Dev Tag in Wovt un- Vilö
Mosaik um den große« Boxkampf
Was hrachļe der Kamps ein?
DNB. Newyork, 20. Juni. Da die Besucher
zahl des Schmeling-Kampfes etwas hinter den
Erwartungen zurückUieb, erreichten auch die
Einnahmen nicht die hohe Summe, die sich die
Veranstalter erhofften. Immerhin war bei
einer Bruttoeinnahme von 347 531 Dollar noch
ein Reingewinn von 464 945 Dollar zu ver
zeichnen. Davon erhielten die beiden Haupt
personen 250 000 Dollar zu gleichen Teilen, so
daß auf Schmeling 125 000 Dollar entfielen.
Die Steuerbehörden beschlagnahmten von
Schmelings Börse sofort 40 000 Dollar als
Steuern für dieses Jahr und weitere 4566
Dollar, die Schmeling angeblich noch aus den
Jahren 1929 und 1930 schuldete.
Ein lraMer Zwischenfall.
Kurz vor Beginn des Boxkampfes ereignete
sich in der Kabine Schmelings ein tragischer
Zwischenfall. Der ehemalige Boxmanager Tom
O'Bourke, der jetzt 80 Jahre alt ist, wurde
während des Vandagierens Schmelings vom
Herzschlag getroffen und brach leblos zusam
men.
Schmeling erklärt.
Schon als ich Joe Louis im Dezember für
seinen Kampf gegen Paolino trainieren sah,
beobachtete ich, daß der Neger ein Amateur ist.
Er hielt seinen Kopf zu hoch und achtete zu
wenig auf Deckung durch die linke Hand. Das
hat sich auch hier wieder gezeigt. Wenn Joe zu
einem rechten Haken ausholt, vernachlässigt er
fast immer die Deckung seines Gesichtes mit der
Linken, so daß er mir ein offenes Ziel für
meine Schläge bot. Von der entscheidenden
vierten Runde an, als mein Gegner anfing,
nachzulassen, brauchte ich nur rechte Schläge
anzubringen, und ich konnte Joe Louis tref
fen, wann ich wollte.
Das Befinden „Maxens".
Schmelings Auge ist zwar noch zugeschwol-
len, auch zeigen seine Lippen noch deutlich
Spuren einiger Treffer, aber sonst befindet er
sich in ausgezeichneter Verfassung.
Nach dem Siege.
30 Polizisten bemühten sich, die Begeisterten
zurückzuhalten. Louis kam erst wieder zu vol
lem Bewußtsein, als man ihn unter eine kalte
Dusche stellte. Sein Gesicht war stark geschwol
len. In einem Interview erklärte er: „Ich er
innere mich an nichts mehr nach der zweiten
Runde." „Du meinst wohl die 4. Runde, nicht
wahr?" fragten die Reporter zurück. Darauf
sagte Louis nur „Ja" und verfiel in Schwei
gern
Die Nachricht von dem Siege Schmelings be
wirkte eine stürmische Unîerbrechung der Kon
greßsitzung, in der gerade neue Steuervorlagen
besprochen wurden. Vergebens schlug der
Sprecher mit dem Hammer auf das Pult, um
die Ruhe wiederherzustellen.
Aeußerungen der amerikanischen Presse.
Die Aussichten die die amerikanische Presse
dem Deutschen vor dem Kampf gab, waren sehr
gering. Rückhaltlos anerkennend äußert sie sich
aber jetzt über den Sieg Schmelings und be
zeichnet ihn als wohlverdienten Erfolg. Fast
alle Zeitungen brachten das Ereignis des Ta
ges in Schlagzeilen über die ganze Zeitung
gewürdigt.
1. FC. Nürnberg zum sechsten Male
deutscher Fußbaltmelster.
DNB. Berlin, 21. Juni. Vor 50 000 Zu
schauern schlug in einem dramatischen End
kampf um die deutsche Fußballmeisterschaft
im Berliner Poststadion der Erste Fuß
ballclub Nürnberg den westdeutschen Vertre
ter Fortuna-Düsseldorf nach einem Kampf von
120 Minuten knapp mit 2:1 (1:1). Das ent
scheidende Tor fiel 30 Sekunden vor dem
Schluß, nachdem Düsseldorf fast während des
ganzen Kampfes überlegen gespielt hatte.
*
Der vorjährige Derby-Sieger Sturmvogel
gewann den Großen Hansa-Preis vor Traver
tin und Wahnfried.
Großer Preis von Ungarn.
Nunolari siegt knapp vor Rosemeyer.
Nach einem heiße» Kamps siegte Nuvolari
am Sonntag auf Alfa-Romeo vor Rosemeyer
(Auto-Union). Der deutsche Fahrer lag am
Ziel nur 400 Meter zurück. Dritter wurde
Barzi (Auto-Union). Der deutsche Fahrer
Carraciola mußte infolge Motorschadens auf
geben.
