Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Dev Tag in Wovt un- Vilö 
Mosaik um den große« Boxkampf 
Was hrachļe der Kamps ein? 
DNB. Newyork, 20. Juni. Da die Besucher 
zahl des Schmeling-Kampfes etwas hinter den 
Erwartungen zurückUieb, erreichten auch die 
Einnahmen nicht die hohe Summe, die sich die 
Veranstalter erhofften. Immerhin war bei 
einer Bruttoeinnahme von 347 531 Dollar noch 
ein Reingewinn von 464 945 Dollar zu ver 
zeichnen. Davon erhielten die beiden Haupt 
personen 250 000 Dollar zu gleichen Teilen, so 
daß auf Schmeling 125 000 Dollar entfielen. 
Die Steuerbehörden beschlagnahmten von 
Schmelings Börse sofort 40 000 Dollar als 
Steuern für dieses Jahr und weitere 4566 
Dollar, die Schmeling angeblich noch aus den 
Jahren 1929 und 1930 schuldete. 
Ein lraMer Zwischenfall. 
Kurz vor Beginn des Boxkampfes ereignete 
sich in der Kabine Schmelings ein tragischer 
Zwischenfall. Der ehemalige Boxmanager Tom 
O'Bourke, der jetzt 80 Jahre alt ist, wurde 
während des Vandagierens Schmelings vom 
Herzschlag getroffen und brach leblos zusam 
men. 
Schmeling erklärt. 
Schon als ich Joe Louis im Dezember für 
seinen Kampf gegen Paolino trainieren sah, 
beobachtete ich, daß der Neger ein Amateur ist. 
Er hielt seinen Kopf zu hoch und achtete zu 
wenig auf Deckung durch die linke Hand. Das 
hat sich auch hier wieder gezeigt. Wenn Joe zu 
einem rechten Haken ausholt, vernachlässigt er 
fast immer die Deckung seines Gesichtes mit der 
Linken, so daß er mir ein offenes Ziel für 
meine Schläge bot. Von der entscheidenden 
vierten Runde an, als mein Gegner anfing, 
nachzulassen, brauchte ich nur rechte Schläge 
anzubringen, und ich konnte Joe Louis tref 
fen, wann ich wollte. 
Das Befinden „Maxens". 
Schmelings Auge ist zwar noch zugeschwol- 
len, auch zeigen seine Lippen noch deutlich 
Spuren einiger Treffer, aber sonst befindet er 
sich in ausgezeichneter Verfassung. 
Nach dem Siege. 
30 Polizisten bemühten sich, die Begeisterten 
zurückzuhalten. Louis kam erst wieder zu vol 
lem Bewußtsein, als man ihn unter eine kalte 
Dusche stellte. Sein Gesicht war stark geschwol 
len. In einem Interview erklärte er: „Ich er 
innere mich an nichts mehr nach der zweiten 
Runde." „Du meinst wohl die 4. Runde, nicht 
wahr?" fragten die Reporter zurück. Darauf 
sagte Louis nur „Ja" und verfiel in Schwei 
gern 
Die Nachricht von dem Siege Schmelings be 
wirkte eine stürmische Unîerbrechung der Kon 
greßsitzung, in der gerade neue Steuervorlagen 
besprochen wurden. Vergebens schlug der 
Sprecher mit dem Hammer auf das Pult, um 
die Ruhe wiederherzustellen. 
Aeußerungen der amerikanischen Presse. 
Die Aussichten die die amerikanische Presse 
dem Deutschen vor dem Kampf gab, waren sehr 
gering. Rückhaltlos anerkennend äußert sie sich 
aber jetzt über den Sieg Schmelings und be 
zeichnet ihn als wohlverdienten Erfolg. Fast 
alle Zeitungen brachten das Ereignis des Ta 
ges in Schlagzeilen über die ganze Zeitung 
gewürdigt. 
