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Ausgaben und Wünsche der Berteilerfachschasten
Auf den Sondertagungen der Fachschaften in
Goslar ging der Leiter der Reichsfachschaft der
Getreide- und Futtermittelvertcilcr, Kugler, Mün-
in seinem Rechenschaftsbericht auf die aktuellen
fragen ein, die die Verteilerschaft im Hinblick auf
,’ e Getreidemarktregelung im nächsten Wirtschafts-
besonders interessieren. Er gab der Erwartung
Ausdruck, daß, nachdem die Getreidemarktordnung
'ņ ihren Grundzügen unverändert bleibt, auch die
Mählichen, sich auf Grund der bisherigen Erfah-
^ngen als notwendig erweisenden Maßnahmen so
Ehalten werden, daß insbesondere der Aufkauf-
^ndel funktionsfähig bleibt. Irgendwelche Experi-
^ente sind hier abzulehnen. Der theoretisch kürzeste
™ e 9 ist nicht immer der billigste. Der Verteiler ist
Äschen dem Erzeuger und den Verarbeitern der
Avsgleichsfaktor für örtlich und zeitlich verschieden
^lagerte Abgabebedürfnisse des Erzeugers bzw.
Attsorgungsbedürfnisse der Verarbeiter.
Kngler gab der Erwartung Ausdruck, daß die
^chschaften im nächsten Jahre stärker in die Gestal-
?8g der Marktordnung eingeschaltet werden und
^ņey, damit sie den ihnen übertragenen Aufgaben
brecht werden können, auch der notwendige tech-
^iche Apparat vollständig zur Verfügung steht,
'^nn er u. a. weiter anregte, bei der Wahrnehmung
Ordnnngsstrafrechts in der Geteidewirtschaft
^îcht nach dem Buchstaben und nach formalen jü
dischen Erwägungen zu verfahren, sondern sich den
Menschen, seinen Ruf und seine allgemeine Zuver-
âsşigkeit zuvor anzusehen, bevor man ihn, der
^ìelleicht seit jeher in makelloser Weise ehrlich ge
heftet hat, um eines geringfügigen Vergehens
Irrtums willen mit einer Strafe belegt. Die-
ļ eï Wunsch deckte sich übrigens mit der Erklärung
e § Vorsitzenden der Hauptvereinigung der Deut
zen Getreidewirtschaft, Bauer Zschirnt, daß die
^etriebsprüfer ihre Aufgabe nicht als Marktpoli-
^i und Staatsanwalt, sondern in erster Linie als
Krater aufzufassen haben. Offenbare Böswillig
st und Sabotage sollen unnachsichtlich geahndet
^rden. Es entspricht andererseits aber auch dem
^banken der Marktgemeinschaft und kamerad-
gastlichen Zusammenarbeit, wenn die Betriebs-
^iifer mehr um Aufklärung und hierdurch für das
Verständnis der Marktordnungsbestimmungen be
müht sind.
An die Adreffe der Futtermittelstellc richtet er
'e Bitte, die im Bezugsscheinsystem für Oelkuchen
verankerte freie Option der Verteiler zum Groß-
Mteiler möglichst auf sämtliche knappen Futter
mittel auszudehnen. Ausführlich kam Kugler dann
Mieder auf die berufsständische Ausbildung der
Mgen Landkaufleute zu sprechen. Er behandelte
Meiter die Frage der endgültigen Regelung der
Ņroduktenmärkte, die Neubearbeitung und Verbind-
gkeitserklärung der Einheitsbedingungen und
chlußschein, die Frage einer Genehmigungspflicht
i"r den Futter- und Düngemittelhandel, die Be
rücksichtigung der Warenbewegung im Lehrplan der
bäuerlichen Werkschulcn, nicht ausschließlich vom ge
nossenschaftlichen Standpunkt, die Berufsbereini-
şiung durch vorläufige Ehrenamtsausschüsse, die
Befriedung des Verhältnisses zwischen Landkauf-
Mann und Genossenschaften usw. usw. — Für den
weiter der Reichsfachschaft der
gesetz nicht verboten werden können, haben dem
Mehlhandel einen guten Kunden nach dem anderen
entführt. Zur Kostcnfrage beim Handel und bei den
Genossenschaften stellte der Redner fest, daß die
Genossenschaften billiger arbeiten könnten, weil sie
die Handelsfunktion nicht in jedem Falle ausüben.
