Metis jt&nds&usg,
gg. Jevenstedt, 23. Juni. Unfall beim Heu-
abladen. Am Dienstagnachmittag kam der
landwirtschaftliche Gehilfe Heinrich St. in Je-
venstedt beim Heuabladen mit der linken Hand
in die Rolle des Hcugreifers. Dabei wurde das
Endglied des Zeigefingers völlig zertrümmert
und auch der Fingerknochen gebrochen. Der
Verletzte kam ins städtische Krankenhaus nach
Rendsburg, wo eine Operation am Finger
vorgenommen werden mußte.
gn. Gnutz, 20. Juni. Eine unglaubliche
Frechheit beging ein fremder junger Mensch,
der am hellen Tage das vor der Gastwirtschaft
stehende Fahrrad des Malermeisters T. mit
nahm und in der Richtung nach Jnnien ver
schwand. Außerdem gelang es ihm, dem Wirt
mit der Zeche durchzubrennen. Der Vorfall
wurde sofort fernmündlich dem Gendarmerie
posten in Jnnien gemeldet. Dort war indessen
der Täter nicht angekommen. Am Nachmittag
wurde dann auf einem einsamen Weg, der von
Büken in Richtung Jlooforst blind verläuft,
von einem Bauern eine Person gesehen, die
dem Bauern nicht ganz geheuer vorkam. Bei
einem Jungen hatte sich der Fremde nach der
Wirtschaft erkundigt. Auch hier hatte er sich
durch Angaben, die sich auf fernmündlichen An
ruf als unwahr erwiesen, verdächtig gemacht.
Weil der Polizeibeamte zur Zeit auf Urlaub
war, wurde der Amtsvorsteher herbeigerufen,
und weil sich die Person nicht ausweisen konn
te, zur Verhaftung geschritten, wie wir bereits
berichteten. Unterwegs zum Haftlokal im
Spritzenhaus machte der Mensch einen geschick
ten Fluchtversuch, wurde aber rechtzeitig von
anderen Einwohnern gestellt und wieder fest
genommen. Das Haftlokal wurde von Posten
der SA. bewacht. In der Nacht auf Sonntag
hat der Verhaftete sich dann erhängt. Fern
mündlich wurde am anderen Morgen der in
Gnutz bestohlene Malermeister herbeigerufen,
der feststellen konnte, daß der Tote der Dieb
seines Fahrrades ist. Das Rad ist allerdings
bisher nicht gefunden worden.
Metis Sddeswig,
Nene Urnenfunde bei Schleswig.
Schleswig, 22. Juni. Bei Schleswig wurden
neue Funde aus der Vorzeit gemacht. Arbei
ter entdeckten dieser Tage in der Nähe von
Klosterfeld zahlreiche Urnenscherben, die von
mindestens vier verschiedenen Gefäßen stam
men. Charakteristische Verzierungen und die
Formen lassen den Stil einer bestimmten
Keramikgruppe erkennen. Es handelt sich da
nach um dickwandige Gefäße ohne Glasur) sie
sind schwach gebrannt und daher leicht zer
brechlich. Die Tonmasse ist mit einem scharfen
Quarzsand stark vermischt. Die Scherben wei
sen Verzierungen auf, die durch Nagelein-
örücke hervorgerufen worden sind. Solche ein
fachen Verzierungen traten zu Anfang der
jüngeren Steinzeit auf (3000 bis 4000 vor un
serer Zeitrechnung).
Die Mitglieder der Naturschutzstelle
Schleswig.
Schleswig, 23. Juni. Der Naturschutzstelle
gehören in Zukunft folgende Herren an: Amts-
gcrichtsrat Haan-Schleswig als Kreisbeauf
tragter für Naturschutz. Als Mitglieder der
Naturschutzstelle: Lehrer Bahne Petersen-Sa-
trup, Dr. med. Schnettler-Norderstapel, Kreis-
bauernsührer Hansen-Eichthal, Kreisjägermei
ster Schütze-Jdstedtwege und Hauptschriftleiter
Dr. Michel-Schleswig.
jp. Kropp, 22. Juni. Festgenommen wegen
Betruges und dem Amtsgericht in Schleswig
zugeführt wurde der landwirtschaftliche Ar
beiter G. L. aus Schwabstedt, der sich bei
Bauern in Mielberg, Tetenhusen, Alt-Venne-
bek, Sorgwohld, Owschlag und Elsdorf ver
mietete, sich ein Handgeld geben ließ und
dann den Dienst nicht antrat.
