Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

! Ctt kann. Das nach einem Brande errichtete 
iohige Gebäude mit der Durchfahrt, umgeben 
fetten Marschweiden, bietet allerdings in 
E'er heutigen Zeit dem Auge der Benutzer die- 
ler Wegestrecke ein Bild ländlicher Stille und 
Einsamkeit. In der Heimat- und Landes- 
lleschichte wird Hemminghörn schon viel früher 
als Thingstätte der Dreilande genannt, an der 
nis etwa 1625 der Staller mit den Ratmän- 
ņern und den 36 Landcsgcvollmüchtigten „das 
Landesthing" hielt. Ein Dokument aus jener 
Zeit, das sogenannte Rote Buch, in dem einige 
nn 15. und 16. Jahrhundert beschlossene Be 
gebungen niedergeschrieben sind, wird noch im 
Landschaftlichen Archiv zu Tönning auf 
bewahrt. Die Photokopie einer Urkunde aus 
bem Jahre 1005, die Aufschluß über eine im 
Beisein des Stallers Härmen Hvyer zu Hcm- 
mingyörn unter freiem Himmel beschlossenen 
Lanöesschatzung gibt, hat einen Ehrenplatz im 
Ģastzimmer des alten Kruges erhalten. Ueber 
den Ursprung der alten Gaststätte können die 
Kirchenbücher und die Schatzregister der Ge 
meinde Katharinenheerd Ausschluß geben. Für 
die Sippenforschung ist noch besonders erwäh 
nenswert, daß die Besitzer von 1686 ab eine 
şast lückenlose Familienreihe bilden. 
he. Tating, 19. Juni. Preisboßeln für Kna 
ben und Männer. Das vom Tatinger Boßel- 
nerein etwas verspätet durchgeführte Preis 
boßeln für Knaben und Männer fand noch 
oine gute Beteiligung und nahm einen gün 
stigen Verlauf. Die einzelnen Jahresklasseu 
erzielten folgende Ergebnisse: Knaben 9—12 
Jahre: 1. Otto Hostrup, 67 Meter,' 12—14 I.: 
st W. Theemann, 78,5 Meter,' über 14 I.: 1. 
Kurt Schröder, 88 Meter. Männer 16—20 I.: 
st Friedrich Reimers, 157 Meter,' 20—30 I.: 
st Walter Flor, 216,5 Meter,' 30—40 I.: 1. 
Claus Hartwig, 184 Meter,' 40—60 I.: 1. Wilh. 
Carstens, 181,6 Meter. In Anschluß an die 
Wettkämpfe fand in Abrahams Gasthof die 
Siegerverkündung und Preisverteilung durch 
den stellvertretenden Vereinsführer Hostrup 
statt. 
he. Garding, 19. Juni. Sommermarkt in 
Garding. Der zweitägige Sommermarkt be 
gann heute in Garding. Infolge der günstigen 
Witterung war der Besuch aus dem westlichen 
Ciderstedt sehr stark. Der Markt war auch 
etwas umfangreicher beschickt als in den 
letzten Jahren. 
Hz. Koldenbüttel, 19. Juni. Die NS.-Frauen 
schaft Koldenbüttel machte in zwei großen Au 
lobussen eine Fahrt nach der schönen Grenz 
stadt Flensburg und nach Glücksburg. Diese 
Gemeinschaftsfahrt wurde für alle Teilnehme 
rinnen zu einem schönen Erlebnis. In jedem 
Jahr macht die NS.-Frauenschaft Koldenbüt- 
lel eine Fahrt zum Kennenlernen der schönen 
Heimat. Das ganze Jahr hindurch wird dafür 
in der Reisekasse gesammelt. 1934 war das 
Ziel St. Peter, 1936 die Schleistadt Schleswig. 
So vermittelt die NS.-Frauenschaft allen 
Mitgliedern, die sonst zum großen Teil wenig 
Gelegenheit zum Kennenlernen der Heimat 
haben, deren Schönheiten. 
