Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Mittwoch, den 8. April 193ß. 
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Jahrgang. / Nr. 84. / Zweites Blatt. 
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Rendsdurger Tàgebtatt 
SsriBgflat beschädigt de» Steiņdam 
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Wer gestern von der Eiderschleuse einen 
Ņlick auf das Bett der Untereider geworfen 
JW, das in den letzten Tagen nur wenig Was- 
şer führte, der wird erstaunt gewesen sein über 
èîn viel höheren Wasserstand, den man jetzt 
şĢstellen konnte. Und die Ursache? Der kürz 
lich bei Nordfeld geschüttete Steindamm ist 
èurch eine Springflut, die sich besonders heftig 
Auswirkte, beschädigt worden. Durch die 
Springflut wurde an einer Stelle des Stein- 
^ammes eine Lücke gerissen, durch die das 
Wasser unter Umgehung der neuen Schleuse 
wieder seinen alten Weg nehmen konnte. Mit 
Behebung des Schadens wurde sofort be 
gonnen. Der Steindamm, der später noch durch 
Einen höheren Erddamm geschützt wird, wird 
ggch dieser Erfahrung noch erheblich verstärkt 
werden. Der Vorfall zeigt aber, daß mit dem 
Blanken Hans nicht zu spaßen ist. 
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* Der Kammerring der NS.-Kulturgemeinde 
Mietet seinen Mitgliedern in den Monaten 
^ŗil und Mai ein Konzert, einen Filmabend 
iBom Kientopp um 1900 zum Tonfilm von 
heute) und einen Vortrag von Prof. Grimm- 
Bien „Hitler liquidiert Versailles". 
* Die Niederdeutsche Bühne wiederholt am 
lg- April (Ostermontag) in der Stadthalle 
Paul Schureks erfolgreiche Komödie „Straten- 
lņusik", die bei der Erstaufführung ausverkauft 
!?nr. Für die Aufführung am Ostermontag 
and bereits 300 Karten verkauft, ein Beweis 
“ofür, daß gute plattdeutsche Vorstellungen bei 
Unserer Bevölkerung besonders beliebt sind. 
* Oberregierungsrat Thilo, der Leiter des 
Finanzamts Rendsburg (nicht Amtsgerichts- 
Lehment, wie es in Nr. 81 irrtümlich hieß), 
Mt die Eröffnungsworte zum Beginn des 
Şommersemestcrs der hiesigen Zweigstelle der 
Berrvaltungsakademie der Nvrdmark gespro 
chen. 
* Abbau der privaten Vorschulen und Vor 
schulklassen. Reichsminister Rust hat durch 
^rlaß vom 4. April d. I. angeordnet, daß vom 
Schuljahr 1936 ab Lernanfänger in privaten 
Vorschulen und Vorschulklassen nicht aufge 
nommen werden dürfen. In dem Erlaß heißt 
daß von jedem im grundschulpflichtigen 
^ļter stehenden, gesunden deutschen Kinde 
htuudsätzlich der Besuch der öffentlichen 
Volksschule verlangt werden müsse. Diese sei 
für alle Kinder gemeinsame nationalsozia- 
ķsche Erziehungsstätte während der ersten 
Schuljahre. Die Beibehaltung privater 
Vorschulen und Vorschulklassen widerspreche 
0EN nationalsozialistischen Erziehungsgrund- 
şotzen. Soweit Schulanfänger bereits bei Pri 
nten Vorschulen oder die Vorschulklassen wei- 
lErführenöen Privatschulen angemeldet sind, 
chErden sie daher wieder abzumelden und bei 
"Er zuständigen öffentlichen Volksschule an- 
öumelden sein. Nur falls in Ausnahmefällen 
"îe Aufnahme in den öffentlichen Volksschulen 
Außergewöhnlichen Schwierigkeiten begegnen 
(z. B. wegen etwa notwendig werdender 
f-lossenteilung), kann die Umschulung bis 
den Sommerferien verschoben werden, 
şir den Ausgleich etwa entstehender erhebli- 
?Er wirtschaftlicher Härten für die Unterhalts- 
?oger der Privatschulen und die freiwerden- 
Lehrkräfte durch geeignete öffentliche 
Maßnahmen sind Richtlinien in Aussicht ge- 
oEllt. Mit der Zahlung von Entschädigungen 
0ird jedoch nur in ganz besonders gelagerten 
?ortefällen gerechnet werden können. Be- 
^Effs Erteilung von Privatunterricht und 
^Esuchs sog. Familienschulen gelten die bis- 
zhEtigen Vorschriften. Auf private jüdische 
^orschuieņ und Vorschulklassen findet der Cr 
oß keine Anwendung. 
a,* Langjährige Mieter. 35 Jahre woyut Frau 
şihl, 25 Jahre Frau Thode und 20 Jahre 
Ehepaar Jensen im Hause Tulipanstr. 8 
"î Johannes Lindberg. 
