Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

polt Paris aus insofern eine direkte Unter 
stützung, als der französische Ministerpräsi 
dent Blum in Genf persönlich seinen Ehrgeiz 
dareinsetzen will, England und Italien mit 
einander wieder auszusöhnen. In schöner 
Uebereinstimmung lassen im selben Augen 
blick französische und einige englische Zeitun 
gen die „deutsche Gefahr" am Hintergrund er 
scheinen. 
Obwohl soeben erst ein italienisches Blatt 
ui sehr derber Form eine Rückkehr nach Stress 
unter den gegenwärtigen Umständen ablehnt, 
und obwohl man in den beiden anderen Län 
dern mit internen Aufgaben genug zu tun 
haben sollte sin England droht beispielsweise 
ein Beamtenstreik, dessen Berechtigung sich 
me Streiklustigen non einem führenden Juri 
sten eigens bescheinigen ließen) scheint man 
m den westlichen Hauptstädten im Augenblick 
wieder einmal kein anderes Mittel zur Auf 
frischung des stark beschädigten Ansehens zu 
sehen, als noch vor der Absenöung der deut- 
sllien Antwort auf den Fragebogen ein unter 
irdisches Kesseltreiben gegen Deutschland ein 
zuleiten. Die Kurzsichtigkeit dieser Politik ist 
ebenso verblüffend wie ihre nahe Verwandt- 
schaft mit der politischen Mentalität der un- 
mittelbaren Nachkriegszeit in den westlichen 
Staaten. Dem steht heute freilich nicht mehr 
das Deutschland der Erfüllunqspolitik, sondern 
das souveräne Deutschland Adolf Hitlers ge 
genüber! 
WecZ Mgàļ - eme Chance. 
Lord Rothermere über die europäische Lage. 
DNB. London, 29. Juni. (Eig. Funkm.) 
Lord Rothermere nimmt in einem Daily- 
Mail-Artikel, der „Großbritanniens einzige 
Politik" überschrieben ist, zur gegenwärtigen 
europäischen Lage Stellung. Nachdem der Ver 
fasser u. a. auf die Gefährlichkeit des franzö 
sisch-russischen Bündnisses hinweist, fordert er 
von der britischen Politik, daß sie sich frei 
mache von den Staaten, die unter den tödlichen 
sowjetrussischen Einfluß gelangt seien. Werde 
Frankreich bolschewisiert, so würde Groß 
britanniens Lage noch ernster. Unter keinem 
Vorwände dürfe Großbritannien mit dem 
Bolschewismus gemeinsame Sache machen. 
„Uebererlt und dumm" sei es, die Unabwend 
barkeit einer britisch-sranzösischcn Allianz zu 
proklamieren, während rote Fahne» über 
französischen Fabriken und Häfen flatterten. 
Der Weg zur engen Zusammenarbeit mit den 
beiden mächtigsten und bestorganisicrtesteu 
Mächten des Kontinents stünde zurzeit offen. 
Frankreich sei nicht mehr die Macht von 1914, 
und Großbritannien sollte sich nach Bündnis 
sen mit Deutschland und Italien umsehen. 
Dr. Urîck în Kobkênz 
Klöster als BŗņtstLtte« 
des Lasters 
J®s«jļj*r über dis peinliche« Prozesse in Koblenz — Die kirchlichen 
Aufsichtsbehörden habe» ihr Tsrl Schuld — Ein Abgrund der Gemeinheit 
Loch Mjkn 
Mderļ ̧rech!igkeiî für AuWemd. 
DNB. London, 27. Juni. In seiner Rede 
auf dem nationalen Friedenskongreß in 
Leeds kam Lord Lothian in Verbindung mit 
allgemeinen Aeußerungen zur Völkerbunds 
reform auf Deutschland zu sprechen und führte 
u. a. aus: Nachdem Japan jetzt in China ilnd 
Italien in Abessinien einen Ausweg gefunden 
hatten, gebe es nur noch eine Frage, durch die 
der Weltfrieden gestört werden könnte, nämlich 
die deutsche. Wenn sie auf friedlichem Wege 
geregelt werden könnte, so sei der Friede auf 
23 Jahre gesichert. Seiner Meinung nach müsse 
man Deutschland Gerechtigkeit widerfahren 
lassen und zwar durch einige Zugeständnisse 
im östlichen Europa und durch Aussicht auf 
Wirtschaftsgebiete in Uebersee. Das müsse aus 
Gerechtigkeitsgründen geschehen, nicht aber 
weil es sonst mit dem Schwert oder mit Bom 
ben erzwungen werden könnte. Es sei eine 
Sache von Vereinbarungen, hinter denen der 
Völkerbund stehen müsse mit der Warnung: 
„Wenn du versuchst, durch Gewalt oder 
Drohung mehr zu bekommen, dann gibt es 
Krieg!" 
