Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Schleswig-Holsteinischer Wļrļschastsdienst 
f? ķ rrniWWilinnTin iffiOTTlMii 
Die Erfahrungen mit dew 
Zigaretten-BiLderdienft" 
Betrachtungen über das Zugabewesen. 
Das Institut für Wirtschaftsbeobachtung in Nürn 
berg hat sich in einem Sonderheft der Zeitschrift 
„Die Deutsche Fertigware" auch mit dem Rabatt 
und mit der Zugabe beschäftigt. Sie ist insofern 
ein besonderes Werbemittel, als es nicht die sach 
lichen Vorzüge einer Ware lobt, sondern dadurch 
wirbt, daß der Käufer das Gefühl hat, ein Ge 
schenk zu erhalten. „Die Deutsche Fertigware" 
schreibt dazu: „Eine Werbung durch Zugabe ist also 
niemals eine aufklärende Werbung, sondern eine 
solche, die Werte statt Worte gibt." Diese Werbe 
methode hat aber trotzdem sehr viel für sich, und es 
ist erfreulich, daß der Gesetzgeber mit den Zugabe 
vorschriften nicht jene harmlosen Aufmerksamkeiten 
verboten hat, die häufig von Kaufleuten verteilt 
werden, um sich durch sie die Freundschaft der Kun 
den zu halten. — Kleine Geschenke erhalten die 
Freundschaft! — „Es besteht kein vernünftiger wirt 
schaftlicher Grund, um die Verteilung dieser gesetz 
lich noch erlaubten Zuwendungen noch zu unterbin 
den. Das Zugabeverbot reicht aus, um die Miß 
stände, die sich in der Vergangenheit gezeigt haben, 
zu bekämpfen." 
Wenn man also zugeben muß, daß nämlich solche 
harmlosen Kleinigkeiten ein sehr wirksames Werbe 
mittel sind, dann wäre es zweckmäßig, wenn wir 
auch eine einheitliche Rechtsprechung in Deutschland 
bekämen. Dies ist z. T. dadurch verhindert, daß das 
Reichsgericht nur selten mit Zugabefällen beschäftigt 
wurde, da die meisten dieser Prozesse nicht den für 
die Revision notwendigen Streitwert erreichten. 
„Infolgedessen fehlt es an autoritativen Entschei 
dungen, die den Bestimmungen der Zugabeverord 
nung eine allgemein anerkannte Auslegung geben 
konnten." Die Wirtschaft muß im Interesse der Auf 
rechterhaltung und möglichen Steigerung des Um 
satzes wissen, welche: Werbemittel sie sich bedienen 
darf und welcher nicht. Dabei ist man heute in der 
Wirtschaft der Meinung, daß eine zu kleinliche Aus 
legung der gesetzlichen Bestimmungen im allgemei 
nen nicht im Interesse der Wirtschaft ist, die ja ge 
rade mit dem Zugabegesetz geschützt werden sollte 
— vor allem, wenn man bedenkt, daß die Zugabe- 
Verordnung die wirklichen Gefahren für den laute 
ren Wettbewerb beseitigt hat. 
Wie wichtig z. B. für die Zigarettenindustrie die 
Bilder geworden sind, zeigt sich daran, daß sogar 
bei Nichtgefallen einer Bilöerserie der Umsatzrück 
gang ziemlich groß ist. Man kann darauf sagen, 
meint die B. Z., daß die Zigarettenindustrie nun 
die Geister, die sie rief, nicht mehr los wird. Aber 
gerade an diesem Beispiel zeigt sich, daß die Kon 
sumgewohnheiten nicht rationell sind. Das wird 
in einem Aufsatz des oben zitierten Hefts geschil 
dert: „Wenn das ganze Leben des Menschen ver 
nünftig geregelt wäre, dann gäbe es wahrscheinlich 
keine Zigarettenbilder,' denn wer Lust hätte, konnte 
sich Bilder kaufen. Aber wenn das ganze Leben ver 
nünftig abgerollt würde, dann gäbe es wahrschein 
lich auch keine Zigaretten. Dafür freilich sehr viel 
Langeweile. Zum Glück indessen hat die Vernunft 
nicht die Allgewalt über uns. Wir spielen ihr gern 
einen Streich — so z. B. indem wir irgendetwas 
sammeln, wobei es uns weniger auf dies Irgend 
etwas als auf das Sammeln ankommt. Dieser 
Hang hat bas Zigarettenbild zum Sieg geführt." 
