Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Sonnwendfeier in Rendsburg. Das Gelöbnis: 
Deutschland, immer nur Deutschland! 
Die schönen, im Zeichen der Kameradschaft 
und Gemeinschaft verlaufenen Tage der Wett 
kämpfe der Jugend schlossen am Sonntagabend 
ab mit der Sonnwendfeier auf 
dem Platz an der Viehmarkt- 
Halle. Zeitig war schon der große Flammen 
stoß geschichtet. Reisig türmte sich über 
Scheitholz, und ausgekleidet war der Hügel 
des Feuers mit anderen brennbaren Stoffen. 
Viele Zuschauer fanden sich ein und warteten 
auf die Entfaltung des uralten germanischen 
Brauches am Tage des Sommeranfanges, an 
dem Lichtgott Baldur den Menschen besonders 
wohlgesinnt gewesen. Die geheimnisvolle 
Sprache deutschen Blutes regte sich. Im Drit 
ten Reich, das wir alle stolz erleben, verbindet 
sich mit dem erneuerten Brauch die ganz be 
sondere Freude über das völkische Werk des 
Führers, das sich darstellt in der Schaffung 
einer wirklichen Volksgemeinschaft, und eines 
starken Vaterlandes. 
Gegen 9.30 Uhr rückten an HI. und BDM. 
mit ihren Untergliedernngen Jungvolk und 
Jungmäöel, sodann der Reichsarbeitsdienst, 
stattlich anzusehen mit geschultertem Spaten, 
und ein Trupp der SA. Im Viereck mar 
schierte man um deu Feuerstoß auf, die 
Fahnen als besondere Abteilung, beim 
Nähertreten von allen mit erhobenem Arm 
gegrüßt. Fackelträger bildeten einen Kreis 
und harrten des Winkes zur Flammenent- 
fachung. Als die Dämmerung sachte nieder 
schwebte, der Jupiter im Südosten an Farbe 
gewann und die feine Mondsichel in der vio 
letten Abendborte im Westen hinabsank, gab 
ein Hornsignal den Auftakt zu den F l a m - 
m e n s p r ü ch e u. Auf Geheiß fuhr ein 
Dutzend Fackeln an den gewaltigen Stoß, und 
im Nu loderte der Zauber gegen Himmel, 
feurigen Bächen gleich und wallenden Fahnen. 
Aus den Flammensprüchen wurde die tiefe 
sinnbildliche Bedeutung der Sonnwendfeier 
klar, der Lichtfeier des längsten Tages und der 
kürzesten Nacht. Und das mit dem Licht ver 
knüpfte, den Elementen vermählte, der ewi 
gen Verbundenheit des Menschen mit Natur 
und Erde zugewandte Sinnbild wurde erhoben 
zum Bekenntnis und Gelöbnis: Deutsch 
land, immer nur Deutschland! 
Feierlich erscholl das Lied „Flamme empor!" 
und mit edler Begeisterung, die in den Gesich 
tern geschrieben stand, wurden Lieder der jun 
gen Generation gesungen. Besonders weihevoll 
war es, als die Träger von Eichenkränzen 
vortraten und mit einem Gedenkwort die 
Kränze einzeln in die Flammen warfen. Ge 
dacht wurde u. a. der Gefallenen des Krieges 
und der Bewegung, der Deutschen in aller 
Welt, des einigen Volkes, und der letzte Kranz 
war dem Führer Deutschlands und 
Weiser in die deutsche Zukunft geweiht, Adolf 
Hitler. In kurzer Ansprache des Gefolgschafts- 
führcrs Kromann wurde das zweiseitige We 
sen der Flamme nach Natur und Sinnbild ge 
kennzeichnet. Sie soll das Kranke, Schwache und 
Feige vernichten, das Starke und Gute läutern 
und stählen. Auch diese Worte endeten mit dem 
Schwur an Deutschland. Die Lieder der Nation 
erklangen weithin in die Runde und aufwärts 
zum Abenühimmel. Noch einige Flammen 
sprüche wurden gesprochen, und hin und wieder 
ertönte ein Hornsignal oder wurde die Trom 
mel gerührt. Bald zogen die Fackeln kreuz 
weise ihre Bahn und flogen in den nun be 
reits kleiner werdenden Flammenstoß. 