1. FC. Nürnberg zum sechsten Male 
deutscher Fußbaltmelster. 
DNB. Berlin, 21. Juni. Vor 50 000 Zu 
schauern schlug in einem dramatischen End 
kampf um die deutsche Fußballmeisterschaft 
im Berliner Poststadion der Erste Fuß 
ballclub Nürnberg den westdeutschen Vertre 
ter Fortuna-Düsseldorf nach einem Kampf von 
120 Minuten knapp mit 2:1 (1:1). Das ent 
scheidende Tor fiel 30 Sekunden vor dem 
Schluß, nachdem Düsseldorf fast während des 
ganzen Kampfes überlegen gespielt hatte. 
* 
Der vorjährige Derby-Sieger Sturmvogel 
gewann den Großen Hansa-Preis vor Traver 
tin und Wahnfried. 
Großer Preis von Ungarn. 
Nunolari siegt knapp vor Rosemeyer. 
Nach einem heiße» Kamps siegte Nuvolari 
am Sonntag auf Alfa-Romeo vor Rosemeyer 
(Auto-Union). Der deutsche Fahrer lag am 
Ziel nur 400 Meter zurück. Dritter wurde 
Barzi (Auto-Union). Der deutsche Fahrer 
Carraciola mußte infolge Motorschadens auf 
geben. 
Bor 20 Jahren fuhr U-Deutschland nach USA. 
Am 22. Juni sind 20 Jahre vergangen, daß das deutsche Handels 
U-Boot „Deutschland" unter Kapitän König seine aufsehenerregende 
Fahrt nach Amerika antrat, wo es am 10. Juli eintraf. Es war 
dies die einzige Möglichkeit, die Blockade zu durchbrechen, um 
Deutschland mit den nötigen Rohstoffen zu versorgen. Das Boot 
kehrte auch glücklich heim und konnte noch mehrere kühne Fahrten 
unternehmen. So groß seine Ausmaße auch waren, so blieben die 
von ihm mitgebrachten Rohstoffe doch nur ein Tropfen auf einem 
heißen Stein. (Scherl-Bilderdienst, K.) 
7W-J«hrfeier Finkenwarders 
All den vielen tausend Gästen, die am Sonn 
tag das herrliche Wetter zu einem Ausflug 
nach dem Jnseleiland Finkenwärder benutzt 
hatten, um einiges von den Feiern des 700- 
jährigen Bestehens der Insel mitzuerleben, 
wurde von dem stolzen Schulschiff „Groß 
herzogin Elisabeth", das bis über die Toppen 
geflaggt hatte, der Gruß Finkenwäröers ent 
boten. Die ältesten Finkenwärder Einwohner 
können sich nicht erinnern, soviel Menschen auf 
der kleinen Insel gesehen zu haben. Wo man 
hinschaute, war alles von Flaggen überflutet, 
und kein Haus ohne Girlanden. Ueberall 
schaute glücklich und zufrieden die heimische 
Bevölkerung aus ihren schmucken sauberen 
Häusern auf die vielen Fremden. 
Am Sonntagmorgen begann der große Fest 
tag der Finkenwärder mit einem Wecken des 
SA.-Musikzuges. Um 7 Uhr marschierte eine 
Abteilung der Minensuchflottille, politische 
Leiter, SA., NSKOB., Deutsche Seemauns- 
schule und der Arbeitsdienst zum Ehrenmal 
nach dem Kirchhof, wo Kränze niedergelegt 
wurden. In kernigen Worten gedachte Orts 
gruppenleiter Pahl der NSDAP. Finkenwär 
öers der Gefallenen. Bei gesenkten Fahnen 
spielte der Musikzug das Lied vom Guten 
Funkbild aus Newyork. 
Max Schmeling wird nach seinem glänzenden Erfolge zum Sieger ausgerufen. 
Links, auf dem Bilde nur halb sichtbar, bemühen sich die Helfer des Negers um ihren 
schwer mitgenommenen Schützling. (Presse-Photo, K.) 