Trotzdem steht fest, daß die beste Bilderserie kei 
nen Erfolg bringt, wenn das Kraut schlecht ist. Aber 
daß die Btlözugabe einen ganz erheblichen Anteil 
am Verkaufserfolg hat, ist unbestritten. Dieser An 
teil wird sich kaum in Mark und Pfennig genau fest 
stellen lassen, aber die Erfahrungen, die der be 
kannte „Zigaretten-Bilderdienst" seit vielen Jahren 
gemacht hat. zeigen jedenfalls wie groß das Inter 
esse eines großen Teils der Zigarettenverbraucher 
an diesem Werbemittel ist. Es kann natürlich ge 
rade bei diesem Beispiel auch nicht geleugnet wer 
den, daß durch die Bilderzugabe ein Teil des In 
teresses, das sich nur auf die Ware selbst konzen 
trieren sollte, auch auf die Zugabe übertragen wird. 
Aber eine schlechte Qualität wird trotzdem vom 
Kunden nicht „zugegeben". 
Berliner Markt vom 23. 6. 1936. 
595 Rinder, 100 weniger als am letzten Diens 
tag. Keine Besserung der Durchschnittsbeschaffen 
heit. Es waren verschiedene Holsteiner Weidetiere 
von nicht schlechter Qualität am Markt. Bei dem 
glatten Geschäft wurden für die guten Qualitäten 
ebenso wie sür die geringeren Tiere die höchstzn- 
lässigen Preise angelegt. — 2149 Kälber. Durch 
schnittsbeschaffenheit mittel. Am meisten begehrt 
noch die leichteren und Mittelkälber, wie sie für 
Wurstfabrikationszwecke Verwendung finden kön 
nen. Aber auch für diese, mehr noch natürlich für 
die oberen Klassen, gingen bei ruhigem Marktver 
lauf die Preise zurück. — 3681 Hammel. Durch 
schnittsbeschaffenheit mittelmäßig. So zog sich der 
Handel von Anfang an sehr ruhig hin, und mehr 
noch als in den oberen Klassen gingen die Preise 
für die mittlere und geringere Ware zurück. — 
17 241 Schioeine. Infolge des teilweisen Anfalls von 
schweren Schweinen ans den Mastverträgen Durch 
schnittsqualität recht beachtlich. Gesucht in erster 
Linie das kräftige Fleischschwein, aber trotz des 
starken Angebots wurden die jedem einzelnen zu 
geteilten Mengen an Tieren zu den gewichtsbe 
stimmten Festpreisen abgenommen. 
Absatzregeluug sür Frühkartoffeln 
in Schleswig-Holstein 
Das Gebiet der Landcsbauernschaft Schleswig- 
Holstein wird in zwei Bezirke eingeteilt: in ein 
offenes Anbaugebiet und in ein geschlossenes Ver 
brauchsgebiet. 
Russischer Schiffsauftrag sür dänische Werft 
Sowjetrußland hat bei der Helsingörer Schiffswerft 
einen großen Passagicrdampfer in Auftrag gegeben. 
Die Bausumme beträgt rund 3,5 Millionen Kronen. 
