Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer Wirtschaftsdienst 
Schuldenregelrrng 
Md ZwangSVerstergerrrng 
Zur Beurteilung der Zwangsversteigerungen: 
»Ausmerzung der nicht entschnlduugsfähigen 
Betriebe und der nicht entschuldungsfähigen 
Höfe in Erbhosgröße". 
Bon zuständiger Stelle wird u. a. mitgeteilt: Der 
ätzten Veröffentlichung des Statistischen Reichs- 
»»'teS ist zu entnehmen, daß die Zwangsversteige 
rungen landiv. Grundstücke sich 1935 auf 2270 Fälle 
»'it 31 445 Hektar beliefen, gegen 1518 Füllen mit 
28 462 Hektar in 1034. Scheidet man die Betriebe 
»»ter 2 Hektar aus, so ergibt sich, daß an landiv, 
Grundstücken von 2 Hektar und darüber in 1935 1009 
Betriebe mit 30 625 Hektar, gegen 684 Betrieben 
Utit 27 857 Hektar in 1034 zur Zwangsversteige- 
rung gekommen sind. Im Vergleich zu 1931 sind in 
1985 der Zahl nach 2 / 7 und der Fläche nach Vo von 
1931 zwangsversteigert. Der Häufung der Nieder 
brüche infolge der Krisenjahre wurde zunächst gene 
rell durch die Notverordnung über den landiv. Voll 
streckungsschlitz vom 14. 2. 1933 für die Zeit bis zum 
9i. 10. 1933, später verlängert bis zum 31. 12. 1933, 
Einhalt getan. Diese Schutzzeit hat dann dazu ge 
bient, die Schnldenregelung und das NeichSerbhof- 
llefctz zu erlassen. Nach der Schuldenregelungs- 
gesetzgebung werden die noch entschnldungsfähigen 
Betriebe entschuldungswürdiger Besitzer im Wege 
riner geeigneten Schuldenregelung dem bisherigen 
Inhaber soweit als irgend möglich erhalten. 
»Nach dem Reichserbhofgesetz sind die Höfe in 
Erbhofgrößc, also regelmäßig zwischen 7,6 bis 125 
Hektar, soweit sie in bauernfähiger Hand sind, jeder 
Zwangsversteigerung entzogen. Die Betriebe, die 
s'ch im Schulöenregelungsverfahren als nicht ent 
schuldungsfähig erweisen, einschl. derjenigen in 
Erbhofgröße, die wegen mangelnder Bauern- 
sahigkeit des Besitzers nicht Erbhofe werden und 
sich gleichzeitig als nicht entschuldungsfähig heraus 
stellen, verlieren damit ihren bisherigen Boll- 
streckungsschutz. Das Fortschreiten dieser mit der 
Durchführung des Erbhofgesetzes und der Schulden- 
»egeluug verbundenen Ausmerzung der nicht ent 
schuldungsfähigen Betriebe sowie der nicht entschul- 
buligsfähigen Höfe in Erbhosgröße in der Hand 
»icht bauernfähiger Personen spiegelt sich darin 
wider, daß die Zahl und die Fläche der zur 
Zwangsversteigerung gelangenden Betriebe von 
ihrem zeitweiligen Tiefstand in der Zeit des all 
gemeinen Vollstreckungsschutzes sich allmählich hebt. 
Diese Entwicklung ist noch nicht zum 'Abschluß ge 
kommen. Es handelt sich dabei um die Auswirkung 
aus der Krisenzeit übernommenen Ueberschul- 
b»ng, soweit diese Ueverschuldung die Grenzen 
überschreitet, jenseits deren eine Entschuldung auch 
»nter Anwendung aller Hilfsmittel des Schnlden- 
»egelungsgesetzes (Zwangsvergleich usw'.) nicht mög 
lich ist, oder soweit die Persönlichkeit und die Wirt 
schaftsweise der Bctricösinhaber zur Ablehnung 
des Entschuldungsverfahrens führt. 
