Full text: Newspaper volume (1938, Bd. 3)

à Hexenkêssel Baläsļina. 
Zahlreiche Bombeufunde. — Eiu Bahnhof in 
Brand gesteckt. — Neue Todesurteile. 
Nachdem wieder in den verschiedenen Lan 
desteilen zahlreiche Bombenfunde zu verzeich 
nen waren, wurde Freitag morgen auf dem 
jüdischen Gemüsemarkt in Jerusalem eine 
große Bombe entdeckt, die aber unschädlich ge 
macht werden konnte. Auch zahlreiche Schieße 
reien sind zu verzeichnen, z. B. an der Straße 
Jerusalem—Jerichow und zwischen Jerusalem 
und Jaffa. Nach der arabischen Zeitung „Aüöi- 
faa" wurde der Bahnhof Asdoö in Südpalä 
stina an der Strecke nach Aegypten von bewaff 
neten Angreifern in Brand gesteckt und das 
Bahnhofsgebäude wurde ein Raub der Flam 
men. Die Telefondrähte hatten die Brandstif 
ter vorher durchgeschnitten. 
Bei Tulkarem wurde eine Eisenbahnbrücke 
vom Feuer zerstört. Bei einem Bombenwurf 
auf die Polizeistation in Nablus wurden meh 
rere Araberfrauen verletzt. Das Dorf Eltirem 
nördlich von Tulkarem wurde vom Militär 
nach Waffen durchsucht. 31 Araber wurden ver 
haftet. Zwischen Balus und Tulkarem wurden 
90 Telegraphenstangen zerstört. Zwei Araber 
wurden wegen des Besitzes von Waffen und 
Bomben von den Kriegsgerichten in Jerusa 
lem und Haifa zum Tode verurteilt. 
* * * 
Bunôcsfîaaf Syrien-Irak? 
DNB. Jerusalem. 29. Juli. Der Präsident 
des Parlaments des Iraks ist am Freitag in 
Damaskus eingetroffen, um mit führenden 
syrischen Persönlichkeiten über die Vorberei 
tung des Palästina-Kongresses in Kairo zu 
verhandeln. Auch der Ministerpräsident der 
Regierung des Irak, el Maöfai, wird in Da 
maskus erwartet. Der Zweck seiner Reise ist 
bisher nicht bekannt geworden. 
Wie aus Beirut verlautet, hat dort eine in 
offizielle Zusammenkunft führender Politiker 
des Iraks und Syriens stattgefunden. Bei die 
ser Zusammenkunft soll die Bildung eines 
Bundesstaates Irak-Syrien erörtert worden 
sein. Angeblich habe eine führende englische 
Persönlichkeit den Verhandlungen beigewohnt 
und dem Projekt, das schon mehrfach erörtert 
wurde, zugestimmt. 
~ * 
Die pariser rlülergrunddahn 
im Dîeksļe des Luftschutzes. 
Die Tunnels der Pariser Untergrundbahn 
sollen in Kriegszeiten bei Luftangriffen auf 
die Hauptstadt von der Bevölkerung als 
Schutzräume benutzt werden. Nach einem ge 
nauen Plan, der jetzt im Pariser Stadtrat zur 
Sprache kam, soll im Kriege über die Hälfte des 
158 Kilometer langen Untergrundbahnnetzes 
stillgelegt und als bombensichere und gasge 
schützte Luftschutzkeller eingerichtet werden. 62 
der wichtigsten Stationen, insbesondere die 
Umsteigebahnhöfe, bleiben geöffnet, doch wer 
den besondere Vorrichtungen angebracht, um 
das Vordringen des Gases zu verhindern. 
Etwa 150 000 Personen können in den Unter 
grundbahnen im Falle eines Fliegeralarms 
untergebracht werden. 
* * * 
Furchtbarer Volkeäuch 
im Daldenburger Bergland. 
