129. Jahrgang.
Schleswig-Holsteinische
129. Jahrgang.
Renösdurger Sägeblatt
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Hr. 143
Moņlag. hm 22. JM
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Dritte Reichstagung der Nordischen Gesellschaft
Nordischer Gedanke, nordisches Blnt
Zwei grundlegende Reden von Dr. Friik und Rosenberg aus der Kundgebung auf dem Lübecker Marktplatz
Gesetzgebung und Rassegedanke
-P- Die Reichstagung der Nordischen Ge
sellschaft ist vorbei. Drei ereignisreiche Tage
liegen hinter uns, deren Ergebnis und deren
Echo im Ausland mir noch in einem Sonder
bericht zusammenfassen werden. Höhepunkt der
Lübecker Tagung mar die Mittagskundgebung
auf dem Rathausmarkt mit den Ansprachen
von Reichsminister Dr. Frick und Neichs-
leiter Alfred Rosenberg. Zu dieser
Kundgebung waren neben den Gästen der
Nordischen Gesellschaft Ehrenkompanien des
Heeres und der Kriegsmarine, starke Abtei
lungen der SA., SS., des Reichsarbeits-
dicnstes und aller übrigen Gliederungen der
Bewegung aufmarschiert. Mit herzlichem Bei
fall wurde Dr. Frick begrüßt, als er zusammen
mit den anderen Ehrengästen, darunter u. a.
Reichsarbeitsführer Hierl, den Platz be
trat.
Reichöleitcr Alfred Rosenberg,
der nach dem Fahneneinmarsch sogleich das
Wort nahm, sprach über „Nordische Verpflich
tung" und führte u. a. aus, daß er soeben non
einer großen Tagung der NS.-Kulturgemeinde
aus München käme, die in ihrem inneren
Reichtum gezeigt habe, daß nunmehr Gestal
tungskräfte airch für dieses heute wirkende
Leben neue Formen leidenschaftlich suchten
und zum Teil schon gefunden hätten. Diese
wegweisende Veranstaltung mit vielen ande
ren Kundgebungen im Deutschen Reiche zeig
ten in zunehmendem Maße, daß neben der po
litischen und sozialen Aufbauarbeit auch die
kulturellen Werte immer mehr ins Zentrum
des deutschen Lebens gestellt würden.
„Wir wollen an dieser Stelle die Hoffnung
aussprechen, daß, mag man über politische
Formen im Auslande verschieden denken,
doch dieses innere Streben eines tiefen
Gestaltnngswillcns nicht mehr von den
Gutwilligen übersehen werden kann."
Die Nordische Gesellschaft kann in diesem Jahr
eine ungeahnte Zahl von Gästen aus dem
Norden begrüßen. Angesichts der vielen neuen
Gäste sprechen wir die Hoffnung aus, daß sie
hier von Lübeck den Eindruck mit nach Hause
nehmen, daß Deutschland instinktsicher. und
zielbewußt zugleich, zugleich aber auch mit in
nerlicher Unbeirrbarkeit sich seine neue Le
bensgestalt bildet. Bildet nicht etwa als Vor
bild für die übrigen Völker, wohl aber als
Beispiel einer Möglichkeit, die zerstörenden
politischen und kulturellen Kräfte unserer Zeit
zu bändigen und, durch ein verderbliches
Chaos hindurchgehend, eine neue Gesittung zu
schaffen. Wir haben gewußt, daß das Entstehen
der nationalsozialistischen Revolution, die vie
les, was andere glaubten, verehren zu müssen,
beiseite schob, naturnotwendig zunächst auf hef
tige Ablehnung stoßen mußte.
Die gelehrten Politiker der anderen Staaten
verehrìen durch ein langes Leben hindurch,
was wir als im Kampf um unser Dasein in
der heutigen Welt als nicht mehr lebensstark
erlebt hatten,' und da es nun mal so ist, daß
ältere Gelehrte und Politiker meistens lehren
und nicht lernen wollen, so ist jetzt schon eine
Anzahl von Jahren vergangen, ehe sich die
Notwendigkeit, das nationalsozialistische Phä
nomen wirklich zu studieren, als innere Er
kenntnis durchzusetzen beginnt. Der alle drei
Monate tot gesagte Nationalsozialismus ist
nicht eine vorübergehende politische An
gelegenheit, wie es manche glaubten, sondern
bedeutet in unseren Augen einen Wendepunkt
nicht nnr der Geschichte Deutschlands, sondern
durch die Tatsache seines Bestehens an sich auch
einen Wendepunkt in vielen Dingen Europas.