Die Zahl der nicht entschnldungsfähigen Betriebe 
wird zwar durch die Stärkung der wirtschaftlichen 
Lage der Landwirtschaft, insbesondere infolge der 
Marktordnung, sehr erheblich eingeengt, es ver 
bleiben indes in jedem Fall eine Anzahl von Fällen 
schwerer Ueberschuldung oder Ungeeignetheit des 
Besitzers, die im Zuge der Schuldenregelung nicht 
'»ehr bereinigt werden können und zum zwangs 
weisen Besitzwechsel führen. Auch bei durchgeführ 
ter Zwangsversteigerung läßt es sich häufig ermög 
lichen, den zwangsversteigerten Besitz oder einen 
Teil von ihm «Resthof) für Familienangehörige 
des bisherigen Besitzers zu erhalten." 
Hamburger 6ör8e 
Amtliche Notierung in mm für 100 JIM Nennwert 
'Ohne Ģernhàr 
^»eccysbani 
^D.-Sank 
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Sant 
19 6. 
195 00 
94 75 
95.00 
116.00 
126.00 
78 00 
ìb-ktkhrs-Äkt. 
Hochbahn 91.75 
®'fch..Ostafr>ka 46 00 
^apag 14 75 
^»g.-SUdamer 29 00 
31, 
°r»d. Lloyd 
oetnu-ütme 
16.25 
46 00 
18.6. 
196 00 
94 75 
95.00 
11640 
126 00 
7840 
92.00 
46 00 
14 37 
28.25 
16.00 
46 00 
Industl.-AII. 
ÄUg. ŒI.-® 
ÄNen-C'M. 
Brecrenb Eew 
Elbscht.-B.. 
polsten-Sr. 
Harp. Sgb.-w 
Schuckerl-E!. 
Siemens 
HTW. 
Deutsche Erdöl 
I®..Faiden 
Neu best? 
Ältbesitz 
36.25 
166 50 
152.50 
11440 
115 00 
128 00 
157 00 
203 50 
143.75 
171/75 
23 00 
110 50 
36.75 
166 50 
152.50 
114 00 
115 00 
129.00 
158.62 
204 00 
143 25 
133.00 
173.00 
23.00 
110.75 
Amtliche Währungskurse. 
! Pfund Sterling ..... 
'Dollar I • 
" dän. Kr. . . . 
to 11 frans. Frank. , 
peseta . , . . 
'»a .... • •«•••« 
19 6. 18.6 
12.495 
2.486 
55.79 
16.35 
33 87 
19 53 
12.485 
2.484 
55.74 
16.35 
33 86 
19.53 
lOhne Gewähr» Geldkurs 
Metall. Elektrolnļkupser per 100 Kg. 
"'ompl elf Hbg. oü. Brem, Rotterd. 
19 6 18. 6. 
52.50 52 50 
Şademarschener Marktbericht vom 19. 6. 
, 30 Ferkel, Preise 65 bis 72 Pfg. Handel lang- 
Markt nicht geräumt. 55 Schweine zu 250 
°'s 260 Pfb. in dieser Woche für das Saargebiet 
^rsandt. 
, Hamburg, 19. 0. Erfreulicherweise war auch zum 
Mutigen Schweinemarkt der Zutrieb mit 2038 
Schweinen und 871 Beobachtungstieren, zusammen 
,904 Schweinen, wieder etwas höher. Onalität 
à »er. Bei flottem Absatz Schweine im Rahmen 
Kontingente verteilt. 
Die landWirtsHastlicheu Bsrräte Ende Mai 
WPD. Die Bestandserhebungen über die am 31. 
Mai d. I. noch in 1. und 2. Hand vorhanden ge 
wesenen Bestände von Getreide und Kartoffeln 
zeigen in ihrer Entwicklung den Einfluß der gün 
stigen Witterung. 
Beim Roggen ist eine Abnahme der landiv. Be 
stünde um 5 vH. festzustellen. Die Bestände in den 
Mühlen und Lagerhäusern haben sich um rund 
190 000 To. veringert, so daß der Gesamtbestand 
um rund 560 000 To. kleiner geworden ist. Von 
diesen sind rund 390 000 To. für Bermahlungs- 
zwecke in Anspruch genommen. Man wird die Ver- 
fütterung von Roggen aus den eigenen landwirt 
schaftlichen Beständen im eigenen Betriebe auf rd. 