Am Ue&sŞdutaHd 
Tragödie tu der Tierwelt! 
um. Insel Sylt, 18. Juni. Ein allerliebstes 
Bild konnte man am frühen Morgen am Süd- 
strand vor Westerland beobachten. Ein Berg- 
entenpaar, das in den Dünen getreulich fünf 
Junge ausgebrütet hatte, führte die kleine 
muntere Gesellschaft zum ersten Male ins 
große Wasser, in die Nordsee hinein, und die 
Jungbrut schien mit Lust und Liebe das neue 
Element anzunehmen. Schon aber wurde die 
ser erste Ausflug zur Tragödie. Die kleinen 
Tierchen konnten mit der Brandung nicht so 
recht fertig werden, und im Nu hatten die 
herumlungernden Silbermöven diese günstige 
Gelegenheit erspäht. Ihr Gekreisch lockte im 
mer mehr Räuber heran, die sich nun auf die 
kleinen Bergenten stürzten. Alles Bemühen 
des Elternpaares war diesen starken und drei 
sten Mövcn gegenüber vergebens. Als die 
Strandwärter herbeieilten, hatten die Räuber 
schon vier kleine Tierchen fortgeschleppt, und 
nur das letzte konnte aus ihren Klauen geret 
tet werden. Das Elternpaar aber suchte noch 
lange an der Stätte der Tragödie nach den 
kleinen Jungen. 
In reichlich 3 Stunden 
von Berlin «ach Westerland. 
mo. Westerland, 18. Juni. Ab 20. Juni ist 
direkte Flugverbindung zwischen Berlin und 
unserm Nordseebad vorgesehen. Die Strecke 
Berlin-Kiel erhält nämlich unmittelbaren An 
schluß nach Wyk auf Föhr und Westerland. 
Mit den Zwischenlandungen dauert die ge 
samte Fahrt dann nur 3 Stunden und 25 Min. 
I/em fMüeimckm 
Heinrich Himmler kommt nach Flensburg. 
Flensburg, 18. Juni. Der zum Chef der 
deutschen Polizei ernannte Reichsführer SS. 
Heinrich Himmler wird am kommenden Sonn 
tag in Flensburg weilen, um an der Sonn 
wendfeier der hiesigen SS. teilzunehmen. Er 
wird selbst die Feuerrede halten. 
AU-H&cdöddcäi&ig. 
Ungesühntcr Mord. 
Hadcrslcbeu, 18. Juni. Im Oktober vorigen 
Jahres wurde an dem in Stenderup bei Ha- 
dersleben wohnenden Häusler Jonro Peifro 
ein Raubmord verübt. Nachdem bereits mehr 
als 600 Vernehmungen stattgefunden haben, 
hat die Polizei jetzt die Angelegenheit als un 
aufgeklärt zurückgestellt. 
Am DäUfttcmcken 
Tagung 
des Mergelverbandes Süderdithmarsche». 
Marne, 18. Juni. Der Mergelverband Sü- 
derdithmarschen hielt in Marne eine Tagung 
ab, die einen guten Besuch aufwies. Der 
Verbandsvorsteher gab bekannt, daß dem Mer 
gelverband jetzt folgende Gemeinden ange 
schlossen sind: Brunsbüttel, Eddelak, St. Mi- 
chaelisdonn, Barlt, Süöermeldorf-Marsch, 
Nordermeldorf, Süderwöhrden und Hemming- 
steüt. 
* * 
fp. Heide, 19. Juni. Elektrisches Plättcisen 
verursacht Zimmerbrand. Welcher Schaden 
entstehen kann, wenn ein elektrisches Plätt 
eisen die Nacht über nicht ausgeschaltet wird, 
beweist ein Vorfall im benachbarten Wester- 
dcichstrich. Bei dem Kaufmann Ehlers hatte 
das nicht ausgeschaltete Plätteisen nicht nur 
die Tischplatte total verbrannt, sondern eben 
falls waren ein seidener Lampenschirm und auf 
dem Tisch liegende Wäsche völlig verkohlt. 
