Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

SMe$wify»Hêldeiïï' 
Großer Andrang von Spieler» zum 
Knivsbergsest. 
Die Anmeldungen zu dem turnerischen und 
sportlichen Teil des diesjährigen Knivsberg- 
festes sind so zahlreich eingegangen, daß es dem 
Festausschuß leider nicht möglich ist, alle An 
meldungen zu berücksichtigen. So hat ein Teil 
der volkstümlichen Uebungen gestrichen wer 
den müssen. Der Festausschuß hofft aber, 
daß trotzdem alle Deutschen und insbesondere 
die Jugend das deutsche Volksfest besuchen, 
auch wenn nicht alle Sportliebenden zu den 
Kämpfen und Spielen antreten können. 
An der Omnibusfahrt, die der Rendsburger 
VDA. zum Knivsbergsest veranstaltet, kann 
jedermann teilnehmen. Eine starke Beteili 
gung ist sehr erwünscht. 
Heels ilendsàuzņ 
Motorstaffel II/M 15 siegreich 
auf der Lrientierungsfahrt. 
R. Nortorf, 16. Juni. Auf der am letzten 
Sonntag von der Motorbrigade Nordmark 
veranstalteten großen Orientierungsfahrt 300 
Minuten kreuz und quer durch Schleswig- 
Holstein wurden von der Motorstaffel hervor 
ragende Leistungen gezeigt und 2 goldene, 7 
silberne und 3 eiserne Plaketten sowie 3 Eh 
renpreise errungen. Der Motorsturm 13/M 15 
(Sturmführer Behrens, Scharf. Stiem, Rttf. 
Sönksen) errang als Mannschaftspreis eine 
silberne Plakette und einen Ehrenpreis der 
Stadt Itzehoe, bestehend aus drei silbernen 
Pokalen. Als Einzelfahrer erkämpfte Staffel 
führer Fischer eine goldene Plakette und einen 
Ehrenpreis (silberner Becher der Vereinsbank 
Kiels, Rottenführer Jürgensen vom Sturm 
11/M 15 desgleichen eine goldene Plakette und 
einen Ehrenpreis (silberner Becher der Stadt 
Schleswig). Vom Sturm 11/M 15 erhielten 
Oberscharführer Schröder, Rottenführer Wer- 
nowski und Rottenführer Paul Mithelfen je 
1 silberne Plakette und Scharführer Kammin 
eine eiserne Plakette. Scharführer Rose 
(12/M 15) gelang es bei schwerster Konkur 
renz eine silberne Plakette mit seinem BMW. 
zu erzielen. Sturmarzt Dr. Schröder und Rot 
tenführer W. Könnemann vom 13/M 16 er 
hielten je eine eiserne Plakette. Die Staffel 
hat mit diesen zahlreichen Preisen besonders 
gute Ergebnisse erzielt, galt es doch bei dieser 
Fahrt recht schwierige Hindernisse zu überwin 
den, wobei restloser Einsatz von Fahrer und 
Maschine bzw. Wagen unbedingt erforderlich 
war. ... v- 
* * * 
R. Nortorf, 16. Juni. Erweiterungsbau des 
Transformatorenhauses auf dem Marktplatz. 
Gegenwärtig wird das Transformatorcnhaus, 
das vor etwa zwei Jahren gebaut wurde, 
räumlich erweitert. Das sich in dem jetzigen Ge 
bäude befindliche Stromnetz wird nach Fertig 
stellung in den Neubau verlegt. In dem alten 
Gebäude werden nach der Straßenseite zu 
einige Kontorräume für das Elektrizitätswerk 
Nortorf eingerichtet, auch die Bedürfnisanstalt 
wird erweitert werden. Die Arbeiten sind in 
Angriff genommen. — Skelettfunde. Beim 
Ausschachten am Transformatorenhaus wur 
den von Arbeitern allerlei Menschenknochen zu 
Tage gefördert. Einige Schädel waren noch gut 
erhalten. In einem Unterkiefer befanden sich 
noch sämtliche Zähne, die restlos gut erhalten 
waren. Sargnägel, sowie eiserne Beschläge 
wurden ebenfalls gefunden. Der Fund ist dar 
auf. zurückzuführen, daß der alte Nortorfer 
Friedhof, der vor achtzig Jahren eingegangen 
ist und rund um die Kirche lag, seine Grenzen 
bis zur Hälfte der Großen Mühlenstraße hatte. 