Jdstcdt, 22. Juni. Beim Feuerfprung verun
glückt ist am Sonntagabend bei der Sonnwend
feier Frl. Burmeister aus Ruhekrug, die über
einen Balken stolperte, in die Flammen stürzte
und sich erhebliche Verbrennungen an beiden
Beinen zuzog.
Kirchenpropst a. D. Stoltenberg 86 Jahre
alt. Am morgigen Donnerstag begeht der
Kirchenpropst a. D. Theodor Stoltenberg in
Schleswig bei verhältnismäßig guter Gesund
heit seinen 86. Geburtstag. Der hochbetagte
Geistliche, der seinen Lebensabend bei seiner
Tochter, Frau Paulsen-Stoltenberg, Schlei
straße 36, verbringt, wurde am 25. Juni 1850
als Sohn eines Lehrers in Wentorf (Probstei)
geboren. Nach seiner Ordination im Jahre
1875 war er zuerst als Pastor in Gettorf tätig,
von 1888 bis 1896 hat er die Kirchengemeinde
Süderbrarup geleitet. Im Mai 1895 kam er
nach Schleswig, wo er als Hauptpastor die
erste Pfarrstelle der Domgemeinde übernahm.
Am 1. Mai 1899 wurde er zum Pröpsten der
Propstci Schleswig ernannt. Im Herbst 1921
trat er wegen Erreichung der Altersgrenze in
den wohlverdienten Ruhestand. Neben seiner
pfarramtlichcn Tätigkeit hat der Jubilar s. Zt.
in verschiedenen kirchlichen Aemtern segens
reich gewirkt, (cs.)
Hochbetagter Holmer Fischer. Einer der
ältesten Einwohner des Schleswiger Holms,
der Fischer Friedrich Roß (Dodel), Süder-
holmstraße 66, vollendete am gestrigen Diens
tag sein 85. Lebensjahr. Der alter Fischer
feierte seinen Geburtstag im Kreise seiner
Kinder und Enkelkinder in voller Rüstigkeit.
Er ist als „Vater Roß" durch die verschiedenen
Holmer Rundfunksendungen des Reichssen
ders Hamburg, bei denen er in schlichter Art
von schweren Seefahrten und guten Fisch
fängen erzählte, vielen Rundfunkhörern be
kannt. (cs.)
Aus StofidUohn
ps. Bergenhuscn, 23. Juni. Ein Hecht von
18)4 Pfund ging dem Bauern Peter Sprick
ins Stellnetz. Das Tier maß 1,16 Meter, hatte
einen Umfang von 47 Zentimeter und eine
Maulweite von 16 Zentimeter. Hechte von
dieser Größe und wohl noch größer, die eine
Unmenge von kleinen Fischen rauben, so wird
behauptet, birgt die Sorge in großer Anzahl,
und der Fang dieser großen Fischräuber ist
ein Segen für den Nachwuchs des Fischbestan
des. Dieser große Fisch hatte sich in ein ganz
feines Netz von Zwirnsfadenstärke verstrickt.
Das Netz hat eine Länge von 10 Meter und
eine Tiefe von 1,70 Meter. Von diesem Netz
hatte der Fisch ein ganzes Ende im Rachen,
welches er wohl aus deu mit sehr scharfen
Zähnen besetzten Maul nicht wieder los
werden konnte. Zwei Schleie und zwei Barsche
saßen trotzdem auch noch im Netz. Die Sorge
muß übrigens recht reich an Fischen sein.
Rund 100 Pfund Fische hat der Vorgenannte
im Laufe des Vorsommers schau gefangen.
Stacheldraht als EirsfrrediMKgsmaLerial
Zu der kürzlichen Zuschrift über die Nachteile von
Stacheldraht als Einfricdigungsmaterial haben wir
die nachstehend veröffentlichten Zuschriften erhalten:
Der Einsender hat zweifellos Recht, daß
Wild und Haustiere sich an dem Stacheldraht
verletzen. Ob die Verletzungen mit glattem
Draht aber so viel geringer sind, bezweifle ich.
