Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

SsMeswig-Holstein 
Hcsis Schleswig, 
Hvchbetagte Einwohnerin. Am kommenden 
Montag vollendet die Witwe Maria Hansen, 
geborene Duncker, aus Siberstedt, ihr 80. Le 
bensjahr. Die Jubilarin, die ihren Lebens 
abend bei ihrem Schwiegersohn Jürgen Hen- 
ningsen in Schleswig verbringt, ist recht 
rüstig und verrichtet noch sämtliche häuslichen 
Arbeiten, scs.) 
Aus Heels Husum 
Husum, 19. Juni. Seinen Verletzungen er 
legen ist der Kupferschmied Franz Reuter. Der 
alte Handwerksveteran, der vor einigen Tagen 
bei der Ausbesserung seines eigenen Haus 
daches 4—5 Meter tief hinabstürzte und mit 
dem Kopf auf das Steinpflaster aufschlug, ist 
jetzt seinen schweren Verletzungen erlegen. 
Aus tidesstedt 
lb. Welt, 19. Juni. Blinder Alarm. Gestern 
abend gegen 9 Uhr ertönte plötzlich das Feuer 
horn. Die Einwohner aus Welt und Umge 
gend kamen eilends aus ihren Häusern, stie 
gen auf Deiche und Erhöhungen, um die 
Brandstelle erblicken zu können. Sie mußten 
jedoch bald feststellen, daß es nur ein blinder 
Alarm war, denn keine Rauchfahne kündete 
den Brand. Die alarmierte Feuerwehr von 
Welt und Umgebung, die sich im Augenblick 
versammelt hatte, rückte nach Tetens Hof, der 
angeblich brennen sollte, um dort die Lösch 
übung durchzuführen, bei denen alles tadellos 
klappte. Bei den Uebungen war auch der 
Oberbrandmeister zugegen. 
Aus HocdldesUutd 
Einweihung des Kieler Kinderheims 
in Wyk ans Föhr. 
Wyk auf Föhr, 19. Juni. Das von der Stadt 
Kiel erworbene und am Südstrand gelegene 
Kinderheim wurde in Anwesenheit des Kieler 
Oberbürgermeisters Behrens im Nahmen 
einer schlichten Feier eingeweiht. Als Vertre 
ter der Stadt Wyk nahm Dr. Roeloffs an 
dieser Feier teil. Die Kinder des Heims mach 
ten anschließend einen Motorbootausflug 
nach der Hallig. 
ks. Humptrup, 19. Juni. Goldene Konfirma 
tion. Am letzten Sonntag fand in der Kirche zu 
Süderlügum das Fest der Goldenen Konfir 
mation statt. Von 125 Eingeladenen hatten sich 
8g frühere Konfirmanden eingefunden. Der 
älteste Teilnehmer zählte 89 Jahre. Die kirch 
liche Feier nahm einen stimmungsvollen Ver 
lauf. Die vor einigen Jahren renovierte 
Kirche wurde sehr bewundert. Pastor Weiland, 
der vier Jahrgänge eingesegnet hat, war trotz 
seiner 90 Jahre als Gast erschienen. Weiland 
verstand es, am Kaffeetisch in seiner feinen, 
humorvollen Art Lebensbilder aus vergange 
nen Jahren den alten Konfirmanden vor 
Auge zu führen. 
Niebüll, 18. Juni. Anszeichnung eines Ehe 
paares für treue Kolonialdienste. Gendarme 
riewachtmeister Stoffers und Frau in Niebüll 
wurden nachträglich mit dem Elefantenorden 
ausgezeichnet als Anerkennung für treue 
Diensterfüllung in der früheren Kolonie 
Deutsch-Südwestafrika. St. hat dort von 1899 
bis 1919 Polizeidienst versehen,- von 1905 ab 
stand ihm seine Frau auf dem schweren Posten 
in einem einsamen Polizeibezirk treu zur 
Seite. Während des Krieges gehörte St. zur 
Kampftruppe. Die Verleihung der beiden Or 
den erfolgte im Aufträge des Führers. 
