öen Eichinspektor Wilh. Brand gemachten Vor
würfe nicht aufrecht erhalten. Insbesondere
kann ich den Vorwurf nicht aufrecht erhalten,
daß Br. bei Prüfung von Waagen solche des
halb beanstandet habe, um die alsdann erfor
derlichen Reparaturen dem Waagenbaumeister
Föh zuzuschanzen. Ich kann auch den Vorwurf,
daß Br. bei Prüfung von Waagen nicht vor
schriftsmäßig verfahren sei, nicht aufrecht er
halten. Ich nehme diese Vorwürfe mit dem
Ausdruck des Bedauerns zurück und verpflichte
mich, an die NSB. in Flensburg als Buße
einen Betrag von 800 JUL zu zahlen, und zwar
in zwei Raten von je 130 JUl am 1. August
und 1 September 1936. Ferner verpflichte ich
mich, die Kosten des Verfahrens zu tragen und
die Kostenrechnung alsbald nach Empfang zu
begleichen."
Der Staatsanwalt beantragte daraufhin
Vertagung und erklärte, daß er die Zustim
mung des Oberpräsidenten einholen wolle.
Der angegriffene Eichbeamte war mit den Er
klärungen einverstanden. Falls der Oberpräsi-
dent seine Zustimmung nicht geben oder der
Angeklagte die übernommenen Verpflichtun
gen nicht erfüllen sollte, wird ein neuer Ter
min anberaumt.
Bemerkenswert ist, daß W. H. sich schon ein
mal wegen Beschuldigungen des Amtsvorgän-
gers Brands zu einer zufriedenstellenden Er
klärung bereitfinden mußte. Sein Bruder hat
den Brief vom 23. 2. geschrieben, und er hat
unterzeichnet.
BellkaWMietzk!, te fttisüerüaife
RkiMmg Des WWuimm
Das diesjährige Wettkampfschießen des
Kreisverbanües Rendsburg im Deutschen
Reichskriegerbund (Kyffhäuserbunö) um den
Reinhard-Pokal und die Hindenburg-Wander-
plakette des Kreisverbandes Rendsburg nahm
am Sonntag unter Leitung des Kreioschieß-
warts Overbeck-Rendsburg auf den Kleinka-
tibcrschietzstünden des Schützenvereins Rends
burg im „Schützenheim" seinen Anfang. Zum
Schießen in Rendsburg waren 20 Kamerad
schaften mit 187 Schützen angetreten. Jede
Mannschaft bestand aus 4 Schützen, die nach
3 Proüeschüssen je 5 Schutz liegend, stehend und
kniend oder sitzend freihändig auf die 12er-
Ringscheibe abzugeben hatten. Geschossen wur
de von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends mit
einer kurzen Mittagspause. Sieger in Rends
burg wurde die 2. Mannschaft der Militärischen
Kameradschaft Büdelsdorf mit 617 Ringen
i Heinrich Kock 125, Christian Kock 132, Jürgen
Nickels mit 149 und Heinrich Freiberg mit 111
Ringen). 2. 1. Mannschaft Büdelsdorf mit
608 Ringen, 3. 3. Btannschaft Büdelsdorf mit
607 Ringen, 4. 1. Btannschaft der Mil. Kame
radschaft ehem. 85er mit 604 Ringen,
5. 1. Mannschaft ehem. 84er mit 603 Ringen,
6. 8. Mannschaft ehem. 85er mit 467 Ringen,
7. 1. Mannschaft Mil. Kameradschaft Wcster-
rönfeld mit 462 Ringen, 8. Mil. Kameradschaft
Bovcnau mit 457 Ringen, 9. 1. Btannschaft
ehem. 86er mit 457 Ringen, 10. 6. Mannschaft
Büdelsdorf mit 446 Ringen, 11. 2. Mannschaft
der Reserve- und Lanöwehrkameradschaft
Rendsburg mit 437 Ringen, 12. 2. Mannschaft
der Mil. Kameradschaft Osterrönfelü mit 434
Ringen, 13. 2. Mannschaft der Mil. Kamerad
schaft von Schülldorf und Umgegend mit 433
Ringen, 14. 1. Mannschaft der Reserve- und
Lanöwehrkameradschaft. Rendsburg mit 428
Ringen, 16. 2. Mannschaft ehem. 85er mit 422
Ringen, 16. 4. Mannschaft Büdelsdorf mit 421
Ringen, 17. 1. Mannschaft Osterrönfelü mit
416 Ringen, 18. 1. Mannschaft Mil. Kamerad
schaft von Jevenstedt und Umgegend mit 414
Ringen, 19. 3. Mannschaft der Btil. Kamerad
schaft Osterrönfeld mit 400 Ringen.
