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129. Jahrgang.
SchLeswLg-Hollìerni siHe
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î^enàsburger TageblnL
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Nr. 149
SMNsrsîes, tzm 15. im\
Fünfzehn Jahre Nordische Gesellschaft
Zur öritteu Reichstagung
der Nordischen Gesellschaft
Vom 19.—21. Juni 1936 findet in Lübeck
die 3. Reichstagung der Nordischen Gesell
schaft statt. Aus diesem Anlaß veröffent
lichen wir die nachstehenden Ausführun
gen, die im Rückblick auf die 15jährige
Tätigkeit der Nordischen Gesellschaft zu
gleich eine Vorschau auf die bevorstehenden
Lübecker Festtage sind.
Wenn sich um die Sommersonnenwende Mit
arbeiter, Mitglieder und Freunde der Nordi
schen Gesellschaft zu ihrer 3. Reichstagung in
Lübeck versammeln, dann sind etwa 15 Jahre
vergangen seit einem wichtigen Ereignis in der
jüngsten Geschichte der deutsch-nordischen Kul
tur- und Wirtschaftsbeziehungen. Damals, vor
16 Jahren — erst kurze>Zeit nach dem unglück
lichen Kriegsende — unternahmen es wage
mutige Lübecker Kaufleute, zur Veranstaltung
einer Nordischen Woche aufzurufen. Das war
unter den damaligen Umstünden eine kühne
Tat, die auch heute als ein verdienstvolles Un
terfangen anerkannt werden muß. Zum ersten
Rale trat eine deutsche Stadt im zwischenstaat
lichen Verkehr als Nufer und Gastgeber auf,
Um die Vertreter aus allen Teilen ocs Reiches
Und der O st s e e l ä n d e r — und das war das
Entscheidende! — in ihren Mauern zu ver
einen, die soviel ruhmreiche Geschichte zwischen
Tagen schweren Schicksals erlebt haben. Die
Nordische Woche nahm einen glanzvollen Ver
lauf und jenseits der Ostsee war man gern der
Lübecker Einladung gefolgt. Abgerissene Ver
bindungen wurden wieder angeknüpft, neue
Brücken wurden hinüber und herüber gebaut.
Diese Nordische Woche zeitigte nicht nur Au
genblickserfolge, sie war ein Erfolg auf weite
Sicht. Einer dieser bleibenden Erfolge war der
Entschluß der Lübecker Männer, eine Nordische
Gesellschaft zu gründen, die berufen sein sollte,
alle Ergebnisse der Nordischeir Woche in deut-
şcher Gründlichkeit auszuwerten und ein Sam
melbecken für alle in deutsch-nordischer Rich
tung laufenden Bestrebungen in Deutschland
su werden. So wurde die Nordische Woche
gleichsam die Geburtsstunde der Nordischen Ge-
jellschaft, die zunächst in zwei bescheidenen Zim
mern der Lübecker Handelskammer eine Heim
stätte fand.
Schnell gewann die junge Gesellschaft an Ein
guß und Bedeutung unter der zielbewußten
Führung ihres Geschäftsführers Dr. Ernst
Timm, der in 15 Jahren dieser Idee die Treue
hielt und heute als Reichsgeschäftsführer sei
nem Obersten und Großen Rat der Garant da-
jür ist, daß die 30 Kontore der jetzigen Reichs
organisation die im Einvernehmen mit Reichs-
ìstgierung und Reichsparteileitung getroffenen
Richtlinien innehalten.