Bor 20 Jahren fuhr U-Deutschland nach USA.
Am 22. Juni sind 20 Jahre vergangen, daß das deutsche Handels
U-Boot „Deutschland" unter Kapitän König seine aufsehenerregende
Fahrt nach Amerika antrat, wo es am 10. Juli eintraf. Es war
dies die einzige Möglichkeit, die Blockade zu durchbrechen, um
Deutschland mit den nötigen Rohstoffen zu versorgen. Das Boot
kehrte auch glücklich heim und konnte noch mehrere kühne Fahrten
unternehmen. So groß seine Ausmaße auch waren, so blieben die
von ihm mitgebrachten Rohstoffe doch nur ein Tropfen auf einem
heißen Stein. (Scherl-Bilderdienst, K.)
7W-J«hrfeier Finkenwarders
All den vielen tausend Gästen, die am Sonn
tag das herrliche Wetter zu einem Ausflug
nach dem Jnseleiland Finkenwärder benutzt
hatten, um einiges von den Feiern des 700-
jährigen Bestehens der Insel mitzuerleben,
wurde von dem stolzen Schulschiff „Groß
herzogin Elisabeth", das bis über die Toppen
geflaggt hatte, der Gruß Finkenwäröers ent
boten. Die ältesten Finkenwärder Einwohner
können sich nicht erinnern, soviel Menschen auf
der kleinen Insel gesehen zu haben. Wo man
hinschaute, war alles von Flaggen überflutet,
und kein Haus ohne Girlanden. Ueberall
schaute glücklich und zufrieden die heimische
Bevölkerung aus ihren schmucken sauberen
Häusern auf die vielen Fremden.
Am Sonntagmorgen begann der große Fest
tag der Finkenwärder mit einem Wecken des
SA.-Musikzuges. Um 7 Uhr marschierte eine
Abteilung der Minensuchflottille, politische
Leiter, SA., NSKOB., Deutsche Seemauns-
schule und der Arbeitsdienst zum Ehrenmal
nach dem Kirchhof, wo Kränze niedergelegt
wurden. In kernigen Worten gedachte Orts
gruppenleiter Pahl der NSDAP. Finkenwär
öers der Gefallenen. Bei gesenkten Fahnen
spielte der Musikzug das Lied vom Guten
Funkbild aus Newyork.
Max Schmeling wird nach seinem glänzenden Erfolge zum Sieger ausgerufen.
Links, auf dem Bilde nur halb sichtbar, bemühen sich die Helfer des Negers um ihren
schwer mitgenommenen Schützling. (Presse-Photo, K.)
Fahrensleute, so sagte er, die das Meer als
ihre Heimat betrachten, denn Seegeltung be
deutet für Deutschland Weltgeltung. Der
Regierende Bürgermeister schloß seine An
sprache mit einem dreifachen Sieg-Heil auf dre
Kriegsmarine, das deutsche Volk und den
Führer und Reichskanzler, in das die Marine
soldaten begeistert einstimmten.
Nach dem gemeinsamen Gesang der Lieder
der Nation hielt als letzter Redner der Flot
tillenchef, Korvettenkapitän K r ü d e r, die
Erwiderungsansprache. Er dankte im Namen
der Besatzung für die freundliche Aufnahm^
und überbrachte gleichzeitig die Grüße der
Kriegsmarine. Mit einem dreifachen Hurra
auf die Hansestadt schloß er seine Ausführun
gen.
Mitglieder der Finkenwärder Speeldeel m
ihrer bunten Tracht überreichten dann dein
Reichsstatthalter Ka-ufmann, dem Regie
renden Bürgermeister Krogmann, dem
Korvettenkapitän K r ü d e r sowie dem Füh
rer der „Gorch-Fock"-Abordnung, Oberleut
nant H e i n e k e, je ein Exemplar des Buches
„Finkenwärder, Gorch Fock sin Fischerinsel
als Geschenk zur Erinnerung an die 700-Jahr-
Feier.
An den Obersten Befehlshaber der Kriegs
marine, General-Admiral Raeder, wurde fol
gendes Telegramm gesandt:
„Die zur 700-Jahr-Feier Finkenwäröers
versammelten Angehörigen der Kriegsmarine
und Vertreter Hamburgs und Finkenwäröers
entbieten Ihnen als Ausdruck der Verbunden
heit Hamburgs mit der Kriegsmarine herzliche
Grüße.
gez. Reichsstatthalter und Gauleiter
ķ Kaufmann, Regierender Bürger
meister Krogmann und Admiral
der Kriegsmarinedienststelle Ham
burg, Lindau.
Uebersührmg und Veisetzung
Heinrich Lerschs.
Kameraden. Um die Mittagsstunde brachten
die Dampfer noch Tausende nach Finkenwär
der, die an den weiteren Festlichkeiten teil
haben wollten.