Nikaragua m\ü§\ dm Mķerbuà 
Die Regierung von Nikaragua hat in einem 
Telegramm an den Generalsekretär des Völ 
kerbundes ihren Austritt aus dem Bunde er 
klärt. 
In den letzten Wochen haben bereits Guate- 
mal, Hondaras und El Savador teils in Genf, 
teils in ihren Hauptstädten, ihren Austritt an 
gekündigt. 
IMlelegramm 
des Wchsarbeilssührers. 
^ DNB. Berlin, 27. Juni. Anläßlich des ersten 
Jahrestages der Einführung der allgemeinen 
Arbeitsdienstpflicht hatte der Reichsminister 
des Innern, Dr. F r i ck, an den Reichsarbeits 
führer Hier! ein Glückwunschtelegramm ge 
richtet, in dem er die Arbeit des Reichsarbeits 
führers würdigte. Neichsarbeitsführer Hierl 
hat das Glückwunschtelegramm des Ministers 
mit einem Danktelegramm beantwortet, in 
dem es heißt: 
„Für das Gedenken an unserem Ehrentage 
danken ich und die mit mir im Emsland ver 
einigten Arbeitsgauführer Ihnen, sehr ver 
ehrter Herr Minister, herzlich. Wir werden 
weiter arbeiten im alten Geist. Heil Hitler! 
Staatssekretär Hierl." 
NB. Koblenz, 28. Juni. Als Höhepunkt des 
diesjährigen Gautages des Westmarkgaues 
Koblenz-Trier-Birkenfeld fand am Sonntag 
ein großer Appell und eine Kundgebung sämt 
licher Formationen der NSDAP, des Gaues 
unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung 
auf der NS.-Feierstätte am Koblenzer Schloß 
statt. Nach einer Ansprache des Gauleiters 
Simon ergriff Reichsminister Frick das 
Wort. In seinre Rede führte er u. a. aus: 
„Die NSDAP, ist der Führeroröen der Na 
tion, und ihre Mitglieder sollen nach dem 
Willen des Führers eine Auslese der tüchtig 
sten,^ entschlossensten und tapfersten Volks 
genossen sein. Der Führernachwuchs der 
NSDAP, bedeutet nicht Begründung einer 
neuen bevorzugten Kaste, sondern Uebernahme 
einer ungeheuren Verantwortung und erhöh 
ter Pflichten gegenüber Führer, Volk und 
Staat. 
Es wäre danach eine völlige Verkennung der 
Absichten des Führers, wenn Parteigenossen, 
pochend auf ihre äußere Stellung in der Par 
tei, Vorrechte vor anderen Volksgenossen für 
sich in Anspruch nehmen wollten, zu denen 
ihnen die innere Berechtigung fehlt. Die 
äußere Autorität läßt sich auf die Dauer nur 
aufrechterhalten, wenn ihr der innere Wert 
entspricht, wenn sie innerlich überzeugt. Der 
beste Beweis hierfür ist die Person des Füh 
rers selbst. Er will nur eine Gefolgschaft aus 
innerer Ueberzeugung, weil er weiß, daß nur 
auf persönliches Vertrauen begründete Macht 
auf die Dauer Bestand hat. 
Gewiß läßt es sich nicht vermeiden, daß auch 
einmal reudige Schafe in eine Bewegung oder 
eine Organisation Eingang finden, aber dann 
ist es Pflicht dieser Bewegung oder Organisa 
tion, wenn anders sie sich nicht selbst belasten 
will, erkannte Schädlinge rücksichtslos daraus 
zu entfernen, so wie es der Führer vor zwei 
Jahren getan hat. 
In diesem Zusammenhang muß ich mit 
einigen Worten auf die peinlichen Prozesse zu 
sprechen kommen, die gerade in Koblenz statt 
finden und die skandalöse Vorgänge in ge 
wissen Ordensklöstern zum Gegenstand haben. 
Die deutsche Oeffentlichkeit ist erschüttert über 
den Abgrund von Gemeinheit, der sich hier 
vor ihren Augen öffnet. 
Klöster, die ein Hort gläubiger Einkehr und 
frommer Andachtsübungen sein sollten, ent 
hüllen sich hier als Brutstätten des Lasters. 
Dem Uebel wird nicht dadurch begegnet, daß 
mau es verschweigt und mit dem Monte! 
christlicher Liebe bedeckt. 
