Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Iiàmscher Gegenylan: 
Rom, 28. Juni. Sicherem Vernehmen nach 
hat die faschistische Regierung einen Gegenplan 
ausgearbeitet, um die Versuche, Italien mit 
einer Kette von Beistandspakten zu fesseln, zu 
lähmen. Dieser Plan geht von der Voraus 
setzung aus, öah den Anliegerstaaten des Mit 
telmeeres größere Rechte als den anderen 
Mächten zukämen. Er richtet sich deshalb auch 
gegen die von der faschistischen Presse immer 
energischer bekämpften englischen Vormachts 
Ansprüche im Mittelmeer. Der Plan, dessen 
Grundzüge wahrscheinlich in dem jetzt fertig 
gestellten Memorandum an Genf enthalten 
sind, zielt darauf ab, eine längere Periode des 
Friedens und der Stabilität im Mittelmeer 
herbeizuführen. Zu diesem Zweck sollen nach 
dem Beispiel der Türkei und Griechenlands an 
Stelle der Beistandspakte Freundschafts- und 
Nichtangriffs-Verträge zwischen den Anlieger 
mächten abgeschlossen werden. 
Italien wird auch die Freiheit der Meer 
engen fordern. Es wird aus diesem Grunde 
der Wieöerbefestigung der Dardanellen auf 
keinen Fall zustimmen. Vorgesehen ist ferner 
ein Vorstoß zur Revision der Abkommen über 
den Suez-Kanal. 
Einbruch von 60 606 MuilMl 
in YMslim? 
DNB. London, 26. Juni. sEig. Funkm.) 
Der Sonderberichterstatter der „News Chro 
nicle" kündigt in großer Aufmachung eine 
ernste Gefahr für die Lage in Palästina an, die 
darin bestehe, daß ganz Transjordanien mit 
den Arabern in Palästina gemeinsame Sache 
machen werde. 60 060 bewaffnete Beduinen 
seien jeden Augenblick bereit, über den Jordan 
in Palästina einzufallen. 
Nach de« Debatten in Paris und London 
. Bon dem Berliner Vertreter der Landeszeitung 
Die politischen Kreise der Reichshauptstadt 
besassen sich noch heute intensiv mit den Er 
gebnissen der Regierungserklärungen in Pa 
ris und im Londoner Unterhaus. 
In ausländischen Blättern steigt wieder der 
Versuchsballon, daß jetzt Deutschland die eng 
lischen Rückfragen beantworten würde. Dies 
Auffassung ist ganz abwegig. Deutschland ent 
scheidet ganz allein und unabhängig von den 
Debatten und Beschlüssen in den ausländischen 
Parlamenten über den Zeitpunkt, wann es 
die englischen Rückfragen beantworten wird 
Ser Negus in Genf. 
DNB. Gens, 26. Juni. (Eig. Funkm.) Mit 
dem Pariser Schnellzug trafen Freitag morgen 
der Negus Haile Selassie, begleitet von Ras 
Kassa und einem Teil seines Gefolges, zugleich 
mit dem englischen Außenminister Eden und 
dem französischen Außenminister Delbos in 
Genf ein. Ras Nasibu sowie die abessinische 
Abordnung, die schon am Donnerstag ange 
kommen waren, empfingen den Negus auf dem 
Bahnsteig. 
* * * 1 
Die italienischen Flieger 
besuchen die deutsche Luftwaffe. 
DNB. Berlin- 28. Juni. Der Staatssekretär 
im Königlich Italienischen Luftministerium, 
General Balle, und die anderen gestern in 
Berlin eingetroffenen italienischen Flieger be 
suchten am Donnerstag in Begleitung des 
Staatssekretärs der Luftfahrt, General der 
Flieger M i Ich, das Kampfgeschwader Nr. 182 
„Hindenburg", Gruppe Greifswald, sowie die 
Flak-Artillerieschule in Wustrow. 