Goldene Hochzeit. Der frühere Landmann 
Thevagt und Frau in Morsnm konnten ge 
stern im Kreise einer großen Kinder- und 
Enkelschar und unter Teilnahme der Gemein 
de das Fest der goldenen Hochzeit begehen, 
(wo). 
75jähriges Bestehen kann das Sylter Ring 
reiterkorps am kommenden Sonntag und 
Montag begehen. Die Hauptstürke des alten 
Heimatkorps ist in den Ostdörfern. Das Fest 
findet seit langen Jahren in Keitum statt. 
Früher trugen die Mitglieder alle eine be 
sondere Uniform, die der Husarenuniform am 
nächsten kam. jmo.j 
AB-Hmdsddeswig, 
Sonderburg, 20. Juni. Die Jahresversamm 
lung des dänischen gastechnischen Vereins, der 
in diesem Jahre sein 25jähriges Jubiläum 
feierte, fand hier vom 16. bis 18. Juni statt. 
Der deutsche Verein von Gas- und Wasser- 
fachmännern war vertreten durch Direktor 
Anders, Rendsburg, der die Grüße und Glück 
wünsche des Vereins überbrachte und die 
Hoffnung aussprach, daß auch künftig die Lö 
sung der großen Aufgaben friedlicher Entwick 
lung und Beziehung der Völker untereinan 
der auch auf diesem Gebiet immer mehr der 
Weg bereitet werde. 
Aus DäUtnoescUeH 
Die Leiche im Fischernetz. 
Vüsum, 19. Juni. Von einem hiesigen Fi 
scher wurde die Leiche eines jungen Mannes, 
die beim Fischen ins Netz geraten war, gebor 
gen. Nach den vorgefundenen Papieren handelt 
es sich bei dem Toten um Emil Hennings aus 
Hamburg. 
Kieler Moor zum Jagdgebiet erklärt. 
Albersdorf, 19. Juni. Das etwa 110 Hektar- 
große Hochmoorgelände bei Albersdorf, das 
Kieler Moor genannt, ist jetzt zum Jagdgebiet 
erklärt worden. In diesem Gelände befinden 
sich auch noch zahlreiche Birkhühner, eine 
der seltensten Hühnerarten Schleswig-Hol 
steins. 
Aus Holstein 
Bisher 12 000 Besucher auf der Ausstellung 
„Schule und Luftfahrt". 
Kiel, 18. Juni. Die Ausstellung „Schule und 
Luftfahrt", die am Sonntag in Kiel eröffnet 
wurde, ist in den ersten drei Tagen von 12 000 
Personen besucht worden. Zwei Sonderzüge 
aus Eutin und Heide-Neumünster brachten 
2000 Personen nach Kiel. 
Zwei Segler vermißt. 
Kiel, 19. Juni. Seit dem 10. Juni sind zwei 
junge Leute, der 19jährige Bernhard M. und 
der 18jährige Rudolf G., beide aus Heikendorf, 
mit einem Kielboot verschwunden. Einer von 
ihnen hatte das Boot von einem .Kieler Boots 
vermieter für eine dreistündige Fahrt gemie 
tet. Auf dem Boot war die Aufschrift „Winds 
braut Kiel" und innen die Pol.-Nr. 46. Es 
war ein hochgetakeltes, offenes, weißgestriche 
nes Boot von 6,50 Nieter Länge, 2,20 Meter 
Breite und 1,10 Meter Tiefgang. Das Boot 
führte eine kleine Hakenkreuzflagge und einen 
weißen Stander mit grünem Kreuz. Das Boot 
war versehen mit Schwimmtanks, so daß ein 
Absinken ausgeschlossen erscheint. Da der eine 
der jungen Leute ein langjähriger Segler ist 
und bereits im vorigen Jahre ohne Erlaubnis 
mit einem Dingi nach Eckernförde gesegelt ist, 
besteht die Vermutung, daß die beiden Segler 
eine große Tour unternommen haben oder 
ihnen etwas zugestoßen ist. 
