Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer WrLschafèsdieņst 
Zn eigenen Worten 
Gleitenden SLrrLstoffpreis 
als Dauerlssung 
Dem Bauern werden heute die neuen Stickstoff 
preise bekanntgegeben. Sie liegen auf vier Jahre, 
bis zum 30. Juni 1940, fest und steigen von Juli, 
dem Beginn des landwirtschaftlichen Wirtschafts 
jahres, langsam an. Vom September zum Oktober 
bleibt der Preis unverändert, desgleichen vom 
Februar an bis zum Juni, dem Schluß des Wirt 
schaftsjahres. Wir kommen in Ergänzung neben 
stehender Ausführungen auf das Ausmaß der 
Preissenkung noch zurück, rekapitulieren zuvor aber 
kurz den Gang der Ereignisse im Verlauf der bei 
den letzten Jahre. 
Der leitende Gesichtspunkt des Reichsnährstandes 
bei Beginn der Verhandlungen mit der Gesamtheit 
der Düngemittelindustrie ivar folgender: Bei fe 
sten, durch die Marktordnung geschaffenen Agrar 
preisen wird die Kaufkraft des Arbeitslohnes ver- 
stetigt: somit hat die Industrie klare Vorstellungen 
über die Höhe dieses Ausgabenteiles. Erhält sie 
dazu vom Reichsnährstand greifbare Zahlen über 
die aus der Landwirtschaft zu erwartende Absatz 
menge, dann steht einer stetigen Preiskalkulation 
auf Basis gebührender Berücksichtigung etwaigen 
Mehrabsatzes getreu dem Kostengesetz nichts mehr 
im Wege. 
Die deutsche Kaliindustrie hat sich, lobt Dr. Reichle 
in der NS-Landpost vom 8. 2. 1935, diesen „Argu 
menten zugänglich gezeigt und eine Preissenkung 
von 11—36 vH vorgenommen". „Auch die Thomas 
mehlpreise wurden um IN vH, die für Superphos 
phat um etwa 5 vH und für Rhenaniaphosphat um 
3—6 vH zurückgesetzt, und zivar zu Beginn des 
Düngejahres 1934-35. 
Mit der Stickstofsindustrie im Jahre 1983 ge 
pflegte Verhandlungen zeitigten bereits eine sieben 
prozentige Preissenkung, damals unter der Be 
dingung, daß die „wenigen Stickstofsaußensciter 
zum Zwangsbeitritt in das Syndikat" veranlaßt 
würden, woraus Reischle folgert, „daß die Preis 
senkung iveniger zu Lasten der syndizierten Firmen 
als letzten Endes der Außenseiter ging." 
Diese Aufastung und jene, daß eine siebenpro 
zentige Preissenkung dem Nährstand zu gering er 
schien, war Anlaß zu weiteren Verhandlungen zu 
Beginn des Jahres 1935 im Beisein des Preis 
überwachungskommissars Dr. Goerdeler. Das Er 
gebnis des am 31. 1. 1935 unterzeichneten Abkom 
mens war ein erneuter, im Kommunique als 
Sonderabschlag bezeichneter Preisnachlaß in Höhe 
von 5 Pfg. für Stickstoffdünger und 3 Psg. für 
Kalkstickstoff je Kg. Reinstickstoff, was einer mittle 
ren Ermäßigung von 7 vH gleichkommt. Ausdrück 
lich wurde aber hervorgehoben, daß dieser für den 
Rest des Wirtschaftsjahres gewährte Preisnachlaß 
für die Folgezeit nur dann gültig sein könne, wenn 
eine „wesentliche Absatzsteigerung" in Stickstoff 
düngemitteln erreicht wird. 
Berliner Schlachtviehmarkt 
Berlin 19 Juni lVordericht» «Ohne Gewähr 
Mitgeteilt von der Reichsviebwertunasaeiellilbaft. 