Die ausländischen Regierungserklärungen sind 
für uns nicht wertlos, und das Positive in 
ihnen wird uneingeschränkt anerkannt. Aber 
es bestehen immer noch Gegensätze und Mei 
nungsverschiedenheiten, auch in grundlegen 
den Dingen und Voraussetzungen. Sv z. B 
hinsichtlich der Interpretation des deutschen 
Friedensangebotes und seiner von der deut 
scheu Regierung gegebenen Begründung. 
Aufgabe muß es sein, hier die notwendige 
Klarheit zu schaffen und damit den Weg frei 
zu machen zu einer offenen Aussprache. 
Delbos Hinweis auf Frankreichs Willen, 
sich zugunsten der westlichen Sicherheit nicht 
in Osteuropa zu desinteressieren, soll wohl 
heißen, daß in allen wirklichen Entscheidungen 
Frankreichs der große militärische Bruder im 
Osten, das Sowjetreich, mitzusprechen haben 
wird. 
Das deutsche Friedensangebot, so wie es 
den Mächten unterbreitet ist, wird bekanntlich 
in allen seinen Teilen noch heute von Deutsch 
land uneingeschränkt aufrechterhalten. 
Daily Herald meldet, daß für Sonntag wie 
der 78 Massenmetings der Sanktionsfreunöe 
in ganz England einberufen sind. Der Kamps 
gehe weiter. Auf der größten Tagung, die im 
Londoner Hydepark stattfindet, würden dw 
Führer der Arbeiterpartei, der englischen 
Trade Union und auch der Liberalen sprechen 
Im Anschluß daran wird ein Umzug durch die 
englische Hauptstadt angekündigt. Daily Herald 
meldet weiter, in einer großen Anzahl engli 
scher Kirchen werde am Sonntag gegen die 
Aufhebung der Sanktionen gepredigt werden. 
Interessant ist die Auslassung in der kom 
munistischen „Humanite" über Delbos und 
Blums Regierungserklärungen. Das Blatt 
geht mit Stillschweigen über alle Sätze der 
Erklärungen hinweg, die Deutschland betref- 
sen, die dys FrontkämpiertttM Hitlers aner 
kennen und die Dom Frankreichs Verhand 
lungsbereitschaft sprechen. Dann aber kommt 
die wörtliche, durch Sperrdruck hervorgehobene 
Erklärung Delbos, Frankreichs Sicherungen 
seien untrennbar von den Sicherungen für 
Osteuropa. 
Die Humanite schreibt, der französische Kom 
munismus, der heute schon die Hälfte des 
Der rote Streik halt weiter an 
Die Schiffe immer noch besetzt — Mobile Garde in Nancy eingesetzt 
Wachsender Widerstand gegen die terroristischen Methoden der Kommunisten 
Was die 40-Stunden-Woche kosten wird 
DNB. Paris, 26. Juni. (Eig. Funkmcld.) 
Obwohl nach der am Mittwochnachmittag 
grundsätzlich angenommenen Einigung der 
Schiffahrtsstreik in Marseille als beendigt an 
gesehen wurde, konnte bis Donnerstag abend 
kein Schiff auslaufen. Nach wie vor halten die 
streikenden Mannschaften ihre Schiffe besetzt. 
Auch die roten Fahnen wehen noch, wenn auch 
teilweise die Trikolore dazu gesetzt worden ist. 
Es herrscht noch vollständige Unklarheit, wann 
die Streikenden die Schiffe wieder räumen 
werden. Das Konsularkorps von Marseille hat 
inzwischen beim Präsidenten der Handelskam 
mer einen Protestschritt unternommen, weil 
auch die ausländischen Schiffe nicht auslaufen 
konnten. Etwa 100 Reisende, die seit mehreren 
Tagen im Marseiller Hafen ans eine Reisemög 
lichkeit nach Korsika warten, haben die Ge 
schäftsräume der Schiffahrtsgesellschaft für den 
Verkehr nach Korsika besetzt und eine Protest 
abordnung zum Präfekten geschickt. 
