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E. Michelscn in Fahretoft und konnte dort
einen drei Jahre alten Jungen vor dem Er
trinken retten. Der Junge, der mit andereil
Kindern in der Nähe des Arbeitsplatzes
spielte, wollte auf einem über einen Wasser
graben gelegten Brett zur anderen Seite des
Grabens hinüberlaufen, machte dabei einen
Fehltritt und fiel ins Wasser. Durch den Ruf
eines Mädchens wurde Schüttig auf den Vor
gang aufmerksam und kam noch zur rechten
Zeit, um den schon mehrere Male unter
getauchten Jungen zu erfassen und zu bergen.
Das bereits bewußtlose Kind konnte wieder
ins Leben zurückgerufen werden.
Ein Opfer der Strömung.
mv.Jnsel Sylt, 21. Juni. Vor der Lister
Brücke wurde ein dort mit Kameraden baden
der junger Maschinist einer in List arbeiten
den Firma vom starken Ebbstrom plötzlich weg
gerissen. Auch ein schnell herbeieilendes Boot
konnte den Verschwundenen nicht mehr finden,
der mit dem starken Strom vermutlich ins
Meer Hinaustreiben wird. Immer wieder fal
len Fremde dieser Strömung zum Opfer, weil
sie die Stromverhältnisse'nicht kennen und auch
die Warnungen meistens gering schätzen. Da
«n der Ostspitze von Ellenbogen ein überaus
starker Sprudelstrom geht, der schon manches
Opfer verschlang und nie wiedergab, muß selbst
das Baden im Wattenmeer mit einer gewissen
Vorsicht ausgeübt werden.
mv. Westerland, 21. Juni. Großer Sonntags
besuch. Mit einem Verwaltungssonderzug tra
fen etwa 630 Ausflügler aus Rendsburg heute
früh hier ein, dazu noch mit einem Sonderzug
etwa 1000 Flensburger „Kraft-durch-Freude-
Fahrer" und ein weiterer Sonderzug mit reich
lich 1200 Eisenbahnern aus Neumünster. AIs
Wochenendler brachte der Sonntag noch weitere
Ü00 Personen vom Festlanöe. Dann traf die
erste große Reisegesellschaft der Hapag mit
etwa 300 Personen hier ein, und außerdem
führte der erste Berliner Feriensonderzug
heute nachmittag einen starken Zustrom von
Güsten nach Westerland. Der Strand wies des
halb auch Hochsaisongeprüge ans. Ein Segel
kutter stellte die Verbindung mit der „Adrar"
her.
Alt-Vlocdstldeswig,
Die Neneinweihung der Düppel-Mühle.
Als die bekannte Düppcler Mühle vor
einem Jahre abbrannte, wurde sofort' in
nationalen dänischen Kreisen die Initiative zu
einem Wiederaufbau des historischen Bau
werkes ergriffen. Nunmehr sind die Nestau-
rierungsarbeiten soweit fortgeschritten, daß die
Mühle in ihrer alten Gestalt dasteht und man
an eine neue Einweihung denken kann. Diese
soll, wie „Jydske Tideude" mitteilt, am 2. Juli
in bescheidenen Formen vor sich gehen. DaS
Blatt findet es jedoch nicht richtig, daß dieses
so sang- und klanglos geschehen soll, sondern
findet, daß gerade der dänischen Bevölkerung
Gelegenheit gegeben werden müsse, eine fest
liche Einweihung vorzunehmen. Das Blatt
weint, daß geradezu Gelegenheit gegeben ist.
ein nationales Fest zu feiern.
Dieser Gedanke paßt gut in die Erscheinun
gen der letzten Zeit, wo offenbar auf dänischer
Seite jede Gelegenheit benutzt wird, um große
Nationale Kundgebungen an der Grenze zu
veranstalten.
Aus däkto&Kcken
Zwei Dithmarscher trafen sich in Griechenland.
fp. Heide, 22. Juni. Als die „Karlsruhe"
in der Meerenge von Korinth eintraf, wurde
bei Managua für einige Tage Halt gemacht.
Hier trafen sich ans einer Festlichkeit der
Matrose Tiedje, der aus Kringelkrug stammt.
