Der Tag in Wort im- Vilö
Das Jubiläum der Westen deutschen AniverfitSt
Zer Beginn der Heidelberger Feiern
DNB. Heidelberg, 28. Juni. Als Auftakt
zu den Feiern anläßlich des 550jährigen Be
stehens der Heidelberger Universität fand am
Sonnabend abend in der neuen Universität
die Begrüßung der in- und ausländischen Eh
rengäste statt. Zahlreiche Persönlichkeiten aus
Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sowie hohe
Offiziere der Wehrmacht wohnten mit den
Teilnehmern aus dem Ausland der feierlichen
Hissung der Flaggen von 31 Ländern bei, aus
denen die Vertreter vieler Universitäten und
Hochschulen in diesen Tagen in Heidelberg
weilen. An den Masten auf dem Universitäts
platz gingen unter den Klängen des Prüsen-
tiermarsches die Fahnen folgender Länder
hoch: Argentinien, Österreich, Belgien, Bul
garien, Kanada, Chile, China, Tschechoslowa
kei, Dänemark, Spanien, Vereinigte Staaten
von Amerika, Frankreich, Griechenland, Un
garn, Island, Italien, Japan, Finnland,
Mexiko, Norwegen, Peru, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, Schweiz, Südafrikani
sche Union, Türkei, Venezuela, Jugoslawien.
In der Aula der neuen Universität begrüß
te der Rektor der Universität Heidelberg Pro
fessor Dr. Gr oh die Gäste.
Nach der Feier in der neuen Universität
erlebten die Teilnehmer gemeinsam eine Hei
delberger Schloßbeleuchtung.
Gefallenenehrung
Am Sonntag vormittag gedachten die Teil
nehmer an den Jubiläumsfeiern der Univer
sität Heidelberg auf dem Ehrenfriedhof der
Gefallenen des Weltkrieges und der national
sozialistischen Bewegung. Gefolgt von den
Ehrenformationen nahinen die Ehrengäste, an
ihrer Spitze der Reichskultusminister Rust,
Reichsstatthalter Robert Wagner und Kul
tusminister W a ck e r, vor dem mächtigen Ge
denkstein Aufstellung.
Fanfarenbläser der SS. und die den Toten
gewidmeten Verse eines jungen Dichters er
öffneten die Feier. Darauf sprach Staats-
Minister S ch m i t t h e n n e r.
Nach dem Lied vom guten Kameraden leg
ten der Rektor der Universität, Professor Dr.
G r o h, und der Führer der Heidelberger Stu
dentenschaft, cand. jur. Kreuzer, am Ehren
mal Kränze nieder. Ihnen folgten Kranz
niederlegungen vom Rektor der Sun-yat-sen-
Universität Kanton, des japanischen Bot
schafters und einer rumänischen Gruppe.
Eröffnung der Ausstellung
„Heidelberg-Vermächtnis und Aufgabe".
Die Ausstellung zerfällt in fünf Abteilun
gen: 1. Der heilige Berg (Frühgeschichte un
seres Volkes); 2. Heidelberg als geistiges
Bollwerk der Westgrenze des Reiches; 3. Pfle
gestätte volksnaher Kunst und Wissenschaft;
4. Mittler deutscher Art; 5. Zerstörung und
Ausbau.
Der Glückwunsch des Führers
BND. Berlin, 28. Juni. Der Führer und
Reichskanzelr hat an die Universität Heidel
berg folgendes Glückwunschtelegramm gerich
tet:
„Der Universität Heidelberg, der ältesten
des Deutschen Reiches, spreche ich zu ihrem
Ehrentage, an dem sie im Kreise ihrer deut
schen und ausländischen Freunde und von
Vertretern zahlreicher Nationen ihr 550jähri-
ges Bestehen festlich begeht, meine und der
Reichsregierung Glückwünsche aus. Zugleich
danke ich Ihnen, Herr Rektor, dem Senat und
den Studierenden für die mir aus diesem An
laß in Treue entbotenen Grüße. Ich erwidere
sie herzlich mit dem Wunsche, daß die altchr-
würdige Heidelberger Hochschule — getreu
ihrer Ueberlieferung — auch in die fernste
Zukunft eine Pflanzstätte edelsten deutschen
Geisteslebens und die bewährte Mittlerin ech
ten deutschen Kulturgutes an die Welt bleiben
möge." (gcz.) Adolf Hitler."
Der Empfang der Reilhsregierung.
DNB. Heidelberg, 28. Juni. An dem Emp
fang der Reichsregierung bei der Heidelberger
Feier nahmen folgende Persönlichkeiten, zum
größten Teil mit ihren Damen, teil: Außer
dem Reichsminister Dr. Goebbels und Reichs
minister Rust, die die Gäste begrüßten, Reichs
minister Dr. Frank und Seldte sowie Stabs
chef Lutze, die Staatssekretäre Dr. Meißner,
Funk, Schlegelberger, Zschintzsch und Backe.
