache. Gerade die Sprache, die das hohe 
Gut der Dichtung unserer Väter aufbewahrt 
hat, gibt uns die Erklärung des Wortes deutsch. 
Es heißt volkstümlich ilnd scho.n damit haben 
wir den Beweis, daß Volkstum nichts anderes 
bedeutet als Deutschtum schlechthin. 
Anschließend sprach Dr. Reischle über die 
Bedeutung der Mundarten, des alten Na- 
mensgntes, des Brauchtums, der Sitte und der 
Tugenden für die Neugestaltung des deutschen 
Volkes. Mit bitteren Worten erinnerte er an 
das Erbe, das uns die bildende Kunst der Ver 
gangenheit hinterlassen hat, ohne daß es ihr 
allerdings möglich gewesen wäre, den deutschen 
Kern unseres gestaltenden Könnens zu zer 
stören. Schmuck, Tanz und Leibesübungen 
wurden vom Redner in ihrem Sinn für unser 
Leben aufgezeigt. 
Mit einer eindringlichen Kennzeichnung der 
Gefahren, die der jüdisch bedingte Bolschewis 
mus für das Volkstum bedeutet, und mit dem 
immer wiederholten Hinweis, daß wahre 
Volkstumsarbeit verankert sein muß im My 
thus von Blut und Boden schloß Dr. Reischle 
seinen Vortrag, der in begeisternder Sprache 
wieder von neuem bewiesen hat, daß in Adolf 
Hitler das Erbe der Ahnen wahr und lebendig 
auferstanden ist. 
Dann sprach der Leiter der Reichsfachstelle 
Heimatschütz der NTKG. und Fachbeauftragte 
des Reichsbundes Deutscher Heimatschutz,. Dr. 
Werner Lindner, über das Thema „Der deut 
sche Heimatraum". Er gab einen Ueberblick 
darüber, wie das deutsche Volk in vergangenen 
Zeiten seinen Heimatraum mit Zweckbauten 
nach dengermanischen und deutschen eingebo 
renen Baugesetzen formte, wobei Werte ge 
schaffen wurden, die in jüngeren Zeiten noch 
nicht im Entferntesten wieder erreicht wurden. 
Der Redner, zeigte die Aufgaben auf, die sich 
unter den veränderten Verhältnissen der Neu 
zeit für die Formung des Heimatraumes und 
eine rechte Heimatpflege ergeben, und schloß 
mit der Feststellung, daß das Schicksal seines 
Lebensraumes nehmen müsse, denn das Schick 
sal dieses Raumes sei sein Schicksal. Eine der 
vornehmsten Aufgaben der NSKG. sei es, auch 
zu ihrem Teil in kameradschaftliche Verbin 
dung zu den Kräften zu treten, die auf diesem 
Gebiete schassen. 
1 Jahr 8 Monate Gefängnis. 
Làsbruder Mgckus verurlM. 
DNB. Koblenz, 16. Juni. Ilm Dienstag 
mittag verkündete der Vorsitzende, Landge 
richtsdirektor van Koolwigk, das Urteil im 
Prozeß gegen den Ordensbruder Franz Giel- 
czynski (Bruder Angelius). Unter Freispre 
chung im übrigen wird der Angeklagte wegen 
widernatürlicher Unzucht in drei Fällen und 
wegen fortgesetzter widernatürlicher Unzucht 
in einem weiteren Fall zu einem Jahr acht 
Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Monate 
der erlittenen Untersuchungshaft werden auf 
die Strafe angerechnet. 
In der Begründung führte der Vorsitzende 
aus, der Fall Angelius liege anders als die 
bisherigen Fälle. Es sei festgestellt worden, 
daß der Angeklagte nicht in so ausschweifender 
Weise unzüchtige Handlungen begangen habe, 
wie das in verschiedenen anderen Verfahren 
festgestellt worden ist. Eine Straftat im Sinne 
des 8 171, 3 komme nicht in Frage, da der 
Angeklagte nicht als Medizinalperson im Sin 
ne des Gesetzes anzusehen sei. Strafmildernd 
sei berücksichtigt worden, daß der Angeklagte 
in jungen Jahren dem Treiben, das in den 
Klöstern geherrscht habe, erlegen sei. Mit 
Rücksicht auf das Geständnis seien ihm sechs 
Monate der Untersuchungshaft auf die Strafe 
angerechnet worden. 
in der 
Englarid-Ztalien-Deutschland 
in Front , 
DNB. London, 16, Juni. Unter der Ueber- 
schrift „Großbritannien, Deutschland, Italien 
-— Bollwerk gegen den Bolschewismus" ver 
öffentlicht „Daily Mail" einen Aufsatz ihres 
Mitarbeiters Ward Price. 
