Schleswig-Holsteinischer Wirtschastsdieņst
RerchsrahMerrsrdnnng Mr
die Meisterprüfung
Die Berufsschule im Handwerk
Der Reichsstanö des Deutschen Handwerks gab
auf einer Schulungstagung in Berlin Richtlinien
für die Durchführung der Meisterprüfungen nach
den neuen fachlichen Vorschriften für die rund 120
handwerklichen Vollberufe. U. a. führte Pros. Hee
ring, Abteilungsleiter für Berufs- und Fachschul
wesen im Reichserziehungsministerium, aus: Der
Bildungsweg des Handwerks verbindet Praxis und
Theorie, Schule und Arbeit eng miteinander. In
diesem Rahmen hat die Berufsschule den Lehrlingen
das an Wissen zu geben, was eine Stütze des Kön
nens ist, und zwar in einer StoffauSwahl, die der
Berufsart und dem Lehrling gemäß ist. Es handelt
sich hierbei um Staatsbürgerkunde und Berufs-
kunöe — sowohl nach der wirtschaftlichen Seite
(Betriebswirtschaft) ivie in technischer Hinsicht (Fach-
kunde, Fachrecht und Fachzeichnen). Das Ziel ist der
tüchtige Geselle gemäß dem handwerklichen Berufs
bild in seiner jeweiligen landschaftlichen Ausprä
gung. Hierzu braucht die Berufsschule fünf Voraus
setzungen:
1. Ueberall müssen fach- und sinngemäße Räume
beschafft werden. Alte, abgelegte Volksschulge
bäude mit Kinderbänken oder über viele Stellen
der Stadt zersplitterte Räume genügen nicht.
2. Geeignete, reichliche Lehrmittel nach dem neue
sten Stand der Technik müssen bereitstehen.
Heute betrachtet das Handwerk schon vielfach mit
Stolz die Berufsschule als seine Schule und stellt
unter Opfern Lehrmittel zur Verfügung.
3. Die Lehrwerkstätten der Berufsschule sollen den
Arbeitsvorgang in seiner Naturgesetzlichkeit und
Zweckhaftigkeit veranschaulichen und die Werk
statt-Praxis abrunden.
4. Ob die Stundenzahl von sechs Wochen ausreicht,
soll das Handwerk von Fall zu Fall prüfen. Für
regelmäßigen Schulbesuch soll das Handwerk
sorgen.
5. Rechte Berufswahl und Lehrlingsauslcse sollen
der Berufsschule ersparen, die Arbeit der Volks
schule zu wiederholen. Die Beherrschung des
elementaren Rechnens, Lesens, Schreibens und
Sprechens muß der Lehrling mitbringen.
Die Ausbildung wirklichkeitsnaher Gewerbe
lehrer für die Berufsschulen wird besonders geför
dert. Viele junge Gewerbelehrer haben schon eine
gute Gesellen- oder gar Meisterprüfung im Hand
werk bestanden oder eine Handwerkerschule durch
gemacht. Die Hochschulreife der künftigen Studenten
des Berufspädagogischen Institutes, also der künf
tigen Gewerbelehrer, wird durch eine Wettbewerbs
prüfung nachgewiesen, wobei es gleichgültig ist, wo
die Kenntnisse erworben wurden. Gewerbelehrer
wird man nach sechssemestrigem Studium und ein
jährigem Vorbereitungsdienst. Auch dann wird der
Gewerbelehrer immer wieder in den Ferien in
Betrieben der Wirtschaft mit der Praxis in Berüh
rung gebracht. Neben dieser Ferienpraxis sollen die
Gewerbelehrer künftig auch in der Schulzeit, wäh
rend der Kandidat vier bis sechs Wochen selbständig
den Unterricht durchführt, Einblicke in die Praxis
tun.
Professor Heering berichtete dann über die Um
stellung der Handwcrkerschulen (früher „Kunstge
werbeschulen") auf eine rein handwerkliche Grund
lage und würdigte die vertrauensvolle Zusammen
arbeit von Berufsschule und Handwerk als Grund
lage für die Erziehung eines tüchtigen Handwerker-
nachwuchses.