Die schwersten Verletzungen durch Draht kom
men doch wohl bei Pferden vor, da diese, wenn
sie einmal festgeraten sind, Gewalt anwenden.
Bei einem glatten Draht sind die Tiere aber
lange nicht so furchtsam, infolgedessen kommt
hier ein Festgeraten öfter vor wie beim Sta
cheldraht. Beim Rindvieh ist dies weniger der
Fall, da kommen meistens nur leichtere Haut-
ritzungeu in Frage. Bei schweren Verletzungen,
wie Aufreißen der Zitzen oder Euter, liegt die
meiste Schuld beim Besitzer, da in den meisten
Fällen der Draht nicht stramm genug gezogen
ist oder gar herunterhängt. In diesem Fall ist
die Gefahr namentlich bei Pferden wohl auch
c'bei glattem Draht nicht viel kleiner als bei
Stacheldraht. Daß Verletzungen und auch töd
liche Fälle beim Wild vorkommen, soll nicht be-
stritten werden, ich glaube aber doch, daß dies
mehr gefühlsmäßig ist und die Wirklichkeit
überschätzt wird. Ich habe in meiner 30jährigen
Jägerpraxis nicht ein durch Stacheldraht schwer
verletztes oder verendetes Stück Wild gefun
den. Wenn wirklich mal etwas Hafenwolle am
Stacheldraht hängend gefunden wird, so wird
eine evtl. Verletzung wohl in den meisten
Füllen leicht ausgeheilt sein. Ich habe übrigens
noch nie einen erlegten Hasen mit einer Riß
wunde, frisch oder ausgeheilt, gefunden, äußer-
geringfügigen Löffelverletzungen, auch nicht
beim Rehwild. Es mag dies aber Zufall sein.
In dem Punkt, daß eine Einfriedigung aus
glattem Draht und Lattenzaun nicht viel teu
rer herzustellen sind, muß ich dem Einsender
widersprechen. Die Steckpfühle müssen beim
glatten Draht dichter gesetzt werden und
Aus lUksHW&si&di, Uattuau-HademaescheH
Mtvd
s. Hadcmarschen, 24. Juni. Wassersport.
Seit reichlich 8 Tagen ist unsere Schwimmbade
anstalt wieder eröffnet. Die Schulen, der
Turnverein, BDM., Umschulungsheim usw.
kommen an festgesetzten Tagen und Stunden
in geschlossenen Verbänden zum Baden und
Schwimmen. Doch auch viele Fremde finden
sich -in und sind zum Teil sehr erstaunt über
yft' Anlage einer so mustergültigen Frei-
Fchwimmanstalt. Auch die jungen Soldaten,
welche ein paar Tage hier im Quartier lagen,
fanden sich zum Wassersport ein. Für Aufsicht
und Ordnung sorgt der Besitzer des Grund
stückes, Herr Schacht. Interessant ist sein
großer Wolfshund, der auf den Mann dres-
stiert, auf Kommando jeden aus dem Wasser
holt ohne ihn zu verletzen) er faßt nur die
Badcklcidung an.
s. Beldorf, 24. Juni. Sommervcrgnügen des
Kameradschaftlichen Vereins. Am Sonntag,
dem 21. Juni, feierte der Kameradschaftliche
Verein unter großer Beteiligung sein dies
jähriges Sommervergnügen. Am Nachmittag
fand ein Preisschießen mit Wehrmannsbüchsen
bei 100 Meter Entfernung auf die 12er-Ring-
scheibe um wertvolle Gewinne statt. Der beste
Schütze war der Kamerad Bracker. Eine Tom
bola und ein gutes Konzert bildeten die Unter
haltung für Damen und Richtschützen.