Nnd Frau Kluge, geb. Kohlsaat, Tochter des
hiesigen Goldschmieds Kohlsaat. Die beiden
Landsleute hatten sich natürlich viel zu er
zählen. Die Bekanntschaft kam dadurch zu
stande, indem sich Tiedje der plattdeutschen
Sprache bediente und dadurch Frau Kluge mit
ihm ins Gespräch kam. Weiter ist noch von
Interesse, daß der an Bord der „Karlsruhe"
befindliche deutsche Pfarrer bei dem Aufent
halt vier deutsche Paare trauen und 21 deut
sche Kinder taufen konnte.
Beim Sturz das Gehör verloren.
St. Michaelisdonn, 20. Juni. Einen eigen
artigen Unfall erlitt die Tochter eines hiesi
gen Einwohners. Das Kind stürzte von einem
Niedrigen Gartenzaun und verlor hierbei das
Gehör. Es war bisher noch nicht möglich, dem
Kinde Hilfe zu bringen.
Aus Holdem
Wieder cut Pferdestecher am Werk.
Kiel, 20. Juni. Am Freitag ist ein neuer
Fall von einer Pferdetötung bekannt gewor
ben. Ein Bauer in Tungendorf vermißte sein
Wjähriges Fohlen, das plötzlich von der
Weide verschwunden war. Es wurde zunächst
Diebstahl vermutet,' beim Absuchen der Um-
öebung der Weide wurde das Fohlen mit auf-
beschnittenem Leib aufgefunden. Der Täter
hatte ein Stück Draht an der Hafter des Tieres
befestigt und das Tier damit von der Weide
entfernt. Es wird erneut um eifrige Mit-
fahnduug und vertrauliche Mitteilung gebe
ten. Gleichzeitig wird auf die Belohnung von
1000 Mark für Angaben, die zur Ermittelung
des Täters führen, hingewiesen.
Im Falüerabad ertrunken. — Hitzschlag
am Einfclder Strand.
x. Nenmnnster, 22. Juni. Gestern war be
dauerlicherweise das erste Opfer der dies
jährigen Badesaison zu verzeichnen. Der
hiesige etwa 28 Jahre alte Einwohner Große
schwamm mit einem Freund durch das Fal
derabad, als er plötzlich ausrief: „Ich kann
nicht mehr", im Wasser versank und nicht wie
der an der Oberfläche erschien. Das Personal
des Falderabades bemühte sich sogleich um die
Bergung des Ertrunkenen, die einige Zeit in
Anspruch nahm. Inzwischen war auch der
Sanitätswagen der Feuerwehr alarmiert
worden,' jedoch blieben bedauerlicherweise alle
Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg. Ein
hinzugerufener Arzt stellte dann den Tod des
Große durch Gehirnschlag fest. — Hitzschlag am
Einfelder Strand. Am Einfclder Strand er
litt gestern ein junger Mann einen Hitzschlag.
der sich den ganzen Tage in die pralle Sonne
gelegt hatte, um braun zu werden. Mit dem
Sanitätswagen der Feuerwehr mußte er ins
hiesige Krankenhaus befördert werden.
Kellinghnsen plant ein neues Postgebände.
Kellinghusen, 20. Juni. Der schon seit lan
gem geplante Postneubau scheint nunmehr
zur Ausführung zu kommen. Als Gelände ist
das Gartengrundstück der Reichsbahn an der
Bahnhofstraße in Aussicht genommen. Eine
hiesige Firma wurde von der Oberpostdirektion
mit der Bodenuntersuchung beauftragt.
Junger Mann in einer Tonkuhle
bei Itzehoe ertrunken.
Itzehoe, 22. Juni. Freitag abend kurz nach
21 Uhr ist in der Beckmannschen Tonkuhle der
19 Jahre alte Schlosserlehrling Heinz Wilhelm
Schröder aus Pünstvrf beim Baden ertrun
ken. Der Ertrunkene, welcher des Schwim
mens fast unkundig war, scheint im Wasser
einen Herzschlag erlitten zu haben. Die Leiche
konnte bisher nicht geborgen werden.
Rosenfest in Pinneberg am 18. nnd 19. Juli.
