Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Bilder vom Reit- und Fahàenîer 
Obltn. Neckclmann auf dem bewährten Hannoveraner „Raubritter" 
Aufnahme: F. Repenning 
ļjEjk-feit 
Obwm. Ramm auf dem 7j. braunen Wallach 
„Nordmark" 
Aufnahme: F. Repenning. 
H. I. Ahlmann (SA.-Reiterstandarte 15) 
aus dem 5j. Fuchs „Sonnenstrahl". 
Aufnahme: F. Repenning, 
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Hauptmann v. Foris u. Forissalois und GruP- 
pcnreiterfnhrcr Milbcrg bei ihrem Richteramt 
Aufnahme: F. Repenning. 
Oberst Ästüllcr und Major Richter 
bei der Eignungsprüfung 
Aufnahme: F. gîepenning, 
Tas Ende eines Aben- rny;' 
teners. 
Vor einiger Zeit ist be 
kanntlich der kleine engli 
sche Fischkutter „Wirf Pat" 
von seiner Mannschaft ent- s \ 
führt worden, die mit ihm 'tes*- 
angeblich ans die Schatz- MEÄ 
suche gehen wollte. Nach kîDà.' 
einer abenteuerlichen Fahrt 
tst das Schiff nunmehr ürvrX":. - 
vor Georgetown (Britisch- 
Guayana) gesichtet worden, 
wo es auch von einem Ne- 
gierungsdampfcr gestellt werden konnte. Die vier Mann seiner Besatzung, darunter der 
Kapitän, wurden völlig abgerissen und halb verhungert aufgefunden. 
Unser Bild wurde von dem Kapitän eines französischen Schiffes an der Küste von 
Guayana aufgenommen. Es zeigt das hilflos liegende Schiff, das Notsignale gesetzt hatte. 
Interessant ist der Weg des Bildes. Es wurde im Flugzeug nach Newyork gebracht, von dort 
nach London gefunkt, und von der englischen Hauptstadt wieder mit dem Flugzeug nach 
Berlin weitergeleitet. (Presse-Photo, K.) 
Generalstreik in Kownv. 
In Kowno hatte ein Arbeiter seinen jüdischen Arbeitgeber erschossen und darauf 
Selbstmord begangen. Bei der Beisetzung des Arbeiters kam es zu Zusammen 
stößen mit der Polizei, die schließlich zum Generalstreik führten. (Weltbild, K.) 
und Graf Bruggstein streckt den weißen Kopf 
heraus. 
„Bist da, Toni? Kannst nicht schlafen, gelt? 
Wart, ich leiste dir Gesellschaft." 
Gleich darauf kommt Graf Bruggstein aus 
der Kammer und hat erne Flasche Enzian, 
zwei Gläser und eine Spielkarte. Er setzt sich 
zu dem Jäger an das Bett und schenkt ein. 
„Man soll zwar für gewöhnlich keinen 
Schnaps trinken", sagt er, „aber vielleicht geht 
die Nacht dann schneller herum." 
Und so karten und trinken der alte Vdann 
im weißen Haar und sein junger Jäger, der 
sein Herz gebrochen wähnt, die Nacht hin 
durch. 
Der Jäger wird wohl nicht mehr ganz nüch 
tern sein,' denn einmal steht er plötzlich auf, 
tritt mit dem vollen Glas an das Fenster und 
sagt lachend: 
„Prost, Monika!" 
Graf Bruggstein zieht ihn zurück auf das 
Lager, legt die Karten beiseite und beginnt 
mit einer sonderbar dunklen Stimme dein 
Jungen zu erzählen. 
Kein Licht brauchen die beiden. Nur det 
Mond erleuchtet das kleine Gemach. 
Vom Krieg erzählt der Graf seinem Jäger, 
vom heldenhaften Sterben junger Menschen- 
Sein Gesicht sieht sonderbar aus dabei, hart, 
wie aus Stein gemeißelt. 
Und so vergeht die Nacht und der Morgen 
schickt sein junges Licht über die Bergspitzen 
in die Jägerstube herein. 
Nach Jahr und Tag. 
Ein Jahr ist inzwischen vergangen. 
Am Rande des Buchenwäldchens steht eine 
weiße Villa, um die der Zaggler Toni immet 
einen großen Bogen macht, wenn er vom Berg 
herunterkommt. 
Er will einer unter keinen Umständen be 
gegnen, die seit zwei Wochen mit ihrem Gat 
ten in Sintsbach weilt: Monika. 