So haben sich die Genossenschaften zunächst die gün
stigsten Absatzbezirke ausgesucht und haben damit
schon einen wesentlichen Kostenvorsprung vor dem
Händler, der auch die entlegensten Kunden belie
fern muß, damit die Versorgung in Ordnung geht.
Die Genossenschaften können auch an Personalaus
gaben durch ehrenamtliche Tätigkeit erhebliche Ein
sparungen machen usw. Der Redner stellte die
Frage, wie wohl die Mehlverteilung aussehen
würde, und ob die Genossenschaften auch dann noch
vorteilhafter arbeiten könnten, wenn eines Tages
der Mehlhandel gänzlich wegfallen würde!
Eine zweite Schwierigkeit sei dem Mehlhandel in
immer stärkerem Maße durch das Direktgeschäst
der Mühlen entstanden. Die seinerzeitige Mehl-
marktordnung, ebenso wie ihre Einschränkung durch
Aufhebung der Verbindlichkeit der Bäckerspanne,
können nur Zwischenlösungen sein, die im neuen
Jahre durch eine durchgreifende Ordnung ersetzt
werden sollen. Der Redner machte noch Vorschläge
für eine Ueberarbeitung des Mchlschlußscheines und
traf einen Ueberblick über die noch zu lösenden
Fragen der Mehlverteilung (Konzessionierungs-
pflicht, Ehrengerichte, Genossenschaften, Direktge
schäft der Mühlen, Mühlenhandel mit befriebsfrem-
dem Mehl, Beteiligung von Mühlen an Handels
firmen usw.). — Auf der Sondertagung der Fach
schaft der
Kartoffelverteiler
gab zunächst der Vorsitzende der Hauptvereinigung
einen Ueberblick über die Struktur der Kartoffel
wirtschaft. Der Kartoffelhandel habe seine Schul
digkeit getan, es sei nicht zuletzt den Leistungen des
Versandhandels zu verdanken, wenn ebenso die Er
zeuger wie auch dke Verbraucher mît der Kar
toffelbewegung zufrieden sein konnten.
Es muß hierbei auch gesagt werden, daß diese
Arbeit des Handels im Rahmen der Marktorb-
nungsbestimmungen oft nur unter grüßten Eigen
opfern möglich war. Es ist keine Frage mehr, ob
der Handel „gebraucht" wird oder nicht. Wollte
man die auf vielen einzelnen Existenzen beru
hende Vertcilungsordnung durch konzessionierte
Verteilung ersehen, so müßte darunter auch die
Bedarfsdeckungswirschaft leiden, weil nur die be
wegliche Vielheit der Einzelverteiler in der Lage
ist, den für die Aufrechterhaltung der lebendigen
Marktordnung nnentbchrlichcn Konnex zwischen Be
darf nnd Erzeugung zu halten. — Die Arbeit der
Reichsfachschaft der
Obst- und Gemüseverteiler
zielt auf eine natürliche Marktentwicklung hin. Der
Umfang der Handelsspannen sei bei landw. Er
zeugnissen durch den Erzeuger- und Verbraucher
schutz eng begrenzt. Ihre Verteilung auf die zur
Warenbewegung erforderlichen Wirtschaftsstufen ist
bei so verschiedenartigen Artikeln wie Obst und
Gemüse Aufgabe der zuständigen Fachschaft des
Reichsnährstandes. Preisbindungen sind bei land
wirtschaftlichen Erzeugnissen von leichter Verderb
lichkeit, die in ihrem Anfall von Saisonzeiten und
vom Wetter abhängen, nur in beschränktem Um
fange möglich. Die Spannenbildung und -Vertei
lung muß der Volksgesamtheit Rechnung tragen.