Ueber dem Waldenburger Bergland ging 
Donnerstag in den späten Nachmittagsstunden 
ern entsetzliches Unwetter nieder. Insbeson 
dere die Umgebung des Bades Charlotten 
brunn wurde davon betroffen. Unter schweren 
Gewittererscheinungen ergoß sich ein furcht 
barer Wolkenbruch, der binnen wenigen Mi 
nuten die Felder völlig unter Wasser setzte. 
Ihm folgte auf einem schmalen Streifen von 
etwa einem halben Kilometer Breite ein noch 
nicht erlebter Hagelschlag. Noch Stunden nach 
dem Unwetter waren Hagelanhüufungen bis 
zu einem halben Meter hoch zu sehen. 
Die auf der Rcichsstraße Waldenburg—Bad 
Charlottenbrunn—Neurode befindlichen Fuß 
gänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge mußten 
augenblicklich halten, da es unmöglich war, bei 
dem Unwetter vorwärtszukommen. Die Fel 
der bieten nach der Katastrophe einen trost 
losen Anblick, das Getreide ist völlig nieder 
geschlagen, das Korn mit starker Gewalt an 
den Boden gepreßt. Wo Kartoffeln standen, 
sieht man nur noch ein paar kümmerliche 
Strünke. — Auch in- Charlottenbrunn richtete 
das Unwetter beträchtlichen Schaden an. 
Europäische Gespräche 
Von unserer Berliner Schriftleitung 
Die europäischen Gespräche sind wieder in 
Gang gekommen. Es gibt in der Politik eine 
gewisse Periodizität der Erscheinungen: eine 
Wellenbewegung der internationalen Annähe 
rungen und Auseinandersetzungen. So unge 
fähr alle Halbjahr werden einmal die Mächte 
des ständigen Gegeneinanders überdrüssig und 
dann kehren sie das Gesicht wieder zueinander: 
sie beschließen eine neue Aussprache, „ein 
neues Gespräch kommt in Gang". Und jener 
Optimismus, zu dem die gleiche Politik einen 
verpflichtet, läßt immer wieder von neuem 
fragen, ob nicht vielleicht diesmal sich aus dem 
Gespräch doch etwas Ernsthaftes entwickeln 
werde. 
So ist es auch diesmal. Wir tragen alle Ent 
täuschungen über die Gespräche der Vergan 
genheit noch in der Erinnerung,' aber wenn es 
um den Frieden Europas geht, kann keine 
Enttäuschung von der Prüfung einer Hoffnung 
entbinden. 
Ist diese Hoffnung diesmal berechtigt? Ein 
Ja wäre zuviel, ein Nein vielleicht erlaubt. 
Den Ausgangspunkt des neuen europäischen 
Gesprächs bildet der englische Königsbesuch in 
Paris. Dieser englische Königsbesuch hat vor 
der ganzen Welt dreierlei unter Beweis ge 
stellt. Einmal die Festigkeit und die Unlösbar 
keit der englisch-französischen Entente, zum an 
deren die tatsächliche Führung Englands in 
der Politik der beiden verbündeten West- 
mächte,' er hat drittens auch bewiesen, daß diese 
englische Führung bei der gegenwärtigen fran 
zösischen Regierung auf mehr Verständnis und 
Entgegenkommen stößt. 
Frankreich bezahlt das Sicherheitsgefühl mit 
der Anerkennung des englischen Führungs 
rechtes in der gemeinsamen Ententepolitik. 
Diese englische Politik ist, solange Chamber- 
lain Ministerpräsident und Lord Halifax 
Außenminister ist, nicht nur auf Frieden, son 
dern auf unbedingte Verständigung ausge 
richtet. Chamberlain will nicht nur jenen mü 
den, mißtrauischen Frieden, der nichts anderes 
als Vorkriegsstimmung ist, sondern er will 
jenen Frieden, der unmittelbar in die Freund 
schaft hineinleitet. Und in Paris sind die Män 
ner, die heute am Ruder sind, Daladier und 
Bonnet, vernünftig genug, diesen Absichten 
und Meinungen des englischen Premiers zu 
folgen. Von dieser Grundeinstellung geleitet, 
sind Paris und London augenscheinlich auch ge 
neigt, das Gespräch mit Deutschland wieder 
ailfzunehmen. 