Am Holstein 
Ausbildungslehrgang für Jungimker. 
Bad Segeberg, 18. Juni. In der Schleswig- 
Holsteinischen Jmkerschule wird zur Zeit ein 
Ausbildungslehrgang für Jungimker abgehal 
ten. Es sind aus dem ganzen Reich Teilnehmer 
zu dem Kursus erschienen, sowohl aus Ost 
preußen, dem Rheinland, der Pfalz, als auch 
aus Nordschleswig. Die Schule unter der Lei 
tung Direktors Fr. Th. Otto hat einen so 
guten Ruf im Reich, daß die Zahl der Schüler 
und Schülerinnen von Jahr zu Jahr größer 
wird. Am Sonntag kommt eine Vereiniguirg 
der Imker Jütlands aus Kolding nach hier, 
um die mustergültigen Anlagen der Schule zu 
besichtigen. Später kommt der Jmkerverein 
aus Apenrade, um einen Tag im Kreise schles 
wig-holsteinischer Imker zu verleben. 
Am dem ĢedcUtssaod 
Dr. Gleiß-Neumünster freigesprochen. 
x. Neumünster, 19. Juni. (Eigener Draht 
bericht). In über vierstündiger Verhandlung 
beschäftigte sich gestern die Große Kieler 
Strafkammer mit der Dr. Gleiß-Neumünster 
zur Last gelegten Untreuehanölung. Das Ver 
fahren läuft bereits über ein Jahr und wur 
de gestern zum fünften Male verhandelt, nach 
dem es bereits vor dem Reichsgericht gewesen 
war. Bekanntlich hatte Tr. Gleiß von einem 
von ihm verwalteten Nachlaßkonto 1000 MJl 
entnommen und dieses Geld für eigene Zwecke 
verwendet. Dieser Betrag wurde erst nach 14 
Tagen wieder einbezahlt. Die Große Straf 
kammer kam durch die Beweisaufnahme zu der 
Ueberzeugung, daß diese 1000 MJl eine Forde 
rung darstellen, die eine andere rechtliche 
Grundlage habe als die einer unerlaubten 
Handlung. Das Urteil lautete seinerzeit auf 
10 Monate Gefängnis, wogegen die Staats 
anwaltschaft Berufung eingelegt hatte. Das 
Gericht kam gestern zu der Ueberzeugung, daß 
Dr. Gleiß seinerzeit wegen der ihm zur Last 
gelegten Anschuldigungen in einer ganz be 
sonderen Stimmung gewesen sei und auch für 
diesen Betrag jederzeit gut gewesen sei, zumal 
er täglich bis 1000 JtJl von anderer Seite er 
warten mußte. Aus der Ueberzeugung heraus, 
daß dem Angeklagten eine subjektive strafbare 
Handlung nicht nachzuweisen sei, kam die 
Große Strafkammer zu einem Freispruch, wo 
mit der Gleiß-Prozeß seinen endgültigen Ab 
schluß gefunden haben dürfte. 
MeLfterprüfUNgen 
Die Meisterprüfung vor den Meisterprü- 
fungskommisstonen der Handwerkskammer zu 
Flensburg haben bestanden: 
1. die Bäcker: Hans Andersen, Schleswig, 
Gottorvstraße,' Theodor Schmidt, Schleswig; 
Christian Jensen, Südcrlügum, Carl Ebsen, 
Flensburg, Neustadt 60, Hermann Eschen, 
Arnis; Friedrich Jensen, Arnis. 
2. die Damenschneidcrinncn: Minna Jessen, 
Flensburg, Glücksburger Straße 78; Raphaela 
Lensch, Flensburg, Ballastbrücke 2; Frieda 
Boß, Flensburg, Burgstraße 37; Emma Han 
sen, Mehlby (Flensburg-Ld.j; Minna Mahnke, 
Schleswig, Lollfuß 20; Klara Brandt, Heide, 
Meldorfer Straße 100. 