Beste Einzelschützen sind: 1. Jürgen Nickels-
Büdelsöorf mit 140 Ringen, 2. Kameradschafts-
führer Karl Braasch-Westerrönfeld mit 147
-Gingen, 3. Claus Boß, ehem. 85er Rendsburg,
mit 143 Ringen, 4. Heinrich Neuhof-Büöels-
dvrf mit 139 Ringen, 6. Hans Petersen-Bü-
delsdorf mit 138 Ringen, 6. Friedrich Passig-
Westerrönfeld mit 136 Ringen, 7. Johannes
Petersen-Büdelsdorf mit 135 Ringen, 8. Hein
rich Steen, ehem. 86er Rendsburg, mit 134
Ringen, 9. Gustav Riehus-Büdelsdorf mit 134
Ringen, 10. Ludwig Sothmann, ehem. 86er
Rendsburg, mit 133 Ringen.
Das Wettkampfschießen wird am 19. Juli in
Hademarschen, am 2. August in Nortorf und
am 9. August in Hohenwestedt fortgesetzt.
Die Mannschaft, die nach Abzug der ange
ordneten „Schützenvereins-Prozente" inner
halb des Kreisverbandes die höchste Ringzahl
erreicht, erhält den Titel „Meistermannschaft
1936 des Kyffhäuser-Kreisverbandes Rends
burg" und einen Preis von 1000 Patronen.
Diese Mannschaft fährt Ende August auf Ko
sten des Landesverbandes nach Kiel zum Aus-
scheidungskampf. Die Hindenburg - Wander
plakette des Kreisverbandes erhält die Mann
schaft, die ohne Prozentenabzug die höchste
Ringzahl erreicht. Der beste Schütze im Kreis-
verband nimmt Ende August auf Kosten des
Landesverbandes am Ausscheidungskampf in
Kiel teil. Alle Schützen sind nach den Wett
kampf-Bestimmungen in 3 Klassen eingeteilt.
Dem besten Schützen wird der Titel „Meister-
schütze im Kleinkaliber-Schießen Klasse l, ii
oder ui 1936 des Kyffhäuser-Kreisverbandes
Rendsburg" verliehen. Die zwei besten Schlit
zen in jeder Klasse innerhalb des Kreisver
bandes bekommen je einen silbernen Löffel.
An 6 Proz. aller Schützen, getrennt nach Klas
sen und Schießorten, werden Ehrenurkunden
verliehen.
Ter Schützenverein Rendsburg veranstaltete
gleichzeitig ein Preisschießen um Ehrenpreise
mit der Wehrmannsbüchse aufgelegt auf 175
Bieter und 300 Meter.
Nachstehend die ersten Preisträger:
a) Wehrmannsbüchse 175 Meter 3 Schuß
29er Ringscheibe.
1. Bergemann-Rendsburg mit 67 Ringen,
2. Jürgen Otte-Altenkattbek mit 67 Ringen,
3. Wirth-Büdelsdorf mit 66 Ringen, 4. Steen-
Büdelsdorf mit 66 Ringen, 6. Brauer Rade/R.
mit 66 Ringen, 6. Fritz Traulsen-Rendsburg
Reiherjagd im Hamdorfer Gehölz.
hn. Hamdorf, 27. Juni. Die Zeit des Flügge
seins der Jungreiher ist gekommen und mit
ihr brach auch der Schreckenstag für die Kolo
nie heran. Am Sonnabend hatten sich die Jä
ger der Umgebung zum alljährlich einmaligen
Reiherschießen cingefunden. Eine Anzahl aus
wärtiger Gäste war erschienen, u. a. Landrar
Hamkens, Rendsburg. Für diesen Tag hatte
das Gehölz aufgehört, eine Freistatt unserer
Reiher zu sein.