Da Deutschland von jeher an einer Fortfüh 
rung des Gespräches Interesse gezeigt hat, 
wäre grundsätzlich also alles in bester Ord 
nung. Man könnte wiederum versuchen, zu 
einer europäischen Gesamtregelung zu kom 
men. Aber grundsätzlich war leider schon so 
oft alles in Ordnung. Nur die Praxis hat 
dann alle grundsätzliche Uebereinstimmung 
immer wieder zuschanden gemacht. So begin 
nen die Schwierigkeiten schon bei der Frage 
nach der praktischen Wirkung des Runciman- 
Besuches in Prag. 
Sie stellen sich ferner ein bei der Ueberle- 
gung, was unter europäischer Gesamtregelung 
zu verstehen ist. Ueber die Frage der Sudeten 
deutschen hinaus ist die grundsätzliche Rege 
lung des Verhältnisses von Nation und Staat 
unvermeidbar, zu einer gesamteuropäischen 
Regelung die klare Abgrenzung Europas ge 
genüber dem Bolschewismus — eine Frage, 
an der bekanntlich bisher alle Versuche einer 
Neuordnung der europäischen Beziehungen 
gescheitert sind. Bei einer europäischen Ge 
samtregelung dürfen die Fragen der Kolonien 
nicht übersehen werden. 
Der Begriss Europa zeichnet sich eben in den 
Köpfen diesseits und jenseits des Rheins ver 
schieden, sowohl nach seiner geschichtlichen 
Struktur wie nach seiner zukünftigen Entwick 
lung. 
Rasche BeļMttigung der Revolte auf Kreta 
Die Aufständischen aus Kanea vertrieben 
Wie zu der Revolte auf Kreta noch bekannt 
wird, drangen die Aufrührer unter Führung 
von Mitsotakis in der Nacht zum Freitag in 
die Stadt Kanea ein, die sie völlig besetzten. Die 
Aufständischen, die bewaffnet sind, nahmen die 
Gelegenheit einer teil weisen Entblößung der 
Garnison von Truppen wahr, die jeweils' im 
Sommer erfolgt, wenn Einheiten nach Nord 
griechenland zur Ablösung gesandt werden. 
Ministerpräsident Metaxas hat die sofortige 
Entsendung starker Kontingente des Heeres, 
der Marine und der Flugwaffe angeordnet. In 
den übrigen Bezirken Kretas herrscht völlige 
Ruhe. 
Nachdem der stellvertretende Gouverneur der 
Insel Kreta, Markellos, bereits zu Beginn der 
Revolte berichtet hatte, daß die Bevölkerung 
der Insel Kreta die Revolte nicht billigt, sind 
vom Generalgouverneur der Insel an den 
griechischen Ministerpräsidenten Metaxas neue 
Nachrichten telegraphisch gelangt. 
Danach ist die Revolte bereits vollständig 
niedergeschlagen worden. Die Aufständigen 
wurden «>us der Stadt Kanea herausgetrieben, 
und die öffentlichen Gebäude sind durch die ge 
setzmäßigen Vertreter der griechischen Regie 
rung wieder besetzt worden. 
Schwere Gewitter im Wilna-Gebiet. 
Im Wilna-Gebiet kam es erneut zu schweren 
Gewittern. In dem Städtchen Nowy Pohost 
geriet ein Wohnhaus durch Blitzschlag in 
Brand. Der starke Sturm übertrug das Feuer 
auf die benachbarten Gebäude, so daß schließlich 
26 Wohnhäuser und 14 Wirtschaftsgebäude ein 
geäschert werden. In den Flammen kam auch 
eine Person ums Leben. 
Paris. Auf einer Ministerratssitzung wurde 
eine Neuregelung der passiven Landesverteidi 
gung vorgenommen. General Aube ist zum 
Generalinspektor der gesamten passiven Lan 
desverteidigung ernannt worden. Weiter be 
stimmte der Ministerrat als Zeitpunkt für die 
kommende Neuwahl eines Drittels des Senats 
den 23, Oktober. 