. Und hier muß ich leider feststellen, daß die 
kirchlichen Aufsichtsbehörden ein gerüttelt 
Maß von Schuld dadurch auf sich geladen ba- 
ben, daß sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt 
und einem Vcrtuschungssystem Vorschub lei 
stete. Nur so läßt es sich erklären, daß das 
Uebel einen solchen Umfang annehmen konnte. 
Die nationalsozialistische Presse tat nur ihre 
Pflicht, daß sie diese Zustände gebührend an 
prangerte. Und der Staat, der über die Erhal 
tung der Volksgesundheit zu wachen hat, 
wird dies an den Wurzeln der Volkskraft 
rührende Uebel ohne Ansehen der Person aus 
brennen und seien es auch Klosterinsassen, die 
zwar für ihre himmlische Mission andere Na- 
men annehmen, aber für ihr irdisches Ver 
halten dem Gesetz unterworfen sind wie jeder 
andere." (Brausender, langanhaltender Bei 
fall.) 
Wss fütiff noch tu der Politik 
Zwei kommunistische Präsidcntschafts 
kanditaten in USA. 
ôsĢşiŞMà 
über alle MMkamschm Bunftfunlfenftet 
DNB. Ncwyork, 29. Juni (Eig. Funkm.). 
23 000 im Madison-Square-Garöen versam 
melte Kommunisten, unter denen sich Abgeord 
nete aller Staaten befanden, beschlossen die 
Ernennung des Generalsekretärs der kommu 
nistischen Partei der Vereinigten Staaten, 
Browder, zum Präsidentschaftskandidaten und 
des Negrs James W. Ford aus Alabama zum 
Vizepräsidentschaftskandidaten. Der Neger 
Ford ist als kommunistischer Oberhetzer des 
Newyorker Negerviertels berüchtigt. 
Die beiden größten Radiogesellschaften der 
Vereinigten Staaten. Columbia und National 
Broadcasting Company übertrugen die Agi 
tationsreden Browders und Fords über alle 
amerikanischen Sender. Browder bezeichnete 
den kommunistischen Parteitag ganz offen als 
Geburt der neuen Massenrevolution und kün 
digte die Errichtung einer Sowjetregierung in 
den Vereinigte» Staaten an. 
Feuerkampft in Montenegro. 
kMMmWche MftMģ!§r unter Lamm 
Die Weis 
an der französischen Umm geschlossen. 
DNB. Paris, 28. Juni. Der Hotelverbaud 
der französischen Riviera hat beschlossen, ab 
Sonntagmittag sämtliche Hotels an der Rivi 
era zu schließen, weil es die neuen Gesetze dem 
Hotelgewerbe nicht ermöglichten, ihren Betrieb 
normal durchzuführen. Die Maßnahme wird 
weiter mit der Besetzung mehrerer Hotels durch 
Streikende in Cannes begründet. In den 
Städten Nizza, Mentone, Cannes und so wei 
ter wird jedoch ein Hotel jeder Preisstufe ge 
öffnet bleiben, um Reisende für eiuc Nacht 
aufzunehmen. 
DNB. Belgrad, 27, Juni. In der Nähe von 
Cettnje kam es zu einem Feuergefecht zwischen 
ungefähr 30V Demonstrierenden eines mon- 
tencgrischen Stammes u. einer Gendarmerie- 
abteilung. Die Demonstranten hatten die Ab 
sicht, nach Cetmje zu ziehen, am dort die Frei 
lassung von 14 montenegrinischen Bauern zu 
verlangen, die im April dieses Jahres bei 
, einem Zusammenstoß mit der Gendarmerie 
( fünf Gendarmen getötet hatten. Der Prozeß 
gegen die Bauern, die Stammesgenossen der 
Demonstranten sind, soll kommenden Montag 
in Cetinje beginnen. 
Die Demonstranten haben der amtlichen 
Mitteilung zufolge unter der Anführung ge 
wisser kommunistischer und staatsfeindlicher 
Elemente gestanden. Sie haben auf die Gen 
darmen, die sie daran hindern wollten, in die 
Stadt zu ziehen, über 150 Schüsse abgegeben. 
Daraufhin machten auch die Gendarmen von 
der Schußwaffe Gebrauch. Seitens der Demon 
stranten wurden auf Grund der bisherigen 
Feststellungen zwei Mann getötet und 16 ver 
letzt, während die Gendarmen keine Verluste 
aufzuweisen haben. Nach der amtlichen Mit 
teilung hatten sie sich rechtzeitig in Sicherheit 
bringen können. 
In Zusammenhang mit diesem Zwischenfall 
wurden 55 Personen verhaftet. In Montene 
gro soll sonst Ruhe und Ordnung herrschen. 