Im iveiteren Verlauf der Tagung ivurde über
Einzelheiten der Meisterprüfung und über die ge
planten gesetzlichen Maßnahmen gesprochen. Hierzu
gehört die Schaffung einer Reichsrahmenordnung
sür die Meisterpriisung, die für das ganze Reich
und die Gesamtheit der Handwerkszweige im we
sentlichen die formalen Fragen lwie z. B. Zusam
mensetzung der Prüfungsausschüsse, Zulassung, for
male Handhabung der Prüfung) regeln soll. Das
Kernstück der neuen Ordnung werden, wie die R.H.
Nachrichten schreiben, die fachlichen Vorschriften bil
den, in denen für jeden handwerklichen Vollberuf
die Prüfungsanforderungen eindeutig und umfas
send festgelegt werden.
Ueber diese Gebiete wurde eine Reihe von Vor
trägen gehalten, und zwar sprachen grundsätzlich
nacheinander ein Sachbearbeiter und anschließend
ein praktisch tätiger im Meisterprüfungswesen er
fahrener Handwerksmeister. Auf Grund der Ta
gung sollen die Mitglieder der Meisterprüfungs
ausschüsse mit den neuen Gedanken vertraut ge
macht werden.
Der praktische Teil der Meisterprüfung besteht
aus dem — im Einvernehmen mit dem Ausschuß
vorsitzer gewählten — Meisterstück und den Ar
beitsproben, die vor den Augen des Prüfungsaus
schusses ausgeführt werden. Das Meisterstück soll
möglichst eine schöpferische Leistung darstellen und
in der Form der ordnungsgemäßen Abwicklung
eines Auftrages durchgeführt werden. Es werden
also nach Möglichkeit Angebot, Vorkalkulation, Ent-
lvurf, Werkstattzeichnung, Werkstoffaufstellung, An
fertigung des Meisterstückes nebst Arbeitsbericht,
Ablieferungsschreiben und Nachkalkulation ver
langt.
Die theoretischen Kenntnisie umfassen Fachfragen,
technische und kaufmännische Betriebsführung, Ge-
setzeskunöe, allgemeine und staatsbürgerliche Kennt
nisse. Besonders eingehend wurden auf der Tagung
Fragen der Buchhaltung und Selbstkostenberech
nung (Kalkulation) besprochen.
DieNord-imdOstseehLfenimUeberseegefchLft
Die Kontore Hamburg. Kiel und Ost-Hannover
der Nordischen Gesellschaft sowie die Industrie- und
Handelskammern Hamburg und Altona veranstal
teten am Montag in Hamburg einen Vortrags
abend, auf dem Privatdozent Dr. Schulz-Kiesow,
Hamburg, über „Die Bedeutung der Ostsee für die
Seeschiffahrt und die Seehäfen der Ostsceländcr,
unter besonderer Berücksichtigung Deutschlands"
sprach. Er wies einleitend auf die zunehmende Be
deutung der Ostseeländer für den Weltaußenhandel
hm. Angesichts der großen Bedeutung der Massen
güter, wie Holz und Erze in der Ausfuhr und
Steinkohlen und Futtermittel im Import, ist die
Stellung der Ostseehäfen für die Seeschiffahrt noch
bedeutsamer als aus ihrem Anteil am Welthandel
hervorgeht. Der Anteil der Ostseeländer am Welt-
seeverkehr betrügt ein Achtel, derjenige an> Welt-
außenhandel söhne Rußland und Deutschland) 6,1
vom Hundert. Der Vortragende schilderte dann die
große Rolle, die Deutschland und England im Au
ßenhandel der Ostseeländer spielen. Mit einer Ton
nage von 728 000 Brt. sei Deutschland in der Ostsee-
fahrt immer noch führend.
Vom gesamten Auslandsverkehr der deutschen
Seehäfen entfielen auf die fremden Ostseelänöer
einschließlich Norwegen im Jahre 1984 11,1 Mill.
To. und Norwegen 9,3 Btill. To. Der Anteil der
Ostseeländer am gesamten Auslandsgüteroerkehr
der deutschen Häfen betrug im Jahre 1934 30,4 vH.
