5uv Unterhaltung
129. Jahrgang Nr. 146
Beilage der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung (Rendsburger Tageblatt)
Donnerstag, den 25. Juni 1936
3Mt~Meidelhero, D« 7eine.. .5
Von HansThielmann.
II.
Heidelberg im Spiegel deutscher Dichtung.
Aus der älteren Zeit der deutschen Dichtung
ist die Stadt deutscher Romantik nur mit unbe
stimmten Berichten verknüpft. Zwar sind uns
einige Minnesänger bekannt, die Heidelberg
besungen haben, soOswaldvonWolken-
st e i n (1367—1445) und „Herr Bligger
v o n S t e i n a ch", an dessen Namen noch heute
täglich der kleine Personendampfer, der von
Heidelberg nach Heilbronn fährt, erinnert. Zur
Zeit des Humanismus beherbergte Heidelberg
Sänger und Gelehrte, deren Namen bis auf
Unsere Tage Klang behalten haben. Bedeuten
de Humanisten wie WernervonThemar,
Reuchlin und Johann von Dalberg
waren hier tätig. Dalberg, der in Pavia und
Padua gelehrt hatte, wurde 1480 Kanzler der
Heidelberger Universität. Mehr noch als nur
Mittelpunkt war Heidelberg die Geburtsstätte
der humanistisch-lateinischen Dichtung in
Deutschland. Die meisten seiner Dichtungen
hatte Martin Opitz in Heidelberg verfaßt.
Als die Soldateska aller Herren Länder in ver
nichtendem Schrecken die Stadt 1622 plünderte,
hatte der literarische Kreis, der sich um Opitz
gesammelt hatte, flüchten müssen. Aus der Zeit
einstiger Kultur wurde eine Zeit der Unkul
tur, die selbst der Sohn des frz. Winterkönigs
trotz seiner literarischen Interessen nicht be
heben konnte. Die Modedichtung, die in schwül
stigen Alexandrinern daherstelzte, beherrschte
vornehmlich Heidelberg. Die anakreontische
Dichtung durchflutete ihr geistiges Leben,- ihr
Symbol blieb im zerstörten Heidelberg das
„Große Faß". Die Quintessenz anakreontischer
Lebensweisheit finden wir heute in einem der
berühmten Fässer des Schloßkellers einge
schnitzt, entnommen aus einem Gedicht Hage
dorns: „Das Heidelberger Faß"
Wir können vieler Ding' entbehren,
Auch dies und jenes nicht begehren,-
Doch werden wenig Männer sein,
Die Weiber hassen und den Wein.
Die Zeit des Sturms und Drangs verknüpft
manchen großen deutschen Dichter mit Heidel
berg, ohne daß jedoch tiefe, nachhaltige Ein
drücke auf uns überkommen sind. Selbst Schil
ler, der von Mannheim aus öfters Heidelberg
aufsuchte, hat trotz der pathetisch ergreifenden
Natur um die Schloßruine nichts hinterlassen,
was mit Heidelberg in Bezug stände. Es mag
dies aber wohl mehr mit seiner damals un
ruhigen und sorgenvollen Lage zusammen
hängen.
Goethe und Heidelberg.
Als er im Mai 1775 zu seiner ersten Schwei
zer Reise aufbrach, passierte er Heidelberg. Die
Tage jener Reise gehören zu den bedeutsam
sten seines Lebens. In „D i ch t u n g u n d
Wahrheit" IV, 18, schrieb er, daß es Tage
gewesen seien, „wo es darauf ankam, einen
Versuch zu machen, ob ich Lili entbehren könne,
wo eine gewisse peinliche Unruhe mich zu allem
bestimmten Geschäft unfähig machte". Als im
September ihn Karl-August von Weimar, der
von der Vermählung mit der Prinzessin Luise
von Hessen-Darmstadt nach seinem Hof zurück
kehrte, in Frankfurt sah, wurde Goethe von
ihm aufgefordert, bald nach Weimar zu folgen.
Jedoch blieb der Wagen, der den Dichter an
seinen Hof bringen sollte, aus und Goethe fühl
te sich, da er die Sache als lustigen Hofstreich
auffaßte, bitter getäuscht. Er reise südwärts,
und wieder nahm ihn Heidelberg auf. Hier fiel
dann die größte Entscheidung seines Lebens.
