Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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und Verwaltungsgebäude der das großzügige 
Regulierungsprojekt des Tennessee ausführen 
den Tennessee-Valley-Administration sind dem 
Erdboden gleichgemacht. 
Der Kamps mil dem Meis. 
Alljährlich beginnt für die norwegischen Eis 
meerfahrzeuge, die auf Wal- und Robbenfang 
ausgezogen sind, mit beginnendem Frühjahr 
eine schwere Zeit des Kampfes gegen das auf 
brechende Packeis. In diesem Jahre scheint sich 
die Lage besonders schwierig zu gestalten, da 
die Eisverhältnisse ungewöhnlich schlimm sind. 
Seit Wochen fehlt jegliche Nachricht über 23 
Fahrzeuge mit rund 450 Mann Besatzung, so 
daß man bereits in der Heimat Pläne hegt, 
eine Hilfsexpedition auszusenden, um den ge 
fährdeten Landsleuten zu Hilfe zu kommen. 
Ein Schiff mit Radio an Bord hat gemeldet, 
daß ein kleines Signalhaus am Harlangen 
fjord über 20 Männer eines gescheiterten 
Schiffes beherbergt. Da dort sonst nur wenige 
Menschen überwintern, ist der Proviant nahe 
zu aufgezehrt. Ein Fangfahrzeug „Viking" hat 
an der Ostgrönlandküste die Schraube verloren 
und wird seitdem vermißt. An Bord befanden 
sich 12 Mann. Der Fischerschoner „Klubben" 
aus Siltefjord ist seit einem schweren Sturm 
der vorigen Woche nicht mehr gesehen worden,' 
an Bord befinden sich 11 Mann. 
* * * 
Beim Abschiednehmen löblich verunglückt 
Unter tragischen Umstünden kam Sonntag 
abend der 38 Jahre alte Arbeiter Erich Franke 
aus der Branöenburgstraße in Berlin auf dem 
Lehrter Bahnhof vor den Augen seiner Frau 
ums Leben. Franke hatte zum Wochenende den 
Besuch seiner Schwester und seines Schwagers 
aus Hamburg erhalten. Diese wollten die Rück 
reise vom Lehrter Bahnhof antreten. Als der 
Zug sich in Bewegung setzte, liefen Franke und 
seine Frau winkend noch ein Stück neben dem 
Zuge her. Plötzlich erhielt Frau F. in dem Ge 
dränge einen Stoß und fiel gegen ihren Mann. 
Dieser stolperte, kam zu Fall und stürzte vom 
Bahnsteig zwischen das Trittbrett eines Wa 
gens und die Bahnsteigkante. Reisende zogen 
sofort die Notbremse, so daß der Zug wieder 
hielt. Bahnbeamte befreiten den Verunglück 
ten. Der Bahnarzt konnte jedoch nur noch den 
Tod Frankes, der einen Schädelbruch und 
schwere innere Quetschungen davongetragen 
hatte, feststellen. 
Dies Neben-dem-Zuge-Herlaufen kann man 
oft auf Bahnsteigen beim Abschiednehmen 
sehen. Es birgt, wie auch das schwere Unglück 
in Berlin zeigt, Gefahren. 
Vsppelheil des Äechängmsses. 
Unter den Opfern der furchtbaren mexikani 
schen Flugzeugkatastrophe befand sich eine be 
kannte Gestalt der Budapester Lebewelt, Dr. 
Elemer v. Rohoncy. Er hatte vor seiner Ab 
reise in einem Klub 40 000 Pengö im Karten 
spiel gewonnen und erklärt, daß er sich für 
einige Zeit vom Spiel zurückziehen und mit 
dem gewonnenen Geld eine Weltreise machen 
wolle. Bon dieser Weltreise ist er nicht mehr 
zurückgekehrt. Die sog. Doppelheit der Ereig 
nisse wollte es, daß der verlierende Partner 
des Kartenspiels bei einer Skipartie von einem 
schweren Unfall ereilt wurde. 
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Die Auto-Union A.-G. Zwickau-Sachsen hat 
unter dem Eindruck des Ergebnisses der 
Reichstagswahl im Namen von 18 500 Gc- 
folgschaftsmitgliedern, von denen über 14 000 
erst nach der Machtübernahme durch den Füh 
rer in Lohn und Brot gelangt sind, 100 000 
Mark zur Linderung der Not bedürftiger 
Volksgenossen zur Verfügung gestellt. 