Auch wurde eine Geldmünze gefunden mit der 
Jahreszahl 1787. 
R. Bokel, 16. Juni. Eigenartige Nistgelegen 
heit eines Storchenpaares. In dem Orte Bokel 
bei Nortorf hat eine Storchenfamilie auf einem 
Querbalken eines Telefonmastes sein Nest her 
gerichtet, welches direkt auf den Drähten der 
Telefonleitung ruht. Das Nest ist ganz fertig 
gestellt und Ortsansässige wollen wissen, daß 
die Tiere schon ihr Brutgeschäft betreiben. Die 
Telegrafenbauleitung wird hier wohl mal ein 
Auge zudrücken müssen. 
es. Vordesholm, 16. Juni. Seinen schweren 
Verletzungen erlegen ist am Montagmittag der 
Rentner Schmidt aus Mühbrook, der vergan 
gene Woche bei der Einfelder Schanze von 
einem Motorrad überfahren wurde. Der Tote 
hatte mehrere Beinbrüche davongetragen. 
Kreis Rendsburg, 16. Juni. Die Landes 
versicherungsanstalt läßt in der Zeit vom 
22. bis 26. 6. 1936 durch mehrere Beamte eine 
stichprobenweise Kontrolle derBeitragsleistung 
zur Invalidenversicherung in den Amtsbezir 
ken Hohenwestedt, Jnnien, Remmels, Rehrr, 
Schenefeld, Wapelfeld, Hancrau-Hademar- 
schen, Oersdorf und Gokels vornehmen. 
Heels icitemļäede 
Tagung der Fleisch- und Trichiuenbefchaner. 
mg. Eckernförde, 16. Juni. Der Provinzial- 
KLļband der Fleisch- und Trichineubeschauer- 
vereine in Schleswig-Holstein hielt im Hotel 
„Kaiserhof" seinen 30. Verbandstag ab, der sich 
einer regen Beteiligung aus der ganzen Pro 
vinz zu erfreuen hatte. Als Vertreter der Re 
gierung nahm Veterinär-Assessor Dr. Claascn- 
Schleswig an den Verhandlungen teil. Nach 
den Begrüßungsansprachen nahm der Ver 
bandsführer Gndegast-Grebin sofort Veran 
lassung, im Aufträge des Reichsverbandsfüh 
rers dem langjährigen Schriftführer des 
Preuß. Landesverbandes und des Provinzial 
verbandes Thecn-Seeholz für seine hervor- 
Kàigôn, àc nicht schmirgeln. 
Nicht Reinigung um jeden Preis, 
sondern Säuberung unter Scho 
nung des Zahnschmelzes — das 
ist richtig! Der außerordentlich 
feine Putzkörper der Nivea-Zahn- 
pasta reinigt gründlich und er 
hält den natürlichen Glanz Ihrer 
Z4S a#*'" Zähne in seiner vollen Schönheit. 
