ätzten Augenblick gelang es einem Nachbarn
noch, die vier Kinder zu retten, da die Eltern
bereits zum Melken auf dem Felde waren.
Mit dem Kajak gekentert und ertrunken.
Hadersleben, 23. Juni. Der 16jährige Karl
Möller aus Hadersleben, dessen Kajak im
hiesigen Hafen gekentert war, versuchte schwim
mend d-as Ufer zu erreichen. Etwa fünf Meter
vom Bollwerk entfernt verließen ihn jedoch
die àäfte und er ging unter. Seine Leiche
konnte geborgen werden.
Aus DUUmaeseken
Aufmarsch der SA.-Marine-Standarte 55.
gb. Brunsbüttelkoog, 23. Juni. An dem am
Sonntag von der Marine-Standarte 66 veran
stalteten Aufmarsch nahmen SA.-Männcr aus
säst allen Teilen der Provinz irnd viele Ab
ordnungen anderer Formationen teil. Den
Auftakt zum eigentlichen Aufmarsch gab eine
Sonnenwendfeier auf dem Sportplatz am al-
^en Hafen. Punkt 10 Uhr wurde das riesige
Sonnenwendfeuer angezündet. Gruppenführer
Meyer-Ouade ergriff das Wort zu einer zün
denden Ansprache an die im Viereck um das
lodernde Feuer angetretene SA. und zu den
in großer Anzahl erschienenen Volksgenossen.
Am Sonntagvormittag trafen aus allen Rich
tungen per Auto, per Bahn, per Schiff die aus
wärtigen Stürme, teilweise mit Kapellen, ein.
Am Nachmittag begann der eigentliche Auf
marsch mit einem Wettpullen um den Titel
«Beste Kuttermannschaft der Standarte 55".
Sieger wurde die 1. Kuttermannschaft von
Brunsbüttelkoog, Bootsfteurer Truppführer
Schellhase, die die 1000 Meter lange Strecke
in fünf Minuten 25 Sekunden bewältigte.
Zweiter wurde Altona. In dem Wettkampf um
den besten Nachrichtentrupp siegte der Brigade-
nachrichtensturm Kiel mit 1560 Punkten gegen
die 2. Mannschaft der Brunsbüttelkooger Stan
darte 55 mit 080 Punkten. Um 15.30 Uhr be
gann auf zwei Anfmarschstraßen der Aufmarsch
der Formationen auf dem Sportplatz am alten
Hafen. Nach kurzen Ansprachen des Standar
tenführers Roggenkamp und Majors v. Oertzen
sprach der Gruppenführer Meyer-Suade.
Aus Holstein
4jähriges Mädchen ertrunken.
Probsteicrhagen, 23. Juni. Am Sonntag
mittag ertrank in der Hagener Aue in der Nähe
des Bahnüberganges ein kleines vierjähriges
Mädchen, das mit einem anderen kleinen Mä
del spielte und hierbei die Böschung hinunter
fiel. Die Leiche konnte geborgen werden.
Zwölfjähriger Junge beim Baden ertrunken.
Bad Segeberg, 23. Juni. In Alvesloe hat die
Familie des Landarbeiters Brauer in Heller
holz den Tod ihres zwölfjährigen Sohnes zu
beklagen. Der Junge war in einer Mergelkuhle
zum Baden gegangen. Er versank plötzlich und
ist wahrscheinlich einem Herzschlag erlegen.
Zwei Arbeiter von einer Grabcnwand
verschüttet.
Bad Segeberg, 23. Juni. Bei der Ausfüh
rung von Kanalisationsarbeiten in Bad Sege
berg ereignete sich am Dienstagvormittag ein
schwerer Unglücksfall. Als die Arbeiter mit
den Ausschachtungsarbeiten für eine Rvhr-
legung beschäftigt waren, stürzte plötzlich aus
unbekannter Ursache die eine Grabcnwand ein
und begrub zwei Arbeiter unter sich. Die
Verunglückten wurden sofort freigeschaufelt
und dem Krankenhause zugeführt. Während
einer der Arbeiter bereits auf dem Transport
dorthin gestorben ist, konnte der andere Ver
unglückte durch sofort angestellte Wieder
belebungsversuche gerettet werden.
