Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

©Î£ S!ï!^Iète$flΣ / Bon Hans Bethge 
Ein wundervoller Abend, voll Duft und 
Klarheit. Der Mond hing sichelförmig über Len 
Erlen, wie aus Silber, der Himmel war noch 
hell und zeigte den rosa Widerschein der ver 
sunkenen Sonne. 
Fritz warf die Flinte über die Schulter und 
verließ sein langgestrecktes Gutshaus. Er 
schritt über die weiche Wiesenkoppel, eine 
junge Schimmelstute stürmte herbei, um sich 
von ihm den Hals klopfen zu lassen, und jagte 
wieder davon. Der junge Gutsherr ging in den 
Bald, schritt eine Schneise hinauf, trat unter 
eine Buche, ließ sich auf seinen kleinen Jagd- 
stuhl nieder und wartete auf einen Bock. 
Aber seine Gedanken zogen schnell in eine 
andere Richtung. Er dachte an die schlanke Effi 
von Flemming, die Tochter des alten Flem 
ming auf dem Nachbargut Lehnsdorf, das rei 
zendste, verführerischste, aber auch das herbste 
und abweisendste Mädchen der ganzen Gegend. 
Er liebte sie, aber er war in Verlegenheit, wie 
er sie sich erobern sollte. Sie war von einer 
Sprödigkeit des Empfindens, daß er nicht recht 
wußte, was er zu tun habe, um ihr schwer zu 
gängliches Herz zu bezwingen. Während er 
ihre Gestalt in Gedanken vor sich sah, schlank, 
jung und biegsam, klangen plötzlich Pferde 
tritte an sein Ohr: ein Rappe kam die Schneise 
emporgetrabt, darauf Effi im Herrensattel, mit 
leicht geröteten Wangen, lässig, die Zügel in 
der Linken. 
Fritz lugte erregt zu ihr hinüber, sein Herz 
schlug ungestüm. Sie ahnte nicht, daß er ihr 
so nahe war, und ritt vorbei, ein wenig träl 
lernd, während sie die Reitgerte durch die Luft 
spielen ließ. Jetzt flog drüben eine Waldtaube 
von dem höchsten Zweig einer Kiefer auf, Fritz 
zielte, die Büchse krachte, die Taube fiel klat 
schend zur Erde. Zu gleicher Zeit aber geschah 
etwas anderes. Der Rappe bäumte mit er 
schrecktem Gewicher auf, Effi glitt hinab, und 
das Pferd lief nach Hause. Fritz trat hervor, 
Effi erhob sich und sah ihn verwundert an. 
„Haben Sie sich wehe getan?" fragte er be 
sorgt. 
„Es ist nicht schlimm", sagte sie, „ich glaube, 
ich habe mir den Fuß verstaucht." 
„Sie dürfen nicht gehen", erwiderte er. 
„Kommen Sie, ich trage Sie hinüber in mein 
Hails." 
Er nahm sie energisch auf den Arm, sie 
sträubte sich mit Händen und Füßen. 
„Still", mahnte er, „Sie haben sich zu fügen, 
ich bin stärker als Sie." 
„Uebrigens sind Sie eine schlechte Reiterin", 
tadelte er, „man darf wohl mit dem Pferd fal 
len, aber man füllt nicht von einem Pferde, das 
aufrecht bleibt." 
„Ihr Schuß war schuld." 
„Ich weiß", sagte er, „ich habe Glück gehabt. 
Hütte ich die Taube nicht geschossen, so würde 
ich Sie jetzt nicht so nahe bei mir haben, wie 
ich nie zu hoffen wagte. Es ist schön, Sie so im 
Arm zu halten..." 
Sic suchte sich wieder zu wehren und wandte 
sich wie ein Fisch im Netz, aber alles scheiterte 
an der Kraft seiner Arme. 
Nun bog er in einen Seitenweg ein, der sie 
vom Gutshaus weiter entfernte. 
„Wohin gehen Sie?" fragte sie beklommen. 