Fahrensleute, so sagte er, die das Meer als 
ihre Heimat betrachten, denn Seegeltung be 
deutet für Deutschland Weltgeltung. Der 
Regierende Bürgermeister schloß seine An 
sprache mit einem dreifachen Sieg-Heil auf dre 
Kriegsmarine, das deutsche Volk und den 
Führer und Reichskanzler, in das die Marine 
soldaten begeistert einstimmten. 
Nach dem gemeinsamen Gesang der Lieder 
der Nation hielt als letzter Redner der Flot 
tillenchef, Korvettenkapitän K r ü d e r, die 
Erwiderungsansprache. Er dankte im Namen 
der Besatzung für die freundliche Aufnahm^ 
und überbrachte gleichzeitig die Grüße der 
Kriegsmarine. Mit einem dreifachen Hurra 
auf die Hansestadt schloß er seine Ausführun 
gen. 
Mitglieder der Finkenwärder Speeldeel m 
ihrer bunten Tracht überreichten dann dein 
Reichsstatthalter Ka-ufmann, dem Regie 
renden Bürgermeister Krogmann, dem 
Korvettenkapitän K r ü d e r sowie dem Füh 
rer der „Gorch-Fock"-Abordnung, Oberleut 
nant H e i n e k e, je ein Exemplar des Buches 
„Finkenwärder, Gorch Fock sin Fischerinsel 
als Geschenk zur Erinnerung an die 700-Jahr- 
Feier. 
An den Obersten Befehlshaber der Kriegs 
marine, General-Admiral Raeder, wurde fol 
gendes Telegramm gesandt: 
„Die zur 700-Jahr-Feier Finkenwäröers 
versammelten Angehörigen der Kriegsmarine 
und Vertreter Hamburgs und Finkenwäröers 
entbieten Ihnen als Ausdruck der Verbunden 
heit Hamburgs mit der Kriegsmarine herzliche 
Grüße. 
gez. Reichsstatthalter und Gauleiter 
ķ Kaufmann, Regierender Bürger 
meister Krogmann und Admiral 
der Kriegsmarinedienststelle Ham 
burg, Lindau. 
Uebersührmg und Veisetzung 
Heinrich Lerschs. 
Kameraden. Um die Mittagsstunde brachten 
die Dampfer noch Tausende nach Finkenwär 
der, die an den weiteren Festlichkeiten teil 
haben wollten. 
Kurz vor 13 Uhr traf in Begleitung des 
Ortsgruppenleiters Regierender Bürger 
meister Krogmann mit dem Flottenchef und 
den Offizieren der Minensuchflottille in der 
Gorch-Fock-Halle ein, in der in Gegenwart ge 
ladener Gäste der Marine, der Wehruracht, der 
Gliederungen der Partei und der Behörden 
Hamburg-Altonas die Heimatausstellung er 
öffnet wurde. 
Daß die Ausstellung Leistungen und Arbei 
ten zeigen konnte, verdankt sie nicht zuletzt den 
freundschaftlichen Unterstützungen durch die 
Hambg. Staatsinstitute, denen der Dank aller 
Finkenwärder ausgesprochen wurde. Stadtrat 
Grotkop sprach in plattdeutscher Mundart, 
überbrachte die Grüße der Stadt Altona und 
der Altonaer Fischhändler und überreichte von 
diesen eine Truhe für das im Museum aus 
gelegte Goldene Buch der Insel Finken 
wärder. 
Den Höhepunkt des Finkenwärder Festtages 
bildete ein Festzug, in dem die Geschichte Fin- 
kenwürders vom Anfang bis in die Gegen 
wart versinnbildlicht wurde. 
Der Festakt am Nachmittag vereinte noch 
einmal alle Finkenwärder und Gäste vor der 
Gorch-Fock-Halle, wo der Leiter des Arbeits 
ausschusses, Albershardts, seinen Dank 
allen denen übermittelte, die sich in den Dienst 
der Finkenwärder Sache gestellt hatten. 