Der neue Putsch auf Kreta 
war ein Versuch am untauglichen Objekt. Grie 
chenland ist -gerade mit der Vorbereitung der 
Feiern beschäftigt, die dem zweiten Jahrestag 
der Aufstellung einer autoritären Regierung 
unter dem Ministerpräsidenten General Me 
taxas vom 4. August 1936 gelten. Der energi 
sche Mann hat diese zwei Jahre zu nutzen ge 
wußt. Griechenland ist heute nicht mehr der 
Staat, in dem eine Revolte vom Ausmaß des 
großen Venizelos-Aufstandes im März 1935 
denkbar wäre. Metaxas kam zur Regierung 
unmittelbar am' Vorabend eines großen Aus- 
standes der Kommunisten, die in Saloniki so 
gar einen Tabakgroßindustriellen zu ihren 
Förderern zählen. Metaxas griff damals, vor 
zwei Jahren, energisch zu. Er schickte sofort das 
Parlament nach Hause, räumte mit den „demo 
kratischen Errungenschaften" auf und brachte 
eine autoritäre Regierung zusammen, obwohl 
er sich weder auf eine starke Partei noch auf 
eine tragfähige Volksbewegung stützen konnte. 
Der jetzige Versuch der radikalen Linkskreise, 
mit dem gebietsmäßig beschränkten Putsch auf 
Kreta der Regierung zuvorzukommen, war von 
vornherein aussichtslos. Griechenlands innere 
Lage hat sich in diesen zwei Jahren politisch, 
wirtschaftlich und sozial gefestigt. Zudem sind 
die namhaftesten Führer und Funktionäre der 
Kommunisten seit zwei Jahren im Konzentra 
tionslager, und seit dem Winter 36/37 sitzt auch 
der eigentliche Führer der illegalen bolschewi 
stischen Organisation, Zachariadis, in der 
Strafanstalt von Korfu eine Strafe von 1414 
Jahren Zuchthaus ab. Der griechische Zehnjah- 
resplan bekämpft die Arbeitslosigkeit rüit 
Straßenneubautcn von 3600 km und einer 
landwirtschaftlichen Bodengewinnung von ins 
gesamt 160 000 Hektar. Der Plan sieht insge 
samt jährlich 700 Millionen Drachmen (17,5 
Millionen Mark) Sonderaufwendungen vor. 
Eine staatliche Jugendorganisation faßt die 
ganze heranwachsende Jugend Griechenlands 
unter der obersten Führung des Thronfolgers 
zusammen. 
Rasche Bewältigung des Aufstandes auf Kreta 
. Die letzten Nachrichten von Sonnitbenö mor 
gen bestätigen, daß der Aufstandsversuch auf 
Kreta vollkommen niedergeschlagen ist und die 
Revolutionäre auseinandergetrieben worden 
sind. Bei der Niederwerfung des Aufstandes 
wurden zwei Rebellen getötet und drei Poli 
zisten verwundet. Eine Reihe der Aufständi 
schen wurde verhaftet, die Anführer konnten 
allerdings entfliehen. 
Tokio. Von der mandschurischen Grenze wird 
ein neuer Grenzzwischenfall gemeldet. Zehn 
sowjetrussische Soldaten überschritten am Frei 
tagnachmittag die Grenze 800 Meter nördlich 
von Chankufeng und beschossen die mandschu 
rische Grenzwache. Nach einstündigem Feuer- 
gefecht konnten die Sowjettruppen zurückge 
trieben werden. 
Neue VettbeftleiftuKa btt HMschen 
Luftfahrt. 