3. die Friseure Karl Köster, Hcnnstedt i. D., 
Karl Adam, Meldorf, und Friseuse Anna 
Sommerfeld, Brunsbüttelkoog. 
4. die Herrenschneider Broder Christiansen, 
Westcr-Schnatcbütt, Jürgen Namanny, Lind 
holm. 
3. der Klempner Karl Strohmeyer, Flens 
burg, Kl. Sophieustr. 3. 
6. die Kraftfahrzeugreparateure Hermann 
Garbers, Remmels, Krs. Rendsburg, Fritz 
Hansen, Westerland a. Sylt, Ernst Thomsen, 
Stadum. 
7. die Schlachter Max Brix, Schleswig, Sü- 
derholmstraße 16, Henning Nickelscn, Husum, 
8. die Schlosser Willy Koch, Gettorf, Nanu 
Früchtenicht, Wyk a. Föhr, Otto Steffens, 
Büsum. 
MîêchļeîstuNgen airs beachtlicher Höhe 
Zum Wettbewerb in Frankfurt — „Die sieggewohnten Ostsriesen an der Spitze" 
Der Milchleistungswettbeiverb auf der Ausstellung 
i» Frankfurt, so schreibt Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. 
Hansen in den Mitteilungen für die Landwirtschaft, 
unterschied sich den früheren Jahren gegenüber 
dadurch, daß ein Wettbewerb für Tiere aus dem 
Deutschen Rinderleistungsbuch nicht ausgeschrieben 
war. Es kamen also lediglich Tiere aus Kontroll- 
Uereinen in Frage. Im Lause der 18 Jahre, in denen 
e 'tt solcher Wettbewerb stattgefunden hat, ist die 
Beteiligung an diesem immer größer geworden. In 
diesem Jahr waren 66 vH aller im Schauverzeich- 
uis aufgeführten Tiere zum Leistungswettbewerb 
Angemeldet, während bis dahin im Höchstfälle, und 
Kvar in Hamburg 1935, erst 49 vH beteiligt waren. 
Ņon den Nieöerungsschlägen traten 57 vH, von den 
Höheuschlägen sogar 75 vH aller angemeldeten 
'i-iere in den Wettbewerb ein. Aber die Züchter 
dieser Schlüge haben sich den Wettbewerb teilweise 
^vch leichter vorgestellt, als er tatsächlich ist. Das 
Gmmt ganz besonders in den Ahnenleistungen 
àm Ausdruck. 
Im allgemeinen standen die nachgewiesenen Lei 
tungen dnrchans ans beachtlicher Höhe und lagen 
t^im Nieöerungsvieh nicht viel tiefer als im Bor- 
^uhr. Von 100 Niederungskühen brachte keine we 
niger als 140 Kg. Fett. Zwischen 141 und 180 Kg. 
O'ett lagen 40 vH und über 225 5kg. 8 vH, während 
^Cse Zahlen für Hamburg 1935: 39 bzw. 18 vH 
Ausmachten. Die mittleren Erträge haben sich bem 
ach auf gleicher Höhe gehalten, während infolge 
A'r im allgemeinen ungünstigen Futterverhältnisse 
den hohen Erträgen ein Rückgang zu verzeich 
nen ist. 
Im ganzen haben sich 32 Verbände an dem Wett- 
^werb beteiligt. Davon züchten 13 Verbände 
«ietzerungs- und 19 Höhenvieh. An Niederungs- 
N'eh hatten zehn Verbände nur Schwarzbunte, 
^uei Verbände neben Schwarzbunten, welche die 
Mehrzahl ausmachten, auch Rotbunte und ein 
^rbanü nur Rotbunte angemeldet. Im ganzen 
unden 138 Schwarzbunten nur 28 Rotbunte 
^genüber. 
