diik(nMScketo
100 Jahre alt.
fp. Heide, 17. Juni. Der Rentner, frühere
Hofbesitzer Albertus Claassen, Heisteöter Str.
■ ' öer der älteste Einwohner der Stadt Heide
J*> kann am Donnerstag, 9. Juli, seinen 100.
Geburtstag begehen. Der Jubilar wurde in
Aftnine als Sohn eines Hofbesitzers geboren.
Me Ehefrau des Jubilars ist 93 Jahre alt.
Eröffnung der Frauenoberschule in Heide.
şp. Heide, 18. Juni. Durch einen vor einiger
Mit in den Kellerräumen der Adolf-Hitler-
^chule vorgenommenen Umbau wurden die
şiunre für die ueueiugerichtete Frauenober-
Mle geschaffen. Die Mädchen, die diese Schule
suchen, müssen alle Oberseknudarcife haben.
Meselbe Einrichtung besteht an der Westküste
l* Ur noch in Elmshorn, jedoch wird demnächst
A Itzehoe eine weitere geschaffen. In einer
Absprache wurde von Oberstuüiendirektor Dr.
Rasmussen auf die hohe Bedeutung einer der-
"ŗtigen Einrichtung hingewiesen. Ein Rund
ung der geladenen Gäste schloß sich an, wobei
feststellen konnte, daß alles vorbildlich
^gerichtet ist. Den jungen Mädchen wird im
Lahmen dieser neuen Schule Waschen, Kochen,
-iahen, Gartenarbeit, Säuglingspflege usw.
Ermittelt und dadurch die wissenschaftliche
Ausbildung wirkungsvoll ergänzt. Ebenfalls
behalt die politische Schulung einen weiteren
M'ad der Festigung.
Unsall eines Lastzuges.
Mcldors, 17. Juni. In Esch auf der Chaussee
Marne—Meldorf geriet am gestrigen Spüt-
Mchmittag ein schwer mit langen Balken be-
ladener Lastzug aus Heide infolge des nassen
^ud schlüpfrigen Asphaltpflasters ins Schleu
sn. Der Lastzug wäre beinahe in einen dort
vorhandenen tiefen Graben geraten und um
stürzt, doch wurde er im letzten Augenblick
°Urch einen Bairm in einer seitlichen Lage fest-
Malten. Dadurch sind Fahrer und Beifahrer
buverletzt davongekommen, lediglich ein erheb-
"cher Sachschaden ist zu verzeichnen.
Marne, 17. Juni. Schneckenplage. In den
0'rsigen Gärten hat sich das zahlreiche Ans
äten von Schnecken zu einer wahren Plage
Ausgewirkt. Die Schnecken vernichten zusam
men mit den Erdflöhen jegliche Aussaat, so
Mß verschiedene Gartenbesitzer schon nachsäen
wußten.
Am Uoidem
Tödlicher Verkehrsnnfall
auf der Eckernförder Chaussee.
Ķiel, 17. Juni. Am Dienstagnachmittag
^Urde der 61 Jahre alte Sch. aus der Gncise-
'Uustratze, als er mit einem Fahrrad vom Rad-
'bhrweg nach links abbog, um nach Ueber-
Meruug der Eckernförder Chaussee in die
^ichendorffstraße zu gelangen, von einem nach
folgenden Motorradfahrer angefahren. Beide
Fahrer stürzten zu Boden und erlitten Schädel-
verletzungen, der Radfahrer außerdem einen
linken Oberschenkelbruch und Gesichtsverletzun
gen. Die Verunglückten wurden sofort in eine
Klinik geschafft, wo der schwerverletzte Sch.
heute nacht gestorben ist.
Gauwettschietzen der Deutsche« Jägerschast
des Jagdganes Schleswig-Holstein.
Itzehoe, 16. Juni. Am Sonntag, dem 14.