^Die Jahre von 1921 bis 1933 waren für die
Nordische Gesellschaft ausgesprochene Jahre des
stumpfes, des Kampfes um Anerkennung in
Lübeck und außerhalb Lübecks, namentlich im
Norden selbst, sie waren aber auch Jahre des
stampfes um die materiellen Grundlagen, die
ste fast ausschließlich aus sich selbst heraus
schaffen mußte. Nur dem praktischen Sinn ihrer
Leitung war es zu verdanken, wenn es immer
wieder gelang, der Gesellschaft neue Quellen zu
Erschließen, um Fortsetzung und Ausbau der
Arbeit sicher zu stellen. Hauptziel bei der Ent
wicklung der deutsch-nordischen Arbeit war, den
Skalen Lübecker Rahmen zu sprengen, um in
NMz Deutschland Widerhall und einsatzbereite
Mitarbeit zu finden. Zeigte die denkwürdige
'00-Jahrfeier der Reichsfreiheit Lübecks, die
Me Nordische Gesellschaft trotz der Sabotage der
Marxistischen Senats- und Bürgerschaftsmit-
iilieder zu einem unvergeßlichen Höhepunkt in
Mr Geschichte der freien und Hansestadt mitge
halten durfte, noch.die enge Verquickung der
Gesellschaft mit rein Lübecker Angelegenheiten,
îa unternahm sie fünf Jahre später einen kraft
vollen Versuch, durch die Veranstaltung des
"Ostseejahres 1931" den Willen zur Zusammen
arbeit mit allen anderen deutschen und nordi-
Bon Dr. Walter zimmermann
schen Ostseestädten zu bekunden. Aber kleinliche
Städte- und Hafenpolitik mißtraute teilweise
dem ehrlichen Willen der Nordischen Gesell
schaft, sich in den Dienst der deutschen G e -
s a m t interessen zu stellen, und verweigerte in
einigen Fällen sogar „Lübecker Vorspann-
dienste". Es kam hinzu, daß kurz nach der ein
drucksvollen Eröffnung des „Ostseejahres 1931"
die bekannten Juli-Ereignisse der Aera Brü
ning den weiteren Ablauf lähmten und allen
höheren Sinn dieser Bestrebungen mit ihren
dunklen Wolken beschatteten.
Es blieb erst dem politischen Geschehen des
Jahres 1933 vorbehalten, alle diese in langen,
sorgenvollen und doch auch unendlich kampf
frohen Jahren gesammelten Erfahrungen den
deutschen Gesamtinteressen nutzbar zu machen.
Mit vielen anderen führenden Männern des
neuen Reiches nahm Alfred Rosenberg die
Nordische Gesellschaft in seinen Schutz und
schuf dafür die Grundlagen, daß die Gesellschaft
zur Reichsorganisation ausgebaut und nun
unter ihrem Leiter, dem Gauleiter und Ober
präsidenten Hinrich Lohse, ihrem Präsidenten
des Großen Rates, Bürgermeister Dr. Drecks-
ler, und ihrem Reichsgeschüftsführcr Dr. Timm
die allein zuständige Stelle für alle Dinge des
nordischen Gedankens und der deutsch-nordi
schen Arbeit werden konnte. Lübeck, die schick
salhafte Stadt, die die Gesellschaft entstehen
und aufwachsen ließ, wurde zum Sitz des
Reichskontors erklärt. Hier im Hause der Nor
dischen Gesellschaft laufen alle Fäden zusam
men. In ständiger Fühlung und kameradschaft
licher Zusammenarbeit steht das Reichskontor
Lübeck mit seiner Berliner Verbindungsstelle,
dem Reichskontor Berlin,' beide sind organisa
torisch als eine Einheit aufzufassen. Nicht we
niger bedeutungsvoll ist die Zusammenarbeit
mit den 30 Kontoren, durch die die Arbeit der
Nordischen Gesellschaft in allen Gauen des
Reiches verankert ist. Sonderausgaben, wie die
landwirtschaftlicher Art, werden dem Bauern-
Kontor der Nordischen Gesellschaft zugewiesen,
das unter dem Schutze des Reichsbauernfüh
rers R. Walther Darre in Goslar, der Stadt
des Reichsnährstandes, eingerichtet wurde. Am
wichtigsten aber ist in Lübeck vielleicht die un
mittelbare Verbindung mit dem Norden selbst.
Alle Beziehungen, die die Nordische Gesellschaft
mit ihren zahlreichen Freunden in den nordi
schen Ländern unterhält, werden ausschließlich
Reichsführer SS. Himmler Chef der deutschen Polizei
Die Neuordnung der Polizeigewalt
Ein Erlaß des Führers zur einheitlichen Zusammenfassung der Polizei in Deutschland - Aufqabenteilung:
Dre Wehrmacht soll Srcherung nach außen, die Polizei Sicherung nach innen vollenden.