130 000 To. annehmen können. Es ergab sich am 
81. 5. 1986 ein Bestand von Roggen in den Händen 
der Landwirtschaft in Höhe von rund 670 000 To. 
lebensoviel wie vor einem Jahre). In den Mühlen 
und Lagerhäusern befanden sich noch insgesamt 
rund 600 000 To. Diese zweithändigen Bestände 
sind gegenüber dem Vorjahre um rund 640 000 ge 
ringer, insgesamt waren also rund 1,3 Mill. To. 
vorhanden. ES werden zum Ende des Wirtschafts 
jahres noch Gesamtbestände von vielleicht rund 
800 000 To. vorhanden sein, die es zu keinen Schwie 
rigkeiten in der Uebergangszeit werden kommen 
lassen. — Beim Weizen hat sich die Abnahme gegen 
über dem Vormonat verlangsamt. Es dürste die 
Verringerung der landiv. Bestände im Mai 1936 
rund 185 000 To. betragen haben. Die Bestände 
in den Mühlen und Lagerhäusern sind um rund 
170 000 To. zurückgegangen. Diese Veringernug 
war nur eine Kleinigkeit größer als in der gleichen 
Zeit des Vorjahres. Die landiv. Weizenbestänöe 
beliefen sich Ende Mai auf noch 280 000 To., was 
den Vorjahrsbeständen entspricht. Sie betrugen in 
den Mühlen und Lagerhäusern noch rund 970 000 
To. und blieben hier -i rund 530 000 To. hinter 
den Vorjahrsbeständ. «rück. Insgesamt stehen 
also noch rund l'A Millionen Tonnen Weizen zur 
Verfügung. Es iverden Ende Juli, am Ende des 
Wirtschaftsjahres, noch die für die Uebergangszeit 
im Höchstfälle erforderlichen Weizenmengen vor 
handen sein. 
Die landwirtschaftlichen Gersten-Bestände sind um 
rund 135 000 To. kleiner geworden lim April 220 000 
To.). Insgesamt beliefen sich die landiv. Gerste- 
bestände Ende Mai noch auf rund 190 000 To. Die 
Gerstebestünde in der 2. Hand sind um rund 20 00» 
To. ans rund 70 000 To. zurückgegangen. Beim 
Hafer war die Verringerung mit 7 vH. der Gesamt- 
prnte bei den landw. Beständen = rund 380 000'To. 
kleiner als im April mit rund 565 000 To. Die 
landw. Haferbestände selbst waren mil id.820000 To 
um 30 000 To. größer als vor einem Jahre. Die 
Bestände an Hafer in den Mühlen und Lager 
häusern gingen im Mai um run 11000 auf 135 000 
oo. Ende Mai zurück. 
Die Kartofselbestände bei der Landwirtschaft zeig 
ten eine Abnahme um 9 vH. der Gesamternte gegen 
über 12 vH. im April, das entspricht einer Ver 
ringerung um rund 3,4 Mill. To. gegen fast 5 Mill. 
Tonnen im April. Die Bestände selbst waren mit 
rund 3,7 Mill. To. nur noch um rund 600 000 To. 
kleiner als vor einem Jahre. Die Kartoffelernte 
1035 war um rund 3,9 Mill. To. kleiner als die vor 
hergehende. 
Oefferrtlrche Aufträge und Industrie 
Der Ausschuß für Zahlungs- und Lieferungs 
bedingungen der Behörden bei der Reichsgruppe 
Industrie trat zu einer Arbeitstagung zusammen. 
Oberregierungsrat Dr. Holtz ging aus die Neu 
ordnung des Auftragswesens unter Führung der 
Reichsausgleichsstelle ein. Hierbei wurde ins 
besondere die die Selbstverwaltung der Wirtschaft 
betreffende Frage der Heranziehung der Gruppen- 
organisationen behandelt. Auch in der lebhaften 
Aussprache, die sich über die Einschaltung der 
Gruppen ergab, wurde festgestellt, daß hier weit 
gehende Betätigungsmöglichkeiten, insonderheit 
durch sachliche Beratung in technischen und Preis 
fragen, wie auch hinsichtlich der Leistungsfähigkeit 
der Beiverber gegeben seien. Im weiteren Ver 
lauf der Sitzung wurden verschiedene besonders 
wichtige Einzelfragen besprochen, u. a. die Nach 
prüfung der Preise bei öffentlichen Aufträgen, die 
Gewährung von Behördenrabatten sowie Einzel 
heiten der Verdingungsordnung für Leistungen. 