Die Fahnen wurden wieder erhoben, und es 
wurde ihnen, als sie unter Marschweisen ab 
zogen, von neuem mit dem deutschen Gruß ge 
huldigt. Die das Deutsche Jugendfest 1936 in 
Rendsburg eindrucksvoll abschließende Sonn 
wendfeier, der u. a. auch Obersturmbannführer 
Giese beigewohnt, hatte ungefähr eine Stunde 
gedauert. Eine Feuerwache blieb an dem lang 
sam verlöschenden Haufen zurück. Aus einiger 
Entfernung erinnerte das Bild an ein Lager 
feuer, an dem der Frohsinn einer Schar Pimpfe 
noch einmal laut wurde. Eine milde Sommer 
nacht, in der gute deutsche Geister walteten, 
brach an. In den hohen alten Bäumen begann 
nach heißem Tag ein kühler Wind zu flüstern 
und zu rauschen. Gegen Mitternacht waren die 
letzten Funken verglüht. In den Herzen aller 
Teilnehmer der Feier aber lebte und leb: 
freudig und glutvoll die Liebe zum ewigen 
Deutschland! # 
* 
Die SS. veranstaltete eine Sonnwendfeier 
am Fockbeker See. Während die Flammen sich 
Standesamtliche Nachrichten 
Kaufm. Angestellter Alfred Robert Otto 
Peters, Rendsburg, und die Stenotypistin 
Margarete Luise Selma Wittenbecher, 
Rendsburg- 
Unteroffizier Helmut Peter Detlefsen, Rends 
burg, und die Hausgehilfin Christine Pau 
line Petersen, Flensburg- 
Landarbeiter Karl Rudolf Ernst Clausen, 
Bargstedt, und die Hausgehilfin Meta 
Klara Rehberg, Rendsburg- 
Maurer Christian Max Rau, Rendsburg, und 
Frieda Knutzen, geb. Zimmermann, Rends 
burg- 
Unteroffizier Herbert Franz Martin Willi The 
odor Niemann, Rendsburg, und die Haus 
tochter Paula Auguste Anna Henriette 
Beese, Schwerin. 
im stillen Wasser des Sees spiegelten, hielt 
Junglehrer Harder die Feuerreöe und meh 
rere SS.-Männer sprachen Feuersprüche. 
* 
Die Ergebnisse der Wettkämpfe vom Deut 
schen Jugendfest werden wir nach ihrer Fest 
stellung durch die Wettkampfleitung veröffent 
lichen. 
* * * 
Ergebnis der Ausschreibung 
von Natzbüggerarbeiten in der Sorge. 
Die Naßbaggerung von rund 80 000 cbm 
Boden in der Sorge unterhalb der Sand 
schleuse war vom Preußischen Neubauamt 
Eiöerabdämmung in Rendsburg öffentlich 
ausgeschrieben worden. Am Sonnabendvor 
mittag fand im Büro des genannten Neubau- 
amtes in Rendsburg die Oeffnung der einge 
gangenen zwei Angebote statt. Das Ergebnis 
ist folgendes: 
1. Friedrich Heiötmann, Hamburg, 88 000 JUI; 
2. Arbeitsgemeinschaft Theodor Hitzler-Ham- 
burg, Claus Rohwer-Rendsburg und P. D. 
Loft-Wilster 96 000 JUI. 
„Du sähst ober god nt!" 
Hoch gingen die Wellen der Wiederschens 
freude Sonnabendvormittag 10.48 Uhr, als 
91 Knaben und Mädel aus Rendsburg und 
Umgebung von ihrer großen Fahrt in den 
Kreis Dieburg in Hessen-Nassau zurück 
kehrten. Mütter harrten freudig auf dem 
Bahnsteig- denn die Trennung von den Spröß 
lingen dauerte seit dem 12. Mai. Dann läuft 
der Zug ein, und ihm entquillen Jungens, 
Mädel, Koffer, Schachteln. In der Luft liegt 
emsiges Geraune. „Wie war's?" „Blendend! 