Die Haupttagung auf der Arbeitstagung der
Verteilersachschaften des Reichsnährstandes wurde
durch das Referat von Abteilungsleiter Willkomm
über die Aufgaben der Fachschaften eröffnet: Die
Fachschaften sollen zukünftig die Grundlage einer
bestimmten Pflichterfüllung auf dem Gebiet der
Warenbewegung bleiben. In der Vieh-, sowie in
der Getreide- und Futtermittelverteilung ist bereits
der Beweis erbracht, daß die Fachschaftsarbeit dann
von Nutzen für die Marktordnung ist, wenn die
einzelnen Fachschaftsleiter mitverantwortlich ge
macht werden durch Heranziehung zur praktischen
Mitarbeit, d. h. den Fachschaften müssen ganz be-
Zur EmtmÄlmg der Gütezeichen im Handwerk
^lehlverteiler
^8r der wesentlichste Störungsfaktor der Ordnung
ungleiche Start zwischen dem Handel und den
Genossenschaften. Die Rückvergütungen der Ge
nossenschaften, die diesen nach dem Genossenschafts-
Das erste Gütezeichen im Handwerk, das für
Polsterwaren, hat sich über Jahr und Tag einge
bürgert und gut bewährt. Jetzt werden durch die
neuen „Lieferbedingungen für Polster (Gütebedin-
gungen) RAR 439 B" die Anforderungen für die
Verwendung des Gütezeichens erweitert und ver
schärft. Die Gütebedingungen werden demnächst
bekanntgegeben. Der Reichsinnungsverband des
Tischlerhandwerks hatte vor etwa einem halben
Jahr einen Entwurf der Gütebedingungen für Er
zeugnisse des Tischlerhandwerks fertiggestellt. Auf
Grund längerer Verhandlungen sind die Fach
gruppen Möbelindustrie und Möbelhandel diesen
Gütebedingungcn beigetreten, die unter dem Titel
„Lieferbedingungen für Möbel und Innenausbau
aus Holz RAR 430 A" jetzt endgültig abgeschlossen
wurden. Die Veröffentlichung dieser Gütebeöin-
gungen ist in einigen Wochen zu erwarten. — Diese
beiden Güteabzeichen haben folgendes gemeinsam:
Die Gütebedingungen sind für Handwerk und In
dustrie die gleichen, nicht aber die Gütezeichen? für
Handwerksbetriebe werden die Gütezeichen geson
dert von den beiden Reichsinnungsverbänden
herausgegeben.
Weitere Gütezeichen werden im Handwerk vor
bereitet, so bei den Korbmachern und den Herren
schneidern. Ferner ist auch das Handwerk an einem
Gütezeichen für nahtlose, aus einem Stück ge
schmiedete Kupferkessel interessiert, für das der
Reichsverband deutscher Kupferkessel-Hersteller e.
V., Hannover, Gütevorschriften aufgestellt hat und
bas bereits beim Reichspatentamt angemeldet wor
den ist.
Beim Reichsausschuß für Lieferbedingungen sind
„Begriffsbestimmungen und Bezeichnungsvorschrif
ten für Silberporzellan, Metallporzellan nnd Por
zellan, keramisch versilbert (RAR 532 E)" geschaffen
worden. Es handelt sich um Porzellane, die mit
Metallen verbunden oder mit metallischen Uebcr-
zügen versehen sind.
Auf der Elcktro-Jnstallateur-Tagung
im Anschluß an den Reichshanöwerkertag in
Frankfurt a. M. erhielt Reichsinnungsmeister Ga
mer von dem vollzählig versammelten Beirat das
Vertrauensvotum. Er kündigte eine mehrtägige
Schulung der Veiratsmitglieder an, in der die
mannigfachen Probleme der Elektro-Handwerks-
zweige behandelt werden.
stimmte Ausgaben — nämlich die der selbstverant-
wortlichen Warcnverteilung — übertragen werden.
Wenn die Marktordnung wirklich erfolgreich
sein soll, dann können Anordnungen nicht diktato
risch durchgeführt werden, sondern jeder einzelne
davon Berührte muß von der Notwendigkeit der
Maßnahme persönlich überzeugt sein. ;
Notwendig ist die praktische Berussbcreinigung.
Jeder einzelne muß persönlich dafür einstehen, daß
er für die Anerkennung und die Ehre seines Be
rufes ein würdiges Beispiel gibt. Genau so wie sich
jeder Handwerker in seiner Innung als Familien
mitglied seiner Innung fühlt, jo soll auch dem
Nährstandsverteiler das gleiche Zugehörigkcits-
gefiihl gegeben werden.
Das Verhältnis Handel und Genossenschaften
muß zu einer Einmütigkeit beider Gruppen gestellt
werden. Die Fachschaftsleiter müssen darum besorgt
sein, daß dort, wo eine Genossenschaft die Waren
bewegung erfüllt, nur durch bessere Leistung ein
Wettbewerb entsteht, andererseits mutz aber auch
bei den Genossenschaften darauf hingewirkt werd«,,
daß im umgekehrten Falle unter allen Umständen
die neutrale Haltung gewahrt bleibt. — Ueber die
Ziele der Marktordnung
des Reichsnährstandes sprach ReichshauptabteilungS--
leiter III, Dr. Körte, und Ministerialdirektor Dr.