Bei der Behandlung der für öffentliche Aufträge 
geforderten Unbedenklichkeitsbescheinigungen wur 
de zum Ausdruck gebracht, daß ein Unwesen mit 
Fragebogen, das zu einer unnötigen Belastung 
führe, vermieden werden müsse. 
BìMgkeitserîasşe 
betr. GemLirîdegrundsteuerņ 
des älteren Ncnhausbcsitzes. 
Fristablaus für Preußen: 3». 6. 1988. 
Der Verband Schles.-Holst. Haus- und Grnnd- 
eigentümervereine, Kiel, bittet um Veröffentlichung 
folgender Notiz: Wir bringen die Billigkeitsan- 
wcisungen des gemeinsamen Runderlasses des 
Neichsflnanznlinisters, Reichsinnenministers und 
Reichsarbeitsministers vom 2. April 1986 in Er 
innerung. Dieser Erlaß sieht bekanntlich vor, daß 
in den Fällen, in denen die Mehrbelastung des 
älteren Neuhausbesitzes mit Gemeindegrundsteuer 
aus dem Rcichsgesetz vom 2. April 1936 in der Miete 
nicht gedeckt ist, im Villigkeitswege nach Maßgabe 
von Wirtschaftlichkeitsprüfungen Entgegenkommen 
zu gewähren ist durch Erlaß der Zinsen der öffent 
lichen Beihilfedarlehen bzw. durch Erlaß der Mehr 
steuer selbst. In einem Durchführungserlaß vom 
6. Mai 1936 sind Iveiterc Anweisungen hierzu für 
Preußen ergangen. Der preußische Erlaß sieht vor, 
daß die oben genannten Erleichterungen mit Wir 
kung vom 1. April 1936 nur zu gewähren sind, so 
fern der Antrag bis zum 30. Juni 1986 gestellt ist. 
Wir weisen nochmals aus diesen Fristablauf hin 
und empfehlen dringend, die Anträge nötigenfalls 
rechtzeitig vor dem 30. Juni einzureichen. Weitere 
Auskunft erhalten die Hauseigentümer auf den 
Geschäftsstellen der Haus- und Grundeigentümer- 
vereine. 
Rentable Lübeek-Büchener 
Die Lübeck-Büchener Eisenbahngesellfchaft, Lübeck, 
stellt in ihrem Jahresbericht für 1985 wieder einen 
erheblichen Zuwachs im Verkehr fest, hinter dem 
allerdings der Zuwachs der Einnahmen zurück 
bleibt. Die Betriebseinnahmen betrugen insgesamt 
12,29 Mill. MJL, das sind 11,8 vH mehr als im Vor 
jahr: im Personenverkehr stiegen die Einnahmen 
um 7,7 vH, die Anzahl der beförderten Personen um 
8,8 vH, im Güterverkehr waren die Einnahmen 16,7 
vH höher, die geförderte Menge 20,3 vH höher. Die 
Betriebsausgaben beliefen sich auf 12,7 (i. V. 10,67) 
Mill. MM, von der Mehrausgabe entfallen rund 
1,24 auf die Kosten des, Erneuerungsplans. Die Er 
neuerungen sollen- so durchgeführt werden, daß 
nach seiner Erledigung auf absehbare Zeit neben 
der laufenden Unterhaltung nur noch mit Erneue 
rungen zu rechnen sein wird. Die Gesamtausgaben 
für den Plan werden rund 14 Mill. MM erfordern, 
wovon die Jahre 1035, 1936 und 1037 voraussichtlich 
mit 8—9 Mill. MM belastet werden. Die Bahn wird 
voraussichtlich in der Lage sein, ihren umfangreichen 
Plan säst ganz ohne fremde Mittel durchzuführen. 