Drei Dithmarscher Klusttage
sp. Heide, 24. Juni. Wiederum begingen
am Sonnabend und Sonntag drei alte Sippen
verbände ihre Klufttage, die vom Dithmarscher
Geschlechterbund gut vorbereitet waren.
Die Dührsen-Kluft traf sich zu einer Kaffee
tafel im Heider Hof im Geschlechtersaal, wo
Landesoldermann Paul Votz zahlreiche Vet
tern und Vettcrinnen nach der Eröffnung durch
den Kluftobmann Bauer Johann Dührsen-
Norddeich begrüßen konnte. Dieser sprach über
den hohen Sinn der Dithmarscher Geschlcchter-
forschung, über den Kampf der Ahnen um die
bäuerliche Scholle und den Neuaufbau in
wahrhaftig völkischem Sinne. Der Sippen
forscher Harald Thomsen-Heide sprach an
schließend über den Stammbaum der Dührsen,
die sich etwa 1600 in Dithmarschen in der Mel-
dorfer Gegend mitsamt ihrem Wappen und
Siegeln nachweisen lassen. Der Mcldorf-Lüt-
jenbüttler Stamm hat mehrere bedeutende
Männer gestellt. Doch sind sie stets sich ihrer
bäuerlichen Eigenart bewußt geblieben. Der
große Nachwuchs fand immer wieder seine
Heimstätte auf dem Erbhof, der allerdings bei
den Dührsen stets nach mehreren Generatio
nen wechselte. So kam die Lütjenbüttler
Stammlinie von dort um 1760 nach Thaling-
buren, ein Zweig von dieser wieder um 1850
nach Norddeich auf jenen Hof, um den sich mit
seinem Kellergewölbe noch heute die Sage vom
wilden Vogt Rolfes Carstens spinnt. Der an
dere Stamm kam über Meldorf, Barlt nach
Eddelak, wo sie die Kirchspielvögte stellten, von
dort über Tellingstedt, Heide, Oken-Strübüel
usw. Diese Mitteilungen fanden eine wert
volle Ergänzung durch den greisen Herrn
Schoof-Seegard, der einige sehr gute Momente
aus der Sippengeschichte der Dührsen zu be
richten wußte.
Während der Pause wurde die Germanen
ausstellung im Heider Heimatmuseum besich
tigt, bei der Museumsleiter Matzen alles ein
gehend erläuterte.
Die Wesselburener Boß-Kluft traf sich am
Sonntag in Wehren zu einem Klufttag, wo
Obmann Paul Boß eingehend die Geschichte
der Kluft und die Bearbeitung des Stamm
baums, der bereits vor vielen Jahren von
der Sippenforscherin Helene Höhnk und ihm
selbst aufgestellt worden war, erläuterte. Auch
die beiden Fedderinger Linien waren anwe
send, sowie die Vossen aus Hasenbüttel, Wes
selburen, Angeln, und Kluftvettern aus Sli
de rdithmarschcn. Nach der Kaffeetafel gin.g es
nach Wesselburcn an die Stätte großer Vor
fahren, wo auch der Kirchspielvogt Claus Stark
Boß sein Grab hat,' von dort weiter nach Sü-
derdeich und Reinsbüttel. Ebenfalls wurde die
Stammstätte der Voß-Kluft (heute Schoos) in
Poppenwurth besucht, die bis vor etwa 100
Jahren im Besitz der Familie gewesen ist.
Am selben Tag fand dann im Wappensaal
in Heide trotz großer Behinderung durch
Trauer der erste Tiedemann-Klufttag statt,
den Oldermann Heinrich Tiedemann eröffnete.
