Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Am Stoftdlti&n 
Kinücrvergnügr-«. Bei dem vom besten Wet 
ter begünstigten Kindervergnügen am Sonn 
tag errang bci.m Vogelschießen mit Armbrust 
Jürgen Jans die Königswürde, Königin beim 
Topfschlagen wurde Annemarie Brühn, (ti.) 
Am \Um Husum- 
Sänger treffen der Stapelholmer Gesangvereine 
in Schwabstedt. 
^hz. Schwabstcdt, 22. Juni. Der vierte große 
Sauģertag der Stapelholmer Gesangvereine 
(St/apelholmer Sängerbund) wurde in Schwab- 
ste-dt abgehalten und hatte außerordentlich gu 
ten Besuch gesunden. Von nah und fern waren 
öie Besucher und Freunde des Gesanges ge 
kommen, um an dem alle zwei Jahre stattfin 
denden Sängertreffen des Bundes teilzuneh 
men. Um 1 Uhr mittags fand der Empfang der 
auswärtigen Vereine statt, die von Friedrich 
stadt, Erfde, Wohlde, Meggerkoog und Südcr- 
stapel kamen. Darauf war die Generalprobe 
der Chorlieder und von 2—3 Uhr ein Platz 
konzert von den Terrassen des malerischen 
»Hotel zur Treene", das nun wieder neu er 
standen ist. Der Festkommers begann mit dem 
Begrüßuugslicd des Schwabsteöter Münnerge- 
sangvereins und anschließend begrüßte der 
Vereinsleiter Paulsen-Schwabstcdt die Gäste 
aufs herzlichste und hieß sie in dem schönen 
Treeneort willkommen. Die Vereinigten Män- 
üerchöre brachten darauf „Wir" und „Bauern 
erde" zum Vortrag unter Leitung von Chor 
leiter Horstmann-Schlvabsteöt. Und dann san 
gen die einzelnen Vereine ihre Lieder, und auch 
der Vereinigte Gemischte Chor trat mit seinen 
Werken an die Öffentlichkeit. Alle Gesangs 
darbietungen, sowohl die Einzel- als auch die 
Ehorlieder standen auf guter Höhe und fanden 
vielen Beifall, so daß einzelne Vereine Zu 
gaben leisteten. Das Programm war auser 
lesen. Es fehlten ebensowenig unsre schlichten 
alten Volkslieder, wie die Lieder der neuen 
Zeit. Die Festrede hielt der Gruppenführer- 
Sievert Rief-Erfde, der darauf hinwies, daß 
der Gesang im Völkerleben immer eine große 
Nolle gespielt habe, und auch in der Geschichte 
unsrer engeren Heimat. Auf dem historischen 
Sängerfest in Schleswig am 2k. 6.18kk sei zum 
ersten Mal das Schleswig-Holstein-Lied er 
klungen und habe seinen Siegeszng angetre 
ten. Und wo in der Geschichte der Völker große 
Taten vollbracht wurden, sei das Lied der Be 
gleiter gewesen. So seien die Soldaten 1914 
hinausgezogen mit einem Lied auf den Lippen, 
und bei Langemarek seien junge Deutsche mit 
dem Deutschland-Lied in die blutige Schlacht 
gezogen und für Deutschland gefallen. Und bei 
der Formung, des Dritten Reiches seien die 
Mitreißenden Kampflieder erklungen und hät 
ten das Volk mitgerissen, daß es sich wieder 
seines eigenen Wertes bewußt geworden sei. 
Ter Nationalsozialismus stelle auch die Ge- 
sangvereine vor hohe und schöne Aufgaben, 
Und die Pflege des Guten und Wertvollen 
werde in den Vereinen eine rechte Pflegestätte 
finden, und die Vereine würden so beitragen 
zur kulturellen Erneuerung des Volkes. Zum 
ersten Mal wurde auf diesem Sängertag auch 
das Gemeinschaftssingen durchgeführt und 
zwar mit gutem Erfolg, schlichte schöne Volks 
lieder wurden gemeinsam gesungen, und auch 
ein Kanon wurde eingeübt und mit Begeiste 
rung gesungen. Das vierte Sängertreffen der 
Stapelholmer Gesangvereine, das mit dem 
Festball beendet wurde, war für alle Besucher 
ein schönes Erlebnis. 
