Full text : Die Chronik des Garnisonstädtchens

Zwölftes Rapikel

4Il

hat, was ein bonus paterfamilias darüber zu meinen
hat. Aber das hörte Möller nicht.
Am Sonnabend war das Wetter besser. Der
Rektor zitierte stillbergnügt: Solvitur acris hiems
grata vice veris et Favoni — und Jochumsen
brummte als Antwort:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick!
worauf er sich an den Pastor wandte und sagte:
Dann zeige Möller nur in Gottes Namen deine
Plantage, Knudsen, denn sehen soll er sie ja doch!
Ich gehe mit, und Lassen auch!
Dazu war denn Pastor Knudsen mehr als be—
reit, denn „die Plantage,“ wie er sie nannte, war
sein ganzer Stolz. Es waren einige Heidehügel,
eine Strecke von der Stadt entfernt, die er vor un—
gefähr zehn Jahren mit Nadelbäumen zu bepflanzen
begonnen hatte. Obwohl alle den Kopf geschüttelt
und erklärt hatten, daß niemals ein grüner Zweig
auf den Hügeln wachsen werde, so gediehen die
Tannen und Fichten doch überraschend schnell, und
schon seit mehreren Jahren hatte das Pfarrhaus
seinen Weihnachtsbaum aus der „Plantage“ beziehn
können.

Du hättest doch lieber Edeltannen pflanzen sollen,
sagte Jochumsen mit der Macht der Überzeugung,
oder Bergtannen — Pinus Montana — die wachsen
viel schneller!
Principio, arbaribus varia est natura arandis.
            
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