Man hatte uns oft als einen ganz Europa
bedrohenden Unruheherd hinzustellen versucht.
Nir dagegen waren und sind der festen Ueber
zeugung, daß nirgends die innere Aufbauarbeit
so ruhig vor sich geht, wie im nationalsoziali
stischen^ Deutschland. Man braucht nur einen
Blick auf das Geschehen gerade der letzten Zeit
zu werfen, um festzustellen, daß es im Gebälk
der verschiedenen Staaten in Europa verdäch
tig knistert und daß überall nicht nur einzelne,
sondern ganze Bataillone von Brandstiftern
durch die Lande ziehen und nur auf den Augen
blick warten, die letzten großen Brandfackeln in
die Häuser der Völker Europas zu werfen.
Und das Charakteristische dabei ist, daß sie von
jenen, die bedroht werden, als bündnisfähig
anerkannt, als gute Freunde angeredet wer
den und man ihnen freie Bahn für ihre soge
nannte politische Tätigkeit gibt.
Das erscheint uns als eine innere Kapi
tulation, als ein Zusammenbruch dessen,
was man früher als die höchsten Ideale
der Politik und Gescllschastslchre anpries.
Und angesichts dessen, daß der Bolschewismus
uicht nur die politische Revolution erstrebt,
sondern sämtlichen hohen Traditionen der
europäischen Völker den Tod ankündigt, er
scheint er schon heute vor der Geschichte, als
ein Symbol eines ungeheuren, alle Gebiete
umfassenden Weltzerfalls überhaupt. Wir sind
der tiefen Ueberzeugung, daß, entgegen allen
anderen Behauptungen, Europa im weitesten
Sinne in allererster Linie hier in Deutschland
verteidgt wird! Die Schicksalsstunden fordern
Männer, die begriffen haben, wo die tiefsten
Lebensgcsetze einer schöpferischen Nation lie
gen, daß diese tiefsten Lebensgesetze von ande
ren zu respektieren sind, und daß von diesem
Zusammengehen zwischen dieser inneren Ach
tung nnd äußeren Tat jene Abmachungen
möglich werden, die den organischen, geschicht
lichen und raumpolitisch gegebenen Notwen
digkeiten Rechnung tragen, jene Völker und
Staaten enger zusammenbinden, denen das
Schicksal jenes Zusammengehen geradezu vor
schreibt.
Wenn in diesen Tagen in Lübeck über das
germanische Bauerntum und seine Gesetz
mäßigkeiten und Schicksalsverbundenheit ge
sprochen wird, so soll uns das ein Symbol be
deuten, das hier in Lübeck angeknüpft worden
ist nicht an vorübergehende politische Zustünde,
sondern an feststehende, ewige Kräfte des Blu
tes und des Bodens. So grüßen wir denn auch
außer dem Bauerntum des Nordens die Trä
ger von Kunst, Schriftum und Politik, die hier
in Lübeck versammelt sind, in der tiefen Ueber
zeugung, daß sie alle, selbst dann, wenn ihre
Völker zunächst von den drohenden Schatten
eines Weltunterganges noch nicht so befreit
sind, als Seher ihrer Zukunft verstehen, daß
das Schicksal Europas letzten Endes auch ihr
Schicksal ist und ein starkes Leben von iß neu
erwartet, daß sie sich zur Verteidigung dieses
Lebens bereit erklären.
