à Hexenkêssel Baläsļina.
Zahlreiche Bombeufunde. — Eiu Bahnhof in
Brand gesteckt. — Neue Todesurteile.
Nachdem wieder in den verschiedenen Lan
desteilen zahlreiche Bombenfunde zu verzeich
nen waren, wurde Freitag morgen auf dem
jüdischen Gemüsemarkt in Jerusalem eine
große Bombe entdeckt, die aber unschädlich ge
macht werden konnte. Auch zahlreiche Schieße
reien sind zu verzeichnen, z. B. an der Straße
Jerusalem—Jerichow und zwischen Jerusalem
und Jaffa. Nach der arabischen Zeitung „Aüöi-
faa" wurde der Bahnhof Asdoö in Südpalä
stina an der Strecke nach Aegypten von bewaff
neten Angreifern in Brand gesteckt und das
Bahnhofsgebäude wurde ein Raub der Flam
men. Die Telefondrähte hatten die Brandstif
ter vorher durchgeschnitten.
Bei Tulkarem wurde eine Eisenbahnbrücke
vom Feuer zerstört. Bei einem Bombenwurf
auf die Polizeistation in Nablus wurden meh
rere Araberfrauen verletzt. Das Dorf Eltirem
nördlich von Tulkarem wurde vom Militär
nach Waffen durchsucht. 31 Araber wurden ver
haftet. Zwischen Balus und Tulkarem wurden
90 Telegraphenstangen zerstört. Zwei Araber
wurden wegen des Besitzes von Waffen und
Bomben von den Kriegsgerichten in Jerusa
lem und Haifa zum Tode verurteilt.
* * *
Bunôcsfîaaf Syrien-Irak?
DNB. Jerusalem. 29. Juli. Der Präsident
des Parlaments des Iraks ist am Freitag in
Damaskus eingetroffen, um mit führenden
syrischen Persönlichkeiten über die Vorberei
tung des Palästina-Kongresses in Kairo zu
verhandeln. Auch der Ministerpräsident der
Regierung des Irak, el Maöfai, wird in Da
maskus erwartet. Der Zweck seiner Reise ist
bisher nicht bekannt geworden.
Wie aus Beirut verlautet, hat dort eine in
offizielle Zusammenkunft führender Politiker
des Iraks und Syriens stattgefunden. Bei die
ser Zusammenkunft soll die Bildung eines
Bundesstaates Irak-Syrien erörtert worden
sein. Angeblich habe eine führende englische
Persönlichkeit den Verhandlungen beigewohnt
und dem Projekt, das schon mehrfach erörtert
wurde, zugestimmt.
~ *
Die pariser rlülergrunddahn
im Dîeksļe des Luftschutzes.
Die Tunnels der Pariser Untergrundbahn
sollen in Kriegszeiten bei Luftangriffen auf
die Hauptstadt von der Bevölkerung als
Schutzräume benutzt werden. Nach einem ge
nauen Plan, der jetzt im Pariser Stadtrat zur
Sprache kam, soll im Kriege über die Hälfte des
158 Kilometer langen Untergrundbahnnetzes
stillgelegt und als bombensichere und gasge
schützte Luftschutzkeller eingerichtet werden. 62
der wichtigsten Stationen, insbesondere die
Umsteigebahnhöfe, bleiben geöffnet, doch wer
den besondere Vorrichtungen angebracht, um
das Vordringen des Gases zu verhindern.
Etwa 150 000 Personen können in den Unter
grundbahnen im Falle eines Fliegeralarms
untergebracht werden.
* * *
Furchtbarer Volkeäuch
im Daldenburger Bergland.
Ueber dem Waldenburger Bergland ging
Donnerstag in den späten Nachmittagsstunden
ern entsetzliches Unwetter nieder. Insbeson
dere die Umgebung des Bades Charlotten
brunn wurde davon betroffen. Unter schweren
Gewittererscheinungen ergoß sich ein furcht
barer Wolkenbruch, der binnen wenigen Mi
nuten die Felder völlig unter Wasser setzte.
Ihm folgte auf einem schmalen Streifen von
etwa einem halben Kilometer Breite ein noch
nicht erlebter Hagelschlag. Noch Stunden nach
dem Unwetter waren Hagelanhüufungen bis
zu einem halben Meter hoch zu sehen.