Pinneberg, 19. Juni. Das alljährlich in
Pinneberg-Rellingen stattfindende Rosenfest
wurde von dem Fremdenverkehrsverein aus
den 18. und 19. Juli festgesetzt. Ursprünglich
sollte die Veranstaltung am 25. und 26. Juli
stattfinden, wurde aber mit Rücksicht auf die
vielen Zehntausenden Besucher aus der Groß
stadt um acht Tage vorverlegt, findet doch am
gleichen Tage in Hamburg die Internationale
Tagung zur Gestaltung der Freizeit statt. Der
große Rosenkorso steht diesmal unter dem
Motto: „Das deutsche Lied". Die Vorbereitun
gen für die vielen Darbietungen an beiden
Tagen sind mit allem Eifer aufgenommen.
Eine Hauptanziehung in der Festfolge werden
die Licdcrvorträge des Kreises 6 im Deutschen
Sängerbund (600 Sänger) sein.
* » *
x. Neumünster, 21. Juni. Ein schwerer
Motorradunfall ereignete sich heute morgen im
benachbarten Bokhorst. Anläßlich einer Ge
ländefahrt fuhr ein junger Mann aus Kiel
mit seiner schweren Seitenwagenmaschine in
folge plötzlich auftretenden Unwohlseins gegen
einen Wall und stürzte mit der Maschine
schwer. Der Beifahrer wurde mit inneren und
Kopfverletzungen in das hiesige Krankenhaus
eingeliefert. — Verhafteter Sittenverbrecher.
In Großenaspe wurde ein hiesiger Einwohner
verhaftet, der Schulkindern gegenüber unsitt
liches Benehmen an den Tag gelegt hatte. —
Ein vorgeschichtlicher Fund wurde auf dem
Großasper Torfmoor gemacht, wo der Fleisch-
beschauer Bichl ein wunderbar erhaltenes
Beil aus der Bronzezeit fand.
Aus dem Qeäddssml
Ein Jahr Gefängnis für Amtsnnterschlagung.
eg. Flensburg, 22. Juni. Vor der 1. Großen
Strafkammer des Flensburger Landgerichts
hatte sich der in Untersuchungshaft befindliche
Markus S. aus Königsacker bei Ladelund
wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung zu
verantworten. Bei einer vorgenommenen
Revision wurde in der Kasse des S., der auf
Privatdienstvertrag bei der Posthilfsstelle an
gestellt war, ein Fehlbetrag von ca. 1000 JUi
festgestellt. Der Angeklagte gab au, daß er
Geld verloren habe und viel für andere Leute
in Gastwirtschaften ausgegeben habe. Zuletzt
verlor er völlig die Uebersicht über die zu
machenden Eintragungen und führte die
Bücher unrichtig, wobei er mit eingehenden
Geldbeträgen die früher unterschlagenen Be
träge abdeckte. Das Gericht billigte dem An
geklagten mildernde Umstände zu und ver
urteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von
einem Jahr.
kläruna zur Wetterkarte
àn ppont vordringender Kaltluf»
front vordringender Warmluft
^ Front mit Warmluft in der Höhe
ilJlillliRegengebiet, {ļjjļļjļîl Schneefallgebiet
D p D Schauertätigkeit. ~ Nebel.R Gewitter
Warmer Wind
Stärke 1.^NW2,
us.w
Qv/olkentos 9 wolkig
(3 hei ter ® bedeckt
O halbbedeck)
Wetterlage am 21. Juni 1936, 19 Uhr.
Zum Sommeranfaug gab cs im Reich verbreitet
über 30 Grad Wärme Dabei traten in Westöeutsch-
land vielfach Gewitter auf, die bis zu 15 Milli-
meter Regen brachten. Das bisher wetterwirksame
finnisch-skandinavische Hoch verliert langsam an
Energie. Wie es häufig der Fall ist, gewinnen
kleine sogenannte Wärmeticfs allmählich Bedeu
tung. Die Gewitterstörungen werden dann zu
einem kühleren, im ganzen aber nur leicht verän
derlichen Wetter überleiten.
Wetteraussichten für Dienstag, den 23. Juni 1936,
in Nordwestdeutschland: Mäßige östliche bis süd
liche Winde, meist heiter bis molkig, zunehmende
Gewitterbildung, ziemlich schwül.
