Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Geschichte der Boļlingftedter Mühle 
»Swienskomödie" ersteht aus alten Akten 
Eins 
Im Anschluß an unsere vor mehreren 
Wochen veröffentlichte Arbeit über „Die Was 
sermühlen im früheren Amte Rendsburg" 
bringen wir im folgenden einen Abriß der 
Geschichte der Bollingstedter Wassermühle, über 
die Akten seit dem Jahre 1664 vorliegen. Die 
Mühle war durch 8 Generationen im Besitze 
der Familie Beeck, deren erster Franz Beeck 
1741 starb. In regelmäßigem Wechsel folgte 
auf einen Franz Beeck ein Claus Beeck und 
umgekehrt, bis ein tragisches Geschick den letz 
ten Erben hinwegraffte. Claus Beeck opferte 
als Einjährigsreiwilligcr 1914 sein Leben dem 
Vaterlande. 
Am 23. Juni 1664 hat der Hochwürdigste 
Durchlauchtigste Hochgeborene Fürst und Herr 
Christian Albrecht, erwählter Bischof des 
Stiftes Lübeck, Erbe zu Norwegen, Herzog zu 
Schleswig-Holstein, Stormarn und der Dith 
marschen, Graf zu Oldenburg und Delmhorst, 
als gnädigster Fürst und Herr an die Guts 
angehörigen von Bollingstedt die Ländereien 
des Hofes in Erbpacht vergeben. Im Laufe 
des Dreißigjährigen Krieges war Bollingstedt 
1628 von Feinden geplündert worden und seit 
dieser Zeit war der Hof im Besitz des Herzogs 
Friedrich M. von Gottorp. In dieser Verpach 
tungsurkunde werden die Kornmühle und die 
Mühlenteiche zum ersten Male erwähnt. 
Am Johannistage 1703 wird ein Häuerkon 
trakt geschlossen zwischen dem Oberjägermeister 
und Gevollmächtigten zu Bollingstedt und dem 
Müller Detlef Jessen über die Verhäuerung 
der Mühle, des Mühlendammes, der Fischerei 
und des Aalfangs auf 10 Jahre für 100 Rthlr. 
und einige Naturalliefernngen. Die Verhäue 
rung geschieht „dergestalt und also, daß er 
selbige zu genießen und zu gebrauchen, die 
Matten (Abgabe von dem Gemahlenen) von 
den dazugehörigen Mühlengästen dem Herkom 
men nach erheben, die gewöhnliche Fuhren und 
Handdienste von den Mühlengästen, Steine 
und was ihm nach alter Gewohnheit zustatten 
kommt, genießen mag. Gestalt diejenigen, wel 
che fremde Mühlen besuchen und dem Müller 
das, was ihm rechtmäßig beikommt, entziehen 
wollen, zur Gebühr angewiesen und wenn sie 
ertappt werden, nicht allein ihres Korns pri- 
virt (einziehen), sondern auch zur Gebühr 
Brüche und Strafe angezogen werden sollen." 
1716 beklagen sich die Eingesessenen in Bol 
lingstedt, daß der vorige Müller Detlev Jessen 
ihnen jährlich viele unnötige Bau- und Repa- 
Englands Antwort auf weite Sicht 
rationskosten machte, und alle und jede Arbeit 
zu Geld anschlüge, welches sie in der Länge 
nicht aushalten könnten. Sie bringen als neu 
en Pächter den Müller Franz Beeck in Vor 
schlag, der zu denselben Bedingungen die 
Mühle übernehmen, jedoch kleine, täglich vor 
fallende Reparaturen aus eigenen Mitteln be 
streiten soll. Das Verhältnis der Eingesesse 
nen von Bollingstedt zu ihrem neuen Müller 
muß ein ausgezeichnetes gewesen sein. In 
verschiedenen Eingaben setzen sie sich für die 
Verlängerung der Pachtzeiten und für die 
Weiterverhäuerung der Mühle an den Sohn 
des Franz Beeck ein. Einmal heißt es: „Wir 
verlangen keinen anderen Müller als wir ha 
ben, so lange er lebet, nämlich Franz Beeck", 
und ein ander Mal „wir mit besagtem Müller- 
Franz Beeck und dessen Sohn Claus Beeck 
wohl zufrieden gewesen und noch sind, daß wir 
keinen andren Müller als ihn verlangen kön 
nen und wollen." 