Die auf der Rcichsstraße Waldenburg—Bad
Charlottenbrunn—Neurode befindlichen Fuß
gänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge mußten
augenblicklich halten, da es unmöglich war, bei
dem Unwetter vorwärtszukommen. Die Fel
der bieten nach der Katastrophe einen trost
losen Anblick, das Getreide ist völlig nieder
geschlagen, das Korn mit starker Gewalt an
den Boden gepreßt. Wo Kartoffeln standen,
sieht man nur noch ein paar kümmerliche
Strünke. — Auch in- Charlottenbrunn richtete
das Unwetter beträchtlichen Schaden an.
Europäische Gespräche
Von unserer Berliner Schriftleitung
Die europäischen Gespräche sind wieder in
Gang gekommen. Es gibt in der Politik eine
gewisse Periodizität der Erscheinungen: eine
Wellenbewegung der internationalen Annähe
rungen und Auseinandersetzungen. So unge
fähr alle Halbjahr werden einmal die Mächte
des ständigen Gegeneinanders überdrüssig und
dann kehren sie das Gesicht wieder zueinander:
sie beschließen eine neue Aussprache, „ein
neues Gespräch kommt in Gang". Und jener
Optimismus, zu dem die gleiche Politik einen
verpflichtet, läßt immer wieder von neuem
fragen, ob nicht vielleicht diesmal sich aus dem
Gespräch doch etwas Ernsthaftes entwickeln
werde.
So ist es auch diesmal. Wir tragen alle Ent
täuschungen über die Gespräche der Vergan
genheit noch in der Erinnerung,' aber wenn es
um den Frieden Europas geht, kann keine
Enttäuschung von der Prüfung einer Hoffnung
entbinden.
Ist diese Hoffnung diesmal berechtigt? Ein
Ja wäre zuviel, ein Nein vielleicht erlaubt.
Den Ausgangspunkt des neuen europäischen
Gesprächs bildet der englische Königsbesuch in
Paris. Dieser englische Königsbesuch hat vor
der ganzen Welt dreierlei unter Beweis ge
stellt. Einmal die Festigkeit und die Unlösbar
keit der englisch-französischen Entente, zum an
deren die tatsächliche Führung Englands in
der Politik der beiden verbündeten West-
mächte,' er hat drittens auch bewiesen, daß diese
englische Führung bei der gegenwärtigen fran
zösischen Regierung auf mehr Verständnis und
Entgegenkommen stößt.
Frankreich bezahlt das Sicherheitsgefühl mit
der Anerkennung des englischen Führungs
rechtes in der gemeinsamen Ententepolitik.
Diese englische Politik ist, solange Chamber-
lain Ministerpräsident und Lord Halifax
Außenminister ist, nicht nur auf Frieden, son
dern auf unbedingte Verständigung ausge
richtet. Chamberlain will nicht nur jenen mü
den, mißtrauischen Frieden, der nichts anderes
als Vorkriegsstimmung ist, sondern er will
jenen Frieden, der unmittelbar in die Freund
schaft hineinleitet. Und in Paris sind die Män
ner, die heute am Ruder sind, Daladier und
Bonnet, vernünftig genug, diesen Absichten
und Meinungen des englischen Premiers zu
folgen. Von dieser Grundeinstellung geleitet,
sind Paris und London augenscheinlich auch ge
neigt, das Gespräch mit Deutschland wieder
ailfzunehmen.
Da Deutschland von jeher an einer Fortfüh
rung des Gespräches Interesse gezeigt hat,
wäre grundsätzlich also alles in bester Ord
nung. Man könnte wiederum versuchen, zu
einer europäischen Gesamtregelung zu kom
men. Aber grundsätzlich war leider schon so
oft alles in Ordnung. Nur die Praxis hat
dann alle grundsätzliche Uebereinstimmung
immer wieder zuschanden gemacht. So begin
nen die Schwierigkeiten schon bei der Frage
nach der praktischen Wirkung des Runciman-
Besuches in Prag.
Sie stellen sich ferner ein bei der Ueberle-
gung, was unter europäischer Gesamtregelung
zu verstehen ist. Ueber die Frage der Sudeten
deutschen hinaus ist die grundsätzliche Rege
lung des Verhältnisses von Nation und Staat
unvermeidbar, zu einer gesamteuropäischen
Regelung die klare Abgrenzung Europas ge
genüber dem Bolschewismus — eine Frage,
an der bekanntlich bisher alle Versuche einer
Neuordnung der europäischen Beziehungen
gescheitert sind. Bei einer europäischen Ge
samtregelung dürfen die Fragen der Kolonien
nicht übersehen werden.
Der Begriss Europa zeichnet sich eben in den
Köpfen diesseits und jenseits des Rheins ver
schieden, sowohl nach seiner geschichtlichen
Struktur wie nach seiner zukünftigen Entwick
lung.
