Full text: Newspaper volume (1936, Bd. 2)

Wasserbauamt in Tönning. Diese Neugestal. 
tung ist für Nordsriesland und die gewaltige 
Arbeit der Landgewinnung ovn größter Be 
dentung. 
» * * 
Hz- Schwabstedt, 30. Juni. Singen in Hollbek. 
Der Männergesangverein Schwabstedt und der 
Gemischte Chor Schwabstedt veranstalteten in 
dem malerischen Hollbek bei Schwabstedt ein 
öffentliches Volksliedsingen, das viele Freun 
de des schönen Volkslieds angelockt hatte. In 
den Pausen erklang dann das Schifferklavier. 
Dieses seit einigen Jahren von dem Gesang 
verein durchgeführte Bolksliedersingen findet 
sehr großen Beifall. 
Am Eidwdedt 
Besuch der Kieler Boßler in Tating. 
he. Tating, 30. Juni. Am Sonntag gegen 
mittag trafen in zwei großen Omnibussen über 
30 Boßclfreunde mit ihren Angehörigen aus 
Kiel zu einem Besuch in Tating ein. Nach 
einem kurzen Empfang im Kirchspielskrug be 
gaben sich die Teilnehmer sogleich zum Feld 
wettboßeln nach Ehstensiel an den Deich. Dort 
entwickelte sich ein außerordentlich spannender 
Kampf. Es zeigte sich, daß die Boßelfreunöe 
aus Kiel noch eifrig an diesem schönen alten 
Volkssport üben. Anfänglich entwickelte sich 
eine leichte Ueberlegenheit der Tatinger, die 
bald zu einem Schott op führte. Noch beim 
ersten Durchwurf der 25 Boßler mußte dieses 
Schott wieder herausgezogen werden. Beim 2. 
Durchwurf entwickelte sich das gleich Bild. Der 
Borsprung der Tatinger wurde zu einem 
Schott vp, den sie wieder hergeben mußten. 
Beim 3. Durchwurf strengten die Kieler alle 
Kräfte an. Es gelang ihnen in geschickten Wür 
fen einen Vorsprung und sogar ein Schott op 
zu erzielen. Die Tatinger ließen nun aber auch 
nicht locker, die Kieler mußten kurz vor Schluß 
das Schott op wieder hergeben. Der noch vor 
handene Vorsprung der Kieler reichte aber zu 
einem knappen Siege von einem Kiekut (ca. 40 
Meter). Groß war die Freude der Gäste, die 
alsdann zusammen mit den Tatingern im 
Kirchspielskrug noch einige Stunden herzlicher 
Kameradschaft und zwangloser Fröhlichkeit 
verbrachten, bis die Stunde des Scheidens nah 
te. Ihren Dank brachten sie noch spontan zum 
Ausdruck. 
he. Garding, 30. Juni. Beginn des Spar 
kassenneubaues. In voriger Woche begannen 
auf dem Denkmalsplatz am Markt die Vor 
arbeiten für die Errichtung des neuen Ver 
waltungsgebäudes der Sparkasse der Stadt 
Garding. Bekanntlich wurde durch Vertrag der 
14 Gemeinden des westlichen Eiücrstedt im 
Oktober 1935 beschlossen, eine Zweckuorüands- 
faffe des westlichen Eiderstedt mit dem Sitz in 
Garding zu errichten, die anstelle der bisheri 
gen Sparkasse der Stadt Garding treten soll 
und gleichzeitig die Geschäfte der früheren 
Gardinger Privat-Spar- und Leihkasse G. m. 
b. H. in Ligu., der Tetenbüller Spar- und Leih 
kasse und der Spar- und Leihkasse der Ge 
meinde Tating zu übernehmen hat. Die Um 
wandlung der Sparkasse wird durch Ministe- 
rialerlaß vor sich gehen. Auf der damaligen 
Verhandlung wurde von dem Vertreter der 
Regierung betont, daß die neue Sparkasse auch 
räumlich allen Ansprüchen genügen müsse. Da 
die bisherigen Räume im Gardinger Rathaus 
den Anforderungen nicht entsprechen, bekommt 
die Sparkasse der Stadt Garding ein eigenes 
Verwaltungsgebäude in Garding am Markt. 