Alle sind gesund, haben 8—15 Pfund zuge 
nommen und wollten nicht wieder nach Hause!" 
Die Gastfreundschaft der Hessen ist vorbild 
lich, manche haben das zweite und dritte Kind 
aufgenommen. Die Rückreise in einem Zwei 
te-Klassewagen ging glatt vonstatten. Aber nun 
leuchtet auch die Freudedes Wiedersehens mit 
Mutti aus aller Augen. 
„Eltern zurück, Kinder antreten!" Der Zug 
formiert sich, die Krusesche Kapelle spielt Be 
grüßungsweisen. Die lachenden, braungebrann 
ten Kinder sind der NSV., die durch ihre Kin 
derlandverschickung die ganze Fahrt ermöglicht 
hat, Dank genug. 
Bereits am Abend vorher kehrten 37 Kinder 
aus einem Kinderheim in Reinfeld in Holstein 
zurück. O 
* * * 
* Autounfall an der Kanal-Straßendreh 
brücke. Am Sonntagvormittag gegen 8.30 Uhr 
hielt ein Hamburger Personenauto vor der 
geschlossenen Schranke an der Südseite der 
Kanal-Straßendrehbrücke. Beim Wiederanfah 
ren nach Schließung der Brücke fuhr das Per 
sonenauto gegen die Längsschranke vor der 
Brücke, die der Autoführer wegen dreier vor 
ihm haltender großer Autobusse nicht gesehen 
haben will. Hierbei wurde die Längsschranke 
stark beschädigt. Durch den Anprall gegen die 
Schranke stieß eine Mitfahrerin aus Hamburg 
mit dem Kopf gegen eine Zwischenscheibe im 
s Innern des Autos, die zerbrach. Die Frau 
erlitt dabei eine Gehirnerschütterung, eine 
stark blutende Schnittwunde über dem rechten 
Auge und einen Rißbruch der rechten Speiche. 
Die Verletzte wurde ins Rendsburger städti 
sche Krankenhaus gebracht. 
* Lastauto fährt gegen einen Baum. Am 
Sonnabendfrüh gegen 3.30 Uhr fuhr ein Last 
auto aus Eckernförde auf der Schleswiger 
Chaussee in Richtung Rendsburg. In der Nähe 
des Duvensteöter Weges fuhr das Lastauto, 
angeblich wegen Versagens der Steuerung, 
gegen einen Baum. Das Lastauto ist dann nach 
rechts abgerutscht und in den Chausseegraben 
gefahren. Der Führer des Autos, Hans Jo 
hannes C. aus Eckernförde, der nur durch eine 
Fensterscheibe aus dem Auto herauskonnte, er 
litt mehrere Rippenbrüche. Er wurde mit dem 
Rendsburger Sanitätsauto ins städtische Kran 
kenhaus nach Rendsburg gebracht. Vom Last 
auto, das später abgeschleppt wurde, wurden 
das linke Vorderrad, der linke Kotflügel und 
der rechte Verschlag stark beschädigt. 
* Fahrraddiebstahl. In der Nacht zum 
Sonntag zwischen 2 und 3 Uhr wurde ein vor 
einer Wirtschaft in der Richard-Menzel-Straße 
hingestelltes Hcrrentvurenraö Marke „Ham 
burg" gestohlen. 
NSĢ. „Kmft durch Freude". 
Für nachstehende Urlaubsfahrten werden 
noch Anmeldungen entgegengenommen: 
Schwarzwald 
UF. 10 vom 26. 6. bis 7. 7. 1936. Preis 46 JLM. 
Erzgebirge (verbilligte Fahrt) 
UF. 11 vom 2. bis 10. 7. 1936, Preis 23,80 JUI. 
