Volltext: Die Chronik des Garnisonstädtchens

Zwölfkes KRapikel 
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die traditionellen „Neun Arten Kohl“ mit verlornen 
Eiern. Die Frau Pastor entschuldigte sich, daß ihr 
Pudding nicht genug aufgegangen sei; als ihn Lise 
aber für vorzüglich erklärte und um das Rezept 
bat, beruhigte sich die Tante. Jochumsen machte 
am Nachmittag verschiedne Besuche im Dorf, der 
Rektor schrieb an Pedell Jensen, daß er die Tannen— 
zweige von den hochstämmigen Rosen nehmen solle, 
und Mine und Friederike verschlangen jedes Wort 
der Weisheit, das von Möllers beredten Lippen 
floß — er war nicht ganz unempfindlich für die Be⸗ 
wundrung, deren Gegenstand er war. 
Der Karfreitag verlief ohne weitere Ereignisse. 
Möller war nun so heimisch im Pfarrhaus, daß die 
Frau Pastor ihn zweimal beiseite nahm, um ihm 
etwas anzuvertrauen. Sie fragte ihn das eine mal, 
ob er wohl Senfeier essen möchte, und das andre 
mal bat sie ihn, er möchte etwas dafür sorgen, daß 
ihr Bruder sich nicht langweile, und ihr Verhalten 
schien ansteckend zu wirken. Denn als der Schul— 
meister zum Nachmittagskaffee kam, zog Jochumsen 
mit ihm ab und hatte eine längere Konferenz mit 
seinem ländlichen Kollegen. Am Abend sang Möller 
einige Lieder — er hatte eine starke aber ungeschulte 
Stimme —, und da eins davon schwedisch war, 
nahm der Pastor Anlaß, ihn zu fragen, ob er 
Skandinavier sei. — Ja, natürlich war Möller 
Skandinavier. — Der Pastor opponierte: er sei 
allerdings nationalliberal. aber Skandinavier —
	        
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