Als am Freitagabend sich in der nordfranzö 
sischen Hafenstadt Rouen die Kunde verbrei 
tete, daß trotz des Schifsahrtsstreiks der fran 
zösische Dampfer Mandara auslaufen wolle, 
verstärkten die Aufständischen die Streikposten, 
die tatsächlich die Ausreise des Schiffes ver 
hindert haben. In Cette mußten etwa 1060 To. 
Apfelsinen, die wegen des Streiks nicht recht- 
zciig ausgeladen werden konnten und in 
Fäulnis übergegangen waren, in den Hafen 
geschüttet werden. 
Auch sonst sind in ganz Frankreich neben 
der allgemeinen Tendenz zur Wiederaufnahme 
der Arbeit zahlreiche neue Streiks zu verzeich 
nen. So konnten die 5 großen nordfranzösi 
schen Zeitungen von Lille und Roubaix am 
Freitagsrüh nicht erscheinen, weil die Maschi 
nensetzer und das sonstige Druckereipersonal 
in den Ausstand getreten sind. Der Präfekt ist 
zur Entscheidung angerufen worden. 
In Nancy hat sich die Streikbewegung seit 
Donnerstag wesentlich verschärft. Streikende 
besetzten die Gaswerke, worauf sich der Bür 
germeister der Stadt entschlossen hat, die Werke 
durch eine Abteilung der Mobile» Garde räu 
men und militärisch besetzen zu lassen. 
In Perpignan hat sich angesichts der wach 
senden Streikbewegung die Unternehmerschaft 
in der Handelskammer versammelt und eine 
Entschließung angenommen, wonach keine wei 
teren Verhandlungen aufgenommen und alle 
in Gang befindlichen Schiedsverhandlungen ab 
gebrochen werden, solange noch Banken, Kauf 
häuser, Werkstätten usw. von Streikenden be 
setzt gehalten werden. 
In Scharrachbergheim in der Gegend von 
Straßburg hat der Leiter einer größeren land- 
' wirtschaftlichen Organisation des Departe 
ments Unterrhein auf einer Bauernversamm- 
luug erklärt, daß sich im Lande eine lebhafte 
Erregung gegen die terroristischen Methoden 
der Kommunisten kundtue. Die Bauern hätten 
ihren Willen zum Ausdruck gebracht, die Be 
setzung von Bauernhöfen, wie dies in Gebwei- 
lcr geschehen sei, mit allen Mitteln zu ver 
hindern. 
Eine Mehrbelastung von 11,3 Milliarden Frcs. 
Der „Figaro" hat in industriellen und kauf 
männischen Arbeitgoberkreisen eine Umfrage 
gehalten, wie hoch die Mehrbelastung durch die 
neuen Gesetze in der französischen Industrie 
sein würde. Danach bedeutet bei einer durch 
schnittlichen Beschäftigung von rund 7 776 000 
Arbeitnehmern in Industrie und Handel mit 
rund 10 000 Francs Jahreseinkommen die 
Einführung der 40-Stunöenwoche eine Mehr 
belastung von 11,5 Milliarden Francs. 
arbeitenden französischen Volkes umfasse, 
schulde dem Außenminister Dank, daß er Sow- 
jetrutzland in. den Kreis seiner kommenden 
Verhandlungen mit Deutschland einbezogen 
habe. 
Die spanische Zeitung „Sera Secolo" bringt 
einen großen Artikel zu den Debatten in den 
Parlamenten in Paris und London. Sie 
schreibt u. a.: „Die Sanktionen sind gefallen. 