„Ich mache einen kleinen Umweg", antwor 
tete er, „ich möchte mir mein Glück verlängern. 
Wer weiß, ob ich Sie jemals wieder so auf dem 
Arm tragen darf. Effi, ich liebe Sie." 
Sie sah ihn groß an, sie hörte sein Herz 
schlagen, es schlug heftiger als sonst, wegen der 
Last, die er trug, und wegen der Worte, die er 
sich abrang. Nun kam ein Lächeln über ihre 
Mienen, das ihm Mut verlieh. Er hob ihren 
Kopf höher zu sich empor und küßte ihren 
Mund. Sie hatte das warme, bestürzende Ge 
fühl, besiegt zu werden, und legte demütig die 
Allerlei aus 
Glück im Keller. 
Beim Abbruch eines alten englischen Hauses 
stieß man auf ein großes unterirdisches Ge 
wölbe, das prachtvoll eingerichtet war .und in 
dem man interessante Aufzeichnungen ent 
deckte, die von einem Einsiedlerleben mitten in 
der Stadt zu berichten wissen. 
Der Bewohner dieses Gewölbes war ein ge 
wisser Henry Wclby, der eines Tages von sei 
nem eigenen Bruder wegen irgendeiner Ver 
mögensauseinandersetzung fstft^ erschossen 
wurde. Dieser Mordanschlag einsetzte Henry 
Welby so, daß er sich entschloß, keinen Menschen 
mehr zu sehen, mit keinem Menschen mehr in 
Berührung zu kommmen und seine Tage mit 
Büchern und ohne Menschen zu verbringen. 
Das unterirdische Gewölbe bestand aus drei 
Räumen, die alle untereinander verbunden 
waren. Morgens erschien eine alte Dieuerln, 
die jedoch auch Welby nicht zu Gesicht bekam, 
denn er verließ immer den Raum, den sie auf 
räumen wollte. Seine Nahrung hatte er aus 
ein Minimum beschränkt. Er entwickelte sich 
in seiner Einsamkeit zu einem hervorragenden 
Sprachkenner und verfaßte zahlreiche philo 
sophische Werke. Nach 41 Jahren segnete er 
das Zeitliche. Sein Gewölbe aber geriet offen 
bar in der Folgezeit in Vergessenheit. 
Das weltverlorene St. Kilda. 
In weltverlorener Einsamkeit liegt westlich 
der äußeren Hebriden die kleine schottische 
Insel St. Kilda, die dadurch unter ihres 
gleichen merkwürdig ist, daß sie nur drei Mo 
nate hindurch bewohnt ist. Alljährlich im Juni 
bringt ein Dampfer die Einwohner von St. 
Kilda nach ihrer Insel, um sie nach Ablauf 
eines Vierteljahres, im August, wieder zurück 
zuholen. Während des Winters nisten aus 
St. Kilda ungezählte Scharen von Seevögeln. 
Obwohl der Aufenthalt der Einwohner nur 
vorübergehend ist, verfügt ihre Siedlung doch 
über Kirche, Pfarr- und Schulhaus. Während 
Tom Zaggler / 
Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, 
München. 
38) Nachdruck verboten. 
„Gelt, hilfst mir?" fragt Monika nochmal 
hinauf und wendet sich daun zum Gehen. Und 
sie fühlt die Blicke des Heilandes auf sich 
ruhen. Doch bevor sie um die Ecke biegt, schaut 
sie nochmals zurück und sagt treuherzig: 
„Brauchst keine Angst zu haben. Ich geh 
schon heim. Ich tu es net. Und jetzt weiß ich 
auch, daß es der Toni gar net wert is, daß ich 
brich seinethalben aus der Welt stehl." 
Und dann reckt sie sich unwillkürlich hoch. 
Ein neuer Lebenswille ist in ihr erwacht, und 
sie kann gar nicht begreifen, wie sie so klein 
Und schwach hat werden können. 
Als sie auf den Hof zukommt, hält sie er 
schrocken den Schritt an. 