Kluftobmann Hans Tiedemann nahm das
Wort zu einer Begrüßungsansprache, die in
einer Ehrung für die jüngst Verstorbenen aus-
klang. Waren doch seit Fertigstellung des
Stammbaumes nicht weniger als 6 Familien
mitglieder verstorben. — Ueber den weitver
zweigten und sehr großen Stammbaum der
Tiedemann sprach dann der Leiter der Sippcn-
kanzlei Harald Thomsscn mit den nötigen Er
läuterungen. Vom Stammhof Weddinghujen
gehen strahlenförmig drei gewaltige Haupt-
stämme ans nach Oesterbvrstel und Witten-
wurt (Mühle), von diesen wieder Zweige nach
Borgholz, Linden, Wiemerstedt uitd Hemme-
Stelle. Eine zweite Wedöinghusener Linie kam
1866 in den Besitz des jetzigen Nordhofes durch
Teilung, und noch viele andere Verzweigun
gen mehr. — Anschließend begab man sich mit
dem Autobus nach dem Weddinghusener
Stammhof, wo alles eingehend besichtigt und
erklärt wurde und noch Geräte vorhanden
waren, die bereits Jahrhunderte alt sind. Die
junge Generation des Nebenhofes zeigte noch
einmal ihre Reitkünste. Die Tiedemanns sind
als hervorragende Pferöezüchter bekannt.
Dann ging es beim letzten Sonnenstrahl wie
der nach Heide zurück, wo die Teilnehmer des
Klufttages noch die Sonnenwendfeier der
Heider Hitlerjugend auf dem großen Markt-
platz miterlebten. Nach einem Imbiß im Ge
schlechtersaal nahm dann der Landesobmanu
noch einmal das Wort zu einer Mahnung, dem
Stammhof und seinem Besitzer die Treue zu
halten, und zu einer besonderen Ehrung des
aus England in die alte Dithmarscher Heimat
gekommenen Kluftvctters Richard Tiedemann
aus Hull. Bereits im nächsten Jahre soll
wieder in Heide im Monat Juni der zweite
Klufttag stattfinden.
Wetterbericht des Reichswetterdienstes,
Ausgabcort Hamburg.
Wetterlage vom 23. Juni 1938, 19 Uhr.
An der Ostflanke des Hochs, dessen Kern über
dem Aermelkanal liegt, ivird feuchte Meeresluft
gegen das Festland geführt. Da gleichzeitig über
ganz Mitteleuropa eine sehr flache Drnckvcrteilung
herrscht, kam es besonders im Mittelgebirge ver
breitet zu gewittrigen Schauern. Bei der weiteren
Verstärkung des Hochs über Südengland ist in
unserem Gebiet mit anhaltender Zufuhr feuchter
Meeresluft zu'rechnen, so daß nunmehr kühleres
und zu leichten Niederschlagen neigendes Wetter
bevorsteht.
Wettcraussichteu sür Donnerstag, de« 25. Juni,
in Nordwestdeutschland: Mäßige um Nordwest
schwankende Winde, wolkig bis bedeckt, strichweise
leichte Schauer, müßig warm.
Die Mm-AmMtze dee Bekleidmrgsmdustrie
Die Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie gibt
şolgenden Bericht über die Mai-Umsätze der ein
zelnen in der Wirtschaftsgruppe zusammengeschlos-
ienen Fachzweige:
Die Pelzvcrcdelungsinöustrie war verhültnis-
Utäßig gut beschäftigt. Vorjahrsumsätze konnten er
reicht werden. Schwierigkeiten bereitet den Vered-
lern die ausländische Konkurrenz, die ihrer Kund
igst Zugeständnisse macht, die die deutsche Ver
edelungsindustrie nicht übernehmen will und über
nehmen kann. In der pelzverarbeitenden Industrie
sind die Reisevertreter noch bei der Kundschaft. In
einzelnen Betrieben hat sich die Einstellung von
lleuen Arbeitskräften erforderlich gemacht.