Aber der römische Ministerrat hat schon am 
Mittwoch zu der Lage Stellung genommen. Er 
ist zu dem Beschluß gekommen, daß der Völ 
kerbund die tatsächliche Herrschaft Italiens in 
Wie die Neue Berner Zeitung aus Rorn 
erführt, sind die Beschlüsse des römischen Dļi- 
nisterrats viel weittragender, als man aus 
den Auslassungen der faschistischen Presse ent 
nehmen könne. Italien fordere auch die feier 
liche Widerrufung der Bölkerbundentschlie- 
ßung, die Italien als Angreifer bezeichnet 
habe. 
Besichtigung von Arbeitsdienstlägern 
Reichsarbeitsführer Hier! in des Wsstmsrk 
Köln, 28. Juni. Reichsarbeitsführer Hier! 
traf am Mittwochabend in Begleitung der 
Amtsträger der Reichsarbeitsdienstleitung 
und der gesamten Arbeitsganführer Deutsch 
lands in Koblenz ein, um sich in der Westmark 
von dem Erfolg der nationalsozialistischen Er 
ziehungsarbeit des Arbeitsdienstes zu über 
zeugen. 
Als der Reichsarbeitsführer auf seiner Be 
sichtigungsfahrt, die ihn von Baden durch 
Hessen und das Rheinland bis zum Emsland 
führt, in Koblenz eintraf, wurde er von der 
rheinischen Bevölkerung auf das herzlichste 
begrüßt. Zum Empfang des Reichsarbeitsfüh- 
rers, der Ehrenbürger der Stadt Koblenz ist, 
hatten sich Gauleiterstellvertreter Reckmann 
und Oberbürgermeister Wittgen eingefunden. 
Hierl schritt die Front der angetretenen Eh 
renformationen ab und folgte dann der Ein 
ladung der Stadt zu einem Ehrentrunk irst 
Schöffenhans. Dort hieß der Gauleiter der 
Westmark, Staatsrat Simon, den Gast will 
kommen und wies in seiner Rede auf die 
wertvolle Zusammenarbeit zwischen dem 
Reichsarbcitsdienst und der Partei hin. 
Am Donnerstag besichtigte ReichsarbcitsfüH- 
rer Hier! verschiedene Arbeitslager der West- 
mark. 
Italien vor den Genfer àWmdimgen 
Von unserer Berliner Redaktion 
In den politischen Kreisen der italienischen 
Hauptstadt hofft man, daß die Entspannung in 
der politischen Atmosphäre diesmal anhalten 
werde. Als Beleg für diese zuversichtliche Auf 
fassung führt man außer den zahlreichen di 
plomatischen Fühlungnahmen der letzten Zeit 
die gemäßigte Sprache der italienischen Presse 
und deren absolute Enthaltung von jeder pole 
mischen Schürfe an. 
Unter dem Einfluß der Rede Edens ging 
man sogar so weit, England gegenüber einen 
herzlichen Ton anzuschlagen. Besonders in den 
jenigen römischen Blättern, die von der ita 
lienischen Außenpolitik gerne zur Interpre 
tation ihrer Ideen verwendet werden, konnte 
man die Betonung deck.Gemeinsamkeit der.all 
gemeinen politischen Zielsetzung Englands und 
Italiens lesen. 
Aber noch sieht man von italienischer Seite 
als Voraussetzung für die Wiederaufnahme 
r Mitarbeit Italiens an der Politik des 
Völkerbundes und der Westmächte die Aner 
kennung der Einverleibung Abessiniens in das 
italienische Kolonialreich. 
Diese Forderung ist äußerst schwerwiegend. 
Deshalb kann nicht so ohne weiteres mit der 
Möglichkeit gerechnet werden, den entzwei 
gerissenen Faden der europäischen Politik ein 
fach weiterzuspinnen. 
Italien zieht auch die Eventualität eines 
vollendeten Bruches mit Genf in Betracht und 
einer darauffolgenden grundlegenden Um 
orientierung seiner Außenpolitik. 