In strahlendem Nachmittagssonnenschein
liegt die Neiherkolouie vor uns. Während wir
bei früheren Wanderungen dorthin gewohnt
waren, schon von weitem Reiher aus allen
Richtungen herbeirudern zu sehen und schon
aus der Ferne ihr Gekreisch wahrnehmen
konnten, verhält sich heute alles still. Weit und
breit ist kein Reiher zu sehen. Es scheint als
hätte eine trübe Ahnung des bevorstehenden
Schreckenstages sich der Kolonie bemächtigt.
Am Gehölz angelangt, sahen wir eine Reihe
Kraftwagen am Waldrand stehen, die Jäger
haben sich schon versammelt: es wird noch be
kanntgegeben, daß Reiher nur im Fluge ge
schossen werden dürfen, und dann gehts ins
Gehölz hinein. Die Jäger verteilen sich auf
ihre Plätze. Einige Reiher sind infolge des
ungewohnten Geräusches aus der Tiefe schon
aufgestiegen. Aengstlich umkreisen sie in nie
driger Höhe ihre Horste, um die Vorgänge
unter sich zu erspähen. Aber schon ertönt das
Hornsignal, die Jagd ist freigegeben. Der erste
Schuß hallt durch den Wald, ein Reiher ist ge
troffen und poltert krachend in die Tiefe. Alle
Reiher sind jetzt aufgescheucht und überfliegen
angstvoll ihre Horste. Auf allen Seiten fällt
jetzt Schuß auf Schuß, krachend und dröhnend
hallt das Echo durch den Wald, ein Reiher
nach dem andern stürzt polternd durchs Geäst
in die Tiefe. Jungs schleppen sie zum Sam
melplatz. Dort liegt nach einer knappen Stun
de schon eine Strecke von etwa 60 Reihern.
Allmählich fallen auch die Schüsse seltener. Die
Reiher sind von diesem Schreckensort geflüch
tet oder umkreisen die Hölzung in so großer
Höhe, daß sie das tödliche Blei der Jäger nicht
mehr erreicht. Eine Pause muß eingelegt wer
den, damit die Reiher wieder zur Ruhe kom
men. Eine Schenke unter freiem Laubdach la
det die Jäger zu kühlem Trunk ein. Jäger
humor und Jägerlatein kommen jetzt zu ihrem
Recht und füllen die Pause zünftig aus. Dann
beginnt die Jagd von neuem, um bei anbre-
chendem Abend zu enden.
Insgesamt wurden 67 Reiher zur Strecke
gebracht.
* *
Schacht-Audorf, 29. Juni. Die NS.-Frauen-
schaft Schacht-Audorf machte am Mittwoch mit
drei großen Omnibussen bei herrlichstem Wet
ter einen Ausflug nach Baumgarten. In mun
terer Fahrt gings durch unsere schöne Heimat
am Witten- und Bistensee vorbei. Nach ge
meinsamer Kaffeetafel wurde der Aschberg be
sucht, auf dem der Bismarck des Knivsbergs
steht. Selbst Frauen mit über 70 Jahren ließen
es sich nicht nehmen, den steinigen und sandi
gen Weg hinaufzuklettern. Nachdem man den
herrlichen, weiten Blick über holsteinisches
Land genossen hatte, verkürzten muntere
Spiele und fröhlicher Gesang die Zeit bis
zum Abend.
xt. Hohn, 29. Juni. Rege Bautätigkeit. Ein
Beweis, daß die Landwirtschaft durch die
jetzige Regierung wieder lebensfähig ist, wird
durch die rege Bautätigkeit bewiesen. Tie Bau
arbeiter von hier und Umgebung sind alle
beschäftigt, und es gibt keinen Arbeitslosen
mehr. Es werden hier 3 Wohnhäuser, 6 Scheu
nen oder Ställe, 2 große Umbauten usw. ge
baut.