Sie schirmen eine große Ueberlieferung und
tragen init eine große Verpflichtung. Einst zo
gen aus Nord- und Zentraleuropa jene Men
schen aus, welche die Grundlagen für die sämt
lichen Nationalstaaten Europas legten. Wenn
auch diese Gründungen selbständig wurden, so
bleibt der Kern des welthistorischen Geschehens
doch mitbedingt von dem kraftvollen Charakter
jener, die in vielen Wellen auszogen, die Welt
zu gestalten. Wir haben uns der Pflege jener
Kräfte gewidmet, die, über den Alltag hinaus
schauend, Kunst und Kultur unserer Zeit für
die Zukunft gestalten. Wir haben das getan,
einfach, weil wir verwandte Geister und
Menschen begrüßen wollen und haben nicht da
nach gefragt, wie im einzelnen das Verhalten
der einen oder anderen politischen Form zu
uns steht. Wir fühlten und fühlen uns groß
genug, um über diese Tagesereignisse hindurch
greifen zu können nach Gütern und Menschen,
die uns verwandt erscheinen und denen wir
Möglichkeiten ihres Schaffens und menschliche
Verbindungen geben wollen. Wenn das in die
sem Jahre auch in erster Linie durch die Nor
dische Gesellschaft gegliickt ist, so ist damit ein
erstes Ziel erreicht. Damit verbindet sich dann
die Hoffnung, daß die Tagungen in Lübeck
Tradition für diese völkerverbindende Arbeit
werden, daß mit der Lübecker Zusammenkunft
verknüpft wird ein Gedenken helfender Taten
und wegweisender Worte.
Wir freuen uns, in immer stärkerem Maße
geistige Führer des Nordens hier begrüßen zu
können, und sind der Ueberzeugung, daß, wenn
ähnlich willensstarke Mächte sich auf die Ur
quellen ihrer Kraft besinnen und unbeküm
mert um Gespött und Gelächter einer ab
sterbenden Vergangenheit, ins Ruder des
Schicksals greife», auS den Verbindungen un
serer Tage ein großes klares Denken und
Wollen, ans dem Chaos nnserer Politik ein
neues, vorwärtsstrcbendes Europa entsteht!
Reichsmlnister Dr. Frick
sprach anschließend über „Das nordische Ge
dankengut in der Gesetzgebung des Dritten
Reiches". Der Minister führte u. a. aus:
Ich habe zunächst die angenehme Aufgabe,
Die Reichssieger
Großer Erfolg des 4. DeAtfchen Zugendfestes
Die Abschlutzsonnenmendfeier aus der Zugspitze
DNB. Berlin, 21. Juni. Am Sonntag wur
den die letzten sportlichen Wettkämpfe des 4.
Deutschen Jugendfestes, das den Auftakt für
die 11. Olympischen Spiele bildete, durchge
führt. Im gesamten Reich gingen rund 10 Mil
lionen Jungen und Mädel in die Wettkämpfe.
Unzählige Zuschauer in Stadt und Land waren
Zeugen der heißen Kämpfe.
Nach den bisherigen Mitteilungen aus dem
Reich sind die Ergebnisse überraschend gut,'
rund 38 v. H. aller Teilnehmer erhielten die
Siegernadel. Kaum anders sieht es auch bei
den Mannschaftswettkämpfen der HI. und des
BöM. aus. Einige bis jetzt vorliegende Er
gebnisse aus den Einzelleistungsprüfungen der
Schulen und den Mannschaftskämpfen des
Jungvolks und der Jungmädel, die zugleich
den durchschlagenden Erfolg des diesjährigen
Deutschen Jugendfestes erkennen lassen, mü
den den Erfolg der Wettkämpfe veranschau
lichen:
Der 14jährige Wilhelm Lehrle in Freiburg-
Breisgau hat bis jetzt die höchste Punktzahl
mit 332 Punkten erreicht. Die für die Sieger-
nadel verlangte Punktzahl beträgt nur 18V.
Beste Schülerin nach den bisherigen Mel
dungen ist Alberta Hellge in Magdeburg mit
346 Punkten.
Als bisher beste Jungenschaft erwies sich die
Jungenschaft 2 im Fähnlein 2V des Jungbanns
1/142 in Weil am Rhein aus dem Gebiet Ba
den der HI. mit einer Gesamtdurchschnitts
punktzahl von 298. Bisher beste Jungmädel
schaft ist die Jungmädelschaft 3, Jungmüdel-
gruppe 38 im Untergau 30 des BöM. in Mett
lach, Obergau Saarpfalz.
Die Sammelfeier auf der Zugspitze.
Ae deulsche Jugend am Sonnmendfeuer.
DNB. Auf der Zugspitze, 22. Juni. Zum Ab
schluß des Deutschen Jugendfestes veranstal
tete die Hitlerjugend in der Nacht vom Sonn
tag zum Montag in ganz Deutschland ihre
Sommersonnenwendfeiern.