Der dänische Antzenhandel im Mai 1836 
wurde stark durch die am 1. Mai erteilten Einfuhr 
genehmigungen für die Periode Mai-August beein 
flußt. Es zeigt sich immer wieder, daß der durch 
die Jmportrestriktionen entstandene ungedeckte Be 
darf an ausländischen Erzeugnissen die Einfuhr 
während des ersten Monats nach der für jeweils 
vier Monate erteilten Valutaatteste erheblich über 
das übliche Maß ansteigen läßt. Eingeführt wur 
den im Mai 1936 für 183,8 Mill. Kr. (118,3 Mill, 
im Mai 1936), ausgeführt für 114,3 Mill. Kr. (100,3 
Mill. Kr.), so daß der Monat einen Einfuhrüber 
schuß von 19,5 Mill. Kr. ausweist. Die ersten fünf 
Monate zeigen eine Einfuhr von insgesamt 558,6 
Mill. Kr. und eine Ausfuhr von 544,3 Mill. Kr. 
und schließen somit mit einem Passivsaldo von 14,3 
Mill. Kr. gegenüber 47,6 Mill. Kr. im entsprechen 
den Zeitabschnitt des Vorjahres ab. 
Auf der Einfuhrseite sind besonders die Bezüge 
von landwirtschaftlichen und industriellen Rohstof 
fen gestiegen. Aber auch die Ausfuhr Dänemarks 
hat sich im Vergleich zu dem entsprechenden Vor 
jahresmonat bedeutend erhöht. Meiereiprodukte 
wurden für 6 Mill. Kr., lebende Tiere um 5 Mill. 
Kr.. Eier um 2 Mill. Kr. mehr ausgeführt. Da 
gegen zeigen Schlachtereiprodukte einen Rückgang 
um 3 Mill. Kr. 
Die ländermäßige Betrachtung des dänischen 
Außenhandels läßt die fortgesetzte Zusammenbal 
lung der Außenhandelsumsätze Dänemarks auf 
Deutschland und England deutlich erkennen. Die 
Ausfuhr nach Deutschland stieg von 14,2 im Mai 
1935 auf 24,3 Mill. Kr. im gleichen Monat dieses 
Jahres an, die Einfuhr aus Deutschland gleichzeitig 
von 25,7 auf 31,5 Mill. Kr. Der Warenaustausch 
mit England ist mit einer Erhöhung der dänischen 
Einfuhr von 50,5 auf 59,3 Mill. Kr. znm ersten Male 
ausgeglichen. Es ist anzunehmen, daß die Einfuhr 
Dänemarks in den kommenden drei Monaten wie 
der zurückgehen wird, da ein großer Teil der für 
diesen Zeitraum erteilten Einfuhrgenehmigungen 
bereits im Mai verbraucht worden ist. 
schützen und seine Butter, Eier und andere land 
wirtschaftliche Waren vor der Auferlegung eines 
Zolles zu bewahren. Außerdem bleibe Dänemark 
so ein bestimmter Anteil am englischen Markt ge 
sichert. Auf der anderen Seite habe auch England die 
Gewißheit bekommen, daß Dänemark keinen Zoll 
auf Waren lege, an denen das Britische Reich inter 
essiert sei. Schließlich enthält das neue Abkommen 
den allgemeinen, aber wichtigen Hinweis darauf, 
daß beide Partner sich den Ausgleich ihres Handels 
vor Augen halten wollen. Die Politik Dänemarks 
wird darauf gerichtet sein, England zukünftig einen 
größeren Teil von Valuta-Attesten für die Einfuhr 
nach Dänemark zur Verfügung zu stellen. 