Das sich auf dem neuen Baugrundstück befind 
liche Kriegerdenkmal von 1870-71 mußte daher 
weichen. Der Kirchenvorstand hat inzwischen 
beschlossen, die Aufstellung des Denkmals an 
der Nordseite des alten Friedhofes, der nichr 
mehr benutzt wird, zu gestatten. Hier wird das 
Denkmal einen würdigen Platz bekommen. 
Gärtnerische Ausgestaltung wird das Ganze 
alsdann zu einer schönen Anlage erweitern. 
I/&H Vnäidmcketi 
Schulungstagung der Vezirks- 
u. Schulbezirksleiter des VDA. in Flensburg. 
Flensburg, 30. Juni. Am Sonnabend fand 
die erste Schulungstagung der Bezirks- und 
Schulbezirksleiter des VDA. unter Führung 
des Landesleiters, Oberbürgermeister Dr. 
Kracht, in Flensburg statt. Dr. Kracht lei 
tete die Tagung mit grundsätzlichen Ausfüh 
rungen über die Volkstumsarbeit im Grenz 
lande ein. Der Landesorganisationsleiter v. 
Moltke erstattene einen umfangreichen Tätig 
keitsbericht über das letzte Jahr und über den 
Stand der Organisation. Nach der sich hieran 
anschließenden Aussprache und dem Mittag 
essen sprach von der Bunöesleitung des VDA. 
über Volksdeutsche Tagesfragen Dr. Schöneich. 
Der stellvertretende Landesleiter E. Schröder, 
Flensburg, referierte über die Lage im Grenz 
gebiet. Studienrat Dr. Molsen erstattete Be 
richt über die Bezirksleitertagung der Bundes 
leitung. Ueber Patenschaftsarbeit und die Be 
treuung der nordschleswigschen Privatschulen 
sprach Lehrer Jensen, Flensburg. Nach weite 
ren Referaten über die Jugendarbeit und über 
die Presse (der Pressewart Hauptschriftleiter 
Tr. Michel, Schleswig, hielt das Referat über 
Pressefragen) fand die Tagung am Sonnabend 
ihren Abschluß durch den Vortrag von Pro 
fessor Otto Scheel, Kiel, über das Heimdeutsch- 
tmn. Am Sonntag fand ein gemeinsamer Aus 
flug nach Glücksburg statt. 
Att~tyUtäd$tkhswLty 
Großer Hosbrand in Jeising. 
Tondern, 29. Juni. In den Wirtschafts 
gebäuden von Albert Hostrup in Jeising brach 
Feuer aus. In kurzer Zeit waren sämtliche 
Wirtschaftsgebäude niedergebrannt.. Vom le 
benden und toten Inventar konnte nichts ge 
rettet werden. Es kamen gegen 70 Schweine 
und eine Anzahl Kälber in den Flammen um. 
Am dähfnmsckcH 
Der erste Siem-Klufttag in Hollingstedt. 
fp. Heide, 29. Juni. Der vom Dithmarscher 
Geschlechterbund einberufene erste Dithmar 
scher Siem-Klufttag war hervorragend voll 
über 100 Kluftvettern und -vetterinnen be 
sucht. Er wurde am Sonntagnachmittag im 
alten Siem-Gasthof, wo noch heute die meisten 
Verwandten wohnen, vom nachgewühlten 
Kluftoldermann Marx Jakob Siem eröffnet. 
