Full text: Chronik der Universität Kiel und der Gelehrtenschulen in Schleswig und Holstein vom Jahr 1831. (1831)

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Universitaͤten nach gleicher Vorschrift und Ansicht. Die Zeugnisse werden nach drei Graden, 
der unbedingten, bedingten und noch mangelnden Reife, ausgestellt. In den neun Jahren 
von 1820 bis 28 waren uͤberhaupt Einlaͤnder mit solchen Zeugnissen auf die Universitaͤt aufge⸗ 
nommen 13,401; von diesen waren von den Gymnasien entlassen mit dem Zeugnis unde⸗ 
dingter 1628, bedingter 6709, noch ermangelnder Reife 545, zusammen 8882.“ Bei der 
Pruͤfung der 4519 durch Privatunterricht vorbereiteten, ward von den Universitaͤtsbehoͤrden 
die unbedingte Reife 9, die bedingte 1499, die noch mangelnde 3011 Examinirten bezeugt. 
Die auf den Gymnasien entlassenen muͤssen wenigstens so viel wissen, als erforderlich ist, 
nach Prima versezt zu werden. Bei der Pruͤfung von den Univ. Behoͤrden mus ein ganz 
ausfallender Mangel an Vorkentnissen klar sein, um die gaͤnzliche Unfaͤhigkeit, akademische 
Vortraͤge zu benuzen, auszusprechen. Die von diesen mit dem Zeugnis der Unreife versehe⸗ 
nen stehen also sehr wahrscheinlich auf einer noch viel niedrigern Biidungsstufe, als die von 
den Gymnasien mit gleichem Zeugnis entlassenen. Bei den Gymnasien wird besonders die 
klassische Bildung als Grundlage betrachtet. 
Auf saͤmtlichen preussischen Univ. war im Wintersemester 1829 — 30 die Zahl aller 
Studirenden 6160. Von diesen waren wenig uͤber vier Sechstheile Inlaͤnder. Aus⸗ 
laͤnder studirten auf den preussischen Univ. uͤberhaupt 1211, unter welchen, naͤchst den 
Hanoveranern, Meklenburgern und Hanseaten, die Holsteiner und aus den daͤnischen 
Staten die groͤsste Zahl, naͤmlich 91, der der Hanseaten (94) fast gleich, ausmachten. Berlin 
hatte fast die Haͤlfte (579), Halle uͤber ein Viertheil (3205 der Auslaͤnder. Dort werden 
fie durch die reiche Ausstattung mit wissenschaftlichen Anstalten, hier und dort durch das 
vollstaͤndig besezte Lehrerpersonal, dort auch durch mannichfache Huͤlfsquellen, hier durch die 
Unterstuͤzung, welche die Frankeschen Stiftungen biethen, eingeladen. (Aus einer reich⸗ 
haitigen Uebersicht der preussischen Bildungsanstalten von dem Direktor des statist. Bureaus, 
geh. O. R.R. Hofmann, in Berghaus Annalen der Erd⸗, Voͤlker⸗ und Statenkunde 
j831. V. 1 und 2 zusammengestellt.) 
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Nach den der hiesigen Univ. zugesandten amtlichen Verzeichnissen war die Zahl der 
Studirenden auf nachbenannten groͤsseren Univ. in den lezten beiden Jahren folgende: 
1831. Berlin Tkeet Oyro. Medicin. philocs Wiss, Summe. 
(Winter.) ⸗ 58 299 1469 
Bonn 
(Winter.) 27 
Breslau 
Sommer.) 2 
oͤttingen 
(Winter.) 
1830. Halleẽ 
(Sommer.) 881 192 —2 
— Leipzig 
Winter.) 529 485 160 
913 
8 1214 
88 1262
	        
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