Moritz über die
Aufgaben der Reichsstelle»
in der Ernährung
Die Töpfer- nnd Osenfctzcr-Jnnnng in Hamburg
hat eine Dauerausstellung häuslicher Feuerstcllen
eröffnet, die der Heizungsfrage im Sicülungswesen
ganz neue Möglichkeiten eröffnet.
Nur das Reich und seine Stellen können nach
dem Status der handelsvertraglichen Bindungen
Träger der Einfuhr sein. Die monopolistische Rege
lung hilft zugleich, die jeder, wenn auch noch sü
kurzfristigen Zollbindung anhaftende Schwerfällig
keit zu überwinden und der Handelspolitik eine
den wechselnden Erfordernissen der Ernährungs
wirtschaft unentbehrliche Elastizität zu erhalten. Der
Redner erläuterte die praktische Arbeit der Reichs
stellen. Es gibt zwei Möglichkeiten ihres Einsatzes:
Die zentraleffektive Tätigkeit im An- und Ver
kauf und das System der Durchschleusung der
Auslandsware (Uebernahmeschein, Ausgleichs
beträge usw.). Nach den besonderen Verhältnissen,
in denen sich die deutsche Ernährungswirtschaft
gegenwärtig befindet, ist das System der Durch
schleusung der Auslandsware, d. h. nur zeitliche
und preisliche Steuerung bei der Bewegung über
die Grenze, nicht ausreichend. Darum findet z. B.
bei der Reichsgetreidestelle die Methode der zentral-
effektiven Tätigkeit umfangreichere Anwendung,
und zwar beim Ankauf im Ausland wie auch bei
der Weiterleitnng der Ware im Inland bis zum
Verbraucher. Der zentral-effektive Einkauf über
die Reichsstelle sichert die volkswirtschaftlich billigere
Beschaffungsmöglichkeit.
Die wichtigsten Aufgaben der Reichsstellen liegen'
auf dem Gebiet der Vorratswirtschaft. Man macht
den Neichsstellen mitunter den Vorwurf, baß sie
im Gegensatz zum freien Handelsverkehr nicht
immer den billigsten Weg für die von ihnen ge
steuerten Waren nehmen. Dabei muß jedoch berück
sichtigt werden, daß die besonderen Ausgaben der
Reichsstellen gerade z. B. auf dem Gebiet der Vor
ratswirtschaft und des Ausgleichs am Markt es ein
fach nicht immer gestatten, den kürzesten Weg zu
gehen. Die Notwendigkeit des Marktausgleiches
tritt oft gerade in solchen Gebieten auf, die, in
bezug auf Fracht, Kauf oder Verkauf und Einlage
rung so ungünstig liegen, daß der privatwirtschaft-
lichc Warenverkehr hier kostenmäßig den Ausgleich
nicht vornehmen kann. Preis- und versorgungs
politisch ist es notwendig, daß die Reichsstellen im
Besitze von Vorräten sind.
Wir bitten unsere Leser und Geschäftsfreunde
davon Kenntnis zu nehmen, daß unsere
Geschäftszeit eine Aenderung
erfährt. — Unsere Geschäftsstelle ist von
Montag, den 22. Juni 1936, an
morgens von 7.30 Uhr bis 1.30 Uhr
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Sonnabends durchgehend von morgens 7.30 Uhr bis
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herausklopfen —
haben Sie es schon versucht?
Nehmen Lie zum Beispiel ein Kopfkissen. Lie
würden überhaupt nicht auf den Gedanken kommen,
den Lchmuh herausklopfen zu wollen. Sie wissen,
das geht nicht. Kennen Lie auch die Ursache? Den
Wäscheschmutz könnten Äle stundenlang klopfen,
er würde trotzdem nicht gehen — weil er im Ge
webe festgeklebt ist. 2m Wäschcschmutz stechen
klebende Teile! Nehmen Äle daher Burnus. 2m
Burnus-Wasser schwimmen auch die klebenden
Teile des Ächmuhes am anderen Morgen als dicke,
dunkle Brühe. Mit dieser Brühe gießen Lie schon
so viel Wäscheschmuh fort, daß Lie zum Fcrtig-
waschen nur noch die Hälfte Leise oder Waschmittel
brauchen. Trotzdem ist die Wäsche blendend weiß,
Burnus wirkt ja bis auf den Grund. Große Dose
49 Pfg., überall zu haben.
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