Er schließt das letzte Buch von „Dichtung und
Wahrheit" ab — und fährt dann doch nach Wei
mar. Aus dieser Zeit datiert auch die bekannte
Zeichnung des gesprengten Turmes. Verwor
rene Jugendbeziehungen und -erinnerungen
haben sich in Weimar in Frieden gelöst. Nach
der Kampagne in Frankreich sieht er Heidel
berg und „seine treue alte Freundin D e l p h"
wieder. Immer wieder ist es das Gestein der
Straßen, die Verteilung von Licht und Schat
ten hinter verwinkelten Häusern, die Verhält
nisse der Berge in der Landschaft, was Goethe
in Heidelberg vornehmlich interessierte. „Wenn
man diese Steinarten an so ganz entfernten
Orten gekannt hat und wiederfindet, so machen
sie einen angenehmen Eindruck des stillen und
großen Verhältnisses unserer bewohnten Welt
gegeneinander." Heidelberg wiederum auch war
es, das den Meister der deutschen Dichtung aus
seinem Ideal der Antike herausriß. Erst, als
Goethe in Heidelberg über 100 Gemälde, Zeu
gen aus der Blütezeit rheinischer Kunst des
ausgehenden Mitelalters, bewundern durfte,
erwachte in ihm ein Patriotismus, der neben
dem Ideal der antiken Schönheit den echt deut
schen Sinn des Charakteristischen stellt. „Und
so wünsch' ich den Patriotismus zu finden, zu
dem jedes Reich, Land, Provinz, ja Stadt be-
Aktuelle Reportage
Der erste weibliche Soldat in der Türkei.
Die Adoptivtochter des türkischen Staats
oberhauptes, A t a t ü r k, wird die erste türki
sche Frau sein, die zum Heeresdienst zugelassen
werden wird. Sabiha Gueukchen H a n u n ist
in die Militärische Fliegerschule in Eskische-
hir als Kadett eingetreten und wird nach ab
gelegter Prüfung der erste weibliche Offizier
der türkischen Luftfahrt sein. Die Einreihung
der Pflegetochter in den Heeresdienst entspricht
durchaus den Absichten der türkischen Regie
rung, die Frauen von keinem Beruf auszu
schließen, selbst nicht einmal von dem sonst nur
dem Mann vorbehaltenen Soldatenberuf.
Ein berühmter Wandteppich wieder
hergestellt.
Der im Vatikan untergebrachte berühmte
Wandteppich, der Leonardo da Vincis
„Letztes Abendmahl" darstellt, ist jetzt nach
monatelanger mühseliger Arbeit wieder repa
riert worden. Als es sich herausstellte, daß der
wertvolle Teppich nicht mehr auszubessern sein
würde, wenn nicht unverzüglich die erforder
lichen Maßnahmen getroffen würden, machten
sich mehrere Sachverständige an die äußerst
schwierige Arbeit. Der Teppich war ein Ge
schenk König Franz I. von Frankreich an den
Papst Klemens im Jahre 1632.
Armloser Maler erhält einen Preis.
Auf der Kunstausstellung in Wales wurde
ein Landschaftsbild des Malers W. G. Collins,
der infolge eines Unfalles beide Arme verloren
hatte, mit einem Preise ausgezeichnet. Der
Künstler hat sich mit unglaublicher Geschick
lichkeit seiner Zähne als Hanöersatz bedient.
Er kann mit Pinsel, Bleistift oder Feder, die
er mit den Zähnen hält, ebenso sicher arbeiten
wie zuvor mit der Hand. Er hat mit seinen
Gemälden schon viele Preise gewonnen und
wird allgemein als das „armlose Wunder"
bezeichnet. Das berühmte Wort, Raphael wäre
auch ein Maler geworden, wenn er keine Hän
de gehabt hätte, wird durch die Meldung aus
England bestätigt.
Eine erschreckende Statistik.
Jährlich fallen den Dieben in den Vereinig
ten Staaten Werte von annähernd 600 Milli
onen Dollars in die Hände. Die Statistik für
das Jahr 1935 verzeichnet 67 612 Raubüber
fälle, 283 685 Einbrüche, 247 346 Autoöiebstähle
und 779 966 Diebstähle.
