Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

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Rendsburg, den 27. Juni 1936. 
Morgen Zugend-Mderregatta auf der Odereider 
Es starten 23 Vereine mit 74 Mannschaften 
Nach dem fabelhaften Erfolg der vorjährigen 
Jubiläumsregatta hat der Schleswig-Holstei- 
Uische Regatta-Verein sich veranlaßt gesehen, 
auch die 5. Verbandsregatta des Schüler- und 
Jugendverbandes „Nordmark" nach Rends 
burg zu legen. Um das Programm etwas aus 
zufüllen, werden noch zwei Gigrennen für 
Dtänner sowie ein Frauen-Stilrudern ausge 
tragen. 
Das Meldeergebnis zu der am morgigen 
Sonntag, dem 28. Juni, um 14.30 Uhr begin 
nenden Regatta ist mit 74 Mannschaften und 
375 Ruderern und Ruderinnen von 23 Ver 
einen aus Kiel, Hamburg, Lübeck, Rends 
burg, Flensburg, Eckernförde und Schwerin 
sehr gut ausgefallen. Daß von diesen Mann 
schaften allein 64 von Jungruderinnen und 
-ruderern gestellt werden, beweist am besten 
den großen Auftrieb, den die Schülerruüerei 
in Nordöeutschland im letzten Jahr genommen 
hat. Mit Erstaunen vermerkt man allerdings, 
daß der älteste deutsche Schüler-Ruöerverein, 
der Rendsburger Primaner R. C. von 1880, 
Nicht eine einzige Mannschaft zu den Rennen 
Meldet. Die Vertretung unserer Stadt liegt 
daher allein in den Händen des Rendsburger 
Rudervereins, der zu sechs Rennen Meldun 
gen seiner Frauen-, Mädel- und Jungruderer 
abgegeben hat. 
Von den ausgeschriebenen Rennen kommen 
nur der Altmannen-Vierer und das Erste 
Frauen-Stilrudern nicht zustande, da nur je 
eine Meldung abgegeben wurde. Die übrigen 
Rennen sind z. T. so stark besetzt, daß sie ge 
teilt werden müssen. Dies betrifft besonders 
das erste Rennen des Tages, den Zweiten 
Schüler- und Jugend-Vierer, der neun Mel 
dungen erhalten hat, und den Dritten Jugend- 
Vierer, der sogar zehn Nennungen aufweist. 
In letzterem werden also die Jugendlichen des 
Der Haushaltsplan liegt aus 
Wie aus einer Anzeige in der gestrigen Aus 
gabe der Landeszeitung ersichtlich ist, liegt der 
Haushaltsplan der Stadt Rendsburg bis zum 
3. Juli zur Einsicht öffentlich aus. Der Etat 
schließt in Einnahme und Ausgabe mit 
3119 054,— MJl gegenüber 3196 865,— MJl im 
Fahre 1935 (Solls nnd 3 476 460,— MJl im 
Jahre 1934 (Ist). Der außerordentliche Haus 
haltsplan schließt in Einnähn,e und Ausgabe 
mit 425 000,— MJl. Hierin ist ein Betrag ent 
halten für den Bau von 40 Stadtrandsiedlun 
gen, wofür ein Darlehen von 140 000,— MJl 
ausgenommen werden kann. 
Die Steuersätze für die Gemeindesteuern 
bleiben dieselben wie im Vorjahrs. Neu ist die 
Grundvermvgeustener für den älteren Neu- 
hausbesitz mit 290 vH. des staatlich veranlagten 
Grundbetrages. Der Haushaltsplan ist wieder, 
wie im vorigen Jahr, ohne Defizit aufgestellt 
Und vollkomnten ausgeglichen worden. Wie wir 
hören, wird Bürgermeister K r a b b e s den 
neuen Haushaltsplan aus einer Versammlung 
noch begründen. Wir gehen daher heute nicht 
weiter auf die einzelnen Positionen ein. 