Der Führer und Reichskanzler hat auf Vor
schlag des Reichs- und Preußischen Ministers
des Innern Dr. Frick durch Erlaß vom heu
tigen Tage zur einheitlichen Zusammenfassung
der polizeilichen Aufgaben im Reich den stell
vertretenden Chef der Geheimen Staatspolizei
Preußens, Reichsführer SS. Heinrich Himm
ler, zum Chef der Deutschen Polizei im Reichs-
ministerium des Innern ernannt.
Der Erlaß lautet wie folgt:
„1. Zur einheitlichen Zusammenfassung der
polizeilichen Aufgaben im Reich wird ein Chef
der deutschen Polizei im Reichsministerium
des Innern eingesetzt, dem zugleich die Leitung
und Bearbeitungialler Polizeiangelegenheiten
im Geschäftsbereich des Reichs- und preußi
schen Ministeriums des Innern übertragen
wird.
2. Zum Chef der deutschen Polizei im
Reichsministerium des Innern wird der stell
vertretende Chef der Geheimen Staatspolizei
Preußens Reichsführer SS. Heinrich Himm
ler ernannt.
Er ist dem Reichs- und preußischen Mini
ster des Innern persönlich und unmittelbar
unterstellt.
Er vertritt für seinen Geschäftsbereich den
Reichs- und preußischen Minister des Innern
in dessen Abwesenheit.
Er führt die Dienstbezeichnung: Der Reichs-
iührer SS. und Chef der deutschen Polizei im
Reichsministerium des Innern.
3. Der Chef der deutschen Polizei im Reichs
ministerium des Innern nimmt an den
Sitzungen des Reichskabinetts teil, soweit sein
Geschäftsbereich berührt wird.
4. Mit der Durchführung dieses Erlasses be
auftrage ich den Reichs- und Preußischen Mi
nister des Innern."
des Chefs der deutschen Polizei im Reichs-
ministerium des Innern übertragen.
Der Führer und Reichskanzler hat aus die
sem Anlaß folgendes Schreiben an den Mini
sterialdirektor General der Polizei Daluege
gerichtet:
„Lieber Parteigenosse General Daluege!
Seit der Uebernahme der Macht durch den
Nationalsozialismus, an deren Erringung Sie
in Berlin führend beteiligt waren, haben Sie
Ihre ganze Kraft dafür eingesetzt, die deutsche
Polizei zu einem schlagkräftigen Instrument
des nationalsozialistischen Staates zu machen.
Dies gilt insbesondere für die bisherige Lan-
despolizei, die dank Ihrer Tätigkeit ein wert
volles Glied der deutschen Wehrmacht werden
konnte. Ihnen für Ihre Verdienste um die
deutsche Polizei Dank und Anerkennung aus-
zusprechen, ist mir ein besonderes Bedürfnis.
Ich ernenne Sie zum General der Polizei.
A d o lf Hitler."
Ueber den
Sinn und die Bedeutung
dieser Neuordnung
wird von unterrichteter Seite das Folgende
bekannt gegeben:
Der Neichsführer SS. Heinrich Himmler war
schon bisher Kommandeur der politischen Po
lizei aller deutschen Länder und stellvertreten-
129. Jahrgang.
1936
in Lübeck gepflegt, um jede Zersplitterung und
Doppelarbeit zu vermeiden.
Alljährlich um die Sommersonnenwende
wehen von den Türmen, Toren und Giebeln
der Altstadt, von den Schiffen und Kränen,
Lagerhäusern und Schuppen neben Haken
kreuzflaggen des Reiches die Flaggen aller
nordischen Länder, Dänemarks, Finnlands, Is
lands, Norwegens und Schwedens. Ein buntes
Bild, das Symbol und Willensbekundung zu
gleich ist.
Jede Reichstagung der Nordischen Gesell
schaft hatte ihr besonderes Gesicht, und so steht
die dritte Reichstagung, die vom 19. bis 21.
Juni in Lübeck stattfindet, im Zeichen von „Fa
milie und Haus".
