Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

„Offener BmH 
der heiligsten Besprechungen" 
„Es gibt wenige Episoden in der Ge 
schichte, die die Welt mit größerer Berech 
tigung verurteilen wird: ein Krieg, der 
zur Verteidigung internationaler Ver 
träge geführt ist, hat mit dem offenen 
Bruch der heiligsten Versprechungen durch 
die Sieger geendet!" 
Es gibt viele gebührend strenge, ja vernich- 
ļende Urteile. über den Schandvertrag von 
Versailles aus dem Munde von Politikern, 
Wirtschaftlern, Wissenschaftlern usw. Das oben 
Redergegebene aber, vielleicht das treffendste 
»on allen, ist gefällt worden von einem Mann, 
èer an den Versailler Vorgängen unmittelbar 
beteiligt war, nämlich dem bekannten Englän 
der Keynes, dem Verhanölungsgegner 
Deutschlands auf englischer Seite. Die dies 
malige Jährung des unheilvollen Unterzeich- 
vungsdatums füllt in eine Zeit, die für einen 
beträchtlichen Teil der europäischen Welt be 
stimmt ist durch einen eben erst zu Ende ge 
gangenen Krieg, ferner durch Kriegsgefahr in 
Mehreren Weltteilen und schließlich durch ge 
radezu ungeheuerliche Vorbereitungen zu krie 
gerischen Ereignissen, vor allem in Gestalt des 
französisch-bolschewistischen Einkreisungs 
systems, begleitet von einer beispiellosen Aus 
breitung der bolschewistischen Hetze in aller 
Herren Länder draußen. Mit anderen Worten, 
«such die heute noch maßgebliche Generation der 
führenden Politiker in zahlreichen Staaten hat 
selbst aus dem Weltkrieg und den noch grauen 
volleren Auswirkungen des Versailler Dikta 
tes für ganz Europa noch immer nichts ge 
lernt. 
In noch größerem Abstand als schon in den 
letzten Jahren stehen wir Deutschen seit der 
völligen Wiederherstellung der Reichshoheit 
durch die Tat des Führers am Rhein zu alle 
dem, was einst die Gesamtheit des Begriffes 
von Versailles ausgemacht hat. Am 7. Mürz 
wurde wiederum ein Stück jenes für die ehe 
maligen Feindbundmächte so schimpflichen Do- 
kumentes für alle Zeiten vernichtet. Aber diese 
Feststellung kann uns nicht hindern, uns im 
mer wieder daran zu erinnern, daß weder die 
Kriegsschuldlüge, noch die Koloniallüge von 
der Gegenseite zurückgenommen worden sind, 
von anderen Dingen zu schweigen. Es fehlt 
auch in England und in Frankreich nicht an 
einsichtsreichen Männern, die genau so wie 
zahlreiche neutrale Politiker und Wissenschaft 
ler beide Lügen als gemeine Fälschung und 
erlogene Voraussetzung des Diktates erkannt 
haben. Aber noch keine Regierung in diesen 
beiden Ländern hat die geringe Fairneß und 
das geringe Maß an Selbstachtung bisher auf 
gebracht, anstandshalber eine Erkenntnis offi 
ziell festzustellen, die in ihren Ländern längst 
durchgedrungen ist. 
Wenn der englische Politiker Keynes sich 
heute seines oben zitierten Urteils über Ver 
sailles erinnert, dann wird er nur feststellen 
können, daß jenes Urteil vor 15 Jahren durch 
die Zwischenzeit noch weit überboten wurde. 
Tie Geschichte der Abrüstungsfrage ist und 
bleibt einer der größten politischen Skandale 
der Weltgeschichte, dessen Schuld sich auf die 
führenden Versailler, also auf Genfer Mächte 
verteilt. Der Skandal hat mit der Umkehrung 
der vertragsmäßigen Abrüstungsverpflichtung 
in eine riesige Ueberrüstung der Militärstaaten 
und vor allem in das Moskau-Pariser An 
griffspaktsystem seinen bisherigen Gipfel er 
reicht. Nutznießer bleibt draußen der Bolsche 
wismus. Deutschlands Frieden aber schützt 
heute unser Führer Adolf Hitler. 
* * * 
Sļagissekreļiic v. Mow wird zu Grabe 
geleitet. 