Da die auf 1937 folgenden Jahre bis zur Erledi 
gung des Planes nur noch mit Beträgen zwischen 
1 und 1,4 Mill. MM für Zwecke der Erneuerung 
belastet werden, hofft die Bahn, wenn die Verhält 
nisse ans der Einnahmen- und der Ausgabenseite 
sich nicht grundlegend ändern, von da an ein« 
Rentabilität unter Erhaltung des Wertes der An 
lagen zu erreichen 
ArrsSefe 
Eine ärztliche VersorgungSkasic, 
die einer ärztlichen Verrechnungsstelle angegliedert 
war, wurde ausgelöst. Das aufgesammelte Ver 
mögen auf die Mitglieder verteilt. Das Finanz 
amt sah die Ausschüttung als Entschädigung für 
entgehende Einnahmen aus dem Recht auf wieder 
kehrende Bezüge an. Der Reichsfinanzhof hat je 
doch durch Urteil vom 19. Februar 1936 die Aus 
schüttung von der Einkommensteuer freigestellt. Es 
handelt sich um einen AuseinandersetzungScrlös, 
der nicht steuerpflichtig ist. 
Das Erzlieserungsabkommeu 
zwischen den schwedischen Erzgruben und den rhei 
nisch-westfälischen Hüttenwerken, das zuletzt um ein 
halbes Jahr bis Ende Juni dieses Jahres erneuert 
worden war, ist um ein ivciteres halbes Jahr im 
wesentlichen auf der bisherigen Grundlage verlän 
gert worden. 
Die Lage der dentschen Maschinenindustrie im Mai 
Bon der Wirtschaftsgruppe Maschinenbau wird 
geschrieben: Die Jnlanüsausträge erfuhren im Mai 
eine weitere Steigerung. Der Eingang von Aus 
landsaufträgen, der sich im März und April be 
trächtlich gehoben hatte, hielt sich im Mai im gan 
zen aus diesem Stand. Zur Erledigung des erhöhten 
Auftragsbestandes wurden in säst allen Zweigen 
der Maschinenindiistrie weitere Neueinstellungen 
vorgenommen. Doch standen die erforderlichen ge 
schulten Arbeitskräfte oft nicht in der benötigten 
Anzahl zur Verfügung. In zahlreichen Betrieben 
konnte daher, zumal von einem Teil der Besteller 
immer noch sehr kurze Lieferfristen ausbedungen 
werden, die Arbeit nur durch Verlängerung der 
Werkstattarbeitszeit bewältigt werden. Ebenso nö 
tigte Mangel an Fachingenieuren in manchen Pro 
jekt- und Konstruktionsabteilungen zur vorüber 
gehenden Einführung von Ueberstunden. 
Ueber das Maigeschüft der einzelnen Fachgruppen 
der Maschincnindustrie ist folgendes zu berichten: 
In der Werkzeugmaschinen-Jndustrie hielt der 
starke Zugang von Jnlandsaufträgcn in fast allen 
Arten von Metallbearbeitungsmaschinen weiter 
an. Er war auch in Präzisionöwcrkzcugcn weiter 
recht lebhaft und erfurh in Holzbcarbcitungs- 
maschincn ebenfalls eine Steigerung. In Textil 
maschinen war die Lage im ganzen unverändert. 
In der Landmaschincn-Jndustric zeigte sich gestei 
gerte Nachfrage in Verfolg der Frankfurter Aus 
stellung, während andererseits Saisongründe die 
Beschäftigung in einem Teil der Landmaschincn- 
Vctricbe vorübergehend etivas sinken ließen. In 
Berbreimnngskrastmaschinen und Pnmpen, ferner 
in Ventilatoren und Trockenappararen wurde be 
friedigende Beschäftigung gemeldet. In Kranen und 
Fördermitteln war weitere Zunahme der Aufträge, 
auch vom Ausland, zu verzeichnen. In Prüfmaschi 
nen und Waagen ergaben sich Auftragssteigerungen 
im JnlandSgeschäft. Befriedigende Meldungen, zum 
Teil unter Einschluß des Auslandsgeschäftes, liegen 
auch aus der Nahrnngs- und Genußmittelmaschi- 
nen-Jnöustrie vor. Ferner wurden vermehrte Aus 
landsaufträge in Zerklcinerungs- und Ausberei 
tungsmaschinen festgestellt: im JnlandSgeschäft 
ivurde dagegen die Aprilhöhe des Auftragseingangs 
nicht überall erreicht. In der Armaturenindnstrie 
war der Geschäftsgang un ganzen befriedigend. 