Den Höhepunkt der 3. Reichstagung bildet
der Sonntag, der 21. Juni, der Tag der Son
nenwende mit der Nordischen Kundgebung auf
dem Marktplatz, auf der Reichsleiter Alfred
Rosenberg sprechen wird, und der großen
Reichssonnenwendfeier des deutschen Arbeits
dienstes, die auf dem historischen Platz vor dem
Holstentor und den alten Salzspeichern im An
blick der ragenden Backsteinkirchen Lübecks
stattfindet.
Da schon jetzt mit einer außerordentlich
starken Beteiligung, insbesondere auch der nor
dischen Länder zu rechnen ist, verspricht die
3. Reichstagung der Nordischen Gesellschaft in
noch stärkerem Maße als in den vergangenen
beiden Jahren ein sinnfälliger Ausdruck für
die Schicksalsverbundenheit der nordischen Völ
ker und damit ein voller Erfolg für die deutsch
nordische Arbeit überhaupt zu werden.
der Chef des Geheimen Staatspolizeiamts in
Preußen, dessen Chef der preußische Minister
präsident ist. Durch die Unterstellung der ge
samten deutschen Polizei unter den Reichsfüh
rer SS. ist eine lange Entwicklung abgeschlos
sen, die nun zur Schaffung eine einheitlichen
deutschen Polizei geführt hat. In Zukunft sind
sowohl Schutzpolizei, Verwaltungspolizei,
Gendarmerie als auch Kriminalpolizei und
Geheime Staatspolizei in einer Hand ver
einigt. Ihre Schlagkraft ist damit abermals er
höht.
Die Wehrmacht hat in Gesetz und Tat die
wehrmäßige Erziehung des deutschen Volkes
übernommen. Ihr großes Werk wird sein, in
Stärke und Kraft den Frieden des Reiches nach
außen, durch ihren inneren Wert und ihre in
nere Härte an allen Grenzen zu gewährleisten.
Voll Vertrauen gehört dieser Aufgabe heute
ein großer Teil der Lebenskraft des ganzen
Volkes. Die Schaffung des Chefs der Polizei,
ein Gesetz nationalsozialistischer Staatsfüh
rung, beweist in der Person des verantwort
lichen Mannes und der mit ihm verbundenen
Organisation die Absicht und den Willen, nach
dem ersten wohlerwogenen Schritt zur Siche
rung nach außen nunmehr den ebenso über
legten und in langer Arbeit wohl vorberei
teten Schritt zur Sicherung nach innen zu
vollenden.
In Ausführung dieses Führererlasses hat
Neichsminister Dr. Frick den Chef der deut
schen Polizei im Reichsministerium des In
nern Himmler mit der Leitung der Polizei-
abteilung des Reichs- und Preußischen Mini
steriums des Innern betraut und für den Fall
seiner Abwesenheit dem Ministerialdirektor
General der Polizei Daluege die Vertretung
Der dritte Tag der RSReichskulturtagung
Die Kirttur fsü zum Siege führen
Eine Ansprache des Reichsleiters für RS-Weltanschauung Rosenberg
In seiner Rede in der Zentralkundgebung
der Reichstagung der NS.-Kulturgemeinde in
der Ausstellungshalle in München am Mitt
wochabend führte Reichsleiter Alfred Rosen
berg aus:
Wie jede große Revolution, so stehe auch die
nationalsozialistische Revolution in ihrer
zweiten Phase, in der Zeit der Gestaltung, der
Schicksalsfrage gegenüber, ob sie Episode sei
oder tatsächlich eine neue Epoche der Geschichte
einleite. Jede große Epoche der Geschichte sei
gekennzeichnet durch eine besondere innere
Haltung, die die Werte des Lebens in be
stimmter Weise gruppiert. Den Gedankensyste
men des Mittelalters und des 19. Jahrhun
derts stehe man auch heute nach der politischen
Revolution noch gegenüber, und es sei falsch
zu glauben, daß derart stark verwurzelte
Ueberlieferungen in wenigen Jahren über
wunden werden könnten.
Vier Werte stellte Reichsleiter Rosenberg
vor allem heraus, welche die nationalsoziali-