Volltext : Die Chronik des Garnisonstädtchens

98 Die Chronik des Garnisonstädkchens

Wollen Sie nicht Vlatz nehmen, Herr Möller?
Dankel Ich wollte eigentlich nur fragen, ob ich
nicht eine Feder bekommen könnte. um meine Pfeife
zu reinigen.

Nein, Federn hatte man nicht, aber einer der
Spielenden drehte einen langen Wurm aus Lösch⸗
papier, und wenig Augenblicke später war die
Pfeifenspitze des Herrn Adjunkten so rein, wie man
es nur verlangen konnte; er dankte und schickte sich
an zu gehn — nicht übermäßig schnell —, als
aber dann Jörgen Helmer, der sich als Wirt fühlte,
sagte: Wollen Sie nicht Platz nehmen, Herr Möller?
erwiderte Möller rasch: Ja, gern! und setzte sich
auf Jörgens Platz. Nach kurzem Parlamentieren
bewog er die Schüler, wieder zu ihren Pfeifen zu
greifen, und während die vier Raucher bisher ganz
entsetzlich gequalmt hatten, begnügten sie sich nun
damit, am Rauch zu nippen — das war ein ganz
unwillkürliches Subordinationsgefühl. Schlimmer
war es indessen, daß die Unterhaltung ganz ins
Stocken zu geraten drohte, und Möller fühlte deut⸗
lich, daß er sehr ungelegen gekommen war.
Ich habe Sie wohl beim Spiel gestört? sagte
er deswegen.

Ach das macht nichts! erschallte es im Chor,
aber der Tonfall klang nicht so recht aufrichtig.
Es war ein Glück für Jörgen, daß er unter⸗
brochen wurde, sagte der Schüler, der den Wurm
            
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