Eine Verordnung Aber Zovändernngen 
vom 22. Juni 1936 besagt: In der Tarifnummer 23 
des Zolltarifs (Kartoffeln, frisch) Abs. 3 erhält die 
Anmerkung folgende Fassung: Kartoffeln in der 
Zeit vom 1. bis 81. Juli 1936 bis zu einer Gesamt 
menge von 60 v. H. derjenigen Menge, die dem 
Durchschnitt der Einfuhr des einzelnen Staates in 
das deutsche Zollgebiet nach der amtlichen deutschen 
Einfuhrstatistik in der Zeit vom 1. bis 31. Juli der 
Jahre 1929 und 1930 entspricht — jedoch höchstens 
50 000 Dz. — über bestimmte mit dem einzelnen 
Staat vereinbarte Zollstellen oder ohne Beschrän 
kung auf bestimmte Zollstellen bei Vorlegung von 
Kontingentsbescheinigungen, die von einer deutschen 
Zollstelle bestätigt sind, nach näherer Vereinbarung 
mit dem einzelnen Staat, sofern der einzelne Staat 
den Vertragszollsatz für frische Kartoffeln in der 
Zeit vom 1. bis 31. Juli 1936 nicht in Anspruch 
nimmt ... Gcbrauchstarif 1,50 MM. 
Das neue dänisch-englische Handelsabkommen 
läuft darauf hinaus, daß das frühere Abkommen, 
das am 20. Juni abgelaufen war, bis auf weiteres 
ohne Zeitangabe verlängert wird, jedoch so, daß es 
von beiden Seiten mit einer Frist von vier Mona 
ten gekündigt werden kann. Dr. Munch wies wei 
ter darauf hin, daß zunächst der Zweck erreicht sei, 
Dänemark seine Absatzmenge nach England zu 
Neue Anordnung über Kauf 
und Verarbeitung von Kautschuk 
Die Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest 
hat eine Anordnung veröffentlicht, die der bereits 
seit längerer Zeit in Kraft befindlichen Regelung 
des Einkaufs, des Verkaufs und der Verarbeitung 
von synthetischem Kautschuk eine neue Rechtsgrund 
lage gibt. Die Anordnung ermächtigt insbesondere 
die Ueberwachungsstelle, im Interesse der Förde 
rung des Verbrauchs von synthetischem Kautschuk 
vor allem für die Herstellung solcher Erzeugnisse 
sicherstellen, bei denen die Verwendung mit Rücksicht 
auf die besonderen Vorzüge des synthetischen Kaut 
schuks in erster Linie erwünscht erscheint. 
Steuerterrràe im Zuli 
Reich: 
1. 7.: 1. Inkrafttreten des neuen Urkundensteuer- 
gcsetzcs. 2. Gewährung von Kinderbeihilfen. 
6. (5.) 7.: 1. Lohnabzug für die Zeit vom 16. bis 
30. Juni 1936, falls die bis 15. Juni 1936 einbe 
haltenen Beträge 200 MM nicht überstiegen ha 
ben, für die Zelt vom 1. bis 30. Juni 1936. — 
2. Abführung der Bürgerstener 1936, daneben für 
die Lohnzahlungen vom 1. bis 15. Juni 1936 nur, 
wenn die abzuführende Bürgerstener weniger 
als 200 MM betrug oder die Abführung an aus 
wärtige Gemeinden erfolgen muß. — 8. Anmel 
dung der Salzmengen, für die im Monat Juni 
die Salzsteuerschuld entstanden ist. — 4. Einrei 
chung der Aufstellung über die Devisengeschäfte 
im Juni für alle Unternehmen, die generell die 
Genehmigung zum Devisenerwerb oder zur De 
visenverwendung haben. 
10. 7. 1. Umsatzsteuervoranmeldung und -Vorauszah 
lungen für Monats- und Vierteljahrszahler 
(keine Schonfrist mehr). 2. Anmeldung der Be 
träge eingegangener Exportvalutcn durch Ex 
porteure an die Reichsbank. 3. Anmeldung der 
Fettmengen, für die im Juni die Fettsteuer- 
schuld entstanden ist. 4. Einkommcnsteucrabzng 
für beschränkt steuerpflichtige Künstler, Schrift 
steller usw. 
14. 7.: Werbeabgabe für Werbeeinnahmen im Juni. 
15. 7.: Börsennmsatzsteuer für Juni 1936. 