DNB. Berlin, 25. Juni. Wiedereinmal we 
hen von den Gebäuden in der Wilhelmstraßc 
die Fahnen auf Halbmast. Aus einem auf 
opfernden, anderthalb Jahrzehnte langen Wir 
ken heraus hat der Tod den Staatssekretär des 
Auswärtigen Amtes, Dr. Bernhard Wil 
helm von B ü I o w, in die Ewigkeit abbe 
rufen. 
Am Donnerstagmittag nahmen seine Mit 
arbeiter im Amt, fast das gesamte Diplomati 
sche Korps, zahlreiche Minister, viele Staats 
sekretäre und die Amts- und Abteilungschefs 
der anderen Ministerien in einer Trauerfcier 
in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Ab 
schied von dem unermüdlichen Beamten. 
Der Führer ehrte durch seine Teilnahme an 
der Trauerfeier den Mann, der bis zum letz 
ten Atemzuge die Interessen des deutschen 
Vaterlandes im Ausland erfolgreich vertreten 
hat. 
Um 9 Uhr war die sterbliche Hülle des 
Staatssekretärs in aller Stille nach der Kaiser- 
Wilhelm-Geöächtnis-Kirche übergeführt wor 
den. 
Bereits um 11 Uhr bildete eine doppelte 
Kette SS.-Männer der Leibstanöarte Adolf 
Hitler Spalier. Leise klang die Melodie des 
Orgel-Präludiums von Bach auf und leitete 
über zur Liturgie. Der Geistliche schilderte die 
aufrechte, zuverlässige, von innen heraus vor 
nehme Persönlichkeit des Verstorbenen. Nach 
dem allgemeinen Segen sprach der Führer noch 
einmal den nächsten Anverwandten sein Bei 
leid aus und verließ, begleitet von Reichs 
außenminister von Neurath, die Kirche. 
Nach der Trauerfeier in der Kaiser-Wil- 
helm-Gedächtnis-Kirche wurden die sterblichen 
Ueberreste des Staatssekretärs v o n B ü l o w 
nach dem Zwölf-Apostel-Kirchhof nach Berlin- 
Schöneberg übergeführt. Acht Beamte des 
Auswärtigen Amtes hielten zu beiden Seiten 
des Sarges die letzte Ehrenwache. Reichs 
außenminister Freiherr von Neu rath, 
Staatssekretär Dr. Meißner, der persön 
liche Freundeskreis des Verstorbenen und 
seine Mitarbeiter im Auswärtigen Amt nah 
men auf dem kleinen Parkfriedhof Abschied 
von dem Toten und geleiteten ihn mit den 
Angehörigen zu seiner letzten Ruhestätte. 
* 
Deutsche Diplomaten beim Führer. 
DNB. Berlin, 23. Juni. Der Führer und 
Reichskanzler empfing am Donnerstag den 
deutschen Botschafter in Paris Graf Welczcck 
und den deutschen Gesandten in Kopenhagen 
von Nenthe-Fink. 
Montreux. Die Meerengenkonferenz hat am 
Donnerstagvormittag ihre vorläufig letzte 
Sitzung abgehalten. Der Zeitpunkt der nächsten 
Sitzung wird vom Generalsekretär der Konfe 
renz bestimmt werden. 
Paris. Der Kabinettsrat hat am Donners 
tagvormittag beschlossen, Gesetzentwürfe ein 
zubringen, die die Bereitstellung eines Kredits 
von 1 Million Franken für die Beteiligung 
französischer Sportler an den Berliner Olym 
pischen Spielen vorsehen. 
«erantwortlichcr Hauptschrifttelter unv veraurgever: F e r» 
vtnond Möller. 
Stellvertreter des HiuptfLrtftleiters: Herbert Puhlmann. 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann,' für den 
örtlichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregor!,' für 
den wirtschaftlichen Teil: Dr. Cl. Bielfcldt,' für den 
provinziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
Viidveranlwortliche: Reifortletter. 
âieranlworllichci Änzeigenleiter: Karl Jacobsen, Rendsburg. 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne, Rendsburg. 
D-»A. Schleswig-Hollteinifche Landeszcitung lRendsburger 
Tageblatt — Hohenwcfledter Zeitung / Die Landpoff 
Hanerau-Hademarfchen — Siiderbraruper Tageblatt), 
D.-A. V 36 über 13 606 Pl. Nr. 7. 