Es wurde gezahlt kür 59 Kg, Lebendgewicht: 
Preise: Austrieb: Verlauf: 
Rinder 20-44 887 glatt 
Kälber 37-67 1640 ruhig 
Schake 23 — 50 5826 ruhig 
Schweine 11985 glatt 
Klaile A Me F 48’4 — 54^ Sauen 50*4 — 53 u 2 
Hamburger Schweinemarkt 
Altona, den 19 Juni 1933 
Marktdöchstvreiie 
-I 55, b 1 54, b 2 53, c 51, d 49, gl 52 54, g2 49-50 
Landböchilvreise für Schleswig-Holstein 
a 51, bl 50, b2 48, c 46, d 43, g 1 48 , g 2 44 
50 ks Lbdaew Auftrieb 4637+ — Beobachtungstiere 
«Obne Mpsyäbr' ^tmi-teilt 
Deutsche Schlachtviehmärkte 
Kammernotierung Berlin am Markttage. ^ Preise 
für */2 kg Lebendgewicht in fftfif (Ohne Gewähr 
18 Juni 1936 
1. Kälber ... 
2. „ 
1. Schafe.... 
2. 
1 Schweine . 
2. 
3. 
1 Sauen ... 
Au strich 
Kälber 
Schate 
Schweine ... 
Kälber 
Schafe 
Schweine . . . 
61—tö 
54- 60 
40-43 
34-37 
57 
55— 56 
53 
und Ha 
684 
74 
1157 
schlepp. 
mittel 
zugeteilt 
66-/2 
60—65 
56 
54—15 
52 
52-55 
ndel au I 
551 
25o 
1826 
langsam 
langsam 
zugeteilt 
66—/0 
58—65 
56'/2 
551/2 
521/2 
52—54 
63-68 
52-62 
56 
54 — 55 
52 
52—55 
186 
1254 
schlepp. 
zugeteilt 
411 
193 
863 
langsam 
belanglos 
verteilt 
Hamburger Rinder- und Şchasmarkt vom 18. Juni 
Zahlen- und qualitätsmäßig Rinderzutrieb grö 
ßer, 496 Rinder plus 12 Beobachtungstiere. Anteil 
mäßig zugeteilt. — 1604 Schafe plus 11 Beobach- 
tungStiere. Trotzdem Schafsleischabsatz in der ver 
gangenen Woche gut, führte der hohe Auftrieb zu 
sammen mit dem warmen Wetter zu einem nur ru 
higen Geschäft. Preise auf der ganzen Linie nach 
gebend. Markt frühzeitig geräumt. 
Wandsbeker Ferkelmarkt vom 18. Juni 
120 Ferkel und einige Schaflämmer Handel nicht 
gerade şlott, geräumt. Nach Schaflämmern regere 
Nachfrage, so daß restlos abgesetzt. Preise unver 
ändert: 4—6wöchige Ferkel 16—18 MJl, 6—8wöchige 
18—22 MM, 8—IOwöchige 22—26 MM, 10—12wöchige 
26—30 MM, Schaslämmer 18, 20 und 22 MM, 
Ueber das zahlenmäßige Ausmaß dieser Absatz 
steigerung ist nicht bekannt geworden, doch gewann 
die Vermutung ständig größeren Raum, daß man 
seitens des Reichsnährstandes als Richtzahl minde 
stens an den in 1928-29 erreichten Höchststand der 
Nachkriegszeit von 432 400 To. gedacht habe, was 
bei einem Absatz von 382 700 To. Reinstickstosf in 
1933-34 (1932-33: 351000 To.) aus eine erwartete 
Abnahmesteigerung von 12—13 vH hinauslief. Diese 
Abnahmesteigerung — wir lassen die Vermutun 
gen, daß man noch größere Steigernngsbeträge 
vereinbart habe, außer acht — ist nicht erreicht wor 
den, sie belief sich auf rd. 10 vH (= 420 000 To. N). 
Damit entstand das Problem des zukünftige» 
Preisstandes. Der Reichsnährstand fußte auf der 
immerhin beachtlichen lOprozentigen Absatzsteige 
rung, die Industrie konnte auf ihr durch die Sen 
kung dargebrachtes Opfer von 10 Mill. MJl ver 
weisen, auf die ständig gefallenen Preise sowie auf 
die durch die Exportlage erschwerten Verhältnisse. 