Kiels neue „Secbadcanstalt Düsternbrook" 
der Oeffcntlichkeit übergeben. 
Kiel, 19. Juni. Am Freitagabend wurde vor 
Vertretern der Partei und ihrer Gliederun 
gen, der Wehrmacht und der Stadt die See 
badeanstalt Düsternbrook durch den Kreisleiter 
und Oberbürgermeister der Oeffentlichkeit 
übergeben. Mit diesem schmucken Bail besitzt 
Kiel am Hindenburgufer eine Sehenswürdig 
keit mehr, die sich durch ihr gefälliges Aus 
sehen harmonisch in die ganze Umgebung ein 
paßt. 
Bo«, 8248 ans 218 
Die Arbeitslosigkeit im Gebiet des Arbeitsamtsbezirks Rendsbrrrg fast beseitigt 
Wenn man im Winter 1932-33 am Rends- 
burger Arbeitsamt vorbeikam, dann standen 
da immer einige Tage in der Woche lange 
Schlangen von Arbeitslosen zum Stempeln. 
Denn die Arbeitslosigkeit hatte in immer 
schnellerem Tempo zugenommen, und beson 
ders im Wirtschaftsgebiet Rendsburg-Büdels- 
dorf und in Nvrtorf war die Zahl derer, die 
ohne Arbeit waren, lawinenartig angewachsen. 
Ihren Höhepunkt hatte die Arbeitslosigkeit bei 
uns im März 1933 erreicht, als vom Arbeits 
amt Rendsburg insgesamt 5248 Arbeitslose 
registriert wurden. In dieser nüchternen Zahl 
spiegelt sich eine Fülle von Not und Elend wi 
der, und eine Summe von Verzweiflung ver 
birgt sich hinter ihr. Von diesen 5248 Arbeits 
losen kamen allein 2198 auf die Stadt Rends 
burg! 
Reichlich drei Jahre sind seitdem vergangen. 
Wie sieht es nun heute aus? Wir haben uns 
beim Arbeitsamt danach erkundigt und möch 
ten hier das wiedergeben, was uns zunächst 
Direktor Rüterbusch auf unsere Frage erwi 
derte. „Wir haben heute vormittag gerade die 
Unterstützungen ausgezahlt", so sagte er. „Das 
war in einer Stunde geschehen. Als ich hierher 
kam, haben wir vier Tage lang ausgezahlt!" 
Das illustriert sehr treffend die Wandlung, die 
sich seit jener Zeit vollzogen hat. Dank der 
zielbewußten Maßnahmen der Reichsregie 
rung und der unermüdlichen Arbeit aller an 
deren Nachgeordneten Stellen ist die Not der 
Arbeitslosigkeit von Jahr zu Jahr gemildert 
worden, und von Monat zu Monat hat sich die 
Zahl derer, die nicht in Arbeit standen, ver 
ringert. Jetzt, nach reichlich drei Jahren uner 
müdlicher Arbeit haben wir im Arbeitsamtö- 
bezirk Rendsburg den bisher niedrigsten Stand 
erreicht. 
Seit dem März 1933, dem Zeitpunkt, 
an dem mir mit 5248 Arbeitslosen die 
höchste Zahl erreicht hatten, ist die Zahl 
der Arbeitslosen ans 218 Ende Mai 193» 
zurückgegangen. Das sind rd. 96 vH.! 
Aus iloUenwestedl, Uuh^eau-Had,emaescUen 
und tüngegend 
Hadcmarschen, 19. Juni. Neuer Schmuck für 
Altar und Kanzel der Kirche. Der Altar und 
die Kanzel der Hadermarscher Kirche haben 
durch freiwillige Gauen eine neue, hübsche Be 
kleidung erhalten. Die Bekleidung ist aus 
kupferrot leuchtendem Tuch hergestellt, um- 
säumt von goldenen Fransen. Die Altardecke 
Seigt ein goldenes Kreuz mit weißen Lilien, 
die Kanzelpultdecke trägt, in Goldstickerei aus 
geführt, den Spruch: Dein Wort ist meines 
Nutzes Leuchte. Ein tiefblauer Teppich, einge 
paßt von einer breiten Borde und geziert mit 
einem dunkelroten Kreuz, ist vor dem Altar 
ausgebreitet. 