EinheMche Mfform fiir die deutsche Polizei
Der Reichs- und preußische Minister des
Innern Dr. Frick, der Chef der deutschen
Polizei, Reichsführer SS. Himmler, und der
General der Polizei, Daluegc, wurden vom
Führer und Reichskanzler zum Vortrag emp
fangen, um ihm die endgültigen Vorschläge
für die einheitliche Neuuniformierung der
gesamten deutschen Schutzpolizei, Gemeinde
polizei und Gendarmerie zu unterbreiten und
ihm gleichzeitig die neuen Uniformen vorzu
führen, an deren Entwürfen der Neichsbeauf-
tragte für künstlerische Formgebung, Pg.
Schweitzer (Mjölnir), hervorragend beteiligt
war.
Bei der neuen Uniform ist man von der
alten blauen Polizeifarbe, die damals ans dem
Druck der Entente hin eingeführt war uild die
in besonderem Maße eine stete Erinnerung
an die Systemzeit darstellte, bewußt abgegan
gen. Durch die einheitliche Neuuniformierung
wird zum Ausdruck gebracht, daß die Polizei
im nationalsozialistischen Reich als Organ des
Führers auch schon an der äußeren Erschei
nung als ein Instrument des neuen Staates
zu erkennen ist. Mit der Einführung der neuen
Uniform wird jenes Sinnbild des marxisti
schen Staates, das die alten Kämpfer oft noch
in der blauen Polizeiuniform gesehen haben,
nun endgültig verschwinden.
Die neuen Uniformen bestehen für alle
Polizeiarten aus einem grünmelierten Grund
tuch, wie es bisher die Landespolizei getragen
hat. Um auch die besondere Verbundenheit
mit der Partei darzutun, sind Kragen, Aermel-
aufschlägc und Mützenband in brauner Farbe
ausgeführt. Die Vorstöße, Kragenspiegel und
Aermelabzeichen sind für die Schutzpolizei
grün, für die Gemeindepolizei rot und für die
Gendarmerie orange gehalten. Auf dem linken
Aermel wird unter der Namensbczeichnung
der Polizeiverwaltung das Hoheitszeichen ge
tragen.
Die Farbe ist bei der Schutzpolizei und
Gemeindepolizei schwarz, während sie bei der
Gendarmerie in braun gehalten ist. Der
Tschako erhält in seinem mittleren Teil einen
Ueberzug in der Farbe des Grundtuches und
an Stelle des früheren Polizeisternes tritt das
Reichshoheitsabzeichen im Eichenkranz.
Die Wasserschutzpolizei erhält eine Jackett-
Uniform nach dem Typ der Rcichskriegs-
marine aus marineblauem Tuch mit dem Ab
zeichen der Polizei.
Die motorisierte Straßenpolizei trügt oliv
grüne Uniform des früheren Feldjägerkorps
mit dem Abzeichen der Polizei weiter.
Die Verkehrsbeamten der Polizei versehen
ihren Dienst in weißer Mütze,' hierzu wird im
Sommer zum Braunhemd mit schwarzem
Binder ein weißer Rock und im Winter ein
weißer Mantel getragen.
Außerdem sind auch für heiße Sommertage
allgemein zum Straßendienst weiße Röcke in
Aussicht genommen.
Die Einhcitsuttiform der Polizei bringt
durch die Vereinfachung der Beschaffung er
hebliche Ersparnisse für Länder und Gemein
den mit sich. Es bedeutet auch nicht zuletzt für
die Polizeibeamten selbst in mancher Hinsicht
eine Erleichterung.
Sv wird die Einheit des Dritten Reiches auf
dem Gebiete der Volkspolizei, die ihre natio
nalsozialistische innere Form im Anschluß an
die Machtübernahme bereits erhalten hat,
nunmehr auch äußerlich in Erscheinung treten.
Wenn im Anschluß an die Zentralisierung
der Polizeigewalt in der Hand des Reichs
führers SS. Himmler auch der Polizeibeamte
in der Schutzpolizei, der Gcmeindepolizei,
in der Gendarmerie usw. eine für alle Teile
des Reichsgebiets gültige und einheitliche
Uniform erhält, so vollzieht sich in diesem Akt
nicht etwa ein Bestreben, mit einer Ueber
lieferung aus der Vergangenheit „um der
neuen Uniform willen" zu brechen.