Rasche BeļMttigung der Revolte auf Kreta
Die Aufständischen aus Kanea vertrieben
Wie zu der Revolte auf Kreta noch bekannt
wird, drangen die Aufrührer unter Führung
von Mitsotakis in der Nacht zum Freitag in
die Stadt Kanea ein, die sie völlig besetzten. Die
Aufständischen, die bewaffnet sind, nahmen die
Gelegenheit einer teil weisen Entblößung der
Garnison von Truppen wahr, die jeweils' im
Sommer erfolgt, wenn Einheiten nach Nord
griechenland zur Ablösung gesandt werden.
Ministerpräsident Metaxas hat die sofortige
Entsendung starker Kontingente des Heeres,
der Marine und der Flugwaffe angeordnet. In
den übrigen Bezirken Kretas herrscht völlige
Ruhe.
Nachdem der stellvertretende Gouverneur der
Insel Kreta, Markellos, bereits zu Beginn der
Revolte berichtet hatte, daß die Bevölkerung
der Insel Kreta die Revolte nicht billigt, sind
vom Generalgouverneur der Insel an den
griechischen Ministerpräsidenten Metaxas neue
Nachrichten telegraphisch gelangt.
Danach ist die Revolte bereits vollständig
niedergeschlagen worden. Die Aufständigen
wurden «>us der Stadt Kanea herausgetrieben,
und die öffentlichen Gebäude sind durch die ge
setzmäßigen Vertreter der griechischen Regie
rung wieder besetzt worden.
Schwere Gewitter im Wilna-Gebiet.
Im Wilna-Gebiet kam es erneut zu schweren
Gewittern. In dem Städtchen Nowy Pohost
geriet ein Wohnhaus durch Blitzschlag in
Brand. Der starke Sturm übertrug das Feuer
auf die benachbarten Gebäude, so daß schließlich
26 Wohnhäuser und 14 Wirtschaftsgebäude ein
geäschert werden. In den Flammen kam auch
eine Person ums Leben.
Paris. Auf einer Ministerratssitzung wurde
eine Neuregelung der passiven Landesverteidi
gung vorgenommen. General Aube ist zum
Generalinspektor der gesamten passiven Lan
desverteidigung ernannt worden. Weiter be
stimmte der Ministerrat als Zeitpunkt für die
kommende Neuwahl eines Drittels des Senats
den 23, Oktober.
Der neue Putsch auf Kreta
war ein Versuch am untauglichen Objekt. Grie
chenland ist -gerade mit der Vorbereitung der
Feiern beschäftigt, die dem zweiten Jahrestag
der Aufstellung einer autoritären Regierung
unter dem Ministerpräsidenten General Me
taxas vom 4. August 1936 gelten. Der energi
sche Mann hat diese zwei Jahre zu nutzen ge
wußt. Griechenland ist heute nicht mehr der
Staat, in dem eine Revolte vom Ausmaß des
großen Venizelos-Aufstandes im März 1935
denkbar wäre. Metaxas kam zur Regierung
unmittelbar am' Vorabend eines großen Aus-
standes der Kommunisten, die in Saloniki so
gar einen Tabakgroßindustriellen zu ihren
Förderern zählen. Metaxas griff damals, vor
zwei Jahren, energisch zu. Er schickte sofort das
Parlament nach Hause, räumte mit den „demo
kratischen Errungenschaften" auf und brachte
eine autoritäre Regierung zusammen, obwohl
er sich weder auf eine starke Partei noch auf
eine tragfähige Volksbewegung stützen konnte.
Der jetzige Versuch der radikalen Linkskreise,
mit dem gebietsmäßig beschränkten Putsch auf
Kreta der Regierung zuvorzukommen, war von
vornherein aussichtslos. Griechenlands innere
Lage hat sich in diesen zwei Jahren politisch,
wirtschaftlich und sozial gefestigt. Zudem sind
die namhaftesten Führer und Funktionäre der
Kommunisten seit zwei Jahren im Konzentra
tionslager, und seit dem Winter 36/37 sitzt auch
der eigentliche Führer der illegalen bolschewi
stischen Organisation, Zachariadis, in der
Strafanstalt von Korfu eine Strafe von 1414
Jahren Zuchthaus ab. Der griechische Zehnjah-
resplan bekämpft die Arbeitslosigkeit rüit
Straßenneubautcn von 3600 km und einer
landwirtschaftlichen Bodengewinnung von ins
gesamt 160 000 Hektar. Der Plan sieht insge
samt jährlich 700 Millionen Drachmen (17,5
Millionen Mark) Sonderaufwendungen vor.