* -- -l- 
MMsekreM Grauerk 
in kn einstweiligen Ruhestand versetz!. 
DNB. Berlin, 27. Juni. Der Führer ur>ö 
Reichskanzler hat durch Erlaß vom 26. Juni 
1936 den Staatssekretär im Reichs- und preu 
ßischen Ministerium des Innern, Grauertz 
auf seinen Antrag in den einstweiligen Ruhe 
stand versetzt. Aus diesem Anlaß hat der Füh 
rer und Reichskanzler folgendes Dankschreiben 
an den Staatssekretär Grauert gerichtet: 
„Ihrem Antrag auf Versetzung in den einst 
weiligen Ruhestand habe ich mit Wirkung voll' 
1. Juli dieses Jahres durch den beiliegenden 
Erlaß vom heutigen Tage entsprochen. 
Ich benutze diese Gelegenheit, Ihnen für die 
wertvollen Dienste, die Sie seit der Machtüber 
nahme im preußischen Ministerium des In 
nern und später in dem vereinigten Reicht 
und preußischen Ministerium des Innern ge 
leistet haben, meinen Dank und meine An- 
erkennung auszusprechen. 
Ich behalte mir ihre Wiedereinsetzung bei 
sich bietender Gelegenheit vor. 
Das Ausscheiden des Staatssekretärs Grau 
ert als zweiter Staatssekretär des Reichs- und 
preußischen Ministerium des Innern ergab 
sich aus der Notwendigkeit der strafferen Zu 
sammenfassung der Geschäfte des Ministeriums 
auch in der Person des Vertreters des Reichs 
und preußischen Ministers des Innern, 
Dr. Frick. 
Staatssekretär Pfundtner leitet nun 
mehr als alleiniger Staatssekretär die Ge 
schäfte sämtlicher Abteilungen des Ministe 
riums. 
Die polizeilichen Angelegenheiten sind unter 
dem Chef der Deutschen Polizei im Reichs- 
und preußischen Ministerium des Innern 
Reichsführer SS. Himmle r, zusammenge 
faßt, der dem Minister persönlich und unmit 
telbar untersteht^» 
Die Stellung des Reichsarbeitsführers 
Staatssekretär Hierl ist durch die Neurege 
lung nicht berührt. 
* * 
Zentralstelle für weltanschauliche Gestaltung. 
DNB. Berlin, 26. Juni. Der Beauftragte 
des Führers für die gesamte geistige und wclt- 
anschauliche Schulung und Erziehung der 
NSDAP., Reichsleiter Alfred R o s e n b e r g, 
gibt, wie die NSK. mitteilt, folgendes bekannt: 
Zum Zwecke der Vertiefung und Sicherung 
der einheitlichen Formel der natioualsozialisti- 
chen Weltanschauung richte ich in meinem 
Amte eine Zentralstelle für die weltanschau 
liche Gestaltung ein. Diese Stelle untersteht 
zunächst meiner persönlichen Leitung. 
Die „Zentralstelle für weltanschauliche Ge- 
taltung" hat die Aufgabe, in engster gemein- 
amer Arbeit mit den anderen Dienststellen 
und Gliederungen der NSDAP, die der 
nationalsozialistischen Weltanschauung cnt- 
prechenöe gedankliche Ordnung herauszu 
arbeiten und damit die Voraussetzungen auch 
ür eine einheitliche nationalsozialistische 
Lebensgestaltung zu fördern. 
Irr mmigcm ZeLlerr 
Berlin. Zu Ehren des italienischen Staats 
sekretärs, Genral Balle, wurde am Sonnabend 
von der deutschen Luftwaffe ein großer Zap 
fenstreich veranstaltet. Beim Abschiedsabend 
erklärte Staatssekretär, General der Flieger 
Milch, daß der italienische Besuch von wahrer 
Fliegerkameraöschaft erfüllt gewesen sei. In 
seiner Antwort äußerte General Balle seine 
Bewunderung für die deutsche Luftwaffe. 
SkreikMscheuWe m Scan. 
DNB. Paris, 29. Juni. (Eig. Funkmeldg.) 
Dem „Paris Soir" wird aus Oran gemeldet, 
daß im Zusammenhang mit der Streikbe 
wegung im Gaststätten- und Druckereigewerbe 
ernste Zusammenstöße zu verzeichnen seien. 