Der Schiffsverkehr der deutschen Seehäfen mit den
ausländischen Ostsecländern habe im Jahre 1934
10 Mill. Nrt., das sind 25,8 vH des gesamten
Schiffsverkehrs überhaupt, betragen. Rechnet man
zum deutschen Güterverkehr mit den Ostseeländern
auch Deutschlands Empfang und Versand über die
ausländischen Rheinmündungshäfen, so kommt man
auf einen Ostseevcrkehr Deutschlands von 20 Mill.
To., womit aus Deutschland 80 vH des gesamten
Güterverkehrs aller Ostseeländer mit dem Ausland
entfallen.
Der Referent zeigte im weiteren Verlauf seines
Vortrages die Bedeutung der einzelnen deutschen
Häfen für die Ostsee auf. Hamburgs Güterumschlag
mit den deutschen und ausländischen Ostseehäfen
einschließlich Norwegen ist von 4,9 Mill. To. im
Jahre 1929 auf 3,5 Mill. To. im Jahre 1935 zurück
gegangen. Auf die Ostseehäfen entfielen 1029 und
1935 17 bzw. 17,3 vH des gesamten Hamburgischen
seewärtigen Güterverkehrs. Bremen hat seit 1929
einen bedeutsamen Aufschwung seines Warenum
schlages mit den deutschen und ausländischen Ostsee
häfen zu verzeichnen. Der Verkehr stieg von 1,1
Mill. To. im Jahre 1929 ans 1,7 Mill. To. im Jahre
1985. Bremens Güterverkehr mit den deutschen
Ostseehäfen ist viermal so groß wie 1929, der Ver
kehr mit den ausländischen Ostseehäfen ist dagegen
nur um 200 000 To. gestiegen. Hamburgs Güterver
kehr mit den ausländischen Ostseehäfen ist mit 2,7
Mill. To. immer noch 1,5 Mill. To. größer als
derjenige Bremens. Mit 4,4 Mill. To. steht Emden
in Bezug auf den Ostseeverkehr heute an der Spitze
aller deutschen Seehäfen. Allerdings entfallen hier
von 1,0 Mill. To. auf die deutschen Ostseehäfen.
Emden ist ein reiner Massenguthafen sür Kohle
und Erz und ist daher weder mit Hamburg noch
Bremen zu vergleichen. Aehnlich wie in Emden hat
auch der Ostseeverkehr der Häfen Königsberg und
Stettin einen erfreulichen Aufschwung genommen.
Beide Häsen sind wie Emden Hanptnutznießer der
bedeutsamen Steigerung des deutschen Jnlandver-
kehrs. Erfreulicherweise ist auch Lübecks Ostseever
kehr gestiegen, und zwar von 652 000 To. aus
895 000 To. in den Jahren 1932 bis 1934. Diese Ent
wicklung konnte sich auch im Jahre 1935 fortsetzen.
Der Referent wandte sich dann ausführlich dem
Ostseeverkehr der beiden Nordseehäfen Hamburg
und Bremen zu, wobei er insbesondere ihre Stel
lung im Transitverkehr mit den Ostseeländern
untersuchte. 1918 betrug Hamburgs Güterumschlag
mit den deutschen und ausländischen Ostseehäfen
einschließlich Norwegen 3,2 Mill. To. Im Jahre
1928 war der Verkehr bereits aus 4,7 Mill. To. an
gewachsen. Der Anteil der Ostseeländer ohne Nor
wegen am gesamten Hamburgischen Schiffsverkehr
stieg von 7,4 vH im Jahre 1913 auf 9,8 vH im
Jahre 1928. 1934 machte Hamburgs Schiffsverkehr
Hamburger Börse
Amtliche Notierung in für 100 JlJl Nennwert
«Ohne ÖSrrobä»'
Banke»
6.4, 4.4. Industr..Äk>. 6 4 4 4
3tet<Sst>cmt
DD.-«ank
Diesdn «an!
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182 00
92.00
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125.00
69 00
>82.50
91.50
91.50
>10 50
125 00
Der!ehr»-Äkt.
Hdq. Hochbahn 89 87
Dtļ»-Ģfriro 34 01
Haplltz 15.25
Hdg.-SNdamer 25.00
Slordd. Lloyd 15 87
Woerm.-L1nie 34 00
99 00
34 00
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25 00
16.00
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36 50
151.00
143.00
103 50
102 00
138 25
180.50
137.87
117.12
165.00
19 00
107.00
35 25
151.00
143.00
103.50
102.0!