Eine staatliche Jugendorganisation faßt die
ganze heranwachsende Jugend Griechenlands
unter der obersten Führung des Thronfolgers
zusammen.
Rasche Bewältigung des Aufstandes auf Kreta
. Die letzten Nachrichten von Sonnitbenö mor
gen bestätigen, daß der Aufstandsversuch auf
Kreta vollkommen niedergeschlagen ist und die
Revolutionäre auseinandergetrieben worden
sind. Bei der Niederwerfung des Aufstandes
wurden zwei Rebellen getötet und drei Poli
zisten verwundet. Eine Reihe der Aufständi
schen wurde verhaftet, die Anführer konnten
allerdings entfliehen.
Tokio. Von der mandschurischen Grenze wird
ein neuer Grenzzwischenfall gemeldet. Zehn
sowjetrussische Soldaten überschritten am Frei
tagnachmittag die Grenze 800 Meter nördlich
von Chankufeng und beschossen die mandschu
rische Grenzwache. Nach einstündigem Feuer-
gefecht konnten die Sowjettruppen zurückge
trieben werden.
Neue VettbeftleiftuKa btt HMschen
Luftfahrt.
Die deutsche Luftfahrt stellte Freitag vormit^
tag erneut eine Weltbestleistung auf. Wieder
um waren es die Arado-Flugzeugwerke in
Brandenburg, die sich mit ihrer Reiseflugma
schine Ar. 79 zum fünften Male in die Liste
d. internationalen Rekorde einschrieben. Flug
zeugführer Seelbach flog eine Geschwindigkeit
von 227,03 Stundenkilometern über eine Meß-
Strecke von 2000 Kilometern und damit einen
neuen internationalen Rekord in der Klasse
der Leichtflugzeuge. Bisher war dieser Rekord,
noch nicht aufgestellt worden, da Flugzeuge
dieser Kategorie mit Motoren bis zu vier Liter
Zylinderinhalt überhaupt eine Strecke von
2000 Kilometer Länge kaum erreichen konnten.
* e «
Henry 75 Iahre ult
Ehrengabe der Daimler-Benz AG.: Modell
des ersten Personenkraftwagens der Welt.
Detroit, 30. Juli. Der weltbekannte ameri
kanische Autoindustrielle Henry Ford feiert
heute, Sonnabend, seinen 75. Geburtstag in
rüstiger Frische. Er konnte aus diesem Anlaß
vielfache Ehrungen aus dem In- und Aus.
lande entgegennehmen.
Im Namen der Daimler-Benz AG. über-.
gab der Beauftragte des Vorstandes, Koehnke,
dem Jubilar in Detroit ein fahrtüchtiges Mo
dell des ersten Personenkraftwagens der Welt,
den Carl Benz 1885 baute, und dessen Original
sich im Deutschen Museum in München befin.
det. Die Schenkungsurkunde erinnert gleich
zeitig an den Besuch, den Henry Ford 1931 den
Daimler-Benz-Werken, der ältesten Auto-
fabrik der Welt, abstattete.
* * *
Die Bezwinger btt
in Breslau.
Vom Reichsşportftthrer empfangen. —
Erholungsfahrt durch Schlesien.
Die vier Bezwinger der Eiger-Nordwand,
Harrer, Hcckmeier, Kasparek und Förg, trafen,
der Einladung des Neichssportführers nach
Breslau folgend, Freitag mittag in der Fest
stadt ein. Der Reichssportführer empfing die
kühnen Bergsteiger und ließ sich eingehend
über den Verlauf der einzigartigen Leistung
unterrichten.
Der Gauverlag Schlesien hat die Bergsteiger
im Anschluß an ihren Aufenthalt in Breslau
zu einer achttägigen Erholungsfahrt durch
! Schlesiens Berge eingeladen.
Jerusalem. Der syrische Ministerpräsident
hielt in Damaskus vor vielen tausend Moham
medanern eine Rede, in der er mitteilte, daß
er nach Paris fahren werde, um dort den
Freiheitswillen der Bevölkerung kundzutun.
Die Breslauer Fußballrundc:
Ostmark und Niedersachsen im Endspiel.