Ein Heimatspiel von Rudolf Kinau, das 
von Finkenwärder Bewohner aufgeführt 
wurde, fand starken Beifall. 
Finkenwärder im Zeichen 
der Kriegsmarine. 
NN. Finkenwärder, 21. Juni. Den Auftakt 
der 700-Jahr-Feier der Elbinscl Finken 
wärder bildete am Sonnabend das Eintreffen 
der Minensuch-Halbflottille. Zu Ehren der 
Blauen Jungen, die zu den Feierlichkeiten 
nach Finkenwärder gekommen waren, hatte 
der Hamburger Senat einen festlichen 
Empfang im Rahmen eines Kameradschafts 
abends im „Finkenwärder Hof" veranstaltet. 
Der Ortsgruppenleiter von Finkenwärder, 
begrüßte in plattdeutscher Mundart die Be 
satzungen der Minensuchboote. Er betonte in 
seiner Ansprache die Verbundenheit zwischen 
der Kriegsmarine und der Fischerinsel Fin 
kenwärder. Von jeher sei es Finkenwärder 
gewesen, das der Kriegsmarine echte Fahrens 
leute gestellt habe, Seeleute, die gewillt 
waren, für ihr Vaterland zu kämpfen und zu 
sterben. 
Sodann nahm der Regierende Bürger 
meister Krogmann das Wort, der im 
Namen des Reichsstatthalters und der Hanse 
stadt Hamburg die Besatzungsmitglieder herz 
lich willkommen hieß. Wir brauchen wieder 
DNB. München-Gladbach, 20. Juni. In der 
Nacht zum Sonnabend wurde der Leichnam 
Heinrich Lerschs von Remagen in seine 
Heimatstadt München-Gladbach übergeführt, 
um In heimatlicher Erde seine letzte Ruhe 
stätte zu finden. In Remagen war eine zahl 
reiche Trauergemeinde versammelt, um dem 
Toten das Geleit bis zur Stadtgrenze zu 
geben. 
In München-Gladbach wurden die sterb 
lichen Ueberreste des Dichters mit allen Ehren 
empfangen und zur väterlichen Schmiede ge 
leitet, in der die Aufbahrung erfolgte. Die 
letzte Aufbahrung erfolgte dann im städtischen 
Haus der Heimat, in dem Heinrich Lersch noch 
vor kurzem zu seinen Freunden gesprochen 
hatte. Am Sonnabendnachmittag erfolgte dann 
die feierliche Beisetzung in dem Ehrengrab, 
das ihm die Stadt München-Gladbach auf dem 
neuen Friedhof gerichtet hat. 
Deutsche Segelflieger in Kopenhagen. 
DNB. Berlin, 20. Juni. Die unter dem 
Protektorat des dänischen Kronprinzen stehen 
de Vereinigung „Danske Flyvere" veranstaltet 
am Sonntag einen Flugtag in Kopenhagen- 
Auf eine an den „Aeroklub von Deutschland 
gerichtete Einladung des Präsidenten der 
„Dänischen Flugvereinigung" hin nehmen 
der deutsche Segelflieger Huth und der Flug 
zeugführer Küchenmeister, beide von der Last 
desgruppe 3 Nordmark des deutschen Luft 
sportverbandes, teil. Huth wird auf deM 
Segelflugzeug „Rhön-Sperber" in Kopen 
hagen den deutschen Segelflug vorführen. 
Auszeichnung eines verdienten Segelflieger^' 
Der Adolf-Hitler-Preis zur Förderung ^ 
Segelfluges für das Jahr 1935 ist jetzt 1 
Reichsluftfahrtministerium durch StaatssevJ 
tär General der Flieger Milch dem Segelşş. 
ger Hofmann überreicht worden. (WâbiĢĶ 
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