* 
In der letzten Sitzung der Gemeinderäte 
wurde u. a. ein Antrag abgelehnt, den Oster- 
rönfelder Exerzierplatz auf die Dauer von 
zweimal acht Wochen im Frühjahr und Herbst 
zur Bearbeitung von Flachs zur Verfügung 
zu stellen, um eine Schädigung des eben fertig 
gestellten Flugplatzes zu verhindern. — Für 
das Reit- und Fahrturnier wurde eiue Ga 
rantiesumme von MJl 1000,— zur Verfügung 
gestellt. — 3 Bauplätze wurden in der Macken 
sen-Straße zu den bekannten Bedingungen 
verkauft. — Von einem Ankauf des Lunding- 
schen Grundstückes in der Hindenburg-Straße 
wurde Abstand genommen, da das Grundstück 
zurzeit noch nicht gebraucht wird. Es sollte für 
eine bessere Straßeneinführung bei der neuen 
Umgehungsstraße und der verlängerten Molt- 
kestraße gebraucht werden. — Nachträglich be 
schloß der Gemeinderat, das wegen Unwirt 
schaftlichkeit au den Reichsverband für Deut 
sche Jugendherbergen übergebene Gewese No 
tenhof diesem unentgeltlich zu überlassen. 
Deutscher Liedertag 
* Am morgigen letzten Junisonntag (28. 6.) 
tritt wieder der Deutsche Sängerbund überall 
im ganzen Reiche mit einem öffentlichen Chor 
singen hervor. Auch die Ortsgruppe Rends 
burg, die im Vorjahr wegen des Gaulieder 
festes in Kiel davon Abstand genommen hatte, 
stellt sich mit ihren drei Männerchören in den 
Dienst der Werbung für das deutsche Lied. Für 
die hiesige Liedfolge sind bewußt einfache Wei 
sen gewählt, die nichts weiter sollen, als der 
Freude an der Natur, an der Musik und am 
Leben selbst Ausdruck zu geben. Das deutsche 
Lied mit der ihm eigenen Innigkeit soll ins 
Volk getragen werden und die Herzen der 
Hörer mitklingen lassen, um für die Erhaltung 
und Pflege dieses schönen Kulturgutes zu wer- 
Rendsburger Rudervereins gegen 
Wiking, Aegir, EKRC., Neptun und Teifun, 
Kiel, sowie Uhlenhorst, Jung-Club-Germania, 
Johanneum-Hamburg und Obotrit-Schwerin 
eine harte Nuß zu knacken haben. Vorher ha 
ben sie aber schon im Anfänger-Vierer gegen 
EKRC., Aegir und Wiking, Kiel, sowie Katha- 
rineum-Lübeck gestartet. 
Die Rendsburger Ruderinnen 
werden sich im Zweiten Frauen-Doppel-Vierer 
gegen zwei Boote der Kieler Germania im 
Stilrudern messen. Die Jungruderinnen haben 
im Ersten Mädchen-Doppel-Vierer Hinden- 
burgschule, Ravensberg und Germania-Kiel 
sowie Jung-Volk-Lübeck als Gegnerinnen, 
während ihnen im Mädchen-Anfänger-Vierer 
nur die Hindenburgschule-Kiel gegenübersteht. 
Endlich werden die Mädel sowohl im Ersten 
wie im Anfänger-Mädchen-Doppel-Zweier 
starten,' im ersteren gegen zwei Boote von 
Juug-Volk, ferner Ernestinenschule-Lübeck und 
Ravensberg-Kiel, in letzterem nur gegen 
Ernestinenschule und Lyceum am Falkenplatz, 
Lübeck. 
Besonders spannend werden die ersten Ren 
nen werden, in denen beste Hamburger, Lü 
becker und Kieler Klasse startet. Sie sind gleich 
falls gut besetzt: Erster Schüler-Vierer mit 
sechs Booten, Erster Schüler- und Jugend- 
Vierer (Verbandspreis) mit sieben Booten 
und der Achter mit vier Booten. Der Nord- 
mark-Bierer um den Prof.-Dunker- 
Preis hat nur drei Kieler Nennungen er 
halten. 