Kurz vor 13 Uhr traf in Begleitung des
Ortsgruppenleiters Regierender Bürger
meister Krogmann mit dem Flottenchef und
den Offizieren der Minensuchflottille in der
Gorch-Fock-Halle ein, in der in Gegenwart ge
ladener Gäste der Marine, der Wehruracht, der
Gliederungen der Partei und der Behörden
Hamburg-Altonas die Heimatausstellung er
öffnet wurde.
Daß die Ausstellung Leistungen und Arbei
ten zeigen konnte, verdankt sie nicht zuletzt den
freundschaftlichen Unterstützungen durch die
Hambg. Staatsinstitute, denen der Dank aller
Finkenwärder ausgesprochen wurde. Stadtrat
Grotkop sprach in plattdeutscher Mundart,
überbrachte die Grüße der Stadt Altona und
der Altonaer Fischhändler und überreichte von
diesen eine Truhe für das im Museum aus
gelegte Goldene Buch der Insel Finken
wärder.
Den Höhepunkt des Finkenwärder Festtages
bildete ein Festzug, in dem die Geschichte Fin-
kenwürders vom Anfang bis in die Gegen
wart versinnbildlicht wurde.
Der Festakt am Nachmittag vereinte noch
einmal alle Finkenwärder und Gäste vor der
Gorch-Fock-Halle, wo der Leiter des Arbeits
ausschusses, Albershardts, seinen Dank
allen denen übermittelte, die sich in den Dienst
der Finkenwärder Sache gestellt hatten.
Ein Heimatspiel von Rudolf Kinau, das
von Finkenwärder Bewohner aufgeführt
wurde, fand starken Beifall.
Finkenwärder im Zeichen
der Kriegsmarine.
NN. Finkenwärder, 21. Juni. Den Auftakt
der 700-Jahr-Feier der Elbinscl Finken
wärder bildete am Sonnabend das Eintreffen
der Minensuch-Halbflottille. Zu Ehren der
Blauen Jungen, die zu den Feierlichkeiten
nach Finkenwärder gekommen waren, hatte
der Hamburger Senat einen festlichen
Empfang im Rahmen eines Kameradschafts
abends im „Finkenwärder Hof" veranstaltet.
Der Ortsgruppenleiter von Finkenwärder,
begrüßte in plattdeutscher Mundart die Be
satzungen der Minensuchboote. Er betonte in
seiner Ansprache die Verbundenheit zwischen
der Kriegsmarine und der Fischerinsel Fin
kenwärder. Von jeher sei es Finkenwärder
gewesen, das der Kriegsmarine echte Fahrens
leute gestellt habe, Seeleute, die gewillt
waren, für ihr Vaterland zu kämpfen und zu
sterben.
Sodann nahm der Regierende Bürger
meister Krogmann das Wort, der im
Namen des Reichsstatthalters und der Hanse
stadt Hamburg die Besatzungsmitglieder herz
lich willkommen hieß. Wir brauchen wieder
DNB. München-Gladbach, 20. Juni. In der
Nacht zum Sonnabend wurde der Leichnam
Heinrich Lerschs von Remagen in seine
Heimatstadt München-Gladbach übergeführt,
um In heimatlicher Erde seine letzte Ruhe
stätte zu finden. In Remagen war eine zahl
reiche Trauergemeinde versammelt, um dem
Toten das Geleit bis zur Stadtgrenze zu
geben.
In München-Gladbach wurden die sterb
lichen Ueberreste des Dichters mit allen Ehren
empfangen und zur väterlichen Schmiede ge
leitet, in der die Aufbahrung erfolgte. Die
letzte Aufbahrung erfolgte dann im städtischen
Haus der Heimat, in dem Heinrich Lersch noch
vor kurzem zu seinen Freunden gesprochen
hatte. Am Sonnabendnachmittag erfolgte dann
die feierliche Beisetzung in dem Ehrengrab,
das ihm die Stadt München-Gladbach auf dem
neuen Friedhof gerichtet hat.
Deutsche Segelflieger in Kopenhagen.
DNB. Berlin, 20. Juni. Die unter dem
Protektorat des dänischen Kronprinzen stehen
de Vereinigung „Danske Flyvere" veranstaltet
am Sonntag einen Flugtag in Kopenhagen-
Auf eine an den „Aeroklub von Deutschland
gerichtete Einladung des Präsidenten der
„Dänischen Flugvereinigung" hin nehmen
der deutsche Segelflieger Huth und der Flug
zeugführer Küchenmeister, beide von der Last
desgruppe 3 Nordmark des deutschen Luft
sportverbandes, teil. Huth wird auf deM
Segelflugzeug „Rhön-Sperber" in Kopen
hagen den deutschen Segelflug vorführen.
Auszeichnung eines verdienten Segelflieger^'
Der Adolf-Hitler-Preis zur Förderung ^
Segelfluges für das Jahr 1935 ist jetzt 1
Reichsluftfahrtministerium durch StaatssevJ
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