Nach einigen Musikstücken der Kluftkapelle 
hielt Sturmbannführer Franz Siem die Be 
grüßungsansprache und sprach über die Naste- 
gesetzgebilug des nationalsozialistischen Staa 
tes, die ein gesteigertes Artbewußtsein von 
jedem deutschen Menschen verlange. Dann 
nahm der Lanöesolüermann Paul Boß, Wes 
selburen, das Wort zu einer Festrede, in der 
er den steten Kampf unserer Vorfahren mit 
dem blanken Hans schilderte, der die Geschlech 
ter des Landes Dithmarschen zum Zusammen 
halt genötigt habe. Paul Boß ging aus die 
Pläne der Landgewinnung ein, die dazu da 
seien, der heranwachsenden Generation neuen 
Boden zu verschaffen, damit cs nicht wieder 
passiere, wie es beim Siem-Stammbaum deut 
lich hervortrete, daß di» Besten und Tapfer 
sten nach Amerika auswanderten und der Hei 
mat den Rücken kehrten. Der Kluftgedanke 
wolle den Zusammenhalt in den Sippen stär 
ken, die Menschen eines Blutes und einer Ab 
stammung zusammenbringen und zum Ge- 
meinfchaftsgedanken erziehen helfen, damit das 
edle Blut nicht verlorengehe und artbewußt 
und heimattreu bleibe. Nach dem gemeinsam 
gesungenen Kluftlied ergriff dann der Erfor 
scher des Siem-Stammbaumes das Wort zu 
einem Vortrag über die einzelnen von dem 
Stammvater Siemens Claus in Schwienhusen 
ausstrahlenden Stämme, die sich in Berge 
wöhrden, Barkenholm, Hollingstedt, Delve, 
Erfde und Heide verzweigen. Fast von jedem 
Zweig gehen Seitenlinien nach Amerika, im 
ganzen 3 Zweige, von denen sich ein einzelner 
allein auf 40 Enkelkinder in dritter Genera 
tion vermehrt hat. Es handelt sich in allen 
Fällen um lebenstüchtige und erbgesunbc Fa 
milien, die dem Deutschtum nun verloren ge 
gangen sind, weil eine völkische Siedlungs 
politik früher nicht getrieben wurde. Ein 
Großteil der Siem wohnt heute allerdings 
noch als Bauern in Dithmarschen, viele sind 
Handwerker und Beamte in den Städten ge 
worden und es ist besonders erfreulich, daß 
ein Großteil dieser auswärtigen Siem zum 
Klufttag erschienen war. — Sodann wurde 
Kluftführerschaft gewählt, Oldermann wurde 
Marx Jakob Siem, Obmann und Führer 
Bauer Franz Stem, beide Hollingstedt. Außer 
dem wurde von jeder Linie ein Vertreter als 
Ratmann in den Klufttag und Dithmarscher 
Landesthing gewählt. Es wurde beschlossen, 
den nächsten Klufttag im Geschlechtersaal in 
Heide im Vorsommer nächsten Jahres abzu 
halten. — In der Panse fanden sachkundige 
Führungen durch die Siemhöfe statt, außer 
dem eine Besichtigung der Delver Kirche und 
des Eidertales. 
Der DithmarscherGeschlcchterbund wird die 
Neuaufnahmen der vielen neuen Kluften auf 
seinem nächsten Landesthing am Sonnabend, 
dem 12. Juli, im Dithmarscher Geschlechtersaal 
in Heide vornehmen. 
Am UöideiH 
Zwei Opfer des nassen Todes. 
Kiel, 29. Juni. Sonnabend nachmittag ge 
gen 18 Uhr war der 29jährige Werftarbeiter 
Heinrich Ritter, Sohn des Maurermeisters 
Gustav Ritter aus Schönberg, mit seinem 
Bruder und einigen Freunden nach dem 
Schönberger Strand zum Baden gefahren. 
Während der Bruder mit den Freunden in die 
Ostsee hinausschwamm, blieb der Heinrich 
Ritter in der Nähe des Ufers im seichten Was 
ser, da er des Schwimmens unkundig war. 
Dort hat er, unbemerkt von seinen Freunden, 
einen Herzschlag bekommen und ist dabei er 
trunken. — Als eine Gruppe der Kieler Lan 
desblindenanstalt, die am Freitagabend nach 
Schönberg gewandert war, um einige Tage im 
Strandheim der Anstalt in Kalifornien zu 
verbringen, am Sonntagvormittag badete, 
versank plötzlich der Junge Erich Koch aus 
Neumünster, nachdem er eine kurze Strecke 
Strecke geschwommen hatte, im Wasser. Ob 
gleich sofort Hilfe zur Stelle war und der 
Junge schnell geborgen werden konnte, blieben 
die über eine Stunde fortgesetzten Wiederbele 
bungsversuche ohne Erfolg. 
Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Museen. 
Bad Oldesloe, 29. Juni. Am Sonnabend und 
Sonntag hatte die Arbeitsgemeinschaft der 
Museen in Schleswig-Holstein ihre Tagung 
in Oldesloe und Ahrensburg. Nach Besichti 
gung des Ortsmuseums in Oldesloe fand eine 
gemeinschaftliche Kaffeetafel statt, und darauf 
begann unter Borsitz des Landeshauptmanns 
der geschäftliche Teil. Anschließend hielten Dr. 
Simon-Oldesloe und Dr. Fuglsang-Flensburg 
öffentliche Vortrüge über: „Geschiebezühlung 
und neue Wege in der geol. Forschung" und 
„Realien der schleswigschcn Volkskunst, ihre 
Gliederung und museale Nutzung." Eonder- 
Oldesloe gab eine kurze Geschichte der Heöt. 
Am Sonntag wurde die reizvolle Umgebung 
von Oldesloe besucht, besonders die geschicht 
lich bekannten Burgen Nütschau, Jersbek mit 
seinem prächtigen Park, und Ahrensburg. In 
der Nähe des letzteren liegt die Ausgrabungs 
stelle der ältesten Funde vorgeschichtlicher 
Menschen in Schleswig-Holstein und der Lei 
ter der Grabnng Rust ließ es sich nicht nehmen, 
an Ort und Stelle seine einzigartigen Erfolge 
zu zeigen. Noch einmal saßen die Museums 
leiter an gemeinsamer Kaffeetafel tn den 
prächtigen Räumen des Ahrensburger Schlos 
ses und bewunderten die schönen Porzellane 
Friedrichs des Großen und das bekannte Bild 
nis der Gräfin Julia v. Reventlow von An 
gelika Kaufmann, bevor sich ihre Wege trenn 
ten . 
* * * 
x. Neumünster, 30. Juni. Bezirkstagung der 
Inhaber des goldenen Militärverdienstkreu 
zes. Anläßlich der hier stattgefunüenen Be 
zirkstagung der Kameradschaft der Inhaber 
des goldenen preußischen Militür-Bcrdicnst- 
kreuzes wurde im hiesigen Heldenhain eine 
Gedenkfeier mit Kranzniederlegung veranstal 
tet, au der auch Abordnungen der Wehrmacht, 
des Kriffhüuser-, sowie Soldatenbundes als 
auch Vertreter der Partei und ihrer Forma 
tionen und der Stadt Neumünster teilnahmen. 
Der Bezirksleiter Ulrich-Kiel hielt eine An 
sprache, in der er der gefallenen Helden des 
großen Krieges gedachte. Danach legte der er 
schienene stellvertretende Reichsführer einen 
Krvz nieder. — Das Tensfelder Pferd nicht 
durch Dolchstoß verendet. Wie sich jetzt heraus 
gestellt hat, ist das dem Bürgermeister Ahrens 
in Tensfeld gehörige Pferd nicht etwa einem 
Dolchstoß des gefürchteten Viehstechers, son 
dern selbst zugezogenen Verletzungen an der 
Drahteinfriedigung der Koppel erlegen. — 
Dem „Monarch" mit den 1900 Mark im Rock 
futter, dessen richterliche Vernehmung inzwi 
schen stattgefunden hat, werden nicht weniger 
als achtzehn Betrugsfälle zur Last gelegt, so 
daß er eine Anklage wegen fortgesetzten Be 
truges zu erwarten hat. — Ein „Tausender" 
gezogen. Ein aus der Umgebung Neumünsters 
stammender Landmann, der sich auf der Fahrt 
zum Deutschen Derby nach Hamburg befand, 
zog bei seinem Aufenthalt auf dem hiesigen 
Bahnhof beim braunen Glücksmann einen Ge 
winn von 1000 Reichsmark und übergab dem 
Glücksmann fast sein ganzes Bargeld zu dessen 
gleichfalls großer Freude. — Ein gemeiner 
Garagcndiebstahl wurde bei einem hiesigen, in 
Die Nordmark Ms dem 6. Deutsche« Reichskriegertag 
Kiel, 29. Juni. Während der Deutsche 
Reichskriegertag 1935 im Zeichen der wieder 
gewonnenen Wehrfreiheit stand, wird dem 
diesjährigen, der wiederum in Kassel stattfin 
det, das 150jährige Bestehen des Kpffhäuscr- 
bundes ein Gepräge geben. Auch die Arbeits 
tagungen, die dem Hauptfesttag (5. Juli) vor 
angehen, geben dem diesjährigen Reichskrie 
gertag seine besondere Note. 