Der Regatta ist eine gute Aufnahme bei der 
Rendsburger Bevölkerung zu wünschen, damit 
auch in Zukunft solche Veranstaltungen mit 
erstklassigen Mannschaften aus den Groß 
städten hier abgehalten werden können. Ziel 
nnd Festplatz sind bei der Eidcrhalle. 
ben. Das Singen findet mittags 11.30 Uhr auf 
dem Altstädter Markt statt. Die Lieder 
sind folgende: 1. Bundeslied (In allen guten 
Stunden). 2. Es taget vor dem Walde. 3. Mein 
jung', frisch' Herz ist hocherfreut. 4. Drei Laub' 
auf einer Linden. 5. Trara, das tönt wie Jagd 
gesang (Kanon, vierstimmig). 6. Der Spiel- 
mann ist da. 7. Auf der Lüneburger Heide. 
Zahlen aus «nferer Jungmädelarbeit 
Gerade vor einem Monat erklärte der Reichs- 
jugenöführer Baldur von Schirach die totale 
Mitgliedersperre für die gesamte HI. 
Hinter uns liegt eine Zeit, die gerade uns 
Jungmädeln viel Kopfzerbrechen gemacht hat: 
die Musterung und die Probeaufnahme zu den 
Jungmädeln. Und da wird es nicht zuletzt die 
Eltern interessieren, wieweit wir nun alle 
Mädel im Alter von 10—14 Jahren erfaßt ha 
ben. Wir dürfen in Rendsburg stolz darauf 
sein, daß 98 Prozent der Mädel jetzt in un 
seren Reihen marschieren. 
Nicht überall draußen im Land haben wir 
ein solches Ergebnis erzielen können, wenn 
auch ein Viertel der JM.-Gruppen im JM.- 
Untergau 163 die Mädel lOOprozentig erfaßt 
hat. Aus den Musterungsergebnissen der ein 
zelnen Ortschaften erkennen wir klar und ein 
deutig, wo unsere Arbeit einzusetzen hat. Und 
Erkenntnis verpflichtet! 
Aber nicht nur diese Arbeit haben wir zu 
leisten, sondern innerhalb unserer Reihen 
müssen wir die JM.-Anwärterinnen, die jetzt 
ihre Probezeit durchmachen, zu Jungmädeln 
erziehen. Wenn die JM.-Anwärterinnen Ende 
August auf einem Gruppenappell ihre Jung- 
müdelprobe abgelegt haben, werden sie feier 
lich verpflichtet und erhalten Tuch und Knoten 
zum Zeichen, daß sie von nun an voll und ganz 
in unserer Gemeinschaft stehen, die sie zu kla 
ren und geraden Jungmädeln erzieht. 
Jungmädeluntergau 163. 
BDM.-Mädel hissen ihre neue Fahne. 
Bor der Anlage der Stadthalle standen heute 
morgen ungefähr 500 BDM.-Mädel, um ihre 
neue Fahne, das Geschenk der Stadt, zu hissen. 
Hell klangen ihre Stimmen in den frohen 
Morgen hinein: „Auf hebt unsere Fahnen". 
Bürgermeister Krabbes ergriff das Wort 
zu einer kurzen Mahnung und sicherte zu, daß 
nun allwöchentlich am Sonnabend, dem Tag 
deutscher Jugend, die neue Fahne neben der 
des Jungvolks vor der Stadthalle wehen 
werde. Es leuchteten hunderte Augen auf, als 
die Fahne langsam am Mast hochging, und 
eine feierliche Stille lag über dem weiten 
Rund. Mit dem Lied „Erde schafft das Neue" 
war die Morgenfeier beendet. 
* * 
's* 
Explosion in der Waschküche. 
Zwei Zuschriften. 
Zu der Nachricht „Explosion in der Wasch 
küche" in Nr. 146 wird uns von einem Fach 
mann geschrieben: 
„Der Vorfall kann auf zweierlei Ursachen 
beruhen. Einmal kann die Gasleitung undicht 
? /f Ï 1 Â 
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