Wir erkennen in dem neuen Dienstrock des
Pvlizeibeamten des Dritten Reiches vielmehr
ein Symbol für die Ueberwindung jenes un
seligen Partikularismus, der bis zum Jahre
1933 die ganze deutsche Geschichte durchzogen
hat und erst in der Revolution seine Ueber
windung fand — und der in der schranken
losen Polizeigewalt der einzelnen Länder-
regierungen eine seiner vielen unerfreulichen
Auswirkungen erlebte. Es wäre ein verdienst
volles Beginnen, die 40 der nunmehr in Weg
fall geratenen Uniformen und die Vielzahl
ihrer Abzeichen in einem Museum zur Schau
zu stellen, weil das buntscheckige Bild der
Polizeiröcke am eindringlichsten den nachwach
senden Generationen eine Vorstellung von der
Blütezeit des Partikularismus vermitteln
kann.
Es gibt heute keine Polizeimaßnahmen und
Verfügungen einzelner Lünderregierungen
mehr, die im Widerspruch zu den Polizeimatz
nahmen einer anderen Länderregierung stehen.
Wie an die Stelle politischer Engstirnigkeit
die große politische Ausrichtung nach den Gc-
samtintcressen des Reiches und Volkes gesetzt
worden ist, so hat sich auch die ordnende Rcichs-
idce gegenüber einer falsch verstandenen
Souveränität durchgesetzt.
Zur Auslösung der französischen
Kampsbünde.
DNB. Paris, 21. Juni. Das Innenministe
rium gab in der Nacht zum Sonntag eine Mit
teilung aus, wonach in einer gemeinsamen Be
sprechung zwischen dem Ministerpräsidenten
Blum, Justizminister Rucard und Innenmi
nister Salengro Maßnahmen geprüft worden
sind, um die Durchführung der Auflösungs-
Verordnungen der Regierung gegen die vier
Bünde zu gewährleisten. Die Regierung werde
in der Gewißheit des Vertrauens der ganzen
Nation die Auflösung der Bünde unerbittlich
streng und sofort durchführen.
* * *
Las flaggenzemsiene Frankreich.
DNB. Paris, 22. Juni. Das Innenmini
sterium hat am Sonntagabend eine Statistik
des Flaggenaufrufes des Oberst, de la Rocque
in Paris und in den einzelnen Departements
herausgegeben. Nach dieser Aufstellung ist in
11 von 20 Pariser Arrondissements an kaum
20% der Häuser die Trikolore sichtbar gewesen,
in den übrigen 9, in erster Linie von Arbei
tern bewohnten Wohnvierteln sei dem Triko
lorenaufruf überhaupt nicht Folge geleistet
worden. In den Departements Calvaüo,
Seine et Loire, Loire Jnferieure tst zum Teil
geflaggt worden, in den Departements Somme
Lozere und Seine Jnferieure wurde erheblich
geflaggt, dagegen ist in den Departements
Finistère, Dordogne, Morbihan, Sarthe, Tarn
und in den Pyrenäen überhaupt nicht geflaggt
worden.
* . *
versammlmrgWekbok in Lanzig.
Anläßlich einer großen Sonnenweudfeier
der Danziger Hitlerjugend gab SenatSpräsi-
dent Greiser eine Regierungserklärung ab, in
der er sich scharf gegen die verbrecherische Hetze
der Opposition wandte und mit sofortiger Wir
kung ein politisches Versammlungs- und De
monstrationsverbot für Grotz-Danzig ein
schließlich Zoppot aussprach.
Die Verhandlungen einer inoffiziellen Ara-
berdelcgativn mit britischen Regierungsstellen
in London sind gescheitert.
In Paris nnd in verschiedenen Provinz-
städten kam es am Sonnabend zu Schlägereien
zwischen politischen Gegnern. Ein Demonstrant
wurde getötet.
In einem Grnbcnschacht in der Nähe von
Madrid ereignete sich eine Schlagwetterkata
strophe, die zwölf Todesopfer forderte.
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