Was soll denn das nun wieder sein? Die 
Uhr hat längst Mitternacht geschlagen und der 
Brandl kommt aus dem Haus, streichelt im 
langsamen Gehen mit beiden Händen die 
Hauswaud, bleibt vor dem alten Spalierbaum 
stehen und schlingt seine Arme um den grauen 
Stamm, als möchte er ihn umarmen. 
Einen Augenblick verharrt er so, daun geht 
er am Stall entlang und verschwindet hinter 
l>en Wirtschaftsgebäuden. Monika folgt ihm, 
Und da sieht sie, wie sich der Vater an dem 
Eichbaum zu schaffen macht. Sie sieht es zwar 
Nicht ganz genau, weil ihn die Haselnußstau- 
öen verdecken, aber plötzlich bemächtigt sich 
ihrer eine unerklärliche Angst. Mit raschen 
Armen teilt sie die Büsche und steht vor dem 
Bater. 
Der Bauer führt zusammen wie ein er- 
tappter Sünder und läßt die Hände sinken. 
„Was tust du da?" fragt Monika. 
Der Brandl gibt keine Antwort. Aber Mo 
nika gewahrt im selben Augenblick einen 
strick, den der Brandl an einem Ast des Bau 
bles befestigt hat. 
Eine Weile stehen sie schweigend vor ein 
ander, dann sagt Monika hart: 
„Den Strick tust wieder runter!" 
Sie streckt selbst die Hand danach und zieht 
èie Schlinge zu. Der Vater faßt sie am Arm. 
„Laß nur! Sein muß es doch. Und wenn es 
heut net ist, dann ist es morgen oder über- 
Hochîandsromnn von Hans Gr «st 
morgen. Weißt, Moni, die Versteigerung will 
ich net erleben." 
„Es kommt net so weit", antwortet Monika 
und zerrt an dem Strick. 
„Weißt du einen Ausweg? Ich net." 
„Ja, ich weiß — einen Ausweg." 
Ihre Stimme klingt ganz ruhig. 
Der Brandl forscht in ihrem Gesicht, fängt 
ihren Blick ein und hält ihn fest. 
„Was ist das für ein Ausweg?" 
Nun schwankt ihre Stimme doch ein wenig. 
„Ich heirat' den Kerber." 
„Du heiratst den — — —" 
„Ja, ich Habs g'sagt und dabei bleibt es. Du 
mußt gleich mit dem ersten Zug nach Mün 
chen fahren und mußt es ihm sagen." 
„Darfst mir's glauben, Moni, dös is ein 
schwerer Weg." 
„Schwerter wird er auch net sein, wie der, den 
du grad hast geh'n wollen." 
„Was is denn daun mit dem Toni?" 
„Dös war noch nie was G'scheites", lügt sich 
Monika in das Herz des Vaters hinein. „Jung 
war ich halt, weißt. Jung und dumm. Aber 
heut nacht bin ich hellsichtig worden. Jetzt denk 
ich anders." 
„Hast ihn denn gern, den jungen Kerber?" 
„So darfst jetzt net fragen, Vater! Es geht 
um Haus und Hof. Mach den Strick runter 
jetzt und geh mit mir ins Haus". 
„In Gotts Namen!" sagt der Brandl immer 
noch ein wenig unsicher und macht den Strick 
los. „Dann kann alles noch gut werden." 
„Ja, alles wird gut", versichert Monika und 
wendet sich um. 
Sie gehen nebeneinander in den Hof zurück 
und der Brandl merkt es gar nicht, daß Mo 
nika still vor sich hinweint. Auf der Stiege sagt 
sie noch, ohne das Gesicht zu wenden: 
„Versäum den Zug net!" 
Daun fällt oben leise die Türe ins Schloß 
und der Brandl steht im dunklen Flur und 
faltet dankbar die Hände. 
Zu spät! 
Sonntag morgen! Der Toni ist in der Nacht 
noch ins Dorf herabgekommen, um den Wo 
chenbedarf für seine Hütte einzukaufen. Schon 
im ersten Laden erführt er als Neuigkeit: am 
26. Juili soll Versteigerung sein beim Brandl- 
bauern! 
