Schleswig-Holsteinischer Wļrļschastsdienst
f? ķ rrniWWilinnTin iffiOTTlMii
Die Erfahrungen mit dew
Zigaretten-BiLderdienft"
Betrachtungen über das Zugabewesen.
Das Institut für Wirtschaftsbeobachtung in Nürn
berg hat sich in einem Sonderheft der Zeitschrift
„Die Deutsche Fertigware" auch mit dem Rabatt
und mit der Zugabe beschäftigt. Sie ist insofern
ein besonderes Werbemittel, als es nicht die sach
lichen Vorzüge einer Ware lobt, sondern dadurch
wirbt, daß der Käufer das Gefühl hat, ein Ge
schenk zu erhalten. „Die Deutsche Fertigware"
schreibt dazu: „Eine Werbung durch Zugabe ist also
niemals eine aufklärende Werbung, sondern eine
solche, die Werte statt Worte gibt." Diese Werbe
methode hat aber trotzdem sehr viel für sich, und es
ist erfreulich, daß der Gesetzgeber mit den Zugabe
vorschriften nicht jene harmlosen Aufmerksamkeiten
verboten hat, die häufig von Kaufleuten verteilt
werden, um sich durch sie die Freundschaft der Kun
den zu halten. — Kleine Geschenke erhalten die
Freundschaft! — „Es besteht kein vernünftiger wirt
schaftlicher Grund, um die Verteilung dieser gesetz
lich noch erlaubten Zuwendungen noch zu unterbin
den. Das Zugabeverbot reicht aus, um die Miß
stände, die sich in der Vergangenheit gezeigt haben,
zu bekämpfen."
Wenn man also zugeben muß, daß nämlich solche
harmlosen Kleinigkeiten ein sehr wirksames Werbe
mittel sind, dann wäre es zweckmäßig, wenn wir
auch eine einheitliche Rechtsprechung in Deutschland
bekämen. Dies ist z. T. dadurch verhindert, daß das
Reichsgericht nur selten mit Zugabefällen beschäftigt
wurde, da die meisten dieser Prozesse nicht den für
die Revision notwendigen Streitwert erreichten.
„Infolgedessen fehlt es an autoritativen Entschei
dungen, die den Bestimmungen der Zugabeverord
nung eine allgemein anerkannte Auslegung geben
konnten." Die Wirtschaft muß im Interesse der Auf
rechterhaltung und möglichen Steigerung des Um
satzes wissen, welche: Werbemittel sie sich bedienen
darf und welcher nicht. Dabei ist man heute in der
Wirtschaft der Meinung, daß eine zu kleinliche Aus
legung der gesetzlichen Bestimmungen im allgemei
nen nicht im Interesse der Wirtschaft ist, die ja ge
rade mit dem Zugabegesetz geschützt werden sollte
— vor allem, wenn man bedenkt, daß die Zugabe-
Verordnung die wirklichen Gefahren für den laute
ren Wettbewerb beseitigt hat.
Wie wichtig z. B. für die Zigarettenindustrie die
Bilder geworden sind, zeigt sich daran, daß sogar
bei Nichtgefallen einer Bilöerserie der Umsatzrück
gang ziemlich groß ist. Man kann darauf sagen,
meint die B. Z., daß die Zigarettenindustrie nun
die Geister, die sie rief, nicht mehr los wird. Aber
gerade an diesem Beispiel zeigt sich, daß die Kon
sumgewohnheiten nicht rationell sind. Das wird
in einem Aufsatz des oben zitierten Hefts geschil
dert: „Wenn das ganze Leben des Menschen ver
nünftig geregelt wäre, dann gäbe es wahrscheinlich
keine Zigarettenbilder,' denn wer Lust hätte, konnte
sich Bilder kaufen. Aber wenn das ganze Leben ver
nünftig abgerollt würde, dann gäbe es wahrschein
lich auch keine Zigaretten. Dafür freilich sehr viel
Langeweile. Zum Glück indessen hat die Vernunft
nicht die Allgewalt über uns. Wir spielen ihr gern
einen Streich — so z. B. indem wir irgendetwas
sammeln, wobei es uns weniger auf dies Irgend
etwas als auf das Sammeln ankommt. Dieser
Hang hat bas Zigarettenbild zum Sieg geführt."