Der Rendsburger Bicycle-Club von 1894 
^elt im Vereinslokal „Colosseum" seinen mo- 
otlichen Kameradschaftsabcnd ab,- es waren 
, Mitglieder erschienen. Die Mitgliederzahl 
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"ìrägt z Z. 43, darunter 6 Ehrenmitglieder. 
Jner gehören dem Verein 7 jugendliche 
"tglieder an. Zur Entlastung des Kassierers 
. ßrde ein Vereinsbote bestellt. Der Vereins- 
Mex belichtete über den Verlauf der Saal- 
'Este am 14. und 22. März im Vereinshaus 
r^äatsee" bzw. Groß-Wittensee. Der Ueber- 
'Ņtz betrug 29,85 Mark. Am 25. April soll ein 
Rendsburg, den 8. April 1936. 
Propagandasaalfest in Nortorf und vor Pfing 
sten zwei weitere in Breiholz und Kropp 
stattfinden. Der Verein bezweckt mit diesen 
sportlichen Veranstaltungen, Freunde für den 
Naöfahrsport zu gewinnen. Für Himmelfahrt 
ist eine Bereinsfahrt nach Louisenlund vor 
gesehen, für den 1. und 2. Pfingsttag eine 
Vereinstour nach Itzehoe, wo der Verein ein 
Saalfest veranstalten wird. Der Verein be 
schloß, einen Einheitsanzug für feine Mit 
glieder einzuführen. Am 12. April beteiligt 
sich die Saalmannschaft 1 an den Wettkämpfen 
der Bezirksmeisterschaft (Tag der Saalfahrer 
1936). 
Lehrerversetzungen 
zu Ostern im Kreise Rendsburg. 
Mit Beginn des neuen Schuljahres werden 
folgende Lehrer von oder nach Orten im Kreise 
Rendsburg versetzt: Lehrer Hellberg von Ohr 
see nach Neumünster, Lehrer Nühmann von 
Oldenbüttel nach Ohrsee, Schulamtsbewerber 
Siegfried Bötcher nach Oldenbüttel, Lehrer 
Thomsen von Bark (Kreis Segeberg) nach Ho- 
henwestedt an Stelle des Lehrers Paul Krüger, 
der als Rektor nach Lohbrügge bei Bergedorf 
berufen wurde. 
Der Eindruck vom Führer 
Brief einer Ausländsdeutsche« nach Rendsburg 
Eine Ausländsdeutsche, die bisher noch 
nicht Gelegenheit hatte, das neue national 
sozialistische Deutschland kennenzulernen, 
hat die letzten Tage vor der Wahl in 
Deutschland verlebt, in Köln am Vor 
abend der Wahl den Führer gesehen und 
gehört. Ueber ihre tiefen Eindrücke 
schreibt sie an eine Rendsburgerin: 
Der schönste rheinische Frühling breitete sich 
aus, und am Samstag war für mich ein Fest 
tag von ungeahnter Größe. Denke Dir nur, 
mein Jugendfreund L. hatte mir eine Karte 
für die Messehalle in Köln besorgt, für den 
Gürzenich gab es keine Karte. 
So wie man merkte, ich war Ausländs 
deutsche und ausgerechnet aus Oe st erreich, 
war man mir überall rührend behilflich. Ich 
sah, wie der Führer die Ehrenkompagnie ab 
schritt, sah die Durchfahrt durch die Straßen 
mit allen Ministern, danach erlebte ich den Akt 
im Gürzenich, wenn auch nicht im Gürzenich 
selbst, aber davor durch Lautsprecher. Danach 
ging ich an das Domhotel, wo der Führer sich 
bis zum Abend aufhielt, und erblickte die 
vielen Kinder, die ihn immer wieder durch 
Sprechchöre an das Fenster holten, z. B.: „Wir 
wollen unsern Führer sehn, er soll doch mal 
ans Fenster gehn!" oder „Komm mal auf die 
andre Seite, hier stehen auch noch brave 
Leute!" usw. Der Jubel läßt sich nicht be 
schreiben, der losbrach, wenn er dann erschien. 