Im Fußballturnier der Gaumannschaften wurden am
Donnerstag auf dem riesigen Hermann-Göring-Sportfeld
in Breslau vor 50 000 Zuschauern die Endspielteilnehmer
ermittelt. Niedersachse» hatte dabei 70 Minuten lang
schwer zu kämpfen, um der Mannschaft von Stidiocst
schließlich mit 4:1 (1:0) den Sieg abzuringen. Der 2:0»
Sieg der Ostmärker über Württemberg entspricht auch
nicht recht dem Spielverlauf. Denn die Stuttgarter gaben
größtenteils den To» an. In den vier Spielen der
Trostrunden fertigte Sachsen Brandenburg mit 2:1 (1:0),
Mittelrhein Baden mit 8:2 (2:1), Bayern Schlesien mit
2:1 (1:0) und Westfalen Mitte mit 4:2 ab.
Rsneimans erste FShlņņguahme mit der SDP.
Die Vorstudien, die,Lord Runciman unmit
telbar nach der Uebernahme seines Auftrags
in der tschechischen und in der sudetendeutschen
Frage begann, setzten ihn in die Lage, nicht
erst wie ursprünglich beabsichtigt am 6. August,
sondern schon am 1. nach Prag abzureisen. Er
wird dabei nach seinen neuesten Dispositionen
nicht nur von seinem Sekretär, sondern auch
von einem Wirtschaftssachverständige« beglei
tet sein. Schon am Tage seines Eintreffens in
Prag wird er dem tschechischen Außenminister
Dr. Krofta einen Besuch machen und unmittel
bar danach wird Lord Runciman zum ersten
Mal mit führenden Männern der Sudeten
deutschen Partei zu einer ersten Vorbespre
chung zusammentreffen. Man kann daraus den
Wunsch entnehmen, ohne weiteren Zeitverlust,
wie er durch die zweimonatige Sabotagepolitik
der Tschechen entstanden ist, an geeignetster
Stelle sachliche Informationen zu gewinnen,
um möglichst früh in das Stadium praktischer
Arbeit eintreten zu können.
Während die politischen Kreise in Prag sich
bemühen, sich mit der bevorstehenden Auf-
'nähme der Tätigkeit durch den englischen Be
rater abzufinden, hat die inoffizielle Regie, die
zweifellos mit Moskauer Einflüsterungen ar
beitet, die tschechischen Grenzlerorganisationen
auf die Beine gebracht. Nach Anweisungen, die
höchstwahrscheinlich auf unterirdischen Kanälen
aus Prag hergeleitet sind, versichern die tsche
chischen Grenzblätter, man brauche keinen aus
ländischen Berater, jedenfalls nicht für die
Prager Regierung. Im übrigen sei dieTschecho-
slowakei ein Glied des „großen slawischen
Reiches" — was damit gemeint ist, geht aus
I dem nächsten Satz hervor: man wisse, daß
„andere slawische Völker" (gemeint ist natür
lich Moskau, also der Bolschewismus) den
Tschechen immer helfen würden. Die Grenzler
lassen schließlich in aller Offenherzigkeit ver
sichern, daß nur die Rücksicht auf Frankreich
und England sie daran hindert, mit den Su
detendeutschen auf eine ganz andere Art umzu
springen.
Also wird Lord Runciman wohl gleich in
seiner ersten Unterredung auf dem Hradschin
von Hodza zu hören bekommen, wie sehr man
Rücksicht auf die „heldenhaften Grenzler" neh
men müsse....
*
Die Kosten der Mission Runciman
trägt die britische Regierung.
DNB. London, 30. Juli. (Eig. Funkm.) Lon
doner Morgenblätter melden, daß die Kosten
für die Mission Lord Runcimans von der
britischen Regierung getragen würden, unter
streichen aber erneut, daß zwischen der Auf
gabe Lord Runcimans und der amtlichen Po
litik Londons kein Zusammenhang bestehe.
Verantwortlicher Hauptfchriftletter und Herausgeber:
Ferdinand Möller.
Stellvertreter des HauptlchriftleiterS: Herbert Puhlmau».
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann,- für den
wirtfchaftl. Teil: Dr. Cl. Bielfeldt,- für Unpolitisches
und Lokales: Johannes John; für den provinziellen
Teil: Karl Müller (in Urlaub), i. B. Walter Grütz--
macher, alle in Rendsburg.
Bildverantwortliche: Refsortletter.
Verantwort!. Anzetgenletter: Karl Jacobsen, Rendsburg
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne. Rendsburg.
0 A SchleSwtg-Holsteinifche Landeszeitung iRcnbSburget
Tageblatt — Hohenweftedter Zeitung < Die Landpoft
Hanerau-Hademarfchen - Süderbraruper Tageblatt).
D. A. VI 33 über 15 000 Pl. Nr. 7.