Juni, fand in Itzehoe das Gauwettschießen
der Deutschen Jägerschaft des Jagdgaues
Schleswig-Holstein statt. Fast alle Kreise wa
ren vollzählig mit je einer Mannschaft von
vier Mann angetreten und der Kampf nahm
trotz der gelegentlichen Gewitterregen vom
frühen Morgen au seinen ununterbrochenen
Fortgang. Mit Einbruch der Dunkelheit hatten
alle Kreise ihre Bedingungen durchgeschossen
und dann erfolgte im Restaurant Freudenthal
in Itzehoe durch Gaujägermeister Landrat
Hamkens, Rendsburg, die Bekanntgabe der
Sieger und die Preisverteilung.
Der vom Gaujägermeister gestiftete Wan
derpokal, den der Kreis Steinburg zu vertei
digen hatte, wurde diesmal vom Kreis Sege-
berg errungen.. Die drei besten Ergebnisse:
1. Segcberg mit 161444 Punkten,' 2. Altona mit
1580% Punkten,' 3. Flensburg mit 1505 Punk
te«. Das beste Resultat als Einzelschüße er
zielte Paul Schilling, Altona-Eidelstedt, mit
460% Punkten.
Als bester Büchsenschütze erzielte der Kreis
jägermeister von Altona, Stadtrat Schumann,
170 Punkte, als bester Pistolenschütze Paul
Schilling, Eidelstedt, 170 Punkte und als bester
Wurftaubenschütze Ammahn, Scgeberg, 153%
Punkte.
Erst in später Stunde trennten sich die Jä
ger. Im kommenden Jahr werden sie sich ivie-
dertreffen, um abermals den friedlichen Wett
kampf mit Büchse, Flinte und Pistole unter
einander aufzunehmen.
Elmshorner Hcimatwoche vom 8. bis 14. Juli.
Elmshorn, 16. Juni. Das Programm für
die Elmshorner Heimatwoche, die in der Zeit
vom 8. bis 14. Juli stattfindet, ist nunmehr
endgültig festgelegt worden. Die Woche wird
am Mittwoch, dem 8. Juli, mit einem Heimat
abend im „Holsteinischen Hof" eröffnet, an dem
u. a. der niederdeutsche Dichter Fritz Lau mit
wirkt. Am folgenden Tage werden drei Aus
stellungen: „Das alte Elmshorn", „Das schaf
fende Elmshorn" und „Das schöne Elmshorn"
eröffnet. Weitere Höhepunkte werden das
große Reit- und Fahrturnier, das am 11. und
12. Juli auf dem Gelände der Reit- und
Fahrschule stattfindet, das Volks- und Heimat
fest, verbunden mit der Jahresfeier der
Schützengilde, und die Arbeitstagung des
Heimatbundes „Elbmarschen" bilden.
x Neumünster, 18. Juni. Einen Geburten
überschuß von 100 Proz. hat Neumünster im
Monat Mai zu verzeichnen. 29 Todesfällen
standen 56 Geburten gegenüber. Im gleichen
Monat kamen durch Zuzug 392 Personen hinzu
bei einem Abgang von 379 Personen. Die Ein
wohnerzahl Neumünsters betrügt demnach am
1. Juni 41 245. — Seinen schweren Verletzun
gen erlegen ist nunmehr der hochbetagte Rent
ner Johann Bock aus Einfeld, der in der vori
gen Woche auf der Kieler Chaussee von einem
Motorrad angefahren, ein ganzes Stück mit
geschleift und mit Beinbrüchen und anderen
Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert
werden mußte. — Die Kuh im Klärbassin. Die
dem Städtischen Pflegeheim gehörende Kuh
fiel gestern morgen in das Klärbassin in der
Nähe des Südbahnhofs. Die alarmierte Feuer
wehr brachte das dem Ertrinken nahe Rind
mittels Dreibock wieder aufs Trockene.