ragenden Verdienste um die Verbüude und 
die Organisation Dank und Anerkennung zu 
zollen und demselben die höchste Auszeichnung 
des Reichsverbandes, die goldene Ehrennadel, 
zu überreichen. Darauf verpflichtete der Füh 
rer drei Bereinsleiter durch Handschlag auf 
ihr Führeramt mit der eindringlichen Ermah 
nung, die Pflichten gegenüber dem Verein und 
dem Verband allezeit treu und gewissenhaft zu 
erfüllen. Sodann erstattete der Schriftführer 
den Bericht des letzten Jahres und dankte für 
die Unterstützung und das Vertrauen, welches 
ihm seit 33 Jahren vor allen Seiten entgegen 
gebracht worden sei. Der Verband umfaßt jetzt 
17 Kreisvereine mit reichlich 350 Mitgliedern. 
Neu beigetreten sind die Vereine Lübeck und 
Landesteil Lübeck-Oldenburg. Das Schlacht 
steuergesetz hat den Beschauern vermehrte Ar 
beit gebracht. Die Rentenzuschußkasse, welche 
den Zweck hat, die alten Beschauer oder deren 
Hinterbliebenen vor der bittersten Not zu 
schützen, wie auch die Bestattungsbeihilfe ha 
ben sich sehr segensreich erwiesen. Anschließend 
an den Bericht knüpfte sich eine rege Bespre 
chung über die eingegangenen Anträge. Diese 
betrafen Klarstellung der rechtlichen Stellung 
der Beschauer und andere Standesfragen, Ver 
sicherungswesen, Steuerfragen, Kündigungs 
frist, Verbandsorgan usw. Die Kassenverhült- 
nisse liegen günstig. Für die nächste Tagung 
lagen Einladungen von Pinneberg und Heide 
vor. 
Hohes Alter. Am heutigen Mittwoch kann 
Frau Charlotte Rathje, Gettorf, Schulstraße, 
auf ein Alter von 80 Jahren zurückblicken. Sie 
hat 6 Söhne ins Feld geschickt, von denen nur 
2 ivieder heimkamen. 2 fielen in Rußland, einer 
in Frankreich und einer starb im Lazarett. Für- 
wahr eine harte Prüfung für eine Mutter. 
Ihr Mann, der Kampfgenosse von 1870-71 war, 
starb im Jahre 1900. (Hs.) 
Goldene Hochzeit. Der frühere Schuhmacher 
meister Hans Wriedt und Frau iir Felm feiern 
am Donnerstag, 18. Juni, das Fest der golde 
nen Hochzeit, (hs.) 
Heels Sddeswify 
Schleswig, 16. Juni. Eine Erklärung. Zu 
dem gestern mitgeteilten Urteil gegen den 
Heilkundigen Keßler wegen gewerbsmäßiger 
Abtreibung bitten uns die Gauverwaltung der 
Fachschaft Heilpraktiker u. die Bezirksleitung 
des Heilpraktiker - Bundes Deutschlands, 
Reichsverband e. V., München, für den Bezirk 
Schleswig-Holstein mitzuteilen, daß Keßler 
nicht Mitglied der genannten Organisationen 
war. 
cs. Schleswig, 17. Juni. Spitzbuben am 
Werke. In der Nähe der Badeanstalt „Luisen 
bad" wurde ein grüngestrichenes Paddelboot 
entwendet. Aus der Kajüte eines dort liegen 
den Segelbootes wurde u. a. ein Riemen ge 
stohlen. Die Spitzbuben konnten mit ihrer 
Beute unerkannt entkommen. 
Am StûpeiUôim 
Gildefeier nach alter Sitte. 
ps. Bergcnhuscn, 16. Juni. Bon schönstem 
Wetter begünstigt, beging die hiesige Vogel- 
gilde ihre diesjährige Gildcfeier. Die Gilde, 
welche im Jahre 1655 gegründet wurde, hat 
«ML 
Stacheldraht als ĢrŞMgmgSMsLeàl 
Ein Leser unseres Blattes weist in den nachstehen 
den Ausführungen auf die Nachteile hin, die durch 
den Stacheldraht für das Vieh aus der Weide ent 
stehen. Wir würden uns freuen, wenn durch weitere 
Zuschriften die Frage weiter geklärt werden könnte. 
Schristleitung. 
So ein recht stabiler Drahtverhau war für 
uns alte Grabenkümpfer in den ersten Jahren 
des Krieges immerhin eine gewisse Beruhi 
gung. Dann kamen aber die Zeiten, daß dieser 
Schutz durch Tanks und Massenfeuer seinen 
Wert verlor. Erst recht haßten die Gefangenen 
hüben und drüben den Stacheldraht aus Grün 
den, die man ohne Kommentar verstehen kann. 
Heute wieder erinnerte mich ein Vorkommnis 
an diese Einfriedigungsmittel, das mir Anlaß 
gibt, etwas dagegen zu schreiben. Ein junges, 
sehr wertvolles, etwa 2 Monate altes Füllen 
meines Nachbarn hing mit der Hinterhand über 
solchem Draht, verletzte sich schwer, so daß es 
sich nicht selbst befreien konnte. Solche Fälle 
gehören bei der vielseitigen Verwendung von 
Stacheldraht in der Landwirtschaft keinesfalls 
zu den Seltenheiten. 