125.00
138 00
180.25
137.25
118 00
165 50
19.00
106.87
1935 et recht befriedigend
vH des Weißweines wurden verbcffert
Berliner Schlachtviehmarkt
Berlin. 7. Avril iVorverlchtl >Obne Cewädr
Mitgeteilt von der Reichsviehwertungsaeiellichaft
Es wurde gezahlt für 50 Kg. Lebendgewicht:
Preise: Auftrieb: Verlaus:
Rinder 22-44 1668 glatt
Kälber 38 -78 5816 glatt
Schafe 20-49 4976 ziemlich glatt
Schweine 19345 glatt
Schweine Klasse Abis E 48V* -5şi Sauen 4M--53V,
Hamburger Schweinemarkt
Altona, den 7. Avril 1936
preise: a 55, bl 54. b 2 53. c 51. d 49. «1 53. g 2 49
'U kg Lbvaew Auftrieb 11115 + - Beobachtungstiere
(Ohne Gewähr) Handel zugeteilt
Hamburger Kälbermarkt
Doppellender
>este Mast- und Saugkälber
ntttlere Blast und Saugkälber
;ertngere Saugkälber . , « .
lertnge Kälber . . « » «
Auftrieb 1999
31.3 24. 3.
85-100 -
66—72 66—72
58-65 58-65
48—57 48-57
30—47 30- 47
Handel: flott
Kieler Schlachtviehmarkt vom 7. April 1938.
Auftrieb: 1466 Handel: verteilt. Preise: Klasse
A 54.5, Bl 53.5, B2 52.5, C 50.5, D 48.5, Ģ1 52.5,
G2 48.5.
Nach den Erhebungen des Reichsnährstandes vom
1. 1. 1986 ist auch der Jahrgang 1935 hinsichtlich der
Qualität als recht befriedigend zu bezeichnen Etwas
günstiger bewertet wurde nur der neue Jahrgang
in Baden. Im Durchschnitt der berücksichtigten Ge
biete wurde eine Oualitätsnote von 75 gegen 78
beim Jahrgang 1934 festgestellt (100: sehr gut, 70:
gut, 50: mittel. 25: schlecht). Die Oualitätsnote
lautet für das einzelne Weinbaugebiet: Baden 77
igegen 74 für den 1934er), Rheinpfalz 75 (83), Rhein
hessen 73 (78), Nahe und Glan 75 (70), Rheingau
73 (76), Mittelrhein 75 (75), Mosel. Saar und Ru
wer 74 (74), Ahr 75 (79).
Hinsichtlich des Anteils der von den eingekeller
ten Mengen naturrein bzw. verbcffert gelegten
Weine läßt sich fast durchweg feststellen, daß ein
wesentlich größerer Teil in diesem Jahre verbessert
gelegt worden ist. Im einzelnen wurden von den
eingekellerten Mengen gelegt (in vH): Weißwein in
Baden 88 natur und 12 verbessert, Rheinpfalz 74
bzw. 26, Rheinhessen 87 bzw. 63, Nahe und Glan 55
bzw. 45, Nheingau 69 bzw. 31, Mittelrhein 39 bzw.
,ohne Gewähr Deutsche Schlachtviehmärkte 6. April 1936
Kammernotierung Berlin am Markttage. Preise für 1 Pfd. Lebendgewicht in (Rrf
Markt
1 Ochsen .
2. „ -
3. . .
4. „ .
I Bullen
2.
1. Kühe
2.
1. Kälber
2. „
1. Schafe
2- „
1. Schweine
' Sauen
l'hemoiie Oortmand
44
38-40
42
38
41
37
65-70
58—65
40-44
32-38
56
54-55
52
53
45
41
43
39
42
38
75-80
65—74
46-50
42-44
561/2
541/2
521/2
541/2
Dresden
44
40
32
24
42
38
41
37
67—72
55—65
42-45
40
56
54-55
52
53
Düsselderl
45
41
43
39
42
38
72-78
60-70
57
55—56
53
51-55
45
41
43
39
42
38
72-76
65—70
561/2
541/2
521/2
54 1 /,
Frankfurt/#. ïwieksn
43—45
41
43
40-42
34—38
73—75
65-72
57
55-56
53
50-57
43-44
38
32
42
40-41
35—37
65-70
59-64
43-50
40-42
56
54—55
52
53—56
Karlsruhe
46
41
43
40-42
35-38
57
55-56
53
6 4
44
40
42
38
41
37
70-73
65-68
56
54-55
52
53
44
40
42
38
41
37
62-/6
55-60
42-45
35-40
56
54-55
52
53
Auftrieb und Handel au! den Märkten
Ochs. Bu.Kü
Kälber
Schate
Schwein.Sau.