Am UmdÄviedüttd 
sw. Wyk a. F., 22. Juni. Der erste Ferien- 
fvndcrzug, der am Sonntag von Berlin nach 
der Nordsee gefahren wurde, brachte für Wyk 
und Amrum rd. 250 Gäste. Der Zug war aus 
verkauft. Ein 2. Sonderzug trifft am Montag 
ein, der ebenfalls stark besetzt ist. — I» höch 
ster Not gerettet wurden zwei junge Leute, die 
von Langeneß aus in sträflichem Leichtsinn 
eine Schwimmtour unternommen hatten. Die 
beiden etwa 25jührigcn Leute stammten aus 
Plauen im Vogtland und hatten von der Nord 
see keine Ahnung. Das hinderte sie aber nicht, 
sich über das Watt, teils gehend, teils schwim 
mend, nach dem Schweinesand zu begeben und 
von dort sich in das Fahrwasser zu stürzen. Es 
herrschte starker Ebbstrom. Als die beiden 
Schwimmer umkehren wollten, um Langeneß 
wieder zu erreichen, erlahmten ihre Kräfte na 
türlich sehr schnell gegen den Strom. Sie hiel 
ten sich an einer Tonne fest und konnten hier 
von dem Bootsführer Stelter, der mit seiner 
»Betty" von Hooge kam, in völlig erschöpftem 
Zustande an Bord genommen werden. Nachdem 
sie in der Kabine aufgetaut waren, setzte sie St. 
äuf dem Watt vor Langeneß wieder ab, so daß 
ste die Hallig zu Fuß erreichen konnten. Wenn 
St. nicht mit einer unbeabsichtigten halbstün 
digen Verspätung von Hooge abgefahren wäre, 
!o ist es zweifelhaft, ob die jungen Leute ge 
sunden worden wären. Sie hätten dann ihren 
Leichtsinn wahrscheinlich mit dem Leben be 
zahlt. 
Am DUUfHaeseUcf* 
Ein Holzschuppen abgebrannt. 
gb. Burg t. D., 22. Juni. Durch ein Groß- 
seuer wurde heute abend um 10 llhr der große 
Holzschuppen über dem Brennofen der hiesigen 
Ziegelei gänzlich vernichtet. Eine auf der hie 
sigen Station haltende Lokomotive gab die 
ersten Alarmsignale, denen die örtl. Alarme 
sofort folgten. Als erste Truppe rückte der 
Hanölöscherstoßtrupp per Auto zur Brandstelle, 
um das gefährdete Maschinenhaus, wo auch die 
explosiven Brennstoffe lagerten, zu retten. 
Bald rückten die Wehren ans Burg, Buchholz 
und Brickeln an. Den vereinten Kräften ge 
lang es, das Maschinenhaus zu retten. Man 
hofft, daß der Betrieb nicht unterbrochen zu 
werden braucht. 
Der Stand der Arbeiten 
an der Eiderabdämmung, 
mm. Lcxfähre, 21. Juni. Nach langer unun 
terbrochener Tätigkeit an den Durchsticharbei 
ten, hat nun der Bagger „Achilles" die Bau 
stelle verlassen und ist damit beschäftigt, eider- 
abwürts überall eine Fahrtiefe von 3,50 Mir. 
zu schaffen. Um Ablagerungsstellen für die 
Baggererde zu haben, sind allenthalben kleine 
Spülfelder geschaffen, welche größtenteils da 
gemacht wurden, wo die sogen. „Puttlöcher" 
entstanden waren. So werden diese Stellen, 
woher ehemals die Erde für den notwendigen 
Deichbau genommen wurde, wieder fruchtba 
res Land. Durch den fertiggestellten Durchstich 
ist der leichten Strömung, welche noch in der 
Eider vorhanden ist, eine andere Richtung ge 
geben worden und so hat der hohe Sanddamm, 
welcher im Zuge des Baues der Reichsstraße 
Heide —Rendsburg geschaffen wurde, nicht 
mehr den starken Wasserdruck auszuhalten. 