Der Friede, an den Hitler denke, so sagt 
Ward Price u. a., sei zugegebenermaßen ein 
solcher, in dem Deutschlands Rolle und Stcl- 
lung seiner Größe und Wichtigkeit entspre 
chen würde. Das sei natürlich und unvermeid 
lich, wenn es auch den anderen Nationen, die 
Deutschland 15 Jahre lang aus der Rechnung 
lassen konnten, unangenehm sei. Als Hitler 
seinen Friedensplan kürzlich vorbrachte, habe 
ihm die britische Regierung mit einem Frage 
bogen geantwortet. Ein derartiger Skeptizis 
mus sei ausreichend, um die Angebote Hitlers 
zu entmutige». Was Deutschland betreffe, so 
betrachte sich das britische Kabinett ans dem 
Locarnovertrag verpflichtet, nichts ohne 
Frankreich zu tun. In bezug auf Italien 
habe sich die britische Politik den undurchsühr- 
baren Idealen des Völkerbundes untergeord 
net. Diese Verpflichtungen seien eine Quelle 
der Gefahr geworden. Es wäre ein Zeichen 
der Verknöcherung, wenn man an dem Buch 
staben einer Verpflichtung festhalte, die ge 
rade das herbeiführen könne, was vermieden 
werden sollte. Sowohl in Deutschland wie in 
Italien hätten das Führertum und die natio 
nalen Anstrengungen Wunder geschaffen. In 
folgedessen habe sich der Schwerpunkt Euro 
pas verändert. Die Männer, die diese Natio 
nen in der Außenpolitik vertreten, nämlich 
Graf Ciano und Botschafter von Ribbentrop, 
seien nicht einfach neue Figuren in der alten 
Diplomatie. Es feien Vertreter einer völlig 
neuen Ordnung internationaler Beziehungen. 
Die britische Regierung habe diesen Sommer 
die Aufgabe, ihre Außenpolitik der neuen Lage 
anzupassen. Bisher sei die britische Außen 
politik auf Grundsätze gestützt gewesen, die 
von der Zeit herrührten, 
als Frankreich auf dem Festlande all 
mächtig und das Ansehen des Völker 
bundes noch ungebrochen war. Jetzt sei 
die kontinentale Vorherrschaft Frank 
reichs beendet. 
Die neue französische Regierung werde unter 
dem gefährlichen Einfluß Moskaus stehen. 
Ihre Stärke gegenüber ihren beiden östlichen 
Nachbarn! sei-stark zurückgegangen, und es sei 
unwahrscheinlich, daß Frankreich auf einige 
Zeit als festigender Einfluß in Europa be 
trachtet werden könne. Wenn der sich zur 
zeit über Spanien und Frankreich ausbreiten 
de Kommunismus andere Nationen anstecken 
sollte, 
dann könnte Großbritannien keine nütz 
licheren Freunde als die deutsche nnd 
italienische Regierung haben, die den 
Kommunismus auf ihrem eigenen Bo 
den zerschmettert haben. 
Gin englisches 'Programm znr 
Ledermindung der Weltkrise 
DNB. London, 16. Juni. Lord Lothian 
nimmt im „Evening Standard" zur gegcnwür- 
tigeu Weltkrise Stellung. Diese sei auf den Re 
visionswunsch der drei mächtigen Nationen 
Deutschland, Italien und Japan zurückzufüh 
ren u. beruhe wiederum auf dem Mißverhält 
nis zwischen Bevölkerungsdichte, Gebietsfläche 
und Rohstoffquellen dieser Völker. Die Frage 
sei nicht die, ob man den Nationalsozialismus 
schätze oder ablehne, sondern man müsse der 
Tatsache ins Auge sehen, daß Deutschland ge 
genüber ein gerechter Ausgleich geschaffen 
werde. 