Trotzdem steht fest, daß die beste Bilderserie kei
nen Erfolg bringt, wenn das Kraut schlecht ist. Aber
daß die Btlözugabe einen ganz erheblichen Anteil
am Verkaufserfolg hat, ist unbestritten. Dieser An
teil wird sich kaum in Mark und Pfennig genau fest
stellen lassen, aber die Erfahrungen, die der be
kannte „Zigaretten-Bilderdienst" seit vielen Jahren
gemacht hat. zeigen jedenfalls wie groß das Inter
esse eines großen Teils der Zigarettenverbraucher
an diesem Werbemittel ist. Es kann natürlich ge
rade bei diesem Beispiel auch nicht geleugnet wer
den, daß durch die Bilderzugabe ein Teil des In
teresses, das sich nur auf die Ware selbst konzen
trieren sollte, auch auf die Zugabe übertragen wird.
Aber eine schlechte Qualität wird trotzdem vom
Kunden nicht „zugegeben".
Berliner Markt vom 23. 6. 1936.
595 Rinder, 100 weniger als am letzten Diens
tag. Keine Besserung der Durchschnittsbeschaffen
heit. Es waren verschiedene Holsteiner Weidetiere
von nicht schlechter Qualität am Markt. Bei dem
glatten Geschäft wurden für die guten Qualitäten
ebenso wie sür die geringeren Tiere die höchstzn-
lässigen Preise angelegt. — 2149 Kälber. Durch
schnittsbeschaffenheit mittel. Am meisten begehrt
noch die leichteren und Mittelkälber, wie sie für
Wurstfabrikationszwecke Verwendung finden kön
nen. Aber auch für diese, mehr noch natürlich für
die oberen Klassen, gingen bei ruhigem Marktver
lauf die Preise zurück. — 3681 Hammel. Durch
schnittsbeschaffenheit mittelmäßig. So zog sich der
Handel von Anfang an sehr ruhig hin, und mehr
noch als in den oberen Klassen gingen die Preise
für die mittlere und geringere Ware zurück. —
17 241 Schioeine. Infolge des teilweisen Anfalls von
schweren Schweinen ans den Mastverträgen Durch
schnittsqualität recht beachtlich. Gesucht in erster
Linie das kräftige Fleischschwein, aber trotz des
starken Angebots wurden die jedem einzelnen zu
geteilten Mengen an Tieren zu den gewichtsbe
stimmten Festpreisen abgenommen.
Absatzregeluug sür Frühkartoffeln
in Schleswig-Holstein
Das Gebiet der Landcsbauernschaft Schleswig-
Holstein wird in zwei Bezirke eingeteilt: in ein
offenes Anbaugebiet und in ein geschlossenes Ver
brauchsgebiet.
Russischer Schiffsauftrag sür dänische Werft
Sowjetrußland hat bei der Helsingörer Schiffswerft
einen großen Passagicrdampfer in Auftrag gegeben.
Die Bausumme beträgt rund 3,5 Millionen Kronen.
Der dänische Antzenhandel im Mai 1836
wurde stark durch die am 1. Mai erteilten Einfuhr
genehmigungen für die Periode Mai-August beein
flußt. Es zeigt sich immer wieder, daß der durch
die Jmportrestriktionen entstandene ungedeckte Be
darf an ausländischen Erzeugnissen die Einfuhr
während des ersten Monats nach der für jeweils
vier Monate erteilten Valutaatteste erheblich über
das übliche Maß ansteigen läßt. Eingeführt wur
den im Mai 1936 für 183,8 Mill. Kr. (118,3 Mill,
im Mai 1936), ausgeführt für 114,3 Mill. Kr. (100,3
Mill. Kr.), so daß der Monat einen Einfuhrüber
schuß von 19,5 Mill. Kr. ausweist. Die ersten fünf
Monate zeigen eine Einfuhr von insgesamt 558,6
Mill. Kr. und eine Ausfuhr von 544,3 Mill. Kr.
und schließen somit mit einem Passivsaldo von 14,3
Mill. Kr. gegenüber 47,6 Mill. Kr. im entsprechen
den Zeitabschnitt des Vorjahres ab.
Auf der Einfuhrseite sind besonders die Bezüge
von landwirtschaftlichen und industriellen Rohstof
fen gestiegen. Aber auch die Ausfuhr Dänemarks
hat sich im Vergleich zu dem entsprechenden Vor
jahresmonat bedeutend erhöht. Meiereiprodukte
wurden für 6 Mill. Kr., lebende Tiere um 5 Mill.