Immer fahren jetzt in ununterbrochener Folge 
die Sandzüge in den Koog hinein auf dem 1,8 
Klm. langen Sanddamm entlang bis an das 
Ende der Baustelle. Gegenwärtig will man mit 
dem Sandfahren nach der Nendsburger Seite 
hin beginnen. In nicht allzu langer Zeit soll 
mit dem Straßenbau begonnen werden. Das 
Material hierzu wird mit der Kleinbahn nach 
dem Wrohmer Bahnhof geschafft und von da 
mit Lastautos nach der Baustelle. 
Auszeichnung. Dem Arbeiter Claus Ferdi 
nand Steen in Oefterdcichstrich wurde für- 
langjährige treue Dienste ans dem Gute Oster 
hof durch den Kreisausschuß in Heide dessen 
Anerkennung ausgesprochen und ihm eine Ur 
kunde überreicht, (rg.) 
Ein schwerer Fund. Der Fischer W. v. Bar 
gen brachte einen etiva 15 Zentner schweren 
Anker, dicht mit Meeresseltenheiten besetzt, 
vom Meeresgrunde mit heim in den Hafen, rg. 
Am Holstein 
Beim Baden ertrunken, 
gn. Bothkamp, 21. Juni. Ein schwerer Un 
glücksfall ereignete sich am Wvchcnspvrttag der 
HJ. Hier machen die Schüler an jedem 
Sonnabend ihren Dienst in und um Gasthof 
Kirschenholz, weil es an sonstigen geeigneten 
Plätzen dafür fehlt. Dabei benutzten die Kin 
der ohne Genehmigung und Kenntnis des Be 
sitzers das Badefloß des Teiches, öaS mit 
Kindern überladen wurde. Das Floß schlug 
dabei um und vier Knaben fielen ins Wasser. 
Der Teich ist bekannt durch seine große Tiefe. 
Drei der Knaben konnten sich retten, während 
einer in die Tiefe sank und ertrank. Die an 
deren Kameraden rückten ans und als die 
Sache bekannt wurde und an die Rettung des 
Verunglückten gegangen wurde, war es leider 
zn spät. Erst nach stundenlangem Suchen 
konnte der Verunglückte gefunden werden. 
Der Vorfall erregt allgemeine Teilnahme, der 
Verunglückte war im letzten Schuljahr. 
Einweihung einer Fraucnschule in Elmshorn. 
Elmshorn, 22. Juni. Im Festsaal des 
Lyzeums wurde die neu errichtete Frauen- 
schule feierlich eingeweiht. 
Ein zweites Todesopfer des Elmshorner 
Verkehrsunglücks. 
Elmshorn, 22. Juni. Bei einem Zusammen 
stoß zwischen einem Motorrad und einem Last 
wagen wurde, wie gemeldet, der auf dem 
Motorrad mitgesahrene Einwohner Soltau 
getötet. Nun ist auch sein Sohn, der Fahrer 
des Motorrades, seinen schweren Verletzungen 
im hiesigen Krankenhaus erlegen. 
Familientag der Nehls. 
Mölln, 22. Juni. Der erste Familientag der 
Sippe Nehls, der in Mölln stattfand, war von 
etwa 10 Angehörigen der über Deutschland 
weit verzweigten Familie besucht. Es saßen 
der Bauer neben dem Rechtsanwalt, der 
Architekt neben dem Handwerker, und alle 
bewegte das alte überlieferte Nehlssche Wort: 
„Sick rögen in truger starker Beständigkeit bet 
tön Dod". 