Ostsee (Usedom) 
UF. 14 vom 10. bis 17. 7. 1936, Preis 33,70 JUL 
Bayer. Allgäu (Sonthofen) 
UF. 16 vom 10. bis 19. 7. 1936, Preis 43,40 JUL 
Bayerischer Wald 
UF. 17 vom 18. bis 26. 7. 1936, Preis 42 JUL 
Taunus (Usingen) 
UF. 18 vom 23. bis 31. 7. 1936, Preis 38,60 JUi. 
Anmeldungen für diese Fahrten sofort er 
beten bei den Ortswarten oder auf der Dienst 
stelle der Deutschen Arbeitsfront, Advlf-Hitler- 
Haus, Telephon 2670. 
Am Sonntag, dem 28. Juni 1936: 
Sonderfahrt nach Hamburg zum 
größten deutschen Rennen, dem „Derby" 
in Horn. 
Ab Neumünster beträgt der Preis für Hin- u. 
Rückfahrt 1,8V -JUL 
Eintrittskarten zum „Derby" können auf der 
Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront, 
Rendsburg, zum Preise von 0,50 JUI (sonst 
1,50 JUi) empfangen werden. 
Anmeldungen sofort erbeten. 
* 
Sportamt. 
„Fröhliche Gymnastik und Spiele" 
für F r a u e n. 
Jeden Montag von 20—21.80 Uhr in der Auf- 
bauschule, Rittcrftraße- 
jcdcn Mittwochnachmittag von 13.3V—17 Uhr 
im Gasthaus „Grüner Kranz" - 
jeden Freitag von 28—21.30 Uhr in -er Auf 
bauschule, Ritterstratze. 
Anmeldungen in den Kursen bei den Sport 
lehrkräften oder auf der DAF.-Dienststelle, 
Advlf-Hitler-Haus. 
Seide*wLļ-Uôideit*. 
Ums Jtmds&ucg. 
jj. Alt-Duveuftedt, 22. Juni. Die hiesige 
NS.-Frauenschaft machte mit ca. 50 Mitglie 
dern einen Ausflug von Rendsburg aus per 
Dampfer nach Kl.-Königsförde. Im schönen 
Park der dortigen Gastwirtschaft (dem ehe 
maligen Gutshause) wurde gemeinschaftlich 
Kaffee getrunken. Anschließend wurde dem 
Umschulungslager ein Besuch abgestattet. Die 
Leiterin des Lagers hielt einen Vortrag über 
Wesen, Zweck und Ziel dieser Einrichtung und 
zeigte, wie die Großstadtmädel hier praktisch 
für den Dienst in der Landwirtschaft vorbe 
reitet werden. Mit viel Interesse wurden die 
gärtnerischen Anlagen und die Geflügelzucht 
besichtigt. Für viele war schon die Dampfer 
fahrt ein Erlebnis, zumal sie bei der Nobis- 
krüger Werft auch noch Gelegenheit hatten, 
einen Taucher in voller Ausrüstung aus dem 
Wasser steigen zu sehen. 
rb. Langwcdel, 21. Juni. Zwei Radfahrer- 
unfälle ereigneten sich am gestrigen Sonnabend 
in unserem Ort. Zwei Jungen im Alter von 
7 und 12 Jahren stießen auf einem abschüssigen 
Fußsteig mit ihren Fahrrädern zusammen. 
Dabei wurde der kleinere überfahren und er 
litt einen Oberschenkelbruch, während der äl 
tere mit dem Schrecken davon kam. Der Ver 
letzte wurde sofort mit einem Auto ins Rends 
burger Krankenhaus geschafft. 
ICceis Scldeswiq. 
Auf dem Wege zur Arbeitsstätte verunglückt. 
cs. Schleswig, 22. Juni. An der Straßenecke 
Gottorfer Damm — Lollfuß — Schleistraße vor 
der „Schleihalle" stieß am Sonnabend gegen 
9 Uhr ein etwa 26jähriger Motorradfahrer aus 
Schleswig beim Einbiegen in den Lollfuß mit 
einer auswärtigen Radfahrerin zusammen. 