Ringreite«. Am Sonntag hielt der Ring-
reiterverein in Bokclholm, vom schönsten Wet
ter begünstigt, sein diesjähriges Ringreiterfest
ab. Es stritten 7 Reiter um die Königswürde.
König wurde Willi Bolls aus Wacken mit 5
Ringen und beim Topfwerfen der jungen
Mädchen wurde Frl. Rathmann aus Mehlbek
Königin, (vs.)
Beim Vogelschießen der zweiklassigen Schule
in Alt-Duvenstedt wurde bei öen Wettkämpfen
der Knaben Hans Johansen und Herbert Jo-
hannsen König bzw. Kronprinz, und Else Arff
und Amanda Geweke bei den Mädchen erste
und zweite Siegerin, (jj.)
mit 66 Ringen, 7. Wamser-Rcndsburg mit 66
Ringen, 8. Johs. Holst-Schülp/R. mit 55 Rin
gen, 9. Otto Gloger-Rendsburg mit 65 Rin
gen, 10. Christian Pöhls-Bargstedt mit 55 Rin
gen. Im ganzen wurden 21 Preise verteilt,
b) Wchrmannsbüchse 3vü Meter 3 Schutz
24er Ringscheibe.
1. Fritz Traulsen-Rendsburg mit 64 Ringen,
2. Johs. Lütje-Westerrönfeld mit 63 Ringen,
3. Christian Pöhls-Bargstedt mit 62 Ringen,
4. Johs. Holst-Schülp/R. mit 62 Ringen,
6. Greve-Schülp/R. mit 61 Ringen, 6. Töns-
fcldt-Jevenstedt mit 60 Ringen, 7. Scharfen
berg-Rendsburg mit 60 Ringen.
few idtunftkcU
Gettorf, 28. Juni. Einen schweren Unfall
erlitt heute nachmittag der Schlosser Gustav
Adolf Suyr, der zu Besuch bei seiner Mutter
weilte. Er wollte auf dem Giebel der ver
pachteten Stellmacherwerkstatt einige Risse
ausbessern und kam dabei der Starkstrom
leitung zu nahe. Er muß dann von der Leiter
abgestürzt sein. Der Chauffeur einer benach
barten Firma fand ihn am Boden liegend mit
schweren Verbrennungen im Gesicht, am Hals,
an Brust, Bauch und Armen auf.
Beim diesjährigen Kindcrvcrgnügcn in
Bargstedt errangen die Köuigswürde Erika
Dittmann und Kurt Heinrich Prüß jaus der
1. Klasse) und Renate Ahrens und Arthur
Karls saus der 2. Klasse). Leider konnte Kurt
Heinr. Prüß das Kindervergnügen in diesem
Jahre nicht mitfeiern, da er z. Zt. sich im
Städt. Krankenhaus in Rendsburg befindet.
(Die Königswürde wurde von Claus-Werner
Haar für Prüß geschossen.)
diu StofidkMtn
hr. Erfde, 27. Juni. Preisschietzen. Das seit
dem 1. Juni an jedem Sonntag stattfindende
öffentliche Preisschießen, veranstaltet von der
hiesigen Kameradschaftlichen Bereinigung
Kyffhünserbund, fand gestern ans dem SA.-
Schießstand bei Schmökels Gasthof unter reger
Beteiligung seinen Abschluß. Der von Anfang
an der Spitze stehende Kamerad Klaus Jebe,
der es auf 60 Ringe gebracht hatte, konnte trotz
größter Anstrengung seiner Kameraden nicht
besiegt werden. Er erhielt den 1. Preis (ein
Fahrrad). Drei weitere Schützen erreichten die
Ringzahl 59, die übrigen Gewinne liegen
zwischen 64 und 68 Ringen. Im ganzen wur
den 700 Lose verschossen. Jedes Los enthielt
5 Schuß mit Kleinkalibergewehr auf 12er
Ringscheibe 60 Meter Entfernung. Abends
fand in Eckmanns Hotel eine kleine Nachfeier
statt, wo Kameradschaftsführer Lehrer Koch
in seiner Ansprache der Gründung des Kyff-
häuserbundcs vor 150 Jahren gedachte. Dann
ai. Hohenwestedt, 29. Juni. Ausflug des
Kindergottesdienstes. 180 Kinder versammel
ten sich am Sonntag vor unserer Kirche, um
mit Pastor Krohn und den Helferinnen ihren
Sommerausflug zu machen. Eine ganze An-
zahl Mütter hatten sich angeschlossen, und so
zog ein stattlicher Zug mit frohem Gesang
durch unsern Ort nach Tappendorf. Nach kur
zer Ansprache von Pastor Krohn kam der Ma
gen zu seinem Recht, mit Kakao und Kuchen
wurden alle Kinder bewirtet. Sogar Kasperle
war mit draußen und machte den Großen und
Kleinen soviel Freude. Im Tappendorser
Bookelieth herrschte dann ein lustiges Trei
ben. Bei dem herrlichen Wetter und in der
wunderschönen Landschaft war es nicht schwer,
fröhlich zu sein. Bei kleineren Wettspielen
und allerlei lustigen Unterhaltungen liefen
die Stunden für die Kinder viel zu schnell.