30. August 1752 wird zwischen 61 Eingesesse 
nen der Vogtei Bollingstedt und der Dorf 
schaft Jübek und dem Claus Beeck ein Erb 
pachtvertrag abgeschlossen. Bisher hatten die 
Eingesessenen die Hauptreparations- und Bau 
kosten selbst getragen. Es heißt: „Solche aber 
der Vogtei ex properis ein ansehnliches zu 
stehen gekommen, so daß besagte Einwohner 
besser zu sein befunden und einmächtig be 
schlossen haben, mit gedachtem Müller Claus 
Beeck solcher Mühlen halber einen After-Erb 
pacht auf gewisse conditions einzugehen, dem 
Mühlenpächter alle Bau- und Reparations 
kosten selbst abhalten zu lassen . . ." Es fol 
gen die einzelnen Bestimmungen des Ver 
trages. 
Spätere Urkunden beschäftigen sich mit der 
Erweiterung der Baulichkeiten wie der Län 
dereien. 1771 wird vermerkt, daß unter dem 
Mühlenwerk nur das Roggen- und Mehl- 
Mühlenwerk, nicht aber das neulich zugleich 
darin optierte Buchweizenmühlenwerk zu ver 
stehen sei. 1778 wird von König Christian vii. 
die Concession zur Anlegung einer Pellerei in 
solcher Mühle erteilt, zum Grütz- und Grau 
penmahlen zu gebrauchen. Später kommt eine 
Stampf- und Windmühle hinzu. 
Da der Mühlenteich 13 Hektar groß ist und 
ständigen Zufluß hat durch die Bollingstedter 
Au, war an Wasser zum Betriebe selten Man 
gel, obwohl im Winter die Stampfmühle von 
Montag morgen bis Sonnabend abend ohne 
Starker Ausbau der englischen Stellung 
im Mittelmeer 
DNB. London, 20. Juni. (Eig. Funkmeldg.) 
Die „Morningpost" beschäftigt sich mit der 
Mitteilung Edens, daß die britische Regierung 
in Zukunft eine stärkere Verteidigung im Mit 
telmeer unterhalten werde als vor Beginn 
des abessinischen Krieges. Das Blatt, das bri 
tischen Flottenkreisen nahesteht, teilt mit, daß 
die Regierung zur Zeit die Frage prüfe, ob 
neue Flottenstützpunkte im Mittelmecr ge 
baut werden sollen. Ferner sei eine allgemeine 
Ueberprüfung der britischen Verteidigungs- 
Maßnahmen im östlichen Mittelmecr vorge 
sehen. 
Die Regierung wolle die Welt wissen lassen, 
daß England keine Einmischung in seine Be 
lange dulde» werde. Der Beschluß, eine stär 
kere Verteidigung zu unterhalten, beziehe sich 
auf sämtliche 3 Waffengattungen. Die Regie 
rung werde sich daher nicht beeilen, die Flot 
ten-, Heeres- oder Luftwasfeneinheiten aus 
dem Mittelmeer abzuberufen. 
Der Flottenkorrespondent des Blattes teilt 
auch mit, daß in Zukunft 8 von den 15 briti 
schen Großkampfschiffen im Mittelmeer statio 
niert sein werden. Ferner werde die Mittel 
meerslotte durch kleinere Fahrzeuge, beson 
ders durch Uboote, verstärkt werden. Der 
Flottenstützpunkt Malta werde besonders für 
die Luftabwehr weitgehend ausgebaut werden. 
Die Errichtung eines neuen Flottenstützpunk 
tes in Cypern werde folgen. 