Bei dem Zusammenstoß trug der Motorrad 
fahrer, der sich auf dem Wege zu seiner 
Arbeitsstätte befand, am rechten Unterschenkel 
eine blutende Wunde davon. Der Verletzte 
mußte sich sofort in ärztliche Behandlung be 
geben. Die Radfahrerin blieb glücklicherweise 
unverletzt. 
cs. Schleswig, 22. Juni. Sittcuverbreche* 
gefaßt? In Schleswig wurde am Sonnabend- 
nachmittag ein 42jähriger Wanderbursche au» 
Verden an der Aller von der Polizei fest" 
genommen. Der Wanderbursche steht im drin 
genden Verdacht, im Gehege „Tiergarten" ein 
etwa fünfjähriges Mädchen vom Hesterberg 
herbeigelockt und sich an ihm sittlich vergan 
gen zu haben. Er wurde am heutigen Mon 
tagmorgen dem Schleswiger Amtsgerichtö- 
gefängnis zugeführt. 
Schleswig, 22. Juni. Spitzbuben a« 
cs. 
Werke. In der Nacht zum Sonnabend wurde 
ein im Vorraum des Schleswiger Lichtspiel 
theaters „Metro-Palast" aufgestellter Schoko 
laden-Automat aufgebrochen und seines I"- 
Haltes beraubt. Den unerkannt entkommenen 
Tätern fielen dabei zahlreiche Schokoladen, 
Bonbons usw. im Werte von mehr als ein 
hundert Reichsmark in die Hände. Die polizei 
lichen Ermittlungen wurden sofort aufgenom 
men. 
Aus Hc&is Husum 
lb. Hattstedt, 21. Juli. Mit blauem Auge 
davongekommen. Zwei sinnlos Betrunkene, 
die auf dem Heimwege nach Hattstedt waren, 
gefährdeten gestern abend im starken Maße 
den Verkehr und ihr eigenes Leben. Sie ver 
suchten immer wieder Valancekunststücke auf 
ihren Fahrrädern, wobei sie die ganze Hatt- 
stcdtcr Chaussee in Anspruch nahmen. Den 
einen von ihnen hätte dieses fragwürdige 
Vergnügen beinahe das Leben gekostet. Gerade 
als ein großer Lastzug in voller Fahrt daher 
kam, stürzte der Betrunkene von seinem Rad 
und fiel direkt vor die Räder des Lastwagens. 
Nur der Entschlossenheit des Wagenführers, 
der das Auto noch einen Meter vor dem Ge 
stürzten zum Stehen brachte, ist es zu ver 
danken, daß hier kein Menschenleben in die 
große Liste der Verkehrsunfälle mit tödlichem 
Ausgang eingereiht wurde. Als dann die 
beiden Todmüden sich die Autostraße als 
Ruhestatt erkoren, mußten Passanten sie ihrem 
häuslichen Frieden entgegenführen. 
Aus Stûfisikâim 
ps. Bergenhnsen, 20. Juni. Die diesjährige 
Heuernte ist in vollem Gange, in der Treenc- 
niederung bereits schon weit vorgeschritten. 
Auf richtig und gut gedüngten Wiesen und 
Weiden ist der Ertrag sehr gut. Auch in den 
niedrig gelegenen Wiesen des Sorgekooges, wo 
Kunstdünger wegen der bisher fortwährenden 
Ueberflutung noch nicht angebracht ist, kan« 
mit einer guten Durchschnittsernte gerechnet 
werden. Der Wasserstand in der Sorge ist gaN) 
ausnahmsweise niedrig, was' auf die Eideraw 
dämmung zurückzuführen ist. Auch im Megger 
koog ist man trotz der noch recht frühen Jah 
reszeit mit der Heuernte im Gange. Auch hier 
ist der Ertrag zufriedenstellend. 