Kr.. Eier um 2 Mill. Kr. mehr ausgeführt. Da
gegen zeigen Schlachtereiprodukte einen Rückgang
um 3 Mill. Kr.
Die ländermäßige Betrachtung des dänischen
Außenhandels läßt die fortgesetzte Zusammenbal
lung der Außenhandelsumsätze Dänemarks auf
Deutschland und England deutlich erkennen. Die
Ausfuhr nach Deutschland stieg von 14,2 im Mai
1935 auf 24,3 Mill. Kr. im gleichen Monat dieses
Jahres an, die Einfuhr aus Deutschland gleichzeitig
von 25,7 auf 31,5 Mill. Kr. Der Warenaustausch
mit England ist mit einer Erhöhung der dänischen
Einfuhr von 50,5 auf 59,3 Mill. Kr. znm ersten Male
ausgeglichen. Es ist anzunehmen, daß die Einfuhr
Dänemarks in den kommenden drei Monaten wie
der zurückgehen wird, da ein großer Teil der für
diesen Zeitraum erteilten Einfuhrgenehmigungen
bereits im Mai verbraucht worden ist.
schützen und seine Butter, Eier und andere land
wirtschaftliche Waren vor der Auferlegung eines
Zolles zu bewahren. Außerdem bleibe Dänemark
so ein bestimmter Anteil am englischen Markt ge
sichert. Auf der anderen Seite habe auch England die
Gewißheit bekommen, daß Dänemark keinen Zoll
auf Waren lege, an denen das Britische Reich inter
essiert sei. Schließlich enthält das neue Abkommen
den allgemeinen, aber wichtigen Hinweis darauf,
daß beide Partner sich den Ausgleich ihres Handels
vor Augen halten wollen. Die Politik Dänemarks
wird darauf gerichtet sein, England zukünftig einen
größeren Teil von Valuta-Attesten für die Einfuhr
nach Dänemark zur Verfügung zu stellen.
Eine Verordnung Aber Zovändernngen
vom 22. Juni 1936 besagt: In der Tarifnummer 23
des Zolltarifs (Kartoffeln, frisch) Abs. 3 erhält die
Anmerkung folgende Fassung: Kartoffeln in der
Zeit vom 1. bis 81. Juli 1936 bis zu einer Gesamt
menge von 60 v. H. derjenigen Menge, die dem
Durchschnitt der Einfuhr des einzelnen Staates in
das deutsche Zollgebiet nach der amtlichen deutschen
Einfuhrstatistik in der Zeit vom 1. bis 31. Juli der
Jahre 1929 und 1930 entspricht — jedoch höchstens
50 000 Dz. — über bestimmte mit dem einzelnen
Staat vereinbarte Zollstellen oder ohne Beschrän
kung auf bestimmte Zollstellen bei Vorlegung von
Kontingentsbescheinigungen, die von einer deutschen
Zollstelle bestätigt sind, nach näherer Vereinbarung
mit dem einzelnen Staat, sofern der einzelne Staat
den Vertragszollsatz für frische Kartoffeln in der
Zeit vom 1. bis 31. Juli 1936 nicht in Anspruch
nimmt ... Gcbrauchstarif 1,50 MM.
Das neue dänisch-englische Handelsabkommen
läuft darauf hinaus, daß das frühere Abkommen,
das am 20. Juni abgelaufen war, bis auf weiteres
ohne Zeitangabe verlängert wird, jedoch so, daß es
von beiden Seiten mit einer Frist von vier Mona
ten gekündigt werden kann. Dr. Munch wies wei
ter darauf hin, daß zunächst der Zweck erreicht sei,
Dänemark seine Absatzmenge nach England zu
Neue Anordnung über Kauf
und Verarbeitung von Kautschuk
Die Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest
hat eine Anordnung veröffentlicht, die der bereits
seit längerer Zeit in Kraft befindlichen Regelung
des Einkaufs, des Verkaufs und der Verarbeitung
von synthetischem Kautschuk eine neue Rechtsgrund
lage gibt. Die Anordnung ermächtigt insbesondere
die Ueberwachungsstelle, im Interesse der Förde
rung des Verbrauchs von synthetischem Kautschuk
vor allem für die Herstellung solcher Erzeugnisse
sicherstellen, bei denen die Verwendung mit Rücksicht
auf die besonderen Vorzüge des synthetischen Kaut
schuks in erster Linie erwünscht erscheint.