außerdem bedeuteuö stärker sein, da das Vieh
sich mit seinem vollen Körpergewicht gegen die
Einfriedigung aus glattem Draht lehnt, um
die letzten Halme jenseits der Einfriedigung
zu erreichen. Wo ich mit 2 Stacheldrähten aus
kommen kann, muß ich bei glattem Draht schon
3 anwenden und erreiche noch nicht denselben
Zweck. Ein vermehrter Flurschaden würde die
Folge sein und der Erzeugungsschlacht in die
Flanke fallen. Im hiesigen ausgedehnten Nie
derungsgebiet würden gewöhnliche Steckpfähle
überhaupt nicht mehr zu verwenden sein, da
der Boden nicht fest genug ist. Und jetzt zur
Kardinalfrage: wie denkt sich der Einsender
die Umstellung von Stacheldraht zum glatten
Draht. Es würde der Landwirtschaft damit eine
Belastung auferlegt werden, die in den meisten
Fällen nicht tragbar sein würde, zumal dem
Staat doch die Steuereinnahmen zur Wieder
aufrichtung des Reiches nicht verkürzt werden
dürfen.
Was sollte mit dem bereits fertiggestellten
Stacheldraht geschehen? Einen Krieg wollen
wir doch nicht wieder haben, außerdem ist das
Gewicht des glatten Drahtes zur Länge auch
wohl nicht unerheblich.
Auf Buschzäune will ich nicht eingehen, da
die meisten jüngeren Berufsgenvssen diese nur
aus Großvaters Erzählungen kennen werden.
Clans Bock, Bauer, Bokelhoop.
*
Was der Herr Einsender mit dem Artikel
über den Stacheldraht hat bezwecken wollen,
ist mir nicht ganz klar. Jeder Bauer lächelt
wohl darüber und schüttelt mit dem Kopf. Der
Vergleich mit dem Stacheldraht des Krieges
hinkt denn doch wohl. Daß im übrigen so
manches wertvolle Haustier durch den Stachel
draht verletzt wird, meistens, weil er nicht
richtig angebracht ist, und dauernden Schaden
erleidet, kann ohne weiteres zugegeben wer
den, läßt sich aber nicht ändern. Wo man hackt,
fliegen Späne. Der Stacheldraht ist nun ein
mal diejenige Einfriedigung, die leicht anzu
bringen, dauerhaft ist und ihren Zweck voll
und ganz erfüllt, und die Tiere am Ausbre
chen hindert. Es sei denn, daß die Zeiten noch
mal wiederkehren, wo der Kuhjunge seligen
Angedenkens seine alte Tätigkeit wieder auf
nehmen sollte. Auch das edle Wild möchte der
Einsender gegen die Gefahren des Stacheldrah
tes geschützt wissen. Es zeugt dies ja von einer
großen Tierfreundlichkeit, die schließlich auch
dem Bauern nicht minder eigen ist. Daß man
mit gesetzlichen Maßnahmen gegen die Ver
wendung des Stacheldrahtes vorgehen, viel
leicht noch Begutachterkommissionen bilden soll,
diese Idee setzt der Unerfahrenheit auf diesem
Gebiete die Krone auf. Wir Bauern sind für
jeden uns gegebenen Wink, den wir im Betrieb
verwenden können, dankbar, aber man komme
uns mit den richtigen und vorher wohl über
legten. W. R.
Fünf andere Fischer fingen 72 Pfund Fische«
hauptsächlich Aale, an einem Tage. — Durch
gehende Pferde. Der landwirtschaftliche Gehilfe
des Bauern Ahrend Wirt, Bergenhuscn, sollte
Sand auf Gemeindewege fahren. In einem
unbewachten Augenblick, als die Pferde alleine
standen, scheuten sie und liefen den steilen
Mühlenberg herunter und gegen das Haus
des Arbeiters Jürgen Groth, wo Fenster und
Wände stark in Mitleidenschaft gezogen
wurden. Doch liefen die Pferde noch ein gan
zes Stück weiter bevor sie aufgegriffen wur
den.
Aus Sideestedi
he. St. Peter, 24. Juni. Goldene Konfir
mation. Hier fand am vergangenen Sonntag
die Feier der Goldenen Konfirmation statt,
die für die Jahrgänge 1880 bis 1886 began
gen wurde. 60 Goldene Konfirmanden, teils
von auswärts, teils aus der hiesigen Ge
meinde, hatten sich eingefunden. Am Eingang
der Kirche wurden sie von Herren des Kirchen
vorstandes begrüßt und durch Mädchen vom
BDM. mit einem vergoldeten Strauß ge
schmückt. Nach der Einsegnung hielt Propst
Töüt die Beicht- und Abendmahlsansprache.