Wußten Sis schon, ♦..
daß ein französischer Tierspychologe sich zur
Zeit mit der Erforschung des Problems be
schäftigt, wieso Gänse immer in Gruppen auf
treten, die geradzahlig sind?
*
daß vor mehreren Millionen Jahren nach
holländischen Untersuchungen die Austern so
groß gewesen sind, daß eine einzige von ihnen
ausreichte, um eine ganze Familie einen Tag
lang zu ernähren?
4-
öaß der Scheich von Bahrein zu seinem Be
such in England das wichtigste Zeichen seiner
Macht, ein gewaltiges Schwert aus reinem
Gold, mitgebracht hat?
4c
daß der Pelz der Secotter zu den kostbarsten
Pelzen gehört?,*
rechtigt ist". An Schlosser schreibt er im No
vember 1814: „Ein neues Licht fröhlicher Wirk
samkeit ist mir aufgegangen, wovon ich für
mich und andere glückliche Förderung hoffen
darf". Der letzte bedeutungsvollste Aufenthalt
in Heidelberg fiel in die Zeit von September
bis Oktober 1815. Ueber Deutschland war das
leuchtende Morgenrot der Freiheit aufgegan
gen. Vor den Befreiungskämpfen war es ein
sam um Goethe geworden. 1803 war Herder,
1805 Schiller und 1813 Wieland gestorben. In
jugendlicher Aufgeschlossenheit durchreiste
Goethe nach den Jahren des deutschen Nieder
ganges die Lande am Rhein, Main und Neckar.
In ihm klang die Liebe zu Marianne von
Willemer, der jungen Tochter des Frankfurter
Bankiers. Im September 1814 war er zum
ersten Mal auf ihrem Sommersitz, der Gerber
mühle bei Frankfurt. Eine Liebe, die in ihrer
Abgeklärtheit nichts mehr von dem stürmen
den Drang seines Lebensfrühlings kannte. Ein
Jahr später sieht sie Goethe in Heidelberg wie
der. Dort entstanden die ersten Gedichte des
Zwiegesangs von Hatem und Suleika
(Goethe und Marianne). Welch eine unendliche
Melodie der Liebe des Fünfzigjährigen tönt
hier in den Divanliedern wieder. Die Tage,
die in Heidelberg für beide aufblühten, sind für
Goethe und Marianne unvergeßlich geblieben.
Ueberwindung und Entsagung haben beide
noch in demselben Jahre lernen müssen. Hei
delberg aber blieb für beide ein geweihter Ort.
Wie ergreifend jenes Gedicht „Erinnerung"
der Willemer, daß sie dem 75jährigen zu seinem
Geburtstag im Juli 1824 übersandte. 4 Jahre
später schreibt sie ihm aus Heidelberg: „Auf
dem Schloß habe ich wieder guter Zeiten ge
dacht, und ich muß es mit zu den Ereignissen
meines Lebens zählen, daß ich so oft und im
mer wieder dahin komme, wo ich zu so ver
schiedener Zeit und Gemütsstimmung war."
Sie weilte zum letzten Male 28 Jahre nach
Goethes Tod, im Herbst 1860, in der Neckar
stadt. Kurz darauf starb sie. Auf ihrem Grab
stein stehen die Worte: „Die Liebe hört nim
mer auf." Die Urgewalt der Empfindungen, die
die Liebenden beseelt hat, ist uns in der wun
dervollen Suleikadichtung übermittelt worden,
Zeiten und Völker überdauernd.
(Fortsetzung folgt.)
Heitere ESe
Die Kreuze.
Richard Wagner erhielt häufig Arbeiten jun
ger Komponisten zur Begutachtung vorgelegt.
So erhielt er eines Tages das Erstlingswerk
eines hoffnungsvollen Jünglings mit der Bit
te, etwaige Fehler anzukreuzen. Die Arbeit
kam ohne ein einziges Kreuz zurück. Erfreut
eilte der Jüngling zu Wagner: „Verehrter
Meister, war meine Arbeit denn wirklich feh
lerfrei?" — „Das gerade nicht", meinte Wag
ner, „aber ich wollte aus Ihrem Manuskript
keinen Friedhof machen."
Sem letzter TriS
Kurzgeschichte von Karl Kurt Ziegler.