Vergegenwärtigen wir uns diese Sachlage: Der 
Durchschnittspreis je 100 Kg. N war von 1124 MM 
in 1924 (= 1924-25) auf 944 MM in 1928, auf 788 
MM in 1932 und 749 MM in 1933 gesunken. Das 
bewirkte eine Abnahme des Absatzwertes der an 
die Landwirtschat gelieferten Düngemittel von 
374 Mill. MM in 1924 (bei 342 000 To. verkauften 
Wann Krankheit — rsarm ArrfM? 
Wer trägt die Kosten, Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften? 
Im „Reichsanzeiger" erscheint eine Verordnung 
über die Regelung der Beziehungen zwischen den 
Trägern der Krankenversicherung und der Unfall 
versicherung. Durch diese Verordnung werden Be 
stimmungen der Reichsversicherungsorönung abge 
ändert: an ihre Stelle treten folgende neue Vor 
schriften: 
Die Krankenkasse hat jede mit Arbeitsunfähigkeit 
verbundene Krankheit eines gegen Unfall Ver 
sicherten der Berufsgenossenschaft unverzüglich an 
zuzeigen, sobald anzunehmen ist, daß die Krank 
heit Folge eines Betriebsunfalles ist. Bei Wieder- 
erkrankung ist die Anzeige auch dann zu erstatten, 
wenn die Krankheit Arbeitsunfähigkeit nicht zur 
Folge hat. 
Nach der Verordnung hat die Krankenkaffe die 
Aufwendungen sür Heilverfahren und wiederkeh 
rende Geldleistungen an den Verletzten während 
der ersten 45 Tage nach dem Unfall zu tragen, so 
weit sie nicht über das hinausgehen, was die Kran 
kenkasse ans Grund der Krankenversicherung zu 
leisten hat. 
Im übrigen fallen die Auswendungen der Be 
rufsgenoffenschaft zur Last. Hat die Verufsgen. Auf 
wendungen für die Krankenbehanölung eines 
Verletzten während der ersten 45 Tage nach dem 
Unfall gemacht, so trägt die Berufsgen. diese Auf 
wendungen selbst, wenn bis zum Verlauf dieser 
Frist Arbeitsunfähigkeit infolge des Unfalles nicht 
eingetreten ist. Hat jedoch die Berufsgen. Aufwen 
dungen für das Heilverfahren oder für wieder 
kehrende Geldleistungen gemacht und stellt sich 
nachträglich heraus, daß die Krankheit nicht die 
Folge eines Betriebsunfalles war, so hat die 
Krankenkasse die Aufwendungen zu ersetzen, soweit 
sie nicht über das hinausgehen, was die Kranken 
kasse auf Grund der Krankenversicherung zu leisten 
hat. 
Zu beachten ist, daß die Vorschriften dieser Ver 
ordnung auch dann gelten, wenn sich der Unfall 
vor ihrem Inkrafttreten ereignet hat und die Er- 
satzanspriiche noch nicht durch Zahlung, Verrech 
nung, Anerkenntnis oder rechtskräftige Entschei 
dung verfügt sind. 
Die Wechselproteste im April 
Facharbeiter knapp 
Im April 1986 sind 56 888 Wechsel zu Protest 
gegangen mit einem Gesamtbetrag von rund 7,2 
Mill. MJl. Auf den Arbeitstag (im März 26, im 
April 23 Arbeitstage) entfielen im April 2473 
Protestwechsel niit einem Betrag von 314 000 MM- 
gegenüber 1942 Wechseln mit 240 000 MJl im März 
1936. Der Durchschnittsbetrag je Protestwechsel ist 
im April mit 127 MJl etwas größer als im März 
(123 MJl); auch der Anteil des Gesamtbetrages, 
der im Berichtsmonat von der Statistik erfaßten 
Protestwechsel am Gesamtbeträge der drei Monate 
vorher überhaupt gezogenen Wechsel (Protest 
quote) ist mit 1,09 vT etwas höher als im Vor 
monat (0,95 vT). Im April des Vorjahres betrug 
die Protestquote ebenfalls 1,09 vT. 
