216 Die Chronik des Garnisonllädkchens
Wohl möglich! Aber können Sie denn den Regen
nicht hören?
Möller horchte. Ja, das klang wirklich wie
Regen. Schnell zog er das Rouleau auf — nein,
es war das herrlichste Sommerwetter. das man sich
nur wünschen konnte.
Aber was in aller Welt ist denn das! Jochumsen
sprang aus dem Bett — es platscht und regnet dort
doch auf das Fensterbrett!
Da haben wir den Missetäter! antwortete Möller
und reichte Jochumsen ein in Papier gewickeltes
Packchen, das plötzlich wie eine Katze, die Junge hat,
zu zischen begann: Ich weiß nicht, was es ist! Ge—
hört es vielleicht Ihnen?
Die Brausepulver! rief Jochumsen wütend aus.
Sie sind alle naß, und das ist Ihre Schuld, denn
es hat also doch über Nacht geregnet!
Ja, weshalb haben Sie sie denn aufs Fenster⸗
brett gelegt!
Weil dies mein Zimmer ist, haben Sie es ge⸗
hört? Mein Zimmer! Und hier kann ich tun, was
ich will! — Sie können sich nur lieber gleich ins
Schulzimmer quartieren, hören Sie!
Ja, sobald der Leutnant kommt.
Nicht vorherꝰ
Nein!
Nun, ganz wie Sie wollen, lieber Möller! ent—
gegnete Jochumsen freundlich; wer ihn aber kannte