Feuerkreuzler und nationale Freiwillige hät 
ten in Automobilen mit entrollten Fahne» die 
Stadt durchfahren und „Nieder mit den Ju- 
>en!" gerufen. Bei Schlägereien seien 10 Per 
sonen verletzt morden, darunter ein 70jähri- 
ger Mann und ein 12jähriger Junge. In 
Oran herrsche eine stark gereizte Stimmung. 
Polizei und Mobile Garde bemühten sich um 
die Wiederherstellung der Ordnung. 
Neuer Streik in der französischen Eisen 
industrie. 
Seit Sonnabend früh ist in der Moseler Ei 
senindustrie ein Streik ausgebrochen, der etwa 
20 000 Arbeiter umfaßt. Es handelt sich um 
einen Streik zur Unterstützung der Arbeiter 
einer Fabrik, deren Forderungen noch nicht 
erfüllt wurden. 
Marxistische IŞKiŞM. 
Pariser Negierung 
gibt Vorschüsse an Munitionsfabrik. 
DNB. Paris, 27. Juni. Die Arbeiter der 
Munitionsfabrik vvn Boutillöre in der Nähe 
von Amiens, die bereits im Mai in den Streik 
getreten waren und die Werke besetzt hatten, 
weil ihre Lohnforderungen nicht erfüllt wer 
den konnten, haben nunmehr — im Einver 
nehmen mit den Arbeitgebern — die Leitung 
der Fabrik selbst übernommen. Ihr Verlan 
gen nach Lohnerhöhung war abgelehnt wor 
den, weil die Werke bereits seit längerer Zeit 
mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu 
kämpfen hatten, so daß bei einer Vergröße 
rung der Ausgaben der Betrieb nicht mehr 
Hütte aufrechterhalten werden können. Die 
französische Regierung hat sich jetzt zu dem 
Versuch entschlossen, die nunmehr getroffene 
„Notlösung" dadurch durchführbar zu machen, 
daß sie Vorschüsse auf Munitionsbcstcllnngcn 
gibt, um somit wenigstens vorläufig eine 
Deckung der zu erwartenden Fehlbeträge der 
Firma zu ermöglichen. 
Nach Abschluß seiner Londoner Verhand 
lungen kehrte der Oberkommissar für Aegyp 
ten, Sir Miles Lampson, nach Aegypten zu 
rück. Lampson hat bekanntlich mit Eden die 
Frage der Neugestaltung der englisch-ägypti 
schen Beziehungen besprochen. 
Die Besprechungen über den Reiseverkehr 
zwischen Deutschland und Belgien haben zu 
Vereinbarungen geführt, die die Wiederauf 
nahme des Reiseverkehrs von Deutschland 
nach Belgien und nach dem Großherzogtum 
Luxemburg ermöglichen und die gleichzeitig 
der Reichsbauk vermehrte Devisenetunahmen 
zum Bezüge erwünschter Waren aus Belgien 
zuführen werden. 
Staatssekretär General der Flieger, Milch, 
begibt sich Sonntag mit dem Flugzeug nach 
London, um die alljährliche englische Luftfahrt- 
ausstellung zu besuchen. 
* 
Präsident Roosevelt nahm die ihm von der 
Demokratischen Partei angebotene Kandidatur 
für die Wiederwahl des Präsidenten der Ber 
einigten Staaten an. 
Brüssel. Die Kammer hat den von der Re 
gierung eingebrachten Gesetzentwurf, der die 
allmähliche Einführung der 40stündigen Ar 
beitswoche in der Industrie vorsieht, mit 160 
Stimmen bei 23 Stimmenthaltungen ange 
nommen. 
In verschiedenen Teilen Frankreichs ist es 
am Sonnabend zu Zusammenstößen zwischen 
Rechts- und Linksgruppen gekommen. Die Po 
lizei griff sehr energisch ein. 
Verantwortlicher Hauptschriftleiter nnv Herausgeber: Fer 
dinand Möller. 
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Herbert Puhlmann. 
Verantwortlich für Politik: Herbert Pnhlmann,' für den 
örtlichen und allgemeinen Teil: Adolf Gregori; für 
den wirtschaftlichen Teil: Dr. Cl. Biclfeldt,' für den 
provinziellen Teil: Karl Müller, alle in Rendsburg. 
VUdverantwortliche: Ressortleiter. 
'verantwortlicher Anzeigenleiter: Narl Jacobsen, Rendsburg. 
Perlag und Druck: Heinrich Möller Söhne. Rendsburg. 
D-A. Echleswig.Holfteinifche Landeszettung <Rendsburg«r 
Tageblatt — Hohenwesteüter Zeitung / Die LandpoA 
Haneran-Hademarfchen — Süderbraruper Tageblatt), 
D.-A. V 38 über 13 500 Pl. Nr. 7. 
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