Von dem diplomatischen Korps waren er
schienen der kaiserlich japanische Botschafter,
der kubanische Gesandte, der königlich afghani
sche Gesandte, der königlich jugoslawische Ge
sandte, der königlich ungarische Gesandte, der
mexikanische Gesandte, der Gesandte der Süd
afrikanischen Union.
Während des Empfanges begrüßte Reichs
minister Dr. Goebbels namens des Füh
rers und der Reichsregierung die Gäste mit
folgender Ansprache: „Exzellenzen! Magnifi
zenzen! Meine Damen und Herren! Ich habe
die große Freude und die hohe Ehre, Sie im
Namen des Führers und der deutschen Reichs
regierung, die Sie aus dem In- und Auslande
in so großer Zahl zur Jubiläumsfeier der Hei
delberger Universität hierher gekommen sind,
auf das herzlichste zu begrüßen. Vor allem be
reitet es uns eine besondere Freude, daß wir
eine große Anzahl Gäste aus so vielen Ländern
der Welt in den Mauern dieser gastfreien
Stadt begrüßen und beherbergen können.
Wer einmal das Glück gehabt hat — und ich
gehöre zu diesen Glücklichen — an der Univer
sität dieser Stadt zu studieren, wird diese Zeit
in seinem Leben nie vergessen. Denn diese
Stadt hat etwas, was sie mit keiner anderen
Stadt — weder in Deutschland noch sonstwo in
der Welt — zu teilen braucht, jene wunderbare
Mischung aus Ernst, Arbeitseifer, Lebensauf
geschlossenheit und Lebensfreude. Das ist es,
was die Atmosphäre dieser Stadt ausmacht!
Ich kann es deshalb verstehen, daß es Ihnen,
die Sie aus dem Auslande zu uns gekommen
sind, genau so gegangenen ist wie mir, der ich
von Berlin hierher kam, um die einzigartige
Atmosphäre dieser Stadt wieder einmal zu
spüren und zu fühlen.
Schmeling Gast des Führers.
DNB. Berlin, 27. Juni. Max Schmeling, der
nach seinem hervorragenden Sieg über den
Neger Joe Louis auch jetzt wieder die größte
Anwartschaft auf den Weltmeistertitel besitzt,
war am Sonnabendmittag mit seiner Frau
Anni Ondra-Schmeling und seiner Mutter
Gast des Führers in der Reichskanzlei.
* *
Kein Geld für die Große-Belt-Brücke?
KNS. In einer Unterredung hat der däni
sche Finanzminister H. P. Hansen erklärt, er
glaube nicht, daß in absehbarer Zeit genügend
Geld für den Bau der Brücke über den Gro
ßen Belt vorhanden sein würde. Auch der
dänische Verkehrsminister hat sich über das
Projekt geäußert, und zwar dahin, daß auf
jeden Fall die dänischen Motorfahrer einen
Teil der Kosten für die Große-Belt-Brücke
aufbringen müßten.
Eine Woche im Schacht eingefchlossen.
DNB. Herne, 27. Juni. Seit letzten Montag
ist auf der Zeche „Shamrock 1/2" in Herne der
Hauer Schmidt durch das Zubruchgehen einer
Strecke auf der 7. Sohle eingeschlossen. Schmidt
arbeitete allein in einem Querschacht. Trotz
der unermüdlichen Bemühungen der unter
Aufsicht der Bergbehörde arbeitenden Ret
tungsmannschaft konnte der Verschüttete bis
lang noch nicht geborgen werden. Seit Diens
tag ist eine Verständigung mit dem Einge
schlossenen durch Klopfzeichen hergestellt. Essen
und Trinken werden ihm durch eine Rohrlei
tung zugeführt. Ebenso ist für eine ausreichen
de Luftzufuhr gesorgt. Die Bergung des 34jäh-
rigen Hauers, der nun schon insgesamt 162
Stunden mit bewundernswerter Tapferkeit
sein Bergmannslos trägt, steht kurz bevor.
Von zwei Seiten geht das Rettungswerk schnell
vonstatten, und Montag früh 1.30 Uhr war
man nur noch knappe 5 Meter von dem Ab
geschlossenen entfernt.
^
Aufklärung einer Mordserie
DNB. Stockholm, 27. Juni. Am Freitag wur
de in der kleinen Stadt Sala nördlich von
Stockholm ein grausamer Ueberfall auf einen
Bankboten verübt. Die Insassen eines Autos,
die den Boten umgefahren hatten, versuchten,
sich seiner Mappe zu bemächtigen. Dem Boten
gelang es jedoch, die Flucht zu ergreifen, er
wurde aber verfolgt und mit sechs Schüssen
niedergestreckt, denen er am Tage darauf er
lag.
Durch die Angaben eines Mannes, dem die
Täter ein Angebot gemacht hatten, der eine
Mithilfe aber abgelehnt hatte, konnte die Po
lizei die drei Schuldigen verhaften. Während
der Vernehmung hat sich nun herausgestellt,
daß der Führer der Bande noch vier Morde in
der Gegend von Sala auf dem Gewissen hat.