Hand auf seine Schulter. Er schwang sie einmal 
übermütig um sich herum, drückte den Kopf an 
ihr braunes Haar und sagte: „Jetzt trage ich 
dich hinüber in mein Haus — in unser Haus." 
Sie schwieg, es schwirrte durch ihr Hirn, es 
war, als ob eine ganze Welt um sie zusammen 
stürzte und sie verschüttete, aber mit Veilchen 
und Rosen. 
„Ich preise deinen kleinen Unfall", sagte er. 
„Wer weiß, ob es mir sonst jemals gelungen 
wäre, dich zu beugen!" 
„Und ich preise deinen Flintenschuß", ent- 
gegncte sie leise, „er kam gerade zur rechten 
Zeit." 
„Ja", sagte er, und die gute Waldtaube! 
Schade, daß sie tot ist. Nachher gehe ich und 
hole sie. Sie soll wenigstens ausgestopft bei 
uns bleiben. Wir sind ihr Dankbarkeit schuldig. 
Sie ist die wahre Ursache unseres Glücks." 
aller Wett 
ihres Aufenthaltes auf St. Kilda sind die In 
sulaner keineswegs von der übrigen Welt ab 
geschnitten. Alle vier Wochen läuft ein Schiff 
die Insel an, um die Bewohner mit Post und 
sonstigen Dingen zu versorgen. Dieser Posttag 
ist für St. Kilda immer ein Ereignis ersten 
Ranges. 
Urlaubsreise um die Welt in 30 Tagen. 
Mr. Boliver Falconer aus der kleinen Stadt 
Marlin in Texas wird auf seiner Urlaubs 
reise bestimmt viel zu sehen bekommen, beab 
sichtigt er doch, in 30 Tagen um die Welt zu 
fliegen. Er wird Dallas am 7. Mai verlassen, 
um in Lakehurst an Bord des neuen deutschen 
Luftschiffes „Hinöenburg" die Fahrt nach 
Frankfurt a. Main anzutreten, wo er am 13. 
Mat eintreffen wird. Von dort will er nach 
Amsterdam fahren, um mit einem Flugzeug 
der Royal Dutch Mail über Bagdad, Rangoon, 
Singapore nach Batavia zu fliegen. Anschlie 
ßend geht der Flug nach Manila, wo Mr. Fal 
coner den fahrplanmäßigen „China Clipper" 
erreichen ivird, der ihn über Guam, Wake 
Islands und Hawai nach San Francisco brin 
gen soll. Mit einem fahrplanmäßigen trans- 
kontinentalen Flugzeug wird die Reise um die 
Welt in Dallas beendet. Die Kosten für die 
ganze Reise dürften ungefähr 3000 Dollars 
betragen. 
Pinguin-Eier — die große Mode. 
In diesen Tagen trafen aus Südafrika 
ganze Schiffsladungen mit Pinguin-Eiern 
ein. Sie sind auf einmal die große Mode in 
England geworden. Vor vier Jahren wicrde 
schon einmal ein Versuch unternommen, Piu- 
guin-Eier populär zu machen. Aber damals 
ließ sich das englische Publikum durch andere 
kulinarische Genüsse ablenken. 
Heute aber werden die Pinguin-Eier gleich 
mit vorzüglichen Rezepten verkauft. Es gibt 
nicht weniger als 25 Methoden, um Pinguin- 
Eier zu servieren. Sie sollen im Geschmack 
dem zartesten Hühnerei gleichen, nur daß sie 
sechsmal so groß sind. 
Arme Moni! ist sein erster Gedanke. Aber 
warum muß er die Hiobsbotschaft aus frem 
dem Munde erfahren? Warum hat es Monika 
nicht der Mühe wert gefunden, ihn selber zu 
verständigen? Wird sich halt geschämt haben, 
beschließt er seine Ueberlegungen und macht 
sich gleich aus den Weg zum Vrandlhof. Er 
wird der Moni auch von seinem Zusammen 
treffen mit der Juta erzählen. Nicht daß ihr 
wieder von interessierter Seite weiß Gott was 
zugetragen wird. 
