Full text: H. C. Andersen's ausgewählte Märchen

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als Deine feinen Hände, und formet doch die Steine um, 
aber es fühlt nicht die Schmerzen, die Deine Finger fühlen 
werden; es hat kein Herz, leidet nicht die Angst und Qual, 
die Du aushalten mußt. Siehst Du die Brennmmnessel, die 
ich in meiner Hand halte? Von derselben Art wachfen viele 
rings um die Höhle, wo Du schläfst; nur die dort und die, 
welche auf des Kirchhofs Gräbern wachsen, sind tauglich, 
merke Dir das. Die mußt Du pflücken, obgleich sie Deine 
Haut voll Blasen brennen werden; breche die Nesseln mit 
Deinen Füßen, so erhältst du Flachs, mit diesem mußt Du 
elf Panzerhemden mit langen Aermeln flechten und binden, 
wirf diese über die elf Schwäne, so ist der Zauber gelöst. 
Aber bedenke wohl, daß von dem Augenblicke, wo Du diese 
Arbeit beginnst, bis sie vollendet ist, wenn auch Jahre 
darüber vergehen, Du nicht sprechen darfst; das ersie Wort, 
welches du sprichst, fährt wie ein tödtender Dolch in Deiner 
Brüder Herz; an Deiner Zunge hängt ihr Leben. Merke 
Dir das Alles!“ 
Und sie berührte zugleich ihre Hand mit der Nessel; 
es war einem brennenden Feuer gleich, Elisa erwachte da— 
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schlafen hatte, lag eine Neffel, wie die, welche sie im Traume 
gesehen hatte. Da fiel sie auf ihre Kniee, dankte dem lieben 
Gott, und ging aus der Höhle hinaus, um ihre Arbeit zu 
beginnen. 
Mit den feinen Händen griff sie hinunter in die häß— 
lichen Nesseln, sie waren wie Feuer; große Blasen branuten 
sie an ihren Händen und Armen, aber gern wollte sie es 
leiden, konnte sie die lieben Brüder befreien. Sie brach jede 
Nessel mit ihren bloßen Füßen uud flocht den grünen 
Flachs. 
Als die Sonne untergegangen war, kamen die Brüder. Die 
erschralen sehr, Elisa stumm zu finden; sie glaubten, es sei 
ein neuer Zauber der bösen Stiefmutter; aber als sie ihre 
Hände erblickten, begriffen sie, was ihre Schwester ihrethalben 
thue, und der jüngste Bruder weinte, und wohin seine Thrä— 
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