^Der Mailänder Corriere della Sera faßt den 
Standpunkt Italiens in dieser Hinsicht in fol 
gender Weise zusammen: 
Italien habe nicht als Angreifer, sondern in 
Notwehr, im Interesse der Sicherheit seiner ost 
afrikanischen Besitzungen gehandelt. 
Die zahlreichen freiwilligen Unterwerfun 
gen abessinischer Häuptlinge unter die italieni- 
che Oberhoheit habe den Charakter eines 
Volksentscheids zugunsten Italiens angenom 
men. 
Italien sei der faktische und rechtliche Be- 
Ijerrscher Abessiniens. 
Italien habe das Recht, auch im Sinne des 
Völkerbundes in seinem neuen Besitzstand an 
erkannt zu werden. 
Genf hat sich diese Auffassung nicht zu eigen 
gemacht, was allein schon aus der Zuziehung 
des Vertreters der ehemaligen abessinischen 
Regierung zu der kommenden Tagung her 
vorgeht. 
Wohin sich der Blick wendet, ist alles 
Fluß. Das Feststehende in Italien ist aber ein 
Gefühl erhöhter Zuversicht auf Grund der 
stimmungsmäßigen Entspannung, das auch im 
italienischen Kabinettswechsel der letzten Zeit 
seinen Niederschlag findet. 
In Zeiten der Krisenstimmung hätte sich 
nämlich Mussolini nicht bereit gefunden, die 
Leitung dreier so wichtiger Ministerien aus 
der Hand zu geben. 
Die Ereignisse in Genf werden nun zeigen/ 
welchen Lauf die künftige Entwicklung nehmen 
kann. Die Regierungserklärungen in der fran 
zösischen Kammer und im französischen Senat, 
soweit sie Italien und die Sanktionen betref 
fen, zeigen^ Laß auch mit Frankreich die letz 
ten Spannungen beseitigt iinb:::.'!:: •. „1 :ü': 
In wenigen Tagen spricht die Völker- 
bundsversammlung über Italien, über die 
Sanktionen und auch über Abessinien. 
JktnerpolMsche Embolie 
tu Frankreich? 
NN 
Französischer Präfekt verbietet Nationalfahne! 
Der Präfekt des Departements Seealpen hat 
das Anbringen von Fahnen und anderen Ab 
zeichen an Kraftwagen untersagt. Der Anlaß 
ist ein Zwischenfall, der sich, dem „Matin" zu 
folge, in Nizza ereignete. Dort hielten Strei 
kende einen Kraftwagen, der die französische 
Fahne führte, auf und griffen die Insassen 
tätlich an. 
Aufsehenerregender Spionagesall 
bei der amerikanischen Marine. 
DNB. Los Angeles (Kalifornien), 28. Juni. 
Ein aufsehenerregender Spionagefall, in den 
angeblich eine große Zahl von Personen ver 
wickelt sein soll, beschäftigt die hiesige Oeffent- 
lichkeit. Die Großgeschworenen haben gegen 
den ehemaligen Matrosen der amerikanischen 
Marine, Thompson, und in Abwesenheit gegen 
den japanischen Marineoffizier Toschio Miya 
zaki Anklage wegen Spionage erhoben. Thomp 
son wird von der Anklage vorgeworfen, daß 
er sich seit mehreren Jahren als höherer Offi 
zier verkleidet an Bord amerikanischer Kriegs 
schiffe aufgehalten und dort Abschriften von 
geheimen Plänen über Flottenmanöver im 
Stillen Ozean, über neukonstruierte Bomben 
flugzeuge, Motoren sowie über neue Panzer- 
stahllegierungeu abgeschrieben hat. Die Pläne 
hat er dann an Miyazaki weiterverkauft. 