Die deutsche Luftfahrt stellte Freitag vormit^ 
tag erneut eine Weltbestleistung auf. Wieder 
um waren es die Arado-Flugzeugwerke in 
Brandenburg, die sich mit ihrer Reiseflugma 
schine Ar. 79 zum fünften Male in die Liste 
d. internationalen Rekorde einschrieben. Flug 
zeugführer Seelbach flog eine Geschwindigkeit 
von 227,03 Stundenkilometern über eine Meß- 
Strecke von 2000 Kilometern und damit einen 
neuen internationalen Rekord in der Klasse 
der Leichtflugzeuge. Bisher war dieser Rekord, 
noch nicht aufgestellt worden, da Flugzeuge 
dieser Kategorie mit Motoren bis zu vier Liter 
Zylinderinhalt überhaupt eine Strecke von 
2000 Kilometer Länge kaum erreichen konnten. 
* e « 
Henry 75 Iahre ult 
Ehrengabe der Daimler-Benz AG.: Modell 
des ersten Personenkraftwagens der Welt. 
Detroit, 30. Juli. Der weltbekannte ameri 
kanische Autoindustrielle Henry Ford feiert 
heute, Sonnabend, seinen 75. Geburtstag in 
rüstiger Frische. Er konnte aus diesem Anlaß 
vielfache Ehrungen aus dem In- und Aus. 
lande entgegennehmen. 
Im Namen der Daimler-Benz AG. über-. 
gab der Beauftragte des Vorstandes, Koehnke, 
dem Jubilar in Detroit ein fahrtüchtiges Mo 
dell des ersten Personenkraftwagens der Welt, 
den Carl Benz 1885 baute, und dessen Original 
sich im Deutschen Museum in München befin. 
det. Die Schenkungsurkunde erinnert gleich 
zeitig an den Besuch, den Henry Ford 1931 den 
Daimler-Benz-Werken, der ältesten Auto- 
fabrik der Welt, abstattete. 
* * * 
Die Bezwinger btt 
in Breslau. 
Vom Reichsşportftthrer empfangen. — 
Erholungsfahrt durch Schlesien. 
Die vier Bezwinger der Eiger-Nordwand, 
Harrer, Hcckmeier, Kasparek und Förg, trafen, 
der Einladung des Neichssportführers nach 
Breslau folgend, Freitag mittag in der Fest 
stadt ein. Der Reichssportführer empfing die 
kühnen Bergsteiger und ließ sich eingehend 
über den Verlauf der einzigartigen Leistung 
unterrichten. 
Der Gauverlag Schlesien hat die Bergsteiger 
im Anschluß an ihren Aufenthalt in Breslau 
zu einer achttägigen Erholungsfahrt durch 
! Schlesiens Berge eingeladen. 
Jerusalem. Der syrische Ministerpräsident 
hielt in Damaskus vor vielen tausend Moham 
medanern eine Rede, in der er mitteilte, daß 
er nach Paris fahren werde, um dort den 
Freiheitswillen der Bevölkerung kundzutun. 
Die Breslauer Fußballrundc: 
Ostmark und Niedersachsen im Endspiel. 
Im Fußballturnier der Gaumannschaften wurden am 
Donnerstag auf dem riesigen Hermann-Göring-Sportfeld 
in Breslau vor 50 000 Zuschauern die Endspielteilnehmer 
ermittelt. Niedersachse» hatte dabei 70 Minuten lang 
schwer zu kämpfen, um der Mannschaft von Stidiocst 
schließlich mit 4:1 (1:0) den Sieg abzuringen. Der 2:0» 
Sieg der Ostmärker über Württemberg entspricht auch 
nicht recht dem Spielverlauf. Denn die Stuttgarter gaben 
größtenteils den To» an. In den vier Spielen der 
Trostrunden fertigte Sachsen Brandenburg mit 2:1 (1:0), 
Mittelrhein Baden mit 8:2 (2:1), Bayern Schlesien mit 
2:1 (1:0) und Westfalen Mitte mit 4:2 ab. 
Rsneimans erste FShlņņguahme mit der SDP. 