UnêoftenZuschlag 
für Borerftkäufe im April 
In einer Beiratssitzung der Einzelhandelsver 
tretung der Industrie- und Handelskammer zu 
Essen berichtete Dr. Hövische, daß in den letzten 
Jahren die Kreditgewährung im Einzelhandel, ins 
besondere die Jnansvruchnahme des offenen Bucht 
kreditö, stark zugenommen habe. Demgegenüber 
sei die Forderung zu erheben, daß der Verkauf im 
Einzelhandel sich grundsätzlich gegen Barzahlung 
vollziehe. Der Kreditverkauf müsse auf wichtige 
größere Anschaffungen beschränkt werden. Da die 
Einräumung eines Kredites eine zusätzliche Lei 
stung des Einzelhändlers darstelle, deren Gewäh 
rung für diesen auch mit zusätzlichen Kosten ver 
bunden sei, müßten diese Kosten dem Käufer in der 
Form eines Kreditzuschlages in -Rechnung gestellt 
werden. Als Mindestzuschlag bezeichnet der Redner 
einen Betrag von 1 vH des Restkaufgeldes sür 
jeden Monat als angemessen. — Ueber die Finan 
zierung von Kundenkredit-Gesellschaften hat die 
Kammer Grundsätze entworfen, die nach eingehen 
der Aussprache trotz einzelner Meinungsverschie 
denheiten vom Beirat gebilligt wurden. 
Fran liliirl/X 
Leipzig 
Siuilgari 
Dresden 
Handel «d Wandel 
Hamburger Butter-Wochenbericht vom 18. Juni 
Während die Vutterproduktion ihren Höchststand 
erreicht oder meistens schon überschritten hat, macht 
sich jetzt bei den sommerlichen Temperaturen allge 
mein auch ein stärkerer Frischmilchverbrauch bemerk 
bar, so daß die recht annehmbaren Lieferungen der 
Milchmeiereien mehr oder weniger ganz aufhören. 
Einstweilen bleiben die regulären Anlieferungen 
der Meiereien noch befriedigend und auch die Quali 
täten fallen überwiegend gut ans, so daß die Ein 
lagerungen fortgesetzt werden können. Allerdings 
macht sich besonders für Markenbutter eine gewisse 
Knappheit bemerkbar. — An den ausländischen 
Märkten trat der erwartete Stillstand bzw. Rück- 
schlag ein. Die reichlich überspannten Preise muß 
ten den Konsum in England einschränken. Nachdem 
in der Vorwoche noch 100 Schilling fob Dänemark 
glatt beivilligt wurden, mußte in dieser Woche bis 
auf 92 Schilling heruntergegangen werden. Später 
konnte man wieder 94 Schilling erreichen, und es 
scheint, daß die Abschwächung am internationalen 
Markt nur eine vorübergehende ist, da auch heute 
nirgends Vorräte vorhanden sind und die Pro 
duktion jetzt fühlbar zurückgeht. Die heutige Kopen- 
hagener Notierung wurde den bezahlten Preisen 
gemäß um 10 Kr. auf 197 Kr. ermäßigt. Für die 
deutschen Importeure wurde außerdem eine staat 
liche Abgabe von 10 Kr. festgesetzt. — Da inzwischen 
der Uebernahmepreis für die zweite Hälfte Juni 
auf 65 MJl per 1000 Kilo ermäßigt ist, haben die 
Einstandspreise trotz des höher liegenden Kurses 
wieder eine annehmbare Höhe erreicht. Die weitere 
Entwicklung ivird nicht ungünstig beurteilt. Es 
würde deshalb keine Ueberraschung bedeuten, wenn 
die Preise in kurzer Zeit wieder steigen. 
Die GV der Spar- und Darlchnskasie Gnus; 
tagte unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden 
Mehrens am 18. Juni. Der Gesamtumsatz stellt sich 
auf 1,6 Mill. MJl, gegen 1935 ein Plus von rd. 
250 0000 MJl. Der Kasse ist eine Warenbezugs 
genossenschaft angeschlossen, die ebenfalls eine we 
sentliche Steigerung der Umsätze nachweist. Der 
Schulsparkasse sind von 116 Schulkindern 105 Sparer 
angeschlossen, die in einem Jahr etiva 1000 MJl 
erspart haben. Der Bors. des Aufsichtsrates, H. 