Lou Spelloni, der gefeierte Illusionist, ver
beugte sich vor dem Beifall des überfüllten
Saales mit dem etwas blasierten Lächeln, mit
dem alle Zauberkünstler schon von vornherein
andeuten wollen, daß die Versuche des Publi
kums, hinter ihre Tricks zu kommen, doch ver
gebens sind. — Er nahm einen großen, weißen
Vogen starken Papiers, zeigte ihn von beiden
Seiten und faltete ihn zu einer Tüte, aus der
er mit übertriebenen Handbewegungen eine
weiße Taube nahm, die sich flatternd auf seine
Finger setzte.
„Darf ich Sie bitte, aufzufangen?" wandte
er sich galant an eine junge Dame in einer der
ersten Reihen und entließ die Taube mit einer
kurzen Handbewegung. Das schöne Tier star
tete im Gleitflug von der Bühne in den Zu
schauerraum, umkreiste die Dame und nun ...
Lou Spelloni stellte ein silbernes Gerät zu
recht, auf dem die Taube sogleich landen sollte,
denn er wußte, daß sie sich niemals von frem
der Hand berühren ließ. Als er sich umwandte,
erbleichte er: die Taube saß auf der rechten
Schulter eines Mannes!
Blitzartig eilten seine Gedanken hin und her,
während sich seine Hände ballten, daß die Fin
gernägel weiß unterliefen. — Vor drei Jahren
hatte das Tier zum letzten Male ans der Schul
ter eines Menschen gesessen, auf der Schulter
Alf Jankas, seines Lehrmeisters, der mit die
sem Trick den Abend einleitete. Er — der junge
Gehilfe Spelloni — hatte die Tüte zu falten
Und die Taube fortflattern zu lassen, die dann
aus dem Publikum Alf Janka holte, der sie zur
Vühne brachte und nun das Spiel der tausend
Unmöglichkeiten und Hexereien begann. — Vor
drei Jahren aber hatte man AIs Janka ver
haftet, weil er in einer Eifersuchtsszene seine
Vraut erschossen haben sollte,- er war zu le
benslänglichem Zuchthaus verurteilt worden,
trotzdem er immer wieder seine Unschuld be
lauerte. Doch man hatte ihm nicht geglaubt,
weil man ja nicht ahnen konnte, was Lou
Spelloni wußte. Doch der hütete sich, zu spre
chen. Denn jetzt war endlich für ihn der Weg
frei geworden zum Ruhm — jetzt war Spel-
loui, was früher Janka gewesen.
Doch nun saß die Taube wieder auf der
Schulter eiues Mannes . . . zum erste« Male
nach drei Jahren, und dieser Mann, wie ihn
die Scheinwerfer blendeten, aber es mußte
Janka sein, denn kein anderer streichelt so das
Tier, wie Alf. Jetzt mußte er gleich aufstehen
und zur Bühne kommen — wie damals. Spcl-
loni schrie fast seinen Gehilfen an, die Taube
zu holen. Als dieser ihm das Tier gab, war
sein Gesicht weiß, wie der Taube schneeiges
Gefieder.
Zerstreut und nervös arbeitete er mit seinen
Apparaten weiter, zeigte seine Fingerfertig
keitsspiele geistesabwesend und immer nur mit
dem Blick zu dem Gesicht Jankas hin, das blaß
und verschwommen zur Bühne heraufstarrte.
Wie er ihn quälte, wie er jede seiner Bewegun-
ger verfolgte und ihn durch seine Gelassenheit
zu beirren suchte.
Spelloni atmete auf, als der erste Teil seiner
Darbietungen beendet war. Hastig verließ er
die Bühne und sank in seiner Garderobe er
schöpft auf einen Stuhl.
„Meister, was habt Ihr?" fragte der Gehilfe,
der mit dem Aufräumen der Apparate beschäf
tigt war.
„Nichts, nichts ... ich bin etwas überarbei
tet!" lenkte er ab.
„Dann laßt heute euren Revolvertrick," riet
der andere wieder fürsorglich.
„Meinen Revolvertrick? — Meinen Revol
vertrick!! Nein, nein! Der soll heute eine neue
Nuance erfahren. Du wirst staunen, denn heute
werde ich ihn — endgültig und für immer. . .