Die Kleidergruppe in der Damen-Oberkleidnngs-
Ändustrie berichtet von einer guten Umsatzentwick-
ülng. Der Saison entsprechend wurden Hochsom-
>Nerkleider und Komplettkleiöer in billigen und
älittleren Preislagen gefragt. Holland, England
Und die skandinavischen Länder waren als Käufer
«ns dem Markt. In der Mäntelgruppe lag der Um
satz auf mittlerer Basis. In der Hauptsache fanden
^abardinemäntcl, Slipons, imprägnierte Kunst-
Und reinseidene Mäntel unter Bevorzugung von
Mittleren Preislagen Absatz. In der zweiten Hälfte
Ņļai wurde das Geschäft reger. Der Einzelhandel
Hat in Manteln diesmal früher disponiert, und
üvar in der Hauptsache im März und April.
Durchaus zufriedenstellend waren die Umsätze in
der Herren- und Knabenbekleidungsindustrie. Der
^auferkreis ist durch die Kaufkraststärkung erwei
tert worden, so daß einzelne Spezcalfirmen gegen
über den Vorjahren eine bedeutende Umsatzsteige-
Ang aufzuweisen haben. Das trifft insbesondere
uuch für Gabardincmäntcl und Sportanzüge zu. In
der Berufs- und Sportbckleidungsindustrie lagen
^>e Umsätze gut. Ausgesprochene Sommerartikel,
Dennis- und Golfhosen, Sportanzüge, Janker,
^rächten, Sakkos und Shorts aus Leinen machten
d»s Geschäft. Vereinzelt ist auch bereits in Hcrbst-
^tikeln disponiert worden. Der Herford-Bielcsel-
der Bezirk konnte Lodenartikel nach Belgien, LU-
^rartikel nach Holland und Leinen-, Vaumwolle-
^uî) Lüsterartikel nach Schweden ausführen. Die
fslllandsaufträge lagen durchschnittlich über denen
Vergleichsmonat des vergangenen Jahres. Die
^derbekleidungsindustrie tätigte in Spezialartikcln
ll) ie Gebirgslederhosen recht gute Umsätze in mitt
lren Preislagen.
Fast alle Fachzweige der Wäscheindustrie berichten
ö 0tt höheren Maiumsätzen gegenüber dem vergan
gnen . Jahre. Die Herrenwäscheindustrie lag in
'^ren Umsätzen im Mai ungefähr wie im April,
^et bedeutend höher als Mai 1935, Gefragt wur
den besonders farbige Oberhemden und Sporthem
den, wobei dunkle Farben bevorzugt wurden. Das
Pfingstgeschäft brachte auch eine regere Nachfrage
in weißen Hemden. Nach Holland, Schweden und
der Schweiz konnten Aufträge auf steife und halb-
steife Kragen durchgeführt werden. Schweizer
Kunden gaben außerdem noch Aufträge auf Hem
deneinsätze. Auch in der Damenwäsche-Industrie la
gen die Umsätze im Mai bedeutend über denen des
vergangenen Jahres, Das Geschäft nach West
deutschland, Württemberg und Bayern lag beson
ders günstig. Fast alle Wüscheerzeugnisse aus kunst
seidenen Trikotstoffen fanden Absatz. Charmeuse-
artikel konnten nach Holland ausgeführt werden.
Die Schürzen-, Kittel-, Haus- und Gartenkleiöer-
industrie berichtet von einer guten Nachfrage nach
Dirndlkleidern. Waschkleidern und Spielanzügeu.
In Schürzen beschränkte sich die Nachfrage auf bil
lige und mittlere Preislagen. In der Rüschen- und
Weißwarenindustrie hat das flotte Geschäft auch im
Mai angehalten. Es bedurfte ganz besonderer An
strengungen, um die Kundschaft rechtzeitig für das
Pfingstfest zu beliefern. Die Dirnölmoüe, die sich
auch im Ausland durchgesetzt hat, brachte ein gro
ßes Interesse für Dirndlrüschen. Das Ausland be
stellte im üblichen Rahmen. In verschiedenen Fäl
len konnte eine Exportsteigerung gegenüber April
erzielt werden. Die Aussichten für die Nachsaison
sind recht gut, so daß auch für den Juni mit einem
lebhaften Geschäft gerechnet werden kann.