Wie in den anderen Landesverbänden, so 
iud auch im Landesverband Nordmark, dessen 
1200 Teilnehmer ein Sonderzug am 6. Juli 
ab Rendsburg nach Kassel befördern 
wird, die letzten Vorbereitungen für die Fest 
tage in Kassel bereits getroffen. Fahrkarten, 
Ouartierscheine usw. sind den einzelnen Kreis- 
verbünden bereits zugegangen, so daß eine 
glatte Durchführung der gesamten organisato 
rischen Arbeiten gewährleistet ist. 
Im Mittelpunkt des Hauptfesttages stehen 
der Aufmarsch der 150 000 alten Frontsoldaten 
auf der Karlswiese mit dem anschließenden 
Vorbeimarsch auf dem Friedrichsplatz und 
das große Festspiel „150 Jahre Kpffhäuser- 
buud". Dieses Festspiel, ein Freilichtspiel mit 
4000 Mitwirkenden, 2000 Sängern und 120 
Musikern, gibt in wechselvoller, prächtiger 
Bildfolge einen Ueberblick über die Geschichte 
des Kyfshäuserbundes vom Entstehen der er 
sten Kameradschaft im Jahre 1786 in Wan- 
gerin bis alls den heutigen Tag. Höhepunkte 
der Schau bilden die wichtigsten geschichtlichen 
Begebenheiten unseres Vaterlandes — so u. a. 
die Zeit der Erhebung 1813-14, der Krieg 
1870-71, der Weltkrieg und endlich im gewal 
tigen Schlußbild, das alle Teilnehmer am 
Spiel auf der Karlswiese vereinigen wird, der 
Sieg der nationalen Erhebung und die Volk- 
werdung Deutschlands unter den Fahnen des 
Dritten Reiches. Ein Riesenfeuerwerk auf der 
Karlswiese beschließt dann das Festspiel. 
Bevor die Kameraden der Nordmark in der 
Nacht zum 8. Juli ihre Rückfahrt nach Schles 
wig-Holstein antreten, haben sie am Montag 
und Dienstag Gelegenheit zu den verschieden 
sten Ausflügen in die Umgebung Kassels. Ziel 
vieler Kameraden wird hierbei sicherlich das 
Kyffhüuseröenkmal sein. 
Einfeld wohnhaften, Lehrer ausgeführt. Tie 
Täter, von denen der eine dem andern mit 
Streichhölzern geleuchtet haben muß, haben 
dem Kraftwagen sämtliches Benzin und Oel 
abgezapft, ferner die Autouhr abmontiert, so 
wie die Werkzeugtasche und eine Geschirrtasche 
mit Inhalt außer der noch vorgefundenen 
Autopümpe mitgehen heißen und sind uner 
kannt entkommen. — Hohes Alter. Der Alten- 
teiler Johann Rickert in Grvßeuaspe beging, 
obwohl ein kürzlich erlittener Unfall den Al 
ten zur Zeit ans Bett fesselt, in voller Rüstig 
keit seinen 96. Geburtstag. : -- 
' 9tetie Bestimmungen 
Jngeydherhergen ş 
„Alles, was ich nicht erlernt habe, 
habe ich mir erwandert." Goethe: 
Deutsche Jugend, erwandere dir die Heimat!' 