Die ostpreuhischc Herdbuch - Gesellschaft, Königs- 
, eï 8, hatte 24 Tiere zum Wettbewerb gestellt. Auf 
^se entfielen im ganzen 14 Preise und zwei.An- 
^kennungen; darunter fallen sechs 1. Klassenpreise, 
'in Ehrenpreis konnte wie im Vorjahr der Kuh 
"Akazie 317 018", Eigentümer Güterdirektion Palm- 
?Een, in Gestalt einer von der ostpreußischen Herd- 
^Nch-Gesellschaft gestifteten Bowlenkanne verliehen 
?Erdcn. Dazu kam noch als Ehren- und 1. Preis 
1 Ur eine Züchtcrvereins-Sammlung ein von der 
ben Gesellschaft gestifteter Preis, während eine 
e 0b Cre Züchtcrvereins-Sammlung einen 2. Preis 
^ielt. — Der Rindvieh-Zuchtverband Sachsen- 
Anhalt, Halle a. S., war mit 9 (10) Tieren vertre 
ten. Er konnte im ganzen acht Preise und eine 
Anerkennung verbuchen. Drei Tiere errangen je 
einen 1. Preis und als Zusatz zwei Ehrenpreise. 
Eine Züchtervereins-Sammlung — in Zukunft 
ZV-Sammlung genannt — errang noch einen wei 
teren 2. Preis. — Der Landesverband Oldenburgi- 
scher Rinderzüchter hatte mit 25 Rindern die stärkste 
Beschickung aufzuweisen; darunter befanden sich 
neun rotbunte Tiere. Der Verband errang im 
ganzen neben fünf Anerkennungen 13 Preise und 
unter diesen vier 1. Preise. Bemerkenswerterweise 
kommen zu den letzteren noch drei Ehrenpreise. 
Der Verband hatte außerdem noch zwei Sammlun 
gen angemeldet, von denen aber nur eine zur Stelle 
war. An diese wurde neben einem 1. Preis ein 
Ehrenpreis vergeben. Dieser Verband kann also 
mit seinen Erfolgen zufrieden sein. In einem noch 
höheren Grade trifft das zu für den Verein Ost- 
sriesischer Stammviehzüchter, Norden, der auf seine 
23 Tiere nicht weniger als neun 1. Preise, davon 
vier mit zusätzlichen Ehrenpreisen und außerdem 
fünf 2., vier 3., einen 4. Preis, zusammen also 
19 Preise und dazu drei Anerkennungen einheim 
sen konnte. Zivei weitere 1. Preise entfielen noch 
auf eine Einzelzüchter- und auf eine ZV-Samm- 
lung. Die beiden Ehrenpreise des Reichslandmirt- 
schaftsministeriums von je 300 JUt gingen nach 
Ostfriesland. Die sieggewohnten Ostsriesen haben 
demnach in Frankfurt außerordentlich große Er 
folge errungen. 
Gegenüber diesen beiden Verbänden hatten die 
übrigen Aussteller einen schweren Stand. Der 
Rheinische Verband für Tieflandrinderzucht, Köln, 
konnte unter seinen 18 Tieren auf eine Kuh einen 
1. und Ehrenpreis verbuchen. Außerdem entfielen 
auf diesen Verband noch ein weiterer 1., je zwei 3. 
und 4. Preise sowie zwei Anerkennungen. Auch 
eine schwarzbunte Sammlung wurde mit einem 
2. und eine rotbunte mit einer Anerkennung aus 
gezeichnet. 