20. 7.: 1. Lohnabzug für die Zeit vom 1. bis 15. 6. 
nur dann, wenn die bis 15. Juli einbchaltene 
Lohnsteuer 200 MM übersteigt. 2. Abführung der 
Bürgersteuer 1936 für Arbeitnehmer für die 
Lohnzahlungen vom 1. bis 15. Juli 1936, wenn 
die abzuführende Bürgersteuer mehr als 200 MM 
beträgt und die Abführung nicht an eine aus 
wärtige Gemeinde zu erfolgen hat. 3. Anmel 
dung der Beträge eingegangener Exportvaluten 
durch Exporteure an die örtlich zuständigen 
Reichsbankstellen. 
23. 7.: Fettsteuer für alle Fette außer Margarine, 
wenn Steuerschuld im Mai entstanden ist. 
25. 7.: 1. Fettsteuer für Margarine, wenn Steuer 
schuld im Juni 1936 entstanden ist. 2. Biersteuer, 
wenn die Steuerschuld im Mai 36 entstanden ist. 
27. 7.: Satzsteuer sür Juni 1986. 
31. 7.: l. Anmeldung der Beträge eingegangener 
Exportvalutcu durch Exporteure an die zustän 
dige Reichsbankstelle. 2. Zuckcrsteuer sür Juni 36. 
Preußen: 
10. 7.: Notariatsabgabe. 
15. 7.: 1. Staatliche Grundvermögensstcner sür 
Monatszahler nebst lOOprozeutigem Staatszu 
schlag. — 2. Hauszinssteuer. — 8. Gemeindezu 
schläge zur Grundvermögenssteuer. — 4. Für 
Teile von Preußen Lohnsummcnsteuer für Juni 
1936 nebst Erklärung über die Höhe der Lohn 
summe und die Zahl der Arbeitnehmer. Zum 
Teil andere Termine. 
Die Gliederung der Reichsverkehrs- 
gruppen 
und die Abgrenzung voneinander regelt eine An 
ordnung des Reichsverkehrsministers ohne Datum 
im Reichsanzeiger Nr. 132. Es bestehen folgend» 
Reichsverkehrsgruppen: 1. Seeschiffahrt mit den 
Fachgruppen Reeder, Schiffsmakler, Küstenfchiffcr, 
Seehäfen- und Umschlagbetriebe, Lotsen, selbständig» 
Schisfahrkssachverständige,' 2. Binnenschiffahrt mit 
den Fachgruppen Reeder, Kleinschiffer, Hafen- und 
Umschlagbetriebe, Sondergewerbe (Hafenschifsahrt, 
Fährbetriebe, Lotsen und Häupter, Flößerei, Be 
frachter und Makler, selbständige Schiffahrtssach- 
verstänbige),' 3. Kraftfahrgewerbe mit den Fach- 
gruppen Personenwagenverkehr, privater Kraft- 
omnibusverkehr, kommunaler und gemischtwirt 
schaftlicher Kraftomnibusverkehr, Güterfernverkehr, 
Güternahverkehr, Kraftfahrlehrer (der Reichskraft- 
wagenbetriebsverband ist körperschaftliches Mitglied 
der Reichsverkehrsgruppe und gleichzeitig Fach 
gruppe Güterfernverkehr),' 4. Fuhrgewerbe,' 8. 
Schienenbahnen mit den Fachgruppen private Bah 
nen des allgemeinen Verkehrs, nebenbahnähnliche 
Kleinbahnen, Privatanschlußbahnen, Straßenbah 
nen,' 6. Spedition und Lagerei mit den Fachgrup 
pen Spedition, Möbeltransport, Lagerei (Frachten- 
kontrollbttros gehören zur Fachuntergruppe Auf 
trag- und Vollmachtspedition der Fachgruppe Spe 
dition): 7. Hilfsgewerbe des Verkehrs mit den 
Fachgruppen Reisevermittlung, Schlaf- und Speise 
wagenbetriebe. 