Es war immerhin schon etwas durchaus 
Ungewöhnliches, wenn die Massenstreiks in 
Frankreich den überwiegenden Teil der 
Schwerindustrie des Landes einschließlich der 
Flugzeugfabrikation wochenlang einfach still 
legen. Und auch in der Geschichte der See 
mannstreiks dürfte eine so weitgehende Lahm 
legung eines der größten Häfen der Welt wie 
zur Zeit in Marsaille kaum zu verzeichnen 
sein. Jetzt dringt die Gefahr dieses unabsehbar 
sich hinschleppenden Streiks sogar schon in die 
Flottenwerkstätten von Saint Denis und Na- 
zaire, bildet also für Frankreich eine viel 
größere Gefahr als etwa die Kette vereinzel 
ter Sabotageakte in der englischen Marine. 
Vielleicht gibt es über die Behandlungsart 
der französischen Massen- und Dauerstreiks 
durch die Regierung keine schärfere Verurtei 
lung als wenn die französische Gesellschaft 
für Verteidigung von Handel und Industrie 
in einem Telegramm an die Regierung von 
dem „so enttäuschenden Abschnitt des Indu 
strie- und Handelsstreiks" spricht. Der schwere 
Vorwurf, der in diesen Worten liegt, ist nicht 
nur durch den Umfang und die lauge Dauer 
der bisherigen Streiks, sondern auch dadurch 
begründet, daß die Auswirkungen der Matro 
senboykotts gegen die Handelsschiffe schon 
heute sich bis in das tiefste Hinterland der 
französischen Kolonialgebiete bemerkbar 
machen und die Verluste bereits eine erschrek- 
kenöe Höhe erreicht haben. 
3it Wenigen Zeilen 
In amtlichen englischen Kreisen versucht 
man die Meldung über scharfe Meinungsver 
schiedenheiten zwischen der englischen und der 
sowjetrussischen Abordnung auf der Meer 
engenkonferenz abzuschwächen. Das Kabinett 
wird der englischen Abordnung in Kürze neue 
Anweisungen zugehen lassen. 
London. Der zentrale Rat konservativer und 
unionistischer Vereine, die Spitzenorganisation 
der Konservativen Partei, nahm eine Entschlie 
ßung an, daß kein Mandatsgebiet, das unter 
britischer Kontrolle steht, dem Völkerbund oder 
irgend einer Macht übergeben werden dürfe. 
Mannheim. Reichsorganisationsleiter Dr. 
Ley, der sich gegenwärtig auf einer Deutsch- 
landreise befindet, sprach auf dem Mannhei 
mer Meßplatz vor 100 000 Schaffenden. 
Abessinien anerkennen muß. Ohne diese An 
erkennung wird Italien seine wirtschaftliche 
Sperre gegen die betreffenden Länder- die 
Italien „diffamiert" haben/nicht wieder auf 
heben." ck, , 
Die 
Frein 
Mttu 
Wehr 
erschil 
den f 
langst 
dankt, 
füllur 
Der 
l. Ap 
Schris 
Berict 
verlai 
Schul 
Die Z 
eigen! 
sie so! 
auch ! 
teln I 
Feuer 
eine \ 
Uen g 
teilt r 
Provi 
vrdnu 
Feuer 
Wehr 
Am 
Führ« 
dünge 
Gerät 
warer 
alarm 
die g, 
Ernst 
mögli 
tung 
ausbi 
stenku 
im K i 
Wehr 
30. N> 
erweh 
rid)t§; 
men. 
jährig 
führt 
Wehr 
rräß: 
Im 
and i 
vurdi 
schwer 
gerusi 
bildn: 
zogen 
der V 
einge, 
beson! 
Uebur 
Und 2 
lich 6( 
Die 
Manr 
ten, a 
doch l 
fünde 
nicht 
der S 
und s 
stark, 
jeder 
wehrr 
erhalt 
Feuer 
4 Ma 
Hierb 
Der 
zu Ai 
Schlu 
der Z 
Haupi 
raden 
dienst 
kortzo 
Na, 
Obit 
dem I 
Entla 
entno 
hande 
Wehr 
Brc 
richt 
wehrt 
Kreis 
berich 
brand 
wit, 
Wiede
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.