Noch einmal sammelte Pastor Krohn in Tap-
pendvrf seine Schar um sich. Er dankte allen,
die mitgeholfen haben, den vielen Kindern
diesen wunderschönen Nachmittag zu ermögli
chen. Daun kam der Heimweg, vor dem Pasto
rat ging man auseinander, nachdem gemein
sam der 1. Vers des Liedes: „Nun danket alle
Gott" gesungen war.
s. Hademarschen, 30. Juni. Treffen ehemali
ger Schülerinnen. Am Sonnabend und Sonn
tag fand in der Landwirtschaftlichen Frauen
schule ein Treffen der ehemaligen Schülerin
nen aus Albersdorf und Hademarschen statt.
Zu diesem Treffen hatte sich eine stattliche Zahl
ehemaliger Schülerinnen, sowie Gäste und
Freunde eingefunden, u. a. die Frauenschafts-
lcitcrin, Bürgermeister, Amtsvorsteher, die
ehemalige Leiterin, Frl. Orth usw. Bei einer
mit Feldblumen geschmückten Kaffeetafel hieß
die Leiterin der Schule, Frl. Plambeck, alle
Erschienenen herzlichst willkommen. Bald griff
eine lebhafte Unterhaltung Platz. Am Abend
fanden Aufführungen, „De Deerns ut'n Dörp-
krog", ein Jahresfestspiel und ein Schwank
statt, wobei die Darsteller mit ihrem vorzüg-
I wurde von hiesigen jungen Leuten ein kleines'
! Theaterstück aufgeführt. Jochen und Trina auf
Reisen. Ein darauf folgendes Kränzchen be
schloß den Abend.
Aus iCads Umum
Heimatforscher-Tagung in Husum.
Husum, 29. Juni. Der Heimatbund Nord
friesland in der NS.-Kulturgemiende hatte
zum Sonnabend und Sonntag zu einer Hei
matforschertagung in Husum geladen. Zahlrei
che Forscher,die sich mit öen Problemen Nord
frieslands beschäftigten, waren dem Rufe ge
folgt. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft für
friesische Heimatpflege, Rektor i. R. Johann-
sen, Flensburg, begrüßte die Teilnehmer und
Gäste, die sich in der Aula des Hermann-Tast-
Gymuasiums versammelt hatten und verkün
dete als Leitwort der Tagung Landverlust,
Landgewinn, die beiden Worte, in denen das
Schicksal Nordfrieslands beschlossen ist. So
dann ergriff der Bauer Andreas Busch, Nord
strand, der Entdecker Rungholts, das Wort zu
einem Lichtbildervortrag über „Kartographie
Nordfrieslands im Mittelalter".
Der zweite Redner, der von Pellworm stam
mende Regierungsbaurat Lorenzen, Ober-
präsidium Kiel, sprach über „Wissenschaftliche
und technische Probleme der Landgewinnung
in Nordfriesland". Als die großen Aufgaben
des einheitlichen Gesamtplans auf weite Sicht,
dessen sämtliche Maßnahmen aufeinander ab
gestimmt sind, bezeichnete Lorenzen die Ver
teidigung des Landes und des Menschen gegen
das Meer, die Entwässerung der Marsch und
die Wiedergewinnung des durch die Nordsee
entrissenen Landes. Eindringlich forderte er.
daß der Gesamtplanung sich auch alle privaten
Forscher, insbesondere Heimatforscher, deren
Hilfe unentbehrlich ist, einzuordnen haben.