^Zwei wichtige Gründe sprechen gegen den 
Stacheldraht als Einfriedignngsmittel. Einmal 
die Gründe eines vernünftigen Tierschutzes 
und zum andern die der Wirtschaftlichkeit. Ich 
vermisse seit langem schon die gesetzlichen Maß 
nahmen gegen die Verwendung dieses Mittels 
als Einfriedigungsmaterial. Stehen wir nicht 
mitten in der schärfsten Bewegung von Tier 
schutz und Schadenverhütung? — Der Jäger 
darf keinem Fuchs mehr mit dem Tellereisen 
ein Haar krümmen. Alles, was da fleucht und 
kreucht, wird mit vollem Recht unter vernünf 
tigen Schutz gestellt. Der rauhe Schuß auf 
Schalenwild gilt heute als schweres Vergehen. 
Man darf seinen Jagdhund an keiner Mietze- 
katze mehr scharf machen. Selbst Igel und 
Maulwurf erfreuen sich eines weitgehenden 
Schutzes und die Hege unserer gesamten Vogel 
welt ist heute ein wertvolles und weites Auf 
gabengebiet aller geworden. Und das ist ebenso 
richtig als erfreulich. Denn es geht heute nicht 
nur um den Haushalt des Menschen, sondern 
um den unserer gesamten Natur. Aber das eine 
hat man bisher meines Wissens übersehen, 
nämlich die so allgemein gewordene Anwen 
dung von Stacheldraht zu Einfriedigungs- 
zwecken. Man zieht ihn um Weiden und Aecker 
und hängt ihn in fast jeden Knick. Wolle und 
Deckenteilc vom Hasen und Rehwild haften 
daran. Jäger machen oft die Erfahrung, daß be 
sonders Rehwild auf der Flucht sich daran 
sängt, aufhängt und dann jämmerlich zu 
Grunde gehen muß. Die aufgewühlten Plätze 
und zertretenen Pflanzen an solchen Schau 
plätzen sind Beweis von dem furchtbaren To 
deskampf, der sich hier abgespielt hat. Biele 
Jungpferde verletzen sich schwer daran und ver 
lieren nicht selten einen erheblichen Teil ihres 
hohen Wertes. Rinder ritzen sich daran die 
Haut, und wenn, was oft der Fall ist, die Sta 
cheln verrostet sind, entstehen Entzündungen 
der Reißwunden, die schwer heilen. Dadurch 
gehen viele Werte dieses so wichtigen Roh 
materials verloren. 
Es dürfte deshalb an der Zeit sein, den Ge 
brauch von Stacheldraht aus den angeführten 
Gründen durch gesetzliche Maßnahmen wenig 
stens stark zu beschränken. 
Wohl weiß ich aus langer praktischer Erfah 
rung, daß der Stacheldraht als Einfriedi 
gungsmittel ein leicht anzubringendes und 
ebenso wirkungsvolles Mittel ist. Ich weiß aber 
auch, daß da, wo Knicks fehlen, Lattenzäune und 
Drahtzäune aus glattem Draht dieselben 
Dienste tun, dabei nicht einmal wesentlich 
teurer sind und bei ordnungsmäßiger Instand 
haltung die Gefahren für Haus- und Wildtiere 
wesentlich verkleinern. In früheren Zeiten ver 
wendete man daneben auch die zwischen Staken 
geflochtenen Buschzäune, sie waren dauerhaft, 
praktisch und daneben auch noch schön. —n. 
während der langen Jahre ihres Bestehens 
mancherlei Umgestaltungen, von welchen & ,e 
alten Gildebücher zeugen, erfahren. In frühe 
ren Jahren wurde mit den noch vorhandenen 
sogenannten Vogelröhren nach einem schweren 
eisernen Vogel geschossen. Man erzählt, daß 
es vorgekommen sein soll, das fast eine ganze 
Woche nach dem Vogel geschossen wurde, und 
einige gute Schützen ausgewählt wurden, die 
allein zur Vogelstange gingen, um den Vogel 
abzuschießen. Deshalb wurde beschlossen, fort 
an nach einem hölzernen, mit Eisen beschlage 
nen Vogel zu schießen und endlich wurde im 
Jahre 1890 dazu übergegangen, nach einem 
massiven, hölzernen Vogel zu schießen. Nach 
der Machtübernahme wurden die Vogelgilde 
und die Scheibenschützengilöe zusammengelegt. 
