sitaͤen merkwuͤrdigen Fakultaͤtschronik. Der allgemeine Titel ist: Monumenta historica
universitatis Carolo Ferdinandéae Pragensis. Tom. J.; und der besondere: Liber
Decanorum facultatis philos. univ. Pragensis ab anno Christ, 1367 usque ad
annum 1586 e codice membranaceo nune primum —luce donatus. Accedit oανν
minus solitarum illi aevo familiarium declaratio et virorum- notatu digniorum
nomenclatura alphabetice digesta. Pars J. pp. XVI. und 452. 8.
In der Ankuͤndigung bemerkt die Fakultaͤt: „daß ohne eine solche Fakultaͤtsgeschichte
auch die Universitaͤts und selbst die Vaterlandsgeschichte nur mangelhaft sein koͤnne, in—
dem seit der ersten Gruͤndung der Prager Hochschule die philos. Fakuitaͤt als Mutterfa—
fultaͤt, zugleich die allgemeinen Angelegenheiten der ganzen Universitaͤt besorgte und zu
den andern Fakultaͤten den Weg bahnte, der Einflus der Univ. aber auf die Zeitgeschichte
keinem Boͤhmen unbekannt ist.“ Die Lieferung des zweiten Bandes wird bald versprochen.
Die Kopenhagener „Maanedskrift for Litteratur“ vor. J. Heft IX. enthaͤlt S. 226 —
257. eine ausfuͤhrliche Anzeige dieser Chronik vom J. 1830, und in derselben einzelne Nach⸗
richten von der dortigen Universitaͤt, auch mehrere beachtungswerthe Bemerkuͤngen uͤber
Universitaͤtswesen uͤberhaupt. Es wird der bedeutenden Ausstattung Kopenha—
zens zur Unterstuͤzung Studirender erwaͤhnt, worin die dortige Univ nicht nur
die hiesige weit hinter sich zuruͤklaͤst, sondern uͤberhaupt eine der am reichsten dotirten Univ.
ist. Nach Prof. Moͤller's Mnemosyne II. S. 391 ff. wo alle dortigen Stiftungen ange⸗
fuͤhrt sind, betrug von der wichtigsten derselben, der Kommunitaͤt, Ausg. 1830 das zinsen⸗
tragende Kapital in Silber 275,506 und in Repraͤsent. 35,921 Bankthir., nachdem schon
zu den akadem. Gebaͤuden in Silber 80,000 und in Repraͤsent. 10,000 Bankthlr. abgegeben
waren, ungerechnet die bedeutenden Zehnten und Laͤndereien dieser Stiftung. Ihre naͤchste
Bestimmung ist die Unterstuͤzung duͤrftiger und wuͤrdiger Studirender; dann die Unterhal⸗—
tung der Gebaͤnde, Gehalt der Beamten ugs w. Aber die Einnahme ist so bedeutend, daß auch
zu den uͤbrigen Universitaͤtsbeduͤrfnissen jaͤhrlich Zuschuͤsse koͤnnen geleistet werden. Von jener
Unterstuͤzung wird, nach zwei bestimmten Abtheilungen, das Stipendium der Kommunitaͤt
von 130, das der Regenz von 100 Alumnen und zwar drei Jahre lang genossen, doch nach
erfolgter Anstellung oder bestandener Amtspruͤfung in der Regel nicht laͤnger als noch ein
halbes Jahr. Nur Islaͤnder, Faroͤer, Groͤnlaͤnder, auch die Seminaristen der groͤnlaͤnd.
Mission, sind zu vierjaͤhrigem Genus berechtigt. Das Stipendium der Kommunitaͤt besteht
nach drei Graden, in einem Monatsgelde bis zu 8 Bankthirn. 4 Mk.Silber. — Ausser⸗
dem werden an Duͤrftige 25, und bei Ersparungen auch wohl 30 Gratiale, jedes von 20
Bankthlen. jaͤhrlich, ertheilt. Das Stipendium der Regenz gewaͤhrt freie Wohnung auf
derselben, Feurung und noch ein Monatsgeld von 2 Bankthlr. 4 Mark Silber. Von den
Alumnen der Kommunitaͤt koͤnnen so viele auf der Regenz wohnen und die Vortheile geniessen,
als, nach Besezung der privilegirten Plaͤze, Raum ist. Ausser diesen beiden wichtigsten
Stiftungen sind noch viel andere, aus welichen den Studirenden Unterstuͤzungen an Gelde
freier Wohnung u. s. w. zu gute kommen.