Steuerterrràe im Zuli
Reich:
1. 7.: 1. Inkrafttreten des neuen Urkundensteuer-
gcsetzcs. 2. Gewährung von Kinderbeihilfen.
6. (5.) 7.: 1. Lohnabzug für die Zeit vom 16. bis
30. Juni 1936, falls die bis 15. Juni 1936 einbe
haltenen Beträge 200 MM nicht überstiegen ha
ben, für die Zelt vom 1. bis 30. Juni 1936. —
2. Abführung der Bürgerstener 1936, daneben für
die Lohnzahlungen vom 1. bis 15. Juni 1936 nur,
wenn die abzuführende Bürgerstener weniger
als 200 MM betrug oder die Abführung an aus
wärtige Gemeinden erfolgen muß. — 8. Anmel
dung der Salzmengen, für die im Monat Juni
die Salzsteuerschuld entstanden ist. — 4. Einrei
chung der Aufstellung über die Devisengeschäfte
im Juni für alle Unternehmen, die generell die
Genehmigung zum Devisenerwerb oder zur De
visenverwendung haben.
10. 7. 1. Umsatzsteuervoranmeldung und -Vorauszah
lungen für Monats- und Vierteljahrszahler
(keine Schonfrist mehr). 2. Anmeldung der Be
träge eingegangener Exportvalutcn durch Ex
porteure an die Reichsbank. 3. Anmeldung der
Fettmengen, für die im Juni die Fettsteuer-
schuld entstanden ist. 4. Einkommcnsteucrabzng
für beschränkt steuerpflichtige Künstler, Schrift
steller usw.
14. 7.: Werbeabgabe für Werbeeinnahmen im Juni.
15. 7.: Börsennmsatzsteuer für Juni 1936.
20. 7.: 1. Lohnabzug für die Zeit vom 1. bis 15. 6.
nur dann, wenn die bis 15. Juli einbchaltene
Lohnsteuer 200 MM übersteigt. 2. Abführung der
Bürgersteuer 1936 für Arbeitnehmer für die
Lohnzahlungen vom 1. bis 15. Juli 1936, wenn
die abzuführende Bürgersteuer mehr als 200 MM
beträgt und die Abführung nicht an eine aus
wärtige Gemeinde zu erfolgen hat. 3. Anmel
dung der Beträge eingegangener Exportvaluten
durch Exporteure an die örtlich zuständigen
Reichsbankstellen.
23. 7.: Fettsteuer für alle Fette außer Margarine,
wenn Steuerschuld im Mai entstanden ist.
25. 7.: 1. Fettsteuer für Margarine, wenn Steuer
schuld im Juni 1936 entstanden ist. 2. Biersteuer,
wenn die Steuerschuld im Mai 36 entstanden ist.
27. 7.: Satzsteuer sür Juni 1986.
31. 7.: l. Anmeldung der Beträge eingegangener
Exportvalutcu durch Exporteure an die zustän
dige Reichsbankstelle. 2. Zuckcrsteuer sür Juni 36.
Preußen:
10. 7.: Notariatsabgabe.
15. 7.: 1. Staatliche Grundvermögensstcner sür
Monatszahler nebst lOOprozeutigem Staatszu
schlag. — 2. Hauszinssteuer. — 8. Gemeindezu
schläge zur Grundvermögenssteuer. — 4. Für
Teile von Preußen Lohnsummcnsteuer für Juni
1936 nebst Erklärung über die Höhe der Lohn
summe und die Zahl der Arbeitnehmer. Zum
Teil andere Termine.