Er hat nie und niemand nach ihr gefragt 
Und doch kommt es ihm zuweilen zu Ohresi, 
daß es ihr gut gehen soll, und glücklich soll şş 
auch sein. 
Der Jäger glaubt nicht recht daran. Abet 
immerhin, mag es sein. Er ist es auch am 
seine Art. 
Er hat einen strengen Dienst, viel Arbeit 
vom frühen Morgen bis in die späte Naķ' 
Und das ist gut so. Arbeit und Gesundheit sib" 
doch die höchsten Glücksgüter. 
Nur eine Sorge lastet auf ihm: die Sorgt 
um seinen Herrn. 
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Hütte, wo man durch eine Lichtung in das Dorf 
sieht. Eine brennende Unruhe wühlt in ihm: 
Monikas Hochzeitsglocken! 
Als er von der Frühpirsch heimkam, hat der 
Westwind die Glockentöne heraufgetragen in 
seine Einsamkeit. Später drangen daun auch 
die lärmenden Geräusche einer Bauernhochzeit 
an sein Ohr, die abgerissenen Töne eines 
Ländlers, das Juchhu der Burschen... Nein, 
es war kaum auszuhalten. 
Immer sieht er die Monika vor sich. Er sieht 
sie als Braut im weißen Kleid an der Seite 
eines andern. Plötzlich springt er auf und will 
fortrennen. 
Da gellt ein scharfer Pfiff hinter ihm her. 
Graf Bruggstein steht unter der Tür der 
Luisenhütte. 
„Zu mir her, Toni!" 
Gehorsam kehrt der Jäger um und steht nun 
vor seinem Herrn. Der legt ihm beide Hände 
auf die Achsel und rüttelte ihn. 
„Was fällt dir denn ein? Willst wohl nun- 
terlaufen ins Dorf?" 
„Einmal wollte ich sie noch sehen, Herr 
Graf." 
„Nimm Vernunft an, Toni. Du hast ein 
heißes Blut. Da gibt dir einer ein unrechtes 
Wort, vielleicht der Bräutigam oder die Braut 
selber, und das Unglück ist geschehen. Mußt 
nicht glauben, daß ich nicht weiß, wie dir ums 
Herz ist. Aber solch ein Schicksalsschlag will 
einen ganzen Mann. Und das willst du doch 
sein, Toni? Leg dich schlafen jetzt. Morgen 
schaut sich die Welt wieder anders an." 
An Schlaf war freilich in dieser Nacht nicht 
zu denken. Ruhelos wälzt sich der Toni von 
einer Seite auf die andere und kann die quä 
lenden Bilder nicht los werden. 
Der Mond schickt Lurchs Fenster sein mil 
des, weiches Licht. Man könnte durch das 
Fenster steigen und ins Dorf eilen, denn es 
wird um die Zeit sein, wo der fremde Mann 
aus der Stadt sein junges Weib nach Hause 
bringt. Man könnte sich hinstellen vor die 
beiden, mitten in den Weg, damit wenigstens 
Monika wisse, daß der Toni Zaggler auch mit 
zerbrochenem Herzen weiterlebt. 
Aber er wird es nicht tun. Er wird auf dem 
Strohsack liegen bleiben und in die Fäuste 
beißen, denn der fremde Mann könnte ihm ein 
böses Wort geben und er müßte ihm ins Ge 
sicht schlagen, nicht allein des bösen Wortes 
wegen, sondern weil er ihm Monika genom 
men hat. 
Es öffnet sich die Tür des Nebortgemachs . 
Hochîarrdsromnn von Hans Ernst 
Da weicht Monika erschrocken zurück. Wie 
konnte Juta den Namen Toni überhaupt noch 
in den Mund nehmen, sie, die ihr doch das 
Herz des Toni entführt? Mitleid mit dem 
Toni? Natürlich, aus einem verliebten Her 
zen steigt gern das Mitleid auf. Und sie fragt 
tonlos: 
„Noch eine Frage, Juta, bevor wir für im 
mer auseinander gehen: Was ist zwischen dir 
und dem Toni? Brauchst mir nichts mehr 
verschweigen heute. Denn seit ich euch beide 
beieinander sitzen sah an jenem Samstag 
abend am Waldrand, und, ohne daß ich es 
wollte, dein Geständnis hörte, weiß ich, daß du 
ihn ins Herz geschlossen hast..." 