Frankreichs 6v-Milliarden-Berschuldung 
Eine bezeichnende Fivanzministerrede im Lande 
der reichen Goldschätze in Kellergewölben 
DNB. Paris, 19. Juni. Am Freitagnach 
mittag ist die Kammer zusammengetreten, um 
den Bericht des Finanzministers Vincenz 
Auriol anzuhören. Das Finanzprogramm der 
vorausgegangenen Legislaturperiode habe, 
führte der Minister aus, den ehemaligen 
Frontkämpfern, den Beamten, den Gemeinden 
und den Rentnern schwere Einschränkungen 
auferlegt. Dennoch sei das erhoffte Gleichge 
wicht nicht hergestellt worden. Der Fehlbetrag 
könne für 1936 mit dem 1. Juni als Stichtag 
auf 6—7 Milliarden beziffert werden. 
Für 1936 habe das Schatzamt für Ausgaben 
in Höhe von 18 700 Millionen aufzukommen 
und die schwebende Schuld sei um 20 Milliar 
den auf 66 Milliarden gestiegen. 
Vincent Auriol sprach sich gegen die einsei 
tige Entwertung aus. Großen Beifall erhielt 
er, als er auf jene Abwertungsfinanzmänner 
hinwies, die mit der Zurückbeförderung ihrer 
nach dem Ausland verbrachten Kapitalien 
warten, um dabei Gewinne einzustreichen. 
Eine einzige Politik sei möglich, sagte er, näm 
lich die Nation aufzufordern, sich selbst und 
ihre Währung zu retten. Der Betrag der von 
den Franzosen seit Januar 1935 nach dem 
Auslande verbrachten Kapitalien werde auf 
26 Milliarden geschätzt. Der Betrag der gehor 
teten Banknoten dürfte sich auf 30 Milliarden 
belaufen. Im ganzen fehlten also der fran 
zösisch cmWirMastfranzösischeK 
Unterbrechung arbeitete, wobei die Stampfer 
sich in Schichten ablösten. Hochbepackte Fracht 
wagen mit Tauen verschnürt, brachten das 
bearbeitete Wollenzeug zur Stadt, wo es an 
die Färber abgeliefert wurde. 100 Jahre war 
dies ein blühendes Unternehmen, bis allmäh 
lich das „Eigengemachte" durch Fabrikstoffe 
mehr und mehr verdrängt wurde. 
Eine einschneidende, geradezu umwälzende 
Aenderung darf nicht unerwähnt bleiben: 
Friedrich Vll„ König von Dänemark, der 
Wenden und Goten, Herzog zu Schleswig-Hol 
stein, Stormarn, der Dithmarschen und zu 
Lauenburg etc. etc. that kund: „Der Mühlen- 
zwang wird im ganzen Herzogthum Schles 
wig vom 1. Januar 1853 an gerechnet, aufge 
hoben. Die bisherigen Inhaber des Mühlen 
zwanges haben für den Wegfall desselben eine 
Vergütung aus Unserer Casse zu gewärtigen". 
Der Schaden wurde auf 27 500 P berechnet 
(jährl. 1100, kapitalisiert mit 4 vH). Die Ab 
findung betrug 6 660 P. 