Traditionsreiche Festtage der Holmer Fischer
es. Schleswig, 18. Juni. Im Jahre 1660
schlossen sich die auf dem Holm in Schleswig
wohnenden Bürger und Fischer zu einer To
tengilde zusammen. Die Gilde erhielt die
Bezeichnung „Holmer Beliebung" und ver
pflichtete ihre Mitglieder, sich „im Leben und
Sterben beizustehen und sich in Not und Tot
nicht zu verlassen". Außerdem übte sie eine
Unterstützung in Brandfüllen in der Werse
aus, daß jeder Hausbesitzer dem durch eiire
Feuersnot geschädigten Einwohner zum Wie
deraufbau seines zerstörten Besitzes einen
Reichstaler beisteuern mußte. Die Gründung
der „Beliebung etlicher benannter Bürger
und Fischer aufm Holm in Schleswig" ist, wie
es in den alten Artikeln der Satzung heißt,
darauf zurückzuführen, daß in verflossenen
Pest- und Sterbezeiten unter den Holmer» we
nig nachbarlicher Zusammenhalt gewesen ist
und man ungern die Toten getragen und zu
Grabe geleitet hat. Die Gilde zählt zur Zeit
264 Holmer Fischer und Witwen und gehört
zu den ältesten Stcrbekassen der Schleistadt.
Die Belicbungsfeierlichkeiteu, bei oenen der
Holm mit Fahnen und Girlanden festlich ge
schmückt war, nahmen in diesem Jahr nach al
tem Brauch am ersten Sonntag nach Trinita
tis ihren Anfang. Die Veranstaltungen wur
den, wie in früheren Zeiten, am Sonntagnach
mittag durch das althergebrachte „Kranzbin
den" der Holmer Kinder, dem Ausschmücken
des mit einem großen Aufbau versehenen
Aeltermannstisches, eingeleitet. Anschließend
wurden die Kinder mit Limonade und Heiße
wecken bewirtet. In vergangenen Jahren gab
es eine sogenannte „Kalte Schale" (Konschal"),
die aus gesüßtem Braunbier und Zwieback
bestand und in alten Zinnschüsseln gereicht
wurde. Am Nachmittag fand für die Kinder
und am Abend für die Belicbungsbrüder und
-schwestern je ein Tanzkränzchen statt.
Am Montag wurden die eigentlichen Belie-
bungsfeiern abgehalten. Nach einem stillen
Totengeöcnken auf dem Holmer Friedhof mar
schierten die Holmer unter den Klängen alter
Märsche nach dem „Großen Baumhof", um
dort in plattdeutscher Mundart über das Wohl
und Wehe der Beliebung zu beraten und „um
Rechnung zu machen". Während der Versamm
lung stand es dem Aeltermann nach alter
Weise frei, an die Belicbungsbrüder Braun-
bier und Kümmel verabfolgen zu lassen. Nach
der Erledigung der geschäftlichen Angelegen
heiten begann der gemütliche Teil, bei dem,
wie bereits vor mehreren Jahrhunderten, alte
Fischerlieder gesungen wurden. Gegen 12 Uhr
wurde in fröhlicher Stimmung der Rückmarsch
nach dem Holm angetreten.
In den Abendstunden trafen sich die festlich
gekleideten Belicbungsbrüder und -schwestern
beim Hause des Aeltermannes zum gemeinsa
men Aufmarsch. Die versammelten Holmer
traten in Paaren an und marschierten zweimal
um den alten Friedhof und dann nach dem
Festlokal. Der Aeltermann nahm mit seinen
„Achten" und „Sechsen" an dem festlich ge
schmückten, durch stimmungsvolle Kerzen er
leuchteten und mit dem alten Silbergerät der
Beliebung gedeckten Acltermannstisch Platz.