Kein einschlägiger Geschichtsschreiber glaube 
mehr an Deutschlands Allcinschuld am Welt 
kriege, dessen Hauptgrund in der Unfähigkeit 
Europas gelegen habe, den Notwendigkeiten 
gerecht zu werden. Ein neuer Weltkrieg würde 
nur ausbrechen, wenn die Nationen nicht im 
stande seien, mit friedlichen Mitteln die Ver 
trüge so zu revidieren, daß sie den Notwendig 
keiten zur Aufrechterhaltung des Friedens 
entsprächen. Der Versailler Vertrag aber 
gründe sich auf der Annahme von Deutschlands 
Schuld am Weltkriege. Man habe Deutschland 
der Kolonien beraubt, den Anschluß Oester 
reichs verboten, Deutschland Reparationen 
von astromonischer Höhe auserlegt, eine ein 
seitige Entwaffnung durchgeführt und das 
Rheinland entmilitarisiert. In den vergange 
nen 18 Jahren sei weder vom Völkerbund noch 
von den Siegerstaaten eine freiwillige Aktion 
zur Milderung der Diskriminierung Deutsch 
lands in die Wege geleitet worden. Da keine 
andere Aussicht bestanden hätte, habe Deutsch 
land die sofort versprochene Gleichberechtigung 
durch eine einseitige Aktion von sich aus un 
ternommen. 
Die Reparationsleistungen seien abgelehnt 
worden. Sie Hütten eine ähnliche Erledigung 
wie die britischen Kriegsschulden in Amerika 
gefunden. Da Frankreich und die anderen 
Nachbarländer weder abgerüstet noch Deutsch 
land eine begrenzte Aufrüstung zugestanden 
hätten und so die Gleichberechtigung Deutsch 
lands unmöglich geworden war, habe Deutsch 
land 1933 den Völkerbund verlassen und im 
vergangenen Jahr aufgerüstet. Die im Früh 
jahr begonnene Wiederbefestigung des Rhein 
landes sei die Folge der vergeblichen Proteste 
Deutschlands gegen das französisch-russische 
Militärbündnis, das Deutschland im Rücken 
bedrohe. In dem Artikel heißt es dann wört 
lich: 
Noch eine endgültige Bereinigung mit 
Deutschland steht aber aus, und diese Bereini 
gung muß in zwei Teile zerfallen: 1. eine frei 
willige Aussprache über die Zukunft Oester 
reichs, Danzigs und Memels und über ir 
gendeinen Ausgleich hinsichtlich der Grenzen 
Ungarn. Falls diese Fragen durch ein euro 
päisches Abkommen geregelt werden könnten, 
würde es keine Grenzfragen mehr in Europa 
geben. Dann würden auch keine wurmstichigen 
Reiche mehr zusammenbrechen. 2. eine freimü 
tige Aussprache über das sogenannte Problem 
der wirtschaftlichen Befriedung; dazu gehört, 
daß Deutschland die Möglichkeit gegeben wird, 
einen verbesserten Lebensstandard für seine 
Bevölkerung durch allgemeinen Abbau der 
Handelsschranken sicherzustellen, weiter die 
Stabilisierung der Währungen einen Aus 
gleich hinsichtlich der Kolonie», letzterer als 
Teil einer allgemeinen Vereinbarung, die das 
gegenwärtige Wettrüsten beendet. Weiter müs 
sen wir unser Augenmerk darauf richten, ob 
die Kolonialfrage ihre Erledigung durch eine 
territoriale Restauration finden soll oder durch 
weitreichende wirtschaftliche Vereinbarungen, 
die der Souveränität nicht berühren und aus 
dem Grundsatz der Treuhünderschaft aufgebaut 
wurden. Es ist verhängnisvoll, in Deutschland 
die Erwartung wachsen zu lassen, daß wir be 
reits für eine territoriale Restauration seien, 
wenn wir nicht tatsächlich bereit sind, sie durch 
zuführen. 
Zur MUm MHMgWg 
d§r Nordischen ©ef^llfcfjufl in MM. 
DNB. Lübeck, 16. Juni. Ministerpräsident 
Generaloberst Hermann Göring, der seit 
Jahren außerordentlich enge persönliche Be 
ziehungen zu den nordischen Ländern unter 
hält und sich immer in starkem Maße für die 
deutsch-nordische Zusammenarbeit eingesetzt 
hat, übermittelte dem Reichskontor der Nordi 
schen Gesellschaft in Lübeck zur Dritten Neichs- 
tagungj die am Freitag, dem 19. Juni, beginnt, 
das folgende Grußwort: „Als geisteinsame 
Glieder der großen germanischen Völkersami- 
lie verbinden uns jahrtausendealte Bände des 
Blutes mit den nordischen Völkern. Die 
freundschaftlichen Beziehungen zu den skandi 
navischen Staaten zu pflegen wird stets eine 
der vornehmsten Aufgaben des neuen Deutsch 
lands sein." 