Aus hwdļdesttiïiìd 
Sängergruppe Nordfriesland gegründet. 
kv. Niebüll, 21. Juni. Zum Zwecke eines Zu 
sammenschlusses der Nordfriesischen Gesang 
vereine hatten sich in Niebüll die Vereinslei 
ter der Männergesangvereine Noröfrieslands 
zusammengefunden. Da der frühere Nordfrie 
sische Sängerbund auf der alten Grundlage 
nicht mehr weiterbestehen konnte, wurde zu? 
Gründung der Sängergruppe Nordfriesland 
geschritten. Zum Gruppenobmann wurde der 
frühere Leiter des Nordfriesischen Sängerbun 
des, Andresen-Lindholm, beauftragt. DeM 
neuen Bund sind alle Männergesangvereine 
von Breüstedt bis zur Grenze einschließlich 
der Inseln angeschlossen. 
Vom Tode des Ertrinkens gerettet. 
kr. Niebüll, 21. Juni. Der Klempnerlehr 
ling Schüttig-Niebüll war mit seinem Meister 
Aus H&UcHW&stedt, Hcutmiu-Uademüssä^m 
jumL UmtyCQ€*id 
at. Hohenwestedt, 21. Juni. Im Kino „Er 
holung" läuft zur Zeit bis einschl. Montag der 
großartige Film: „. . . nur ein Komödiant". 
Er versetzt uns in die Rokokozeit an den Hof 
eines kleinen Fürsten und zeigt uns das 
Leben und Treiben an demselben in seiner 
leichtfertigen Lebensart und der härtesten 
Willkür den Untertanen gegenüber. Rudolf 
Forster zeigt sein großes Können in einer 
Dvpelrolle, er verkörpert den Herzog und den 
Direktor einer herumziehenden Theatergescll- 
schaft, die am Hofe spielt. Seine Partnerin ist 
die junge Wiener Künstlerin Christi Mardayn, 
die in kurzer Zeit eine der meistbeschäftigten 
deutschen Filmschauspielerinnen geworden ist. 
Sie wird als arme Hofdame zur Herzogin er 
koren und weiß durch ihr anmutiges Spiel die 
Zuschauer zu erfreuen. Der Gegenspieler von 
Rudolf Forster ist Paul Wegener, als Staats 
minister von Creven, der alle Launen seines 
fürstlichen Herrn unterstützt, um möglichst 
ungehindert für eigene Zwecke arbeiten zu 
können. Hans Moser bringt den Humor in 
das Stück hinein. Hilde von Stolz leiht ihre 
Schönheit einer Intrigantin und die fesche 
Grit Haid spielt ihre Rolle als Kammerzost 
vorzüglich. Wir fühlen uns einmal wieder iü 
die damaligen Zustände versetzt und freuet 
uns mit dem Volk zu dem guten Schluß, 
durch den Komödianten herbeigeführt wird. 
ur. Junten, 21. Juni. Erhängt. Am Sonn 
abendabend wurde in der Wirtschaft von Hel" 
mann Carstens-Böken ein Mann wegen Zşş 
Prellerei vom Amtsvorsteher Brammer-Büw 
zen festgenommen. Derselbe brachte den Ni a list 
zum hiesigen Gendarmeriewachtmeistrr zwecks 
Unterbringung in der Gefangenenzelle. DoA 
angekommen, sprang er auf das Rad des Amt-'- 
Vorstehers und versuchte zu entfliehen. Ei> 
Einwohner stellte sich vor ihn, darauf sprawl 
er ab und entfloh in die anliegenden GarteW 
wurde aber umstellt und wieder eiugefangew 
Papiere hatte er nicht im Besitz, er gab aw 
Fritz Abraham zu heißen, sei 31 Jahre alt u>w 
hätte 12 Jahre in Neumünster gedient. 11,11 
ein weiteres Entfliehen zu verhindern, übel 
nahm die SA. die Wache. Heute morgen be'w 
Abtransport wurde festgestellt, daß der 
genommene sich mit seinem Selbstbinder ew 
hängt hatte.
	        
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