Die ersten deutschen FrAhkartoffeln 
m den westlichen Gebieten des zünftigen Früh- 
kartosfelbaus wurden bereits am 12. Juni in dem 
bekannten Frühkartosfel-Erzeugergebiet Kaarst bei 
Neuß geerntet und auf den Markt gebracht. Zu 
Beginn dieser Woche hat man in weiteren Gebieten 
des linken Nieöerrheins mit der Frühkartoffelernte 
begonnen. So gingen gestern in Krefeld die ersten 
deutschen Erstlinge über die Verfteigerungsuhr der 
dortigen Bezirksabgabestelle cn den Verteilerhandel. 
Diese Erstlinge erzielten einen Preis von 12,50 bis 
Bst—MM je Ztr. Obgleich in den Markthallen der 
Großstädte und in den Verkausslädcn auch der deut 
schen Kleinstädte ausländische Kartoffeln, vor allem 
italienische Frühkartoffeln in ausreichendem Maße 
verfügbar gehalten werden, so konnte man doch be 
obachten, wie der Verbrauch die deutschen Früh 
kartoffeln bevorzugte. 
Neben den italienischen und spanischen Früh 
kartoffeln, von denen die italienischen in cimvanü- 
freter Beschaffenheit angeliefert werden, was von 
den spanischen nicht imer gesagt werden kann, kom 
men nun auch erste Mengen belgischer und hollän 
discher Frühkartoffeln nach Deutschland herein. In 
Holland haben die Versteigerungen bereits um die 
Mitte der Vorwoche eingesetzt. Die Preise bewegten 
sich durchweg bei 6,50 bis 7,— MM je Ztr. ab Ver 
ladestationen, so daß ein Versand nach Deutschland 
angesichts des vorgeschriebenen Preises von 6,— MM 
te Ztr. frachtfrei Grenze vorerst nicht erfolgen 
konnte. Die anfallenden Mengen waren auch noch 
klein: erst für den Beginn dieser Woche werden in 
Holland größere Mengen erwartet. 
Die deutschen Frühkartosfelfelder stehen durch 
weg, besonders in den Gebieten der Kölner Bucht 
und am Niederrhein, sehr gut. Wenn auch die 
zunächst zu rodenden Frühkartoffelmengen noch 
klein und für die Marktversorgung unbedeutend 
sind, so dürfte doch bald bei Anhalten der warmen 
Witterung mit dem Verladen größerer Mengen zu 
rechnen sein. Die Frühkartosselernte im Gebiete 
des Vierlandes bei Hamburg schreitet weiter fort. 
Diese Vierländer Fleeken-Delikateßkartoffeln kom 
men in der Hauptsache für die Belieferung des 
Hamburger Marktes m Frage. Auch hier handelt 
handelt es sich natürlich noch um kleine Mengen. 
Man darf damit rechnen, daß die Hauptverladnn- 
gen in deutschen Frühkartoffeln Anfang nächster 
Woche bis gegen Juniende beginnen können. 
Die Nachfrage nach iveißen und roten Kartoffeln 
alter Ernte war durchweg gut zu nennen: sie wird 
durch das -vorliegende Angebot ohne weiteres ge 
deckt. Besonders im Westen ivar die Nachfrage nach 
weißen Sorten sehr groß. Eine vorübergehende 
Knappheit konnte schnell behoben iverden. Immer 
hin wird auch in den Gebieten, in denen bald 
größere Mengen von Frühkartoffeln zur Verfügung 
stehen, noch eine ganze Zeit lang auch mit der Kar 
toffel alter Ernte in der Versorgung der Bevölke 
rung zu rechnen sein. Gelbe Speisekartofseln sind 
schwer erhältlich und fast nur noch in Beiladungen 
zu haben. Die Preise für weiße Speisekartofseln 
ostdeutscher Herkunft der Sorten Modell, Silesia, 
Parnassia, Phönix, Dellbrück usw. sind frachtfrei 
westdeutsche Stationen 3,15 MM, Odcnwälder blaue 
wurden mit 3,25 MM und gelbe Speisekartofseln 
mit 3,55 MM je Ztr. im Verteilergrotzhandel 
notiert. 