Die Gliederung der Reichsverkehrs-
gruppen
und die Abgrenzung voneinander regelt eine An
ordnung des Reichsverkehrsministers ohne Datum
im Reichsanzeiger Nr. 132. Es bestehen folgend»
Reichsverkehrsgruppen: 1. Seeschiffahrt mit den
Fachgruppen Reeder, Schiffsmakler, Küstenfchiffcr,
Seehäfen- und Umschlagbetriebe, Lotsen, selbständig»
Schisfahrkssachverständige,' 2. Binnenschiffahrt mit
den Fachgruppen Reeder, Kleinschiffer, Hafen- und
Umschlagbetriebe, Sondergewerbe (Hafenschifsahrt,
Fährbetriebe, Lotsen und Häupter, Flößerei, Be
frachter und Makler, selbständige Schiffahrtssach-
verstänbige),' 3. Kraftfahrgewerbe mit den Fach-
gruppen Personenwagenverkehr, privater Kraft-
omnibusverkehr, kommunaler und gemischtwirt
schaftlicher Kraftomnibusverkehr, Güterfernverkehr,
Güternahverkehr, Kraftfahrlehrer (der Reichskraft-
wagenbetriebsverband ist körperschaftliches Mitglied
der Reichsverkehrsgruppe und gleichzeitig Fach
gruppe Güterfernverkehr),' 4. Fuhrgewerbe,' 8.
Schienenbahnen mit den Fachgruppen private Bah
nen des allgemeinen Verkehrs, nebenbahnähnliche
Kleinbahnen, Privatanschlußbahnen, Straßenbah
nen,' 6. Spedition und Lagerei mit den Fachgrup
pen Spedition, Möbeltransport, Lagerei (Frachten-
kontrollbttros gehören zur Fachuntergruppe Auf
trag- und Vollmachtspedition der Fachgruppe Spe
dition): 7. Hilfsgewerbe des Verkehrs mit den
Fachgruppen Reisevermittlung, Schlaf- und Speise
wagenbetriebe.
Die Eidermühle AG., Fricdrichstadt a. d. Eider»
die bekanntlich durch ein Konsortium unter Füh
rung der Westholsteinischen Bank als endgültige
Trägerin der Friedrichstädter Walzenmühle ge
gründet wurde, legt nunmehr den Abschluß sür 1935
vor. Die Abrechnung verzeichnet Erträge aus Wa
ren von 0,22 Mill. MM. Nach Abzug der Aufwen
dungen verbleibt ein kleiner Verlust von rund
700 MM.
Zum ständigen Sondertrenhänder der Heimarbeit
für das deutsche Spinnstoffgewerbe wurde mit Wir
kung vom 1. Juni Qber-Reg.-Rat Dr. Hoppe in
Dresden bestellt. Ihm obliegt im Benehmen mit
den Treuhändern der Arbeit die Regelung der Ar
beitsbedingungen in der gesamten Heimarbeit der
in Frage kommenden textilen Gewerbezweige.
Deutsche Abordnung zu Zollverhandlungen nach
USA. abgereist. Reichsbankdirektor Brinkmann ist
Dienstag in Begleitung von zwei Resiortvertretern
nach Washington abgereist, um dort mit amerikani
schen Sachverständigen die Frage der amerikanischen
Zuschlagszölle zu erörtern.
Ein Gesetz zum Schutze des deutschen Geschäfts
der Lcbensversicherungsgesellschaft Phönix in Wie»
ermächtigt den Reichswirtschaftsminister, die Maß
nahmen zu treffen, die zur Sicherung und Abwick
lung des deutschen Geschäfts der Lebensversiche
rungs-Gesellschaft Phönix in Wien erforderlich
sind. Dabei kann in bestehende Rechtsverhältnisse
eingegriffen und den Maßnahmen rückwirkende
Kraft beigelegt werden. Für Nachteile, die durch
dieses Gesetz oder durch Maßnahmen entstehen, die
auf Grund dieses Gesetzes getroffen werden, wird
eine Entschädigung nicht gewährt.
Diskontsenkung der Bank von Frankreich. Der
Generalrat der Bank von Frankreich beschloß ai»
Dienstag, den Diskont von 6 auf 5 vH. und de»
Zinssatz zur Bevorschussung von Wertpapieren voll
8 auf 6 vH. herabzusetzen. Nach dem in den letzte»
Monaten als Abivehrmaßnahme gegen die Speku
lationen erfolgten Anziehen der Diskontschraube
(am 28. März um 114 vH. und am 6. Mai um ei»
weiteres Prozent) ist dieser heutige Beschluß der
erste Wiederabbau des Diskontsatzes.