Ochs. Bu.Kü.
Kälber
Schafe
Schweln.Sau,
479
1329
5ì-8
2181
verteilt
mittel
schlecht
verteilt
254
1234
35
2907
zugeteilt
flott
300
197/
699
3465
verteilt
mittel
mittel
219
1194
3964
verteilt
mittel
346
1608
104
3649
454
840
56
4685
158
311
227
1235
84
zugeteilt verteilt verteilt zugeteilt
zugeteilt
flott
zugeteilt
mittel
ruhig
zugeteilt
gut
gut
mittel
verteilt
942
verteilt
verteilt
371
637
748
2141
flott
längs.
äuget.
466
868
817
2309
flott
längs
mit den Ostseeländern 13,2 vH des Gesamtverkehrs
aus.
In diesem Zusammenhang sei wichtig, daß Havr-
burgs Anteil am seewärts gehenden Transitverkehr
aller deutschen Häsen im Jahre 1934 80 vH betrug-
Der Anteil des Transits am ausgehenden Güter
verkehr Hamburgs mit den ausländischen Ostsee-
ländern ohne Norwegen betrug im Jahre 1933
80,8 vH. 1930 waren von 4 Mill. To. Gesamtgüter-
umschlag Hamburgs mit den Ostseeländern ohne
Norwegen 1,7 Mill. To. Transitgüter.
Anschließend schilderte der Redner dann ausführ
lich die teilweise erfolgreichen Bestrebungen der
Ostseeländer, durch Errichtung direkter Uebersce-
linicn sich von der Vormachtstellung der Nordsee
häfen im Transitverkehr frei zu machen. Zugleich
wies er aber überzeugend nach, das; Hamburg und
Bremen ivegen ihres dichten Liniennetzes mit
Uebersee stets eine bedeutsame Stellung im Transit
verkehr mit den Ostseestaaten einnehmen werden.
Trotz aller devisenpolitischer Schwierigkeiten hat
Hamburg selbst im Jahre 1935 seine Bedeutung in
der Durchfuhr halten können. Es bahnt sich eine
Arbeitsteilung zwischen den deutschen Noröseehäfen
und den ausländischen Ostseehäfen im Uebersee-
geschäft an. Zum Schluß äußerte sich der Referent
zu der Frage der Errichtung direkter Uebersee-
linien in den deutschen Ostseehäfen. Er betonte,
bas; gerade die Konzentration der Ueberseeschisfahrt
in Hamburg und Bremen die einzigartige Stellung
dieser Häfen im Transitverkehr mit den Ostseelün-
bern ermöglicht hat. Er hielt aus diesem Grunde
eine Abkehr von diesem Prinzip für bedenklich.
Werkstattrvochenbuch für Lehrlinge
Im Nahmen der allgemeinen Richtlinien zur
Abnahme der Zwischenprüfungen im Handwerk ist
bestimmt, daß jeder Lehrling ab 1. 4. 1986 ein Werk-
stattwochenbuch zu führen hat, tn das er wöchent
lich eine kurze Uebersicht über die in der Berichts
zeit von ihm geleistete Arbeit eintragen muß.
In der Berliner Baugewerbs-Jnnung ist schon
seit einiger Zeit ein Bau-Arbeitshest sür Lehrlinge
eingeführt, daS der Lehrling mit dem Eintritt in
die Lehre erhält. In dieses Arbeitsheft hat der
Lehrling wöchentlich einzutragen, welche besonderen
Arbeiten er in der vergangenen Arbeitswoche selb
ständig ausgeführt hat. Die Aufzeichnungen sind
möglichst mit Zeichnungen oder Skizzen zu veran
schaulichen. Bor allen Dingen ist bet den schrift
lichen Darlegungen auf Einzelheiten der praktischen
Arbeit (Ausführung, Zeitdauer, Beschaffenheit, Güte
und Herkunft des Materials usw.) zu achten.