Die Feierstunde wurde durch eine plattdeutsche
Ansprache des Aeltermanns eröffnet. Die er
sten Tänze galten als Ehrenrunde für den
Vorstand. Wie vor vielen Jahrhunderten, so
wurden noch jetzt „Menuett", „Vandaugo" und
„Figaro" getanzt. Am Aeltermanustisch, dem
Mittelpunkt der ganzen Feier, wurden Braun
bier, Kümmel und „Grüner Bittern" kostenlos
verabreicht. Die geladenen Ehrengäste erhiel
ten einen Trunk ans dem Silberpokal. Wäh-
renö der Feier, bei der der Tanz bis in die
späten Nachtstunden hinein fleißig in seine
Rechte trat, wurde sehr streng auf die mehrere
Jahrhunderte alten Vorschriften der Belie-
bung gehalten. Wer z. B. beim Trinken etwas
verschüttete, den Deckel seines Trinkgefäßes
nicht wieder verschloß, einen Belicbungsbrüder
nach alter Gewohnheit mit seinem Oekelnamen
anredete oder sich sonst in irgendeiner Weise
nicht ordnungsmäßig benahm, mußte eine
Brüche in die Armenkasse bezahlen.
Um Mitternacht wurde der neue erste Acl-
termanu, Schlossermeister Heinrich Lassen, in
feierlicher Form in sein Amt eingeführt. Zwi
schen 3 und 4 Uhr wurde der Aeltermann nach
althergebrachter Sitte unter Vorantritt einer
Musikkapelle nach dem Holm geleitet. Bei sei
nem Hause löste sich der Zug nach einem drei
maligen Hoch auf die Holmer Beliebung auf.
An einer Ecke des Holms wurde dreimal nach
altem Brauch auf dem holperigen Pflaster ge
tanzt.
In Anwesenheit der Aelterleute, „Achten"
und „Sechsen" fand am Dienstag im Hause des
ersten Aeltermannes die Rechnungslegung der
Beliebung statt. Abends wurde für die jungen
Holmer Fischer ein sogenanntes „Stichlings
vergnügen" veranstaltet.
Tom Zsggler /
Urheberrechts schütz durch Verlagsanstalt Manz,
München.
^) Nachdruck verboten.
Monika meint es wenigstens, daß nun
Mes aus sei. Als aber die Stunden kommt,
sie ins Buchenwäldchcn soll, da hält sie es
»Meim nicht mehr aus, schlingt ein Helles
şiansentuch um die Schultern und- geht zu
H>m,
yŅur einen Blick tut sie in seine Augen.
Mn und klar ist sein Blick, nichts von Falsch
st und Trug ist darin zu lesen. Monika
Mint sich über ihre Zweifel und schliîlgt lei-
Mschaftlich ihre Arme um seinen Hals.
"Du darfst mir net verloren gehen", sagt sie
Eiernd.
. »Geh, du. Was redest denn da? Hat dein Va-
dir verboten ?"
y"Nix hat er g'sagt", unterbricht sie ihn.
(Mußt es ihm auch net übel nehmen, wenn er
ê harte Worte geben hat. Weißt schon, der
^"er war sein ganzer Stolz."
^»Jch hab ihm auch nix nachtragen. Aber
Mßt, dem Grafen hat er Dinge g'sagt, die
Ms Bruggstein nimmer vergißt."
»."Der Vater hat halt Sorgen, weißt. Schwere
Mgen. Es steht net gut um unsern Hof."
ļonis Stirn verdüstert sich,
z "Dann is also doch wahr, was die Leut re-
Monika, ich hab Angst für uns zwei. Dein
Mer ņiird einen auf den Hof bringen wollen,
M Geld hat."
^ie schüttelt den Kopf.
, "Ich nehm' keinen andern, Toni. Ich halt
dir und mag kommen, was will. Und um
selber is mir net Angst — ich steh bei ei-
h Bauern ein als Magd, bis du mich heim-
als dein Weib."
x »Lang word's nimmer dauern", antwortet
tzs „Vielleicht nächstes Jahr schon. Und als
ü, 0d einstehu, das hätt cs grad net nötig.