Die Eidermühle AG., Fricdrichstadt a. d. Eider» 
die bekanntlich durch ein Konsortium unter Füh 
rung der Westholsteinischen Bank als endgültige 
Trägerin der Friedrichstädter Walzenmühle ge 
gründet wurde, legt nunmehr den Abschluß sür 1935 
vor. Die Abrechnung verzeichnet Erträge aus Wa 
ren von 0,22 Mill. MM. Nach Abzug der Aufwen 
dungen verbleibt ein kleiner Verlust von rund 
700 MM. 
Zum ständigen Sondertrenhänder der Heimarbeit 
für das deutsche Spinnstoffgewerbe wurde mit Wir 
kung vom 1. Juni Qber-Reg.-Rat Dr. Hoppe in 
Dresden bestellt. Ihm obliegt im Benehmen mit 
den Treuhändern der Arbeit die Regelung der Ar 
beitsbedingungen in der gesamten Heimarbeit der 
in Frage kommenden textilen Gewerbezweige. 
Deutsche Abordnung zu Zollverhandlungen nach 
USA. abgereist. Reichsbankdirektor Brinkmann ist 
Dienstag in Begleitung von zwei Resiortvertretern 
nach Washington abgereist, um dort mit amerikani 
schen Sachverständigen die Frage der amerikanischen 
Zuschlagszölle zu erörtern. 
Ein Gesetz zum Schutze des deutschen Geschäfts 
der Lcbensversicherungsgesellschaft Phönix in Wie» 
ermächtigt den Reichswirtschaftsminister, die Maß 
nahmen zu treffen, die zur Sicherung und Abwick 
lung des deutschen Geschäfts der Lebensversiche 
rungs-Gesellschaft Phönix in Wien erforderlich 
sind. Dabei kann in bestehende Rechtsverhältnisse 
eingegriffen und den Maßnahmen rückwirkende 
Kraft beigelegt werden. Für Nachteile, die durch 
dieses Gesetz oder durch Maßnahmen entstehen, die 
auf Grund dieses Gesetzes getroffen werden, wird 
eine Entschädigung nicht gewährt. 
Diskontsenkung der Bank von Frankreich. Der 
Generalrat der Bank von Frankreich beschloß ai» 
Dienstag, den Diskont von 6 auf 5 vH. und de» 
Zinssatz zur Bevorschussung von Wertpapieren voll 
8 auf 6 vH. herabzusetzen. Nach dem in den letzte» 
Monaten als Abivehrmaßnahme gegen die Speku 
lationen erfolgten Anziehen der Diskontschraube 
(am 28. März um 114 vH. und am 6. Mai um ei» 
weiteres Prozent) ist dieser heutige Beschluß der 
erste Wiederabbau des Diskontsatzes. 
Tierseuchenstand am 15. 6. im Reg.-Bez. Schleswig 
Maul- und Klauenseuche: 1 Kreis (Steinburg)- 
1 Gemeinde, 1 Gehöft: Milzbrand: 2 Kreise (Stein 
burg, Stormarn), 2 Gemeinden, 2 Gehöfte, davo» 
neu 2 Gemeinden, 2 Gehöfte. 
cobne Gewährt) Deutsche Schlachtviehmärkte 
Kammernotierung Berlin am Markttage. 
23. Juni 1936 
Braiinsehff 
Kassel 
Hairflobarg 
Maina 
Stettin 
Stnttprt 
Hamburg 
1. Ochsen .. 
2- „ .. 
3 „ 
4. „ 
1. Bullen ... 
2. „ ... 
1. Kühe .... 
2. „ .... 
1. Kälber... 
2. „ ... 
1. Schafe ... 
2. „ ... 
1. Schweine 
2. „ 
3. „ 
1. Sauen ... 
40-41 
37 
60-68 
50—58 
35-40 
541/2 
531/2 
501/2 
531/2 
42 
36 
40—42 
34—38 
65-70 
58-64 
Ochs. Bu.Kü. 