Im Mittelpunkt dieser Feiern stand auf der
Zugspitze die gemeinsame Sonnwendfeier der
Hitlerjugend und der Schutzstaffeln, die sich auf
der höchsten Stelle Deutschlands in der Hvchge-
birgsnacht auf 3000 Meter Höhe zu einem un
vergeßlichen Erlebnis für alle Teilnehmer ge
staltete. Brennende Fackeln der SS. und HI.,
Fanfaren des Jungvolkes, Feuersprüche und
Lieder der HJ.-Spielscharen gaben dieser
Feier das Gepräge. Während das alte Feuer
lied „Flamme empor" über die deutschen Al
penberge aufklang, wurde der Holzstoß ange
zündet, dessen glühende Flammen weithin
leuchteten über die deutschen Lande als ein
Zeichen der brennenden Flamme heißer Liebe
in den Herzen der deutschen Jugend. Schwei
gend und ergriffen von dem Eindruck dieser
Feier in der majestätischen Bergwelt sahen die
Männer der SS., die Hitlerjungen in die
Flammen, während ein Feuerspruch vom Sinn
dieser Feuer kündete: „Du, Feuer, fliege in
jedes Haus — in jedes Tal, von Berg zu Berg
— bis in das Meer!"
Dann hielt der Rcichsjugendführer Baldur
von Schirach die Weiherede. Er nannte die
Sonnwendfeiern, in denen sich immer die ge
sunde Kraft des deutschen Brauchtums stark
erwiesen habe, einen schönen Beweis für die
Selbstbesinnung der Jugend. „Heute flammen
die Sonnwendfeuer wieder auf, soweit die
deutsche Zunge klingt und verkünden die see
lische Verbundenheit aller Deutschen in Glück
und Leid. Möge uns diese Stunde läutern,
daß wir die letzte Reinheit des Wollens ge
winnen, und die höchste Kraft, das zu voll
bringen, was zum Wohl unseres Volkes und
seiner Zukunft vollbracht werden muß. Was
der Führer einst als Ziel bekannte, es brennt
heute in den Herzen eines 70-Millionen-VoI-
kes, und wir, die Jugend, geben die flammende
Wahrheit weiter an die Jüngsten, damit sie als
Hüter und Kämpfer in Ehren bewahren, was
unser Volk glücklich und stolz gemacht hat."
Der Reichsjugendführer übergab nun sym
bolisch das Feuer, das der Reichsführer SS.
bei der letzten Wintersonnenwendfeier auf dem
Brocken der HI. „bis zum längsten Tag des
nächsten Jahres" übergeben hatte, wiederum
den Männern der Schutzstaffeln, daß sie es hü
ten mögen bis zum kürzesten Tag des Jahres,
an dem die Jugend wieder an ihre Stelle tritt.
Bei diesen Worten des Reichsjugeudführers
wurde die Feuerwache der HI. von der SS.
abgelöst, und ein SS.-Mann übernahm mit
knappen Worten das Feuer im Auftrag des
Reichsführers Himmler in kameradschaftlicher
Verbundenheit mit der Hitlerjugend.
Der alte Kampfruf der Bewegung „Es lebe
der Führer — Adolf Hitler Siegheil!" fand in
dieser weihevollen Stunde ein vieltausend
faches Echo, das weithin über die bayerische
Bergwelt hallte und hinüberklang in das
ganze Deutsche Reich, das aufgenommen wurde
von Hundertausenden deutscher Jugend, die
zur selben Stunde am Feuer vereint waren.
SļaalssàM von Wlsm gŞà.
DNB. Berlin, 21. Juni. Der Staatssekretär
im Auswärtigen Amt, Dr. Bernhard Wilhelm
von Bülow ist am Sonntag um 11 Uhr an den
Folgen einer Lungenentzündung in Berlin
gestorben.
Der am Sonntag an den Folgen einer Lun
genentzündung verstorbene Staatssekretär im
Auswärtigen Amt, Dr. Bernhard Wilhelm von
Bülow, wurde am 19. Juni 1883 in Potsdam
geboren. Sein Vater war der 1897 als Gene
ralmajor und Kommandeur der 21. Kavallerie-
Brigade verstorbene Adolf von Bülow, ein
Bruder des späteren Reichskanzlers und Für
sten Bernhard von Bülow.
Einheitliche Kleidung
der deutschen Polizei
Näheres siehe auf der 7. Seite
der heutigen Nummer