Da ist er schon vor dem Vrandlhof. In Fei- 
ertagskleidern und wie es scheint reisefertig 
kommt der Bauer soeben aus der Türe. Mo 
nika ist bei ihm und spricht noch mit ihm und 
hat dem Vater anscheinend noch was Eiliges 
zu sagen. Plötzlich erblickt sic den Jäger, wen 
det sich rasch um und geht ins Haus. 
Hoppla, sagt da der verblüffte Toni, da ist 
etwas nicht in Ordnung. Er wartet hinter den 
Haselnufistauden, bis der Bauer hinter den 
ersten Häusern verschwindet, und geht dann 
wieder vor bis zum Gartenzaun. 
Es dauert nicht lange, und Monika kommt 
wieder aus dem Haus, um eine Schwinge voll 
Holz zu holen. 
Bei dem leisen Anruf des Jägers zuckt sie 
leicht zusammen. Aber dann kommt sie doch 
an den Gartenzaun, steht vor ihm, mit hän 
genden Armen und todblassem Gesicht. 
Toni erschreckt vor ihrem Aussehen. Daß sie 
cs sich so zu Herzen nimmt! 
„Was ist denn los, Monika? Bist du krank?" 
Sie hebt die Augen, blickt ihn kurz an und 
dann an ihm vorbei. 
„Ich bin net krank. Nur g'schlafen hab ich 
net, die Nacht." 
„Glaub ich dir gern, wenn's so steht um den 
Hof", erwidert er. „Aber vielleicht kann ich dir 
noch einen Nothelfer bringen, Moni, daß die 
Versteigerung doch aufgehoben wird." 
Eifrig beginnt der Toni seinen Plan zu ent 
wickeln, wie er den Grafen heut noch bitten 
werde, für den Brandlhof einzuspringen. Da 
spricht sie plötzlich dazwischen und ihre Stimme 
klingt todtraurig: 
„Hast ja eine gute Fürsprecherin beim Gra 
fen, die Juta." 
Der Jäger horcht verwundert auf: „Wie 
meinst denn dös?" 
„Ich hab nix b'sonders g'meint damit." 
„Monika, du hast was. Bist mir bös?" 
Sie hätte aufschreien mögen bei dem weichen 
Klang seiner Stimme. Mit übermenschlicher 
Sie müssen z»r Slyiyisde Ş, ■ • • 
daß im Juli 1909 der Franzose Louis Bleriot 
als Erster den Kanal überflog. 
* 
daß in demselben Jahr der Deutsche August 
Euler das erste Flugführerzeugnis erwarb. 
* 
daß Charles Lindbergh 1927 als Erster den 
Atlantischen Ozean überflog. 
* 
daß das erste deutsche Turnüuch, „Gymnastik 
für die Jugend" von Guts-Muths, im 
Jahre 1793 geschrieben wurde, 
* 
daß 1928 die deutschen Flieger Köhl und von 
Hüuefeld mit dem Irländer Fitzmaurice diesen 
Flug ausführten. 
* 
daß die erste Pilotin, die diesen Flug mit Er 
folg wagte, die Amerikanerin Miß E a r - 
hart war. 
* 
daß die deutsche Sportfliegerin Thea Rasche 
als erste Deutsche 1932 die Pilotinprüfung ab 
legte. 
Heitere EÄe 
Vorlaut. Ausrufer bei einer Verlosung: 
„Nummer drei — eine Gans!" 
Eine Dame rirft laut und freudig: „Hat 
mein Bräutigam. 
* 
Unfehlbar. Ein Kriminalist brachte einen 
langgesuchten Gauner, den er soeben verhaftet 
hatte, auf das Polizeipräsidium. Der Kom 
missar staunte: „Wie haben Sie ihn nur er 
kannt, trotzdem er doch so vorzüglich als Frau 
verkleidet war?" 
