Der Engel.
„Jedes Mal, wenn ein gutes Kind stirbt, kommt ein Engel
Bottes zur Erde hernieder, nimmt das todte Kind auf seine Arme,
breitet die großen weißen Flügel aus, fliegt hin über alle die Plätze,
welche das Kind lieb gehabt hat, und pflückt eine ganze Hand voll
Blumen, welche er zu Gott hinaufbringt, damit sie dort noch
schöner als auf der Erde blühen. Der liebe Gott drückt alle Blumen
an sein Herz, aber derjenigen Blume, welche ihm die liebste ist,
giebt er einen Kuß, und dann bekommt sie eine Stimme und kann in
der großen Glückseligkeit mitsingen!“
Sieh, alles Dieses erzählte ein Engel Gottes, indem er ein
zodtes Kind zum Himmel forttrug, und das Kind hörte gleichwie
im Traume; und sie fuhren hin über die Stätten in der Heimat,
wo der Kleine gespielt hatte, und sie kamen durch Gärten mit herr—
lichen Blumen.
„Welche wollen wir nun mitnehmen und in den Himmel pflan—
en?“ fragte der Engel.