Die zehn Tiere des Lüneburger Herdbuchs erziel 
ten je einen 1., 2., 3. und 4. Preis sowie zwei An 
erkennungen. Ein weiterer 3. Preis entfiel auf 
eine Sammlung. Das Westsälische Herdbuch für 
die Zucht des schwarzw. Tieflandrindes, Herford, 
brachte es nur aus zwei 4. Preise und zwei Aner 
kennungen. Auf die zwei Tiere der Herdbuch-Ge 
sellschaft Südhannovcr, Northeim, entfiel je ein 
1. und 4. Preis. Die Osnabrücker Herdbuch-Gesell- 
Dre neuen gleitenden StiÄftoffpreise 
Düngemittel Juli Aug. LkpiMkt. fbo. yei. Jo«. ftlrr./Jnni 
Schwefelsaur. Ammoniak ........... 0,586 0,605 0,625 0,635 0,645 0,665 0,685 
Kalkammoniak (gekörnt) 0,585 0,605 0,625 0,635 0,645 0,665 0,685 
Ammonsulfatsalpeter (Leuna-Montani...... 0,63 0,65 0,67 0,68 0,69 0,71 0,73 
Kalkammonsalpeter 0,67 0,69 0,71 0,72 0,73 0,75 0,77 
Kalkammonsalpeter* (mit etwa 30 vH Kali) . . . 0,67 0,69 0,71 0,72 0,73 0,75 0,77 
Kalksalpeter IG. (einschl. 75-Kg.-Spezialpapiersack) . 0,86 0,87 0,89 0,90 0,91 0,93 0,95 
Natronsalpeter 0,90 0,92 0,94 0,95 0,96 0,98 1,00 
Kalkstickstoff (gemahlen), geölt u. ungeölt) em,chl. 0,62 0,64 0,66 0,67 0,68 0,70 0,72 
Perlkalkstickstoff 7fl™-7Skg, 0,67 0,69 0,71 0,72 0,73 0,75 0,77 
Kalkstickstoff (gekörnt) J P°şi-Ģck g,64 0,66 0,68 0,69 0,70 0,72 0,74 
Nitrophoska IG. A (kalkhaltig), Preis für 100 Kilo 17,48 17,70 17,92 18,14 18,36 18,60 18.84 
Stickstoffkalkphosphat IG., Preis für 100 Kilo. . . 15,68 15,93 16,18 16,43 16,68 16,93 17.20 
* Der Kaligehalt im Kaliammonsalpeter wird mit dem jeweils vom Stickstoff-Syndikat GmbH, fest 
gesetzten Preis berechnet. 
In Verfolg des zwischen dem Reichsnährstand maß der Senkung ist bei den einzelnen Dünge 
mitteln nicht das gleiche. Es ist am größten bet den 
Salpeter- und Ammoniaksalpetersorten; bei diesen 
Erzeugnissen werden zwischen den Anfangs- und 
Endpreisen (Juli bzw. Februar) außerdem die 
bisher verhältnismäßig engen Spannen an die 
Preisspannen bei anderen Düngemitteln angegli 
chen werden. Hierdurch soll die im Rahmen der 
Erzeugungsschlacht besonders wichtige Düngung 
des Grünlandes und der Zwischenfrüchte, für welche 
die salpeterhaltigen Düngemittel in erster Linie in 
Frage kommen, erleichtert werden. 
Im Preise der Kalkstickstoffsorten ist in Zukunft 
der Preis für den gewöhnlichen 75-Kg.-Papiersack 
enthalten. 
des zwischen dem Reichsnährstand 
und dem Stickstoff-Syndikat im Februar 1935 ab 
geschlossenen Vertrages haben jüngst Verhandlun 
gen über die Stickstoffpreise stattgefunden; sie haben 
zu einem neuen Abkommen zwischen Reichsnähr 
stand und Stickstoff-Syndikat mit Gültigkeit bis zum 
M. Juni 1940 geführt, das die Reichsregierung ge 
billigt hat. Die Stickstoffpreise werden sich in Zu 
kunft nach der jeweiligen Höhe des Jnlandabsatzes 
des Stickstoff-Syndikats im vorhergegangenen 
Düngejahr richten. 