Tierseuchenstand am 15. 6. im Reg.-Bez. Schleswig
Maul- und Klauenseuche: 1 Kreis (Steinburg)-
1 Gemeinde, 1 Gehöft: Milzbrand: 2 Kreise (Stein
burg, Stormarn), 2 Gemeinden, 2 Gehöfte, davo»
neu 2 Gemeinden, 2 Gehöfte.
cobne Gewährt) Deutsche Schlachtviehmärkte
Kammernotierung Berlin am Markttage.
23. Juni 1936
Braiinsehff
Kassel
Hairflobarg
Maina
Stettin
Stnttprt
Hamburg
1. Ochsen ..
2- „ ..
3 „
4. „
1. Bullen ...
2. „ ...
1. Kühe ....
2. „ ....
1. Kälber...
2. „ ...
1. Schafe ...
2. „ ...
1. Schweine
2. „
3. „
1. Sauen ...
40-41
37
60-68
50—58
35-40
541/2
531/2
501/2
531/2
42
36
40—42
34—38
65-70
58-64
Ochs. Bu.Kü.
Kälber
Schale
Schwein.Sau.
Ochs.Bu.Kü.
Kälber
Schafe
Schweln.Saa.
113
173
158
1318
verteilt
mittel
mittel
verteilt
56
54-55
52
48—55
Auftrieb
48
282
127
1277
41
37
41
37
60—65
46—55
34—42
31-33
541/2
531/2
501/2
531/2
und
289
61
133
3183
43
39
66-70
59-65
57
55-56
53
54
52-53
50
43-53
Hand ei aut den
41
34-37
57-00
48-55
42
38
64-6-1
59-63
1151
lebhaft
ruhig
zugeteilt
langsam
zugeteilt
zugeteilt
langsam
.zugeteilt
81
139
89
1274
verteilt
ruhig
ruhig
verteilt
561/2
551/2
521/2
551/2
Märkten
139
970
60-66
50—58
55
53-54
51
49-54
23.6
16 6.
42
38
42
38
57-62
52-56
30-35
26-29
541/2
531/2
501/2
531/2
42
38
42
38
64-70
56-62
38-40
34-37
541/2
531/2
501/2
531/2
1202
1283
7191
595
2149
3691
18241
691
2907
5059
17385
zugeteilt
s. längs.
zugeteilt
langsam
zugeteilt
glatt
ruhig
glatt
ruhig
«ett. -* vert
Der Vichgroßmarkt Lübeck
erhält für den Handel mit Schlachtschweinen ei»
Einzugsgebiet. Es besteht aus den Kreisbauern
schaften Lübeck mit Ausnahme der Enklaven Schret-
staken, Tramm, Nusse-Ritzcran-Poggensec-Holle»-
bek, Vehlendorf-Harmsdorf-Giesendorf-Albsseldc »■
Düchelsdorf-Sirksraöe: Schönberg mit Ausnahme
der Enklaven Walksfelde. Mannhagcn und Neu-
horst, Grevesmühlen sowie von der Kreisbaner»-
schaft Eutin dem früheren Amtsbezirk Scharta»-
Schlachtschweine, die aus diesem Einzugsgebiet aus
geführt werden sollen, müssen über den Viehgroß
markt Lübeck geleitet und dort zum Verkauf gestellt
werden.
Hamburger Schweincmarkt vom 28. Juni
7191 Schweine plus 97 Beobachtungstiere, ca. 200* 1
weniger als am gleichen Markt der Vorwoche. Aus
trieb genügte jederzeit für die kontingentsmäßig?
Deckung des Bedarfs. Qualität gut. Es wäre bei
der drückenden Hitze mehr erwünscht gewesen, wc»' 1
weniger fette Schweine zugeführt worden wäre»-
Da durchschnittlich das Schweinefleisch-Geschäft ist
Hamburg noch immer sehr flott verlief. Zutrieb bm
sehr flottem Geschäft sehr schnell abgesetzt. —
alte Sprichwort „Kirschen rot — Kälber tot" kon»^
dem heutigen Markt als Tendenz zu Grunde geleg'
werden. Bei einem reichen Austrieb und gering^
Kauflust und Absatz Handel bei Auftrieb von 12&
Kälbern und 1 Veobachtungstier sehr längs»'"'
Trotz bester Qualität mußten die Preise auf ßst.
ganzen Linie ca. 5—6 Pfg. nachgeben. Nur »"
Hilfe des Exports Markt geräumt.
ch.
ne