Haftbefehl wurde gegen den Führer des 
Motorbootes erlassen, das, wie berichtet, vor 
einigen Tagen ans der Tawe bei Gilge (Ost- 
preußen) infolge Zusammenstoßes mit einem 
Dampfer untergegangen ist, wobei mehrere 
junge Menschen ertranken. Der Verhaftete 
hatte versucht, vor dem Bug des Dampfers 
die Fahrtrichtung zu ändern. 
In Nordsibirien wurden drei russische Flug 
zeuge, die Ingenieure nach den Salzbergwer 
ken brachten, von einem Schneesturm erfaßt. 
Eines stürzte ab. Der Flugzeugführer und ein 
Ingenieur wurden getötet, der zweite Pilot 
und ein Ingenieur schwer verletzt. 
Vor Honolulu geriet bei schwerem Wetter 
das Osloer Passagier- und Fracht-Motorschiff 
„Tricolor" in Brand. Der britische Tanker 
„Parraville" eilte zu Hilfe und pumpte große 
Mengen Del zur Beruhigung der Wogen aufs 
Meer. Unter Einsatz des eigenen Lebens ret 
teten die englischen Seeleute Passagiere und 
Mannschaft des „Tricolor". 
Der Hapagdampfer „Vancouver", 8200 Br>- 
Tonnen groß, fuhr, wie aus San Salvador ge 
meldet wird, in starkem Nebel auf der Höhe 
von Punta Remedios auf eine Sandbank. Da 
das Schiff zwei Lecks aufwies, wurden die 
Boote ausgesetzt und die 02 Passagiere nach 
Acajutla in Sicherheit gebracht. Man hofft, den 
Dampfer abschleppen zu können. 
SilbergelLMeber am Riederrheiu festgenommen 
SilberrnLnzen gegen Papiergeld 
DNB. Kleve, 7. April. Von Zollbeamten 
wurde im Geschäftsraum einer hiesigen Firma 
ein Silbergeldhamster auf frischer Tat festge 
nommen. In seinen Taschen fand man eine 
große Menge Silbergeld. Als Beamte eine 
Durchsuchung der Wohnung des Festgenomme 
nen vornahmen, warf die überraschte Ehefrau 
des Hamsterers 2000 JlJl in Hundertmark 
scheinen ins offene Herdfeuer. Obwohl sich die 
Frau widersetzte, konnten 1600 JlJl aus dem 
Feuer gerettet werden. Die Frau, ihr Sohn 
und zwei weitere Männer wurden festgenom 
men. Sie stehen im Verdacht, große Mengen 
deutschen Papiergeldes verbotswidrig aus dem 
Auslande eingeführt und das dafür einge 
wechselte Silbergeld unter Verstoß gegen die 
Devisengesetzgebung ins Ausland gebracht zu 
haben. Bisher ist erwiesen, daß mindestens 
13 000 JlJl von der Bande verschoben worden 
sind. Gegen alle fünf Festgenommenen, bei 
denen noch insgesamt 3200 JlJl und 28 hollän 
dische Gulden beschlagnahmt wurden, hat das 
Amtsgericht Kleve Haftbefehl erlassen. 
„LZ. Hiudenburg" auf der Heimfahrt. 
Erinnerungen an die schönste Stadi. 
DNB. Hamburg, 6. April. Wie die Deutsche 
Seewarte mitteilt, startete das Luftschiff „LZ. 
Hindenburg" heute um 10.44 Uhr in Rio de 
Janeiro zu seiner Heimreise nach Deutschland. 
Das Luftschiff, das ans der Luftschiffhalle 
von Santa Cruz gezogen worden war, führte 
ein musterhaftes Aufstiegsmanöver durch. 
Zum Abschied fuhr das Schiff über Rio meh 
rere Schleifen. Dichtgedrängte Menschenmen 
gen auf den Straßen und auf den Tüchern der 
Häuser winkten dem Luftschiff zu. 
Die Südamerikafahrer des „Hindenburg" hat 
zwei Tage der ganze tropische Zauber Rio de 
Janeiros umfangen, der Stadt, die unbestrit 
ten von jedermann als die schönste der Welt 
bezeichnet wird. Stunden auf Stunde brachte 
unvergeßliche Eindrücke. Da sind die unzähli 
gen Buchten, an deren Strand die lang hin 
rollenden Wogen aufschäumen. Sie sind von 
einer Prachtstraße eingefaßt und bei Nacht 
vielleicht noch schöner als am Tage. Da sind 
Gärten, von tropischer Vlütenpracht überreich 
gefüllt. Da säumen Monumentalbauten die 
Straßen oder stehen an großzügigen Plätzen, 
auf denen sich das weltstädtische Leben dieser 
Zweimillionenstadt abspielt. Die eleganten und 
bezaubernd schönen Frauen, die allerliebsten 
Kinder vervollständigen das Bild der Anmut, 
das auch draußen in der ferneren Umgebung 
noch zu Hause ist, wo die schönen Landhäuser 
stehen. Und interessant sind die Stadtteile, in 
denen das farbige Volk in vielfältigsten 
Mischungen wohnt. Das alles bringt unver 
geßliche Eindrücke. 