Müller scheinen ein ausgeprägtes Rechts 
empfinden zu besitzen. Wie der Müller von 
Sanssouci seine Rechtsansprüche gegen die 
Machtansprüche des Alten Fritz verteidigt, so 
bestehen auch drei Generationen Beeck einen 
Kampf um ihr Recht gegen ihre Obrigkeit. Bei 
dem Kampf gegen die Königliche Rentkammer, 
der sehr viele humorvolle Züge trägt, handelt 
es sich um folgendes: 
Als Aufmerksamkeit und für mancherlei 
Schreiberdienste im Verkehr mit den Behör 
den lieferte der Bollingstedter Müller dem 
Amtsverwalter zu Gottorf jahrelang vor 
Weihnachten ein fettes Schwein. Damit waren 
die Verhältnisse zur beiderseitigen Zufrieden 
heit geregelt, bis im Jahre 1783 das gelieferte 
Schwein nicht feist genug war, und der hohe 
Herr dasselbe ergrimmt zurückgab mit dem 
Verlangen nach einem besseren. Er berief sich 
dabei auf sein Sportelverzeichnis (Abgaben 
verzeichnis), aus dem hervorging, daß auch 
der Amtsvorgänger schon zu Weihnachten ein 
fettes Schwein erhalten hätte und leitete dar 
aus einen Rechtsanspruch her. Ein Prozeß setz 
te ein, in dessen Verlauf der Amtsverwalter 
zugeben mußte, daß „in der von Etatsrat 
Lange eigenhändig unterschriebenen Sportel 
designation von 1747 folgendes steht: der Mül 
ler der Bollingstedter Mühle ist dem Herkom 
men nach verpflichtet, dem p. t. Amtsverwal 
ter Ausgang jeden Jahres ein gut feistes 
Schwein zu liefern oder zu bezahlen. Eine 
Abschrift von einer alten schon 1739 verfertig 
ten Sporteldesignation enthält jedoch keine 
Silbe weder von diesem noch von früheren 
Höhe von 60 Milliarden Franc. 
Zur Kapitalfluchtamnestie erklärte er, daß 
die Frist, bis zu der die Eigentümer ihre 
Auslandsguthaben anmelden können, bis zum 
15. Juli verlängert werde. 
Auriol kündigte dann zur Erleichterung des 
Tresors und zur Befreiung des Staates von 
seinen Lasten eine 
Liquidations- und Konsolidierungsanleihe 
an. Er werde in den nächsten Tagen einen 
Appell an die französischen Sparer richten zur 
Zeichnung von kurzfristigen und kleingestückel 
ten Staatsbonds. 
* * 
Neue Bluttaten in Spanien. 
DNB. Madrid, 20. Juni. (Eig. Funkmeldg.) 
In Valaöolid wurde gelegentlich des dort 
herrschenden Generalstreiks ein völlig unbe 
teiligter Fußgänger von einer Gruppe Marx 
isten für einen Faschisten gehalten und durch 
mehrere Pistolenschüsse niedergestreckt. Der 
Sohn des Opfers, der seinen sterbenden Vater 
im Krankenhaus besuchen wollte, wurde vor 
dem Eingang von den marxistischen Mördern 
überfallen und ebenfalls durch Schüsse lebens 
gefährlich verletzt. 
* * * 
„Herzogin Cecilie" wieder flott. 
DNB. London, 19. Juni. Das berühmte 
Segelschiff „Herzogin Cecilie", das ursprüng- 
Schweinen". Am 30. September 1794 wird dew 
Erbpachtmüller Franz Beeck anbefohlen, die 
rückständigen Schweine für die Jahre 1789^- 
1793 jetzt ohne Anstand sowohl als auch zu sei 
ner Zeit für dieses Jahr zu liefern wie auch 
künftig mit der Lieferung Ausgang jeden 
Jahres prompt fortzufahren." — Aber bange 
machen gilt nicht. Der Müller schreibt daraus 
eine: „Allerunterthänigste Gegenvorstellung 
und Bitte abseiten des Erbpachtsmüllers 
Franz Beeck in Bollingstedt wider den Herrn 
Amtsverwalter Lüders in Schleswig. Ich er 
schrecke über die Menge der Schweine, die 
Herr Supplicatus von mir fordert. Sollte ich 
die alle liefern, so müßte ich hungern und der 
Herr Supplicatus könnte dagegen in Gefahr 