Nendsbnrg. 
vs. Wacken, 20. Juni. Zum Gemeindekassie- 
ernannt. Der Rentner Schlüter wurde 
zum Gemeindekassicrer der Gemeinde Wacken 
ab 1. Juni ernannt. 
vs. Schenefeld, 20. Juni. Neue Chaussee. 
Vom Kreisbauamt Rendsburg werden zur 
Zeit an der in Aussicht genommenen neuen 
Chaussee von Bockhorst über Siezbüttcl nach 
Schenefeld Vermessungen und Planlegung für 
den Ausbau der Straße vorgenommen. Die 
Chaussee ist bereits von Bcsdorf nach Bockhorst 
fertiggestellt und mit dem Ausbau der letzten 
Strecke Bockhorst—Siezbüttel—Schenefeld wird 
auch höchstwahrscheinlich in nächster Zeit be 
gonnen werden. 
Hansverkauf. Frau Birani in Großenborn- 
holt verkaufte ihr Wohnhaus an den Bäcker 
meister Schramm aus Odderade. Der Kauf 
preis ist nicht bekannt, ss.j. 
Das sind Zahlen, die für sich selbst sprechen. 
Im März 1933 hatten wir allein in der Stadt 
Rendsburg 2198 Arbeitslose. Bei diesem Rück-- 
gang um 96 vH. ist zu berücksichtigen, daß auch 
die Beschäftigung bei Notftandsarbeiten stän 
dig zurückgeht (im Mai um 169 Manns, so daß 
also die Aufnahmefähigkeit der freien Wirt 
schaft erheblich größer war, als die obigen 
Zahlen ausweisen. Das wirkte sich auch dahin 
aus, daß aus anderen Gebieten des Reiches 
Arbeitskräfte herangezogen werden mußten, 
um allen Anforderungen zu genügen. 
Die starke Entlastung der Gemeinden 
kommt in den Zahlen der Wohlfahrtserwerbs 
losen zum Ausdruck, die im gleichen Maße zu 
rückgegangen sind. Unter den 218 heute noch 
vorhandenen Arbeitslosen befinden sich für den 
Arbeitsamtsbezirk Rendsburg 15 Wohlfahrts- 
empfünger gegenüber 2547 im März 1933! 
I» der Stadt Rendsburg waren Ende 
Mai noch 2 arbeitsfähige Wohlfahrts 
erwerbslose vorhanden! 
Von den hier noch vorhandenen 210 Arbeits 
unfähigen sind noch 10 vorübergehend arbeits 
unfähig. Die übrigen sind meist ältere Män 
ner, Witwen mit Kindern usw. Im vergange 
nen Winter war in Rendsburg am Stichtag 
des 28. November die höchste Zahl mit 166 ar 
beitsfähigen Wohlfahrtsempfüngern vorhan 
den, dazu kamen 228 arbeitsunfähige. Damals 
wurden 130 Fürsorgearbeiter beschäftigt, 
heute noch 38. 
In manchen Berufen ist heute die Nachfrage 
nach Arbeitskräften so stark, daß sie nur schwer 
oder gar nicht befriedigt werden kann. In der 
Landwirtschaft ist die Arbeitslosigkeit so stark 
zurückgegangen, daß neben den Ledigen, die 
schon vorher restlos in Arbeit waren, nun 
hauptsächlich verheiratete Landarbeiter einge 
stellt wurden. Jüngere Kräfte wurden immer 
wieder in großer Zahl aus anderen Bezirken 
herangeholt. In der Metallindustrie sind die 
Einsatzmöglichkeiten unverändert gut. Im 
Baugewerbe herrscht Hochkonjunktur. Hier sind 
nur noch 20 Arbeitslose vorhanden. Dieser Rest 
an arbeitslosen Bauarbeitern ist geringer als 
beim tiefsten Stand des günstigen Vorjahres. 
