Wasser gefüllten Cylinder gesenkt, der Strich schnitt mit dem oberen Rand des Ge
mässes ab. Es wurde soviel Wasser zugeschöpft, bis Gefässrand, Wasserspiegel und
rnarkirte Stelle der Extremität in einer Ebene lagen. Nunmehr wurde das Glied vorsichtig
aus dem Wasser herausgezogen, mit elastischen Binden umwickelt, zwar mit der für
blutleere Operationen hier gewohnheitsmässig ausgeübten Kraft, also durchaus nicht
übermässig, und nachdem der Blutzufluss durch eine Binde resp. Schlauch abge
schlossen war, die Binde abgewickelt und der Körpertheil abermals in das gleiche
Gefäss, so tief wie vorher gesenkt. Da durch die Umwicklung das Volumen der
Extremität geringer geworden war, stand das Wasser tiefer als vordem, es musste
eine gewisse Quantität zugegossen werden, um Wasser, Gefässrand und Marke an
der Extremität wieder in ein Niveau zu bringen. Die hierzu nöthige Wassermenge
bestimmt nun annähernd das aus der Extremität vertriebene Flüssigkeitsquantum, welches
aus Blut und Lymphe, zum allergrössten Theil aber aus ersterem besteht, jedenfalls
aber sämmtliche in den Körperkreislauf eingeführte Flüssigkeit repräsentirt. Nach
abermaligem Herausheben der Extremität aus dem Gefäss wurde der Schlauch gelöst
o
Un d dem Blut der Zutritt in die blutleeren Gefässe eröffnet, nachdem das vorher zu
gegossene Wasser wieder abgeschöpft war. Da die Extremität das vordem verlorene
Volumen mindestens wieder angenommen hatte, musste auch jetzt das frühere Wasser-
fluantum wieder ausreichen, um den Cylinder bei gleich weit eingesenkter Extremität
b's zum Rande zu füllen. Die Gegenprobe wurde jedesmal aus geführt und es zeigte
s ich dabei, dass nach Aufhebung der Constriction das frühere Wasserquantum zu
gross sei, es mussten stets einige Gramm mehr abgeschöpft werden, als vorher zu-
g e gossen waren; ein Beweis für die Behauptung, dass nach Aufhebung der Con
striction das Volumen der Extremität grösser geworden, dass also die Blutmenge
derselben jetzt erheblicher war, als vor der elastischen Einwicklung. Zwar handelte
es sich hier nur um wenige Gramm, bei Einwicklung des Armes um etwa 8,0 Gr.,
bei der des Beines um io—12,0 Gr., aber constant wurde dieses Verhältniss
beobachtet. Ich werde mir erlauben, den Gang eines derartigen Versuches genauer
anzugeben. Der Arm eines mittelkräftigen Mannes wird in ein mit Wasser
gefülltes Gefäss getaucht bis 10 Cm. oberhalb des Condylus extern, humeri; hier
w hd ein Strich um den Arm gezogen; letzterer, Wasseroberfläche und Gefässrand
le gen in einem Niveau.
Der Arm wird herausgezogen, während des Herausziehens alles Wasser sorg
fältig von ihm abgestreift, um möglichst jeden Verlust zu vermeiden. Natürlich ist
jetzt der Wasserspiegel vom Gefässrand zurückgesunken, um ein gewisses, durch die
Grösse des eingetauchten Körpertheiles bestimmtes Stück. Der Arm wird eingewickelt