Um 6 Uhr herum begab ich mich zur Messe 
halle, denn ich gehörte ja zu den Glücklichen, 
die eine Karte hatten. 
Wie ich mir da aber vorkam und was ich da 
erleben sollte, das läßt sich einfach nicht in 
Worte fassen. Ich hatte einen ganz vorzüg 
lichen Platz und wurde von SA. hingebracht. 
Alle Augenblicke wurde ich gefragt, ob ich noch 
einen Wunsch Hütte. Ich war nicht mehr ich 
selber. Immer wieder mußte ich von Oester 
reich erzählen. Plötzlich marschierte die SS. 
auf, daun kamen die Standarten, v. Blom 
berg und v. Fritsch, und plötzlich sagt der 
Lautsprecher: „Eben hat der Führer das 
Messegelände betreten." Hierauf ertönte der 
Badenweiler Marsch, schon wurden die Türen 
aufgerissen, und der Führer erschien mit den 
Ministern Punkt 8 Uhr. Man glaubte, die 
Knie sollten einem den Dienst versagen. Ich 
wurde auf den Stuhl gehoben mit den Wor 
ten: „Sie müssen ihn doch am ehesten sehen!" 
Und da kam er ausgerechnet auf unserer Seite. 
Ohrenbetäubende Heilrufe. Ernst und still 
schreitet er hindurch. Ich glaube, wenn er nicht 
abgewehrt hätte, hätte er gar nicht sprechen 
können. 
Man saß wie elektrisiert, lauschte den Wor 
ten und konnte es gar nicht fassen, daß es 
Wirklichkeit war. Stundenlang hätte man ihm 
noch zuhören können, so rührend bescheiden 
und doch so groß war er. Dann der Schluß mit 
dem Niederländischen Dankgebct — die meisten 
hatten Tränen in den Augen. Spontan erscholl 
aus der Menge, sozusagen als Dank für die 
Führerrede aufzufassen, das Deutschlandlied. 
Und nun war Schluß, man konnte sich noch 
gar nicht wieder zusammenfinden. Mir wurde 
gesagt: „Sie werden selbstverständlich zur 
Rheinuferbahn gefahren!" Als ich dort an 
langte, kamen so ein paar kleine Buben an 
marschiert und sangen aus Leibeskräften: 
„Dem Adolf Hitler haben wirs geschworen, 
dem Adolf Hitler reichen wir die Hand." 
Das war mein Erleben vom Samstag, was 
noch lange in mir nachklingen wird. Wer den 
Führer sah, ist von dem Gefühl durchdrungen, 
daß dieser Mann gar nicht fähig ist, etwas 
Schlechtes zu denken,- so einfach und schlicht ist 
er bei aller Verehrung. 
1 114 877 Stimmen 
22 780 Stimmen 
Endgültiges Wahlergebnis 
in Schleswig-Holstein 
Schleswig, 7. April. Nach dem vorläufigen 
Ergebnis der Reichstagswahl vom 29. März 
1936, das auf den fernmündlichen Mitteilun 
gen der Abstimmungsvorstände beruhte und 
bereits am Wahltage der Oeffentlichkeit über 
geben worden war, wird nachstehend das end 
gültige amtliche Ergebnis, das der Kreiswahl 
ausschuß, der am Dienstagmittag unter Vor 
sitz von Kreiswahlleiter Regierungsdirektor 
Schwemann im Regierungsgebäude zu Schles 
wig tagte, bekanntgegeben. Danach wurden 
abgegeben: 
Für die Liste und damit 
für den Führer 
Gegen die Lifte 
und ungültig 
Gesamtzahl der abgege 
benen Stimmen 1 137 667 
Die Abweichung von dem vorläufigen Er 
gebnis erklärt sich im wesentlichen dadurch, 
daß im endgültigen Ergebnis die Resultate 
der Abstimmbezirke der Seeleute mit enthal 
ten sind. Die Zahl der in der Stimmliste ein 
getragenen Stimmberechtigten betrug 1 112 563, 
die Zahl der Stimmberechtigten auf Stimm 
schein 62135. Die Wahlbeteiligung betrug 97,6 
Prozent. 