5 
Ihre Vermählung geben bekannt 
Alfons Orthofer 
Oberleutnant im Jagdgeschwader .Horst Wessel* 
Elisabeth Orthofer 
geb. Bandmann 
Lippstadt i.W. Juni 1936 Rendsburg/Audorf 
Wir danken herzlich für die vielen Glückwünsche 
u. Aufmerksamkeiten zu unserer Silberhochzeit 
Brekendorf (Trollbek) 
Claus Tams und Frau 
Für erwiesene Teilnahme beim Heimgang unseres lieben 
Entschlafenen sagen wir allen unseren herzlichen Dank. * 
Rendsburg, den 25. Juni 36. 
FamiUe Fendesack 
Für die vielen Kranzspenden 
und ollen denen.die unserem 
liehen Entschlafenen das letzte 
Geleit gaben, sagen wir unse 
ren herzlichen Dank. 
Amanda Schmidt 
und Kinder. 
Nindorf, den 25. Juni 1936. 
Für die vielen Beweise herz 
licher Teilnahme beim Hin 
scheiden unserer lieben Ent 
schlafenen sagen wir hiermit 
allen unseren herzlichen Dank. 
Familie David 
Rickert-Kamv. 
Danksagung. 
Allen denen, die unser am 
Tage unserer Hochzeit so 
freundlich gedachten, unseren 
herzlichsten Dank. 
Hinrich LahS u. Frau 
Margarethe, geb. Riffen, 
Klein-Bennebek, im Juni 36. 
G^ohenwestedt 
fterztlicher Sonntagsdienst: 
Dr.med.Sievars 
Fernrul 239 
Bekanntmachung. 
Während des Sommermarktes vom 28. bis 30. Juni 1936 ist 
an jedem Tag von 15 Uhr ab bis zum Schluß des Marktes in 
Anwendung des 8 25 der Rcichsstratzenverkehrsordnung und der 
dazu erlassenen Äusführungsanweisung das Fahren mit Kinder 
wagen, und mährend der ganzen Zeit des Marktes das Fahren 
und Schieben mit Fahrrädern auf dem mit Fährbetrieben und 
Buden bebauten Teil des Paradeplatzes und der Jungfcrnstieg- 
stratze verboten. 
Den Anordnungen derPolizeibeamten ist in jedem Falle Folge 
zu leisten. 
Rendsburg, den 24. Juni 1036. 
Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde. 
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Qualitäts- und Markenglas 
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1 /2 Ltr. Stück 264,3 Stück 0.75 
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Beachten Sie meine Schaufenster 
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Altstädtar Markt 2 
Fernruf 2661 
HMhüllsWliz der Stadt Rendsburg 
für das Rechnungsjahr 1936 
Auf Grund der §8 82 ff. der Deutschen Gcmeindeordnung vom 
13. Januar. 1935 (RGBl. 1 Nr. 6 S. 49) wird, nachdem der Ent 
wurf der Haushaltssatzung mit den Gemcinderäten am 1. und 7. 
April 1936 beraten worden ist, folgende Haushaltssatzung fest 
gestellt: 
8 1-, 
Der dieser Satzung als Anlage beigefügte Haushaltsplan für 
das Rechnungsjahr 1936 wird im ordentlichen Haushaltsplan 
in der Einnahme auf 3119 054,— MJt 
in der Ausgabe auf 3119 054,— MM 
und im außerordentlichen Haushaltsplan 
in der Einnahme auf 425 000,— MM 
in der Ausgabe auf 426 000,— MM 
festgesetzt. 
§ 2. 
Die Steuersätze für die Gemeindesteuern werden wie folgt 
festgesetzt: 
1. Grundvcrmögenssteuer sAlthansbesitz und neuester Neuhaus- 
bcsitz) 450 Prozent des staatlich veranlagten Grundbetrages, 
2. Grundvermögenssteuer lAelterer Neuhausbesitz) 290 Prozent 
des staatlich veranlagten Grundbetrages, 
3. Gewerbesteuer 
a) nach dem Ertrage 600 Prozent des staatlich veranlagten 
Grundbetrages, 
b) nach dem Kapital 1200 Prozent des staatlich veranlagten 
Grundbetrages, 
c) bei Zweigstellen an Stelle der Zuschlagsätze zu a und b 
zur Gewerbesteuer vom Ertrage 720 Prozent, zur Ge 
werbesteuer vom Kapital 1440 Prozent des staatlich ver 
anlagten Grundbetrages, 
4. Bürgersteuer 400 Prozent des Reichssatzes. 
8 3. 