Hinzu kommt, daß die südländisch lebhaften, 
gastfreundlichen und liebenswürdigen Bra 
silianer den Gästen eines hierzulande bewun 
derten Volkes, das solche Großtaten hervor 
bringt wie dieses neue riesige Zeppelinluft 
schiff, nicht nur mit berechtigter Deugierde ent 
gegenkommen, sondern mit der ganzen Lie 
benswürdigkeit, dessen sic mähig sind. 
Weitab von der Küste. 
DNB. Hamburg, 7. April. (Eig. Funkmeld.) 
Das auf der Heimreise befindliche Luftschiff 
„LZ. Hindenburg" stand, wie die Deutsche 
Eine Frau warf 2000 Mark ins Feuer 
Seewarte berichtet, um 7 Uhr MEZ. 136 Km. 
nördlich von Pernambuco. 
An Bord befinden sich, wie der Sonderbericht 
erstatter des DNB. meldet, 18 neue Fahrgäste 
aus 7 Nationen, darunter Amerika, Argenti 
nien, Brasilien, Chile, Australien und Eng 
land. Lordbischof John Riginald Weller reist 
von den Falklandsinseln in seine englische 
Heimat. Familie Obermair stattet nach 71/2- 
jährigem Aufenthalt in Chile ihrer Heimat 
stadt a. ö. H. einen Besuch ab und will gleich 
zeitig die Fortschritte der deutschen Landwirt 
schaft kennen lernen. Weiter ist zu nennen 
Josef Angerer aus Berchtesgaden, der am 
Rio Nigro Tiger jagte. Der Vertreter des 
„Westdeutschen Beobachters" (Köln) mußte ei 
ner Blindöarmoperation wegen zurückbleiben. 
Bei günstigem Wetter kann man Sonnabend 
früh in Friedrichshafen sein. 
In einem heftigen Gewittersturm stürzte in 
Pennsylvanien ein amerikanisches Bomben 
flugzeug ab. Die ganze Besatzung, 4 Mann, ist 
tot. 
Seilbahn zum Matterhorn 
Mailand, 6. April. Für die Anlage von 
Drahtseilbahnen hatte man in Italien seit je 
her eine Vorliebe. Es gibt nur wenige Städte 
in diesem Lande, die sich nicht rühmen können, 
wenigstens eine Vorrichtung dieser Art zur 
Vermeidung des unbequemen Bergsteigens zu 
besitzen. Nun ist es allerdings eine Eigenheit 
der Italiener, daß sie ihre Städte und Dörfer 
nicht wie andere Völker in den Niederungen 
und Tälern angelegt haben, sondern, wenn es 
möglich war, an Berghängen oder gar auf den 
Berggipfeln. Es gibt weite Landstriche, in 
denen man im Tale weit und breit kein Haus 
und keine Hütte findet, während sich die Be 
hausungen der Bevölkerung auf den Spitzen 
der höchsten Berge zusammendrängen. Die oft 
von starken Mauern umgebenen Städte auf 
den sonnenüberströmten Berggipfeln stellen 
eines der eindrucksvollsten Merkmale der 
italienischen Landschaft dar. 
Es ist also eine Berechtigung für die Anlage 
von Bergbahnen, den bekannten „funicolari", 
Der ôchmeilerîmgsoerkaus 
in Hamburg und Berlin. 
In H a m b u r g haben die für das Sommer 
hilfswerk der NS.-Volkswohlfahrt verkauften 
Schmetterlinge 52 010 MJt erbracht. Hamburg 
hatte für den Verkauf 275 000 dieser bunten 
Symbole des Frühlings erhalten. 
In Berlin hatten sich am Sonntag zum 
Verkauf neben den Helfern und Helferinnen 
der NS.-Volkswohlfahrt sämtliche Trachten 
träger in den Dienst der guten Sache gestellt, 
um der Volksgemeinschaft aller deutschen 
Stämme sichtbaren Ausdruck zu verleihen. 