^ ^
Sieger im Deutschen Derby
DNB. Hamburg, 28. Juni. Zum 68. Male
wurde am Sonntag in Hamburg-Horn bei
strahlendem Sonnenschein und einem Massen
besuch das Deutsche Derby entschieden. Als
Vertreter der Reichsregierung wohnten Gene
raloberst Göring und Generalfeldmarschall v.
Die Begrüßung auf dem Flughafen Tempclhof.
Mit einem Sonderflugzeug wurde Max Schmeling nach Berlin gebracht, wo auf
dem Flughafen Tempclhof eine riesige Menschenmenge seiner wartete. Links von
Max Schmeling Anny Ondra, darüber Obergruppenführer Brückner, der den Boxer
im Aufträge des Führers begrüßte, rechts von Schmeling Staatssekretär Funk (mit
Hut). ~ (Presse-Photo, K.^
Der erste Original-
Bildbericht
vom Boxkampf
Nach dem Wortbericht
liegt nunmehr auch der au
thentische Bildbericht vom
Boxkampf Schmeling—Joe
Louis vor. Die Bilder zei
gen die überlegene Kamp
fesführung des Deutschen,
der durch seinen Sieg alle
Kontinente aufhorchen ließ.
Links oben: Hier schon hat
sich des Negers Geschick
entschieden. In der vierten
Runde muß er auf einen
knallharten Kinnhaken von
Schmeling zum erstenmal
zu Boden. Obwohl er wie
der rechtzeitig auf den Bei
nen stand, konnte sich Louis
von diesem Schlage nicht
mehr erholen. Rechts: Die
gestochene Linke Louis, eine
überaus gefährliche Waffe
des Negers, wird durch ta
delloses Decken Schmelings
unschädlich gemacht. Links unten: Schmeling landet einen linken Körpertrefser. Rechts un
ten: Das Ende. Der Neger ist in der 12. Runde zu Boden gegangen und wird ausgezählt.
Mchirner 3, Acme, KJ
Das Weimarer Festabzeichen.
Weimar rüstet für die Zehnjahresfeier des
ersten Reichsparteitages, die in der Zeit vom
3. bis 5. Juli stattfinden wird. Für das denk
würdige Jubiläum ist dieses Festabzeichen ge
schaffen worden. (Heinrich Hoffmann, K.)
Blomberg dem größten deutschen Zuchtrennen
bei. Zum ersten Male nach 21 Jahren gab es
wieder einen Stutensieg durch „Nereide", die
in der neuen Rekordzeit von 2:28,8 für die
2400 Meter ganz überlegen vor „Alexandra"
und „Periander" gewann.
* * *
Weltkongreß flic Freizeit mb Erholung.
DNB. Hamburg, 28. Juni. Der Stellvertre
ter des Führers Reichsminister Rudolf Heß
hat das Ehrenprotektorat über den Ende Juli
in Hamburg stattfindenden Weltkongreß für
Freizeit und Erholung übernommen.
Wie wir weiter erfahren, werden im Rah
men des Kongresses unter anderen Reichsmi
nister Rudolf Heß, der Reichsminister für Pro
paganda und Volksaufklärung Dr. Goebbels
und Reichslciter Dr. Ley das Wort ergreifen.
Reichsleiter Dr. Ley wird während der gesam
ten Dauer des Kongresses in Hamburg weilen
und bei allen Hauptveranstaltungen persönlich
anwesend sein.
Die tecyntslyen Vorvererrungen zu Viesern
weltumspannenden Kongreß, zu dessen Durch
führung Deutschland im Jahre 1932 anläßlich
der Olympischen Spiele in Los Angeles beauf
tragt wurde, und der der größte zwischenstaat
liche Kongreß seit vielen Jahrzehnten sein
wird, sind bereits in vollem Gange.
6000 mm „Terrier".
Die Rekrutierung für die britische Territo
rialarmee, die „Terrier", hat mit 6 400 Mann
im vorigen Monat einen Rekord zu verzeich
nen. Im April hatten sich nur 5 600 und im
Mai vorigen Jahres nur 4 000 Briten für den
Dienst in der Landwehr gemeldet.
Die Erfolge der Rekrutierung haben aller
dings noch nichts daran geändert, daß die
Territorialarmee immer noch um 43 000
Mann hinter ihrer Sollstärke zurückbleibt. Be
sonders schwierig liegen die Dinge in London,
wo die Luftverteidigung noch recht mangelhaft
ist. Dem Londoner Luftschutzkorps fehlen nicht
weniger als 7000 Mann und über hundert
Offiziere.
Max Schmelings Gattin,
die Filmschauspielerin Anny Ondra, winkt auf
dem Flughafen Rhein-Main dem landenden
Zeppelin zu. (Presse-Photo, K.j.