kommen, sich krank daran zu essen. Indessen 
halte ich mich überhaupt nicht schuldig, dem 
Herrn Supplicaten bas jährlich verlangte 
Schwein liefern zu müssen, wie ich denn auch 
sogar nach seinem Sportel-Extract und seiner 
ersten Klage immer die Wahl haben würde, 
entweder das Schwein oder dessen Werth zu 
geben, anstatt Ihr Supplicatus unbedingt auf 
ein Schwein geklaget hat." — 35 Jahre später, 
1829, nachdem der Prozeß schon 46 Jahre 
läuft, nimmt Franz Beeck als junger Besitzer 
die Sache in voller Frische auf: „Meine Groß 
eltern und Eltern als meine Besitzvorweser 
haben niemals die Lieferung eines fetten 
Schweines an den Gottorfischen Amtsverwal 
ter als eine moralische Verbindlichkeit an sich 
herankommen lassen, bittweise haben sie dem 
Amtsverwalter mitunter ein fettes Schwein 
geliefert und dafür wieder manche Gefällig 
keiten empfangen, sobald aber einer der Amts 
verwalter es wagte, diese freiwilligen und 
daher von dem Geber jederzeit abhängigen 
Geschenke in die Form einer nothwendigen 
Leistung zu zwängen, so ist die Lieferung des 
fetten Schweines stets ganz verweigert wor 
den, wie dies namentlich von dem Großvater 
des Beklagten geschehen ist. Wenn nun aber 
der Beklagte die Klagegründe näher betrach 
tet, so vermißt er in selbigen nichts mehr als 
eben einen hinreichenden factischen Gründ, aus 
welchem die Verbindlichkeit des jedesmaligen 
Erbpächters der Bollingstedter Mühle und 
also auch die seinige, hervorgehen könnte, denn 
die angeführten Sportelverzeichnisse können 
doch unmöglich eine Verbindlichkeit des Be 
klagten begründen." 
1831 wird zum letzten Male zur Lieferung 
des dem Amtsverwalter jährlich beikommen 
den fetten Schweines aufgefordert — dann ist 
der Kampf scheinbar erfolglos aufgegeben wor 
den. Die Zähigkeit des Müllers hatte gesiegt. 
lich unter deutscher Flagge fuhr und vor eini 
gen Jahren nach Finnland verkauft wurde, 
wurde am Freitag, nachdem es zwei Monate 
lang auf einem Felsen in der Nähe von Sal- 
combe an der Südküste Devons (Südengland) 
festgesessen hatte, wieder flottgemacht und in 
den Hafen Salcombe geschleppt. Das Schicksal 
des Fünfmasters hat in Großbritannien leb 
hafte Anteilnahme eriveckt, so daß jede Phase 
der Rettungsaktion in den Blättern wieder 
gegeben wurde. Seit etwa drei Wochen wurde 
die Getreideladung des Schiffes durch Pum 
pen über Bord gespült, um es zu erleichtern. 
Jedoch gelang es erst am Freitag einer Anzahl 
Schlepper, das Schiff von den Klippen herun 
terzuholen. Der finnische Kapitän des Schiffes 
war mit seiner Frau während der ganzen 
zwei Monate an Bord geblieben und hat die 
Rettungsarbeiten selbst geleitet. 
* * * 
Eine Frau 
îmrchschmmmļ den Großen Ml 
DNB. Kopenhagen, 19. Juni. Am Freitag 
gelang es der früheren dänischen Meister 
schwimmerin, der jetzigen Schwimmlchrerin 
Lilly Andersen, den Großen Belt zu durch 
schwimmen. Um 4.30 Uhr ging sie bei Korsör 
ins Wasser und stieg um 12.45 Uhr bei Knuds- 
hoved (Nyborg) an Land. Sie hat die etwa 
18 Kilometer lange Strecke zwischen den In 
seln Seeland und Fünen in etwa 7% Stunden 
durchschwommen. 
Brand auf französischem Kreuzer. 
DNB. Paris, 20. Juni. (Eig. Funkmeld.) 
Auf dem französischen Kreuzer „Georges Ley- 
gues", der auf der Werft von Denhoet der 
Vollendung entgegengeht, brach am Freitag in 
einem der unteren Räume, in dem größere 
Mengen Kork aufgespeichert waren, Feuer aus. 