Die Geschäftszeit der Gauamtsleitung 
der NS.-Volkswohlfahrt 
in Altona, Bahrenselder Straße 44, ist ab so 
fort wie folgt geändert: 
Montags, Dienstags, Donnerstags und 
Freitags von 7.30 bis 16 Uhr,- 
Mittwochs und Sonnabends 
von 7.30 bis 13.30 Uhr. 
Besuche und fernmündliche Anrufe außer 
halb dieser Dienststunden sind zwecklos. 
Am Ostersonnabenü bleibt die Geschäftsstelle 
der Gauamtsleituttg geschlossen. 
ļôc&ls llinds&utfy 
nv. Baale, 7. April. Große Rcternte erbrachte 
die hiesige Baggerkuhle. Es wurden ca. 4500 
Bund Ret geerntet, die zu einem Durchschnitts 
preis von 25—30 Pfg. das Stück abgesetzt wer 
den konnten. Mehrere Fuder Ret wurden für 
die Neubedachung der Neubauten in den Kö 
gen verwendet. 
81 Jahre alt wird am 10. April Altenteiler 
Heinrich Fürst aus Hoffeld. Er ist gesundheit 
lich in jeder Beziehung auf der Höhe und 
nimmt an allen Tagesereignissen regsten An 
teil. (es.) 
ļiceis Sdtemļâede 
Ein Bauernhof in Bargstedt 
eingeäschert 
Borgstedter HI. als erste Helfer. 
db. Borgstedt, 8. April. Gestern abend kurz 
nach 8 Uhr kam in dem landwirtschaftlichen 
Gewese des Bauern Peter Greve ein Feuer 
zum Ausbruch. Das umfangreiche weichgcdeckte 
Wohn- und Wirtschaftsgebäude stand in we 
nigen Augenblicken in hellen Flammen. Auch 
die unmittelbar angrenzende Scheune wurde 
von den Flammen ersaßt und bis auf die 
Grundmauern eingeäschert. Während alles 
Vieh gerettet werden konnte, ist der größte 
Teil des Mobiliars und des Inventars ein 
Raub der Flammen geworden. In der ersten 
halben Stunde des Brandes ging ein gewal 
tiger Funkenregen auf die Dächer der Nach 
barschaft nieder. In der ganzen Umgebung 
war man schon mit dem Ausräumen der Ge 
bäude und dem Bergen des Viehs beschäftigt. 
Die sehr schnell am Brandherd erscheinende 
Ortsfeuerwehr mußte ihre Tätigkeit auf die 
Rettung des Abnahmehauses^ der. Schule und 
des Kuhstalles von Gastwirt Lensch beschrän 
ken. Nachdem dann die Büdelsdorfer Motor 
spritze erschienen war und in altgewohnter 
schneidiger Arbeit aus sämtlichen Rohren Was 
ser gab, war die Gefahr für die Nachbargebüu- 
öe beseitigt. Gewaltige Wassermassen wurden 
aus der ca. 150 Meter entfernten Eider in den 
Brandherd gesandt und die Ablöschung vorge 
nommen. Ueber die Entstehung des Brandes 
ist zur Zeit noch nichts bekannt. — Das Schick 
sal schreitet schnell. Um 8 Uhr saß man zu 
einer Familienfeier in der trauten Bauern 
stube zusammen, und um 10 Uhr stand man 
vor den Ruinen. 
♦ 
à Unser nach der Brandstätte geeilter 
Sonderberichterstatter weiß noch folgendes er 
gänzend zu melden: Die Familie Greve saß, 
als das Feuer ausbrach, mit Verwandten und 
Bekannten zusammen in der besten Stube bei 
der Konfirmationsfcier und wurde erst von 
HI. und von Nachbarn auf das Feuer auf 
merksam gemacht, das rasend schnell um sich 
griff. Mit besonderer Anerkennung muß man 
von der Borgstedter HI. sprechen, die mit 
ihrem Führer an der Spitze als erste an der 
Stelle war und schnell dafür sorgte, daß das 
Vieh, das besonders stark gefährdet war, ins 
Freie kam. Als diese Arbeit, unterstützt von 
einem Nachbarn, gelungen war, ging die HI. 
daran, von dem Inventar soviel zu retten, als 
noch zu retten war. Die Anzüge wurden dabei 
nicht geschont, manches Stück Zeug wurde zer 
rissen und verbrannt, aber die Freude war 
doch groß, daß man hier im Ernstfall zeigen 
konnte, was Einsatzbereitschaft auch für unsere 
Hitlerjugend heißt. 