Nach der Schlußliturgie vereinigten sich die
Goldenen Konfirmanden am Grabe ihres da
maligen Konfirmators, Pastor Henning. Der
Nachmittag im Ohlsdorfer Krug sah abermals
eine große Festgemeinde versammelt. Bei
einer fröhlichen Kaffeetafel wurden An
sprachen von Propst Tödt, Pastor Sinn und
Pastor Prehn gehalten. Fritz Wischer trug zur
allgemeinen Freude vor, der Frauenchor sang
eine Anzahl Lieder, die Jungmädels führten
Neigen auf. Besondere Freude bereitete das
Aufrufen der erschienenen Gäste und das Ver
lesen von Briefen derer, die zum Fest nicht
hatten kommen können. Alt und jung waren
in fröhlicher Gemeinschaft versammelt und
nur zu bald rückte die Stunde des Scheidens
heran. Zum Abschied erhielt jeder goldene
Konfirmand ein Gedenkblatt und eine Photo
graphie der in St. Peter versammelten gol
denen Konfirmanden.
Aus Haedļdssloftd
mo. Insel Sylt, 22. Juni. Neues Postamt in
List. Das neue List wird demnächst auch ein
eigenes zeitgemäßes Postamt erhalten, das
seine Lage bei der neuen Siedlung „Frisch
wassertal" erhalten wird. Dann soll auch
Selbstanschluß für die Fernsprechteilnehmer
eingeführt werden.
kr. Aventost, 23. Juni. Zur letzten Ruhe
gebracht. Unter großer Beteiligung der ge
samten Wiedingharde wurde der letzte Veteran
von 1870-71 der Gemeinde, Zimmermeister
Lorenz Lvrenzen, zur letzten Ruhe bestattet.
Hunderte von Leidtragenden sammelten sich
in den Nachmittagsstunden um den mit der
Fahne des Vereins der Kampfgenossen voll
1870-71 und den Ordens- und Ehrenzeichen-
Kissen geschmückten Sarg. Eine Abordnung
des Kreisverüandes im Kyffhäuserbund aus
Niebüll, Fahnenabordnungen aus Süder-
lügum, Neukirchen und Rvüenäs, zusammen
mit dem Kameraden- und Kriegerverein von
Aventost und der Aventofter freiwilligen
Feuerwehr traten zur Trauerparade an, um
dem verstorbenen Ehrenmitglied in beiden
Vereinen die letzte Ehre zu erweisen. Der
Verstorbene war Soldat mit Leib und Seele.
1868-69 genügte er seiner Militärpflicht in der
1. Kompagnie des IR. 84 Manstein. Als Re
servist zog er mit seiner Kompagnie 1870 ins
Feld und hat an den schweren Gefechten bei
Vionville am 14. 8.1870 und am 18. 8. 1870 bei
Gravelotte teilgenommen. In dem heißum
kämpften Bois de Ceuy bei Gravelotte traf
ihn eine feindliche Kugel an der linken Brust-
seite und blieb im Rücken stecken. In deN
Lazaretten von Nassau und Lübben fand er
Genesung. Nach dem Frankfurter Frieden
kehrte Lorenzen in ' sein heimatliches Dorf
Aventost zurück, um sich eine Existenz als
Zimmermann und Maurer zu gründen. Seine
Ehefrau Anna starb vor VA Jahren. Sechs
Kinder wurden dem Ehepaar geboren. Gerne
erzählte der alte Veteran bis in die letzte Zeit
von seinem Soldatenleben und seinen Kriegs
erinnerungen von 1870-71.
Ail-U&edsdd&smfy
Zwei Blitzschläge im Kreise Hadersleben.
Am Dienstagmorgen gegen 6 Uhr wurden
zwei Bauernhöfe in Wilstrup und in Grarup
dtzrch Blitzschlag eingeäschert. Von dem In
ventar wurde an beiden Stellen fast nichts
gerettet. In Grarup wäre beinahe ein furcht
bares Unglück passiert. Vier Kinder schliefen
oben in einer Kammer und merkten nichts
davon, daß der Blitz gezündet hatte. Int