Als Bayern, Badener, Württemberger, Meck 
lenburger, Oldenburger, Ostfriesen usw .unter 
Sang und Klang mittags 12 Uhr auf dem 
Wittenbergplatz erschienen, wurden sie von den 
Berlinern wie gute alte Freunde begrüßt. Mit 
einem Schuhplattler wurde der Reigen der 
Tänze eröffnet, während die silbernen Taler 
an Mieder und Weste mit den roten Sammel 
büchsen um die Wette die Begleitmusik klap 
perten. Ein ähnliches Bild bot sich in anderen 
Stadtteilen,- anch dort Sang, Tanz und Spiel, 
dazu Militärkonzerte. Um die Mittagsstunde 
schon waren sämtliche Schmetterlinge ausgeflo 
gen, d. h. ausverkauft. 
gegeben, die vielfach das einzige Volksbeförde 
rungsmittel eines Ortes bilden und in man 
chen großen, sich an Berghängen ausbreitenden 
Städten gern benutzt werden, weil sie beschwer 
liche Treppenwanderungen oder endlose Stra 
ßenbahnfahrten ersparen. Mancher Aussichts- 
.berg mußte es sich gefallen lassen, durch eine 
Bergbahn „verschönert" zu werden, um den 
Anforderungen, die moderne Menschen stellen, 
Rechnung zu tragen. Und seit man in Italien 
— wenigstens in Obcritalien — die Begeiste 
rung für den Wintersport geweckt hat, gibt es 
natürlich auch Seilbahnen, nur dazu geschaf 
fen, stundenlange mühselige Wanderungen in 
die Schneeregion abzukürzen. 
Eine ganz besondere Seilbahnanlage geht 
jetzt ihrer Vollendung entgegen. Es ist die 
Matterhornbahn, die bis an den Fuß des ge 
waltigen Alpengipfels an der italienisch- 
schweizerischen Grenze führen soll, wo eine 
neue Touristenstadt im Entstehen begriffen ist. 
Diese Bergbahn soll die größte Drahtseitbahn 
der Welt werden. Die beiden Seile, die das 
Gewicht von 60 Tonnen und eine Länge von je 
2100 Meter haben, wurden in zweitägiger Ar 
beit von zwei Kraftwagenzügen mit je drei 
Wagen vom Aostatal zum Fuß des Matter 
horns befördert. Sie werden in einigen Tagen 
gespannt werden, und man hofft, den ersten 
Teil der Drahtseilbahn bereits im Mai in 
Betrieb nehmen zu können. 
* * * 
Neue Là-BerMstAîMli in USA. 
Ein Orkan, der die Staaten Alabama, Missi- 
sippi und Tennessee verwüstete, fuhr mit sol 
cher Geschwindigkeit über das Land, daß die 
Einwohner der betroffenen Dörfer und Städte 
völlig überrascht wurden. Augenzeugen berich 
ten, daß das Sturmzentrum sich mit einem 
Geräusch näherte, das einem Dutzend hcran- 
brausender Güterzüge ähnelte. In einer Breite 
von 400 Meter hat der Sturm in den genann 
ten Staaten alles dem Erdboden gleichgemacht. 
Montag früh waren 58 Tote und 500 Verletzte 
geborgen. Die Zahl der Opfer steigt stündlich, 
da die Verbindung zum Teil noch unterbro 
chen ist. 
In der im Tennessee-Tal gelegenen Stadt 
Tupelo sind nach den letzten Angaben der 
Ortsbehörden über 100 Leichen geborgen wor 
den. Zwei Drittel der 7000 Einwohner zählen 
den Stadt und die umfangreichen Baracken 
Dieser Flugplatz wurde bombardiert. 
Ein Blick auf den Flugplatz von Addis Abeba, der von 5 italieni 
schen Bombenflugzeugen mit Bomben belegt wurde, wobei 2 abessi- 
nische Flugzeuge zerstört wurden. Zum ersten Mal haben damit 
italienische Flugzeuge ihren Aktionsradius bis zur abessinischen 
Hauptstadt ausgedehnt. (Asjàted Preß, K.) 
Die Botschafter-Konferenz bei Flandin. 
Außenminister Flandin hatte die französischen Botschafter aus Berlin, London, Rom 
und Brüssel nach Paris gerufen, um sich vor seiner endgültigen Stellungnahme zu 
den deutschen Vorschlägen von ihnen über die Stimmung in den einzelnen Ländern — 
Bericht erstatten zu lassen. Von rechts nach links: der Botschafter in Berlin, 
Franeois-Poncet, Minister P a u l - B 0 n c 0 u r, ' der Botschafter in Rom, 
De Chambrun, Ministerpräsident S a r r a u t, Außenminister Flandin, der 
Sekretär am Quai d'Orsay, Leger, der Botschafter in London, Corbin und der 
Botschafter in Brüssel, M. L a r 0 ch e. «Scherl Bilderdienst, K.)
	        
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