Ich will bleiben, was ich bin!" Das Telephon
schrillte auf. „Ein Kriminalbeamter möchte Sie
sprechen!" meldete der Gehilfe. — „Nach der
Vorstellung!!!" brüllte Spelloni und sank in
sich zusammen. „Nach der Vorstellung. Ein
Kriminalbeamter. Was nützt es jetzt, wenn ich
ihn — nein! Folgen soll er mir, folgen!" sprach
Spelloni mit sich selbst und dann au den Ge
hilfen gewandt, sagte er laut und in erregten
Atemstößen: „Richte die Bühne her, und dann
hör genau zu: den Revolver gibst du dem
Herrn, auf dessen Schulter die Taube gesessen
hat. In der 11. Reihe. Verstehst du mich? Ja?
Genau?!"
„Gewiß, Herr Spelloni!" verbeugte sich der
andere diensteifrig.
Eine eigenartige Spannung lag über dem
Raum. Man wußte, daß Spelloni von Zu
schauern einen Revolver laden und dann aus
dem Saal auf sich abfeuern ließ, ohne daß er
verwundet werden konnte. Er hielt vielmehr
das Geschoß in den Zähnen, während die aus
geschossene und vorher gekennzeichnete Hülse
im Revolver blieb.
Wie oft schon hatte Spelloni dieses einfache
und doch so verblüffende Spiel vorgenommen,
wie oft schon war die Pistole auf seine Brust
abgefeuert worden und immer nur hatte er
gelächelt und sich über das Staunen und die
Angst des Publikums gefreut. Doch heute fehl
te ihm der überlegene Blick, heute stand er
ernst auf der Bühne — und als der Revolver
geladen und vom Gehilfen in den Saal getra
gen morden war, verfielen seine Züge müde
und weltfern. — Der Schuß zerriß die unheim
liche Stille des Hauses, Spelloni griff sich an
die linke Brustseite und stürzte dann lautlos
vornüber. . .
Im Zimmer des Direktors stand der Krimi
nalbeamte. Der Tote lag bis zum Eintreffen
der Mordkommission an seiner Stelle. Im
Zimmer Spellonis war ein Brief gefunden
worden, den der Beamte eben kopfschüttelnd
las. „Der Verbrecher Alf Janka ist mein Mör
der!! Verhaftet ihn sofort. Er sitzt in der 11.
Reihe. Mein Gehilfe kennt ihn!"
„Wen meint Ihr Meister?" wandte sich der
Beamte an den Gehilfen, der zitternd und ver
stört in einer Ecke stand und bei der Anrede
erschrocken zusammenfuhr. „Ich... der Mann
mit der Taube.,stotterte er.
„Na, nun nehmen Sie sich schon zusammen
und erzählen Sie!" wurde der Beamte ener
gisch.
„Ich sollte dem Mann, aus dessen Schultern
die Taube saß, die Pistole bringen, sagte
Spelloni!"
„Hat der Mann geschossen?"
„Nein, er wollte nicht, er hat es seinem rech
ten Nachbar überlassen."
„Ja, ich weiß. Ich habe den Schützen schon
verhört. Er ist völlig schuldlos. Aber ich möchte
nun doch wissen, was das für ein geheimnis
voller Dritter ist?"
„Das ist Schneidermeister Klein aus der
Zabelstraße!" mischte sich der Portier ein. „Ich
bin mit ihm im Skatklub. Und die Taube hat
sich ihm nicht auf die Schulter gesetzt, sondern
sie ist heruntergefallen, weil sie sich doch ange
stoßen hat — an dem Kronleuchter. So ists ge
wesen!" eiferte der alte Mann mit dem großen
Schnauzbart und blickte sich stolz im Kreise um
nach solcher Rede.
„Tscha!" — machte der Beamte. „Dann müs
sen wir einen Unglücksfall annehmen. Jeden
falls ist dieser Brief Unsinn. Ich hatte nämlich
den Auftrag von den amerikanischen Behörden,
Lou Spelloni als dem einzigen Bekannten und
früheren Gehilfen Alf Jankas die Mitteilung
von dessen Tode in einem amerikanischen Ge
fängnis-Krankenhaus zu machen."
Widdig, {üc tttuüec:
Jede Mutter wünscht das Haar ihres Kindes so zu
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späten Alter erhalten bleibt. Zur richtigen Kinderhaar-Pflege
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sprödes Haar und fettiges Haar lassen sich mit diesem
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