Die Vorstudien, die,Lord Runciman unmit 
telbar nach der Uebernahme seines Auftrags 
in der tschechischen und in der sudetendeutschen 
Frage begann, setzten ihn in die Lage, nicht 
erst wie ursprünglich beabsichtigt am 6. August, 
sondern schon am 1. nach Prag abzureisen. Er 
wird dabei nach seinen neuesten Dispositionen 
nicht nur von seinem Sekretär, sondern auch 
von einem Wirtschaftssachverständige« beglei 
tet sein. Schon am Tage seines Eintreffens in 
Prag wird er dem tschechischen Außenminister 
Dr. Krofta einen Besuch machen und unmittel 
bar danach wird Lord Runciman zum ersten 
Mal mit führenden Männern der Sudeten 
deutschen Partei zu einer ersten Vorbespre 
chung zusammentreffen. Man kann daraus den 
Wunsch entnehmen, ohne weiteren Zeitverlust, 
wie er durch die zweimonatige Sabotagepolitik 
der Tschechen entstanden ist, an geeignetster 
Stelle sachliche Informationen zu gewinnen, 
um möglichst früh in das Stadium praktischer 
Arbeit eintreten zu können. 
Während die politischen Kreise in Prag sich 
bemühen, sich mit der bevorstehenden Auf- 
'nähme der Tätigkeit durch den englischen Be 
rater abzufinden, hat die inoffizielle Regie, die 
zweifellos mit Moskauer Einflüsterungen ar 
beitet, die tschechischen Grenzlerorganisationen 
auf die Beine gebracht. Nach Anweisungen, die 
höchstwahrscheinlich auf unterirdischen Kanälen 
aus Prag hergeleitet sind, versichern die tsche 
chischen Grenzblätter, man brauche keinen aus 
ländischen Berater, jedenfalls nicht für die 
Prager Regierung. Im übrigen sei dieTschecho- 
slowakei ein Glied des „großen slawischen 
Reiches" — was damit gemeint ist, geht aus 
I dem nächsten Satz hervor: man wisse, daß 
„andere slawische Völker" (gemeint ist natür 
lich Moskau, also der Bolschewismus) den 
Tschechen immer helfen würden. Die Grenzler 
lassen schließlich in aller Offenherzigkeit ver 
sichern, daß nur die Rücksicht auf Frankreich 
und England sie daran hindert, mit den Su 
detendeutschen auf eine ganz andere Art umzu 
springen. 
Also wird Lord Runciman wohl gleich in 
seiner ersten Unterredung auf dem Hradschin 
von Hodza zu hören bekommen, wie sehr man 
Rücksicht auf die „heldenhaften Grenzler" neh 
men müsse.... 
* 
Die Kosten der Mission Runciman 
trägt die britische Regierung. 
DNB. London, 30. Juli. (Eig. Funkm.) Lon 
doner Morgenblätter melden, daß die Kosten 
für die Mission Lord Runcimans von der 
britischen Regierung getragen würden, unter 
streichen aber erneut, daß zwischen der Auf 
gabe Lord Runcimans und der amtlichen Po 
litik Londons kein Zusammenhang bestehe. 
Verantwortlicher Hauptfchriftletter und Herausgeber: 
Ferdinand Möller. 
Stellvertreter des HauptlchriftleiterS: Herbert Puhlmau». 
Verantwortlich für Politik: Herbert Puhlmann,- für den 
wirtfchaftl. Teil: Dr. Cl. Bielfeldt,- für Unpolitisches 
und Lokales: Johannes John; für den provinziellen 
Teil: Karl Müller (in Urlaub), i. B. Walter Grütz-- 
macher, alle in Rendsburg. 
Bildverantwortliche: Refsortletter. 
Verantwort!. Anzetgenletter: Karl Jacobsen, Rendsburg 
Verlag und Druck: Heinrich Möller Söhne. Rendsburg. 
0 A SchleSwtg-Holsteinifche Landeszeitung iRcnbSburget 
Tageblatt — Hohenweftedter Zeitung < Die Landpoft 
Hanerau-Hademarfchen - Süderbraruper Tageblatt). 
D. A. VI 33 über 15 000 Pl. Nr. 7.
	        
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