Mnst ja zu meiner Mutter gehn. Die nimmt
^ mit Freuden auf."
'Mein, das mag ich net, Toni. Ich möcht
lc e Ucit und verdienen, daß ich net mit ganz
Mn Händen zu dir komm."
IjMd die beiden sind wieder froh und glück-
^ wie immer.
Hochlandsroma« von Hans Ernst
Mittendrin fragt Monika:
„Ist es wahr, daß die Juta wieder da ist?"
Ihr Herzschlag setzt einen Augenblick aus im
Warten auf seine Antwort. Ganz harmlos
kommt es von seinen Lippen:
„Ja, der Graf hat's mir gesagt. Aber gesehen
hab ich sie noch mit keinem Blick. Wird mich
halt nimmer kennen wollen, die Juta."
„Nimmer kennen wollen?" Das kommt spitz
und spöttisch.
Tonis Blick verdunkelt sich.
„Monika'? Was soll dös heißen? Glaubst du
mir net?"
^Sie blickt ihn lange an, dann nickt sie. „Doch,
Toni, ich glaub dir." Sie drängt sich treuherzig
bittend an ihn: „Sei mir net bös, daß ich zwei
felt hab an dir. Ich tu es nimmer. Ganz g'witz,
ich tu's nimmer."
„Ja", sagt er und senkt seinen Blick über
ihren Kopf hinweg in das weiche, grüne Dun
kel des Waldes. „Glauben und vertrauen muß
man, sonst steht die Liab auf schwache Füß."
Es wird eine Weile sehr still zwischen den
beiden. Dann nimmt der Toni ihr Gesicht zwi
schen seine Hände und küßt ihr die letzten
Zweifel aus den feuchten Augen.
Als sie sich voneinander trennen, ist wieder
Glück und Friede eingezogen in ihren Herzen.
Aus der Jugendzeit . .
Ein Hang im Abendgold. Steinnelken bewe
gen sich schaukelnd auf ihren dünnen Stengeln
im leisen Abendwiud und ganz von ferne hört
man die helle Jodelstimme einer Sennerin.
Juta von Brnggstein sitzt am Rande des
Waldes und schaut mit ruhigem Blick in die
Runde. Hundertmal in frühen Kinderjahren
war sie schon hier gewesen und hat das Ver
löschen eines Tages gesehen. Hier auf dem
Hang hat sie einmal mit Toni gesessen und er
hat ihr rote Steinnelken gepflückt und ins
Haar gesteckt.
Ach, wie lange ist das schon her! Eine Ewig
keit scheint dazwischen zu liegen. Und doch ist
es nicht vergessen. Sie wird es vielleicht auch
nie vergessen, menu sie nun auch ihr Leben
anders geformt hat. Die Kindyeitserinuerun-
gen sind wach geblieben und stehen in ihrem
jetzigen Leben wie ein kleines, freundliches
Licht.
Plötzlich fährt sie ganz leicht zusammen.
Ein Mann kommt den Weg von der Brandl-
hütte herab. Hoch und schlank wandert er durch
das Abendrot und die Büchse hinter seinem
Rücken blitzt im letzten Sonnenlicht. Ein klei
nes Lied vor sich hinsummend, steht er plötz
lich vor Juta. Und da geschieht das Seltsame:
Toni Zaggler kennt seine Jugendgespielin
nicht mehr.
Es ist ja auch nicht mehr die Juta von frü
her. Herber, strenger ist dieses Gesichtlein ge
worden. Ihr Mund ist fest zusammengepreßt.
Nur die Augen sind dieselben geblieben. Groß
liegen sie unter der weißen Stirn, die nun
auch höher erscheint, weil Juta das Haar straff
zurückgekämmt und im Nacken zu einem grie
chischen Knoten verschlungen hat.