In den Bauberufen herrscht ein fühlbarer Ar 
beitermangel, der zum Teil nur durch den 
zwischenbezirklichen und den Reichsausgleich 
behoben werden kann. Auch in den Verbrauchs 
industrien war die Entwicklung im letzten Mo 
nat günstig, besonders im Holz- und Schnitz 
stoffgewerbe und im Gast- und Schankwirt 
schaftsgewerbe. Erfreulicherweise entfällt ein 
erheblicher Teil der Besserung der Arbeits 
lage auch auf die ungelernten Arbeiter. Un 
günstig ist die Lage dagegen immer noch bei 
den Angestellten, besonders bei den älteren. 
Man kann also die erfreuliche Feststellung 
machen, daß es zäher nationalsozialistischer Ar 
beit gelungen ist, auch in unserem Arbeits 
amtsbezirk die Arbeitslosigkeit bis auf ge 
ringe Reste zu beseitigen. Die Opfer und die 
Arbeit der letzten Jahre sind nicht umsonst 
gebracht worden, und wir können wieder froh 
und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Und 
wenn es noch 1932 manchen Eltern vor der 
Frage graute, was aus ihren Kindern werden 
sollte, so ist heute diese Frage gelöst. * 
Im Postsee ertrunken. 
Preetz, 19. Juni. Donnerstag nachmittag 
gegen 15 Uhr ertrank der aus dem Kreise Se- 
geberg stammende 23jührige Schlachtergeselle 
Hugo Beuck beim Baden im Postsee. Erst seit 
vier Wochen war Beuck in einer Wurstfabrik 
beschäftigt. Die Leiche wurde nach 1-stündigem 
Suchen im See gefunden und in die Preetzer 
Leichenhalle gebracht. Zwei Stunden hindurch 
angestellte Wiederbelebungsversuche durch 
herbeigerufene Sanitäter waren leider er 
folglos. 
Tödlicher Motorradunfall in Elmshorn. 
Elmshorn, 19..Juni. In der Hauptverkehrs 
straße Itzehoe—Hamburg am Moltkedcnkmal 
ereignete sich am Donuerstagnachmittag ein 
Verkehrsunfall, der ein Todesopfer forderte. 
Ein aus Richtung Barmstedt kommender Mo 
torradfahrer fuhr in voller Fahrt in einen aus 
Pinneberg kommenden Lastzug hinein. Beim 
Zusammenprall erlitt ein ans dem Soziussitz 
mitfahrender 69jühriger Mann einen schweren 
Schädelbrnch, der den sofortigen Tod herbei 
führte. Der Fahrer, der Sohn des Verunglück 
ten, trug so schwere Verletzungen davon, daß 
er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. 
Bei der Feldarbeit tödlich verunglückt. 
Bad Segeberg, 19. Juni. In Seedorf bei 
Bad Segeberg stürzte ein junger Landhelfer 
bei der Feldarbeit ganz in der Nähe des Guts- 
Hauses vom Pferde und fiel so unglücklich, daß 
das Gespann über ihn hinwegging. Mit schwe 
ren inneren Verletzungen wurde er in das 
Kreiskrankenhaus von Bad Segeberg gebracht. 
Dort ist er jetzt seinen schweren Verletzungen 
erlegen. 
* * 
-r- 
Kiel, 19. Juni. 1400 Mark gestohlen. In den 
Nachmittagsstunöen wurden dem Viehhändler 
H. aus Elmschenhagen 1400 Mark entwendet. 
Der Verdacht lenkte sich auf eine Frau aus 
Elmschenhagen, die kurz vorher mit dem Ei- 
gentümer des Hauses gesprochen hatte. Die 
Gendarmerie, die bald nach der Tat davon 
Kenntnis erhielt, konnte die Frau stellen und 
ihr das Geld, von dem sie erst einen kleinen 
Teil verbraucht hatte, wieder abnehmen. Die 
Diebin wurde dem Gerichtsgefüngnis zuge 
führt. 