-î- ^ * 
x Neu Münster, 23. Juni. Eine interessante 
Verkehrszählung, die ein getreues Spiegelbild 
des starken Durchgangsverkehrs in Neumün 
ster darstellt, wurde hier durchgeführt. Die 
Zählung dauerte 21 Stunden und fand am 
Rathaus statt. Es wurden gezählt: 2066 Per 
sonenkraftwagen, 817 Lastkraftwagen und 688 
Motorräder, insgesamt 3690 Fahrzeuge. Der 
stärkste Verkehr herrschte in der Zeit von 17 
bis 18 Uhr. In dieser Stunde passierten nicht 
weniger als 219 Fahrzeuge das Rathaus, also 
1 Fahrzeuge in der Minute. Die Mehrzahl der 
Kraftfahrzeuge befindet sich auf dem Durch 
gangsverkehr. — ISjähriger Ausreißer aufge 
griffen. Am Sonnabend wurde auf dem hiesi 
gen Hauptbahnhof ein löjühriger Junge aufge 
griffen, der schütz- und mittellos umherirrte. 
Der Bursche hat nach seinen Angaben am 
19. d. Mts. seine Dienststelle verlassen, weil er 
angeblich von seinem Arbeitgeber mißhandelt 
worden war. — Gaunereien schulpflichtiger 
Knaben. Eine Anzahl schulpflichtiger Knaben 
wurde dabei ertappt, als sie mit ungültigen 
Zehnpfennigstücken aus Zigarettenautomaten 
Zigaretten zu erschwindeln versuchten. Auf 
diese Weise ist es ihnen in mehreren Füllen 
gelungen, Zigaretten zu erlangen, die prompt 
geraucht wurden. 
ŞiPperàg Angler Geschlechter 
vs. Sörnp, 22. Juni. Das war ein großes 
treffen von vier großen alten Angler Famili 
en vom 20. bis 22. Juni in Sörnp. Mitglieder 
der Jversen, Nissen, Thomsen und thor 
Straten, die gekommen waren aus Schweden, 
Dänemark, aus Bayern und vom Rhein, von 
der Elbe, aus Mitteldeutschland, aus Schwan- 
sen, Holstein, von der Westküste der Provinz 
und nicht zuletzt aus Angeln selbst, 160 Mit 
glieder der genannten Familien, um im An- 
geliter Land, unfern von den Stätten, an 
denen die Väter gewirkt, gelebt und gelitten 
haben, zur Befestigung der Familiengemein 
schaft, zur Volksgemeinschaft zu kommen. Mit 
einer Sitzung des Familienrates im Cafä 
Lensch am -Sonnabendnachmittag begann das 
Treffen, wo wertvolle Vorarbeit für den 
Haupttag geleistet wurde. Der Sonntag 
morgen brachte einen auch von der Bevölke 
rung gut besuchten Gottesdienst in der schönen 
alten Kirche mit Pastor Jversen-Rendsburg, 
der seiner Predigt Psalm 1, B. 3 zugrunde 
legte. Prof. Jversen-Kiel spielte die Orgel. 
Darauf begab man sich auf den Friedhof und 
besuchte die Gräber der Vorfahren. Auf dem 
Ehrenfriedhof wurde ein Kranz niedergelegt. 
Im großen Saal des Vahnhofshotels war eine 
Mittagstafel bereitet, an der die Sippen 
angehörigen Platz nahmen. Der Familien 
älteste I. Jversen aus Füssen in Oberbayern 
sprach Worte des Grußes an alle Erschienenen 
und an die Gäste, dcsgl. Propst Petersen, 
Pastor Andrcsen und Rektor Willms. Dann 
nahm der Vorsitzende des Festausschusses, 
Bäckermeister Nie. Lensch, das Wort, und zu 
letzt sprach Propst Petersen im Namen der 
geladenen Gäste. Nach der Mittagstafel fand 
eine Besichtigung des im kleinen Saal aus 
gestellten Familienarchivs statt, zu dem der 
Schöpfer desselben, Fister-Koblenz, Erläute 
rungen gab. Allgemeines Staunen über die 
vielseitige und wissenschaftliche Arbeit wurde 
immer wieder laut. 