Die jetzige Mitgliederzahl beträgt 67. Am 
Sonntagnachmittag um 2 Uhr wurde im Hause 
des Aeltermannes Jürg. Schriever angetreten 
und zur Vogelstange marschiert, hier wurde 
der Vogel aufgerichtet und das Schießen nahm 
seinen Anfang. Abends erfolgte der Einmarsch 
zum Gilöehaus. Am Montagmorgen wurde 
um 7 Uhr angetreten und unter Führung des 
Adjutanten Kaufm. A. Lorenzen zum Einholen 
des Kapitäns, des Fähnrichs und des alten 
Königs marschiert. Dieser alte Brauch macht 
immer einen sehr festlichen Eindruck. Anschl- 
fanö ein Umzug durch den Ort statt, worauf 
zur Vogelstange gezogen wurde. Hier ange 
kommen, hielt der Kapitän Dr. Schnettler eine 
Rede, in welcher er an das Festhalten der 
alten Tradition mahnte. Die Königswürde er 
rang der als Kapitän fungierende Gildebruder 
Dr. Schnettler. An Gewinnen erhielten Franz 
Hennings den Kopf, Peter Kröger jr. und El. 
Muhl je einen Flügel und Hinr. Clausen den 
Schwanz. Die Uebergabe der Königskette vott 
dem alten König auf den neuen erfolgte in 
recht feierlicher Weise vor angetretener Mann 
schaft unter präsentiertem Gewehr. Nach 
Uebergabe der Kette schritten der neue König 
mit dem alten König und dem Aeltermann 
die Front ab. Nach dem Einmarsch zum Gilden 
haus fand das Fest beim Tanz in später Nacht 
stunde seinen Abschluß. 
Aus Bldeededt 
Verteilung der Tönnics-Stiftung. 
Hz. Koldenbüttcl, 17. Juni. In diesen Tagen 
fand die Verteilung der Zinsen der Tönnies- 
Stiftung statt, mit der wieder einer ganzen 
Anzahl bedürftiger, vor allem alter Einwoh 
ner, eine unerwartete Freude gemacht wurde. 
Die Tönnies-Stiftung besteht in unserer Ge 
meinde seit dem Jahre 1914. Damals ver 
machte der Hofbesitzer Georg Ove Tönnies aus 
Koldenbüttcl von seinem großen Vermögen 
seiner Heimatgemeinde 100 000 Mark, von 
deren Zinsen seine Grabstätte in Ordnung ge 
halten wird, und deren weiterer Betrag all 
jährlich an seinem Geburtstag, dem 14. Juni, 
verteilt wird. Leider ist dieses Vermögen nun 
in der Inflationszeit auf zirka 13 000 JiX 
gesunken, doch wird alljährlich mit den Zinsen 
dieser Summe etwa 20 Bedürftigen in der Ge 
meinde eine Freude und Hilfe zuteil. Alljähr 
lich an dem Geburtstag des Wohltäters wird 
auf dessen Grab durch eiue Abordnung ein 
Kranz niedergelegt. Die Führung dieser Ab 
ordnung hatte auch diesmal wieder Bürger- 
4m lUhrnwesUdi, Uastemu-i-ladem&esckm 
Amd Umgecpeud 
Die Mühle in Hütten abgebrannt. 