x. Neumünfter, 20. Juni. Wegen Kantiuen- 
diebstahls zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt 
wurde der 21jährige Willi O., den man dabei 
überrascht hatte, als er sich an dem Türschloß 
der Kantine eines Arbeitsdienstlagers zu 
schaffen machte. Damit hatte man auch den 
Dieb erwischt, der für die in der letzten Zeit 
verschwundenen Geldbeträge und Waren in 
der Kantine in Frage kam. Nachdem der An 
geklagte anfangs ein umfassendes Geständnis 
abgelegt hatte, leugnete er in der Verhand 
lung vor dem hiesigen Schöffengericht seine 
verwerflichen Taten. Dadurch schadete er sich 
jedoch nur und fand keinerlei Milde vor dem 
Richter. Wegen seines Leugnens wurde ihm 
die erlittene Untersuchungshaft nicht angerech 
net. 
Aus dem- Ģeeiddssacd 
Tagung der Großen Kieler Strafkammer. 
x Neumünster, 19. Juni. Wegen Unterschla 
gung war der 34jährige Lehrer Claus Ha. aus 
Lütjenwestedt, der zuletzt eine Schulstclle in 
Neumünster innehatte, zu 4 Monaten Gefäng 
nis verurteilt morden, nwgegcn der Angeklagte 
Berufung eingelegt hatte. Ha. hatte ca. 33 JUt 
von seinen Schülerinnen einkassiert als Fahr 
geld für einen beabsichtigten Schulausflug, der 
jedoch nicht zustande kam. Er lieferte das Geld 
jedoch nicht zurück, sondern verbrauchte es für 
sich. Gleichfalls hatte er eingesammelte Lehr 
mittelbeiträge nicht weiter geführt, sondern für 
sich verbraucht. In der Zwischenzeit genügte er 
seiner Militärdienstpflicht und zahlte nach sei 
ner Rückkehr trotz eindringlichster Mahnun 
gen des Rektors das Geld nicht, so daß es zur 
Anzeige kam. Als dem Angeklagten der Boden 
unter den Füßen zu heiß wurde, ließ er seine 
Familie im Stich und reiste wahllos in 
Deutschland herum. Als das Geld ausgegan 
gen war, stellte er sich in Berlin der Polizei. 
Inzwischen hat Ha. die Beträge zurückgezahlt. 
Die Große Strafkammer hob als Berufungs 
instanz das erste Urteil aus und beurteilte den 
Fall infolge der Verschuldung des Ha. milder, 
so daß er mit einer Gefängnisstrafe von 2 Mo 
naten davonkommt. — 10 Monate Gefängnis 
und Entmannung für einen Sittlichkeitsvcr- 
brecher. Ein „chronischer" Sittenverbrecher 
scheint der 48jährige Karl B. aus Neumünster 
zu sein, der bereits sechsmal wegen Sittlich 
keitsdelikte vorbestraft ist. In fast allen Füllen 
hat er, nachdem er Alkohol genossen hat, öffent 
lich Aergernis eregt. Dafür hatte er sich auch 
diesmal zu verantworten. Der Angeklagte, der 
berits mehrfach in Heilanstalten unterge 
bracht war, gab seine Tat unumwunden zu 
und bat das Gericht selbst um seine Entman- 
ttung, damit er von seinem leidenschaftlichen 
Hang befreit werde. Die Strafkammer ent 
sprach seinem Wunsche und verurteilte ihn zu 
10 Monaten Gefängnis. — Den Kreisbauern 
führer beleidigt hatte der 47jührige Riugleiter 
Fritz Fi., der in einem Brief an den Geschäfts 
führer der Vereinigten Milchprüfringe in 
Hamburg den Kreisbauernführer Köhler- 
Bühnsöorf in übelster Weise beleidigt und be 
schimpft hatte. Auch die Strafkammer hatte als 
Berufungsinstanz kein Verständnis für der 
art schmutzige Machenschaften und ließ es bei 
dem Urteil von 4 Monaten Gefängnis be- 
iv enden,
	        
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