Entsprechend der im Dttngejahr 1935-36 erzielten 
Absatzsteigerung werden im kommenden Dünge 
jahr «1. Juli 1936 bis 80. Juni 1937) die Preise 
für Stiststoffdüngemittel gesenkt werden. Das Ans 
schaft konnte auf fünf Tiere genau die gleichen 
Auszeichnungen verbuchen. Dagegen konnten den 
neun Tieren des Westfälischen Stammbuchs der 
Rotbuntzüchter, Münster, neben drei Anerkennun 
gen nur zwei 3. und ein, 4. Preis zugesprochen 
werden. 
Wenn man nun zum Schluß auf die inzwischen 
veranstalteten 13 Leistungswcttbcwcrve Rückschau 
hält, so läßt sich erfreulicherweise ein sehr grober 
Fortschritt sestellen. Am ersten Lcistungswettbewerb 
in Hamburg 1924 nahmen von 503 ausgestellten 
Rindern nur 75 Tiere <15 vH) teil, während in 
Frankfurt 1936 von 558 Rindern 369 (66 vH) be 
teiligt waren. Aber auch die Leistungen weisen 
einen großen Fortschritt auf. In Hamburg blieben 
noch 34 vH aller im Wettbewerb stehenden Niede 
rungsrinder unter 140 Kg., während in Frankfurt 
solche Tiere überhaupt nicht vertreten waren. Um 
gekehrt brachten in Hamburg nur 8 vH der Kühe 
über 200 Kg. Fett, in Frankfurt dagegen 19 vH. 
Noch größer ist der Fortschritt beim Höhenvieh. In 
Stuttgart 1925 kamen 78 vH der im Wettbewerb 
stehenden Kühe nicht über 120 Kg. Fett, in Erfurt 
1933 betrug dieser Anteil nur 7 und in Frankfurt 
1936 9 vH. Andererseits kam in Stuttgart keine 
Höhekuh über 160 Kg. Fett hinaus, während in 
Frankfurt 1936 32 vH der Kühe diese Grenze über 
schritten hatten. Wenn nun in den nächsten Jahren 
die Pflichtkontrolle allgemein durchgeführt sein 
wird, so daß anstatt eines Achtels die Hälfte oder 
gar drei Viertel aller Kühe unter Kontrolle stehen, 
so dürfte der Zeitpunkt nicht fern sein, an dem der 
Bedarf unseres Volkes an Milch und Molkerei 
erzeugnissen im eigenen Lande gedeckt werden kann. 
Für die Kapitalhcrabsetzung 
in erleichterter Form 
werden die Fristen, bis zu deren Ablauf die Kapi 
talhcrabsetzung beschlossen werden kann, bis zum 
30. 6. 1937 verlängert. 
Eine Anordnung des Reichswirtschaftsministers 
vom 2. Juni 1936 schließt folgende Textilwaren vom 
Sommerschlußverkauf 1938 aus: glatte (ungemu 
sterte) weiße Wäschestoffe jeder Art einschließlich 
Rohnessel, Inletts, Handtücher einschließlich Kü 
chenhandtücher (zugelassen sind aber Frottiertücher), 
Küchengeschirrtücher, Erstlingswäsche, glatte (unge 
musterte) ungarnierte Bettiväsche (auch wenn mit 
garnierter zu einer Garnitur zusammengestellt), 
Bettfedern, Kapok und sonstiges Bettenfüllmaterial, 
Matratzen, Matratzenschoner, Reformbetten, Bett 
stellen, blaue Mützen, schwarze steife und weiche 
Herrenhüte, Berufskleidung (ausgenommen Li 
vreen und Chauffeuranzüge), Pelze und pelzge 
fütterte Mäntel, Teppiche, Brücken mit Verbin 
dungsstücken jeder Art (zugelassen aber Läufer und 
Vorlagen), Fahnen und Fahnenstoffe, Herrenschirme 
und -stocke, glatte schwarze Damenschirme. Kiuder- 
schirme, Gartenschirme.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.