Anläßlich der Reichstagung der NS-Kultur- 
gemeinde fand zwischen dem Führer und 
Reichsleiter Rosenberg ein Telegrammwechsel 
statt. Der zweite Arbeitstag der Reichstagung 
der NS-Kulturgemeinde stand unter dem 
Leitwvrt „Tag des Volkstums" und brachte 
neben einer Reihe von Vorträgen die Eröffnung 
der Ausstellung „Handwerkliches Vorbilögut". 
Den Abschluß des Tages bildete die Urauffüh 
rung des ersten großen Filmwerks der N-s- 
Kulturgemeinde „Ewiger Wald" in Anwesen 
heit des Rcichsleiters Rosenberg. 
* * * 
Hsüß SļmkMlâMMK m Frankreich. 
DNB. Paris, 16. Juni. Die Bauarbeiter aus 
Straßburg und Umgebung haben am Dienstag 
den Streik erklärt und die Baustellen besetzt. 
Ohne die Durchführung des Gesetzes über die 
10-Stunden-Woche abzuwarten, verlangen sie 
eine sofortige Lohnerhöhung. In Berre sind 
600 Arbeiter der Flugzeugfabrik Potez in den 
Ausstand getreten. In den Gaswerken von 
Montpellier streiken die Arbeiter und Ange 
stellten. Die Notstandsarbeiten werden jedoch 
durchgeführt, so daß die Stadt noch mit Gas 
versorgt wird. In St. Etienne hat die streikende 
Belegschaft der Elektrizitätsgesellschaft die 
Büros und Werkhallen besetzt. Die Stahlwerke 
in St. Chamond, die hauptsächlich für die Ma 
rine arbeiten, sind ebenfalls von den streiken 
den Arbeitern besetzt worden. Die Dockarbeiter 
und Kohlenträger im Hafen von St. Malo und 
St. Servan haben ebenfalls die Arbeit nieder 
gelegt und die Werftanlagen besetzt. 
ßche MZzeichNMg Dr. Schachts in ßofra 
DNB. Sofia, 16. Juni. Bei der Audienz, die 
König Boris am Dienstag dem Reichsbank- 
präsidenten Dr. Schacht gewährte, zeichnete er 
diesen mit dem Heiligen Alexander-Orden 
Erster Klasse aus. 
Die französischen Kommunisten 
gegen die Llympia-Kredile. 
Die kommunistische Kammergruppe hat eine 
Sitzung abgehalten, in der eine Erklärung aus 
gegeben worden ist, die beweist, daß die Partei 
die moralische Kontrolle über die Regierung 
Blum nicht aus den Händen geben will. Die 
Nachricht, daß die Regierung Blum grundsätz 
lich die Beteiligung Frankreichs an den Olym 
pischen Spielen in Deutschland beschlossen hat 
und die entsprechenden Kredite von der Kam- 
Wenn wir den Krieg beseitigen wollen, dann 
muß man diesen Fragen ins Auge schauen, 
und zwar jetzt. Man muß sie auch vom Stand 
punkt der Stärke aus betrachten, nicht vor» 
Standpunkt der Schwäche. Wir müssen in der 
Luft und zur See eine Stärke haben, die un 
serer Politik und unserer Verantwortung ent 
spricht. Die Quintessenz der Friedensbernü- 
hur gen ist: Wir müssen beweisen, daß wir 
keine Angst vor Revisionen haben, die von der 
Vernunft und der Gerechtigkeit vorgeschrieben 
werden, aber daß wir nicht gezwungen oder 
beschwatzt werden können, zu Drohungen 3 U 
schreiten." 
Können wir, so fragt Lord Lothian z»w 
Schluß seines Artikels, alles dieses durch den 
Völkerbund erreichen? Nur dann, wenn der 
Bund beide bringen kann, eine zweckentspre 
chende Revision und einen erfolgreichen Wi 
derstand Versuchen gegenüber, sich eine Ge 
bietserweiterung durch Gewalt zu verschaffen- 
Wenn der Völkerbund diese beiden Dinge nickst 
geben kann, dann wird die Kriegsgefahr wach 
sen. Für diesen Fall sollten wir gemeinsam 
mit den Dominien entschlossen die Grenze» 
ins Auge fassen, die unserer Mitwirknng i» 
Europa gesetzt sind. 
* ... * 
IMim getjf miss Ganze. 
DNB. Paris, 17. Juni. (Eig. Funkmeld.) 