Nun ist's heraus! Juta steht einen Augen 
blick überrascht, dann färbt eine leise Röte 
ihre Wangen, als sie langsam erwidert: 
„Heute kann ich es dir ja sagen, Moni: ein 
mal habe ich den Toni geliebt. Aber er wußte 
nichts von dieser meiner Liebe, weil du damals 
schon sein ganzes Sinnen und Denken aus 
fülltest. Und weil ich fühlte, daß meine Liebe 
sinnlos sei, und daß der Toni dir gehört, ver 
ließ ich meine Heimat. Er sollte nicht irre wer 
den, der Toni, an seiner Liebe. Ich selber 
habe es überwunden, und jenes Beisammen 
sein war der Abschied von meiner Jugend 
liebe. Erst jetzt erfuhr der Toni, wie es einmal 
um mich stand." 
Juta zögert einen Augenblick, weil sie sieht, 
wie jedes ihrer Worte das Herz der anderen 
martert. Dann führt sie in herzlichem Tone 
fort: 
„Und jetzt geht doch jedes von euch beiden 
seinen eigenen Weg und mein Opfer war um 
sonst. Ich sehe es an deinen Augen, Moni, du 
bist nicht glücklich. Aber eines kannst du sein: 
tapfer und opfermutig. Dann ist dein schweres 
Opfer nicht umsonst gebracht. Wenn du einmal 
eine Hilfe brauchst, dann komm zu mir,' mein 
Haus steht dir immer offen. Und nun leb wohl, 
Monika!" 
Noch ein letzter Händedruck, dann ist die 
Braut allein. Aufgewühlt im Innersten geht 
sie langsam in den Saal zurück. Ja, dem Toni 
hat sie vieles abzubitten. Aber was wäre aus 
dem Vater geworden, wenn sie ihre Jugend 
liebe nicht rechtzeitig begraben hätte? Und was 
nützt jetzt alle Reue: es gibt für sie kein Zurück 
mehr... 
Urheberrechtsschutz durch Verlagsanstalt Manz, 
München. 
41) Nachdruck verboten. 
Nach der Kirche geht es ins Postbräu zur 
weltlichen Feier. Die Tische biegen sich unter 
der Last der Speisen, die aufgetragen werden. 
Und am andern Tag versichert der Postwirt 
seiner Ehehälfte, daß noch in keiner Hochzeit 
soviel Wein getrunken worden sei wie dies 
mal. 
Der Wein brachte es vielleicht auch zuwege, 
daß Monika im Laufe des Nachmittags ein 
wenig munterer wurde. Auch der Brandl kam 
in Stimmung. Aber da sah er das kleine, gol 
dene Kreuz an Monikas Hals. Ihre Blicke be 
gegneten sich, und der Brandl senkte den Kopf. 
Nun weiß er es bestimmt, daß sich sein Kind 
für ihn geopfert hat. 
Die Klarinetten jubeln hell in den Nachmit 
tag hinaus, und am Abend kommt die tanz 
lustige Jugend auch in den Saal. 
Auf einmal betritt auch Juta von Brugg 
stein den Raum. Sie geht auf den Herrgotts 
winkel zu, wo das Brautpaar sitzt, und drückt 
Monika die Hand. 
„Ich wünsche dir alles Glück der Welt, Mo 
nika", sagt sie mit seltsam nachzitternder 
Stimme, und legt ein kostbares Armband auf 
den Tisch. „Trag es als Andenken an deine 
Kindergespielin." 
Es ist ein sonderbarer Blick, mit dem Juta 
von Bruggstein die Braut umfaßt. Monika 
wird nicht klug aus diesen vorwurfsvollen 
Augen. Ist es möglich, daß diese Augen lügen, 
denkt Monika einen Herzschlag lang. Kann 
ein so herzlicher Glückwunsch aus einem fal 
schen Herzen kommen? Oder hat vielleicht gar 
sie selber den beiden, der Juta und dem Toni, 
schweres Unrecht getan? 
Moni beginnt an allem irre zu werden und 
ist fest entschlossen, dem Geheimnis auf den 
Grund zu gehen. Klarheit und Wahrheit muß 
sein, ehe sie in ihr neues Leben eintritt. 
Als Juta sich jetzt verabschiedet, begleitet 
die Braut sie hinaus. 
„Sag mir, Juta, warum du mich so vor 
wurfsvoll angeschaut hast." 
Juta nimmt Monikas Gesicht in die Hände 
und sagt leise: 
„Wie ich dich neben einem andern sitzen sah, 
mußte ich an Toni Zaggler denken. Ich habe 
ehrlich Mitleid mit dem Toni," 
Toni Zaggler sitzt unweit von der JagdNo full text available for this image
	        
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