Mehrens, wurde wiedergewählt. Vom erzielten 
Reingewinn wurden der Schule 10 MJl zur Be 
schaffung von Lehrmitteln überwiesen. 
ZeMMMcklMki 
fest MmU Schleswig-Holstein 
am Donnerstag, dem 18. Juni 1936 
in der städtilchcn Vtehmarkthalle zu Rendsburg 
Die Zufuhr zum heutigen Markt betrug 527 Stück 
gegen 533 Stück in der Vorwoche, mithin eine Min 
derzufuhr von 6 Stück. Es wurden gezahlt für 
schwere Ware (20—25 Kg.) 0,65—0,68 MM 
mittelschwere Ware (15—20 Kg.) 0,68—0,73 MM 
leichte Ware (IW—15 Kg.) 0,78—0,77 MJl 
sür 'A Kg. Lebendgewicht. Für allerbeste Ferkel 
wurde auch über Notiz, für abfallende Ware auch 
unter Notiz bezahlt. Jungschweine (über 25 5kg.) 
waren nur wenige am Markt. 
Zum heutigen Zentralferkelmarkt war die Zufuhr 
ähnlich der der Vorwoche. Der Handel war gut, 
der Markt wurde geräumt. 
Ausgeführt wurden, soweit wir feststellen konn 
ten, größere und kleinere Partien nach Wester- 
rönfeld, Schülp/R., Hohenwesteöt, Reher, Neumün 
ster, Bad Segeberg, Plön, Lübeck, Ulzburg, Krem 
perheide, Meldorf Dellbrück. 
Fette Schweine waren nicht am Markt. Für ge 
lieferte fette Schweine werden 43—51 Pfg. für 
'A Kg. Lebendgewicht gezahlt. 
Die Zahl der dem Külbcrmarkt zugeführten 
Tiere betrug 11 Stück gegen 9 Stück in der Vor 
woche. Es wurden gezahlt für nüchterne Kälber 
25—30 Pfg., für Fresser 30 -85 Pfg., für ältere 
Kälber vis 50 Pfg. das A Kg. Lebendgewicht. 
Der MKrkLLeoblrchter 
Hamburger Getreidemarkt unverändert. Die An 
lieferungen an Brotgetreide keinerlei Zunahme, 
keine Abschlüsse in Roggen. In Mahlweizen beweg 
ten sich die Verkäufe nur in kleinstem Rahmen. 
Die bisherige große Aufnahmeneigung der Mühlen 
bestand auch weiterhin. Eine Erleichterung dürfte 
den Mühlen dadurch gegeben sein, daß die Pflicht 
einlagerungsmenge für inländischen Roggen vor 
läufig die Hälfte des Monatskontingentes betra 
gen kann. — Geschäft am Fnttergetreidemarkt eben 
falls ruhig. Seitens der Käuferschaft, die im allg. 
gut versorgt ist, bestand keine bes. Kaufneigung für 
Futterhafer. Für Futtergerste zeigte sich zwar eine 
etwas größere Kauflust, die sich allerdings nur in 
einem verhältnismäßig kleinen Rahmen hielt. — 
Lage am Futtermittelmarkt ruhig. Im Transitver 
kehr Markt weiterhin fest. Die Preise für Kar 
tosselslocken zogen um etwa 6 Psg. an, während 
Futterzucker unverändert lag. Preise für vorjähri 
ges Heu gaben nach, da zum ersten Mal Heu neuer 
Ernte aus dem Markt war. — Lage am Eiermarkt 
nicht wesentlich verändert. Nach wie vor können 
die Kaufwünsche des Eiergroßhandels nur zu einem 
Teil befriedigt tverden. Die Menge der aus Schles 
wig-Holstein, Hannover und Oldenburg angeliefer 
ten Eier ist ungefähr dieselbe wie in der Vorwoche. 
Auch die Einfuhrkontingente sind auf der gleichen 
Höhe geblieben. 