„Echo de Paris" teilt mit: Der italienische Bot 
schafter habe am Dienstag wissen lassen, daß 
seine Regierung sich nur dann zur Mitarbeit 
an allen europäischen Fragen bereiterklären 
werde, wenn der Völkerbund auf den Grund 
satz der „Nichtankennung einer durch den 
Krieg gcschassenc Lage" verzichtet, d. h. mit 
anderen Worten, die vollendete Tatsache der 
Einverleibung Abessiniens anerkennt. 
mcr verlangen wird, hat den Unmut der Kom 
munisten ausgelöst, die seit Monaten erbitter 
ten Kampf gegen eine französische Beteiligung 
führen. Die kommunistische Kammergruppe 
gibt bekannt, daß sie ein Mitglied beauftragt 
hat, den Kampf im Parlament gegen die Kre 
ditgewährung für die französische Olympia- 
Mannschaft einzuleiten. 
ZuKusaMMMstch Ms Fünen. 
DNB. Kopenhagen, 16. Juni. In der Nacht 
zum Dienstag fuhr auf dem Bahnhof Middcl- 
fahrt auf Fünen ein aus Odense kommender 
Triebwagenzug mit voller Fahrt auf einen 
ausfahrcnden Güterzug. Der Zusammenstoß 
war so heftig, daß der Triebwagen sich senk 
recht aufrichtete und dann umstürzte. Fünf 
Wagen des Güterznges wurden zertrümmert. 
Ein Wagen, der eine Ladung Teer enthielt, 
stürzte die Böschung hinunter. Der Führer des 
Triebwagens sprang kurz vor dem Zusammen 
stoß ab und kam mit einem gebrochenen Hand 
gelenk davon. Der Zusammenstoß hatte zur 
Folge, daß zwei dem Durchgangsverkehr zwi 
schen der Insel Fünen und Jütland dienen 
den Gleise für mehrere Stunden gesperrt wer 
den mußten. 
Mm töMN angefallen. 
Die Besucher des Zirkus Sarrasani, der zur 
zeit in Hannover ist, wurden Zeugen eines 
aufregenden Zwischenfalls. Während der Vor 
führung der abessinischen Löwengruppe stürzte 
sich der Löwe „Hektor" auf den Tierbändiger 
Rößler, der alle Anstrengungen machte, das 
Tier abzuwehren. Dabei zerriß der Löwe dei» 
Bändiger die Uniform, ohne ihn jedoch ernst 
lich zu verletzen. Schon vor einigen Monate» 
fügte derselbe Löwe in Stralsund Rößler 
einen Muskelriß zu, so daß der Bändiger 
längere Zeit die Löwengruppe nicht vorfüh 
ren konnte. Rößler übernahm erst bei der Er 
öffnungsvorstellung in Hannover seine Löwe» 
wieder. 
An der Beisetzung des von politischen Geg 
nern ermordeten Danziger SA.-Mannes Des- 
kowski am Mittwoch wird auch Stabschef Lutzr 
teilnehmen. 
Ein Mitarbeiter Edisous ermordet. 
In East Orange (New Jersey) wurde der 
amerikanische Erfinder auf dem Gebiete der 
Elektrotechnik und Mitarbeiter Edisons, Mo- 
farland Moore, auf dem Rasen vor seine») 
Wohnhaus mit zwei Schußwunden ermorde) 
aufgefunden. Man vermutet, daß es sich bei 
dem Mörder um einen Geisteskranken Handel» 
Steuerproteste in Lans und Marseille. D) 
Kaufleute in Lans mußten bei den letzten A»si 
forderungen zur Steuerzahlung feststellen, dap 
ihre Steuern um etwa 10 Prozent erhöht wor 
den waren. Aus Protest schlossen sie am 
Dienstag ihre Geschäfte und veranstaltete 
einen Protestzug zur Bürgermeisterei. ^ 
Verantwortlicher yauptschrijtleuer und Herausgever: S e 1 
dinond Möller. - 
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlwa 
Verantwortlich für Politik: Ferd. Möllert für den 0 
lichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregory für den "" 
ichaftlichen Teil: Dr. Cl. Vielfeldt: für den prş 
ziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Bildverantwortliche: Ressortleiter. 
'Verantwortlicher Anzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rends»" 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D.-A- Schleswig.Holsteinische Landeszeitung (Rendsbu 
Tageblatt — Hohenwestedter Zeitung / Die La«)- 
Hanerau-Sademarschen — Süüerbraruper Tage!» 
D.-Il. y. 36 über 13200 Kl. Kr. 7.
	        
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