In der Korsettindustrie lagen die Maiumsätze
mittel bis gut, im Durchschnitt 50 Proz. höher als
tm Bergleichsmonat des vergangenen Jahres. Ge
kauft wurden sämtliche Artikel der Korsettindustrie
von den billigsten bis zu den besten Qualitäten. In
Büstenhaltern, Hüftgürteln und Korsetts in billigen,
mittleren und teuren Preislagen konnten Ausfuhr-
aufträge ausgeführt werden.
Die Hutindustrie berichtet aus dem Niederlau
sitzer Bezirk von einer besseren Beschäftigung, bes.
Reue FischereiSestiMvmngen in Nord- und Ostsee
Im Neichsgesetzblatt Teil 1 Nr. 56 ivird ein Ge
setz zur Aenderung der Gesetze zum Schutze der
Nordsee-Schollenfischerei, der Flundernfischerei in
der Ostsee und der Sprottenfischerei in der Ostsee
veröffentlicht. Aus den Aenderungen sei erwähnt:
Nordsee-Schollensischerei: Der Reichsminister tür
Ernährung kann das im Gesetz bestimmte Mindest
maß (Größe der Schollen unter 24 Zentimeter) her
absetzen. Es handelt sich um Schollen, die in den
deutschen Nordsee-Küstengewässern nicht an Bord
behalten, nicht an Land gebracht, feilgeboten, ver
kauft oder von Nordsechüfen wettcrbefördert wer
den dürfen. Die Strafbestimmungen werden dahin
geändert, daß die Strafandrohung von sechs auf
drei Monate Gefängnis ermäßigt wird. Flundern-
fischerci in der Ostsee: Hier wird neu bestimmt, daß
der Ernährungsminister die Schonzeit <1. Februar
bis Ende März) verlängern oder abkürzen kann.
Die Strafbestimmungen werden gleichlautend wie
für die Nordsee-Schollenfischerei abgeändert. Das
gleiche gilt für die Sprottenfischerei in der Ostsee,
wo ebenfalls die jetzt vorgesehene Schonzeit <15. Mai
bis 15. August) verlängert oder abgekürzt werden
kann. Für alle genannten Fischereiarten erläßt der
Neichsminister für Ernährung und Landwirtschaft
die zur Durchführung und Ergänzung des Aende-
rungsgcsetzes erforderlichen Vorschriften.
Zum Gesetz über Verbraucher-
genossenschaften
ist eine 2. VO. zur Aenderung der 1. Durchfüh
rungsverordnung veröffentlicht. Im Falle der
Ueberschuldnng von Verbrauchergenossenschaften,
die sich auf Grund des Gesetzes vom 21. Mai 1935
auslösen, gilt folgendes: 1. § 118 des Genossen
schaftsgesetzes findet nur mit der Maßgabe Anivcn-
dung, daß die Frist zur Beantragung der Eröff
nung des Konkursverfahrens oder gerichtlichen
Vergleichsverfahrens nicht vor dem 1. Januar 1937
beginnt: vor diesem Zeitpunkt sind die Liquidato
ren nicht verpflichtet, den Antrag auf Eröffnung
des Konkursverfahrens oder des gerichtlichen Ver
gleichsverfahrens zu stellen. Die Entscheidung über
einen Antrag auf Eröffnung des Konkursverfah
rens oder des gerichtlichen Vergleichsverfahrens
bleibt von dem Tage des Inkrafttretens dieser Ver-
ordnirng biS zum 1. Januar 1937 ausgesetzt. 3. Aus
die im Z 115 b des Geuossenschaftsgesetzes vorgese
hene Frist von 18 Monaten wird die Zeit vom In
krafttreten dieser Verordnung bis zum 1. Januar
1937 nicht angerechnet.