Worte der Anerkennung hörte man auch 
überall für das schnelle und energische Ein 
greifen der Büdelsdorfer Feuerwehr, die mit 
dabei geholfen hat, daß die gefährdeten Nach 
barhäuser, vor allem die Schule und das Ver- 
lehnshaus, vom Feuer verschont blieben. In 
folge des starken Funkenfluges mußte sich die 
Borgstedter Feuerwehr zuerst darauf beschrän 
ken, die gefährdeten Dächer der Nachbarschaft 
zu besetzen, um ein weiteres Umsichgreifen des 
Brandes zu verhüten. Gott sei Dank waren 
die Wasserverhültnisse sehr günstig, mit Hilfe 
einer Motorspritze konnte es in genügender 
Menge schnellstens aus der Eider gefördert 
werden. 
Der Weg von Büdelsdorf nach Borgstedt 
war gestern nach Ausbruch des Feuers von 
einer so starken Menschenmenge besetzt, wie 
wohl nie zuvor. Die Neugierde hatte viele zu 
diesem Weg veranlaßt. Ganz allgemein aber 
hörte man immer wieder starkes Mitleid mit 
dem sehr geachteten Besitzer, der Kriegsver 
letzter ist, und der auch in der Partei stets 
seine Pflicht getan hat. Im Rahmen der Dorf 
gemeinschaft wird ihm die erste Hilfe zuteil 
werden, die er, da so gut wie nichts gerettet 
wurde, besonders braucht. Schon gestern abend 
wurde man Zeuge dieser Hilfsbereitschaft, als 
es galt, das wenige gerettete Inventar und 
das frei herumlaufende Vieh zu bergen. 
» . " 
Auf der Landstraße schwer verunglückt. 
Gettorf, 8. April. Der 36jährige Rentner 
August Me. aus Revensdorf bei Gettorf muß 
te der Chirurgischen Klinik mit einem Schädel- 
bruch und einer Gehirnverletzung zugeführt 
werden. Der Verunglückte kann keine Angaben 
darüber machen, wie er zu den Verletzungen 
gekommen ist. Er ist vermutlich auf der Land 
straße von einem Fahrzeug angefahren wor 
den. 
Brekcndorf, 7. April. Zu dem Grotzseuer in 
Vrekendorf wird uns ergänzend mitgeteilt, daß 
das Feuer durch das 6jährige Enkelkind des 
Bauern Mohr entstand, das mit Streichhölzern 
gespielt hatte. Das Mobiliar des Geschädigten 
ist nicht versichert. — In Steinsieken ereignete 
sich ein ähnlicher Vorfall, der jedoch gut ab 
ging. Auf dem Gewese des Bauern Meier hat 
ten Kinder mit Streichhölzern gespielt und ein 
Feuer entfacht. Werte von rund 15 000 Mark 
wären vernichtet worden, wenn nicht der im 
Auto vorüberfahrende Hauptmann Grund- 
Friedrichshof das Feuer bemerkt und den 
Brand gelöscht hätte. 
hs. Gettorf, 7. April. Generalversammlung 
der Freiw. Feuerwehr. Gestern abend fand im 
Gasthaus des Kameraden Fritz Söhl die Gene 
ralversammlung der Freiwilligen Feuerwehr 
statt. Oberbrandmeister und Wehrführer 
Struve begrüßte die Kameraden der aktiven 
und der Altersabteilung und besonders den 
Kreiswehrführer mit fernem Adjutanten, den 
Amtsvorsteher und den ebenfalls als Gast an 
wesenden Oberbrandmeister Mißfelöt, Suhren 
dorf. Ehrend wurde des verstorbenen Kamera 
den Vollertsen gedacht. Aus dem Jahresbericht 
des Wehrführers entnehmen wir: Der Mann 
schaftsbestand setzt sich zusammen aus 3 Ehren 
mitgliedern, 14 Kameraden der Altersabtei 
lung und 60 aktiven Kameraden. Den Kamera 
den Bernh. Köpke und Karl Krabbenhöft wur 
den im Laufe des Jahres Ehrenurkunden für 
40jährige treue Dienstzeit überreicht. 3 mal 
wurde die Wehr alarmiert und zwar 2 mal bei 
Feuer auswärts und einmal bei einer Uebcr- 
jchwemmung tat Ort. Die Ausrüstung der
	        
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