Gegen Wochenschluß hat sich der Meister durch
seine Unterschrift von der Tätigkeit und den Fort
schritten seines Lehrlings zu überzeugen. Gerade tn
größeren Betrieben wird so der Meister Gelegen
heit haben, allwöchentlich die Berufsausbildung der
ihm anvertrauten Lehrlinge zu überwachen. Eben
falls soll den Eltern des Lehrlings wöchentlich das
Arbeitshcst ihres Sohnes zur Unterschrift vorgelegt
werden. Den Eltern wird so eine ständige Beob
achtung ihres Sohnes in beruflicher Hinsicht er
möglicht.
Weiterhin dienen die Eintragungen in den Ar-
beitsheften der Berufsschule als Unterlage für die
Erweiterung ihres Lehrplanes. Die Innung er
hält durch verschiedentliche Kontrollen der Arbeits
hefte den Nachweis dafür, daß der Ausbilöungs-
gang der Lehrlinge gewissenhaft geleitet wird.
61, Mosel, Saar und Ruwer 64 bzw 36, Ahr 16
bzw. 84. Der Gesamtdurchschnitt beträgt bei Weiß
wein 61 vH natur und 39 vH verbcffert. Vom ein
gekellerten Rotwein wurden gelegt (in vH) in Ba
den 83 natur und 17 verbessert, Rheinpfalz 52 bzw.
48, Rheinhessen 21 bzw. 79, Ahr 26 bzw. 74,- Gesamt
durchschnitt 53 vH natur und 47 vH verbessert.
Mit dem Abstich wurde in diesem Jahr in sämt
lichen Gebieten bedeutend später begonnen als im
Vorjahr. Im Durchschnitt waren am 1. Januar 36
erst 44 vH abgestochen bei größeren Unterschieden
zwischen den einzelnen Anbaugebieten gegenüber
84 vH der eingekellerten Menge zu der gleichen
Zeit des vergangenen Jahres. Im einzelnen wur
den von den eingekellerten Mengen bereits abge
stochen in Baden 52 vH (gegen 76 vH im vorher
gehenden Jahr). Rheinpfalz 63 (94), Rheinhessen
85 (94), Nahe und Glan 44 (92), Nheingau 27 (80),
Mittelrhein 22 (57), Mosel, Saar und Ruwer 24
(69), Ahr 16 (59) vH.
Dresdener Viehmarkt vom 6. April
Auftrieb: 300 Tiere. Beschaffenheit des Vormark
tes nicht ganz erreicht. Einige Posten guter Bullen
am Markt. Das reichliche Kälberangebot von 9077
Tieren war in der Qualität mittel. Beste mittlere
Kälber notierten 1 bis 2 MJl mehr, während ge
ringe und geringste Kälber den alten Preis be
haupteten. Die 699 zum Verkauf gestellten Schafe
reichten aus, um den Bedarf zu decken. Der
Schweincmarkt mit 3465 Tiere war qualitativ als
gut anzusprechen. Bedarf lOOprozentig gedeckt-
Beschaffenheit nicht immer zufriedenstellend.
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Der Grotzviehmarkt in Frankfurt a. M vom 6. 4.
war etwas stärker beschickt, vor allen Dingen waren
auch die anfgetriebenen Qualitäten durchweg sehr
gut. Tiere den Metzgern zugeteilt. Der Kälberaus
trieb war im Hinblick auf die kommenden Feiertage
wesentlich höher. Bei lebhaftem Geschäft zogen die
Preise im Durchschnitt um 2 MJt je 50 Kg. Lebend
gewicht an. Beschaffenheit gut bis mittel, ausver
kauft. Schafmarkt nur sehr schivach beschickt und lag
ruhig. Schweinemarkt wieder stärker befahren, Be
schaffenheit mittelmäßig. Tiere Metzgern zugeteilt.
rüget.
Die Zahl der Postscheckknnden
ist im März um 92 Konten auf 81947 Konten ge
stiegen. Auf den Konten wurden bei 6,4 Mill. Bu-
chungen 732 Mill. MjH umgesetzt. Davon sind 591
Mill. &JL. oder 80,7 vH bargeldlos begliche«
worden.
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