„Daran, daß die vermeintliche Frau an 
einer Modeauslage vorbeiging, ohne einen 
Blick hineinzuwerfen. Das tut keine Frau!" 
* 
Sicherheit garantiert. 
Peter Rosegger steht am Ufer des Wörther 
Sees und ruft den Kahnführern zu: „Wer von 
euch kann schwimmen?" Alle treten vor, nur 
einer bleibt im Hintergrund. Diesen ruft 
Rosegger herbei: „Und du nicht?" —, „Nein, 
Herr." — „Dann fahre du mich hinüber aus 
andere Ufer!" 
* 
Bildhauer oder Töpfer? 
Der berühmte Bildhauer Schadow verfügte 
über einen Humor, der bisweilen recht grim 
mig sein konnte. Eines Tages sah er, wie 
einer seiner jungen Schüler sein Werk, eine 
kleine Figur aus Ton, voll Liebe und Stolz 
betrachtete. „Hast du det allein jemacht?" fragte 
der Meister, der gern in sein beliebtes Ber 
linerisch verfiel. — „Jawohl, Herr Professor, 
ganz allein", stammelte freudezitternd der 
Jüngling. — „Wirklich ganz allein? Na, denn 
kanuste ja Töpfer werden..." lautete der Rat 
des Meisters. 
Kraft zwingt sie sich zu einem Lächeln. Die 
Augen bekommen einen feuchten Glanz, als sie 
erwidert: 
„Nein, ich bin dir net bös. Es hat alles so 
kommen müssen. Deinen Bittgang zum Grafen 
kannst du dir sparen. Dazu ist es jetzt zu spät. 
Und ich will von dieser Seite auch keine Hilfe!" 
Einen Augenblick zögert sie, als wollte sie 
noch etwas sagen, dann streift sie sein Gesicht 
mit einem eigentümlichen Blick und geht ins 
Haus. 
Mit einem verdutzten Lächeln sicht Toni ihr 
nach. Aber dann beruhigt er sich damit, daß der 
ewige Kummer sie verwirrt haben müsse. Sonst 
hätte sie sein Angebot sicher mit Freuden an 
genommen. Unangenehm ist ihm nur, daß er 
Monika von der Juta nichts erzählen konnte. 
Aber das kann er ja am nächsten Sonntag 
nachholen. 
Damit macht sich Toni wieder auf den Weg 
zur Hütte. Der Graf soll nicht warten müssen 
auf ihn. 
Vom Kiefernsee sieht er die Nebel aufstei 
gen. Wie helle Schleier wehen sie im Morgen 
wind und flattern empor zu den Wolken, die 
über der Bergkette lagern. 
„Es gibt schlechtes Wetter", sagt der Jäger 
zu sich und prüft den Wind. Dann legt er die 
letzte Strecke Wegs zurück. 
Vor der Tür der Luisenhütte steht Graf 
Bruggstein in Hemdärmeln und hat die Hände 
tief in die Taschen seiner Lederhose vergraben. 
„Na, endlich", sagt er, als er den Jäger 
zwischen den Latschen auftauchen sieht. „Mach 
dich nur gleich fertig. Wir müssen zum Gröll- 
stein." 
Es geht etwas langsam mit dem Steigen 
beim Grafen und der Toni fragt, ob vielleicht 
vom letzten Unfall etivas zurückgeblieben sei. 
„Du meinst wegen dem Stoß von dem Stier? 
Ist nicht so schlimm. Die Aerzte sehen alle 
schwärzer als es ist. Denk dir, hat mir der 
Esel von einem Doktor verboten, ich sollt auf 
keinen Berg mehr steigen. Aber da müßt ich 
doch auch was spüren, nicht wahr, Toni. Lauf 
nicht so narrisch! So arg pressiert es nicht." 
Graf Bruggstein greift verstohlen an die 
linke Brustseite. In geheimer Sorge betrachtet 
Toni das Gesicht seines Herrn. Es will ihm 
gar nicht gefallen. 
(Fortjetzung folgt.)
	        
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