Sahne- und Blockpulver freigegeben
Nach einer Anordnung ist die Verarbeitung von
Sahnepulvcr und Blvcksahne — nicht aber von
Kondenssahne — zur Herstellung von Sahne-Scho
koladen mit und ohne Zusätzen, Sahne-Ucberzugs-
massen und Sahne-Bonbons aller Art denjenigen
Betrieben gestattet, die Erzeugnisse dieser Art vom
Oktober 1934 bis September 1935 hergestellt haben.
Für den Bezug wird die Verarbeltungsmenge zu
Grunde gelegt, die in den entsprechenden Monaten
des oben genannten Zeitabschnittes verarbeitet wor
den ist. Bon den zum Bezüge freigegebenen Men
gen dürfen big auf weiteres 75 Proz. zu Halbwaren
oder Fertigwaren verarbeitet werden, die restlichen
zur Verarbeitung nicht freigegebenen 25 Proz. dür
fen zur Vorratsbildung verwandt werden.
in Herren-Woll- und Haarhüten. Das Damenhut-
gcschäft setzte mit dem Beginn der Großhandels-
ausstellungen zufriedenstellend ein. Die Herrcn-
Sommerhutindustrie hatte im Mai einen recht gu
ten Warenversand. Die Umsätze lagen besser als
im Vergleichsmonat des vergangenen Jahres. Die
Damenhut-Jndustrie berichtet von mittleren Um
sätzen in Stroh- und Exotenhüten und Leinenhü
ten. Diese Artikel konnten auch nach Skandinavien,
Holland, England ausgeführt iveröen. Den Bor-
jahrsumsätzen entsprachen die Umsätze in der Müt
zenindustrie. Neben Uniformmützen brachten weiße
und hellfarbige Leinenmützen und Autohauben eine
gute Beschäftigung.
Die Beschäftigungslage in der Krawattcnindustrie
ist unverändert günstig. Der Auftragseingang ist
nach wie vor sehr befriedigend und liegt höher als
im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nicht nur
alle verfügbaren Arbeitskräfte in den Betrieben,
sondern auch die Heimarbeiterinnen sind voll be
schäftigt.
Von mittleren bis guten Umsätzen berichtet die
Schirmindustrie. Gartenschirme und Sommerschirme
wurden in der Hauptsache gefragt. In der Hosen
trägerindustrie lagen die Umsätze vielfach über
denen des vergangenen Jahres. Gefragt wurden
besonders Gummisportgürtel, Trachtenträger und
leichte Seiden-Hoscnträger. — In der Bettfedern
industrie lagen die Umsätze vorwiegend noch gut,
obwohl die saisonmäßige Abschwächung langsam
eintritt. Gefragt wurden billigere und mittlere
Sorten.
Erfolgreicher Versicherungsabschlutz
Die Vereinigte Lcbensvcrsichcrungsanstalt a. G.
sür Handwerk, Handel und Gewerbe in Hambnrg
konnte in 1935 mit einem Reinzugang an selbst ab
geschlossenen Versicherungen im Betrage von 21,56
Mill. MM (um 4,75 Mill. MM höher als im Vor
jahre) seinen Kapitalversicherungsbestand auf 254,03
Mill. MM erhöhen. Von dem Jahresüberschuß von
2,24 Mill. MM wurden 2,19 Mill. MM der Gewinn
rücklage der Versicherten überwiesen, die damit auf
8,15 Mill. MM anwächst. Für die Mitglieder konn
ten wiederum Dividenden im Ausmaß des Vor
jahres festgesetzt werden. Durch die überwiegend in
kleineren Beträgen unter besonderer Berücksichti
gung von Neubauten und Jnstaudsetzungsarbeiten
ausgegebenen Hypothekendarlehen von 3,97 Mill.
MM erhöhte sich der Hypothekenbestand auf 26,70
Mill. MJl. Die Deckungsrücklage erreichte am 31.
Dezember die Summe von 35,03 Mill. MJl. In den
ersten fünf Monaten 1936 ist ein Reinzugang von
15,80 Mill. J&M erzielt, so daß sich der Kapitalver-
stcherungSbestand auf 269,85 Mill. MM am 1. 6. 1930
erhöhte.