N) auf 408 Mill. MM in 1928, 277 Mill, in 1932 uiU 
287 Mill. MJl in 1938. Im einzelnen fielen die 
Preise sür Ammonsulsat (Kalksalpeter in Klam 
mern) von 111 Pfg. (120 Pfg.) in 1935 ans 93 Psg- 
(113) in 1928, 76 Pfg. (99) in 1932, 71 Pfg (99) >« 
1933 und 66 Psg. (94) in 1934. Schwefels. Ammoniak 
kostete 1913 132 Psg. je Kg. N, 1928: 95 Pfg., Chile 
salpeter 1913 137 Pfg., Natronsalpeter 1928 rd. 11° 
Pfennig. 
Wir erwähnten die schwierige Exportlage. 1928-29 
gingen zwei Fünftel des Gesamtabsatzes ins Aus 
land zum Preis von 97 Pfg. je Kg. Reinstickstoff, 
1934 nur reichlich ein Fünftel zu einem zerrütten 
den Preis von 33 Pfg. Der durchschnittliche Ex- 
porterlö. betrug 1934 für schwefelst Ammoniak 27,9 
Pfg. je Kg. N gegen 66 Psg. im Inland, für Na 
tronsalpeter 45,9 Pfg. gegen 99 Pfg. 
Verbrauchs- und Erlösrückgang mit den Folge 
wirkungen einer nur 40—50prvzentigen Kapazi 
tätsausnutzung schufen eine im Nahmen der Stick 
stoffdüngemittelindustrie bis dahin wohl ungewohnt 
schwierige Rentabilitätslage mit unterschiedlicher 
Tiefen- und Breitenlage. 
Bei den bayrischen Kalkstickstoffwerken steht für 
1982 40 Psg. reinen Produktionskosten je Kg. N 
ein Verkaufspreis von 71,5 Pfg. gegenüber, bei der 
IG Farben dürfte bei nur 30—40prozentiger Ka 
pazitätsausnutzung der Durchschnittserlös um 
10 Pfg. niedriger liegen als der Jnlandserlös, be 
wirkt durch den niedrigen Exportpreis. 
Wie im einzelnen die Rentabilitätslage auch sein 
mag, sie ist jedenfalls derartig, daß man seitens des 
Reichsnährstandes an den erschwerenden Umständen 
nicht herum konnte. So sind denn in „unmittel 
baren, sehr freundschaftlichen Verhandlungen unter 
wohlwollender Assistenz des Reichsernährungs- u. 
Reichswirtschaftsministeriums" die nunmehrigen 
gleitenden Stickstosfpreise als Dauerlösung zustan 
de kommen. 
Zum Vergleich über das Ausmaß der Preis 
senkung seien kurz einige Zahlen angeführt. 
Schwefels. Ammoniak kostete Ende 1933: 67 Pfg., 
34: 66 Pfg., 35: 67 Pfg., Ammonsulfatsalp. Ende 33: 
73,6 Psg., 84: 72,5 Pfg., 35: 73,5 Psg., Kalkammon 
salpeter Ende 1933: 93 Pfg., 34: 92 Pfg., 35: 93 Psg., 
Natronsalp. Ende 1983: 107 Pfg., 84: 98 Pfg., 35: 
102 Pfg. Die gleichen 4 angeführten Düngemittel 
kosteten 1936 (in Pfg): 
Januar Februar März bis Mai 
69 71 71 
75,5 77,5 77,5 
95 97 99 
103 103 104 
Einen Ueberschlag über die insgesamt erfolgte 
Preisermäßigung zu machen hält schwer. Aber man 
darf sich wohl dahin aussprechen, daß die Preis 
ermäßigung an die im Vorjahr gewährte von 7 vH 
nicht ganz heranreicht, daß vielmehr eine Mittel 
lösung gefunden ist, die sich um 5 vH herum bewegt. 
Dr. V. 