Einen Herzschlag läßt Juta den fragenden
Blick des Jägers auf sich ruhen. Dann steht sie
auf und streckt ihm freundschaftlich die Hand
hin:
„Grüß Gott, Toni!"
Auch die Stimme hat sich gegen früher ver
dunkelt. Nur an ihrem Lächeln erkennt sie der
Jäger wieder. Er nimmt diese Hand, drückt sie,
stammelt ein paar Worte in großer Verlegen
heit und setzt dann treuherzig hinzu: „Ich hätt
Sie nicht mehr gekannt."
„Aber Toni", sagt Juta vorwurfsvoll, „war
um sagst du denn zu mir Sie? Sind wir denn
nicht alte Freunde und gute Bekannte?"
„Freilich, ja. Aber Sie — du bist so groß ge
worden und so fein —"
„Groß bin ich geworden, ja. Schau her. Ich
reich dir num schon bis zur Stirne. Aber sonst
hat sich im Verhältnis zu dir nichts geänderr.
Du bist und bleibst für mich der Tont und ich
für dich die Juta. Ich freue mich, daß ich dich
getroffen habe. Komm, wir wollen den Hang
hinauf, dort wo die Sonne noch ist. Ich bin
so lange im Schatten gestanden."
Dann sitzen sie oben auf der Kuppe uud alles
ist zwischen ihnen wieder, wie es vor Jahren
war.
„Erzähl mir was von deinem Leben", sagt
Juta.
„Bei mir ist alles beim alten. Aber bei dir
hat sich viel verändert. Ist 's wahr, daß du
ein Heim für blinde Kinder aufmachen
willst?"
wantļrt
gnm.
Oraußkn kocht er èen
'Kameraden einen feinen
Or. Getker-puàdļng
oder eine zünftige pud-
dingfuppc. Oa lecken fie
sich die Zinger danach!
Und dann marschiert
fich'o noch mal so gut.
aueschneiden! preisaufgabe!
„Ja, Toni, das will ich." Und als sie der
Toni fragend ansieht, fährt sie fort:
„Sv ist es im Leben. Der eine findet sein
Glück in Liebe und Ehe. Der andere muß auf
dieses Glück verzichten uud sich ein Arbeits
feld suchen, das sein Leben ausfüllt. Ich hoffe,
mein Glück darin zu finden, Hunderten ö''r
Aermsten glücklich zu machen."
„Deswegen kannst allweil noch heiraten",
meint Toni nachdenklich.
Die Antwort läßt ein wenig auf sich warten.
Und dann ist es ein schroffes „Nein!"
Toni zerrt seine Pfeife aus der Tasche und
setzt sie in Brand.
„Schau, Toni", nimmt Juta nach einer
Weile wieder das Wort und bückt sich dabei
nach einer Steinnelke, die sie langsam zerzupft.
„Einmal habe ich auch geglaubt, ich Müßte cs
meinem Bruder nachtun und heiraten ohne
den Segen meines Vaters. Aber da hab ich
dann immer meinen Vater gesehen, alt und
einsam. Ich weiß, wie sehr er an mir hängt und
ich hab ihm schon Leid genug angetan, als ich
von ihm ging. Lauge schwankte ich und war
ohne rechtes Ziel, bis man mir den rechten
Weg ivies. Leicht war er nicht, der Weg, denn
ich hatte einen Menschen lieb über alles. Ich
hätte alles geopfert für ihn. Stand.und Ver
mögen. Aber er hatte mich ja nicht lieb."
„So ein Hornochs", entführt es Toni zornig.
„Hat denn dös Mannsbild keine Augen im
Kopf gehabt?"
Ganz leise lächelt Juta.
„Doch, Toni. Sogar schöne und gute Augen.
Der Jüngling, dem mein Herz gehörte, ist in
zwischen ein Mann geworden. Ich hab ihn
wiedergesehen und er hat noch immer dieselben
guten Augen."
(Fortsetzung folgt.)