Berlin, 19. Juni. 887 Rinder. Am meisten gesucht 
die sog. „Grenzqualitütcn", die im Rahmen der 
Klassifizierung eine möglichst gute Auswertung ver 
sprechen. Bei dem geringen Angebot mußte zuge 
griffen werben, und selbst im zweiten Abschnitt deS 
Marktes wurden bei glattem Handel auch für die 
verbliebenen geringeren Qualitäten die höchstzuläs 
sigen Preise angelegt. — 1640 Kälber. Durchschnitts 
beschaffenheit eben mittel, Geschäft wäre zweifel- 
los noch schleppender gewesen, wenn nicht für aus- 
wärtige Rechnung Mittelkälber übernommen wäre. 
Handel sehr ruhig, Preise abgleitend, am stärksten 
in den oberen Klassen. — 5826 Schafe, Durchschnitts 
beschaffenheit nur schwach mittel: es fehlte an guten 
Lämmern. Handel ziemlich lustlos. Preise auf der 
ganzen Linie zurückgehend. — Am Schweinemarkt 
11985 Tiere, und wenn dieser Auftrieb auch um 
über 2400 Stück stärker war als der Markt vor acht 
Tagen« 
Rendsburger Wochenmarkt 
ant Sonnabend, dem 20. Juni 1936 
(Preise zwischen 9 und 10 Uhr. Ohne Gewähr!) 
RlNdfleclch Pfd 85—180 
6d)roptn?fL Pfd. 85—110 
Flomen Pfd. 95 
Ser.ycef.Speck Pfd. HO 
Kalbfleisch Pfd. 90-130 
Wurf! Pfd. 80-150 
Legehühner tetrt. 250-300 
Schlachthübner 200—300 
Eänsss junge St. 300 
Tauben 6tü. 70 - 80 
Kaninchen Stet 100-300 
Mecerecbukt/ Pfd. 150 
Kale Pfd. 70—110 
Eier 6td. 8 
Vontg Pfd 110—120 
Kartoffeln Ztr. 400 
neue Pfd. l6 
Blumenkohl Stck. 20—45 
Wirsingkohl St. 20—25 
Svitzkohl 20—25 
Suppenkraut Bd. 15 
Kohlrabi Pfd. 
Rbabarber Pfd. 
Salat Kopf 
Radieschen Bd. 
Spargel Pfd. 
Spinat Psd. 
Schnittbohnen 
Salatanrkcn St. 
Zwiebeln Pfd. 
Schalotten Pfd. 
Wurzeln, neue 
Sellerie Pşd. 
Äepsel Psd. 
Kirschen 
Kirschen Pfd. 
Stachelbeeren.. 
Tomaten Pfd. 
Zitronen St. 
Apfelsinen St. 
Bananen Pfd. 
10 
10 
5-15 
5 
45 
10—15 
40 
F-sche- 
Äal 
Dorsch 
Heringe 
«Utt 
Hecht 
Makrelen 
Rotfedern 
Hornfiich 
Pfd. 
Psd. 
Pfd. 
Pfd. 
Pfd. 
40 45 
15 
20 
15-20 
20 
40 60 
60 
60 
25 
50 65 
5 
5- l0 
30 
60-80 
25 
25-30 
40-50 
65 
25 
25 
25 
Feuerung: 
Tors, Fuder, 
ca. 8 gtr. 
Holz Sack 
Beschickung und Handel gut 
700 
100 
Schleswigcr Ferkclmarkt vom 29. 6. 
Auftrieb: 473, Markt nicht ganz geräumt, Preise: 
65—7» Rpf. pro Kg. Lebendgewicht, 22—24 MM 
pro Stück. 
Heider Ferkelmarkt vom 29. 8. 
Austrieb: 385, Handel langsam, Markt fast g«-, 
räumt. Preise: 14-17.17—19, 19—22. 5Q~ä5,
	        
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