Sechs Arbeiter, die sich in diesem Raum auf 
hielten, konnten infolge der starken Rauchent 
wicklung nicht mehr zum Ausgang gelangen. 
Sie mußten durch Aufschweißen einer Stahl 
wand in einen Nebenraum gerettet werden. 
Das Feuer konnte bald gelöscht werden. 
DNB. Madrid, 20. Juni. An einem Bahn 
übergang in der Nähe des Ortes Tobarra in 
der Provinz Albacate wurde infolge der Fahr 
lässigkeit eines Schrankenwärters ein Lastauto 
von zwei rangierenden Lokomotiven erfaßt und 
zertrümmert. Die vier Insassen wurden auf 
der Stelle getötet. Der Schrankenwärter schoß 
sich nach dem Unglück eine Kugel in den Kopf. 
Zrr wenigen Zeilen 
Berlin, 19. Juni. Gcburtstagsglückwunsch 
des Führers an Hugcnberg. Der Führer und 
Reichskanzler hat an Geheimrat Dr. Hugeu- 
berg folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: 
„Zu Ihrem heutigen 71. Geburtstage sende ick 
Ihnen in Erinnerung an gemeinsame Arbeit 
im Dienste der Wieöererneuerung des deut 
schen Volkes herzliche Glückwünsche. 
Adolf Hitler." 
Der Chef der deutschen Polizei an Minister 
präsident Göring. Anläßlich seiner Ernen 
nung zum Chef der deutschen Polizei hat der 
Reichsführer SS. Himmler an Generaloberst 
Göring ein Telegramm gerichtet, das mit den 
Worten schließt: „Ich grüße Sie, meinen ver 
ehrten Kommandeur, in Vergangenheit, Ge 
genwart und Zukunft, in aufrichtiger Kame 
radschaft. 
H. Himmler, Reichsführer SS." 
* 
Der Führer der Feuerkreuzlcr, Oberst de la 
Rocque, hat nach dem Beispiel von Marseille 
einen Aufruf an die Pariser Bevölkerung er 
lassen, in der er sie auffordert, am kommenden 
Sonntag die Trikolore zu flaggen. Die Ereign 
nisse der letzten Wochen könnten in der Welt 
den Eindruck erwecken, als ob Frankreich sist> 
langsam abgleiten lasse. Das Zeigen der Tri 
kolore müsse die Antwort aller Patrioten und 
guten Bürger sein. 
Die Irische Republikanische Armee verboten- 
Die sogenannte Irische Republikanische Arine^ 
eine revolutionäre Organisation, die für du' 
völlige Abtrennung Irlands von Großbri 
tannien eintritt, ist von der Regierung de§ 
irischen Freistaates verboten worden. 
Königsberg: Am Freitagmorgen wurde die 
erste Teilstrecke der ostpreußischcn Reichsant^ 
bahn Königsberg—Elbing eröffnet. 
* . * 
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„Hindenburg" zur 3. Nordamerikasahrt 
gestartet. 
DNB. Frankfurt a. M., 19. Juni. Das Luft 
schiff „Hindenburg" ist am Freitag um 21- 5U 
Uhr mit vollbesetzten Kabinen zu seiner drit 
ten Nordamerikasahrt gestartet. An Bord de-' 
Luftschiffes „Hindenburg" befinden sich unter 
den Passagieren auch der Vorsitzende des Vor 
standes der Hamburg-Amerika-Linie,' Dr. Host- 
mann, sowie Direktor Kipfmüller. 
Beilagenhinmeis. ,, 
Der heutigen Gesamtauflage der,,Landeszeitu"î„ 
ist ein Werbeblatt der Firma Karstadt-Kiel mit 
Titel „Reise-Ratgeber für praktische Kleidung 0 
Ani'stattnng" beigefügt. 
Gegen Durst 
"»pi? 
BuliricmBraüse &
	        
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