Der Höchstbetrag der Kassenkredite, die im Rechnungsjahr 1936 
zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Stadtkaffe in Anspruch 
genommen werden dürfen, wird auf 200 000,— MM festgesetzt. 
Soweit erforderlich und möglich, können hierfür auch Anleihe 
bestände, Fonösrücklagen und Kapitalien des Gemeindestiftungs 
vermögens vorübergehend in Anspruch genommen werden. Die 
auf Grund von Ermächtigungen früherer Beschlüsse in der glei 
chen Weise in Anspruch genommenen Kassenkredite werden bis 
zum Ablauf des Rechnungsjahres 1935 abgedeckt werden. 
8 4. 
Der Darlehnsbetrag, der zur Bestreitung von Ausgaben des 
außerordentlichen Haushaltsplattes im Rechnungsjahre 1936 die 
nen soll, wird auf 140 000,— M,M festgesetzt. Er soll nach dem 
Haushaltsplan für den Bau von 40 Stadtrandsiedlungen ver 
wendet iverden. 
Rendsburg, den 7. Mai 1936. 
Der Bürgermeister. 
Krabbes. 
(L. S.) 
Auf Grund des 8 86 der Deutschen Gemeindeordnung vom 
30. Januar 1935 genehmige ich für das Rechnungsjahr 1936: 
1 die im 8 2 der Satzung festgesetzten Steuersätze, 
2. den im 8 3 der Satzung festgesetzten Höchstbetrag des Kassen- 
kredits zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Stadtkaffe, 
3. die Aufnahme eines Darlehnsbetrages zur Bestreitung von 
Ausgaben des außerordentlichen Haushaltsplanes in Höhe 
von 140 000,— MM. 
Rendsburg, den 10. Juni 1936. 
Der Landrat. 
Hamkens. 
(L. S.) 
Schauburg 
Das groBe internationale 
Standardwerk! 
Der Film mit dem franz. Staatspreis 1935 
Veröffentlicht 
mit dem Bemerken, daß der Haushaltsplan in der Zeit vom 
27..Juni bis 3. Juli 1936 einschl. im neuen Rathause, Zimmer 
Nr. 6, zur Einsicht öffentlich ausliegt. 
Rendsburg, den 25. Juni 1936. 
Der Bürgermeister. 
Krabbes. 
Si 
®n| 
jBEii 
«\Die 
SsMüE- 
herrin 
«»Libanon 
ist ein Spiorage-Großtontilmwerk, das den 
Kampf um die Vorherrschaft mit allen Mitteln zwischen 
den militärischen Nachrichtenbüros zweier Groß 
mächte, deren Interessen sich in Syrien kreuzen, in 
eindrucksvollsterWeise zeigt. Es ist ein filmisches 
Erlebnis höchster Spannungen, atemrau 
bender Geschehnisse und glänzender 
Ausstattung S 
... und das große Beiprogramm 
Anfang: Täglich 8V4 Uhr — Sonntag 4 u. 8'/4 Uhr 
I 
Jeden Freitag: 
Gr. Strandkonzert 
mit nachfolgendem Kränzchen 
G. BeckHUBS Gaslüof, Westensee 
Die bekannte und beliebte Ausflussstätte 
Omnibusverbindung Kiel—Brandsbek-Weslensee 
Telefon Westensee 21 
Am Sonntag, dem 28. Juni 1936 
Mübbel 
Sportfast 
Beginn der Spiele 1 Uhr. — Ab 7 Uhr: Festball 
Es laden ein Der Sport- und Spielverein Nübbel 
und Gastwirt J. Schnack 
Lindenhof, Borgstedt 
Zmm&mii 
am Sonnabend, dem 27. Juni 1936, abends 
nach dem Kindervergnügen ladet freundlichst ein P. Rühmann 
ķê Äķ şşŞ Sonntag, den 28. Juni 1936 
‘Slingreiteriest 
mit PrelsschieBen. Es laden freundl. ein Gastw. Blaas und die Reiter
	        
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