Auf engste Zusammenarbeit zwischen den
staatlichen Stellen und der Heimatforschung
wird größtes Gewicht gelegt.
Nach einer Mittagspause besichtigten die
Teilnehmer unter Führung des Museumslei
ters Dr. Tidelski das Ludwig-Nissen-Haus,
dessen Eröffnung für das nächste Frühjahr
vorgesehen ist, und sahen öen Film „Trutz,
blanker Hans!", zu dem Regierungsbaurat
Lorenzen eine kurze Einführung gab. Sodann
fuhr man in Autobussen nach Nordstrand. Auf
Nordstrand vereinigten sich die Teilnehmer
in dem gastlichen Hause des Bauern Andreas
Busch, Morsumhafen, zu gemeinsamer Kaffee
tafel. Anschließend durchfuhr man, von Busth
geführt, die Insel.
Der Sonntag brachte dann noch unter Füh
rung von Andreas Busch eine von schönstem
Sommerwetter begünstigte Fahrt nach Rung
holt. .
*
Eine bedeutungsvolle Neuerung in der
Verwaltung der Westküste
tritt am 1. Juli in Kraft. Das Wasserbauamt
in Husum, das Domänenrentamt, das Kultur
bauamt und die staatliche Forschungsstelle der
Westküste werden zusammengefaßt zu einem
neuen Amt, das den Namen Marschen-
b a u a m t trügt. Die Belange, die bisher vom
Reich betreut wurden, unterstehen künftig dem
lichen Spiel ungeteilten Beifall fanden. Wäh
rend des Abendessens wurden verschiedene
Ansprachen gehalten und bei Eintritt der
Dunkelheit war das ganze Haus illuminiert.
Ein Fackelzug durch den Garten, Spiele, Lie
der usw. füllten den Abend aus. Auch am
Sonntag gab es unter den ehemaligen Schü
lerinnen noch viel zu erzählen, dann wurden
Spaziergänge gemacht und die Naturschönhei
ten des Ortes in Augenschein genommen. Von
den schönverlebten Stunden des Treffens und
der gastlichen Aufnahme begeistert und befrie
digt, kehrten die Erschienenen am Sonntag
nachmittag zurück in ihr Heim.
s. Hanerau, 29. Juni. Sommcrfest der NS-
Frauenschaft. Bei herrlichstem Wetter hielt am
gestrigen Sonntag die NS.-Frauenschaft, Orts
gruppe Hademarschen, im Gasthof „Zum Zolln"
ihr diesjähriges Sommerfest ab. Ein schönes
Gartenkonzert, Spiel und Tanz waren die
Veranstaltungen der gut besuchten und harmo
nisch verlaufenen Feier.
ur. Jnnien, 29. Juni. Zwei Jagdhunde spur
los verschwunden. Seit einigen Tagen sind den
Jagdpüchtern Max Rave und Hans Pries aus
Jnnien ihre beiden Jagdhunde, auf die Namen
Dussel und Waldmann hörend, verschwunden.
Letzterer hat seine Jagdprüfung mit gut be
standen. Da beide Hunde das Dorf nie ver
lassen haben, bleibt es ein Rätsel, wo die Tiere
geblieben sind. Man bittet um Angabe über
den Verbleib der beiden Hunde. — Standes
amtliche Nachrichten Gemeinde Büken. Die Ehe
wollen miteinander eingehen: der Arbeiter
Ernst Willi Richard Greicr aus Neumünster
mit der Hausangestellten Rosa Auguste Grahl
in Neumünster.
Zum Dr. phil. mit dem Prädikat „sehr gut"
promovierte au der Universität in Hamburg
der Lehrer am deutschen Gymnasium in Sofia
jBulgarien) Sophus Elend, Sohn des Lehrers
i. R. Ferdinand Elend in Merzen, (ai.)
Sddejwify-Uolsteite
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