Hamburger Getreidegroßmarkt 
(Frühmarkti vom 19.Juni (Ohne Gewähr» 
Getreide 1 MM ie 1000 Kg.) Tendenz: ruhig 
Weizen Erz.-Pr. Festpr.-Geb. W 9 ... 209.00 
Weizen Erz.-Pr Festpr.-Geb. W 12 , . . 216.00 
Roggen Erz-Pr. Festpr.-Geb. R 9 . . • . 173.00 
Roggen Erz. Pr Festpr.-Geb. R 12 ... 179.00 
Futtergerste Erz -Pr. Festpr.-Geb. 0 9.. 182.00 
Futtergerste Erz.-Pr. Festpr.-Geb. O 12 . . 187.00 
Wintergerste, zweizeilig, f. Jndustriezwecke 
zirka 70/71 Kg., ab Mecklenburg .... — 
Sommergerste frei Hamburg • 
Mo 68/69 Kg. für Jndustriezw. ab Mecklbg. — • — 
Donaugerste kmgtr. verzollt 
Russengerste 63/64 bzw. 64/65 Kg. kwgfr. verz. — • 
Hafer. Erz.-Pr Festpr.-Geb. li 12 , . . . 173.0V 
Hafer Erz.-Pr. Festvr.-Geb. kl 16 ... . 178.00 
Futtermittel (MM je 50 Kg.) Tendenz: ruhia 
Inst Wetzenkleie. Grundpr. sofort W 9. . . 5.771/2 
Jul. Roggenkleie. Grundpr. sofort R 12 . 5.97 /r 
Reisfutterwehst deutsches 24%ta, zirka 6 % 
Rohiaier ab Fabrik 3.30 
Reissuttermehst hell. 24 %. max. 6 % Roh- 
faser. prompt . 6 -10 
Leinkuchen, ab Harburg, sofort ..... 6.85 
Leinkuchenmehst dtsch. Mahlg., prompt. . . 
Kokoskuchen, ab Harburg, sofort 8.70 
Manila-Kokoskuchen, ab Harbg. prompt. . — • ~~ 
Palmkuchen, dtich.. ab Harburg, sofort... 7.70 
Erdnußkuchen ab Harburg, sofort .... —" 
Erdnußkuchen. 50 %. Bremen 8.45 
Erdnußkleie . — • 
Sesamkuchen, ab Fabr. Hamburg/Harburg 8.05 
Rapskuchen, deutsche Saat, sofort .... 7.10 
Rapsschrot, deutsche Saat 7.20 
Palmkernschrot deutsch, prompt ..... 7.80 
Sonaichrot Harburg, sofort 7.75 
Baumwoll - Taatkuchenmehst 48 %. prompt 7.95 
Mehle (MM ie 100 Kg.) 
Weizenmehl, 790, W 16 (Jnlandsweizen) . . 28.90 
Weizenmehl, mit 10 % Auslandsweizen . . 30.4V 
Weizenmehl mit 20 % Auslandsweizen. . 31.»v 
Weizenmehl, 790, W 9 28.4V 
Roggenmehl, 997, R 12. ..<«■•>• 22.4V 
Rogaenmebst 997, R 15. ••••••••• 22. <v 
Roggenmehl, 997 R 9 ........ . 22.0V 
Die Händler-Verdienstspanne wird bis aus E" 
derrus bei Weizenmehl aus 1,80 MM per 100 Kö- 
und bei Roggenmehl aus 1,40 MJl per 100 Kg. 
Bäckerhaus festgesetzt. 
Stntenkörung int Kreise Rendsburg 
Montag, 22. 6.: 7.30 Uhr: Hoebek, 10.30 Um- 
Vredenbek, 13.00 Uhr: Felde, 15.00 Uhr: ©riefe«' 
Bötet; Dienstag, 23. 6.: 7.30 Uhr: Albersdorf, 10-«. 
Uhr: Hanerau, 13.00 Uhr: Tobenbüttel; 16.00 UÖ r ; 
Schenefeld. 17,00 Uhr: Wacken; Mittwoch, 24.«-; 
7.30 Uhr: Hohn, 11.00 Uhr: Jevenstedt, 14.00 U»r- 
Legan, 16.30 Uhr: Nortorf; Donnerstag, 25. 6.: 7A , 
Uhr: Hamdorf, 10.00 Uhr: Elsdorf, 14.00 uh 1 * 
Ahrenstedt. 
Alles Nähere durch die Körbezirksleiter des 
bandes Schleswiger Pserdeznchtvereine.
	        
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