Das Zurückfinden zur Natur, zur einfachen, 
schlichten Lebensweise ist eine der wesentlich 
sten Voraussetzungen für die Gesundung un 
seres Volkes. Nur durch Gewöhnung von 
jung auf kaun dies Ziel mit Aussicht auf 
durchgreifenden Erfolg erreicht werden. Der 
weitaus beste Weg hierzu ist eifriges Wan 
dern. Das Erleben der engeren und weiteren 
Heimat schafft nicht nur die Grundlage für 
das Gefühl der Heimat- nnd Vaterlandsliebe, 
es vermittelt auch enge Berührung mit den 
starken Quellen deutschen Volkstums. Es för 
dert Bildung wahrer Volksgemeinschaft, er 
schließt das gegenseitige Verständnis von 
Stadt und Land. Leider sind wir arm an ir 
dischen Gütern. 
Wandern kostet aber Geld! Woher soll es 
genommen werden? Hier setzt das Jugend 
herbergswerk ein. Es will das Wandern mit 
bescheidenen Mitteln ermöglichen, so daß 
jedermann unbeschadet des Inhalts seines 
Geldbeutels auf Wanderung gehen kann. 
Selbstlose deutsche Männer und Frauen haben 
ein über das ganze Reich verbreitetes Netz 
von billigen Unterkunftsstütten geschaffen. 
Benutzt diese Häuser, cs sind Jugendherber 
gen. Sie bieten für wenige Pfennige nicht nur 
Unterkunft für die Nacht, sondern ein gemüt 
liches deutsches Heim, das in der einkehren 
den Jugend das Bewußtsein pflegt, Glieder 
einer großen deutschen Volksfamilie zu sein. 
Nicht nur Schlafgelegenheit findet man in den 
Jugendherbergen, sondern auch Kochgelegen 
heit zur Bereitung des Essens, Waschgelegen 
heit zur Reinigung des Körpers, einen Ta- 
gesraum für geselliges Beisammensein. So. 
eng ist heute schon das Jugenöherbergsnetz 
geknüpft, daß man in bequemer Tageswande 
rung von einer zur andern gelangen kann. 
Uebernachtungsgebühren sind niedrig bemes 
sen, die Kochgelegenheit gestattet Selbstver 
pflegung, so daß man auch mit bescheidensten 
Mitteln auskommt. 
Wer möchte unter diesen Umständen nicht 
auch eine Fahrt machen? Wer wünscht sich 
nicht, auch in diesem Jähr ein neues Gebiet 
seiner Heimat durch eine Wanderung zu er 
schließen? Die Wanderungen sind jedem er 
möglicht durch einen Jugendherbergsausweis. 
Für Jugendliche heißt er Blcibenaus- 
weis und kostet jährlich 50 Pfg., für E r w a ch- t 
s e n c heißt er Mitgliedsausweis und kostet 
jährlich 4 JUt. 
Jedermann ist aufgerufen, dieses Jugcnd- 
unö Erziehungswerk nach dem Maß seiner 
Kräfte zu unterstützen, zum mindesten durch 
den Erwerb der Mitgliedschaft. Dein Mit 
gliedsbeitrag baut der deutschen Jugend 
Häuser! Willst du haben, daß ein gesundes, 
starkes und frohes deutsches Geschlecht heran 
wächst, in dessen Händen die Zuknnft unseres 
Volkes woylgcborgen ist, so gib dein Scherf 
lein für das Jugendherbergswerk! 
Ist cs dir ernst mit deiner nationalen und 
sozialen Gesinnung, so unterstütze mit deinem 
Beitrag den Nationalsozialismus der Tat, wie 
er im Jugendherbergswerk geschaffen ist! 
(Jururaoa 
Wetterauösichten kür Mittwoch, den t. Juli, in 
Nordwestdeutichland: Mäßige westliche Winde, 
wechselnd niedrige Bewölkung, Gewitter, kühler.
	        
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