ai. Hohenwestedt, 16. Juni. Heute wurde un 
sere Feuerwehr mit der Motorspritze kurz vor 
Mittag telephonisch nach dem benachbarten 
Hütten zur Hilfeleistung angefordert. Es 
brannte das Mühlengewese von Rohweder, 
dort. Wie verlautet, hatte sich der Rohölmotor 
warm gelaufen und das Gewese in Brand ge 
setzt. Da das Gebäude ein Holzbau war, fand 
das Feuer reiche Nahrung. Die Mühle brann 
te total nieder und setzte das in Windrichtung 
liegende, zum Gewese gehörende weichgedeckte 
Dreiwohnungshaus mit größeren Stallungen 
mit in Brand. Auch dieses Gebäude ist auf den 
Grund niedergebrannt. Das Inventar darin, 
soweit es sich im Erdgeschoß befand, konnte ge 
rettet werden. Das erst vor einigen Jahren 
gebaute hartgedeckte Wohnhaus und das da 
neben liegende große, ebenfalls neue, hart 
gedeckte Wirtschaftsgebäude konnten gerettet 
werden. Bon dem Wohnhaus, das unmittel 
bar neben der Mühle liegt, sind die vorgebau 
te hölzerne Veranda und die nach dem Feuer 
liegenden Fenster angebrannt und die Schei 
ben gesprungen, sonst ist das Gebäude glück 
licherweise unversehrt geblieben. Ebenso 
konnte ein unweit der Mühle liegender mit 
Rohöl gefüllter Tank gerettet werden. Zur Be 
kämpfung des Feuers waren alle benachbarten 
Wehren und der Arbeitsdienst zur Hilfe ge 
eilt. 3 Motorspritzen und 5 Handspritzen waren 
in Tätigkeit. 
-!- H 
ai. Hohenwestedt, 15. Juni. Die NSDAP., 
Ortsgruppe Hohenwestedt, hielt gestern abend 
im Hotel „Erholung" ihre Ortsgruppenver 
sammlung ab. Ortsgruppenleiter Ihle machte 
zil Beginn der Versammlung bekannt, daß mit 
Rücksicht auf die Erntearbeiten in den kom 
menden Monaten in den nächsten 3 Monaten 
keine Versammlung stattfinde, Die 
Versammlung würde rechtzeitig bekannt gege 
ben und entsprechend ausgestaltet werden. Nach 
Anweisung der Landesbauernschaft soll in je 
dem Dorf ein Milchkontrolleur angestellt wer 
den. Für Hohenwestedt hat bisher noch keiner 
gefunden werden können. Er forderte zur Mel 
dung auf. Nach Bekanntgabe einiger Rund 
schreiben wies der Ortsgruppenleiter auf die 
am Sonntag stattfindende Sonnenwenöfeier 
hin. Zu dieser treten sämtliche Formationen 
um 8.30 Uhr abends auf dem Marktplatz an. 
Nach einem Rundmarsch durch den Ort geht es 
hinaus zum Sportplatz, wo das Sonnenwend- 
feuer abgebrannt wird. Obersturmführer Voß 
dankte für die Gaben zum Dankopfer der SÄ> 
und kam dann auf die Einrichtung eines Ju 
gendheimes und evtl, einer Jugendherberge in 
Hohenwestedt zu sprechen. Der Vorsitzende vorn 
Bund der Kinderreichen, Pg. Hort, gab einen 
ausführlichen Bericht über eine Reichstagnng 
des Bundes in Köln. Pg. Trede hielt einen 
längeren Bortrag über das Thema: „Unseres 
deutschen Volkes Zukunft". Es war dieses ein 
Auszug von dem an vier Abenden in Schene 
feld abgehaltenen Schulungskursus, an dem der 
Redner teilgenommen hatte. Seine Ausführun 
gen waren interessant und wurden mit Bei 
fall aufgenommen. 
Hadernarschen, 16. Juni. Die NSDAP., Orts 
gruppe Hademarfchen, veranstaltet am Sonn 
abendabend im Parteilokal einen öffentlichen 
Dorfabend. Es spricht der Reichsredner Pch 
Hofer (Weimar) über das Thema „Vom Ti 
roler Freiheitskampf bis zu Adolf Hitler/ 
Sämtliche NS.-Formationen nehmen geschlos 
sen an dieser Kundgebung teil. Die musikali 
sche Umrahmung erfolgt durch den MufikzNg 
der SA.-Standarte 163. Jeder deutsche Volks 
genosse hat freien Zutritt. Antreten der Fo^ 
mationen mit Fahnen um 19.45 Uhr pünktlich 
vorm Parteilokal.
	        
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