Während einer Kaffeetafel im Garten hielt 
F. A. Faster seinen Festvortrag „Unsere 
Familienforschung und ihre Ziele". Er gab 
zunächst einen Ueberblick über die bisher ge 
leistete Arbeit, sodann einen Abriß über die 
vier Familien und regte die Gründung von 
vier Familienverbänden an. Wertvolles 
Qnellenmaterial ist benutzt worden, Hand 
schriften, Familienbriefe, Urkunden, alte 
Stammbättmc, literarische Arbeiten von Män 
nern oder Frauen der Familien. Dieses 
Material wird der Uebersicht wegen in beson 
deren Tabellen gesammelt. Die Nachkommen 
tabellen zeigen die Stellung der einzelnen 
Person in der Familie, die Stammtabellen 
weisen alle Namen des Mannesstammes, der 
Namenträger derselben auf, um sich ein Bild 
über die Persönlichkeit des einzelnen zu 
machen, wird eine Kartothek angelegt, die für 
jedes Familienmitglied eine besondere Karte 
aufweist. Die bereits vorhandene Kartothek 
weist schon 1800 Namen auf. Um den gelten 
den staatlichen Bestimmungen gerecht zu wer 
den, — Arier- und Sippen-Nachwcis — besteht 
für jedes Familienmitglied eine Entwurfs- 
ahnentafel, die als Grundlage dient, um die 
Ahnenpässe auszufertigen, die dann nur be 
glaubigt zu werden brauchen. Jeder Junge 
und jedes Mädel dieser Familien kann schon 
heute seinen Ahnenpaß bei der Schulentlas 
sung ausgestellt erhalten. Das oft sehr müh 
sam gefundene Material läßt sich nun nach den 
verschiedensten Seiten auswerten u. a. bei der 
Vererbungssorschung, Zeitvergleichungen und 
Handschristvergleichung. Die ausgestellte Sip 
pentafel zeigte auf diesem Gebiet, ob und wie 
sich durch Generationen hindurch bei einem 
bestimmten „Probanten" berufliche Fähig 
keiten seiner Vorfahren übertragen haben. 
Aehnliche Tafeln werden angelegt, um 
Charaktereigenschaften zu verfolgen. Als Ziel 
der ganzen Arbeit wurde am Schluß der in 
teressanten Ausführungen genannt, den festen 
Zusammenschluß der Familien herbeizuführen, 
um dadurch nach dem Sinn des Führers von 
der Familie, als der Keimzelle des Staates 
ausgehend, zu einer engeren Verbindung des 
Volkes zu kommen. 
Für die einzelnen Besucher interessant 
waren die Ausführungen über jede der vier 
Familien,- in anschaulicher, fesselnder Weise 
ließ der Vortragende die Stammväter und ihre 
Nachkommen lebendig werden, man schaute sie 
in ihrer Tätigkeit in Dorfschaft und Land 
schaft, 13 Generationen hindurch lassen M 
die „Nissen", z. T. seit Jahrhunderten, auf den 
alten Stammbesitzen nachweisen, die sich zum 
zweiten Male 1810 mit der Familie Jversen 
mischen und deren Nachkommen noch heute in 
fünf Zweigen vorhanden sind. Kommt der 
eine Zweig nach dem Gut Hoffnungstal bei 
Sörup, so schenkt der andere der Landschaft 
eine Reihe bekannter Pastoren, ein weiterer 
Zweig sitzt auf dem altcu Stammsitz in Arrild, 
in Barg findet sich auch eiu Zweig, dessen 
Senior Jaeob Nissen in Rüstigkeit am Feste 
teilnimmt, und auf Schwensbyhof der letzte 
der Reihe. 
Tie größte Arbeit würd für den Sippen 
forscher noch bei der Familie Thomsc« zu 
leisten sein, aber sie wird gelingen, da genü 
gend Ansätze vorhanden sind. 