Kälber 
Schale 
Schwein.Sau. 
Ochs.Bu.Kü. 
Kälber 
Schafe 
Schweln.Saa. 
113 
173 
158 
1318 
verteilt 
mittel 
mittel 
verteilt 
56 
54-55 
52 
48—55 
Auftrieb 
48 
282 
127 
1277 
41 
37 
41 
37 
60—65 
46—55 
34—42 
31-33 
541/2 
531/2 
501/2 
531/2 
und 
289 
61 
133 
3183 
43 
39 
66-70 
59-65 
57 
55-56 
53 
54 
52-53 
50 
43-53 
Hand ei aut den 
41 
34-37 
57-00 
48-55 
42 
38 
64-6-1 
59-63 
1151 
lebhaft 
ruhig 
zugeteilt 
langsam 
zugeteilt 
zugeteilt 
langsam 
.zugeteilt 
81 
139 
89 
1274 
verteilt 
ruhig 
ruhig 
verteilt 
561/2 
551/2 
521/2 
551/2 
Märkten 
139 
970 
60-66 
50—58 
55 
53-54 
51 
49-54 
23.6 
16 6. 
42 
38 
42 
38 
57-62 
52-56 
30-35 
26-29 
541/2 
531/2 
501/2 
531/2 
42 
38 
42 
38 
64-70 
56-62 
38-40 
34-37 
541/2 
531/2 
501/2 
531/2 
1202 
1283 
7191 
595 
2149 
3691 
18241 
691 
2907 
5059 
17385 
zugeteilt 
s. längs. 
zugeteilt 
langsam 
zugeteilt 
glatt 
ruhig 
glatt 
ruhig 
«ett. -* vert 
Der Vichgroßmarkt Lübeck 
erhält für den Handel mit Schlachtschweinen ei» 
Einzugsgebiet. Es besteht aus den Kreisbauern 
schaften Lübeck mit Ausnahme der Enklaven Schret- 
staken, Tramm, Nusse-Ritzcran-Poggensec-Holle»- 
bek, Vehlendorf-Harmsdorf-Giesendorf-Albsseldc »■ 
Düchelsdorf-Sirksraöe: Schönberg mit Ausnahme 
der Enklaven Walksfelde. Mannhagcn und Neu- 
horst, Grevesmühlen sowie von der Kreisbaner»- 
schaft Eutin dem früheren Amtsbezirk Scharta»- 
Schlachtschweine, die aus diesem Einzugsgebiet aus 
geführt werden sollen, müssen über den Viehgroß 
markt Lübeck geleitet und dort zum Verkauf gestellt 
werden. 
Hamburger Schweincmarkt vom 28. Juni 
7191 Schweine plus 97 Beobachtungstiere, ca. 200* 1 
weniger als am gleichen Markt der Vorwoche. Aus 
trieb genügte jederzeit für die kontingentsmäßig? 
Deckung des Bedarfs. Qualität gut. Es wäre bei 
der drückenden Hitze mehr erwünscht gewesen, wc»' 1 
weniger fette Schweine zugeführt worden wäre»- 
Da durchschnittlich das Schweinefleisch-Geschäft ist 
Hamburg noch immer sehr flott verlief. Zutrieb bm 
sehr flottem Geschäft sehr schnell abgesetzt. — 
alte Sprichwort „Kirschen rot — Kälber tot" kon»^ 
dem heutigen Markt als Tendenz zu Grunde geleg' 
werden. Bei einem reichen Austrieb und gering^ 
Kauflust und Absatz Handel bei Auftrieb von 12& 
Kälbern und 1 Veobachtungstier sehr längs»'"' 
Trotz bester Qualität mußten die Preise auf ßst. 
ganzen Linie ca. 5—6 Pfg. nachgeben. Nur »" 
Hilfe des Exports Markt geräumt. 
ch. 
ne
	        
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