Die Familie thor Straten wird als klassi 
sches Beispiel genannt, wie eine Familie, 
wenn sie die Bodenständigkeit verliert, in 
kurzer Zeit zerstreut werden kann und jeden 
Zusammenhang verliert. Ihr Ursprung liegt 
in den Niederlanden, wo auf der Synode zu 
Utrecht ein thor Straten als Protestant mit 
den Katholiken und den Reformierten die 
Klinge kreuzt (1618), dann bald nach Ausbruch 
des 30jährigeu Krieges ausgewiesen, in 
Deutschland umherirrt, 1621 nach Flensburg 
kommt und dort bald Besitzer mehrerer Häuser 
wird, die heute noch z. T. vorhanden sind, in 
schneller Folge Einfluß in der neuen Heimat 
gewinnen, der Stadt viele „Aeltermänner", 
sogar Bürgermeister schenken, als Besitzer der 
Kupfermühle ihren Einfluß in ganz Dänemark 
und weit darüber hinaus gelten- machen. Sie 
hatten viele Höfe in Angeln im Besitz, wirk 
ten als Bauern auch im Westen des Landes 
und werden innerhalb eines Jahrzehntes 
völlig zerstreut, nachdem durch Einführung 
des Freihandels die Privilegien der Kupfer- 
mühle fielen, das große Unternehmen in Kon 
kurs geriet uud die Familienglieder in kurzer 
Zeit zerstreute. Zur Zeit ist der Forscher auf 
bestem Wege, auch diese Familie wieder zu 
sammen zu bringen. 
Die Jversen, an Kopfzahl wohl am stärksten 
vertreten, hörten von ihrer Sippe ebenfalls 
Interessantes, von ihrem bedeutenden Ahnen, 
dem Bauern Jacob Jversen, über dessen un 
geheure Arbeitskraft und seine glanzenden 
Erfolge auf verschiedenen Gebieten, als den 
Bahnbrecher der Bemergelung, seiner Arbeit 
für Umbauten der Kirchen und Pastorate 
(Sörnp, Gelting u. a. m.) in Angeln, seinen 
vielseitigen Interessen, seinen Beziehungen zu 
den Männern der Wissenschaft, die überragen 
de Persönlichkeit lebendig werden ließen. 
Seine Nachkommen finden sich noch heute in 
Munkbrarup, in Bayern, am Rhein, in Däne- , 
mark, Schweden und anderswo. Reicher Bei 
fall wurde dem Redner für seinen aus jahre 
langer mühevoller Arbeit entstandenen Vor-., 
trag zuteil. 
Das Ergebnis des Tages ist die Gründung 
von drei festgefügten Familienvcrbändcn, 
Nissen, thor Straten und Jvcrsen-Thomfcn. 
Erwähnt werden muß, daß die genannten 
Familien derart mit einander verbunden sind, 
daß man bei den Forschungsarbeiten ihnen 
immer wieder begegnet. Die drei Familien 
verbände bilden einen Sippcnverband, dem 
das von Herrn Fister geschaffene Archiv zur 
Verfügung gestellt wird und der die Forschung 
weiter betreiben wird. 
Ein festlicher Abend im großen Saal des 
Vahnhofshotels vereinigte die Sippcnleute,- 
auch die Jugend war gut vertreten. Hier,, 
herrschte echte schöne Freude, alles zwanglos, 
ohne ein streng aufgestelltes Programm, man 
war eben als ganz große Familie beisammen 
und jeder bot zum Gelingen, wozu er in der 
Lage und Stimmung war: Ein Kaffeeklatsch 
brachte Ereignisse, Schnurren aus den Fa 
mitten, ein Junge sprach einen plattdeutscher 
Festspruch, ein junges Mädchen pries in einen 
Gedicht die Heimat. Lehrer Paul Selk-Sörup 
plauderte aus seiner volkskundlichen Mappe 
übcr Angelns Nöte in der Dänenzeit, und 
manch anderer gab einen Beitrag zu der 
Folge. Alte Bilder, Handschriften und andere 
Schriftsätze wurden an die Leinwand gewor 
fen. 
Auch für die Fernerstchcnden, die als Gäste 
mitmachten, war der Tag ein Erlebnis. Der 
Montag wird eine Fahrt durch Nordangeln 
bringen, wo eine Reihe von Höfen, Kirchen, 
Gräbern und andere denkwürdige Stätten der 
Familiengeschichte besucht werden sollen. 
DEUTZ-DIESEL- 
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